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Fest befestigt

Die Rahmenbedingungen sind positiv, auch die Prognosen für 2008 sind nicht schlecht«, sagt Franz Pesak, Geschäftsführer von fischer Austria. Er geht davon aus, dass sein Unternehmen 2007 mit einem Umsatz von 14,3 Millionen Euro abschließen wird. Das bedeutet immerhin ein Plus von acht Prozent. In der fischer-Gruppe mit Hauptsitz in Waldachtal (D) fällt die Prognose für heuer mit einem Plus von 13 Prozent zweistellig aus. fischer erzielte 2006 einem Umsatz von 493 Mio. Euro und expandiert laufend. Im Moment hält man bei 26 Landesgesellschaften, exportiert wird in mehr als hundert Länder. Hierzulande hält fischer im Segment der klassischen Befestigungstechnik einen Marktanteil von 28 bis 30 Prozent. Der Markt beim klassischen Dübel ist relativ stabil. Zwar würden neue Anbieter, etwa aus Polen oder Italien, in den Markt drängen, der Aufbau einer schlagkräftigen Vertriebsstruktur lasse sich jedoch nicht von heute auf morgen machen, so Pesak. Bemerkenswert seien dagegen die Zuwächse im Segment Wärmedämmverbund-Systeme, die bei fischer etwa zwölf Prozent zum Gesamtumsatz beitragen. Und natürlich die Entwicklung in den Ländern, die von österreich mitbetreut werden. Das sind Bulgarien, Albanien und alle Staaten Ex-Jugoslawiens, wo Zuwachsraten von 20 bis 30 Prozent erzielt werden.

2008 steht bei fischer eine Geburtstagsfeier an. Vor genau fünfzig Jahren wurde der S-Dübel erfunden, ein Produkt, das bis heute unverändert produziert wird. Mit der Vielfalt an Mauerbaustoffen wuchs jedoch im Lauf der Jahrzehnte auch die Produktpalette bei fischer. Die Entwickler schufen eine Palette von Stahldübeln, chemische Befestigungssysteme und Systeme für spezielle Nischen, wie den Sanitär- und Elektrobereich. Jüngstes Kind der Ingenieure ist »Fire Stop«, ein Komplettprogramm für Brandschutz, das in Deutschland bereits eingeführt ist und 2008 auch in österreich lanciert wird. Weitere Produktgruppen sind in Entwicklung, werden aber noch nicht verraten. Es obliegt Klaus Fischer, dem Chef des Familienkonzerns, den richtigen Zeitpunkt für die richtigen Produkte zu definieren. Beim Dübel Thermax ist ihm das gelungen. Der Dübel setzt dort an, wo viele Handwerker noch improvisieren: bei der Befestigung an Außenwänden, die mit Wärmedämmverbundsystemen versehen sind. Briefkästen, Regenfallrohre, Außenleuchten und Markisen lassen sich mit dem Thermax wärmebrückenfrei montieren, was zweifelsfrei ein Gewinn ist. Das sieht auch der deutsche Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung so und hat dem aus mehreren Teilen bestehenden Dübel den Titel »Produktinnovation 2007« verliehen.

