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Der Bankier der Armen

Andere veranstalten Konzerte in Fußballstadien und verteilen das damit verdiente Geld in Afrika. Muhammad Yunus, Gründer der Grameen Bank, verschenkt nichts. Er vergibt Kredite und pocht streng auf deren pünktliche Rückzahlung samt Zinsen. Wie jeder andere Banken-Chef auch. Nicht ganz. Den Unterschied macht seine Kundschaft. Denn der frühere ökonomieprofessor aus Bangladesh vergibt seit 30 Jahren Mikrokredite an die ärmsten der Armen, um ihnen den Aufbau einer eigenen Existenz zu ermöglichen (siehe auch report Nr. 8/06). Menschen, die man bei traditionellen Geldinstituten schon an der Tür abweist, bietet Yunus Kleinstkredite von wenigen Dollar, die etwa in eine Hühnerfarm oder den Kauf einer Nähmaschine investiert werden.Inzwischen beschäftigt Yunus 18.000 Angestellte in 2.000 Dorffilialen, die engen Kontakt zu den KundInnen pflegen und sie auch in den entlegensten Gebieten regelmäßig per Rikscha, Fahrrad oder zu Fuß aufsuchen. Der Aufwand lohnt sich: 98,4 Prozent des verliehenen Geldes wird pünktlich zurückgezahlt. Die besten Erfahrungen hat der 66-jährige, der mit Frau und Tochter eine kleine Wohnung in Dhaka bewohnt, mit Frauen gemacht. Die Kredite vergibt er deshalb fast ausschließlich an Frauengruppen, die wechselseitig für die Darlehen bürgen und dadurch eine zusätzliche Kontrollfunktion wahrnehmen. Die Grameen Bank zählt 6,6 Millionen KreditnehmerInnen, an die heuer rund 4,5 Milliarden Euro verteilt wurden. Das Konzept wird von anderen Instituten in mehr als hundert Ländern angewandt und auch von der Weltbank unterstützt. Die UNO erklärte bereits das Jahr 2005 zum \"Jahr der Mikrokredite“. Der Nobelpreis, der Mohammad Yunus am 10. Dezember in Oslo verliehen wird, ist die Krönung für das Werk des \"Friedensstifters“. Aber warum nicht der Wirtschaftsnobelpreis? »Echter Frieden kann nicht erreicht werden, ohne dass große Teile einer Bevölkerung aus der Armut finden«, lautete die Begründung des Nobel-Komitees. Die Vision des sonst so bescheidenen ökonomen geht noch viel weiter. Er träumt davon, »eine Welt ohne Armut« zu schaffen. Möge es gelingen.
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Der Gipfelstürmer

Mitte September bat Karl Stoss den Aufsichtsrat der Versicherung um vorzeitige Auflösung seines noch bis 2009 laufenden Vorstandsvertrages. Er wird voraussichtlich die Erbfolge Leo Wallners an der Spitze der Casinos Austria antreten, möglicherweise noch heuer, spätestens Anfang 2007.Nur knappe zwei Jahre dauerte sein Gastspiel - und die Nachrede des fünfzigjährigen gebürtigen Vorarlbergers ist nicht die beste. Gleich nach seiner Kür zum Generali-Chef hatte er mit einer Beteiligung an der Bawag geliebäugelt und verärgerte damit die Raiffeisen Landesbanken, die Vertriebspartner der Versicherung sind. Von den langjährigen Vorständen Hans Peer und Ernst Schmid trennte sich Stoss eher unsanft. IT-Vorstand Jörg Oliveri flüchtete in die Zentrale des Mutterkonzerns nach Triest. Vakante Positionen besetzte Stoss mit Mitarbeitern aus seiner P.S.K.-Zeit, auch wenn diese intern umstritten waren. Den Groll der italienischen Bosse und des Aufsichtsrates zog er sich endgültig zu, als er in einer nicht abgesprochenen Presseaussendung freimütig eingestand »Ich bin fassungslos«, und voreilig Zugeständnisse bei den geplanten Kündigungen machte. Wer Stoss als Generali-Chef nachfolgt, wird in den nächsten Monaten entschieden. Der passionierte Bergsteiger erklimmt einstweilen bereits den nächsten Gipfel. Als künftiger Casinos-General kann der als begnadeter Netzwerker gehandelte Stoss seine Beziehungen auch wieder über die Grenzen spielen lassen. Viele Kontakte stammen noch aus seiner Tätigkeit am Management Zentrum St. Gallen, wo viele internationale Topmanager seine Seminare besuchten. Aber auch zu heimischen Spitzenpolitikern beider Reichshälften pflegt Karl Stoss gute Verbindungen - und das ist in österreich bekanntlich nie unvorteilhaft.
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»Man muss sich ehrgeizige Ziele setzen«

