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Bayrische Sonnenkraft

Kollektoren, so weit man schaut, und ein leises Brummen. So stellt sich die soeben in Betrieb gegangene weltweit größte zusammenhängende Photovoltaikanlage im bayrischen Pocking für den Besucher dar. Wenn man erst einmal vorstößt bis zum Zaun des Geländes, auf dem der 10MWh leistende Solarpark positioniert ist. Errichtet wurde die Anlage von Shell Solar GmbH, der CommerzLeasing und Immobilien AG und Martin Bucher Projektentwicklungen. Er liegt in einem 32 Hektar großen ehemaligen Bundeswehrgelände. Shell Solar hat als Generalunternehmer insgesamt 57.912 mono- bzw. polykristalline Solarmodule eingesetzt. »Das sind Dimensionen mit großer Wirkung«, freut sich der Initiator und Projektentwickler des Solarparks Martin Bucher. »Wir können mit dem Solarpark rund 3300 Einfamilienhäuser mit umweltfreundlichem Strom versorgen. Und wir entlasten die Umwelt jährlich um etwa 10.000 Tonnen Kohlendioxid.«
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Eine kurze Geschichte der Kernenergie

Die ersten Experimente zur Radioaktivität wurden um das Jahr 1890 durchgeführt. Henri Becquerel, Marie und Pierre Curie sind die Namen, die mit der Erforschung von Kernreaktionen in enger Verbindung stehen. Den Begriff der \"Atomenergie“ bzw. \"Kernenergie“ hat der deutsche Physiker Hans Geitel im Jahr 1899 im Zusammenhang mit den radioaktiven Zerfallprozessen geprägt.
Die erste künstliche Kernspaltung gelang einer Gruppe um den Chemiker Otto Hahn 1938 in Berlin, die Theorie dazu lieferte die nach Schweden emigrierte Physikerin Lise Meitner. Rasch erkannten Wissenschafter, dass damit das Fundament für den Bau von Bomben mit unvorstellbarer Zerstörungskraft gelegt war. In einem Brief an den amerikanischen Präsidenten Roosevelt warnte Albert Einstein vor der Möglichkeit deutscher Atomwaffen. Roosevelt reagierte mit der Entwicklung eigener Atombomben, dem \"Manhattan Project“. Nach dem Einsatz der Bombe 1945 in Hiroshima und Nagasaki setzte bei einigen Wissenschaftern ein Umdenken ein. Selbst Forscher, die am \"Manhattan Project“ beteiligt waren, forderten, die atomare Rüstung den neu gegründeten Vereinten Nationen zu übertragen. Sie fanden allerdings kein Gehör. Politik und Militär wollten nicht auf Atomwaffen verzichten, sondern sich mit ihrer Hilfe die Vorherrschaft in der Nachkriegsordnung sichern. Als die Sowjetunion 1949 ihrerseits die erste Atombombe zündete hatte der atomare Wettlauf begonnen.

