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»Wir brauchen eine faire Branchenlösung«

(+) plus: Wie bewerten Sie den aktuellen Grad der Liberalisierung des heimischen Postmarkts?
Bernd Kirisits: Die Postmarktliberalisierung hat im letzten Jahrtausend begonnen. Was bislang freigegeben wurde, sind aber lediglich Teilmärkte. Offiziell ist die Post zwar privatisiert, aber der Haupteigner ist nach wie vor die öIAG, also der Staat. Da wird der Bock zum Gärtner gemacht. Die EU-Kommission hat 2009 als Termin für eine vollständige Liberalisierung des Postmarkts genannt. Auf konkrete Maßnahmen, dieses Ziel zu erreichen, wurde allerdings verzichtet. Die Entscheidungsbefugnis wurde an die einzelnen Mitgliedsstaaten weitergereicht. Das ist nicht zielführend. Daher ist es aus meiner Sicht mehr als fraglich, ob dieses anvisierte Datum hält.

(+) plus: Wo sehen Sie die größten Probleme?
Kirisits: Eines der größten Probleme sind sicher die Hausbrieffachanlagen. Wie auch der Verfassungsexperte Theo öhlinger festgestellt hat, ist für die Lösung dieser Problematik eigentlich der Staat zuständig. Leider kommt von dieser Seite nur sehr wenig. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass die Post einfach die Schlüssel für die bestehenden Anlagen hergibt. Was wir brauchen, ist eine faire Branchenlösung. Es ist ja nicht so, dass der Postmarkt in liberalisierten Ländern gleich zusammenbricht. Ganz im Gegenteil: Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet und auch die Kunden sind zufrieden. Was wir aber dringend brauchen, ist ein freier Zugang zur Infrastruktur.

(+) plus: Welche Forderungen haben Sie an die Politik?
Kirisits: In den letzten Monaten war es sehr ruhig. Der Wahlkampf und die darauf folgende Regierungsbildung haben die Gesetzgebung in den letzten Monaten erlahmen lassen. Das spielt natürlich dem Quasimonopolisten in die Hände. Es ist aber so, dass die rechtlichen Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft sind. Dass weiter nichts geschieht, ist für uns sicher keine Option.

(+) plus: Wie sehen Ihre Vorstellungen eines liberalisierten österreichischen Postmarkts aus?
Kirisits: In Deutschland gibt es rund tausend lizensierte Player. Das kann man natürlich nicht eins zu eins auf österreich umlegen, weil in Deutschland auch viele Botendienste als Postanbieter gelten. Es zeigt aber, dass Potenzial vorhanden ist. Realistisch betrachtet ist auf einem liberalisierten österreichischen Markt neben zahlreichen kleinen Nischenanbietern Platz für zwei bis drei österreichweite Player mit einem Marktanteil von jeweils zehn bis 15 Prozent.

(+) plus: Seit Oktober ist Redmail ISO-zertifiziert. Was erwarten Sie sich von diesem Schritt?
Kirisits: Die Zertifizierung hat vor allem den Vorteil, dass strukturelle Schwachstellen erkannt werden. Das ist hilfreich für eine nachhaltige Qualitätssteigerung unseres Dienstleistungsangebotes.

(+) plus: Welche Rolle spielt die Außenwirkung der Zertifizierung?
Kirisits: Die Außenwirkung ist von sekundärer Bedeutung. Am Zeitungsmarkt haben wir einen ungestützten Bekanntheitsgrad von 97 Prozent. Auch im Business-to-Business-Bereich liegen wir mit 65 Prozent ungestützter Bekanntheit gut im Rennen. Dazu kommt eine hohe Kundenzufriedenheit. Man kann natürlich immer besser werden, aber wir sind schon jetzt auf einem sehr guten Weg.

(+) plus: Stichwort Innovation. Gibt es überlegungen, im Bereich der gesicherten Zustellung moderne Technologien wie etwa RFID einzusetzen?
Kirisits: Unsere Branche ist nicht unbedingt eine innovationsgetriebene Branche. Eigentlich ist dieser Bereich sogar die einzige Möglichkeit für uns, innovativ zu sein. Für die Zukunft möchte ich generell nichts ausschließen, aber im Moment ist das nicht finanzierbar.