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Sputnik, ESA und österreich

Es war so einiges los im Jahr 1957: Die Internationale Atomenergie-Organisation IAEA wurde gegründet, in der Antarktis wurde Australiens südlichste Forschungsstation eingerichtet, die Amerikaner experimentierten mit der Mittelstreckenrakete und nahmen den ersten kommerziellen Atomreaktor in Betrieb und in österreich startete mit etwas Verspätung das Fernsehzeitalter. Doch alle diese mehr oder weniger relevanten Ereignisse wurden von einer kleinen, 80 Kilogramm schweren Kugel mit vier unansehnlichen Antennen locker in den Schatten gestellt. Sputnik, der erste künstliche Satellit öffnete der Sowjetunion am 4. Oktober das Tor zum Weltraum. Was im Osten für Jubelstimmung sorgte, sorgte im Westen für Katzenjammer. Schon bald war westlich des \"eisernen Vorhangs“ nur noch vom \"Sputnik-Schock“ die Rede.
Anstatt sich auf den Lorbeeren auszuruhen, streuten die Sowjets weiter Salz in die Wunden westlicher Wissenschafter. Nur knapp ein Monat nach Sputnik 1 startete Sputnik 2 in die Erdumlaufbahn. An Bord die Hündin Laika, der erste Erdling im Weltall. Der Westen strampelte vorerst vergeblich hinterher, daran konnte auch die Gründung der NASA im Jahr 1958 nichts ändern. 1962 schickten die Russen ihren ersten Kosmonauten ins All. In 108 Minuten umrundete Juri Gagarin die Erde. Für den Westen hatten diese Rückschläge auch etwas Positives. Vor allem in den USA wurden riesige Etats gebilligt, um den technologischen Rückstand aufzuholen. Vor allem in der ersten Hälfte der sechziger Jahre hatte die NASA beinahe unbeschränkte Mittel zu Verfügung. Belohnt wurde der enorme Aufwand am 20. Juli 1969, als Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betrat.
Der Sputnik-Schock hat aber auch abseits der Raumfahrt und politischen Auseinandersetzungen im Westen einiges bewirkt. Zu tief saß der Stachel der technologischen überlegenheit der Sowjets. Der Ruf nach Konsequenzen wurde laut. In den USA und Europa wurde das Bildungssystem hinterfragt und neu aufgestellt, zahlreiche Universitäten wurde neu gegründet und Bildungsbarrieren abgebaut.

Europa als Spätzünder
Der Wettlauf ins All war vor allem ein Duell der beiden Supermächte, nur am Rande mischten auch andere Nationen mit. In Europa wurde 1962 die European Space Research Organisation ESRO gegründet, die 1968 ihren ersten Forschungssatelliten ins All schoss. 1975 entstand aus dem Zusammenschluss der ESRO mit der ELDO, der Organisation zur Entwicklung einer europäischen Trägerrakete, die European Space Agency. Im Gegensatz zu den beiden Supermächten, die immer wieder ihre Star Wars-Fantasien ausleben und im Falle von George W. Bush auch immer noch ausleben, hat sich die ESA von Anfang an den friedlichen Zwecken der Raumfahrt verschrieben. Die Aufgaben der ESA sind vielfältig: Allgemein geht es um die Koordination und Förderung der europäischen Raumfahrt. Konkret kümmert man sich um die Erforschung der Erde, ihres unmittelbaren Umfelds, des Sonnensystems und des Universums, um die Entwicklung satellitengestützter Technologien und Dienstleistungen und fördert verschiedene europäische High-Tech-Industrien. Kurzum, man ist sehr umtriebig und tanzt auf vielen Hochzeiten.
An der Gründung der ESA waren zehn Staaten beteiligt: Belgien, Deutschland, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Schweden, Schweiz und Spanien. Heute zählt die ESA 17 Mitglieder, österreich mischt auch mit. Schon seit der Gründung der ESA war man an einzelnen Raumfahrtprojekten beteiligt, 1981 wurde österreich assoziiertes Mitglied. Die Vollmitgliedschaft folgte im Jahr 1987. Unterzeichnet wurde der Vertrag vom heutigen Bundespräsidenten und damaligen Wissenschaftsminister Heinz Fischer. \"Der Beitritt österreichs zur ESA war anfangs nicht unumstritten“, erinnert sich Fischer. Die Mitgliedschaft habe sich aber rasch bewährt, vor allem für die österreichische Wirtschaft und Wissenschaft. Vom jährlichen Budget der ESA in der Höhe von rund drei Milliarden Euro stammen etwa 33 Millionen Euro aus österreich. Von diesem Mitgliedsbeitrag profitieren indirekt die heimischen Unternehmen. Der durch die ESA über Aufträge garantierte Rückfluss liegt derzeit bei 94 Prozent innerhalb von fünf Jahren.
Dass österreich nicht nur aufgrund des finanziellen Beitrags in der Pariser ESA-Zentrale geschätzt wird, versichert ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain bei den Feierlichkeiten zum 20-jährigen Jubiläum von österreich ESA-Mitgliedschaft in der Wiener Hofburg. \"österreich ist mit seinem technologischen Know-how ein wichtiger und verlässlicher Partner für die ESA“, streut Dordain der Alpenrepublik Rosen.

