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Innviertler Innovator

Als Eigentümer des Systemhauses und Providers Infotech und Geschäftsführer des IPTV-Unternehmens Ocilion ist Hans Kühberger seit Jahren gern gesehener Gast und Vortragender an internationalen Fachmessen und Branchenkongressen. Kühberger gilt als einer der Vorreiter der neuen Netze, die künftig die Haushalte mit einem breiten TV- und Multimediaangebot beglücken werden. \"Innovative Köpfe gibt es in österreich sehr viele, da bin ich nicht der einzige“, bleibt der Innviertler bescheiden. Dennoch: Es sind die Umsetzungen der bahnbrechenden Ideen, die Kühberger und seine engagierte Mannschaft hervorheben.

Die Karriere des umtriebigen Oberösterreichers beginnt wie bei so vielen in einer fundierten Ausbildung: Die Matura hat der heute 37jährige an der HTL Braunau absolviert, wenige Jahre später gründete Kühberger gemeinsam mit seinem Bruder und mit Kompanion Georg Feichtenschlager in Ried im Innkreis das Systemhaus Infotech. Als EDV-Dienstleister handelte man zunächst mit PCs und Netzwerkkomponenten - vom Internet war damals nicht die Rede. Das Netz der Netze wurde 1996 in den Fokus genommen, Infotech mietete anfangs bei der Telekom Austria 64-Kilobit-Standleitungen um teures Geld an. Das wachsende Geschäft mit den Datenleitungen, E-Mail-Boxen und Web-Serverdienste war zu dieser Zeit noch sehr abenteuerlich. \"Wir erweiterten damals zunächst von vier auf sechs und später acht Modems“, erinnert sich Kühberger schmunzelnd. Doch wuchs mit der Zeit die Schar der Standleitungskunden und \"irgendwann einmal haben wir uns gefragt, ob nicht eine eigene Infrastruktur vernünftiger wäre“, so Kühberger. Nach Kalkulation der nötigen Investitionen, der lokalen Entbündelung einiger Wählämter und der überlegung, den eigenen Kunden künftig auch Datensicherungen und ausgelagerte Services anbieten zu wollen, wurde im Sommer 2001 der Bau eines eigenen Glasfaserrings in Ried begonnen. Die bestehenden 80 Standleitungskunden bildeten für Infotech die Basis für die Netzwerkrevolution. Kurze Zeit später war das Projekt bereits auf den Foldern des größten Netzwerklieferanten der Welt zu finden, Cisco.

Killerservice. Infotech betreut mittlerweile rund 1500 Internetkunden, 500 davon sind Unternehmen. Die restlichen tausend Subscriber wurden innerhalb der letzten 18 Monate gewonnen und sind reine Privatnutzer, die aufgrund des attraktiven Glasfaserangebots bei Infotech vorstellig wurden. Mit Betrieb des Glasfasernetzes begann man bei Infotech auch mit der Entwicklung von Applikationen, die solch leistungsstarke Infrastrukturen ausreizen. So wurde eine neue Leidenschaft bei Kühberger geweckt: IPTV. Bei dieser zukunftsträchtigen Art der Fernsehunterhaltung wird das Signal nicht in analoger Form, sondern digital bis zum Teilnehmer in einem geschlossen Netz übermittelt. Die übertragung des Datenstroms ähnelt also den Kabelnetzen der Cablebranche, ist aber weit reichend interaktiver. Gebastelt wurden das System und die Werkzeuge für ein solches Angebot selbst. \"Es gab damals einfach noch keinen Markt dafür“, erzählt Kühberger. Nach der erfolgreichen Einführung in Ried und dem dadurch geweckten internationalen Interesse entschloss sich Kühberger für die Ausgliederung dieses Know-hows in ein eigenes Unternehmen. Mit dem Spin-off Ocilion, das gemeinsam mit dem niederländischen Finanzpartner TKH Group auf die Beine gestellt wurde, erreichen die Innviertler nun Regionen bis nach Singapur. Aus Europa berichtet Kühberger bereits von \"fantastischen Projekten“ in Holland und Polen. Auch in österreich herrscht reges Interesse an der Innviertler Lösung. Alles, was Rang und Namen hat, hat sich bereits in Ried die Klinke in die Hand gegeben - von der Regulierungsbehörde bis hin zum großen Mitbewerb. Im Vorjahr wurde dann auch der aufstrebende Breitbandanbieter Inode für die IPTV-Lösung gewonnen. Das Projekt ist zwar nach der übernahme Inodes durch UPC vorläufig auf Eis gelegt - doch Kühberger sieht dadurch sogar neue Chancen. Seine IPTV-Vision sei schließlich auf jeder Technologieplattform ausrollbar - auch auf Coax.

