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über den eigenen Tellerrand hinaus

Die Medizintechnik ist ein Wirtschaftsbereich mit großem Zukunftspotenzial - Wachstumsraten von sieben Prozent sprechen eine deutliche Sprache. Die Gründe dafür liegen zum einen in der demographischen Entwicklung zum anderen im gestiegenen Gesundheitsbewusstsein und dem medizintechnischen Fortschritt. Derzeit wird der Weltmarkt für Medizintechnik auf ein Umsatzpotenzial von 190 Milliarden Dollar geschätzt. Zudem soll der Höhepunkt der Wachstumskurve laut Wirtschaftsexperten noch nicht erreicht sein.
Eingedenk dieser rundum Perspektiven ist wenig verwunderlich, dass Maximilian Kolmbauer, Leiter des Gesundheitsclusters Oberösterreich, heimischen Unternehmen den Einstieg in die boomende Branche schmackhaft machen möchte. überraschender ist vielmehr die Tatsache, dass sich sein Liebeswerben nicht nur auf Unternehmen aus dem Gesundheitswesen beschränkt. Er fordert einen Blick über den eigenen Tellerrand hinaus. \"Der Einstieg lohnt sich nicht nur für Unternehmen aus der Gesundheitsbranche. Die Medizintechnik ist auch für Unternehmen aus der Automobil-, der Kunststoff- und der Mechatronikindustrie durchaus interessant“, zitiert Kolmbauer internationale Wirtschaftsexperten.

Kunststoff und Medizin
Am Beispiel der Kunststoffindustrie lässt sich diese auf den ersten Blick nicht zwingend nachvollziehbare These auch mit einschlägigem Zahlenmaterial belegen: 45 Prozent aller weltweit hergestellten Medizinprodukten bestehen mittlerweile aus einem großen Spektrum an Kunststoffen. Alleine für das Jahr 2005 wurde in der Gesundheitsbranche ein weltweiter Kunststoffverbrauch von 3,3 Millionen Tonnen prognostiziert.
Auch die Anforderungen der Medizintechnik an die \"artfremden“ Unternehmen sind zu bewältigen. \"Die in der Medizintechnik geforderten Technologien sind auch bei den Unternehmen der Automobil-, Kunststoff- und Mechatronikindustrie vorhanden“, ist Kolmbauer überzeugt. Ein Einstieg sei daher relativ einfach und ohne großen Aufwand möglich. Auch die hohen Anforderungen im Bereich der Qualitäts- und Sicherheitsstandard der Produkte sollten für die Unternehmen bekannt sein und so keine allzu große Herausforderung darstellen. \"Unternehmen, die jetzt einsteigen, können eigentlich nur gewinnen“, sagt Kolmbauer.

Internationale Vorbilder
Dass sich der Mehrwert eines branchenübergreifenden Engagements auch international langsam durchsetzt und nicht nur in Oberösterreich auf fruchtbaren Boden fällt, zeigt das Beispiel Nordrhein-Westfalen. Auch das Kunststoffinstitut Lüdescheid bietet Unternehmen der Kunststoffindustrie den Einstieg in die Medizintechnik an. Ein Firmengemeinschaftsprojekt soll Unternehmen, die bislang wenig bis gar nichts mit der Medizintechnik zu tun hatten, über Anforderung, Besonderheiten und Chancen der Medizintechnik informieren. Berührungsängste sollen abgebaut und Kontakte geknüpft werden. In eine ähnliche Kerbe schlägt die Medizintechnik-Offensive von Cluster-Chef Kolmbauer. Im Rahmen einer Fachtagung in Wels (siehe Kasten) erfahren Unternehmen alles Wissenswerte zum Thema \"Einstieg in die Medizintechnik“. Bei dieser Tagung wird sich alles um den perfekten Einsteg drehen. Experten berichten über ihre Erfahrungen, stehen für Fragen zur Verfügung, geben Tipps, was man beachten sollte und - besonders wichtig - sollen ein realistisches Bild des Marktes vermitteln. Denn eine \"eierlegende Wollmilchsau“ ist auch die Medizintechnik nicht. Vordergründiges Ziel ist es, den Unternehmen die Möglichkeit eines zweiten, sicheren Standbeins zu eröffnen. \"Wer einsteigen oder sein Engagement ausbauen möchte, dem helfen wir natürlich auch bei den nächsten Schritten gerne weiter“, so Kolmbauer abschließend.