\"Atoms for Peace“
Parallel zur immer noch dominanten militärischen Forschung wurde Anfang der fünfziger Jahre auch der zivilen Verwendung der Kernenergie Aufmerksamkeit geschenkt. Der Tod der beiden Hardliner Stalin und Truman ermöglichte erste Kurskorrekturen.
Der US-Präsident Dwight D. Eisenhower forderte in seiner Aufsehen erregenden Rede vor der UN-Vollversammlung den Einsatz der Atomtechnik für friedliche Zwecke und die Gründung einer internationalen Atombehörde unter der Leitung der UNO. Zudem sollten die Atommächte ihr spaltbares Material und Know-how abtreten. Die Rede zeigte die gewünschte Wirkung. Unter tatkräftiger Mithilfe von amerikanischen PR-Beratern brach eine regelrechte Atom-Euphorie aus. Wissenschafter träumten vom Einsatz in der Energietechnik, der Medizin und der Landwirtschaft. Philosophen wie der deutsche Marxist schwadronierten von einer Zukunft, in der mit einigen Pfund Uran oder Thorium die Wüsten Sahara und Gobi zum Verschwinden gebracht, und Sibirien, Grönland und die Antarktis zur Riviera verwandelt werden würden. Und populärwissenschaftliche Zeitschriften beschrieben Weltraumfahrzeuge, die durch eine Kette von rasch nach einander gezündeten Atombomben zum Saturn und auch wieder zurück fliegen könnten.
Die zentrale Vision blieb aber die Bereitstellung von billiger Elektrizität. Trotz anfänglicher Skepsis hinsichtlich der Rentabilität, wurde im Jahr 1955 das erste kommerziell genutzte Atomkraftwerk in Calder Hall im Nordwesten Englands in Betrieb genommen. In den sechziger Jahren wurden weltweit weitere Kernkraftwerke errichtet, ein echter Boom war in den Siebzigern zu verzwichnen. Dank jährlicher Zuwachsraten von 30 Prozent und in Folge des Erdölschocks 1973 wurden ehrgeizige Ausbaupläne erarbeitet.
Nun regte sich erstmals Widerstand. Die 68er Bewegung hatte eine kritische öffentlichkeit entstehen lassen, die den euphorischen Prognosen der Politiker misstraute. Zahlreiche Störfälle und die ungelöste Frage der Endlagerung des radioaktiven Mülls beschleunigten das Erstarken von Bürgerinitiativen und Umweltbewegungen. Spätestens nach den schwerwiegenden Unfällen in Harrisburg (1979) und vor allem Tschernobyl (1986) hatte die Kernenergie mit einem veritablen Imageproblem zu kämpfen. Speziell in Europa nahm die Kritik an der Nutzung der Kernenergie deutlich zu. Nicht immer war der Protest friedlich. Besonders heftig gerieten die Auseinandersetzungen um die Wiederaufbereitungsanlage im bayrischen Wackersdorf und das Endlager in Gorleben, Niedersachsen. In Frankreich eskalierte die Auseinandersetzung um den schnellen Brüter \"Super Phenix“ in Malville. Der Einsatz der paramilitärischen Polizeieinheit CRS forderte zahlreiche Schwerverletzte und einen toten Demonstranten.

Zwei Szenarien
In Folge der atomaren Störfälle beschlossen immer mehr Länder den Ausstieg aus der Atomenergie, darunter Belgien, Schweden und Deutschland. Anders die Situation in den USA, wo die Laufzeit bestehender Kernkraftwerke verlängert wird und ähnlich wie in Indien, Russland, China oder Japan neue Kraftwerke gebaut werden sollen. Eine Entwicklung, die auch in Europa zum Teil auf Zustimmung trifft. Walter Hohlefelder, Präsident des Deutschen Atomforums und Vorstandsmitglied der E.ON Energie AG, spricht von der Einsparung von 2,8 Milliarden Tonnen CO2 im letzten Jahr durch den Einsatz von Kernenergie und appelliert an die Atomkraftgegner, den \"künftigen Generationen alle Optionen für die Energieversorgung offen zu halten. Auch die Option der Kernenergie“.
Für das deutsche Institut für angewandte ökologie ist diese Entwicklung nicht nachvollziehbar. \"Keines der Ziele, die von den Protagonisten einer Laufzeitverlängerung formuliert werden, hat in der Realität Bestand“, sagt Bettina Brohmann, Energieexpertin am öko-Institut in Darmstadt. \"Weder sinken die Strompreise, noch können Kohlenstoffdioxid-Emissionen vermieden werden.“ Denn durch den CO2-Zertifikatehandel könnten Stromunternehmen, die Atomkraftwerke betreiben, die ihnen zugewiesenen Emissionszertifikate einfach an andere Anlagenbetreiber verkaufen. Zudem fürchtet Brohmann, dass durch eine Verlängerung der Laufzeiten die fortschreitende Entwicklung der Erneuerbaren Energien behindern werden könnte.

Reaktorunfälle:
Harrisburg, Pennsylvania
Am 28. März 1979, kurz vor vier Uhr morgens, ereignet sich im Kernkraftwerk Three Mile Islands bei Harrisburg, Pennsylvania, der bis dahin schwerste Störfall in der Geschichte der friedlichen Nutzung der Kernenergie. In der erst wenige Monate alten Anlage kommt es zu einem Zusammenbruch des Kühlsystems. In Folge der irrtümlichen Abschaltung des Ersatzsystems überhitzt sich das Uranium und 25 Prozent der Kernelemente schmelzen. Große Mengen radioaktiven Gases und verseuchten Wassers treten aus dem Reaktorkern aus und gelangen ungefiltert in die Umwelt. Obwohl die Behörden nur Kleinkindern und schwangeren Frauen zur Evakuierung raten, verlassen rund 200.000 Personen den Großraum Harrisburg. Offiziell hat der Störfall zu keinen Gesundheitsschäden geführt. Die Beseitigung der Schäden und die Entseuchung der Umwelt dauerten über zwölf Jahre und kosten rund eine Milliarde Euro.