Space Community
Die mittelfristigen wirtschaftlichen Prognosen in der Raumfahrtbranche sind rosig, der Technologietransfer ist enorm. Dennoch ist die österreichische Space-Community überschaubar - und sehr heterogen. Großkonzerne wie Siemens und Magna sind ebenso vertreten wie Kleinunternehmen und Mittelständler. Einige der im Weltraum engagierten KMU haben es sogar bis zum Weltmarktführer geschafft - etwa Frequentis. Das Wiener Unternehmen hat sich im Bereich der Sprachvermittlungssysteme für Flugsicherung einen internationalen Namen gemacht und engagiert sich auch auf dem Gebiet der Mission Control Centers für Satelliten. Frequentis´ Beitrag zum Raumfahrtsprogramm der ESA besteht aus den in der Flugsicherung bereits seit Jahren erfolgreich eingesetzten ausfallssicheren Sprachvermittlungssystemen.
Aber auch andere österreichische Unternehmen profitieren vom Raumfahrtprogramm. Die niederösterreichische Berndorf AG, deren langjährigen Geschäftsführer bezeichnenderweise der erste österreichische Raumfahrer Franz Viehböck war, erstellt den Thermalschutz für Satelliten und hat es bis zum europäischen Marktführer gebracht. Die von Berndorf entwickelten Goldfolien schützen den Satelliten und führen einen künstlichen Temperaturausgleich herbei, den es im Vakuum nicht gibt. Während sich die Sonnenseite eines Satelliten bis zu 120 Grad Celsius aufheizt, kühlt es auf der Schattenseite bis zu 100 Grad ab. Ohne den Folien aus Niederösterreich würden Material und Elektronik bis zur Belastungsgrenze strapaziert werden. Was sich auf den Trips im Weltall bewährt, findet auch terrestrisch in der Medizintechnik Einsatz. Vom Technologietransfer Weltraum - Erde profitiert auch Magna Steyr. Der Automobilzulieferer ist verantwortlich für die Wasserstoff-Treibstofftanks der kleinen Ariane-Raketen. Dieses Know how wird auch von BMW geschätzt, das seine Wasserstoff-Treibstofftanks jetzt ebenfalls in Graz fertigen lässt.
Auch Siemens österreich ist im Weltraum aktiv und federführend bei der Entwicklung vonSoftwareprogrammen und bei der Systementwicklung. Siemens entwickelt unter anderem \"CarrierMonitoring Systeme“, die kontrollieren, ob die kommerziell genutzten Satelliten auch tatsächlichfunktionieren. Dafür entwickelt Siemens terrestrische Geräte, die mit den Geräten im Weltraumkorrespondieren. Nur so können Satelliten wie Eutelsat oder Astra die Qualitätsstandards garantieren, die etwa für die übertragung von TV-Ereignissen gefordert sind.Die Innsbrucker Beratungsagentur GeoVille arbeitet mit GeographischenInformationssystemen (GIS) und Satellitenbildern aus der Weltraumgestützten Erdbeobachtung. Daraus generieren sie für ihre europaweiten Kunden, darunter die Europäische Umweltagentur, Kartierungen von verbauten Flächen und Verkehrsflächen oder beraten Handynetzbetreiber bei der Evaluierung der besten Mastenstandorte. Seit zehn Jahren ist auch Austrian Aerospace in der Raumfahrt aktiv. Die Tochter der schwedischen Saab Space entstand 1997 durch die Fusion der zwei größten Zulieferer für Raumfahrtkomponenten und Ground Support Ausrüstung in österreich, Schrack Aerospace und ORS. Das Vorzeigeprojekt der AAE ist der im Vorjahr gestartete Wettersatellit MetOp. Wie die Zukunft von Austrian Aerospace aussehen wird, hängt in erster Linie vom europäischen Satellitennavigationssystem Galileo ab. \"Die 20 Jahre in der ESA waren für österreich sehr erfolgreich“, sagt Staatssekretärin Christa Kranzl. \"österreich hat eine hochspezialisierte Industrie, die mit weltweit agierenden Raumfahrtagenturen zusammenarbeitet.“ Für die Zukunft möchte Kranzl vor allem den Nutzen der Raumfahrt für die Gesellschaft in den Vordergrund stellen und die technologische und wissenschaftliche Exzellenz auf internationaler Ebene vorantreiben. Zudem soll österreich auch weiterhin eine aktive Rolle in der Umsetzung der europäischen Raumfahrtpolitik spielen.

