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Nachwuchs bei CNT

Die neue CNT-Tochter konzentriert sich auf SAP-Beratung und Entwicklung, Support und Schulung für lokale und internationale Kunden in Zentral- und Osteuropa. Im Portfolio sind unter anderem \"All-in-One“ Lösungen für den Maschinen- und Anlagenbau sowie Business Intelligence und Costumer Relationship Management Lösungen.

Als Geschäftsführer und Mitgründer fungiert Steffen Karpinski. Der 42-Jährige kommt aus dem Business Development und SalesManagement bei SAP. \"Ich bin überzeugt, dass Steffen Karpinski seine exzellenten Vertriebskenntnisse in Zentral- und Osteuropa erfolgreich einbringen kann“, erläutert CNT-Geschäftsführer Andreas Dörner.

Schwerpunkte bei Karpinskis SAP-Engagement waren \"New Technologies“ sowie Industrielösungen für Telekommunikationsunternehmen, Energieversorger undTransport-Dienstleister. Karpinski, der unter anderem bei Unternehmen wie GROUP 4 Securitas und Honeywell als Key Account und Business Development Manager beschäftigt war, sieht der neuen Herausforderung positiv entgegen. \"Ich sehe für CNT International Consulting in den CEE-Ländern großes Geschäftspotenzial. Diese Chance müssen wir jetzt nutzen.“

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Gut kombiniert

Das Patentrezept für überbackenes Adressen-Potpourri ist allseits bekannt: Hier ist die eine Adresse gespeichert, dort eine andere. Hier sind die Daten eines Kunden, der online ein Prospekt bestellt hat, dort wiederum finden sich die Adressen der Gäste des Vorjahrs. Hier die VIPs, dort die Journalisten-Liste. Hier ein Word-File, dort die Newsletter-Anmeldungen. Alles gut vermischen, mit einigen Anrufen würzen und bei leicht erhöhter Temperatur im Gehirnkastl schmoren lassen.

Die gute Nachricht: Es geht auch anders. Zum Beispiel bei der Steiermark Tourismus, wo man in diesem Jahr auf das Net4You-Adressmanagement umgestiegen ist und somit mit der Kärnten Werbung, die das System bereits seit zwei Jahren verwendet, gleichgezogen hat. Der Adressmanager übernimmt automatisch alle Adressen von Gästen, potentiellen Gästen, Reiseveranstaltern und verwaltet \"traditionelle\" Anfragen ebenso wie Newsletter-Anmeldungen, Prospektwünsche, Mails oder Nachrichten. Keine Adresse geht mehr verloren, nichts muss mehr per Hand eingegeben werden. Kurzum: Der Adressmanager vereinfacht und beschleunigt die tägliche Arbeit. Durch die Bündelung sämtlicher Adressen halten Betriebe bzw. Regionen zudem ein perfektes Marketing-, Auswertungs- und Steuerungsinstrument in Händen, um Anfragen- und Gästeströme zu messen.

Der Adressmanager ist ein Tool aus der E-Tourismus-Palette des Villacher IT- und Internet-Providers Net4You und kann mit anderen Tools - etwa dem elektronischen Anfragemanagement oder dem Monitoring-Tool \"Statistik4You\" - kombiniert werden.

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500 Millionen Dollar für SOA

In den SOA-Zentren können Kunden und Partner gemeinsam mit HP SOA-Technologien und -Lösungen testen und bewerten. Außerdem erfahren Interessenten dort alles über HPs Service- und Lösungsportfolio, IT-Management, Sicherheit sowie Governance. Weltweit stehen nun insgesamt fünf SOA-Zentren zur Verfügung. Neben den drei neu eröffneten Kompetenz-Zentren besteht auch in Sophia Antipolis (Frankreich) und Tokio (Japan) die Möglichkeit, mit HP SOA-Technologien zu testen und zu bewerten.

Die Gartner Group prognostiziert, dass im Jahr 2010 in über 65 Prozent der großen Unternehmen mindestens 35 Prozent der Applikationen auf einer SOA basieren werden.

SOA: Die Basis für hoch automatisierte IT-Infrastruktur. SOA stellt einen umfassenden Ansatz und die Klammer für prozessorientiertes IT-Management dar. In einer SOA sind Applikationen lose gekoppelt und wiederverwendbar; zudem basieren die einzelnen Komponenten auf Standards. Die SOA liefert IT als Service und bildet damit die Basis für eine hoch automatisierte IT-Infrastruktur, die rund um die Uhr verfügbar ist. Damit ist SOA eine entscheidende Komponente von HPs Adaptive Enterprise-Strategie.