Veranstaltungstipp
\"Einstieg in die Medizintechnik“ - Fachtagung des oberösterreichischen Gesundheitsclusters

Mittwoch 31. Mai 2006, 13:00 bis 18:00 Uhr
Wimmer Medien GmbH \" Co KG
Raum MedEvent, Stadtplatz 41, 4600 Wels
Info: www.gesundheits-cluster.at Read more...

Vorreiter

\"Es würde österreich als EU-Ratspräsident gut anstehen, das Energieausweisvorlagegesetz rasch zu beschließen“, stellt Thomas Malloth, Obmann des Fachverbands der Immobilientreuhänder in der Wirtschaftskammer, dem Parlament die Rute der von österreich so gerne gepflegten Vorreiterrolle in Sachen ökologie ins Fenster. Denn obwohl das Gesetz, mit dem die EU-Gebäuderichtlinie in nationales Recht umgesetzt werden soll, eigentlich seit Anfang Jänner 2006 gelten müsste, hat der Widerstand der Bundesländer Salzburg und Niederösterreich eine Beschlussfassung bisher verhindert. Dessen ungeachtet rechnet Malloth mit einem Beschluss bis April. Dass österreich in der EU mit der Verzögerung nicht alleine ist, mag ein Trost sein: Die Mehrzahl der EU-Staaten ist mit der Umsetzung der Richtlinie säumig. Froh ist Malloth, dass der vorliegende österreichische Entwurf in einigen Punkten abgemildert wurde, etwa in Fragen der Gewährleistung, die der Verkäufer einer Liegenschaft für die Richtigkeit des Energieausweises übernimmt.

Auf anderem Gebiet sei österreich tatsächlich Vorreiter, so Malloth: Gemeinsam mit dem österreichischen Normungsinstitut wurde der Fachverband mit der Ausarbeitung einer EU-Norm für Immobiliendienstleistungen beauftragt, die 2007 beschlossen werden soll. Auch auf dem gesellschaftlichen Parkett hat der frisch gebackene Verbandsobmann einige Ambitionen: Neben dem Anfang Februar in der Hofburg stattfindenden ersten Ball der Immobilienwirtschaft und der Verbesserung des eher schlechten Images der Immobilienmakler hat er sich zum Ziel gesetzt, das Berufsbild des Immobilientreuhänders in Richtung Konsulent für alle Fragen des Lebens, das sich laut Malloth zu 98,5 Prozent in geschlossenen Räumen abspielt, zu erweitern. Für die Konsumenten plant er auch einiges: Ein Grundlagenkatalog soll ihnen den Umgang mit Maklern und Hausverwaltern erleichtern, Ende Februar soll außerdem eine Internetbibliothek für immobilienwissenschaftliche Themen online gehen.

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Innovative Direktbanken

Von Heinz Stiastny

Trends kommen und gehen. Manche jedoch bleiben - und schaffen es, sich als Standard zu etablieren. Das sind jene, die clevere Strategien verfolgen und erkennen, was wirklich gebraucht wird.

Und die Bedürfnisse der Kunden in Hinblick auf modernes Bankgeschäft lassen sich leicht erläutern - Einfachheit statt überkomplizierter Produkte, Transparenz statt undurchsichtiger Gebührendschungel und Flexibilität ohne zeitliche oder örtliche Einschränkungen. Hierbei sind die Direktbanken mit ihrem innovativen Businessmodell den herkömmlichen Banken einen ordentlichen Schritt voraus. Durch die Konzentration auf das Wesentliche haben Direktbanken keine Filialen, sind schlank organisiert und verzeichnen nur rund ein Fünftel der Kosten traditioneller Institute. Von den betriebswirtschaftlichen Vorteilen profitieren die Kunden - in österreich bei der ING-DiBa Direktbank Austria mittlerweile weit über 100.000.
ING-DiBa arbeitet fokussiert und so ist auch das Produktportfolio gestaltet. Top-Konditionen, optimale Servicequalität und hohe Sicherheit sind dabei keine leeren Schlagworte, sondern werden kontinuierlich gelebt.
Dass dieses Konzept langfristig erfolgreich ist, zeigen Zahlen aus dem internationalen Bereich: Allein die ING Direct - die international agierende Direktbank - steigerte ihre Kundenzahl innerhalb von acht Jahren von Null auf 13 Millionen. Diese Entwicklung wird sich weiter positiv fortsetzen.