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Energiegewinn

Gottfried Schuster, Geschäftsführer der Schig GmbH, ist gerade dabei, einen Vertrag mit einem großen Industriebetrieb in Wien Meidling zu finalisieren. Im Zuge der Bauarbeiten des Lainzer Tunnels der öBB soll Energie durch Geothermie gewonnen werden. Es ist dies nicht das erste Projekt der Schig, die als Kontrollorgan des Bundes die Bautätigkeit der öBB überwacht und PP-Projekte betreut. Schon jetzt werden aus anderen Abschnitten des Lainzer Tunnels mittels Wärmepumpe jährlich rund 200 Megawattstunden Wärme gewonnen und an die Sportschule Hadersdorf abgegeben. Durch die Nutzung der Erdwärme können rund 25.000 m3 Erdgas pro Jahr eingespart werden. Die Gasheizung dient lediglich der Spitzenabdeckung. »Die möglichen Anwendungsgebiete reichen von der Eigennutzung, etwa zur Eisfreihaltung von Straßen, Brücken und Bahngleisen, bis hin zur Nutzung durch Dritte. Auch zur Klimatisierung von Gebäuden kann die Tunnelthermie eingesetzt werden«, erklärt Schuster. Die Pilotanlage der öBB trug dazu bei, dass auch die Wiener Linien die Nutzung der Erdwärme aufgriffen. Die Installationen in vier neuen U2-Stationen sollten künftig 449 kW Heizenergie und 131 kW Kühlenergie liefern, die zum komfortablen Betrieb der Stationen erforderlich sind.
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Dicke Luft

Im Saal der österreichischen Akademie der Wissenschaften (öAW) herrschte dicke Luft. Weniger wegen der paar Journalisten, die zur Pressekonferenz der öAW-Kommission für Reinhaltung der Luft kamen. Der Grund lag im heißen Thema: Im Schussfeld standen die Holzheizungen. Und Kritik daran ist in Zeiten des Klimawandels heikel genug. Den Vortragenden standen deshalb vor allem Vertreter einer Reihe von Lobbys und eine Gruppe »Agenda X«, die sich mit einem Transparent »WissenschafterInnen im Dienste der öllobby ?« einstellte, gegenüber.
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Wirbelwind Jubiläum

Zehn Jahre Windkraft im Burgenland« war der Anlass des ersten Energieforums der Bewag. Die Austrian Wind Power (AWP), eine Bewag-Tochter, betreibt im Burgenland 138 Windkraftanlagen. Das in den vergangenen Jahren gewonnene Know-how will der Versorger künftig verstärkt nutzten. Neben den bereits bestehenden AWP-Tochtergesellschaften in Ungarn, Polen und Italien sind weitere in Bulgarien und Rumänien geplant, so der Bewag-Vorstand Josef Münzenrieder. Eine andere Facette des Energiediskurses betonte der Bewag-Vorstandssprecher Hans Lukits. »Wir müssen unseren Lebensstil ändern und vom verschwenderischen Umgang wegkommen. Der Pro-Kopf-Verbrauch muss sich durch die Erhöhung der Energieeffizienz halbieren«, betont er. Derzeit werden im Burgenland etwa 60 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbarer Energie gedeckt. Das Ziel des Landes, bis zum Jahr 2013 den gesamten Stromverbrauch durch Alternativenergie zu decken, bezeichnete Lukits als »durchaus realistisch«. In den nächsten Jahren würden bestehende Windkraftanlagen einem Repowering unterzogen. Das heißt, dass kleine Windräder durch 4-, 5- oder 6-Megawatt-Anlagen ersetzt werden. Ziemlich zufrieden mit der Entwicklung der Bewag zeigte sich auch Landeshauptmann Hans Niessl. Nach rund vierzig Jahren Tätigkeit als Stromhändler und Stromverteiler produziere das Unternehmen seit zehn Jahren eigene Energie und schaffe damit Wertschöpfung im Land. Aloys Wobben, Geschäftsführer des Windenergieanlagenherstellers Enercon, rechnete als Gast vor, dass mit Windkraft 53 Prozent des deutschen Stromverbrauchs abdeckbar seien. Im Norden unseres Nachbarlandes sei sogar eine Abdeckung von 74 Prozent denkbar.
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Zwischen Praxis und Prognosen

Die kurze Geschichte von den beiden Märchenprinzen Internet und Netzwerke: Ehe man sich versah, hatte sich die schaumschlagende IKT-Wirtschaft in eine konventionelle Branche verwandelt. Sieben Jahre nach dem Dot-com-Crash und fünf Jahre nach dem Enron-Skandal stehen die IT-Industrie und anverwandte Consultingunternehmen gleichermaßen auf gesunden Beinen. Imagestudien stellen den Unternehmensberatern dennoch nicht nur gute Zeugnisse aus.