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Ein breiter Maßnahmen-Mix

Geht es nach den Vorstellungen von Veit Sorger, Präsident der Industriellenvereinigung, dann braucht Europa bei der Innovation einen breiten Maßnahmen-Mix. Denn Innovation sei mehr als Forschung und Entwicklung und nicht nur auf Produkte und Prozesse beschränkt.
Insgesamt gehe es darum, ein innovationsfreundliches Klima zu schaffen. Dazu gehörten vor allem auch der Schutz geistigen Eigentums als Schlüssel für Innovation sowie die Beseitigung von Hindernissen im EU-Finanzmarkt. Die Initiative der EU-Kommission zur \"Better regulation\" sei \"ein Schritt in die richtige Richtung\".

\"Innovation ist eines der Kernelemente der europäischen Strategie für mehr Wachstum und Jobs und daher eine der Prioritäten der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft. Europa bringt exzellente Forschungsergebnisse hervor. Diese Ergebnisse werden jedoch viel zu wenig in innovative Produkte und Dienstleistungen umgesetzt\", so Sorger. Für große und kleinere Unternehmen sei Innovation heute unerlässlich, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wollen. \"Wettbewerbsfähigkeit ist eine Grundvoraussetzung für Wachstum und damit Arbeitsplätze in Europa.\"

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In einem anderen Licht

Flir, Spezialist für Thermografie, hat sich der Problematik angenommen und mit der infracam ein Infrarot-Messgerät auf den Markt gebracht, das für knapp 6.000 Euro auch kleineren Unternehmen den Einstieg in die Thermografie ermöglichen soll. Das Wärmebild der Kamera soll überhitzte Verbindungen ebenso anzeigen wie defekte Sicherungen und Schaltschrankelemente, die nicht mehr korrekt arbeiten. Auf diese Art können laut Flir die Elektroanlagen sowie die Stromversorgung von Gebäuden oder Produktionsanlagen entscheidend optimiert und der Reparaturaufwand sinnvoll minimiert werden.
Zudem hilft die infracam bei einem effektiven Energiemanagement. Sie soll fehlerhaft gedämmte Bereiche ebenso aufspüren wie Feuchtigkeit im Mauerwerk und Leckagen an Flachdächern, in Fußbodenheizungen oder Fernwärmeleitungen. Auch im Bereich der Veterinärmedizin kann die infracam zum Einsatz kommen. Während menschliche Patienten den Arzt auf schmerzende Stellen hinweisen können, gestaltet sich die Situation für den Veterinärmediziner deutlich schwieriger. Einfacher wird es mit einer Wärmekamera, die Entzündungsherde einfach und zuverlässig aufspüren kann. Die infracam verfügt über ein 3,5 Zoll Farbdisplay und einen eingebauten Flashspeicher für 50 Bilder. Sie soll Temperaturunterschiede von 0,2 Grad innerhalb eines Temperaturbereichs von -10 Grad Celsius bis +350 Grad Celsius erkennen können.
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Know-how made in austria

Den Hybridantrieb optimieren und in der öffentlichkeit salonfähiger machen. So das Fernziel von arsenal research, das mit der Realisierung von verschiedenen Projekten erreicht werden soll. So soll im Rahmen des Kompetenznetzwerkes \"Kfz“ ein österreichisches Hybridfahrzeug realisiert werden, nicht zuletzt zu dem Zweck, der durchaus gut aufgestellten österreichischen Zulieferindustrie den Weg zu ebnen. Ein weiteres Projekt, \"BioSOFC“, kümmert sich um die Entwicklung und den Flottentest von Brennstoffzellen-Batterie-Hybridfahrzeugen. Die Ziele des im November 2005 gestarteten Projekts sind ehrgeizig: Die Integration von Brennstoffzellen in ein Vehikel und die Verbesserung des Energiemanagements elektrischer Fahrzeuge. Das Besondere bei SOFC: Allein die Batterie soll für den Vortrieb des Fahrzeuges sorgen, die Brennstoffzelle die Batterie lediglich laden.
Schon wesentlich weiter ist man bei \"Smart Drives 4 Smart Cars“. Ein gemeinsam mit Forschern von seibersdorf research, Geschäftsfeld Informationstechnologie, initiiertes Projekt, das die Entwicklung leistungsfähiger Simulationswerkzeuge für neue Aggregate zum Ziel hat. Die Entwicklungsumgebung ist bereits fertig gestellt, die Realisierung erster Prototypen steht unmittelbar bevor. Trotz viel versprechender Ansätze ist den Forschern aber eines klar: Es gibt noch viele offene Fragen in Bezug auf die Hybridtechnologie. Zentrale Aspekte wie Erschütterungsfähigkeit, Speicherkapazität und Infrastruktur können noch nicht ausreichend beantwortet werden, dennoch halten die Experten von arsenal research eine Serienreife der Brennstoffzelle im automotiven Bereich bis zum Jahr 2010 für realistisch. Schließlich seien Hybridfahrzeuge der logische Brückenschlag zwischen herkömmlicher und Wasserstoff-Technik.
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Kreuzweg