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Wien - Bratislava

(+) plus: Worin sehen Sie die großen Herausforderungen der nächsten Jahre für den Wirtschaftsstandort Wien?
Brigitte Jank: Wien befindet sich einer einzigartigen Lage. Durch die vergangenen EU-Beitritte ist Wien ins Herz Europas gerückt und kann nun seine historische Rolle als europäischer Mittelpunkt wahrnehmen. Viele der neuen Mitgliedsländer sehen uns bereits als Verbündete in einem größeren Wirtschaftsraum. Wien und Bratislava beispielsweise ergänzen einander wunderbar. Was wir brauchen, ist daher ein klares Bekenntnis zur Zusammenarbeit mit unseren östlichen Nachbarstädten.Damit verbunden hat die Konkurrenz direkt vor unserer Haustüre, nur eine Autostunde von Wien entfernt, zugenommen. Dass Wien seine starke Position behalten kann, muss die Wirtschaft weiter entlastet werden. Dazu zählen auch der Ausbau des Bildungsbereiches und die Anhebung der Akademikerquote.

(+) plus: Wie kann die Kooperation zwischen Wien und Bratislava funktionieren?
Jank: Die Wirtschaftskammern beider Länder haben bereits vorgezeigt, wie gut eine solche regionale Zusammenarbeit funktionieren kann. So wurde vor drei Jahren begonnen, die Daten der Wirtschaftsräume gemeinsam zu erheben. Der Nachteil auf der einen Seite wird durch einen Vorteil auf der anderen Seite ausgeglichen. Zum Beispiel verfügt Wien über hochqualifizierte Mitarbeiter, während Bratislava günstigere und für die Massenproduktion bessere Rahmenbedingungen aufweist.

(+) plus: Sehen Sie Nachteile, die Wien im Vergleich zu den Konkurrenzstandorten in Zentraleuropa hat?
Jank: Wir liegen nahe einer Region, die aufgrund von EU-Förderungen, die uns nicht zur Verfügung stehen, einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Wien genießt. Zusätzlich gibt es Versäumnisse im Bereich der Verkehrsinfrastruktur, also bei Straße und Schiene.

(+) plus: Wie kann die Ansiedlungspolitik verbessert werden?
Jank: Wien weist durch seine Hauptstadtfunktion höhere Grundstückspreise als andere Städte auf. Diesen Nachteil gilt es nun bei Ansiedlungen wettzumachen. So konnten wir im vergangenen Jahr durch Anbieten eines Gesamtpaketes, mit dem die Planung und bürokratische Abwicklung für Produktionsbetriebe einfacher wird, Bombardier in Wien halten. Diesen erfolgreichen Weg müssen wir fortsetzen.

(+) plus: Budapest hat eine sehr interessante Entwicklung, ist aggressiv im Wettbewerb um Konzernansiedlungen. Was hat Wien, was andere nicht bieten können?
Jank: Abgesehen vom hohen Ausbildungsstandard unserer Mitarbeiter, ist Wien eine äußerst lebenswerte Stadt. Sie bietet Sicherheit, ein reichhaltiges Kulturangebot sowie die Möglichkeit, zentral die Ostmärkte zu erschließen. So bietet etwa die AUA ein dichtes Flugnetz in den Osten. Am besten zeigt sich die attraktive Lage Wiens darin, dass etliche Unternehmen Niederlassungen in Wien gegründet haben und damit natürlich weitere Betriebe anziehen.

(+) plus: Haben KMU die Chancen der öffnung genutzt?
Jank: Die Kleinen haben nichts versäumt. Sonst wären wir nicht Exportweltmeister - nicht nur bei Waren sondern auch bei Dienstleistungen. Dass nicht jeder Unternehmer die Entscheidung treffen will und kann, über die Grenzen zu gehen, liegt in der Natur der Sache. Man muss sehen, dass die Wirtschaft in ganz Europa klein strukturiert ist. Das ist kein österreichisches Phänomen. Deshalb fordern wir von der neuen Bundesregierung, dass sie auf diese Struktur Rücksicht nimmt und mithilft, damit die KMU auch am heimischen Markt erfolgreich sein können.