Vier von fünf österreichische Unternehmen mit Betriebsgrößen ab 100 Mitarbeiter sind bereit, für die Expertenmeinung von außen in die Tasche zu greifen. Doch nicht alle trauen den Beratern auch die notwendige fachliche Kompetenz zu. Einfach gesagt: Bei den Kunden herrscht noch immer ein gewisser Unsicherheitsgrad hinsichtlich der Qualität von Beratungsleistungen. Die Ursache dieser Kritik liegt nicht zuletzt daran, dass die Erfolgsmessung schwierig ist und insbesondere die Qualität der Beratungsleistung zu Projektbeginn nicht vorhergesehen werden kann. Ein neuer Kunde möchte sich auf die Reputation respektive die Referenzen eines Beraters verlassen. »Wenn man sich als Suchender auf den Markt begibt, hat man es relativ schwer, sich einen überblick über das Angebot zu verschaffen. Derzeit benötigt man ein Beratungsunternehmen zur Beraterauswahl«, so ein Branchenkenner. Ingrid Kriegl, Geschäftsführerin Sphinx IT Consulting, sieht Beratungsleistung denn auch als Innovationsprozess. »Unsere Kunden legen Wert darauf, dass das Wissen über ihre innovativen Prozesse nicht im nächsten Projekt beim Mitbewerb zum Einsatz kommt«, sieht Kriegl. »Wir gehen quasi eine exklusive Innovationspartnerschaft mit dem Kunden ein.« Qualität ist das zentrale Thema ebenso in der IT wie im Consulting.

Wechsel an der Tagesordnung. Während einigen Studien zufolge (Berater geben in Studien auch gerne Auskunft über das eigene Beratungsgeschäft) für 85 Prozent der weniger beratungserfahrenen Manager der Preis der Berater eine wichtige Rolle spielt, geben nur die Hälfte der routinierten Beratungskunden den Preis als Entscheidungskriterium an. Zufriedene Kunden sind noch keine Garantie für den Folgeauftrag: 60 Prozent der überdurchschnittlich zufriedenen Kunden ziehen einen Beraterwechsel ebenso in Erwägung, wie rund jeder zweite unzufriedene Kunde. Das Geschäft mit dem guten Rat ist ambivalent: Einerseits verlieren persönliche Kontakte mit zunehmender Beratungserfahrung in den Entscheidungsprozessen an Bedeutung. Andererseits müssen die Projektpartner das Gefühl haben, auch miteinander einmal auf ein Bier gehen zu können. Für Kriegl ist dieser Faktor Grund genug, sich ihre neuen Mitarbeiter stets selbst auszusuchen. »Unsere Mitarbeiter müssen nicht nur technisch und fachlich top sein. Sie müssen vor allem leuchtende Augen haben und unsere Werte teilen«, sagt sie. »Persönlichkeiten mit ein paar Ecken und Kanten sind mir am Liebsten«, heißt es dort.

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Neuer Projektmanager

Der gebürtige Tscheche Ivo Sulovsky wird im Rahmen seiner neuen Tätigkeit Projekte für Banken und Versicherungen in österreich sowie Mittel- und Osteuropa leiten.
\"Mit Ivo Sulovsky konnten wir einen sehr erfahrenen Berater gewinnen, der auch über das nötige Branchenwissen verfügt\", erklärt Hendrik Bremer, Principal im Wiener Büro und verantwortlich für Financial Services.
Sulovsky studierte Handelswissenschaften an der WU Wien und startete seine Consulting-Karriere nach Abschluss des Studiums 1999. Er war für namhafte Beratungsunternehmen, darunter die Boston Consulting Group, im Bereich Financial Services tätig.
\"Ich freue mich, führende internationale Finanzdienstleister auf ihrem Weg nach Osteuropa zu begleiten\", erklärt der 31-Jährige. Für Roland Berger entschied sich Sulovsky vor allem wegen der langjährigen Erfahrung in der Region und der Möglichkeit, sich auf eine Branche fokussieren zu können.
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Gründach Städtewettbewerb