Tschernobyl, Ukraine
Am 26. April 1986 kommt zur bekanntesten und folgenreichsten nuklearen Havarie. Der Atomunfall im ukrainischen Tschernobyl ist der erste mit staatenübergreifenden Folgen. Ausgelöst wird die Katastrophe während eines Experiments zur überprüfung der Notkühlung bei einem Stromausfall. Um 1:24 Uhr nachts kommt es zu zwei Explosionen in Reaktorblock 4. Während des darauf folgenden Reaktorbrands wird Radioaktivität von der 40fachen Intensität der Hiroshimabombe freigesetzt. Die radioaktive Wolke wird weit über die Grenzen der Sowjetunion hinaus getragen. Zur Eindämmung der Katastrophe werden zahlreiche Soldaten, Studenten und \"Freiwillige“ - so genannte Liquidatoren eingesetzt, die das Kraftwerk dekontaminierten und schließlich den \"Sarkophag“, eine Betonhülle um Reaktorblock 4, bauten. An den Folgen des Unglücks sterben innerhalb von nur drei Monaten 28 Menschen, mehr als 200 müssen wegen akuter Strahlenkrankheit in Krankenhäuser behandelt werden. Die Langzeitfolgen sind nicht absehbar und auch heute noch umstritten. Die Zahlen schwanken zwischen 10.000 und 250.000 Tschernobylopfer.

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Wissen. Aber wie?

Innovation ist in aller Munde, dennoch ist nicht immer klar, was damit gemeint ist. Innovation ist keineswegs mit Forschung oder Erfindung gleichzusetzen. Eine frei nach dem ökonomen Joseph A. Schumpeter zitierte Definition trifft das Thema wohl am besten: Forschung verwandelt Geld in Wissen, und Innovation verwandelt Wissen in Geld.

Damit ist ein Kernpunkt von Innovation angesprochen: Die Anwendung von Wissen zur Erzielung von Markterfolgen. Ein weiteres Kennzeichen von Innovation ist die Tatsache, dass es sich häufig um die erfolgreiche Anwendung von bereits vorhandenem Wissen handelt, allerdings auf (Markt)Gebiete, wo es bisher nicht angewendet wurde. Und dieses Wissen gibt es in zwei grundlegenden Formen: Einerseits das relativ leicht zugängliche kodifizierte, publizierte Wissen, andererseits das oft mit \"Erfahrung\" umschriebene, in Personen und Organisationen vorhandene \"stille\" Wissen, charakteristisch für große stabile Organisationen. Auf diese zwei Wissensspeicher konzentriert sich auch das Innovationsmanagement bei Philips: Wir verstehen darunter die systematische Suche nach neuen, wirtschaftlich interessanten Anwendungen des im Konzern vorhandenen Wissens.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es - die aber Wohl größte Herausforderung im Innovationsmanagement besteht in der Aufgabe, aus einer Vielzahl möglicher Innovationsideen die erfolgsträchtigen herauszufiltern und rasch zu realisieren.Hier ist es besonders wichtig, die richtigen Mitspieler zu finden und zu mobilisieren.
Damit Verknüpft sich für mich Innovations- und Personalmanagement auf ganz natürliche Weise - es geht darum, im richtigen Moment Kompetenzen zu entdecken, zu entwickeln und geschäftswirksam einzusetzen!

Die Bedeutung von Innovationsmanagement wird durch die Tatsache unterstrichen, dass es in relativ kurzer Zeit einen wesentlicher Beitrag zum angestrebten organischen Wachstum des Unternehmens leisten kann. Die Idee an sich ist nicht neu, die Umsetzung scheitert aber häufig daran, dass sich diese neuen Anwendungen häufig im \"Niemandsland\" zwischen den etablierten Geschäftsbereichen befinden.
Philips hat - spezifisch in der Region österreich-Deutschland-Schweiz - die folgende Vorgangsweise zur Stimulierung von Innovationen implementiert:

• Bottom up: Die Aufarbeitung der \"Angebotsseite\" für die Geschäftsbereiche, durch Gründung einer grenzüberschreitenden Innovationsplattform. In ihr erarbeiten Vertreter aller Geschäftsbereiche neue, realisierbare Technologie-, Produkt- und Marktkombinationen auf Basis vorhandener und verfügbarer Kompetenzen.
• Top down: Das Top Management formuliert konkrete und verbindliche Geschäftsziele im erwähnten \"Niemandsland\" zwischen den Geschäftsbereichen und schafft dafür entsprechende organisatorische und geschäftliche Rahmenbedingungen (Beispiele: regionales Cross Business Line Projektmanagement, Prozesse und Ablauforganisation für die Bewertung und Umsetzung von innovativen Geschäftsideen).