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Schutz vor teuren SMS

\"Im vergangenen Jahr sind wir in unserer Endkunden-Schlichtungsstelle verstärkt mit der Thematik der Mehrwert-SMS konfrontiert worden, die für den Endkunden oft zu überraschend hohen Handyrechnungen führten. Mit der Möglichkeit der SMS-Mehrwertdienst-Sperre, die Endkunden auf unsere Initiative hin ab sofort bei allen österreichischen Mobilfunkbetreibern einrichten lassen können, ist uns ein weiterer wichtiger Schritt zur Stärkung des Rechtsschutzes der Nutzer gelungen\", zeigt sich Georg Serentschy, Geschäftsführer der RTR-GmbH für den Fachbereich Telekom, erfreut.

\"In vielen Fällen fanden die einzelnen Konsumenten Rechnungsposten für SMS-Mehrwertdienste vor, die sie gar nicht bestellt hatten. Für viele Nutzer war es oftmals auch schwierig, einmal bestellte SMS-Dienste, wie kostenintensive ABO-Dienste, wieder loszuwerden\", beschreibt Serentschy die Problematik, \"die SMS-Mehrwertdienst-Sperre schiebt diesen Missbrauchsfällen einen Riegel vor.\"

\"Jeder Handynutzer hat nun die Möglichkeit, bei seinem Mobilfunkbetreiber einmal pro Jahr kostenlos seinen Mobilfunkanschluss sowohl für abgehende als auch für einlangende SMS-Mehrwertdienste vorab sperren zu lassen und kann sich nun wirkungsvoll vor unerwünschten und kostspieligen Mehrwert-SMS schützen\", erläutert Serentschy diese Schutzmaßnahme. \"Diese Sperrverpflichtung, die gesetzlich vorgesehen ist, erlangt auch insofern Bedeutung, als zunehmend SMS-Dienste angeboten werden, bei denen die empfangenen SMS dem Nutzer verrechnet werden\", so Serentschy weiter. \"Vor allem Eltern haben jetzt eine einfache Handhabe, wenn sie den Konsum von teuren Mehrwertdiensten durch ihre Kinder von vornherein einschränken wollen.\"

Die SMS-Mehrwertdienst-Sperre ergänzt die schon länger realisierte Sperrmöglichkeit von normalen Mehrwertdienst-Sprachverbindungen, beispielsweise zu den Rufnummernbereichen 0900 und 0930. Für beide Sperrmöglichkeiten - Sprache und SMS - gilt: Einmal pro Jahr hat ein Betreiber auf Wunsch des Kunden beide Sperren kostenlos einzurichten. Allerdings sollte man dem Betreiber gegenüber klar zum Ausdruck bringen, ob Sprach- und SMS-Mehrwertdienste gesperrt werden sollen oder nur eine der beiden Diensteformen.

Keinen Schutz bietet die neue Sperrmöglichkeit vor der Belästigung durch kostenlose SPAM-SMS, auch wenn Mehrwertnummern beworben werden. Der Betreiber kann nämlich nicht unterscheiden, ob es sich um eine für den Nutzer erwünschte oder unerwünschte Nachricht handelt.