Lange wurde in Brüssel um die ab 2007 in Kraft tretende neue Förderperiode bis aufs Messer gestritten. Briten-Premier Tony Blair brachte den Kompromiss mit Ach und Krach noch über die Ziellinie seiner EU-Präsidentschaft. Aber auch nachdem die Katze aus dem Sack ist, sind die Beteiligten noch nicht viel schlauer als vorher. Die Details über die Verteilung des Milliardensegens müssen im Laufe des Jahres erst festgenagelt werden. Es zeichnen sich lediglich Trends ab. Die neuen Mitgliedsstaaten sollen - was auch gewünscht ist - überproportional profitieren. über das wahre Ausmaß und die Rückwirkungen auf österreichische Unternehmen sind sich jedoch noch nicht einmal die Banker einig. Tendenziell rosige Zeiten dürften in österreich auf den Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) zukommen. Rückenwind bekommen die Unternehmen durch die öffentliche Hand, die bereits rund ein Drittel der Ausgaben für F&E finanziert. Der Anteil der F&E-Ausgaben am BIP steigt seit 1999 stetig an. Lag österreich damals im EU-Vergleich noch mit 1,91 Prozent auf den hinteren Plätzen, liegt die aktuelle Quote von 2,35 Prozent bereits über dem Durchschnitt. Mit oder auch ohne die Gehrer´sche Exzellenz-Uni in Gugging soll der Anteil bis 2010 weiter auf drei Prozent wachsen. Ein Umschwung zeichnet sich auch bei Consultern ab, die auf den Bereich Förderung spezialisiert sind. Nach dem EU-Beitritt österreichs war der selbstständige und unabhängige Förderberater noch ein gängiges Berufsbild. »Alleine das Finden der Informationen gestaltet sich schwierig und die Vergabeprozeduren sind langwierig«, diagnostizierte Kammerexperte Heinz Kogler einmal. Ein kurzfristiges Know-how-Vakuum, das heimische Consulter ausfüllen konnten.

Diese Lücke haben mittlerweile die Banken geschlossen, die den Beratern die Butter vom Brot nehmen. In den Instituten hat sich reichlich Erfahrung im Umgang mit Brüssel angesammelt, die Spruchpraxis ist bekannt. Für die Förderwerber ist das ein Vorteil. Im Gegensatz zu den Beratern begnügen sich die Banken statt mit Provisionen auch schon einmal mit vergleichsweise geringen Fixbeträgen. Für wirklich gute Kunden sind selbst diese weitgehend verhandelbar. Eine Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sie ihren Betreuer nicht auf Zuruf arbeiten lassen, sondern mit konkreten Vorstellungen und möglichst kompletten Unterlagen aufwarten können. Eine Renaissance erleben die Berater jedoch in den neuen Beitrittsländern. In der jungen Förderszene ändern sich die Maßgaben laufend. Dazu kommt, dass die Ausschreibungen knappe Fristen von drei Monaten haben. Für die Dienste von ortskundigen Beratern, die die Akten im Akkord an die richtigen Stellen und Personen bringen, werden rund zehn bis 15 Prozent der Fördersumme als Provision fällig. »Das kostet viel, kann aber viel bringen«, sagt ein Banker. Heikel ist im »Wilden Osten« jedoch die sorgfältige Auswahl des Dienstleisters. Dass selbst die mündliche Förderzusage eines Politikers nichts gilt, musste erst jüngst Kia leidvoll erfahren. Der Autobauer kaufte im Vertrauen auf höchste slowakische Regierungskreise bereits Grundstücke an. Jetzt sind die Zusagen verpufft. Ob Kia ohne Reparatur der »Abwicklung« jemals an die Förderungen kommen wird, ist offen. »Ohne Briefkopf und Unterschrift einer offiziellen Förderstelle läuft überhaupt nichts«, warnt ein Banker eindringlich.

