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Archiv (11315)

Japanisch Bauen

Ich bin überzeugt, dass so wie bei den Autos auch bei Häusern die Qualität zählt«, sagt Osamu Ito, General Manager des Fertighausunternehmens Toyota Homes. Toyota Homes hat im Vorjahr 4600 Eigenheime errichtet, die zu 85 Prozent in der Fabrik vorgefertigt werden. Ein Haus besteht aus mehreren Modulen, die auf der Baustelle miteinander verschraubt werden. Innerhalb von sechs Stunden ist das Haus regendicht, danach folgen die Fertigstellungsarbeiten. Im Werk selbst ist der Einsatz von Schweißrobotern für Toyota eine Selbstverständlichkeit. »Wichtiger als die Roboter ist aber unsere grundsätzliche Denkweise«, betont Ito. Es werden jeweils nur jene Teile gefertigt, die tatsächlich für das vom Kunden bestellte Haus benötigt werden, es wird nichts auf Lager produziert. Ein System, das Fehler nicht verzeiht, weshalb jeder Arbeiter in der Fertigung aufgerufen ist, beim Entdecken eines Qualitätsmangels die Produktion zu stoppen. Es sei zum Beispiel unverantwortlich, mögliche Schwächen im Grundgerüst zu umgehen, wenn danach Wandverkleidung und Böden montiert werden. »Fehler auszubessern ist zeitintensiv und teuer«, meint der Manager. Die Planung für die Häuser erledigen die Verkäufer, meist in Kombination mit dem Grundstück. Die »Verkaufsplaner« können aus insgesamt 28 grundlegenden Arten von Modulen wählen und das Gebäude konzipieren. »Kein Haus gleicht deshalb einem anderen«, sagt Ito und gibt dennoch offen zu, dass die architektonische Freiheit das große Problem der Häuser sei. Dafür habe man sich in der Nachbetreuung etwas überlegt. Ein Monat nach der Fertigstellung werden etwaige Nacharbeiten ausgeführt. Danach kommt nach einem Jahr, nach fünf Jahren, nach zehn Jahren erneut ein Techniker zum »Service«, der sich langfristig auch im Umsatz bemerkbar machen wird. Was die Grundausstattung betrifft, sind Fußbodenheizung und Aircondition im japanischen Neubau Standard. Für ein Einfamilienhaus mit einer Fläche von 130 Quadratmetern verrechnet Toyota in etwa 140.000 Euro. Die Chancen, mit dieser Art des Hausbaus in Europa zu reüssieren, sieht Ito nicht.
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Digitales österreich ausgezeichnet

\"E-Government ist ein Synonym für einen modernen Staat. österreich nimmt hier eine führende Rolle in Europa ein und hat für viele europäische Staaten Vorbildwirkung. Der Red Arrow Award für die \"Plattform Digitales österreich\" ist eine Auszeichnung und Bestätigung dafür, dass der österreichische Weg einer klaren und koordinierten Strategie richtig und Erfolg versprechend ist\", so Staatssekretär Franz Morak anlässlich der Verleihung des Preises an die Digitale Plattform österreich.

Der Red Arrow Award wird von \"Future Business Austria\" vergeben, eine unabhängige Informationsoffensive der Industrie zur Stärkung und zum Ausbau des Wirtschaftsstandortes österreich. Die Plattform für Meinungsbildner aus Politik, Wirtschaft und Medien ist ein alljährlicher Fixpunkt, um aktuelle Themen, die für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts österreich wichtig sind, zu beleuchten.

\"Eine E-Government Strategie muss stetige Innovation, sowie deren Rückwirkungen auf Verwaltung und staatliches Handeln, mit einbeziehen. Sie muss gewährleisten, dass die Prozesse der Veränderung auf allen Verwaltungsebenen mitgetragen werden. Und sie muss diese Prozesse und Abläufe voraus denken, steuern und verantwortlich Entscheidungen treffen können, um für einen nachhaltigen Ablauf des Gesamtsystems Sorge zu tragen\", erklärte Christian Rupp, Sprecher der Plattform Digitales österreich im Bundeskanzleramt, auf der Future Business Austria Konferenz.