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Keine MA 2412

Manchmal muss man die Kirche im Dorf lassen. Zwar hat sich die Einführung des elektronischen Krankenscheines verzögert und das Gerede um die Ausschreibung trübt die Optik noch nachträglich. Aber immerhin: Während in Deutschland noch diskutiert wird, ist die E-Card in der Alpenrepublik bereits im Einsatz. überhaupt weht ein erstaunlich frischer Wind durch die heimischen Amtsstuben. Als gelernter österreicher - und damit als Bürokratieskeptiker und begnadeter Raunzer - mag man es kaum glauben: Die Erfinder der Stempelmarke und des Sektionschefs positionieren sich innerhalb Europas auch an der Technologiefront im Spitzenfeld. Ein Grund für den Report, das Thema E-Government mit allen seinen Facetten in einer Verlagsserie näher zu beleuchten. Die Historie der österreichischen E-Government-Bemühungen ist lang und wechselhaft. Auf Europaebene fiel der Startschuss für konzertierte Aktionen in diesem Bereich mit der - mittlerweile ziemlich verblassten - Lissabonstrategie. Bürger, Unternehmen und Behörden: Sie alle sollten ans Netz und so gemeinsam den »dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum« entwickeln, wie die EU-Vorderen mit ihrem untrüglichen Gespür für Wortungetüme verkündeten. Zu diesem Zeitpunkt ließ österreich bereits aufhorchen. Das Wirtschaftskammerportal zählt seit Internet-Urzeiten zu den Pioniertaten, ebenso die Webseite der Stadt Wien. Aber auch kleine Gemeinden zeigten sich bereits innovativ. Kremsmünster, um nur einen der Klassiker herauszugreifen, ist beispielsweise seit 1996 mit seinen Services online. Bei den Rechtsnormen - Stichwort E-Commerce-Gesetz oder Signaturrichtlinie - überholte Wien zeitweilig sogar Brüssel. Während die Gesetze dort teilweise noch der Verabschiedung harrten, traten sie zum Erstaunen der Eurokraten hierzulande schon in Kraft. Der europaweit registrierte überraschungscoup gelang, weil sich Bundeskanzleramt, Wirtschaftskammer, Bund und Länder und die Opposition in einem Kraftakt zusammenrauften. Da stutzte schon auch einmal der französische Le Figaro und fragte sich, wie die österreicher das nur machen. Bei den ersten Europa-Benchmarks zum Thema E-Government landete die Alpenrepublik auch im Spitzenfeld, um dann eine Künstlerpause auf den hinteren Rängen einzulegen. Das Auf und Ab der heimischen Performance beruhigte sich aber erfreulicherweise wieder, die Bilanz ist seit dem Frühjahr 2005 wieder schneeweiß. Für Staatssekretär Franz Morak und Bundeskanzleramtsbeauftragten Christian Rupp geriet die Pressekonferenz zum vorläufig letzten E-Government-EU-Ranking zur Feierstunde. österreich platzierte sich haarscharf hinter Schweden auf Platz zwei.

Seither werden wieder vermehrt Delegationen am Ballhausplatz gesichtet, die sich über laufende Entwicklungen informieren wollen. Indirekt profitiert natürlich auch der heimische IT-Sektor von den Erfolgen. Die Linzer Fabasoft reüssiert mit ihrer Software in Deutschland. Siemens machte Notariatslösungen, die ihre Feuertaufe in österreich bestanden hatten, zum Exportschlager. Ein Ruhekissen für die Ewigkeit ist die aktuell gute Positionierung freilich auch nicht. »Wir dürfen uns keine Verschnaufpause gönnen«, sagt Christian Rupp, als Exekutivsekretär der Mister E-Government des Bundeskanzleramtes. Auf der To-do-Liste Rupps steht vor allem ein ganzheitlicher Ansatz für die zahlreichen, aber oft zersplitterten Aktivitäten. »Wir müssen dringend alle Initiativen von E-Business, E-Learning bis hin zu Breitband aufeinander abstimmen«, sagt Rupp. Sieht man von der Bundesebene ab, ist österreich nicht zuletzt wegen seiner föderalen Struktur ein Fleckerlteppich, der oft genug von Einzelkämpfern beackert wird. Da gibt es dann Vorzeigegemeinden, wo von der Gewerbeanmeldung bis hin zu Bestattungsagenden alles online flutscht. Aber zehn Meter hinter der Ortstafel breitet sich bereits das Internet-ödland aus. Für ein Konkurrenzunternehmen im Nachbardorf ist der Amtsweg via Mausklick vielleicht schon nur mehr schöne Fiktion.