Auf Grund der vorhandenen Nachfrage und der noch immer eintreffenden Bewerbungen wurde die Einreichfrist bis Ende November verlängert. Das Lebensministerium übernimmt ab sofort die Schirmherrschaft für den Bewerb.
\"Die Begrünung von Dächern ist ein wirksamer Schritt der zunehmenden Versiegelung von Flächen entgegenzuwirken“, begrüßt Umweltminister Josef Pröll die Wettbewerbsinitiative des Verbands für Bauwerksbegrünung (V.f.B.). \"Einige sehr interessante Projekte österreichischer Landeshauptstädte liegen im Wettbewerbsbüro des V.f.B. bereits auf“, freut sich V.f.B.-Obmann Gerold Steinbauer. Aber auch mittlere und kleine Gemeinden haben mit ihren Projekten die gleichen Chancen auf Erfolg.

Aufgrund der regen Beteiligung wird der 1. österreichische Gründach-Städtewettbewerb bis Ende November verlängert, das Jury-Ergebnis soll bis Ende Jänner vorliegen. Im Frühjahr 2008 erfolgt dann die offizielle Auszeichnung der Gründach-Siegerprojekte durch Umweltminister Josef Pröll. Mit dem \"1. österreichischen Gründach-Städtewettbewerb“ prämiert der Verband für Bauwerksbegrünung Städte und Gemeinden, in denen sehenswerte Gründächer umgesetzt wurden. Zur Teilnahme am Gründach-Wettbewerb sind alle österreichische Städte und Kommunen berechtigt. Eingereicht werden können auch geförderte Privatobjekte bzw. laut Raumplanung vorgeschriebene Dachbegrünungen. Entscheidendes Kriterium für die Einreichung sind herausragende und sehenswerte Gründachobjekte (größte/schönste Gründach) in der Gemeinde/in der Stadt. Die Siegerstadt/-gemeinde der jeweiligen Kategorie erhält neben der nationalen Vorstellung auch Gelegenheit, sich im internationalen Gründach-Forum Europäische Föderation Bauwerksbegrünung (EFB) zu präsentieren. Und schließlich werden der/die Siegergemeinden auf dem 2009/2010 geplanten, weltweiten Gründachkongress vorgestellt.

Info und Wettbewerb

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Der ewige Zankapfel

»Linux ist langweilig geworden.« Nein, der Sager stammt nicht aus der PR-Abteilung eines proprietären Softwareherstellers. Vor ein paar Tagen erst hat sich Werner Knoblich, Europachef des amerikanischen Distributors Red Hat, auf der IT-Webseite silicon.de entsprechend geäußert. Langeweile kommt für Knoblich freilich nur deshalb auf, weil »Linux im Enterprise angekommen ist«. Auch die ewigen Foren-Grabenkämpfe zwischen Befürwortern und Gegnern haben sich schon mehr als abgenützt und sind zumeist nicht einmal mehr unterhaltsam. »Flamewars über Betriebssysteme sind ein Flashback. Das ist doch seit Jahren Geschichte«, sagt Microsoft-Manager Thomas Lutz. Dass Redmond-Boss Steve Ballmer seinerzeit Linux als kommunistisches Krebsgeschwür verunglimpfte, ist tatsächlich lange her. Dass der Amerikaner Ballmer und seine bisweilen extrovertierten Auftritte in Europa ein kulturelles Missverständnis auslösen, ebenso. Der Konzern hat mittlerweile so etwas wie eine Kehrtwende vollzogen. Jetzt ist Pragmatismus angesagt.