Von Angela Heissenberger

Die 50-jährige Siemens-Chefin macht aus ihrer Präferenz für eine große Koalition keinen Hehl, wenn sie sich eine Regierung wünscht, »die auf breiten Beinen steht, diese aber auch zum Gehen benützt«. Schließlich gehörte sie unter Bundeskanzler Vranitzky als Europastaatssekretärin ebenfalls einer rot-schwarzen Regierung an.
Ihr Interesse am politischen Geschehen ist ungebrochen, fad wird Ederer aber auch im neuen Job nicht. Kaum hatte sie - überraschend glatt - den Kauf der VA Tech über die Bühne gebracht, standen bei der früheren Elin, heute Siemens Gebäudetechnik, Kündigungen ins Haus. Nun gibt es bei der Umstrukturierung des Telefonanlagenbereichs Brösel mit Mitarbeitern und Gewerkschaft.

(+) plus: Wenn Sie die Koalitionsverhandlungen mitverfolgen, sind Sie froh, aus der Politik ausgestiegen zu sein?
Brigitte Ederer:Koalitionsverhandlungen sind mit Sicherheit spannend, da hier die Schienen für die nächsten vier Jahre gelegt werden.

(+) plus: Wären Sie noch gerne mit dabei?
Ederer: Die Frage stellt sich für mich nicht. Aber es ist nicht so, dass ich mir denke: Gott sei Dank bin ich weg.

(+) plus: In einem Interview haben Sie einmal Politik als »die undankbarste, kränkendste, aber auch faszinierendste Tätigkeit der Welt« bezeichnet.
Ederer: Das ist ein weiser Ausspruch, finde ich. Das würde ich noch immer hundertprozentig unterstreichen.

(+) plus: Ist der Job als Generaldirektorin wirklich dankbarer?
Ederer: Ja, dankbarer, planbarer und in der Regel weniger mit öffentlichen Kränkungen versehen.

(+) plus:Auch wenn Sie Mitarbeiter entlassen müssen?
Ederer: Das ist der Teil, der am stärksten belastend ist. Für mich jedenfalls.

(+) plus:Im Softwarehaus PSE rüstet sich die Belegschaft bereits mit Kampfmaßnahmen gegen geplante Entlassungen.
Ederer: Es wird keine Entlassungen geben. Das Unternehmen hat entschieden, weltweit die Telekommunikationsaktivitäten herauszunehmen. Ein Teil wird mit Nokia-Siemens zu einem zukunftsträchtigen Neuen verschränkt, für den anderen Teil mit 200 Mitarbeitern in der Forschung und Entwicklung sucht man noch einen Käufer. Es geht nur um das Herausnehmen dieser 200 von der PSE in eine andere Gesellschaft. Es wird keine Lohnkürzungen geben, der Kollektivvertrag wird nicht geändert und es wird zu keinen Kündigungen kommen.

(+) plus: Die Belegschaft bezeichnet das als »Filetierung des Unternehmens«. Haben Sie als Sozialdemokratin Verständnis für diese Proteste?
Ederer: Da geht es nicht um mein Verständnis als Sozialdemokratin, sondern der Konzern hat entschieden, sich weltweit von der Telefonie zu trennen.