Die strategische Aufgabe des Innovationsmanagements ist, das Thema Innovation und die Routine des Unternehmens zu trennen und wieder zu verknüpfen. Die Herausforderung ist, innovatives Denken und Handeln von den Zwängen eines Unternehmens zu befreien und gleichzeitig mit den Bedürfnissen des Marktes und den Zielen des Unternehmens zu koppeln. Dass man sich dabei nicht nur auf Wissen und Wissende im eigenen Unternehmen beschränken soll, erhöht die Chancen auf erfolgreiche Innovationen. Um es mit Schumpeter zu sagen: Die Kooperationen mit Forschungsinstituten, Lieferanten und anderen Partnern steigert das Wissen; die enge Zusammenarbeit mit Kunden multipliziert die Chance, daraus echte Innovationen und damit Geld zu machen!

Markus Posch ist Vorstand Innovation & Personal bei Philips österreich-Deutschland-Schweiz

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Sackl Zement

Die Evolution des Zementsackes schreitet grandios voran. Früher wog er fünfzig Kilo und war schwer zu fassen. Eine ganze Generation von Bauarbeitern holte sich damit Rückenleiden. Vor ein paar Jahren wurden sie im Gewicht halbiert - eine Erleichterung um das Doppelte. Und jetzt kriegen sie bei Kirchdorfer auch noch Griff, Reißverschluss und Schutzfolie. Seit kurzem sind die beiden Sorten »Universal«-und »Spezial«-Zement im Handel erhältlich und machen das möglich, was Männer sich vermutlich schon immer wünschten: Frau kann locker noch ein Sackerl bringen. »Das belastende und oft staubige Schleppen vor der Brust hat damit ein Ende«, verrät der Hersteller. Mittels »Easy-Open« erspart man sich auch das heftige Herumhacken mit Kelle oder Schaufel. Und weil sich der Sack vollständig öffnen lässt, wird das Entleeren zum Maurergedicht. Kunden, die sich im Handel bald ein Paletterl des edel verpackten Zements sichern, kriegen mit ein bisschen Glück noch ein Sixpack Energydrinks der Marke »Power Horse« dazu. Zement, der beflügelt, erfrischt und belebt. Das ist doch was.
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Festtage der Architektur

Am 9. und 10. Juni finden zum dritten Mal die Architekturtage statt, an denen die öffentlichkeit gegenüber Architektur sensibilisiert werden soll. Mit offenen Ateliers, offenen Gebäuden, geführten Touren, Vorträgen, Diskussionen und Festen in österreich, Bratislava und Westungarn wollen die Organisatoren, die Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten sowie die Architekturstiftung österreich, die Aufmerksamkeit auf die Baukultur lenken.
Das Eröffnungsfest findet am 8. Juni ab 19 Uhr im Wiener Museumsquartier statt. Zugleich feiert auch das Europäische Forum für Architekturpolitik und gemeinsam mit dem Architekturzentrum Wien, dem Verein Architekturtage und der Initiative »Wonderland« aus Anlass der österreichischen EU-Präsidentschaft ein »Fest der Architektur«. Am Tag davor, am 7. Juni, eröffnet Wonderland, ein Netzwerk aus 99 Architekturteams aus elf zentral- und westeuropäischen Ländern, als Schluss und Höhepunkt ihrer im September 2002 gestarteten Tour durch Europa, eine Ausstellung inklusive Workshops und Themenvorträgen.