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Einlösen der Prognosen

Aus Hannover, Daniel AJ Sokolov

Bereits im Vorfeld und auch während der Messe präsentierten die deutschen Mobilfunker neue Tarife und Produkte. Keine wirkliche überraschung aber ein großer Schritt war der Marktauftritt der HSDPA-Netze von T-Mobile Deutschland und T-Mobile Austria. Im Gegensatz zu österreich wird in Deutschland zusätzlich die GPRS-Weiterentwicklung EDGE eingeführt.

Ein eher unerwarteter \"Erstling“ war der Provider debitel mit der Ankündigung des ersten mobilen Fernsehens in Deutschland. Statt dem bei anderen Anbieter schon verfügbaren Streaming über UMTS wird ab Mai echter Rundfunk geboten. Nicht der übertragungsstandard DVB-H (Digital Video Broadcasting Handhelds) sondern DMB (Digital Multimedia Broadcasting) ist dabei die Technologie der Wahl. In acht Städten, natürlich allesamt Austragungsorte von WM-Spielen, beginnt \"Mobiles Fernsehen Deutschland“ (MFD) mit der Ausstrahlung von vier Fernsehkanälen. Debitel-Kunden dürfen die Kanäle für voraussichtlich etwa zehn Euro konsumieren, Kunden anderer Netzbetreiber sollen später folgen. Sogar ein DMB-taugliches Endgerät soll es im Mai geben. Das Samsung SGH-P900 dürfte etwa 600 Euro kosten.

Auch die Musik-Miete will debitel mobil machen, und zwar gemeinsam mit dem Klingeltonportal Jamba. Solange der Kunde Monat für Monat zahlt, darf er Musikdateien mit Digital-Restrictions-Management herunterladen. Der Datentraffic wird wohl extra zu bezahlen sein. Wird das Abo einmal beendet, verfallen alle Musikdateien. Kaufen oder gar kopieren ist nicht vorgesehen.A propos kaufen und kopieren - die im Kopiergeschäft übliche Miete von Kopiergeräten samt definierter Betriebs- und Serviceleistungen greift auch im Druckerbereich mehr und mehr Platz. Ja, der gesamte IT-Bereich orientiert sich verstärkt in Richtung Leasing. Siemens Financial Services hat den Trend erkannt und kooperiert etwa mit Fujitsu Siemens und SAP. Nicht nur, aber auch wegen Basel II werden immer mehr IT-Anschaffungen alternativ finanziert, vor allem durch Leasing. Die Fujitsu Siemens Vertriebspartner können nun innerhalb weniger Minuten online Leasingverträge für ihre Kunden im Bereich von 2500 bis 125.000 Euro organisieren. \"Vom Autohandel lernen heißt siegen lernen\", könnte insgeheim der Leitspruch lauten. Denn auch der regelmäßige Austausch gegen neuere Hard- und Software soll durch entsprechende Dauerverträge gesteigert werden.

Das Schlagwort des \"mobilen Arbeitsplatzes“ wird zwar schon seit Jahren bemüht, aber nach und nach doch mit Inhalt gefüllt. Zahllose Software- und Messaging-Lösungen gingen neben zur Schau gestellten Laptops mit eingebautem HSDPA-Modem oder Mobilfunk-Datentarifen mit fünf Gigabyte monatlichem Trafficvolumen medial unter. Avaya (in unseren Breiten früher als Tenovis bekannt), neben der Deutschen Telekom, Toshiba und Yahoo einer der vier offizieller technischer Partner des Weltfußballverbandes FIFA, setzt daher auch als reiner B2B-Anbieter auf das Thema Fußball. \"Das größte konvergente Netzwerk der Welt, nach den Regierungsnetzen\" verbindet 70 Locations, darunter nicht nur die WM-Stadien sondern etwa auch Hotels, Bahnhöfe und Flughäfen. 15 bis 20 Terabyte sollen in nur 30 Tagen übertragen werden. 35.000 Nebenstellen wären möglich, doch selbst für das Mega-Ereignis braucht die FIFA nach aktueller Planung nur 4.500.