(+) plus: Weil das der Bereich ist, der am wenigsten einbringt.
Ederer: Der Bereich hat international - bei uns ja nicht - die größten Schwierigkeiten. Ich sehe hier aber keine weltbewegenden, grausamen Maßnahmen. Da gibt’s viele Kolleginnen und Kollegen, die haben andere Sorgen. Wir haben bei der Gebäudetechnik 250 entlassen müssen. Das ist wirklich ein Problem, und auch schwer für mich selbst. Aber ob die jetzt in der PSE oder in der COM-E arbeiten - dafür fehlt mir, ehrlich gesagt, das Verständnis. Die IT-Strukturen bleiben gebündelt erhalten. Weitere Teilungen sind nicht geplant.

(+) plus: Wie geht es Ihnen, wenn Sie Kündigungen aussprechen müssen?
Ederer: Ich bin für das Unternehmen verantwortlich und muss Maßnahmen setzen, damit langfristig Gewinne erwirtschaftet werden, denn nur so bleibt ein Unternehmen im heutigen Wirtschaftssystem erhalten. Manchmal macht das einen Riesenspaß, wenn man neue Entwicklungen durchführen kann, und manchmal belastet es, wenn es um den Abbau von Mitarbeitern geht. Aber beides ist notwendig für den weiteren Erhalt.

(+) plus: Wie sieht Ihre persönliche Bilanz des ers-ten Jahres als Generaldirektorin aus?
Ederer: Es gab mehr Veränderungen im Portfolio des Unternehmens, als ich eigentlich erwartet hatte: die Telefonie, die Integration der VA Tech. Das waren schon Riesenbrocken. Das haben wir aber ganz gut geschafft. Nur bei der Gebäudetechnik, der ehemaligen Elin, mussten wir Mitarbeiter abbauen. Aber in der Industrie läuft es sehr gut, wir haben kaum Kunden aufgrund des Zusammengehens verloren. Natürlich ermöglicht auch die Konjunktur eine bessere Integration.

(+) plus: Nach langem Zögern hat der Siemens-Konzern doch für die Errichtung des Mautkompetenzzentrums in österreich entschieden. Welche überlegungen waren für die Standortwahl letztlich ausschlaggebend?
Ederer: Unser Know-how. Was die elektronische Mauterhebung mit Satellitenkompetenz betrifft, befindet sich das gesamte Know-how in österreich.

(+) plus: Warum hat sich die Entscheidung dann über ein Jahr hingezogen?
Ederer: Weil der Konzern insgesamt überlegt hat, ob er in diesem Bereich weiter einsteigt oder nicht. Die deutsche und die österreichische Maut waren vergeben, und da gab es natürlich die Diskussion, ob wir uns glaubwürdig positionieren können, wenn wir am Heimmarkt nicht mit dem satellitengestützten System gewonnen haben. Es hätte dem Kompetenzzentrum und dem ganzen Land geholfen, wäre die österreichische Maut anders vergeben worden. Das war eine einmalige Chance, in österreich mit einer Zukunftstechnologie ganz weit vorn zu sein. Das wollte man nicht. Man hat sich auf die sichere Seite der »Mikrowelle« geschlagen, die natürlich eine erprobte, aber »alte« Technologie ist.

(+) plus: Vielleicht auch kostengünstiger?
Ederer: Wir haben vielleicht ein bisschen zu konservativ kalkuliert, weil wir die Risken der neuen Technologie höher eingeschätzt hatten. Heute sehe ich das nicht mehr so riskant, damals haben uns noch Erfahrungswerte gefehlt. Aber es war am Ende des Tages nicht der Preis.