Info: www.architekturtage.at, www.wonderland.cx, www.azw.at

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Desaster um Cluster

Drei Jahre Netzwerken für das ökologische Bauen haben mit Ende März abrupt geendet. Der Clustermanager Josef Seidl sowie seine Mitstreiter Franz Gugerell und Gudrun Stöger wurden nach ihrer Kündigung mit sofortiger Wirklung freigestellt. Diensthandys und Computer mussten binnen Stundenfrist an den Dienstgeber Ecoplus ausgefolgt werden. Die Vorgeschichte dazu ist lang und komplex und mit Sicherheit nicht frei von Eitelkeiten. Fix ist, dass die Arbeit des Clusters rundum Anerkennung findet. »Die Ursprungsidee, den ökobau produktunabhängig zu forcieren, wurde kompetent und erfolgreich umgesetzt«, findet das Cluster-Beiratsmitgleid Norbert Prommer vom Verband der Ziegelhersteller. Selbst der am prompten Ausscheiden des Teams nicht unbeteiligte Bereichsleiter der Wirtschaftsagentur Ecoplus Walter Freudenthaler sagt: »Die Arbeit war erfolgreich, insgesamt positiv.« Er leitet nun den Cluster interimistisch und sucht ein neues Team, das laufende Projekte weitertreibt und neue anleiert. Und Leute, die sich an die organisatorischen Spielregeln des Landes und der Ecoplus halten. Genau damit soll es Seidl nicht so genau genommen haben. »Innerhalb der Organisation wurden Bedingungen gestellt, die eine weitere Performance verhindert hätten«, erklärt Seidl dazu. Und weiter: »Wir haben dem Land vorgeschlagen, den Cluster als GmbH weiterzuführen.«. »Patschert« findet das Freudenthaler: »Es war blauäugig, zu glauben, dass das Land die Sache einfach abgibt. Dazu ist sie als wirtschaftspolitisches Instrument viel zu wichtig«, meint er. Seidl wiederum begründet eben diese Ausgliederungsidee mit einem Regierungsbeschluss, der u. a. vorsieht, nach fünf Jahren eine definitive Entscheidung über die Zukunft der Cluster zu fällen: »Ich verstehen nicht, dass eine Wirtschaftsagentur etwas gegen wirtschaftliche Aktivitäten hat«, ätzt Seidl. »Wir waren erst im dritten Jahr«, gibt sich Freudenthaler ob des Tempos der Clusterflüchtlinge erstaunt. Sein Chef, Wirtschaftslandesrat Ernest Gabmann, sprach jedoch erst kürzlich in Schrems stolz davon, dass man bald die ersten Cluster in die Unabhängigkeit entlassen werde. Wenige Tage später fiel die Entscheidung im Fall des ökobaucluster genau gegenteilig aus.

Was die Neuformierung des ökobaucluster betrifft, haben namhafte Vertreter aus der Baustoffecke einen wichtigen Wunsch: Der ökobau soll weiterhin produktneutral betrachtet werden. Allein der Umstand, dass innerhalb der Ecoplus ein interner Diskussionsprozess über die Ausrichtung ihrer Cluster geführt wird, lässt zumindest bei manchen die Befürchtung aufkommen, dass ökobau und Holzcluster zusammengeführt werden könnten. »Eine ärgerliche Unwahrheit ohne Substanz« sieht darin Peter Sattler, Chef des Holzcluster. Er habe mit Holz genug zu tun, erklärt er. Trotzdem kursiert das Gerücht, dass bei einzelnen Vertretern des Clusters vorgefühlt worden wäre, ob eine Fusion der Cluster ein Problem wäre. Entwarnung gibt unterdessen Klausjürgen Kiessler, Cluster-Beiratsmitglied und Funktionär der Bauinnung Niederösterreichs: »Landesrat Gabmann hat mir gegenüber inzwischen ein klares Bekenntnis zum ökobaucluster abgelegt«, erklärt er. Gabmann selbst lässt ausrichten, dass er demnächst den persönlichen Kontakt zu den Beiratsmitgliedern suchen wird, bei dem auch die Weichen für eine kompetente Nachbesetzung von Seidl gestellt werden sollen. Aus seiner Sicht besteht naturgemäß kein Grund zur Beunruhigung .

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Eine Menge Geld

Das ist eine ganze Menge Geld«, zeigte sich Peter Skalicky, Rektor der Technischen Universität Wien und Mitglied der österreichischen Rektorenkonferenz, mit den knapp 529 Millionen Euro zufrieden, die das Bildungsministerium für die Generalsanierung der Universitäten zur Verfügung stellt. Vor einem Jahr klang das noch anders: Damals, als es zwischen Rektorenkonferenz, Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und Bildungsministerium um die Prioritätenreihung beim Sanierungsplan ging, waren 600 Millionen in Aussicht gestellt worden, was die Rektorenkonferenz noch als unzureichend kritisiert hatte.