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Ganzheitlich managen

Von Reinhold Fleischhacker

Sechzigtausend Beraterinnen und Berater werden allein in Deutschland gezählt. Also kann man für österreich so an die 6000 Stück veranschlagen. Weil es zur Mode geworden ist in den Chefetagen, dass jährlich Kosten bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung eingespart werden müssen, weht auch den Beratern (es sind auch immer die Beraterinnen gemeint, wir bleiben für den Rest der Geschichte geschlechtsneutral) zunehmend eisiger Wind ins Gesicht. Den großen Kuchen räumen üblicherweise die Großen ab, das ist kein branchenspezifisches Phänomen.
Bei »X-Organisationen«, einem Kongress zur Ungewissheit von Beratung und Management in Berlin im November des letzten Jahres, waren gleich mehrere Strömungen zu beobachten, welche das Coaching und das Management in den nächsten Jahren und Jahrzehnten verändern könnten. Eine davon ist das vermutliche Zusammenwachsen der beiden bereits oben erwähnten Lager. Das ist auch logisch: Warum sollte ein Systemiker nicht das Rechnen erlernen können und andererseits ein McKinsey-Anhänger nicht kapieren, dass Menschen nur selten auf Knopfdruck funktionieren? Fritz Simon jedenfalls, Vordenker der systemischen Branche, wurde schon mal einen ganzen Tag lang von einer ganzen Abordnung der McKinsey-Gruppe interviewt, was denn das Geheimnis des Systemischen sei. »Selten, dass ich so kompetente Fragen gestellt bekam«, erzählte er am Kongress seiner systemischen Familie. Man macht sich also Gedanken über ein Einfließen der systemischen in die mechanistische Idee. Das legt wiederum den Schluss nahe, dass auch das Management sich Gedanken über diese Strömung machen wird müssen. Roswita Königswieser gehört ebenfalls zu den Fixsternen am systemischen Himmel (als Bild ausgedrückt: Fritz Simon, Rudi Wimmer, Dirk Baecker und Roswita Königswieser bilden die vier Räder des großen Wagens) und hat das Modell der Zusammenarbeit der beiden Richtungen schon in der Praxis durchgespielt.

Aldi drängt in die Schweiz
Anlass dafür waren Existenzängste von Migros. Die von Pestalozzi mitbegründete Genossenschaft machte sich schon vor Jahren Sorgen, was wohl sein würde, wenn Aldi und Lidl wie angekündigt ein paar Löcher in das Schweizer Handelswesen bohren würden. Also wurde ein Projekt gestartet, das die Konzernchefs »Migros muss die Nummer eins bleiben« tauften.
Als Berater wurden von der Konzernspitze McKinsey-Leute angeheuert, schließlich ging es ja darum, alle Erbsen penibel durchzuzählen (die McKinsey-Berater mögen den saloppen Umgang mit dem Wording verzeihen), das Modell war ein übliches: 15 Prozent an Kosten sollten gespart werden, bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung von zwanzig Prozent. Als Projektleiter wurde der Marketingfachmann Lars Längauer eingesetzt. Der wollte sich aber nicht damit abfinden, dass allein der Rechenstift zum Zuge kommen sollte, besonders im Hinblick auf die genossenschaftliche Organisation des Konzerns. Längauer fand bei seinem Chef, Urs Riedener, offenes Ohr.