Die Vorteile des SOA-Konzepts sind klar ersichtlich: Unternehmen werden flexibler, weil sich die IT-Services nach den Geschäftsanforderungen richten und diese optimal unterstützen. Vor allem sparen Unternehmen aber auch Geld, da vorhandene, oft heterogene Hardware sowie IT-Services in einer Service-orientierten Architektur genützt werden können.

Bereits seit Jahren verfolgt HP rund um SOA eine langfristige Strategie und bietet seinen Kunden heute ein umfangreiches SOA-Portfolio. Schon heute arbeiten bei HP weltweit rund1.500 Spezialisten für eine rasch wachsende Anzahl von Kunden an Design, Aufbau und Management von SOAs. Zusätzlich beschäftigt HP weltweit mehr als 5.000 Consultants und Integrationsspezialisten mit Expertise in verwandten Bereichen wie etwa auf J2EE oder Microsoft .NET basierenden Web-Services.

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Expertin des Monats Oktober

Silke Bühler-Paschen studierte Technische Physik an der TU Graz. Ihre Doktorarbeit schrieb sie an der ETH Lausanne (CH), wo sie am Laboratoire de Physique des Solides Semi-cristallins an der experimentellen Untersuchung von elektrisch leitenden organischen Polymeren und von Kompositen aus organischen Leitern und Polymeren mitarbeitete. 1995 wechselte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin zum Laboratorium für Festkörperphysik der ETH Zürich. 1999 ging sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin, ab 2004 in C3-Stellung, an das Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden. Im Winter 2001/2002 war sie Gastprofessorin an der Nagoya University. 2005 folgte sie dem Ruf an die Technische Universität Wien als Professorin am Institut für Festkörperphysik.

Ihr aktueller Arbeitsschwerpunkt ist die experimentelle Untersuchung elektronisch hochkorrelierter Systeme. Hierbei spielt die reine Grundlagenforschung (z.B. auf dem Gebiet der Quantenkritikalität) eine ebenso wichtige Rolle wie die anwendungsorientierte Forschung (z.B. zu thermoelektrischen Materialien). Im Sommersemester 2006 hielt Silke Bühler-Paschen darüber hinaus eine Veranstaltung über Gender-Aspekte in den Naturwissenschaften an der TU Wien ab.

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Neuer Wirkstoff

Der akute Herzinfarkt ist mit rund 2,1 Millionen neuen Fällen pro Jahr in den USA, Japan und Europa immer noch eine der führenden Todesursachen. Wie es dazu kommt ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass es nach überstandener Akutphase durch den raschen Zustrom von Blut zu einer Entzündungsreaktion kommen kann, die zusätzlichen Schaden verursacht.
Ein vom Wiener pharmazeutischen Unternehmen Fibrex Medical Research & Development GmbH entwickelter Wirkstoff soll nun helfen, den Schaden am Herzmuskel nach einem Infarkt, den so genannten Reperfusionsschaden zu vermindern. Derzeit laufen klinische Studien der Phase II. Den Patienten wird unmittelbar nach einem akuten Herzinfarkt der Wirkstoff FX06 verabreicht und der Effekt auf die Erhaltung des Herzmuskels bei der Wiederdurchblutung beurteilt. Da bisher der Reperfusionsschaden zu einem großen Teil für das Absterben von Herzmuskelgewebe bei einem Infarkt verantwortlich ist, wird als primärer Endpunkt der Studie die Erhaltung von Herzmuskelgewebe innerhalb der ersten fünf Tage nach einem Eingriff definiert.
\"FX06 hat das Potential, einen klinischen Nutzen für eine große Anzahl an Patienten zu bieten. Eben jenen Patienten, die zwar einen Herzinfarkt überleben, aber auf Grund des unnötig großen Schadens am Herzmuskel einen großen Verlust der Lebensqualität erleiden\", ist Rainer Henning, Geschäftsführer von Fibrex überzeugt.
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Erste Erfahrungen