Nicht zuletzt dank der absurden Verbürokratisierung und Vertechnisierung der WM-Eintrittskarten war RFID ein prominentes CeBIT-Thema. Auch die deutsche Bundeskanzlerin hatte RFID in ihrer Eröffnungsrede mehrmals angesprochen. EU-Kommissarin Viviane Reding startete einen eigenen Konsultationsprozess, in dessen Rahmen Anwendungen, Verbraucherfragen, Interoperabilität und Normen sowie der Frequenzbedarf erörtert werden sollen. Nach diversen Workshops wird es im Herbst eine öffentliche Konsultation geben, an der sich jeder Bürger beteiligen kann. Diese neue Technologie sei wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit, so Reding. Sie werde in Europa jedoch nur zum Durchbruch kommen, wenn zuvor das Vertrauensproblem gelöst werde. Gleich am ersten Messetag lud sie daher auch Privacy-Experten zu einer Podiumsdiskussion.IBM will derweil durch eine technische Lösung das Vertrauensdefizit ausgleichen. Im Zürcher IBM-Labor erdachte Chips haben eine perforierte Antenne, die der Endverbraucher einfach abrubbeln kann, etwa mit einer Münze. Dabei bleiben die gespeicherten Daten erhalten, können aber nur noch aus maximal fünf Zentimetern Entfernung ausgelesen werden. Was technophile Anwendern als einleuchtende Vorgehensweise erscheinen mag, wird nicht unbedingt gegen die ängste technokritischer Nutzer wirken. Die EU-Kommission weiß, warum sie sich \"weltweit akzeptierte Interoperabilitätsnormen und Maßnahmen zur Gewährleistung des Datenschutzes und der Achtung ethischer Grundsätze bei der Nutzung dieser Technologie\" wünscht. Die Vernetzung der Daten und Anwender wird jedenfalls voranschreiten. Irgendwann stehen wir vielleicht überall im Centrum der BIT-Welt - und damit nirgendwo.

20 Jahre CeBIT
Das \"Centrum der Büro- und Informationstechnik\" feierte heuer unter dem Motto \"Join the Vision\" seinen 20. Geburtstag. 1986 erstmals als eigene Messe ausgerichtet, ist die CeBIT auf ein Vielfaches der damals größten Messehalle der Welt gewachsen. Aber auch dieses Wachstum hat ein Ende. Zwar stieg die Zahl der Aussteller leicht, doch konnte zuletzt immer weniger Fläche vermietet werden. Neben prominenten Absagen wie jenen von Sony oder E-Plus, und der stark reduzierten Präsenz von Cisco, war auch Halle 27 ein deutliches Zeichen: Dorthin sollte \"digital living - Das Event mit Erlebnischarakter\" sowohl neue Aussteller als auch Konsumentenmassen locken. Im Endeffekt wirkte die Halle sehr geräumig. Die wenigen Aussteller und der immer noch saftige Eintrittspreis von zehn Euro (gegenüber 38 Euro für die gesamte Messe beziehungsweise 17 Euro für Schüler und Studenten am Wochenende und am letzen Messetag) machten sie nicht zum Besuchermagneten.Die österreichische Wirtschaftskammer verzichtete diesmal überhaupt darauf, einen österreichischen Gemeinschaftsstand zu organisieren. Nur zwei Unternehmen sollen sich dafür interessiert haben. Insgesamt präsentierten sich nicht einmal 40 heimische Unternehmen auf der weltgrößten Computermesse.
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Gute Tarife, böse Taktung

Bei unserem Nachbarn Deutschland, der per Selbstdiagnose verzweifelt von einer Welle der \"Aldisierung“ in den verschiedensten Produktbranchen geplagt ist, formulierte es ein Konzernboss kürzlich besonders drastisch. \"Die suchen mit einem Feuerzeug im Gastank, ob noch neue Kunden übrig sind“, schimpfte Rudolf Gröger, Chef des Mobilfunkers 02, über den Mitbewerber E-Plus. Schließlich hatte E-Plus mit der eigenen Billigmarke Simyo per Wertkartentarife begonnen, die hohen Mobilfunkpreise in Deutschland zu unterwandern. In österreich schaffte im April des Vorjahres Mobilfunker One mit der Tochter Yesss, sogar den bisherigen Preisbrecher tele.ring (zehn Cent in alle Netze) zu unterbieten. Man adressierte bewusst eine einfache Klientel - jene die lediglich telefonieren, SMSen und Sprachbox abhören wollen. Die gesamte Produktpalette bestand aus SIM-Karten und Ladebons, die fortan in Hofer-Filialen (Aldisierung in österreich) und einem Webshop zu finden waren. Auf Handsets, Kundenservice und differenziertere Dienstleistungen mussten die Kunden verzichten, deren Zahl laut Yesss-Geschäftsführer Josef Mayer mittlerweile auf 200.000 gewachsen ist. Die angebotenen neun Cent in alle Netze wurden jetzt abermals unterboten: Tele2UTA bildet mit einem Acht-Cent-Tarif, der in alle Netz gilt, ein neues Preistief.