österreich begegnete diesen Herausforderungen zur Erarbeitung der Strategie bereits 2001 mit der Einrichtung eines IKT-Board aller Ministerien und einer Stabstelle im Bund. 2003 wurde ein Cooperation Board von Bund, Ländern, Städten, Gemeinden und der Wirtschaft eingesetzt sowie eine politisch strategische E-Government Plattform direkt unter dem Bundeskanzler eingerichtet. Ende 2005 wurden alle diese Gremien in der Plattform Digitales österreich vereinigt.

Seit einigen Jahren gibt es ein in österreich ein gemeinsames zentrales elektronisches Melderegister, Adressregister, Gebäude- und Wohnungsregister, Firmenbuch und Grundbuch. österreichische Best Practices, wie help.gv.at, FinanzOnline oder der elektronische Rechtsverkehr der Justiz haben bereits mehrfach nationale und internationale Auszeichnungen erhalten.

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Anhaltend in Schieflage

\"Knapp neun Jahre nach der öffnung der Telekommärkte in österreich gibt es noch immer Bereiche, die von einem nachhaltigen Wettbewerb weit entfernt sind\", so Jan Engelberger, Geschäftsführer des Verbandes Alternativer Telekomnetzbetreiber (VAT). Der VAT hat im Rahmen des 11. VAT-Forums speziell auf jene Teilmärkte aufmerksam gemacht, \"die nach wie vor kaum vom Wettbewerb profitieren konnten.\" Während sich im Bereich der Mobiltelefonie der Wettbewerb recht gut etabliert hat, sind nach Ansicht der alternativen Telekomnetzbetreiber vor allem die Festnetzzugangsmärkte und der Breitbandsektor weit von nachhaltigem Wettbewerb entfernt. Bei ersterem hält der Ex-Monopolist noch immer rund 95 Prozent Marktanteil, während zum Beispiel in Finnland bereits knapp zwölf Prozent der Leitungen entbündelt sind.

Auch die Situation am Breitbandmarkt ist dem VAT zufolge unbefriedigend: im DSL-Bereich, der für die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung wesentlich ist, werde den alternativen Netzbetreibern ein gleichberechtigter Zugang zu der aus Monopolzeiten stammenden Infrastruktur (Kupferleitungen) verwehrt. So hätte sich die Telekom Austria in den letzten Jahren mit circo 67 Prozent Anteil bei DSL-Endkundenanschlüssen neuerlich eine marktbeherrschende Stellung sichern können. \"Wegen fehlenden Wettbewerbs fällt österreich auch bei der Breitbandpenetration schon hinter den EU-Durchschnitt zurück\", so der VAT in einer Aussendung.

Inkonsistenzen in der Entgeltregulierung. Eine der Ursachen für die schlechte Situation sieht Engelberger in der Schieflage zwischen regulierten Vorleistungs- und Endkundenpreisen der TA. Grund genug, eine Studie zum Thema \"Kostenrechnung und Entgeltregulierung auf den österreichischen Telekommunikationsmärkten\" in Auftrag zu geben, die die Entscheidungen des Regulators sowohl untereinander als auch über die Zeit überprüfen sollte. Diese kommt zum Ergebnis, dass durch die Anwendung unterschiedlicher Kostenrechnungsmodelle bzw. die änderung darin enthaltener Parameter der faire Wettbewerb beeinträchtigt wird. Studienmitautor Ernst-Olav Ruhle von Piepenbrock Schuster Consulting bestätigte in seinen Ausführungen, dass sowohl im zeitlichen Verlauf als auch bei den regulierten Telekommunikationsangeboten auf den verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette Inkonsistenzen auftreten.

Ausgleich aus Universaldienstfonds. Ebenfalls Teil der Studie war das Thema Kostenrechnung und Universaldienst. Dabei kommt Ruhle zum Ergebnis, dass die diversen Entgeltgenehmigungen eine etwaige Kostenunterdeckung bereits ausschließen. Die Tarife der Telekom Austria werden schließlich von der Regulierungsbehörde nur genehmigt, wenn die dabei anfallenden Kosten durch die Einnahmen aus den Entgelten - Endkunden- und Vorleistungspreise - entsprechend gedeckt sind. \"Das bedeutet schlussendlich, dass die Telekom Austria keinen weiteren Anspruch auf Kostenersatz aus dem Universaldienst haben kann, da es sonst zu einer doppelten Abgeltung käme\", erklärte der Studienautor zum Thema.