Das nur drei Millimeter und einen Zehntel Millimeter dünne Implantat soll Menschen helfen, zumindest einen Teil ihrer Sehkraft wiederzuerlangen. Prinzipiell möglich ist dies aber nur, wenn zwar die Fotorezeptoren in der Netzhaut zerstört, die Nervenzellen der inneren Netzhaut aber noch intakt sind.An der Universitätsklinik Tübingen wurde ein aktiver elektronischer Chip direkt unter der Retina, der Netzhaut, eingepflanzt. Die winzigen Fotosensoren auf diesem Chip übernehmen quasi die Funktion der zerstörten Fotorezeptoren in der Netzhaut der Patienten. Die elektronischen Sensoren sollen auf Lichtimpulse reagieren, diese in elektrische Reizströme umwandeln, diese verstärken und damit die Nervenzellen in der Netzhaut stimulieren. Daraufhin sollen Signale über den Sehnerv in das Gehirn gesendet werden.
Die Operationsergebnisse sind viel versprechend: Es gab keine Netzhautablösungen und Entzündungen. Die Patienten sind in der Lage, die Größe von Objekten zu erkennen, horizontale von vertikalen Linien zu unterscheiden und die Bewegungen eines Punktes zu verfolgen und korrekt zu beschreiben.
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Sicher in Szene

Die Fernwärme ist eine Versicherung, trotz deutlich steigender Energiepreise werden bei Fernwärme nur moderate Anpassungen vorgenommen“, betont Roland Pumberger, Finanzvorstand der Energie AG in seiner Funktion als Bereichssprecher Wärme des Fachverbandes Gas Wärme. Dass die Versorgung mit Fernwärme eine ziemlich sichere Angelegenheit ist erklärt dazu Lothar Fickert, Professor am Institut für Elektrische Anlagen der TU Graz. Er untersuchte zwei Fernwärmeanlagen, eine mit Biomasse befeuerte Kleinanlage mit eienr Trasse von 3,5 Kilometer und ein grosses Netz mit 32.000 Kunden und 550 Kilometer Wärmeverrohrung.
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Grünes Leasing

Peter Engert, Sprecher der Geschäftsführung von Raiffeisen-Leasing: »Diese Finanzierung stellt für Raiffeisen-Leasing in mehrfacher Hinsicht einen bedeutenden Meilenstein dar. Neben der ökologischen Bedeutung unterstreicht es die Kompetenz, die Raiffeisen-Leasing europaweit in der Begleitung von Großprojekten gewonnen hat.« Das Kraftwerk wurde in Rekordzeit errichtet und verfügt über eine elektrische Jahresleistung von rund 160 Gigawattstunden, was in etwa dem Jahresverbrauch von 45.000 Haushalten entspricht. Die elektrische Energie wird in das Hochspannungsnetz des regionalen Energieversorgers, der RWE Westfalen-Weser-Ems Verteilnetz GmbH, eingespeist. Die anfallende Abwärme wird gleichfalls verwertet und über eine eigens installierte Dampfleitung an den in nächster Nähe befindlichen Produktionsbetrieb von Emsland Stärke geliefert. Für Raiffeisen-Leasing ist das Biomasse-Heizkraftwerk in Emlichheim bereits das 60. Projekt im Bereich erneuerbarer Energien. Das gesamte Finanzierungsvolumen dieser in- und ausländischen Projekte beträgt 262 Millionen Euro. Rund 51 Prozent des Volumens entfallen auf die Erzeugung von Windenergie. Biomasse liegt mit 27 Prozent an zweiter Stelle.
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Technologie - Transfer in KMU

99,6 Prozent der Unternehmen der marktorientierten Wirtschaft in österreich haben weniger als 250 Mitarbeiter, sind also KMU. Betriebe der Land- und Forstwirtschaft sowie persönliche Dienstleister wie Friseure, Saunaerhalter etc. zählen nicht zur marktorientierten Wirtschaft. In absoluten Zahlen macht das rund 270.000 Unternehmen. 0.4 Prozent sind große Unternehmen, was ungefähr 1.000 Unternehmen entspricht. Rund 87 Prozent der Unternehmen haben weniger als zehn Mitarbeiter und ein fundiertes Wissen über die Situation in diesen Unternehmen ist nicht vorhanden. Noch nie hat sich jemand verantwortlich gezeigt, diese 87 Prozent der Unternehmen abzufragen, welche Rahmenbedingungen zur Steigerung des Innovationsgeschehens von diesen Unternehmen gewünscht wären.
Bei diesen KMU gehen wir von mehreren Gegebenheiten aus, wenn sie nicht den high-tech Unternehmen zugerechnet werden, sondern eher im traditionellen Bereich agieren:

- Fast kein KMU hat eine eigene F&E-Abteilung oder eine Person, die sich umfassend mit F&E auseinander setzt.
- Der Kontakt zu universitären Einrichtungen ist mangelhaft, da nicht nur die \"Sprache“ eine andere ist, nein, das gesamte Herangehen an \"Erneuerungen“ wird unterschiedlich verstanden.
- KMU innovieren, weil sie oft durch die Anforderungen ihrer Kunden dazu angehalten werden und ansonsten in Aussicht gestellte Aufträge verlieren.
- Innovationen in KMU müssen sich rechnen und zwar nicht erst in 2 Jahren, nein, spätestens in einem halben Jahr, denn KMU haben durchwegs eine sehr geringe Eigenkapitalquote.