Doch mittlerweile ist das Kriegsbeil zwischen den Hochschulen und Bildungsministerin Elisabeth Gehrer offenbar begraben, Skalicky bedankte sich anlässlich der Vorstellung des Generalsanierungspakets artig bei Gehrer - erhält doch seine eigene Uni, die TU Wien, mit knapp 119 Millionen den mit Abstand größten Brocken. Damit werden die Laborgebäude der TU auf den neuesten Stand gebracht, achtzig Millionen gehen in einen Ersatzbau der Technischen Chemie am Getreidemarkt, der Ende 2010 fertig werden soll. Zu diesen nicht sanierbaren Neubauten unter dem Titel Generalsanierung gehört auch die zahnmedizinische Klinik in Wien-Alsergrund, mit der die BIG laut Geschäftsführer Christoph Stadlhuber kurz vor Unterzeichnung des Mietvertrags steht. 56,5 Millionen Euro soll das vom Architekturbüro Nehrer, Medek und Partner geplante Gebäude inklusive der medizintechnischen Einrichtungen kosten, die Fertigstellung ist für 2010 geplant (siehe Bild).

»Das ist eines der größten Sanierungsvorhaben der letzten Jahrzehnte«, meinte Stadlhuber zu dem Sanierungsprogramm, das bis 2011 abgeschlossen sein soll und bei dem die BIG achtzig Millionen aus Mietrücklagen beisteuern kann. Die Sanierungspläne für TU und WU Wien ändern nichts an den Standortüberlegungen dieser beiden Universitäten, so Skalicky, der trotz des 120-Millionen-Pakets für die TU Wien eine übersiedlung nicht ausschließen will. »Da sprechen wir aber über einen Zeitraum von 15 bis zwanzig Jahren«, meint er. Die jetzigen Standorte würden aber auch in diesem Fall nicht aufgegeben, wie Stadlhuber ergänzte.

In der Auflistung der Neubauprojekte scheinen aber weder WU noch TU auf. Dort sind derzeit 111 Millionen für Neubauten und Erweiterungen verplant. Dazu gehören der Neubau plus Adaptierung des Mozarteums Salzburg, ein Zentrum für molekulare Biotechnologie der Uni Graz sowie Neu- und Zubauten für die beiden Musikuniversitäten Graz und Wien. Rund 270 Millionen sind für drei noch nicht konkretisierte Neubauprojekte eingeplant: Mit 165 Millionen der größte Brocken ist dabei für den Bau eines Campus sowie eines Institutsneubaus für die Medizinuni Graz vorgesehen. Die Wiener Bodenkultur soll in der Muthgasse ein neues Biotechzentrum erhalten, die Innsbrucker Uni eine neue Bibliothek.

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Backbone verlängert

\"Viele Firmen im Westen bewegen sich nach Osten“, betreibt Josef Trimmel, Bereichsleiter der Wholesale- und Carriergeschäfte bei Telekom Austria, derzeit eine einfache Geschäftspolitik: \"Follow the Customer“. Hat die TA im März ihren Datenbackbone bis ins ferne Bukarest verlängert, um am hiesigen Accessmarkt mitzunaschen, wurde das boomende Ostereuropa nun gleich ganz zur Chefsache erklärt. \"Zwei Jahre nach der EU-Osterweiterung können wir sagen, dass wir als regional tätiger Carrier etabliert und dementsprechend bekannt sind. Egal ob Sprachtelefonie, Datenverkehr, Corporate Networks oder Internet-Connectivity: Die lokalen Anbieter reden bezüglich ihrer internationalen Anbindung zuerst mit uns.“ Trimmel, der bei Osteuropa-Aktivitäten sogar \"Prefered Partner“ für die British Telecom ist, möchte den Osten mittels Partnerschaften erschließen. In den Partnermodellen würden mit Equipment und professionellen Partnern vor Ort die Anforderungen der Kunden erfüllt werden. So wird der POP in Bukarest mit dem örtlichen Unternehmen DATEC realisiert. Experten sehen die investitionsfreudige Telekommunikationsbranche besodners für Partnerschaften geeignet.