\"Die Studienergebnisse bestätigen, dass gewisse Entscheidungen der Regulierungsbehörde aufgrund unterschiedlicher angewendeter Modelle und Parameter für die alternativen Anbieter nur schwer überprüfbar und nachvollziehbar sind. Deshalb ist es wichtig, dass die Regulierungsbehörde bei künftigen Entscheidungen das zugrunde liegende Kostenrechnungsmodell transparent macht und änderungen auch mit den entsprechenden Begründungen untermauert\", kommentierte Jan Engelberger die Resultate. In Richtung Politik empfahl der VAT-Geschäftsführer, bei der nächsten Novellierung des Telekomgesetzes ein entsprechendes Konsistenzgebot einzuführen bzw. klare Leitlinien vorzugeben, unter welchen Marktgegebenheiten welche Kostenrechnungsmethode zur Anwendung zu kommen hat.

Funktionale Trennung der Infrastruktur. Anne Heal, Managing Director bei Openreach, einer Tochter der British Telecom Group, berichtete im Rahmen des VAT-Forums über die Erfahrung einer funktionalen Trennung von Infrastruktur- und Dienstebetrieb. Beim britischen Modell wird das lokale Anschlussnetz von einer organisatorisch und funktionell unabhängigen Gesellschaft betrieben und vermarktet. Durch diese operative Loslösung wird sichergestellt, dass alle Wettbewerber gleiche Zugangsbedingungen zur Infrastruktur erhalten und damit einem Großteil der Streitigkeiten der Boden entzogen wird. \"Das britische Modell ist ein internationales Vorzeigeprojekt, wie fairer Wettbewerb funktionieren kann. Auch wenn das Modell hierzulande nicht 1:1 übertragbar wäre, ist es doch höchste Zeit, über neue und innovative Ansätze zu diskutieren. Vor allem in jenen Bereichen des Telekomsektors, die bis dato rückläufigen bzw. überhaupt keinen Wettbewerb aufweisen, könnte dieser durch neue Initiativen deutlich verbessert werden\", stellte Engelberger abschließend die Forderung in den Raum, das britische Modell als Diskussionsgrundlage für eine Belebung des Wettbewerbs am Telekomsektor heranzuziehen.

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Wechsel zu 3united

Paul Strasser, 40, zuletzt Leiter des Strategiebereiches der Telekom Austria Gruppe, wechselt als neuer Chief Operating Officer (COO) zu 3united/VeriSign. Die 3united mobile solutions AG mit Sitz in Wien ist eigenen Angaben zufolge der führende Anbieter von Premium-SMS-, M-Commerce- und mobilen Content-Lösungen in Zentral- und Osteuropa. Seit Februar 2006 gehört das Unternehmen zum weltweit tätigen VeriSign-Konzern. Im Zuge der nunmehr erfolgreich abgeschlossenen Eingliederung von 3united in die VeriSign-Gruppe wurde die Position des COO für den Wiener VeriSign-Standort neu geschaffen und mit dem aus St. Pölten stammenden Organisations- und Telekommunikationsexperten besetzt.

Vor seiner Tätigkeit als Strategiechef der Telekom Austria Gruppe war Strasser im Controlling von mobilkom austria sowie als Geschäftsführer von Jet2Web Internet tätig. Seinen Wechsel zu 3united/VeriSign bezeichnet Strasser als \"Liebe auf den ersten Blick\" und freut sich auf die \"Zusammenarbeit mit einem großartigen Team aus exzellenten Technologiepionieren\". Neben der Neuorganisation der Unternehmensstandorte in Wien, Salzburg, Hamburg und den Büros in Osteuropa wird auch die weitere Expansion zu den Aufgabengebieten von Strasser zählen.

Der umtriebige 40er ist nach wie vor ledig und genießt an freien Wochenenden den Alpinsport. Zu seinen Hobbies zählen neben Skifahren, Snowboarden, Langlaufen und Mountainbiken auch digitales Entertainment, am iPod oder Handy genauso wie im eigenen Tonstudio.