Wenn das die in Einzelgesprächen kommunizierten Rahmenbedingungen aus der Sicht der KMU sind, woher können dann KMU überhaupt das Wissen beziehen oder Hilfestellung zukaufen, damit das geplante Innovationsvorhaben auch gelingen wird?
Die Antwort liegt auf der Hand: Vertrauenspersonen, die einerseits die Bedürfnisse und Rahmenbedingungen der KMU verstehen und andererseits das notwendige Know How mitbringen. Aber wo gibt es diese Personen?

Die Kooperativen Forschungseinrichtungen unter dem Dach der Austrian Cooperative Research (ACR) zusammengefasst, erfüllen die Vorstellungen der von den KMU geforderten Aspekte: flexibel, rasch, vertraulich. Da die Kooperativen Einrichtungen selbst KMU sind, reden sie nicht nur die Sprache der Unternehmen, sie verstehen auch deren Herangehensweise an Innovationen: \"Wenn möglich soll am nächsten Tag schon die verkaufbare Lösung am Tisch liegen.“ Gerade dieser Umstand macht aber die Arbeit mit KMU spannend und herausfordernd. Es werden gemeinsam Lösungen - in Kooperation! - erarbeitet und sowohl das KMU als auch die Kooperative Einrichtung freuen sich über das Gelingen einer Idee.

Ein konkretes Beispiel für so einen Technologie- oder noch besser Wissenstransfer verdeutlicht die von einem KMU an eine Kooperative Forschungseinrichtung geforderten Aspekte:

Das kooperative Forschungsinstitut der Vereinigung der österreichischen Zementindustrie hat gemeinsam mit der Weissenböck Baustoffwerk GmbH - einem KMU aus dem Bausektor - an der Innovation \"Carma“ gearbeitet. Carma ist eine neuartige Betonplatte, die im so genannten Wetcast-Verfahren gefertigt wird. Diese Platten sind frost- und tausalzbeständig und entsprechen dem gestiegenen Bedürfnis von Kunden, Räume und Flächen mit natursteinähnlichen Materialien zu gestalten.Folgende Probleme galt es für das Forschungsinstitut der Vereinigung der österreichischen Zementindustrie zu lösen:

• Einerseits die Auswahl einer geeigneten Mischanlage zur Herstellung einer homogenen Betonmischanlage
• andererseits die Auswahl einer geeigneten Betonzusammensetzung, die sich trotz weicher Konsistenz beim Verdichten nicht entmischt und über die Plattendicke eine gleich bleibende Qualität aufweist.

>Mit Hilfe des kooperativen Forschungsinstituts als Wissenstransfer-Stelle ist es dem KMU gelungen, ein gänzlich neues Produktsegment und damit einen neuen Markt, die hochwertige Gestaltung von Flächen und Räumen, zu erschließen. Mit Carma konnte die Weissenböck Baustoffwerk GmbH ihren Umsatz um 6 Prozent steigern und bereits 7 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.

Zur Person
Dr. Johann Jäger übernahm im Frühjahr 1995 die Leitung der ACR-Geschäftsstelle. Er betreut und pflegt er die Zusammenarbeit mit allen Partnern der ACR und ist für die kaufmännischen, organisatorischen und wissenschaftlichen Aktivitäten der Dachorganisation zuständig.

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»Ich kenne beide Seiten«

Vier Jahre lang, während Robert Krapfenbauer Präsident der Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten war, hat sich der Tiroler Architekt Georg Pendl auf dessen Nachfolge vorbereitet. Mit scharfen Aussagen und Aussendungen profilierte sich Pendl geschickt als »Kammerrebell«, der gegen die »undemokratischen« Vorgänge rund um Krapfenbauers Alleingänge wetterte, sich damit vor allem Sympathien in der Szene der Jungarchitekten schuf, aber Ambitionen auf das Präsidentenamt immer kokett verneinte. Georg Pendl wurde 1954 in Innsbruck geboren, studierte Architektur an der Uni Innsbruck und ist seit 1986 selbständiger Architekt.