(+) plus: Siemens österreich verzeichnete im Vorjahr ein hervorragendes Ergebnis - nicht zuletzt aufgrund des großen Wachstums in Osteuropa. Werden Sie diesen Erfolgskurs fortsetzen können?
Ederer: Wir verlieren auch im Osten die Telefonie, die dort ein starkes Standbein war. In den nächsten Jahren müssen wir deshalb die Infrastruktur, Energieversorgung etc. weiter vorantreiben. Da bin ich eigentlich zuversichtlich, weil all diese Länder einen großen Nachholbedarf haben. Wir haben uns intern vorgenommen, den Umsatzrückgang durch den Wegfall der Telefonie in den nächsten drei bis vier Jahren aufzuholen. Das ist ehrgeizig, da haben Sie Recht, aber man muss sich ehrgeizige Ziele setzen. Es kommt auf die Entwicklung der Länder an. Wenn diese stark in die Infrastruktur investieren, wird es leichter möglich sein.

(+) plus: Derzeit ist Siemens in sieben Oststaaten vertreten. Planen Sie weitere Niederlassungen?
Ederer: Im Moment müssen wir wieder den ganzen Schwerpunkt auf die Absicherung dieser Standorte legen. Wir hatten diese sieben Länder schon relativ gut positioniert. Jetzt geht’s wieder um zwei, drei Felder zurück. Zur Zeit ist das deshalb kein Thema, aber das kann in ein paar Jahren schon wieder anders sein.

(+) plus: Vor kurzem haben Sie in Kooperation mit der Stadt Wien ein Trinkwasserkraftwerk eröffnet. Inwieweit haben Sie Ihre politischen Kontakte für diesen Auftrag spielen lassen?
Ederer: überhaupt nicht. Lange vor mir waren unsere Leute schon in der elektrischen Installation der Wasserversorgung tätig. Gemeinsam mit den Wasserleuten hatten sie die Idee, den Druck, mit dem das Wasser vor der Verteilung in die Wiener Haushalte - sehr vereinfacht gesagt - »abgebremst« wird, für ein Kraftwerk zu nützen. Für die ökologisierung ist es ein kleiner, aber sehr beeindruckender Mosaikstein. Die Idee kam von den Mitarbeitern. Ich hatte mit dem Projekt erst zu tun, als wir den Vorschlag im Vorstand beschlossen haben.

(+) plus: Haben Sie im Unternehmen ein eigenes System, um solche Ideen zu fördern?
Ederer: Wir haben ein sehr strukturiertes Vorschlagswesen, einen Innovationstopf und ein ziemlich ausgeprägtes Patentwesen - da gibt’s eine gute Struktur, um auf das intellektuelle Wissen zurückzugreifen.

(+) plus: Und da können sich alle Mitarbeiter einbringen?
Ederer: Jeder. Die Section Control war zum Beispiel die Idee von einer Reinigungsfrau. Deren Bruder hatte einen Unfall in einem Tunnel und sie hat gesagt: »Ihr seids doch eh so gscheit, warum kann man nicht messen, wie schnell einer hinein- und hinausfährt?« Das war die Grundüberlegung.

(+) plus: Zurzeit regnet es Auszeichnungen für Sie - Wiener Frauenpreis, WU-Managerin des Jahres. Was bedeuten Ihnen diese Preise?
Ederer: Das ist eine Alterserscheinung. Ich kämpfe mit der Frage, warum man so etwas bekommt. Es hat mit dem Alter und der Position an sich zu tun, und schon auch mit einem Lebenslauf, der halt nicht oft so ist wie meiner. Aber ich weiß genau, dass in fünf Jahren der »Manager des Jahres« in der Bewertung der Menschen nichts zählt.

(+) plus: Möglicherweise weiß schon nächstes Jahr niemand mehr, wer eigentlich heuer die Auszeichnung bekommen hat.
Ederer: Stimmt. Und das muss man sich immer vor Augen halten. Es freut mich, es ist eine Anerkennung. Allein wie viele Menschen das registrieren, beeindruckt mich mittlerweile. Aber es ist etwas, das nächstes Jahr vergessen ist.

