Mit Qualität zu nachhaltigem Erfolg

Die Mitarbeiter des WIFI Kärnten freuen sich über den Staatspreis Unternehmensqualität 2013. Foto: Anna Rauchenberger Die Mitarbeiter des WIFI Kärnten freuen sich über den Staatspreis Unternehmensqualität 2013. Foto: Anna Rauchenberger

Hohe Praxisorientierung und topaktuelle­ ­Inhalte haben dem WIFI Kärnten den Staatspreis Unternehmensqualität gesichert. Weiters:
Der Weg zum Staatspreis im Überblick und der Geschäftsführer des Staatspreisträgers WIFI-Kärnten, Andreas Görgei, im Interview.

Zum bereits 18. Mal wurde am 22. Oktober im Rahmen der Winners Conference im Palais Ferstel der Austrian Excellence Award, der Staatspreis Unternehmensqualität, vergeben. Und auch heuer wieder ist es Quality Austria mit der Veranstaltung gelungen, exzellente Unternehmen vor den Vorhang zu holen und ihre herausragenden Leistungen einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Waren es in den letzten Jahren vor allem Industrieunternehmen wie Worthington Cylinders, Infineon oder Bosch, die sich über den Staatspreis Unternehmensqualität freuen durften, ging die Auszeichnung heuer an das WIFI Kärnten. Es ist das die logische Folge eines schon länger sichtbaren Trends. »Immer mehr Unternehmen und Organisationen aus dem Gesundheitswesen, der Aus- und Weiterbildung und der Verwaltung setzen auf Qualitätsmanagement«, betonte Konrad Scheiber, CEO von Quality Austria.

Das WIFI Kärnten beschreitet den Weg der Exzellenz bereits seit 2002 und präsentiert sich damit als würdiger Gewinner des Staatspreises. Im Zuge ihrer kontinuierlichen Weiterentwicklung hat die Bildungseinrichtung die erforderlichen Stufen –»Committed to Excellence« sowie »Recognised for Excellence 3 star«, »4 star« und »5 star« – erreicht und wurde darüber hinaus bereits im Rahmen des Staatspreises Unternehmensqualität 2010 mit dem Jurypreis für »teamorientierte, ausgewogene und dynamische Führung, die Freiheit für Kreativität lässt« ausgezeichnet. In diesem Jahr ist noch einmal eine deutliche Steigerung gelungen. Laut dem Jury-Vorsitzenden Johann Risak vom Institut für Unternehmensführung an der Wirtschaftsuniversität Wien hat das WIFI-Kärnten mit der Qualität der Einreichung »Unmögliches möglich gemacht«. Er wies in seiner Laudatio auf die hohe Praxisorientierung hin und lobte die topaktuellen Inhalte und die gut ausgestatteten Räumlichkeiten, die zu den elementaren Prinzipien des WIFI-Angebotes zählen. »Die Excellence-Philosophie wird von den Führungskräften sichtbar gelebt und gefördert und ist in der gesam­ten Organisation zur Basis der täglichen Arbeit geworden«, erklärte Risak die Entscheidung der Jury.

Dass eine Auszeichnung wie der Austrian Excellence Award aber nicht von einer Person oder der Geschäftsführung alleine gewonnen werden kann, gab auch WIFI-Geschäftsführer Andreas Görgei deutlich zu verstehen. Zur Übergabe des Preises bat er mehr als 20 seiner Kolleginnen und Kollegen auf die Bühne, ein aussagekräftiges Symbol dafür, dass der Weg zur Exzellenz nur gemeinsam beschritten werden kann. In diese Kerbe schlug auch Marc Amblard, CEO des EFQM in seiner Key Note. »Für den Erfolg eines Unternehmens ist es unerlässlich, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die richtige Einstellung zur Organisation, den Zielen und Aufgaben haben. Denn eine Organisation ist immer nur so gut wie die Menschen, die mitarbeiten«, so Amblard.

>> Hürden beseitigen <<
Der Staatspreis Unternehmensqualität wird seit 1996 vergeben. Die Liste der Preisträger liest sich wie ein internationales Who’s who der Wirtschaftswelt. Unternehmen wie Philips, Ericsson und BMW zählen ebenso zu den Preisträgern wie Infineon, Bosch oder die VAMED-KMB. In den letzten Jahren hat sich allerdings gezeigt, dass die Anzahl der Bewerber rückläufig war. »Das lag an den hohen Anforderungen und dem hohen Aufwand, der für eine Bewerbung betrieben werden musste«, erklärte Franz-Peter Walder, Member of the Board Quality Austria, selbstkritisch in seinem Vortrag. Deshalb sei eine Vereinfachung des Bewerbungsverfahrens für Organisationen für die Zukunft des Preises essenziell. »Wir werden Hürden beseitigen und den administrativen Aufwand für Unternehmen deutlich reduzieren«, verspricht Walder weitreichende Änderungen für den Staatspreis Unternehmensqualität 2014.