REPORT: Vor den Kammerwahlen haben Sie angekündigt, nur dann als Bundeskammerpräsident kandidieren zu wollen, wenn Sie eine Mehrheit für eine Erneuerung der Kammer sehen. Gibt es diese Mehrheit jetzt?
PENDL: Ich hoffe schon, dass es die gibt.

Wie sehen Sie Ihre Funktion als Bundeskammerpräsident?
Als Moderator, der versucht, gemeinsam mit den Länderkammern und den Sektionen Haltungen zu entwickeln, für unseren Beruf und die Qualität des Bauens das Bestmögliche zu erreichen.

Angetreten sind Sie aber mit eigenen Ideen. Wollen Sie die jetzt nicht durchsetzen?
Ich habe schon eigene Vorstellungen. Aber wie ich gesagt habe: Ich sehe mich als Moderator.

Was haben Sie sich vorgenommen?
Primäres Ziel ist die änderung des Berufszugangs. Das beginnt mit dem Anwärterstatus für Architekten, aber auch für die Ingenieure wird man etwas schaffen müssen. Auch die Kammerstruktur muss geändert werden mit ihren Doppelgleisigkeiten. Es muss entweder mit weniger Funktionärsaufwand oder mit weniger Zeitaufwand für die vorhandenen Funktionäre gehen.

Es gab in der Vergangenheit unterschiedliche Vorschläge für eine Kammerreform, etwa eine Bundeskammer mit Länderstellen. Wie stehen Sie dazu?
Die Länderkammern wird es auf jeden Fall weiter geben, das steht fest. Ich will nichts vorgeben, aber eine österreich-Kammer ist definitiv kein Ziel. Die Bundeskammer hat Aufgaben gegenüber dem Bund, und fünfzig Prozent der Entscheidungen geschehen ohnehin auf EU-Ebene. Wir werden Anfang Dezember eine Vorstandsklausur haben, wo ein Fahrplan für die nächsten vier Jahre mit Zieldefinitionen ausgearbeitet wird.

Ein heißes Thema ist die Wohlfahrtseinrichtung. Sie gelten eher als Gegner eines übertritts ins staatliche Pensionsversicherungssystem.
Ich stehe dem neutral gegenüber. Wir müssen die Diskussion versachlichen, darauf kommt es an. Die Verhandlungen mit dem Sozialministerium über einen übertritt werden jetzt wieder aufgenommen. So viel kann ich aber schon sagen: Von der staatlichen Versicherung hat es nie konkrete Zahlen gegeben. Die Reform steht dort ja erst an. Und: Geschenke vom Staat gibt es keine!

Der neue Wiener Kammerpräsident möchte auch die Honorarfrage angehen, die unter den Nägeln brennt.
Die Richtlinie der EU-Kommission sagt, dass eine Aufhebung der Honorarordnungen erwartet wird, sonst kommen Klagen der nationalen Wettbewerbsbehörden, das wissen wir seit 2002. Es gibt mehrere Studien, auch Informationen aus anderen Ländern, die die Honorarberechnung abhängig machen von Zeitaufwand, Größe, Kubatur des Projekts. Wir müssen wegkommen von der Baukostenberechnung und den Tabellen. Noch im Oktober wird ein Fragebogen ins Netz gestellt, um den Zeitaufwand von Projekten verschiedener Komplexität und Größenordnung zu erheben. Mit dieser Information der Kammer werden Kalkulationshilfen für den eigenen Stundenaufwand zur Verfügung gestellt und neue Leistungsbilder publiziert. Wir haben jetzt die Chance, damit das Honorarthema auf bessere Beine zu stellen. Die Wettbewerbsbehörde wird noch im Oktober dazu eine Stellungnahme abgeben.

Sie haben sich immer gegen die Einführung einer abgestuften Befugnis ausgesprochen ...
Die Ingenieure müssen sich darüber selbst einigen. Bei den Architekten bin ich nicht so begeistert, dass es welche mit und welche ohne Siegel geben soll. Der Status als Anwärter, die Erleichterung des Berufszuganges ist jedoch eine der zentralen Aufgaben der Kammer. Ein Architekt, der kleinere Projekte planen darf, wäre mein Ziel.

Bis jetzt haben Sie als Vorsitzender der Architektensektion nur für Ihre Kollegen gesprochen. Haben Sie ein Problem damit, nun auch die Ingenieure zu vertreten?
Nein. Ich kenne beide Seiten, darüber hinaus üben ja Architekten und Ingenieure eine gemeinsame Tätigkeit aus. Jeder hat seinen Stellenwert, daher macht es für mich auch Sinn, dass es eine gemeinsame Kammer gibt.

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