(+) plus: Wie löst man ein zentrales Problem für KMU - nämlich die Kapitalausstattung?
Jank: Den Auswirkungen von Basel II auf heimische Kleinstbetriebe konnte durch geschicktes Verhandeln seitens der Wirtschaftskammer entgegengewirkt werden. Nach wie vor ist es für viele kleine Unternehmen schwierig, Zugang zu Risikokapital zu haben, was Start-Ups besonders spüren. Steuerliche Entlastungen die mit dem ab Jänner in Kraft getreten KMU-Paket spürbar werden, könnten sich auch positiv auf die Eigenkapitalausstattung der Betriebe auswirken.

(+) plus: Wie beurteilen Sie die Absichten der neuen Bundesregierung?
Jank: Im Regierungsübereinkommen wurden viele von der Wirtschaft vorgeschlagene Themen übernommen. Die Arbeit der Regierung wird aber an ihren Taten gemessen werden. Die Zusammensetzung der großen Koalition gewährleistet eine Fortsetzung des wirtschaftspolitischen Kurses der letzten Jahre.

(+) plus: Was war - ganz kurz zusammengefasst - die wichtigste Entwicklung der vergangen zehn Jahre und was die größte Enttäuschung?
Jank: Der Beitritt österreichs zur EU und deren Erweiterungschritt waren die größte Chance die unsere Unternehmer auch bestens genutz haben. Die Entäuschung war, dass die Wirtschatft steuerlich zu spät entlastet wurde. Da haben wir viel Zeit verloren.

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Ablösetendenzen

Christian Musyl ist glücklich. Er hat kein Festnetztelefon. Das Besondere daran? Musyl ist Unternehmer, Betreiber eines Callcenters in Wien und in keiner der sexy Zielgruppen der Netzbetreiber für Mobile-Business-Lösungen zu finden. »Nein, mobile Außendienstmitarbeiter beschäftigen wir keine«, sagt der Unternehmer, dessen Firma LTS Lotto-Tipp-Systeme sich auf Telefonmarketing spezialisiert und vor wenigen Wochen auf eine mobile Nebenstellenanlage (One) umgestiegen ist. Doch plane man nun, Funktionen im Außendienst zu schaffen und auf dezentrale Bürostrukturen wie etwa Home Office zu setzen. Nach Jahren des bunten Preisens der Mobilfunker von exotischen Mobilapplikationen greift nun die Festnetzsubstitution durch den Mobilfunk endlich. Doch weder mobile Flottenmanagementkonzepte noch utopische Funktionalitäten am Handy läuten das Ende der Festnetzdominanz ein. Es sind profanere Gründe.

Der Nutzen, den das Telefonieren mit dem Handy Unternehmen bringt? Musyl hat mehrere Argumente auf Lager. Erstens sei die automatisch erbrachte, minutengenaue Abrechung nach Rufnummern und Teilnehmern enorm praktisch. Dadurch würden die projektbezogenen Kostenstellen bei LTS genau kalkuliert werden können. Zweitens sind die Mitarbeiter nun jederzeit und überall erreichbar - auch wenn diese nicht gerade am Schreibtisch sitzen. Vor allem dem Geschäftsführer selbst kommt die neu gewonnene Mobilität zugute. Die alte Festnetznummer auf der Visitenkarte wird derweil aufs Mobiltelefon geroutet - der Anrufer merkt davon nichts. Drittens sei dadurch die Kommunikation zu den Kunden und Klienten verbessert worden: die Information, wer wann und wie oft angerufen hat, ist nun am Handy gespeichert. Dies sei erheblich praktikabler als die alte Festnetzlösung (UTA). Viertens, meint Musyl, ist sein Unternehmen dank der mobilen Freiheit nun flexibler in der Mitarbeiter- und Arbeitsplatzgestaltung. Diese können leicht und schnell aufgestockt oder verlagert werden. Und fünftens spart LTS mit der mobilen Nebenstellenanlage vierzig bis fünfzig Prozent der bisherigen Telefoniekosten ein, schätzt der Geschäftsführer. »Ich bin von unserem Umstieg absolut überzeugt. Die Kostenersparnis ist gewaltig.«

Zwei Jahre hatte es bei LTS insgesamt gedauert, bis man sich zu dem radikalen Schritt entschlossen hatte. Das Neun-Personen-Unternehmen setzt seither auf eine gänzlich mobile Lösung (telefon & co), inklusive Faxumleitung auf den E-Mail-Server. »Maßgeschneiderte Mobile-Office-Lösungen, ob für Kleinstunternehmen ohne oder Firmen mit eigener Serverinfrastruktur, sind stark im Steigen«, sagt One-Marketing-Chef Michael Fried. »Was noch vor einigen Jahren undenkbar war, wird jetzt Realität: sich komplett auf mobile Telefonie zu verlassen.« Auch andere sind dieser Meinung. Maxdata-Geschäftsführer Werner Schiessl sieht ebendiesen Trend auch im Desktopbereich und »klar den Trend zum mobilen Büro und geteilten Arbeitsplätzen, also Mobile Office, Desk Sharing und dadurch die Nutzung von Notebooks«. Mobilfunk, wir kommen.