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Torschluss

In Brüssel wird neuerdings nicht mehr in Zielen, sondern in Prioritäten gedacht. Was nach sinnentleertem EU-Sprech klingt, hat für die Mitgliedsstaaten und die Unternehmen jedoch handfeste Konsequenzen. Die Katastrophengipfel des letzten Jahres und das unwürdige Gefeilsche der Staatskanzleien um Promillepünktchen hinter dem Komma versalzen nicht nur den Finanzministern die Planungssuppe. Auch was das sogenannte »Förderregime« betrifft, hat Teamkapitän Tony Blair das Briten-Solo kräftig vergeigt. Neben der Haushaltsplanung hängen die zukünftigen Förderprogramme ebenfalls in der Luft. Wirklich sicher ist nur: Die aktuellen Programme werden gegen Jahresende auslaufen. »Wie es am 1.1.2007 im Detail aussehen wird, weiß noch niemand«, sagt Brigitte Jandl, Abteilungsleiterin für Investitionsfinanzierungen bei der Raiffeisen Zentralbank (RZB). Zumindest den großen Bogen hat die Kommission in ihrem Entwurf bereits vorgezeichnet. Die »Regionalkulisse« wird sich in Richtung Osten verschieben (siehe Kasten). Auch wenn die - bald der Vergangenheit angehörenden - Ziel-1-Gebiete mit einer langfristigen übergangsregelung rechnen können: Der Löwenanteil der Förderung wird zukünftig in Regionen landen, deren Bruttoinlandsprodukt pro Kopf unter dem 75-Prozent-Durchschnitt der erweiterten Gemeinschaft liegt. Dass die genaue Zielrichtung der Geldspritzen trotz einem definierten Ablaufdatum noch nicht fest steht, ist für »Brüssel-Veteranen« nicht ganz neu. Um den Jahrtausendwechsel hat es zu Beginn der aktuellen Haushaltsperiode auch schon seine liebe Zeit gedauert, bis der finale Verteilerschlüssel von allen politischen Ebenen abgesegnet war. Unterschiedliche Einschätzungen gibt es, was die Neuregelung für die Unternehmen unter dem Strich bedeuten wird. Im Burgenland sind in der laufenden Programmperiode zwar noch bis zu fünfzig Prozent von Investitionen förderbar, doch Experten relativieren den zu erwartenden Einschnitt. »Das österreichische Regionalfördergebiet wird in der Periode 2007 bis 2013 nach den aktuellen 27,5 Prozent immerhin noch 22,5 Prozent der Bundesbevölkerung umfassen«, sagt BA-CA-Pressemann Christian Kontny. Kontny verweist weiters darauf, dass der maximale Förderunterschied zwischen den neuen Mitgliedsländern und den daran angrenzenden österreichischen Gebieten höchstens zwanzig Prozent betragen darf. Schon etwas bedrohlicher klingt die Einschätzung der RZB. Förderspezialistin Jandl rechnet immerhin damit, dass sich die Gesamtsumme der Förderungen um rund ein Drittel reduzieren wird. Unterschiedliche Nachrichten gibt es auch von der Kundenseite. Solange die neue Förderkulisse noch nicht endgültig fixiert ist, rechnet die BA-CA nicht mit einem besonderen Andrang der Unternehmen auf die EU-Strukturfonds. Zumindest eine »kleine Rallye zum Jahresende« hält Kontny jedoch für möglich. Bei der RZB stehen die »Kunden jedoch Schlange«, wie Jandl berichtet. Was möglicherweise auch daran liegen mag, dass für die RZB und den Raiffeisensektor alleine in österreich gleich 600 Förderberater den Markt abgrasen - die Anzahl der Spezialisten in den Netzwerkbanken und im Brüsseler Büro noch gar nicht eingerechnet.
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Neuer Geschäftsführer

eBay österreich erhält einen neuen Geschäftsführer: Alberto Sanz, zuletzt als Marketing Director bei eBay tätig, hat am per 1. Februar die Leitung der österreichischen Teams des weltweiten Online-Marktplatzes übernommen. Der österreicher studierte Wirtschaft in Zürich und hatte danach ein MBA-Programm bei INSEAD absolviert.

Seine berufliche Laufbahn startete Sanz als Brand Manager bei Procter & Gamble in österreich und der Schweiz. Danach war er als Berater bei McKinsey & Company und als Vice President Marketing beim Mobile Payment Provider Mobipay in Spanien tätig.