>> Winners Conference <<
Beispiele, wie der Exzellenzgedanke in der Praxis gelebt werden kann und welchen Einfluss er auf Organisationen haben kann, zeigten Sabine Kern und Mozhgan Sadr von VAMES-KMB sowie Oliver Heinrich von Infineon Technologies Austria. Kern legte dar, dass die Ausbalancierung von allen Interessensgruppen wie Mitarbeitern, Kunden, Partnern, Gesellschaft und Eigentümern von zentraler Bedeutung für Unternehmen ist. »Die wichtigste Anforderung an exzellente Unternehmen ist, Fähigkeiten zu entwickeln und Leistungen zu definieren. Für die optimale Mitarbeiterorientierung muss man die Erwartungen und Bedürfnisse der in der Organisation beschäftigten Menschen verstehen«, so Kern. Infineon-CFO Heinrich ging in seinem Vortrag vor allem auf das Thema Innovation ein. »Innovationspolitik ist integraler Bestandteil eines umfassenden Qualitätsverständnisses. Innovationen sind untrennbar mit dem Faktor Mensch verbunden.« Deshalb beschäftigt Infineon auch über 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung und verfügt über die größte Forschungseinheit für Mikroelektronik in Österreich. Die Ausgaben für F & E beliefen sich im vergangenen Geschäftsjahr auf 20% des Gesamtumsatzes. Der Fokus auf das innovative Potenzial der Beschäftigten rechnet sich aber in jedem Fall, wie Heinrich betont: »Allein im Geschäftsjahr 2011/12 lag der realisierte Nutzen durch Verbesserungsvorschläge unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei 12,1 Millionen Euro.«


»Der Höhepunkt einer langen Reise«

Nach der Preisverleihung bat Axel Dick, Prokurist bei Quality Austria, den Geschäftsführer des Staatspreisträgers WIFI-Kärnten, Andreas Görgei, zum Interview.

Was ging Ihnen durch den Kopf, als Jury-Vorsitzender Johann Risak das Geheimnis lüftete und das WIFI Kärnten als Sieger des Staatspreises Unternehmensqualität verkündete?
Andreas Görgei: Das war ein großartiger Moment und der Höhepunkt einer zehnjährigen Reise. Das ist zu vergleichen mit einer Bergtour. Der Aufstieg dauert viel länger als gedacht und wenn man oben ist, sieht man viele Gipfel, die man auch noch besteigen möchte.

Was war Ihre Motivation am Beginn dieser Reise?
Görgei: Ich bin vor zehn Jahren erstmals mit dem EFQM-Modell in Berührung gekommen und habe sehr schnell festgestellt, dass es perfekt für uns passen würde.  Denn beim EFQM-Modell geht es nicht nur um Qualität, es ist vielmehr ein komplettes Managementsystem.

Was bedeutet Ihnen der Staatspreis Unternehmensqualität?
Görgei: Wenn ich mit einem Bild antworten darf, dann zeigt mir diese Auszeichnung, dass wir am richtigen Pferd sitzen, in die richtige Richtung reiten und dass wir reiten können. Es ist außerdem der Beweis, dass nicht nur Großunternehmen als Staatspreisträger in Frage kommen.

In welchen Bereichen waren Ihnen die Audits und Assessments eine Hilfe?
Görgei: Man profitiert als Unternehmen viel mehr von der Beschäftigung mit der Materie als vom Gewinn des Staatspreis. Das ist eine schöne Anerkennung unserer Mühe. Die Audits und Assessments haben uns aber sehr dabei geholfen, uns in Sachen Führung, Prozesse und Strategie nachhaltig zu verbessern.

Was sind Ihre nächsten Ziele?
Görgei: Jetzt wir erst einmal ordentlich gefeiert und dann überlegen wir, ob wir uns für den European Excellence Award bewerben.

Das gesamte Interview finden Sie als Podcast auf www.qualityaustria.com/podcast



Staatspreis 2014 - Weniger Hürden auf dem Weg zur Exzellenz
Ein Unternehmen wie Quality Austria, das sich intensiv mit dem Thema Qualität und Verbesserung von Prozessen auseinandersetzt, hinterfragt konsequenterweise auch regelmäßig das eigene Handeln. Zu welchem Ergebnis man im Hinblick auf den Staatspreis Unternehmensqualität gekommen ist, erklärte Board-Member Franz-Peter Walder. »Wir verfügen über ein exzellentes Modell, das eine ganzheitliche Sicht auf Unternehmen ermöglicht. Verbesserungspotenzial gibt es bei der Anzahl der Bewerbungen.« Deshalb soll das Bewerbungsverfahren für Organisationen deutlich vereinfacht werden. Statt eines umfassenden Selbstbildes werde es künftig einen Fragebogen geben, der durch klare und einfache Fragen die Bewerber gezielt führt und den internen Aufwand reduziert. Auch die Anzahl an nötigen Kennzahlen und die Größe der Assessorenteams wird reduziert. »Eine unserer wichtigsten Aufgaben sehen wir darin, noch mehr Unternehmen zu ermutigen, den Weg der Excellence einzuschlagen, mögliche Hürden zu minimieren und den administrativen Aufwand für die Organisationen zu vereinfachen«, erklärt Walder. Ebenfalls neu ist der Termin für die Preisverleihung, der vom Oktober in den Juni wandert.

Der Weg zum Staatspreis im Überblick:

- Die Bewerbung zum Staatspreis ist ab sofort bis 15. April 2014 möglich
- Von jeder teilnehmenden Organisation ist ein Fragebogen auszufüllen und bis 15. April 2014 einzusenden.
- Assessments sind im Zeitraum November 2013 bis Ende April 2014 möglich. Ein eintägiges (bei größeren Unternehmen zweitägiges) Vor-Ort- Assessment wird von zwei Assessoren der Quality Austria durchgeführt.
- Sie erhalten das Feedback zu Stärken und möglichen Potenzialen direkt nach dem Assessment.
- Ein Team von Juroren wird eingeladen, in einer Jury-Sitzung aus den Bewerbern die Preisträger zu bestimmen.
- Am 11. Juni 2014 findet die Preisverleihung des Staatspreises 2014 in der Industriellenvereinigung durch den Bundesminister für Wirtschaft statt.
- Die Liste der top-gerankten Unternehmen jeder Kategorie ist jeweils ein Jahr gültig, weiters kann auch noch Jahre später der Titel bzw. das Logo »Staatspreis/Nominierung zum Staatspreis Unternehmensqualität 2014« geführt werden.

Last modified onDonnerstag, 21 November 2013 13:01
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