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Warmer Südwind

Die Wärmebetriebe Gesellschaft mbH, ein Tochterunternehmen der Kelag, wird in den nächsten zehn Jahren insgesamt 400 Millionen Euro in die verstärkte Nutzung von Bioenergie investieren. Das gab das Unternehmen im Rahmen des 1. Kärntner Bioenergietages bekannt. Erklärtes Ziel des Unternehmens ist es, die Marktposition in österreich weiter auszubauen und neue Märkte in den Nachbarländern und in Südosteuropa zu erschließen. Die Wärmebetriebe Gesellschaft mbH ist eigenen Angaben zufolge der größte österreichweit tätige Anbieter von Raumwärme auf der Basis von Bioenergie und Abwärme. Die Firma betreibt gemeinsam mit Partnern 55 Wärmekraftwerke mit Wärmeverteilnetzen, davon 43 auf Basis Biomasse, sowie rund 500 Heizzentralen. Der Wärmeabsatz pro Jahr beträgt derzeit rund 900 Millionen Kilowattstunden, die ökostromerzeugung knapp 90 Millionen Kilowattstunden. Als Energiequellen dienen Bio-masse, Biogas, Abwärme, Geothermie, Deponiegas und herkömmliche Energieträger. Die Wärmebetriebe Gesellschaft mbH setzt derzeit mit rund 110 Beschäftigen rund 70 Millionen Euro um.
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Salzburger Nockerl

Ist es sinnvoll eine bereits mit Landesgeld geförderte Gasleitung durch eine ebenfalls geförderte Fernwärmeleitung zu ergänzen? Das ist die Frage, die in Salzburg derzeit zwei Landesräte beschäftigt. Da die Fernwärme mit Biomasse erzeugt wird, wettert der schwarze Energielandesrat Josef Eisl (öVP) gegen das Monopol der Gasleitung, also für Biomasse. Der für Wohnbau zuständige Walter Bachfellner (SP) ist gegen eine Biomassefernwärmeerschließung der Orte Bischofshofen und St. Johann. Dort, wo einmal Fördergeld geflossen ist, soll nicht noch einmal Geld fließen, so seine Argumentation. Eisl wehrt sich dagegen, die fossilen Energieträger auf immer und ewig einzuzementieren. Beide Standpunkte haben etwas für sich und zeigen unterm Strich, wie stark der Einfluss der Politik in der Energiefrage letztlich ist.
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Schlaglöcher

Die österreichische Strabag SE wird in Bosnien etwa 300 Kilometer Autobahn bauen und betreiben. Der Auftragswert beträgt rund zwei Milliarden Euro, der Zuschlag gilt als fix, da politisch alles klar sei. Man kann dem Baukonzern nur gratulieren, das Paket ist immerhin gut doppelt so umfangreich wie die Nordautobahn. Bei diesem Projekt wartet das Konsortium rund um die Alpine weiterhin auf den definitiven Zuschlag. Eine zeitlang sah es so aus, als würden die Einsprüche der Looser beim Bundesvergabeamt scheitern. Ein Irrtum, wie die jüngsten Entwicklungen im Vergabeamt belegen. Der für die heikle Causa zuständige Senatsvorsitzende Wolfgang Pointner erklärte sich nach dem Auftauchen eines anonymen Briefs für befangen. Er ist der Schwiegersohn des Vorstands einer Bank, die zu gut 50 Prozent der RZB und der BA-CA gehört. Beide sind mit den Baufirmen Porr und Strabag im Konsortium Akor vertreten. Dass Pointner gleich sein Mandat niederlegt, ist eher untypisch und entspricht nicht den Maßstäben des hierzulande sonst üblichen Anstands. Der lässt es zu, dass Aufsichtsräte von staatsnahen Unternehmen genau von den Firmen Aufträge annehmen, die sie selbst kontrollieren sollen. Auch gilt es als nicht garstig, wenn eine Baufirma ausgerechnet jene PR-Agentur beauftragt, die im Eigentum der Partei des Infrastrukturministers steht.
Obwohl die Asfinag eine weitere Verzögerung des Projekts Nordautobahn in Abrede stellt, wird zunehmend deutlich, dass die Alpine - wenn überhaupt - so schnell nicht bauen wird. Das Verfahren steckt vorerst einmal fest.
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Schnell, schneller - superschnell