Seit 2003 arbeitet Alberto Sanz für eBay. Bevor er Mitte 2005 zum Marketing Director von eBay österreich bestellt wurde, nahm Sanz diese Funktion bei eBay Spanien erfolgreich wahr. Sanz übernimmt die Position als eBay österreich-Geschäftsführer von Anton von Rüden, der in den letzten beiden Jahren sowohl eBay österreich als auch eBay Schweiz leitete. Von Rüden wird nach diesem erfolgreichen Engagement eine internationale Funktion in eBays Europazentrale in Bern, Schweiz, übernehmen.

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Tradition und Gemütlichkeit

Planer des in Holzbauweise errichteten Hauses ist das Radstädter Architekturbüro LP Architekten, das den Auftrag dafür Mitte Oktober erhalten hatte. Mit einer Nutzfläche von 300 m2 wird es ein Infocenter, die Gastronomie, das ORF-Studio und den VIP-Bereich beherbergen. Aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit und der temporären Nutzung haben sich Tourismusverband Bischofshofen und öOC für den Holzbau entschieden, der laut Architekt Tom Lechner »österreichische Tradition und Gemütlichkeit mit moderner Form verbinden« soll.
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Ausbau um jeden Preis

über die volkswirtschaftlich günstigste Kilowattstunde, jene, die nicht verbraucht wird, machen sich die Stromerzeuger kaum Gedanken. Das wäre Aufgabe der Politik - und die versagt kläglich.

Die heimische Stromwirtschaft will bis 2015 rund elf Milliarden Euro in neue Kraftwerke und ihre Netze investieren. Das sei notwendig, um die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten. Zwei Dinge, so die Geschäftsführerin des Verbandes der E-Wirtschaft (VEö), Ulrike Baumgartner-Gabitzer, hätten den Ausschlag gegeben, dass man diese Botschaft den Bürgern genau jetzt überbringt. Die Unsicherheit in der Gasversorgung zum Jahreswechsel und die anlaufende Kampagne des Verbandes der heimischen Stromerzeuger VEö. Das erste Argument hat seine Tücken: Das von den Investitionen her größte Zukunftsprojekt ist ein 400-Millionen-Gaskraftwerk. Weitere 492 Millionen sollen in Erdgasturbinen in Linz, Klagenfurt und Timelkam investiert werden. Da stellen sich zwei Fragen: Investiert die heimische E-Wirtschaft fast 900 Millionen Euro in Kraftwerke, deren Versorgung mit Erdgas langfristig nicht gesichert ist - oder wird mit den Gashahnspielen des russischen Präsidenten Schindluder getrieben?

»Timelkams Versorgung ist mehr als zehn Jahre abgesichert«, betont der VEö-Präsident und Generaldirektor der oberösterreichischen Energie AG Leo Windtner. Er legt ganz nebenbei Pläne offen, im Donauhafen Enns ein Kohlekraftwerk mit 800 Megawatt Leistung zu errichten. Die notwendigen 18 Hektar Grund hat die Energie AG um einen hohen einstelligen Millionenbetrag bereits gekauft. Jetzt gehe es darum, den Wunschpartner Voest, der ja Kohlegroßimporteur und Stromgroßverbraucher ist, zu gewinnen, um den auf 300 Millionen veranschlagten Kohlebrennofen zu realisieren. Damit sind aus Windtners Sicht die Schienen gelegt, um die Versorgung österreichs langfristig abzusichern. Denn die jetzt veröffentlichte Liste der E-Wirtschaft kann das bis 2020 zu erwartende Versorgungsloch von rund 30.000 Gigawattstunden nur zu zwei Dritteln abdecken. Ein Drittel, also rund 10.000 GWh, entfallen allein auf die vier oben genannten Gaskraftwerke. »Wirre Aussagen«, dass man den erhöhten Strombedarf mit ökostrom aus Wind- und Biomassekraftwerken abdecken könnte, lässt Herbert Schröfelbauer, Vorstandsvorsitzender der Austrian Hydro Power, nicht gelten. Nachdem die gegenwärtig installierten Windräder gerade einmal reichen, um den hierzulande mit Wäschetrocknern vergeudeten Strom zu produzieren, ist wenig dagegen zu sagen.