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Small, Medium, Large

(+) plus: Die Telekombranche ist dynamisch, entwickelt neue Produkte schnell, bringt sie mit hohem Marketingaufwand in den Markt. Für einen Manager ist das eine ungemeine Herausforderung. Sie sitzen bei One seit 1997 im Chefsessel. Fast schon ein Stabilitätsfaktor …
Jørgen Bang-Jensen: österreich bildet da ohnedies eine Ausnahme, weil die Verhältnisse sehr stabil sind: Georg Pölzl bei T-Mobile ist seit 1998 der Geschäftsführer, Boris Nemsic bei der mobilkom seit 2000 und ich seit 1997.

Dabei haben Sie indirekt beim Start von Hans Jörg Tengg profitiert. Das sagt zumindest die Legende. Die Eigentümer wollten die Probleme von max.mobil vermeiden. Dort hat der impulsive, emotionale, unberechenbare Hans Jörg Tengg für mehr Unruhe gesorgt, als den Investoren lieb war. Deshalb sei die Wahl beim dritten Anbieter auf den Kühlen, Ruhigen aus dem hohen Norden gefallen.
Das ist die Legende. Die Wirklichkeit ist: Ich war zufällig genau an dem Tag, als der damalige Geschäftsführer Robert Kremlicka, der ja erfolgreich die Lizenz gewonnen hat, den überraschten Eigentümervertretern erklärt hat, dass er bei der operativen Umsetzung nicht dabei sein wollte, das erste Mal in österreich. Um elf Uhr in der Nacht klingelte es bei mir im Hotelzimmer, die anwesenden Eigentümervertreter baten mich, in die Hotelbar zu kommen, und fragten mich, ob ich nicht als CEO anfangen wolle. 24 Stunden später hatte ich einen Vertrag, eine Woche drauf habe ich angefangen.

Sie waren also schlicht und ergreifend zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Wir haben damals eine richtige, schnelle Entscheidung getroffen. Das haben die Eigentümer mit mir zusammen dann öfters so gemacht.

Haben Sie die Entscheidung, nach österreich zu kommen, seitdem je bereut?
Ganz ehrlich: Nach zwei Wochen im damaligen Büro im Opernringhof hab ich mich gefragt, was mach ich hier. Aber nicht wegen des Jobs, sondern wegen meiner Familie, die ja von Kopenhagen nach Wien übersiedelt ist. Ich hab meine damals achtjährige Tochter jeden Tag in der Früh in die amerikanische Schule gebracht. Die Fahrzeit betrug rund 25 Minuten und sie hat die ganze Zeit geweint. Sie wollte nicht hier sein, sie war unglücklich. Da hab ich an meiner Entscheidung gezweifelt, aber es hat nicht lang gedauert, da haben sich die Kinder eingelebt und fanden die Schule super.

Jetzt hat One in den vergangenen zehn Jahren eine Reihe von Begriffen hervorgebracht. Der erste war »rauschfrei« und die Ansage der hohen Qualität. Ist das verlorengegangen?
Die Startphase von One war auch mit einem Namen verknüpft: Lars Reichelt. Er hat die Marke und die Strategie maßgeblich mitbestimmt. »Rauschfrei« war ein Begriff, den er entwickelt hat und der damals richtig und wichtig war. Im Laufe der Zeit hat der Begriff aber an Wert verloren, weil die Konkurrenz auf unseren Qualitätsvorsprung reagiert hat.

Bösartig formuliert: Ein Netz, in dem wenige Nutzer unterwegs sind, ist per se rauschfrei.
Ja, das kann man sagen. Aber jetzt haben wir mehr als zwei Millionen Kunden und wir verfügen immer noch dort, wo wir präsent sind, über das beste Netz. Das größte Netz hat A1.