»Wir sehen, dass der Markt auch OSS mittlerweile sachlich einordnet«, so Lutz. Ganz fad ist Open Source und das Spannungsfeld zu Microsoft deswegen auch nicht geworden. Ballmer wetterte erst kürzlich wieder gegen Patentverletzungen im Linux-Kernel, eine Behauptung, die freilich erneut nicht mit Fakten untermauert wurde. Wenn Microsoft seine Interessen vertritt, ist immer auch Politik im Spiel. Die jüngsten Vorgänge um die ISO-Zertifizierung des hauseigenen Office-Formates OOXML lösten mediales Echo aus und legten das altehrwürdige Standardisierungsgremium beinahe lahm. Gepokert wird auf höchster Ebene. Laut Medienberichten teilte Bill Gates vor zwei Jahren dem dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen seinen Unmut über den Fortgang der Patentierbarkeit von Software in Europa mit und drohte durch die Blume mit dem Abzug von Entwicklern. Ein Jahr davor setzte es Schelte für die malaysische Regierung. Diese hatte einen Masterplan angekündigt, der die Behörden verpflichtet, auf Open Source zu setzen. Wenn Bill Gates reist, wird er von Politikern hofiert wie ein Staatsgast, im kleinen österreich genauso wie im Riesenreich China. Aber Gates ist nicht der Gründer irgendeiner Softwarefirma und ziemlich reich, er ist auch eine lebende Legende - und indirekt Herr über die IT-Infrastruktur des Globus. Das muss nicht immer so bleiben. Auch wenn die Marktdominanz der Redmonder ungebrochen ist, hat Open Source als potenzieller Konkurrent ein Bein in der Tür.

OSS ist tatsächlich »im Enterprise angekommen«. Laut der letzten einschlägigen EU-Studie (siehe Kas­ten) nutzen bereits knapp drei Viertel aller europäischen Industriezweige offene Software, ein beträchtlicher Prozentsatz evaluiert einen Einsatz ernsthaft.

Wahl zwischen Pest und Cholera. Die Studie billigt OSS beträchtliches Potenzial zu. Europa wird, etwas überraschend, sogar als führende Region der Welt ausgemacht, wenn es um vernetzte Open-Source-Entwicklung geht. Der verstärk­te Einsatz offener Software soll wahre Wunderdinge bewirken. Einsparungen im Bereich Forschung und Entwicklung stehen Steigerungen im Bruttosozialprodukt gegenüber. Mehr oder weniger unverhohlen wird der Einsatz von OSS auch gepriesen, um die proprietäre amerikanische Marktdominanz wenn schon nicht zu brechen, so doch wenigs­tens abzuschwächen. Die Einschätzung durch die rosarote Brille findet nicht nur ungeteilte Zustimmung. »Die Studie hat einen methodischen Haken. Unter der gleichen Annahme von positiven Wachstumseffekten würde proprietäre Software wahrscheinlich ähnlich gut abschneiden«, sagt der Volkswirtschaftler Gottfried Haber. Der Klagenfurter Professor und Mehrfachakademiker hat als Leiter des Wiener METIS-Institutes auch die umfangreichste Studie zum heimischen Softwaremarkt erstellt. »In Deutschland oder Skandinavien passiert am Sektor Open Source mehr als in österreich«, so Haber. Der Wissenschaftler billigt proprietärer Software generell einen höheren Wertschöpfungsanteil zu als OSS, wobei dieser Mehrbeitrag zum BIP hierzulande überproportional höher sei als anderswo. An Kategorien wie »besser« liegt das freilich nicht. Etablierte Standardprodukte üben über die nachgelagerten Dienstleis­ter einen größeren Sog- und Netzwerkeffekt aus, wie er bei Open Source nur in Teilbereichen wie etwa dem Webserver Apache spürbar ist. Die »Disziplinierung eines Monopolisten« hält Haber übrigens für »wünschenswert« und ortet sowohl bei proprietärer wie freier Software ein Marktversagen.

Für einfache Schwarz-Weißzeichnungen ist der Professor nicht zu haben. Gerade bei Software hätten die Volkswirtschaftler die »Wahl zwischen Pest und Cholera«. Einerseits steigt mit umfassender Verbreitung eines Standardproduktes der Nutzen, den der Markt stiften kann. Die Kehrseite ist ein ineffizienter Markt mit zu wenigen potenten Teilnehmern. »Ein Monopol will niemand. Aber wer will in der Praxis schon 100 unterschiedliche Betriebssys­teme?«, so Habers Resümee. Dass es mit dem Netzwerkeffekt rund um Open Source in österreich nicht zum Besten bestellt ist, sagen auch Stimmen aus dem Markt.