Selbstverständlich stehe man im VEö zur ökoenergie. Schröfelbauer warnt aber davor, Kohle und Gas zu verteufeln. Zugleich hadert die E-Wirtschaft mit den Kosten für CO2-Zertifikate. Man sei in der ersten Allokationsperiode (2005 - 2007) zu kurz gekommen. Allein 2005 mussten die Versorger CO2-Zertifikate um rund 33 Millionen Euro zukaufen. Die Voest bleibe hingegen aufgrund der großzügigen Zuteilung auf einem »Riesenpolster« sitzen, wie Windtner kritisiert. Für die zweite Zuteilungsperiode wünscht sich die E-Wirtschaft keine Benachteiligung gegenüber deutschen Mitbewerbern und eine Berücksichtigung von Zukunftsprojekten. Aus diesem Blickwinkel macht natürlich auch das ungelegte Ei eines Kohlekraftwerkes der Energie AG Sinn.

Eine weitere Forderung der E-Wirtschaft richtet sich an die Politik. Trotz des Generalsegens, den Bundeskanzler Wolfgang Schüssel erst im Herbst 2005 der Branche und ihren Ausbauplänen erteilt hat, fühlen sich die Versorger durch lange Genehmigungsverfahren gepiesackt. Zudem droht eine strenge Auslegung der EU-Wasserrahmenrichtlinie, die aus den für die Versorgung so wichtigen Speicherkraftwerken im Extremfall Laufkraftwerke machen könnte, wie Schröfelbauer ausführt.

Wäre die Situation tatsächlich so bedrohlich wie dargestellt, wären die Tiwag und ihr wortgewaltiger Chef Bruno Wallnöfer, der im VEö als Spartensprecher Netz fungiert, ziemlich arm dran. Zum heftigen Widerstand beim Neubau in den verbliebenen Tälern kämen noch erhebliche Einbußen im Bestand. Schwer vorstellbar, dass ein öVP-Umweltminister im heiligen Tirol mittels Wasserrahmenrichtlinie den Fluch auf sich ziehen will. Es wird also das kommen, was die E-Wirtschaft sich wünscht - eine Umsetzung mit Augenmaß. Die Alternative zu einem radikalen Ausbau der heimischen Erzeugungskapazitäten sehen die Versorger im verstärkten Import von Strom. Damit würde man erstens eine Erhöhung des Atomstromanteils in Kauf nehmen und zweitens wäre man bei den Preisen »völlig abhängig«, wie Windtner betont. Dass die heimischen Stromkunden schon jetzt mit dem Argument des gestiegenen Marktpreises konfrontiert sind, sei nur nebenbei erwähnt. Das Sparen hat für die Versorger im Vergleich zu ihren Ausbauenergien verständlicherweise einen geringen Stellenwert. Man belässt es bei Stehsätzen: »Die österreichische E-Wirtschaft spricht sich für einen sorgsamen Umgang mit dem wertvollen Gut Strom aus«, betont Schröfelbauer. Er ist überzeugt, dass beim Verbrauch gespart werden kann, eine Trendumkehr sei davon aber keineswegs zu erwarten. Das vom TU-Professor Günther Brauner errechnete Szenario ist und bleibt für die Stromwirtschaft eine Art Naturgesetz. Darin festgehalten ist, dass, wie oben erwähnt, bis 2020 von einem Mehrverbrauch von 29.000 Gigawattstunden auszugehen ist. Es wäre auch unfair, den Versorgern hier den Schwarzen Peter zuzuschieben. Sie verkaufen eine Ware um gutes Geld und machen damit erhebliche Gewinne. Nachdem die Länder und der Bund erheblich davon profitieren, fällt auch die Politik als Initiator einer wirklichen Energiespar-Offensive aus. Wenn niemand steuert und lotst, bleibt dem Volk bloß die Eigeninitiative - und die versumpert zu oft vor dem Plasmafernseher und erhöht damit das Problem.

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