Nicht nur in Rumänien wähnt sich Trimmel auf sicheren Boden. In den letzten drei Jahren steigerte die TA das gesamte Verkehrsvolumen nach Osteuropa um rund 48 Prozent und lässt damit die meisten anderen westlichen Provider hinter sich. \"Die Mentalität der österreicher kommt uns in vielen Ländern entgegen. Wir sind kontaktfreudiger als viele andere und sind aufgrund unserer Vorgeschichte idealer Partner im TK-Geschäft. Das sollten wir nutzen“, so Trimmel.. Nach der mittlerweile gut ausgebauten Versorgung mit IKT-Dienstleistungen der umliegenden Nachbarländer österreichs festige sich das Geschäft nun in den etwas weiter entfernten Ländern wie Rumänien oder Bulgarien.

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Information - Beeinflussung - Zwang

Im Jahr 2001 hat die Europäische Kommission eine Studie zur Verkehrssicherheit veröffentlicht, die mit alarmierenden Zahlen aufwarten konnte. Alleine im Jahr 2000 forderten Unfälle im Straßenverkehr in der Europäischen Union 41.900 Menschenleben und mehr als 1,7 Millionen Verletzte. In der Altersklasse von 14 bis 25 Jahre waren Verkehrsunfälle die Todesursache Nummer eins. Volkswirtschaftlich betrachtet beliefen sich die unmittelbar messbaren Kosten von Verkehrsunfällen auf 45 Milliarden Euro, für die indirekten Kosten wurde ein Betrag von 160 Milliarden Euro angesetzt, das sind zwei Prozent des damaligen BIP der EU. Kein Wunder, dass sich die EU zum Handeln gezwungen sah. Die Folge war ein Weißbuch zur europäischen Verkehrspolitik. Die Ziele waren ehrgeizig: Die Zahl der Verkehrstoten sollte bis 2010 halbiert werden. Die aktuelle Situation: es gibt immer noch mehr als 40.000 Verkehrstote pro Jahr und die Kosten werden mit rund 200 Milliarden Euro beziffert. Vor dem Hintergrund der EU-Erweiterung im Jahr 2004 kann dies zwar als kleiner Erfolg gewertet werden, von den ehrgeizigen Zielen des Weißbuches ist man aber noch weit entfernt. Dass etwas geschehen muss, ist offensichtlich, dass es geschehen wird, dafür soll die Verkehrstelematik sorgen.

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Kleine Punktlandung

Fast täglich trudeln Horrormeldungen über den Weltölhandel, die ölreserven und die damit verbundenen Preissteigerungen durch die Medien. Zugleich fiebert das ganze Land im Biomasseboom. Der Effekt sind großvolumige Zubauten bei den Heizanlagenherstellern Fröling, Hargassner, KWB und anderen. Sie alle würden kaum ausbauen, wenn nicht der Markt nach Pellets- und Hackschnitzelheizungen verlangen würde. Eine Verschiebung der Marktanteile ist also absehbar. Die Abwendung von öl und Gas wird jedoch eine ganze Weile dauern, denn noch 2004 waren österreichweit mehr als 900.000 ölfeuerungen in Betrieb. »2005 wurde mehr Heizöl verkauft als im Jahr davor. Es war mengenmäßig ein gutes Jahr«, weiß Reichard. Die Ursache: Schon 2004 waren die Kunden zurückhaltend und mussten deshalb im Vorjahr einkaufen, weil die Tanks leer waren. Viel Engagement legt das IWO in die Kampagne »Geizraum statt Heizraum«. Damit sollen ölheizungs-Eigentümer motiviert werden, ihre Altanlagen gegen neue, leistungsstarke ölkessel zu tauschen. Geschätzte 450.000 Kessel seien altersbedingt auszutauschen, erklärt Reichard. Damit könnten in Summe 397 Millionen Liter öl bzw. gut eine Million Tonnen Co2 eingespart werden. Noch sei es zu früh für ein Zwischenresümee, an Anfragen fehlte es den IWO-Beratern auf den einschlägigen Messen jedenfalls nicht.

Freuen darf sich der smarte ölmann unterdessen über das Einlenken der Vorarlberger Landesregierung. Die hat mit Anfang 2006 in ihren Wohnbauförderrichtlinien das Kriterium »Reduktion lokaler Luftschadstoffe« aufgenommen. Für ölfeuerungen mit Brennwerttechnik erhält man beim Verfeuern von schwefelarmem Heizöl leicht ab sofort drei ökopunkte. Das ist nicht viel im Vergleich zu den 22 Punkten, die Vorarlberg für eine Pelletsheizung gibt, aber dennoch ein Zeichen, dass die komplexe Welt von Luftschadstoffen nicht eindimensional ist.

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