(+) plus: Was sehr stark im kollektiven Gedächtnis der österreicher verhaftet ist, ist der berühmte »Ederer-Tausender«. Werden Sie noch manchmal darauf angesprochen?
Ederer: Ja, klar. Und das Mock-Busserl! Am Samstag war ich einkaufen, da steht einer bei der Busstation und sagt: »Ederer, wo is’n jetzt der Tausender?« Wenn es einen Nachruf nach meinem Ableben geben wird, kann ich Ihnen schon jetzt sagen, was drinnen stehen wird, egal was ich noch mache: das Mock-Busserl und der Ederer-Tausender. Das war’s. Alles andere wird in Vergessenheit geraten.

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Verwertungs profis

Fritz Unterpertinger wurde auf weitere fünf Jahre zum Chef der Energieverwertungs-agentur bestellt. »Es können sich ja auch bestehende Geschäftsführer wieder bewerben«, meinte der Präsident der österreichischen Energieagentur, Umweltminister Josef Pröll, anlässlich der Bekanntgabe der Ausschreibung für den Chefsessel der Agentur. Nun ein paar Monate und einige Hearings später wurde der bisherige Chef Fritz Unterpertinger wiederbestellt, was Kenner der Szene nicht wirklich überrascht. Der frühere Sektionschef der Sektion für strategische Umweltplanung hatte zwar ein Rückkehrrecht ins Mi-nisterium, seine Sektion allerdings wurde schon 2001 aufgelöst. Ob Ausschreibung und Hearing eine Farce waren, können nur jene beurteilen, die sich dem Procedere unterworfen haben. Was die bisherige Bilanz Unterpertingers betrifft, gibt es viele kritische Stimmen in der Branche. Faktum ist, dass der Jurist die Agentur personell verdoppelt hat und einige angesehene Fachleute das Weite gesucht haben. Dass österreich in der Verwertung von Energie große Sprünge macht, ist kein Geheimnis - der Verbrauch steigt weiterhin an.
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Sonne und Wind.

Der burgenländische Versorger Bewag plant gemeinsam mit einem Partner ein Solarkraftwerk im Nordburgenland. Die genaue Standortfrage sei ebenso wie die Finanzierung noch offen, erklär-te Bewag-Vorstand Hans Lukits kürz-lich in Ritzing. Solarenergie werde jedenfalls das Thema für die Bewag in den nächsten ein, zwei Jahren sein. Um einen möglichst hohen Wirkungs-grad zu erzielen, sollten die eingesetzten Kollektorflächen »nachführbar« sein, weshalb auch die Gesamtfläche eine größere sein müsse. Bis Sommer 2007 wird ein Projekt hierzu ausge-arbeitet. Ebenso bis Mitte nächsten Jahres werde die Bewag in einen Windpark in Tschechien investieren. Nördlich von Brünn soll gemeinsam mit einem Partner ein 24-Megawatt-Windpark entstehen. Es handle sich dabei um ein kleineres Projekt, wie Lukits erklärt. Zum Vergleich: Im Bur-genland bestehen Windparks mit insgesamt 350 Megawatt Leistung. Der große Ausbau mit Windkraft im Burgenland sei abgeschlossen, dennoch sehe er ein Potenzial von weiteren rund 50 Megawatt - auch diesbe-züglich gebe es Projekte. Das Ziel der Landespolitik, das Burgenland bis zum Jahr 2013 energieautark zu machen, sei »sehr herausfordernd«. »Wenn man aber alle Komponenten forciert, ist die Chance, diesem Ziel nahe zu kommen, ziemlich groß«, so Lukits. Einen besonderen Fokus werde die Bewag deshalb in den nächsten Jahren auf die Wärmepumpe legen.
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Nachwuchsbeton

Fünfzehn Nominierungen, fünf Preise. Das ist das Ergebnis der zum ersten Mal vergebenen Concrete Student Trophy. Gefordert war ein Entwurf für ein Café in Schwadorf an der Fischa. Prämiert wurden Architekturleistungen, die die vielfältigen technischen Einsatzmöglichkeiten des Betons in Ortbeton oder Betonfertigteilbauweise und die individuellen konstruktiven und gestalterischen Lösungsansätze zum Ausdruck bringen. Eine hochrangig besetzte Expertenjury beurteilte die eingereichten Projekte hinsichtlich Idee, technischer Innovation, Gestaltungsqualität, Konstruktion, Funktionalität, Durchführbarkeit, Anwendung Werkstoff Beton, Umweltaspekten und Kosten-Nutzen-Relation.
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Immo-Showtime