High Speed Downlink Packet Access ermöglicht eine schnelle übertragung großer Datenmengen, zum Beispiel von Spielen oder Filmen, zwischen Basisstation und Mobilgerät. Mit integriertem HSDPA surft man im Web mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 1,8 Mbit/s. Auch das Handyportal \"Planet 3“ nutzt man mit dem LG U830 mit noch flotter als bisher! So ist zum Beispiel der Download eines Musikvideos dank HSDPA ungefähr 5 Mal schneller als bei anderen UMTS-Handys.

Der integrierte MP3-Player lässt sich durch \"Touch“-Buttons auch von außen leicht bedienen. Diese \"Bedientasten“ sind eine weitere Neuheit am Handymarkt und erscheinen erst beim Einschalten des Endgeräts. Außerdem sorgt eine 2-Megapixel-Kamera für die perfekten Schnappschüsse.

Dank der vielseitigen Features eignet sich das LG U830 sowohl für den Business-User als auch für all jene, die privat häufig mobiles Internet am Handy nutzen. Das LG U830 ist ab 3 Euro erhältlich.

Technische Details:
• Integriertes HSDPA 1,8 Mbit/S
• Gewicht: 93 Gramm
• Volumen: 98 x 49 x 14,8 Millimeter
• Interner Speicher: 180 MB
• Stereo Bluetooth (A2DP)
• Music Touch-Buttons außen
• USB

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Ausgefallener Glücksfall

Während in Nairobi die Vertreter von 183 Staaten auf der UN-Klimaschutzkonferenz darüber beraten, wie sich die Welt vor dem Kollaps retten lässt, lädt die heimische E-Wirtschaft zur Fachtagung »Europas Energieszenario der Zukunft«. Für die passende Einleitung zum Thema sorgte der jüngste vom deutschen Stromriesen E.oN verursachte Stromausfall. Der ist an österreich nur deshalb ziemlich spurlos vorübergegangen, weil an besagtem Samstagabend die Importmenge aus Deutschland ziemlich gering war. Als Ursache für den kleinen Gau, der in Paris kurzfristig für Finsternis sorgte, werden die Abschaltung der Hochspannungsleitung über die Ems und die zu diesem Zeitpunkt extrem hohe Produktion aus Windkraftanlagen genannt. Die eigentliche Ursache für den Zusammenbruch der Vorsorgung wird von den Experten der E-Wirtschaft in den veralteten Hochspannungsnetzen gesehen. »Wir müssen die Politik an die Physik anpassen und nicht umgekehrt«, erklärt Wolfgang Schröppel, Vorstandschef der Energietechnischen Gesellschaft im deutschen VDE: »Wir brauchen keine neuen Behörden, sondern Lösungen«, tritt er vehement ge-gen EU-Initiativen auf, die einen europäischen Regulator oder eine Netzverwaltungsgesellschaft vorsehen. »Der Netzausbau ist unabdingbar«, meint auch Walter Auer, Vorstand der Gesellschaft für Energietechnik im OVE. Zudem sei es unabdingbar, in neue Kraftwerke zu investieren. Setzt Europa seinen Energieverschwendungskurs und die Stilllegung alter Atom-, Kohle- und ölkraftwerke fort, braucht der Kontinent bis 2020 eine zusätzliche Kraftwerksleistung von 300.000 Megawattstunden. Das entspricht immerhin nahezu 800 Gasturbinen, wie sie die Energie AG gerade in Timelkam bauen lässt. Für österreich allein sieht eine Studie des TU-Professors und Verbund-Aufsichtsrats Günther Brauner bis 2015 einen Bedarf von 6000 MW. »Es genügt nicht, die Erneuerbaren zu forcieren, das ist bestenfalls ein Zwirnsfaden«, meint der Energie-AG-Chef Leo Windtner. Er will sofort nach der Fertigstellung von Timelkam Neues angehen. Entweder baut sein Unternehmen ein Kohlekraftwerk im Enns-hafen oder das Kraftwerk Riedersbach wird mit einer Gasturbine ausgebaut. Zusätzlich verhandelt Windtner mit dem grünen Energielandesrat Rudi Anschober über das Wasserkraftpotenzial im Land ob der Enns. Er hofft darauf, dass »vielleicht 50 Prozent« der in Oberöster-reich mit Wasser zusätzlich erzielbaren 2700 Terrawattstunden tatsächlich den Segen der Politik bekommen. Die Verhandlungen dazu sind derzeit auf Beamten-ebene extrem zäh, so Windtner. Er macht sich - vermutlich kein Zufall - nebenbei auch für die Projekte der Tiroler Wasserkraft AG stark, mit der Windtner bislang erfolglos über eine Art West-Strom-Allianz verhandelt. »Wir müssen jene Wasserkraft ausbauen, die möglich ist«, meint er ohne Rücksicht auf mögliche Umweltverluste. Das verfügbare Wasserkraftpotenzial österreichweit betrage laut Windtner immerhin 16.000 Terrawattstunden. Vorsorglich nicht anecken will Windtner bei Atomkraftgegnern. »Dazu gibt es nichts zu sagen«, bleibt er auf der vom Land vorgegebenen Anti-Temelin-Linie. Nicht so der Vertreter der deutschen Stromwirtschaft, die Atomkraftmorgenluft wirttert. »Wir brauchen eine Mehrkomponentenstrategie, die Atomkraft wird weltweit eine Renaissance erleben wegen der CO2-Problematik«, glaubt Stöttner. Er sieht ein Problem darin, zu viel einseitig auf Gas zu setzen, da dies aus unsicheren Weltregionen komme. Die Hauptlieferanten von Uran, Australien, Kanada und USA, seien dagegen stabil.
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Gewaltiger Zuwachs