War das Wachstum des Marktes - die Penetrationsrate liegt jenseits der 100-Prozent-Marke - damals in Ihren künsten Träumen vorstellbar?
1998 haben wir für 2004 eine Penetrationsrate von 47 Prozent vorgesehen. Das war aber schon 2001 erreicht. Wir sind zum richtigen Zeitpunkt eingestiegen und haben den Markt getrieben. Wir haben als Erste das Angebot gemacht, um einen Schilling im One-Netz zu telefonieren. Wir haben als Erster Mobilfunk billiger gemacht als das Festnetz.

Die Entwicklung des Mobilfunks ist atemberaubend, trotzdem hat es eine Menge von Irrtümern gegeben, Stichwort UMTS-Lizenzen. Was gehört zu den größten Flops der vergangenen Jahren?
Sie haben es erwähnt, dass zu früh überzogene Erwartungen in UMTS gesetzt wurden und daher zu hohe Lizenzgebühren bezahlt wurden, wobei man zur Ehrenrettung dazu sagen muss, österreich war realistischer und hat sich nie auf die verrückten Ebenen wie etwa Deutschland begeben.

Trotzdem wurden viele Millionen bezahlt …
Ja, aber das war weniger das Problem als vielmehr die Tatsache, dass der Regulator fast blind das deutsche Auktionsmodell mit sechs UMTS-Lizenzen übernommen hat. Und das ist für den heimischen Markt zu viel. Ohne Bedarf wurde von allen Betreibern viel zu viel investiert.

Wenn man den Regulatoren im Nachhinein Noten gibt, wie schneiden sie ab?
Kurz: Kein Kommentar. Es ist ja immer auch die Frage, was ist politisch gewünscht, nicht nur, wie wird regulatorisch umgesetzt. Und die politische Vision fehlt völlig, es fehlt die Stoßrichtung, da ist es für jeden Regulator schwer. Ein Beispiel der Orientierungslosigkeit ist ja die Telekom Austria, da wird einmal erklärt, dass man privatisieren will, verkauft an die Telekom Italia, kauft zurück, dann heißt es, die mobilkom wird verkauft, um das Budgetloch zu stopfen. Klarheit herrscht nicht wirklich.

Aber die Schwäche der Politik kann ja oft auch den Gestaltungsspielraum von entscheidungsfreudigen Regulatoren deutlich erhöhen.
Nein, hier sollte es eine klare Trennung geben. Politik ist Politik und Regulierung ist Regulierung. Aber in der jetzigen Situation ist es so, dass der Regulator der Politik vorschlägt, was sie tun soll.

Ein Prinzip der Liberalisierung war: Die Großen stützen die Neueinsteiger. Hat One da profitiert?
Wir haben hier zunächst am wenigsten profitiert. Wir wünschen uns aber für die Zukunft, dass unsere Strukturen berücksichtigt werden und die Asymmetrie über das Jahr 2009 hinaus aufrecht bleiben soll. Hier muss man nachholen, was am Anfang versäumt wurde.

One war in vielen Bereichen Pionier, zum Beispiel bei Ihrem Zugang zur Netzinfrastruktur und Ihrem vielbeachteten Schritt, das Netz der Betreuung von Alcatel zu übergeben. Damit haben Sie sozusagen eine heilige Kuh geschlachtet.
Damit waren wir die Ersten in Europa, wir haben das Gesamtnetzwerk - außer der strategischen Planung - ausgelagert. Wir haben damit erreicht, was wir erwartet haben: weniger Kosten, gleiche Qualität, erhaltene Flexibilität! Wir können uns jetzt auf das Kernthema, unsere Kunden, konzentrieren.

Die Branche hat bei der Penetration die Erwartungen übererfüllt, gleichzeitig sind die Umsätze nicht in gleichem Maße gestiegen. Was dazu geführt hat, dass die Mitarbeitzahl drastisch reduziert werden musste. Auch hier war One ja unglücklicherweise in der traurigen Rolle, Pionier in österreich zu sein.
Ja, wir hatten am Höchststand 1672 Mitarbeiter. Jetzt sind wir 900.

Das tut weh?
Ja, aber im Kern steht Effizienz. Nach dem Aufbau eines Netzes ist es logisch, dass man das Personal für den Roll-out nicht mehr braucht. Das Netzwerk-Outsourcing war eine Auslagerung des Personals - kein Abbau. Als dann klar wurde, dass erwartete Contentumsätze nicht eintreffen, haben wir tatsächlich Personal angepasst.