Franz Beckenbauer trat am Stand der Postbank zum lockeren Business-Talk an. Der stets fröhliche Komiker Wigald Boning berieselte am Gemeinschaftsstand Thüringen. Und wer sich nach 18 Uhr in den Hallen der Expo Real München seinen Weg durch die Hallen bahnte, konnte Zeuge ausgelassener Feten samt Caipirinha-Ausschank werden. Entertainment und gute Laune waren auf der 9. Internationalen Fachmesse für Gewerbeimmobilien in München Ende Oktober angesagt. »Es ist so unglaublich viel Geld im Markt, die Stimmung war hervorragend«, zieht der CEO der Credo Real Estate AG, Erwin Krause, Bilanz. Dementsprechend das Resümee des Veranstalters: Mit 21.000 Besuchern erzielte man ein Plus von 20 Prozent, die Aussteller wuchsen um 15 Prozent auf 1638 und sie buchten 25 Prozent mehr Fläche. Besonders auffällig war der verstärkte Auftritt der Osteuropäer und des Emirates Dubai. Moskau präsentierte sich prächtig und hatte als Ehrengast seinen Bürgermeister zur Hand. Dubai glänzte nicht das erste Mal mit pompösen Bauwerken, denen man die fulminanten Erlöse aus dem ölgeschäft von weitem ansieht. SOLIDE UND GUT BESUCHT. Da schwarzes Gold hierzulande nicht sprudelt und die Immobilienszene ihre vergleichsweise unaufregenden Geschäfte unaufgeregt erledigt, ist österreich kein Messeknaller. Bescheiden, solide, gut besucht und fast schon ein wenig verzwickt präsentierten sich österreichs führende Immobiliengrößen auf dem Gemeinsschaftsstand in der Halle B2, Stand 110. Nur wenige Schritte trennten Immofinanz, BIG, Porr Solutions, öBB und B.A.I. Dort präsentierten auch der Flughafen Wien und die PTI ihre neuesten Projekte. Manfred Kirchebner, Leiter des Geschäftsfeldes Planen und Bauen der Post & Telekom Immobiliengesellschaft m.b.H und Herbert Schuler, Geschäftsführer der PTI-Tochter Immobilien.gelb, waren sichtlich bemüht die Stellung zu halten. Trotzdem ließ es sich nicht verbergen, dass die PTI derzeit etwas führungslos dasteht. Der bisherige PTI-Chef Martin Kutschera hat das Unternehmen verlassen und entwickelt Grüchten zufolge derzeit mit der Lion Immobilien-Gruppe Projekte. Für den Flughafen Wien traten die Immobilienspezialisten Werner Hackenberg und Karl Wagner in München an. Sie stellten eine baldiges Aufstocken beim Office-Park in Aussicht, da die bestehenden Büros nun zu 90 Prozent ausgelastet sind. Jetzt geht man aktiv in die Vorverwertung für einen neuen Bauabschnitt, mit dem der Office-Park um weitere 50.000 Quadratmeter wachsen soll. Weiteres Wachstum ist auch auf der Donauplatte angesagt. Neben den beiden Perrault-Türmen zeigte die WED (developed by B.A.I. und neuerdings vermarktet durch die neugegründete bareal Immobilientreuhand) in München erstmals, wie der dazwischenliegende Wohnbau des niederländischen Architekten Winnie Maas vielleicht aussehen könnte. Mit im Gepäck war auch der Bahnhof Wien-Mitte, wo die Baugenehmigung für Anfang 2007 erwartet wird. Nachdem eine hohe Bebauung aufgrund des Weltkulturerbes abgelehnt wurde, kriegt das mit 350 Millionen Euro veranschlagte Projekt nun einen schiefen Turm, der sich zum City-Tower hinlehnt, wie aus neueren Visualisierungen ersichtlich ist. Nicht eingereiht in den Auftritt der heimischen Messeallianz hat sich der auf Immobilienbewertung spezialisierte Unternehmer Alfons Metzger. Er und sein Team wolllten bewusst Flagge zeigen und den Gang nach Osteuropa klar kommunizieren. Das hat Metzger mit einem eigenen Stand nicht ungeschickt gleich neben den österreichern getan. Einen besonderen Zugang zur Messe hatte Thomas Jakoubek, Vorstand von WED und B.A.I - er schwänzte. Obwohl er und seine 400 Mitarbeiter mit 700.000 Quadratmetern mehr Entwicklungsfläche in Arbeit haben als die meisten anderen Projektentwickler Europas. »Die Investoren kommen zu uns, ich glaube nicht, dass mir etwas Wichtiges entgangen ist«, verrät er. Ganz anders Immofinanz-Boss Karl Petricovics: Er traf in der Relaxzone des österreich-Stands im Stundentakt Geschäftspartner. DIE MESSE. Mit 1638 Ausstellern aus 40 Ländern war so gut wie die gesamte Bandbreite der Immobilienbranche in München vertreten. Dass der Markt weiterhin boomt, zeigen die Zuwächse bei Ausstellern (15 Prozent). Ein Drittel der Ausstellungsfläche wurde von ausländischen Anbietern belegt. Insbesondere auch die Märkte Ost- und Südosteuropas nutzten den Immobilienmarktplatz, um Inves-toren für ihre neue Wirtschaftskraft zu finden. Ganz klar Flagge zeigten heuer auch die Handelsketten, was sicher ein Hinweis darauf ist, dass in gesättigten Märkten mehr Augenmerk auf die Standortqualität gelegt wird.
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Der Fassaden-Bug