Tele2UTA setzt zwar auf ein breiteres Vertriebsnetz als Yesss - Starterpakete des Diskontprodukts sind in Billa-Filialen, im Fachhandel bei Cosmos, Niedermeyer, MediaMarkt, Saturn und in Trafiken erhältlich - dennoch werden die gleichen Gedanken zu Ende geführt. Für Tele2UTA-Chef Norbert Wieser ist der Niedrigpreiskampf die logische Folge eines geänderten Kundenverständnisses im Handybereich. \"Die Kunden wollen nicht mehr stundenlang beraten werden, sie kennen sich ohnehin aus“, drängen für Wieser jegliche Dienstleistungen am Point-of-Sale weiter in den Hintergrund. Das Handy würde dagegen zunehmend zum Mitnahmeprodukt. Für die Kaufentscheidung fehlt dem Kunden von heute schlichtweg die Zeit. Ein weiterer Faktor begünstigt die neue Welle der Wertkartenkäufe: die Kunden haben meist mehrere unbenutzte, alte Mobiltelefone zu Hause. Diese GSM-Leichen, die in den Laden verfaulen, werden dann mittels PrePaidkarte einfach reaktiviert. Schon ist dann das neue Zweithandy bereit fürs günstige Telefonieren in die sonst teuren Fremdnetze. Wieser sieht den Prepaid-Markt damit in einer neuen Phase. \"Vor drei Jahren waren Wertkarten ein Produkt, das den Netzbetreibern kaum Gewinne gebracht hat. Nun ist der Trend abzusehen, dass die Kunden im reinen Sprachtelefoniebereich keine Bindungen mehr mit den Betreibern eingehen wollen.“ Dies sei eine relativ neue Ansicht, von der man profitiere.

Neue Taktung. Auch bei der Taktung geht Tele2UTA neue Wege. Es gilt 90/60: die ersten 90 Sekunden werden zur Gänze verrechnet, danach wird minutengenau abgerechnet. Dass nun ein Großteil der Kunden bei Kurzgesprächen, die Studien zufolge einen Großteil der Gespräche in österreich ausmachen, schlecht fährt, verneint Wieser. Handykunden würden einer eigenen Untersuchung zufolge mit einem einzigen Tarif vorbehaltlos telefonieren wollen. \"Mit dem neuen Taktungsmodell können sie dies einfach und billig, so lange sie wollen.“ Auch für Yesss-Geschäftsführer Josef Mayer ist das 90/60-Taktungsmodell der Konkurrenz Grund zur Freue, wie er meint: \"Wir sehen das sportlich und nehmen gern die Möglichkeit an, ebenfalls mehr Geld zu verdienen. Will ein Yesss-Kunde denselben Tarif wie Tele2, bieten wir diesen ebenfalls an.“

Die großen Netzbetreiber warnen indes vor einer solch einfachen Darstellung des Marktes. Zwar würden die Menschen tatsächlich gerne einfache Parameter in den Tarifen vergleichen, doch sei man bewusst nicht Billiganbieter. \"Unsere Kunden sind wirklich etwas wert“, entgegnet etwa Hutchison-Sprecherin Maritheres Paul. Zudem seien die eigenen Tarife ohnehin die besseren, so die Mobilfunker unisono. Während in der Branche über ein mögliches Diskontangebot der mobilkom gemunkelt wird, will man bei Hutchison nichts von einem Wertkartentrend wissen. Der Vertragsanteil bei den Handykunden steigt bei Hutchison bis dato ungebremst - ebenso wie auch bei mobilkom, T-Mobile und One. Diese Tatsache schließt für Wieser und Mayer nicht unbedingt ihren Geschäftserfolg aus. Man möchte Menschen ansprechen, \"die ein gesundes emotionales Verhältnis zu Mobiltelefonie haben“. Der österreichische Markt sei Technik- und Gadget-verliebt, so Mayer. Jene Zielgruppe, die nichts damit anfangen könne, sei nun bei Yesss willkommen.