Nachzügler österreich. Novell-Chef Peter Latzenhofer diagnostiziert beispielsweise, dass er kein Rechenzentrum kenne, das nicht irgendwo Linux einsetze. Mit dem Marktumfeld ist er, trotz eigener jährlicher Linux-Steigerungsraten von 100 Prozent, nicht zufrieden. »In österreich schläft der Fachhandel und der Systembereich. Wie eh und je verkaufen die Berater nur Microsoft-Lösungen«, so Latzenhofer. Das liege auch daran, dass Fachleute fehlen. »Wenn der Zug erst einmal fährt, werden alle wie Lemminge aufspringen«, prophezeit der Novell-Boss. Die Partnerschaft mit Microsoft beurteilt Latzenhofer als Türöffner, der neue Möglichkeiten schafft. Als Beispiel nennt er BMW, wo Novell 2.000 Server auf Basis von XEN virtualisiert, oder das österreichische Siemens-Rechenzentrum, das mehr als 100 Server auf die Suse-Enterprise-Lösung migriert.

Dass österreich nicht die Speerspitze des OSS-Business ist, meint auch Klaus Veselko: »Open Source setzt sich in der Praxis noch nicht wirklich durch«, so der Vorstand des Verbandes der österreichischen Softwareindustrie (VöSI). Wirklich schlimm sei das nicht. »Die Vorreiter müssen sich noch die Hörner abstoßen. österreich hinkt hier auch nicht weiter hinterher als bei anderen Themen«, so Veselko lapidar. Ein Wettstreit zwischen Gut und Böse oder Billig und Teuer ist OSS, abseits von obskuren Forenbeiträgen der jeweiligen Verfechter und Gegner, schon länger nicht mehr. Eher ein Wettstreit zwischen verschiedenen Geschäftsmodellen und deren nüchtern kalkuliertem Nutzen. »Open Source ist mir zwar persönlich wichtig, die kommerzielle Bedeutung ist für unsere Kunden aber derzeit sehr gering«, sagt Richard Dippelreither, Vorstand für Software und Services beim Mittelstandsplatzhirsch Data Systems Austria. Man stehe für Kontinuität und werde den Kunden nichts aufdrängen, sondern wie seit 60 Jahren Firmengeschichte deren Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen. Dippelreither ortet aber auch ein gestiegenes Interesse an Anbindungen an offene Datenbanken wie MySQL. Gerüstet ist die Data Systems für alle Fälle. Das hauseigene Entwicklungs-Framework ist schon heute nicht nur auf Microsofts .NET, sondern auch auf Mono abgestimmt und damit über Betriebssystemgrenzen hinweg portabel. Dippelreither hegt, wie viele andere technikaffine Kollegen, durchaus gewisse Sympathien für Open Source.

Peter Kotauczek, Beko-Gründer und VöSI-Präsident, nennt das die »Divergenz zwischen Kopf und Seele«. Aber was letztendlich zählt, sind nackte Zahlen und ein gesunder Pragmatismus. Der irrationale Hype ist vorbei. Insofern sind Linux & Co tatsächlich im Markt angekommen. Und fast schon langweilig geworden.

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Schneller durch den Datendschungel

Proteine sind die wichtigsten Funktionsträger des Körpers und damit ein wichtiger Bezugspunkt für die Herstellung von Medikamenten. Denn die chemischen Strukturen eines Medikaments müssen zu den Proteinstrukturen der menschlichen DNA passen, um wirken zu können. Ob bestimmte Wirkstoffe für neue Medikamente in Frage kommen, wird in der Regel auf Basis von Erfahrungen und durch manuellen Abgleich von Datenbanken bestimmt: Das Ergebnis ist eine Vorauswahl, die dann in Labortests weiter praktisch überprüft wird. Bei der Vorauswahl vergleichen Mitarbeiter des Pharmaherstellers Informationen über existierende Wirkstoffe und menschliche Proteine in frei zugänglichen Datenbanken - etwa der US-amerikanischen Food and Drug Administration oder der Protein Data Bank.
Um diese mühsame und zeitaufwendige Prozedur zu vereinfachen, hat Siemens IT Solutions and Services eine Software entwickelt, die bei Eingabe bestimmter Suchkriterien automatisch Millionen von Einträgen in den riesigen Datenbanken vergleicht und eine Vorauswahl zur Verfügung stellt. Diese Vorauswahl soll einen Hinweis auf mögliche Nebenwirkungen liefern. Danach können die einzelnen Wirkstoffe so verändert werden, dass die Wahrscheinlichkeit für Nebenwirkungen deutlich reduziert wird. So sollen in Zukunft Medikamente wesentlich schneller und effizienter im Labor hergestellt werden können.
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