Die Vorarlberger Firma Bug Alu Technic wurde nach längeren Verhandlungen im Juni 2006 zur Gänze durch die Strabag übernommen. Zuvor hatte der Baukonzern seinen 25-Prozent-Anteil schon auf eine Mehrheit ausgedehnt. Der Rest war zuletzt in den Händen des Sanierers Erhard Grossnigg. Er hatte Bug erst im April 2005 nach heftigeren Turbulenzen übernommen. Aufträge mit einem Gesamtvolumen von rund 30 Millionen Euro hätten die Strabag dazu bewogen, die Mehrheit zu übernehmen, erklärte zu Beginn des Jahres Bug-Alu-Geschäftsführer Bert-ram Renn. Von großer Dauer war das Hoch nicht. Bereits im Oktober fiel der Beschluss, die gesamte Produktion nach Ungarn zu verlegen und rund 100 Bug-Arbeiter zu kündigen. »Man habe damals noch geglaubt, das Ruder herumzureißen«, erklärte Strabag-Vorstand Eduard Dusek im ORF. Für die gekündigten Mitarbeiter sollte ein Sozialplan ausgearbeitet werden. Kaum hatten sich die Wogen geglättet, kam die nächste Hiobsbotschaft. Die Wirtschaftskammer Vorarlberg hatte den Vertrag für die Fassade des Wifi Dornbirn fristlos aufgekündigt. Bug Alu wollte 7500 Arbeitsstunden mehr verrechnen und die Fertigstellung um drei Monate hinausschieben, so die Wirtschaftskammer-Direktion. Diese Mehrbelastung von einer Million Euro sei inakzeptabel, weshalb man neu ausschreiben werde. Was Bug sich nicht einfach gefallen lassen will. Die Mehrkosten seien gerechtfertigt, da der Wifi-Rohbau nicht wie veranschlagt im Juli fertig geworden sei, sondern erst im Februar 2007 beendet werde. Glück am Ende: Die Strabag baut beim Wifi nicht mit.
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Gefahr Sekundenschlaf