Paul fühlt sich bei solchen Sprüchen auf den Plan gerufen. \"Es geht nicht nur um Sprachtelefonie“, so die Unternehmenssprecherin. Letztendlich seien stets auch weitere Dienste, wie etwa aus dem Daten- und UMTS-Bereich für einen Mobilfunkservice ausschlaggebend. Doch auch sie sieht ein, dass nun mal die Menschen \"gerne in Sprache vergleichen, weil sie ein Gefühl dafür haben“.

\"Wir wollen, dass die Kunden billig telefonieren\", bringt dagegen Tele2UTA-Chef Wieser jenen Punkt zur Sprache, den auch die anderen Anbieter für sich reklamieren. T-Mobile hat nun ebenfalls ein aggressives Wertkartenangebot vorgelegt: Telefonate in alle Netze zu neun Cent in der Minute. Die neue Strategie läuft unter dem Motto \"Markenangebot zum Diskonttarif“, sagt T-Mobile-Chef Georg Pölzl. Schließlich biete man dazu Kundenservice und Beratung. Voraussetzung ist lediglich, dass die Wertkarte mindestens einmal im Monat mit einem Guthaben von 20 Euro aufgeladen wird. Doch: Die Summe entspricht Pölzl zufolge ohnehin nur dem durchschnittlichen Telefonieverhalten der anvisierten Zielgruppe.

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Komplexer Schadensfall

Der 1. Bauschadensbericht ist nach einiger Verzögerung fertig. Das Baugewerbe und das Bauhilfsgewerbe werden für nahezu vierzig Prozent der Schäden und Mängel verantwortlich gemacht - von Baumeistern. Schuld daran ist die Planung. Gar nicht enthalten sind jene Schäden, die beim Bau von Fertighäusern entstehen.

Bauschäden zu bewerten ist eine heikle Sache. Die Bundesinnung Bau hat die Herausforderung dennoch angenommen. Gemeinsam mit Partnern, darunter die Architektenkammer, wurde im Jänner 2002 das ofi-Institut für Bauschadensforschung gegründet. Vier Jahre später liegt nun der erste Bauschadensbericht vor. Das Ergebnis ist ernüchternd: In den Jahren 1997 bis 2002 wurden hierzulande mindestens 180 Millionen Euro pro Jahr für Baumängel im Hochbau ausgegeben. Nahezu die Hälfte ist auf Wassereinwirkungen zurückzuführen. Dächer, Balkone, Kellerwände und Fundamentplatten bereiten der Bauwirtschaft Sorgen. Für 39 Prozent der Schäden wurden Ausführungsfehler als Ursache identifiziert, 29 Prozent der Schäden resultieren aus Planungsfehlern und der Rest geht auf das Konto mangelhafter Bauprodukte und der Gebäudenutzer selbst. »Das zeigt, dass gute Planung und Bauausführung den größten Einfluss auf die Bauqualität haben«, erklärt Bundesinnungsmeister Johannes Lahofer unter Berufung auf eine Befragung von 124 Baumeistern, Ziviltechnikern und Sachverständigen. Dass es hierzulande nicht wenige planende Baumeister gibt, sei nur nebenbei erwähnt. Die gute Nachricht: 44 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Bauqualität seit dem Jahr 2000 ansteigt, nur 23 Prozent glauben, dass die Qualität schlechter wird. 33 Prozent orten eine gleichbleibende Qualität. Zu guter Letzt lässt der Bauschadensbericht auch Hoffnung aufkeimen: Die Einführung des Energieausweises könnte eine Verschiebung vom Kostenwettbewerb hin zum Qualitätswettbewerb bringen. Und eine Reduzierung des Aufwands für Mängel- und Schadensbehebungen würde neben der Steigerung der Bauqualität auch eine Erhöhung der Rendite in den Baufirmen mit sich bringen. Würden die produzierten Schäden von einem Prozent des Umsatzes auf 0,5 Prozent reduziert, könnten am Ende 17 bis fünfzig Prozent Mehrertrag übrigbleiben, rechnet die Bundesinnung.