Personal anpassen zu müssen - von 1672 bis auf 900 - ist trotzdem ein Schritt, der niemandem leicht fällt. Hat Sie das an Grenzen geführt?
Grundsätzlich hat jedes Unternehmen Ressourcen - nämlich Geld und Zeit. Ich weiß nicht, warum jeder glaubt, dass man die Kapitalressourcen verändern kann, dass aber die Zeit-, sprich: Personalressourcen gleich bleiben müssen. In einer sich verändernden Welt kommt es auch zu Anpassungen der Struktur. Die Struktur folgt immer der Strategie. Die Aufgabe des Managers ist es, vorauszuschauen, um unangenehme Situationen zu verhindern. Ich sage nicht, dass man Hire and Fire betreiben soll. Aber Veränderung gehört dazu.

Nach der übernahme von tele.ring durch T-Mobile hat sich die Situation stabilisiert. Warten noch Konzentrationsschritte auf uns?
Wir haben immer noch zu viele Netze. Vier Netzwerke sind für öster­reich zu viel. Das ist ein typisches Beispiel einer überinvestition. Es gibt überkapazitäten, deshalb hat ja auch die Konzentration bei den Anbietern nicht zu einer Stabilisierung bei den Preisen geführt. Im Mobilfunk trägt jeder neue Kunde zur Deckung der Kos­ten des Netzwerkes bei. Deshalb ist Volumen so wichtig. Jeder kämpft, um das Volumen nach oben zu treiben.

4:0 ist also der klassische Volumens­treiber?
Ja, das ist nicht nur ein Tarif, es steht für Einfachheit, für Fairness.

Worin sehen Sie die große Herausforderung der nächsten Jahre?
4:0 ist ein Riesenschritt in Richtung eines All-inclusive-Tarifs, einer Flat-Fee. Es ist logisch, dass ein Einheitstarif auch beim Mobilfunk kommen wird. In Zukunft wird es drei Tarifmodelle geben: Small, Medium, Large.

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»Wir brauchen mehr High- Tech- Patente«

Report: Wie hat sich die Anzahl der Patentanmeldungen in den letzten zehn Jahren entwickelt?
Rödler: Wir können eine gewaltige Steigerung verzeichnen. Zur Geburtsstunde des Report Verlags im Jahr 1996 hatten wir 2400 Erfindungsanmeldungen, im Jahr 2006 waren es 3600. 1996 hatten wir 259 Planstellen, heute sind es 212. Damit konnten wir die haus­interne Produktivität um siebzig Prozent steigern. Ein weiterer Personalabbau ist aber nicht erstrebenswert, denn wenn viel Geld in Forschung und Entwicklung fließt, dann muss auch in den Rechtsschutz investiert werden.

Report: Vor zehn Jahren stand öster­reich ganz im Zeichen des EU-Beitritts. Was hat sich durch den Beitritt im österreichischen Patentwesen geändert?
Rödler: Für das Patentwesen an sich hat sich unmittelbar wenig geändert. Das Europäische Patentamt gab es ja auch schon vorher, das liegt außerhalb der EU. Mittelbar waren die Auswirkungen aber sehr wohl zu spüren. Die durch die Maastricht-Kriterien erzwungenen Haushaltseinsparungen führten zu einem Stellenabbau im öffentlichen Dienst. Die bereits erwähnte Reduzierung der Planstellen und die daraus resultierende Produktivitätssteigerung kann so als mittelbare Folge des EU-Beitritts angesehen werden. Im Kernbereich hat sich am hohen Stellenwert des gewerblichen Rechtsschutzes aber nichts geändert.

Report: Welche Möglichkeiten sehen Sie, um das nicht immer einfache Verhältnis von Europäischem Patentamt und den nationalen Patentämtern zu verbessern?
Rödler: Eines der Hauptprobleme des europäischen Patents sind die hohen Kosten. Man kann beim Europäischen Patentamt ein Patent anmelden und auf die Länder wirksam machen. Dafür braucht man übersetzungen in die Landessprachen - und das wird teuer. Rund 50.000 Euro sind für ein europäisches Patent zu bezahlen. Natürlich gibt es überlegungen zu einem Gemeinschaftspatent, das nur in wenige Sprachen übersetzt und damit deutlich günstiger wird. Aber solange es die vorhandenen Sprachegoismen gibt, wird das nur schwer umzusetzen sein. Auch eine Aufwertung der nationalen Patentämter in Hinblick auf eine europaweite Gültigkeit eines national ausgestellten Patents ist nur möglich, wenn die Qualität der einzelnen Patentämter zumindest annähernd gleich ist.