In Deutschland ist jeder fünfte Unfall auf übermüdung zurückzuführen, in österreich sind übermüdung und Sekundenschlaf laut öAMTC für knapp fünf Prozent aller tödlichen Unfälle verantwortlich und in den USA gar für 40 Prozent aller Highwayunfälle. Der ökonomische Schaden wird alleine in Deutschland mit etwa fünf Milliarden Euro pro Jahr beziffert.
Als besonders gefährdet für den kurzen Schlummer gelten Lkw-Fahrer, die neben der berufsbedingten Eintönigkeit auch einem immensen Druck der Speditionsfirmen ausgesetzt sind und lange Fahrten ohne Pause unternehmen müssen. Kein Wunder also, dass sich der Körper die eine oder andere Auszeit nimmt. Dieser Gefahrensituation will Siemens VDO mit dem Driver-Attention-System entgegenwirken. Eine Infrarotdigitalkamera blickt dem Trucker auch bei Nacht mit unsichtbarem Infrarotlicht in das gut ausgeleuchtete Gesicht. Eine Software soll diese Aufnahmen in Echtzeit auswerten und anhand der Anzeichen, Blickrichtung, Zahl und Dauer der Lidschläge die Aufmerksamkeit des Fahrers ermitteln. Bei Anzeichen eines drohenden Sekundenschlafs wird der Fahrer in mehreren Stufen auf das Risiko aufmerksam gemacht: Bei mangelnder Aufmerksamkeit wird der Blick des Fahrers zunächst durch eine Sitzvibration wieder auf das Verkehrsgeschehen gelenkt. Sollte das nicht reichen, ertönt ein ansteigender Signalton. Der Einschlafwarner gibt damit das entscheidende letzte Signal für den Fahrer, nun eine Erholungspause einzulegen.

Gespräche mit Herstellern über einen werkseitigen Einbau des Systems sind bereits am Laufen. über den Fortschritt der Verhandlungen hüllt sich Siemens VDO in Schweigen, man geht aber davon aus, dass das Einschlafwarnsystem bis Ende des Jahrzehnts in dem einen oder anderen Lkw installiert sein wird.

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Glatte Haut

Total dicht, leicht glänzend und auf Wunsch auch farbenfroh. Für diese Fassadeneigenschaften erhielt die Firma Woschitz Engineering kürzlich den Innovationspreis des Burgenlandes. Die Architekten der Fassade des Franz-Liszt-Konzertsaales in Raiding, Kempe-Thiell, wünschten sich für den knapp sieben Millionen Euro teuren Bau ein Erscheinungsbild aus einem Guss. Eine Kooperation aus den Partnern Woschitz, Stangl, Toro, Baumit und der Wiener MA 39 hat das schließlich ermöglicht. Das System heißt flexiskin und besteht so wie andere Fassadensysteme aus einer Wärmedämmung, einer Spachtelung und einer Deckschicht. Anstatt des üblichen Reibeputzes besteht die Deckschicht aus einer aufgesprühten Polyurethanfo-lie. Sie ist wasserabweisend und leicht glänzend. Da die Folie sowohl auf Wand- als auch auf Dachflächen angewendet werden kann, entsteht eine einheitliche Oberflächengestaltung. \"Damit sind der Kreativität in der Architektur hinsichtlich organischer Gebäudehüllen keine Grenzen mehr gesetzt«, freut sich Richard Woschitz. Die Folie ist zwei bis drei Millimeter dick und auch relativ unempfindlich gegen Vandalismus. Die Kosten der UV-Farbbeschichtung liegen bei etwa 70 Euro pro Quadratmeter. Darin nicht enthalten ist die darunterliegende Wärmedämmung. Relativ aufwändig ist die Arbeitsvorbereitung: Das Gerüst kann nicht am Gebäude verankert werden und muss vom Gebäude weggerückt werden, da der Abstand beim Aufsprühen der Folie etwa einen Meter betragen muss. Die Fans glatter Fassadenflächen schreckt das nicht wirklich ab. Im Büro Woschitz häufen sich inzwischen die Anfragen von Architekten. Um das System am Markt zu etablieren, wurde auch ein Zulassungsverfahren beim OIB (österreichisches Institut für Bautechnik) eingereicht.
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