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Hartes Filterlos

Wir sind dynamisch statt statisch“, erklärte der Präsident des Verband österreichsicher Baumaschinenhändler Ferdinand Beringer kürzlich vor versammelter Presse. Der Zweig stelle einen wichtigen Wirtschafsfaktor dar. Die etwa 3.000 Mitarbeiter des Handels setzen pro Jahr etwa 800 Millionen Euro um. Bedauerlich ist für Beringer, dass die Politik der Branche Prügel in den Weg legt anstatt Investitionsanreize zu geben. Gemeint sind einmal mehr die Verordnungen zur Reduzierung der Feinstaubbelastung, die in Tirol, Wien und Klagenfurt zum Teil schon in Kraft getreten sind. Beringer gibt zu bedenken, dass einer kleinen Erdbewegungsfirma mit fünf Baumaschinen gewaltige Kosten von bis zu 65.000 Euro für die Nachrüstung ihrer Gerätschaft ins Haus stehen würde. Er findet das \"unvorstellbar“, weil diese Kosten in keinem Verhältnis zum gewünschten Erfolg stünden. Ungerecht sei das Hinprügeln auf die Bauwirtschaft insgesamt, da diese mit 1,6 Prozent des gesamten Feinstaub-Ausstosses nur einen ganz geringen Anteil ausmachen würden. Die Mawev wünscht sich daher eine drei- bis fünfjährige übergangsfrist für den Einbau von Partikelfiltern bei allen neu ausgelieferten Baumaschinen. Für ältere Maschinen wünscht sich der Verband eine Kulanzzeit von fünf bis zehn Jahren.
Was die bislang in Kraft getretenen Verordnungen betrifft ist der Mawev-Geschäftsführer Siegfried Sedlacek skeptisch. \"Sie werden de Facto nicht überprüft“, glaubt er und weist darauf hin, dass die Regelungen sowieso mit hoher Wahrscheinlichkeit verfassungswidrig seien. Dazu komme noch der Umstand, dass es derzeit noch keine Messeinrichtung zur überprüfung des Rußausstosses gäbe. Ganz generell will sich der Verband dem Naturschutz nicht verwehren. Wenn schon Filterpflicht dann aber ordentlich und zumindest bundesweit einheitlich lautet das Motto der Mawev. Noch lieber wäre der Branche eine europaweite Regelung, da Baugeräte heutzutage ja auch grenzüberschreitend eingesetzt werden. Weil eine solche weit weg ist bleibt die Branche vorerst den politischen Trickspielen einzelner Regionen ausgeliefert. Wäre die Politik tatsächlich um eine Reduzierung des Feinstaubs bemüht müsste die Filterpflicht nicht nur für Bagger und Radlader gelten, sondern auch Lastkraftwagen und die Traktoren der Bauern. Dort stehen jedoch zwei mächtige Lobbys Gewehr bei Fuß um das zu verhindern.
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Von Kühen und Frequenzen

Auf dem Weg zum Binnenmarkt sollen nun endlich auch die unangemessen hohen Gebühren für Auslandsgespräche im Mobilfunk fallen. Die Gebührenfallen, die jede Lust am Telefonieren über die Grenze bereits im Keim ersticken lassen, sind besonders unter den Mobilfunkbetreibern in Tourismusländern wie österreich beliebt. über den Tellerrand gesehen sind sie aber an jedem Ort kontraproduktiv. Denn das Image des teuren Handys ermutigt nicht unbedingt, die Umsätze der Branche in die Höhe treiben zu wollen. Man fasst sich deshalb kurz, schreibt ein SMS und spricht sich mit seinen Nächsten erst wieder daheim aus - zurück von der Geschäfts- oder Urlaubsreise.

Der EU-Kommission sind die hohen Roaminggebühren schon lange suspekt. Sie möchte die künstlich hoch gehaltenen Tarife in den nächsten Monaten endgültig knacken. In der Branche gibt man sich verständnisvoll und überrascht mit Mitgefühl: so ziemlich jeder Betreiber ist plötzlich Nettozahler und sieht seine eigenen Kunden von der Roamingpolitik im (jeweils anderen) Ausland besonders betroffen. \"Wir begrüßen die Forderung der EU-Kommission nach einer Herabsenkung der Tarife“, heißt es etwa bei einem großen Mobilfunker in Deutschland. Sind es doch gerade die reisefreudigen Deutschen, die gerne ihr Geld in Europa verstreut liegen ließen. Dass so mancher Provider die Cashcow Roaming nicht gerne auf Diät setzen wird, ist indes ebenso klar. Ein Manager eines großen österreichischen Mobilfunkbetreibers beschrieb mir vor Jahren einmal den umsatzträchtigsten Senderstandort in seinem Netz: eine Raststation in Kroatien. Dort errichteten die findigen Ingenieure eine ausreichend starke Anlage, die die Gespräche von Kunden übernahm, die es besonders eilig hatten. Die Gespräche in sämtlich anderen Mobilfunknetzen rissen nämlich auf dem Weg ins Untergeschoß des Gebäudes ab. Dort befand sich ein stark frequentierter Ort: die öffentliche Toilette.

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