Das Wirtschaftsforschungsinstitut prognostiziert der heimischen Gasindustrie goldene Zeiten. Bis 2020 wird der Verbrauch in Kraftwerken um 63 Prozent steigen, bei Industrie werden 18 Prozent mehr Gas verfeuert und die Haushalte sollten ihren Verbrauch innerhalb der kommenden 14 Jahre um 26 Prozent erhöhen, so die Wifo-Vorausschau. »Das wäre erfreulich, ist aber nicht sicher, weil das ein wirklich gewaltiger Zuwachs wäre«, kommentiert Jesco Kistowski, Geschäftsführer der EconGas GmbH. Was stimmt. Der heimische Gesamtverbrauch würde damit von neun Milliarden Kubikmeter auf rund zwölf Milliarden wachsen. Das Wifo setzte voraus, dass alle derzeit im Raum stehenden Gaskraftwerke ans Netz und Zehntausende Haushalte und Gewerbebetriebe neu ans Netz gehen und genauso viel Energie verbrauchen wie ehedem, was aufgrund moderner Wärmedämmung und Heiztechnik nicht zutrifft.
Auch ist nicht gesagt, dass der Gasverkauf überall floriert. »Die staatlich geförderten Konkurrenzenergien machen uns das Leben schwer«, befindet Kistowski. Der Obmann des Fachverbands Gas Wärme und Chef der Wien Energie Gasnetz GmbH Helmut Miksits geht noch einen Schritt weiter. »Bioenergien sind wohlstandsvernichtend«, meint er mit dem Verweis auf die derzeit gegebene Förderpolitik. Pelletsheizungen und Windkraftstrom würde es kaum geben, wenn nicht die öffentliche Hand große Summen dafür aufwenden würde, so der Manager. »Die Politik vernachlässigt alle Themen außer CO2«, fügt Gerhard Siegl, Vorstandsdirektor der Oberösterreichsichen Ferngas AG zu. Diverse Landesgesetze würden biogene Brennstoffe beim Thema Feinstaub bevorzugen und stets auf die CO2-Neutralität verweisen. Dabei sei die gar nicht so sicher gegeben, weil ein großer Teil der Biomasse bereits importiert werde, so Siegl. Der Fachverband möchte deshalb ein Umdenken bei der Politik erreichen. Die positiven Eigenschaften von Erdgas müssten angemessen berücksichtigt werden.
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