Report: Wie sehen Ihre Erwartungen für 2007 aus?
Rödler: Meine Erwartungen für 2007 sind sehr hoch. Ich gehe davon aus, dass sich die Kurve weiter nach oben bewegen wird. Obwohl die bloße Anzahl an Anmeldungen nicht wirklich aussagekräftig ist. Vielmehr geht es um die Art der Patente und was daraus wird. Ich sehe das ähnlich wie beim Lissabonziel. Auch da ist es nicht sinnvoll, den ganzen Prozess am Input festzumachen. Viel wichtiger ist der Output. Es reicht nicht, sechs Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung zu stecken, die Investitionen müssen auch sinnvoll sein. Das Geld muss in Bereiche fließen, denen die Zukunft gehört.

Report: Wenn wir in zehn Jahren wieder hier sitzen, was würden Sie gerne über die Entwicklung des Patentwesens der letzten Dekade sagen können?
Rödler: Es würde mich freuen, sagen zu können, dass sich in den letzten zehn Jahren das Verhältnis der Anzahl der Low-Tech-Patente zu den High-Tech-Patenten umgekehrt hat. Derzeit haben wir das Problem, dass es - nicht nur in österreich, sondern in ganz Europa - sehr viele Low-Tech-Patente gibt, einige sind Medium-Tech und verhältnismäßig wenig High-Tech. Wenn dieser Status beibehalten wird, sind wir auf dem besten Weg, zu einem Entwicklungsland zu werden. Mein erklärter Wunsch ist es, dass Eu­ropa in zehn Jahren im Konzert der Großen die erste Geige spielt. Damit das geschehen kann, müssen aber auch die Rahmenbedingungen verbessert werden. Ich kann mir für österreich durchaus eine Streichung der Patentgebühren für die ersten sieben oder acht Jahre vorstellen. Das würde rund acht Millionen Euro kosten. Das ist nicht die Welt, würde aber signalisieren, dass österreich ein innovationsfreundliches Land ist.

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Von alten Hüten, Hypes und Leasing

Leasing erwies sich in den letzten zehn Jahren als stabile Wachstumsbranche: Betrug das Leasing-Neugeschäftsvolumen 1995 und 1996 in österreich noch 2,6 Milliarden Euro, so wurde 2005 mit sechs Mrd. Euro mehr als das Doppelte verzeichnet. Auch für die Zukunft rechnet der Verband österreichischer Leasing-Gesellschaften (VöL) mit Wachstumsraten deutlich über der Inflation. Damit unterscheidet sich die Leasingbranche wohltuend von den Wachstums-Hypes der Mobilkommunikation und vielen New-Economy-Sparten, die im letzten Jahrzehnt mit »Turbowachstum« in die Sättigung oder in den Flop gefahren sind.
Die Hauptargumente, warum Leasing oft die bessere Alternative zum Investitionskredit ist, sind heute im Grunde genommen dieselben wie vor zehn Jahren:

> Schonung von Eigenkapitalquote und Liquidität,
> planbare Kostenverläufe,
> steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten

- und trotzdem sind sie keine alten Hüte. Sie resultieren im Wesentlichen daraus, dass geleaste Investitionsobjekte nicht in der Bilanz des Nutzers aktiviert werden und die laufenden Kosten und Zahlungsflüsse durch die Wahl der Leasingdauer und die Berücksichtigung des erwarteten Erlöses aus dem Wiederverkauf (»Restwert«) an die tatsächliche Nutzungsintensität angepasst werden können. So einfach ist das, so einfach war das.

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Edler Stahl, keine Fingerabdrücke

Eigentlich hätte sich Reinhard Moser, Geschäftsfeldleiter Komponenten bei ABB, ein Stahlwerk als Schauplatz der Neuheitenpräsentation 2007 gewünscht. Das war aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Geworden ist es schließlich das Technische Museum, ein ebenso passendes Umfeld für die Präsentation von Leistungsschaltern, Aktoren, Stecksystemen und einer neuen Generation von Edelstahl.

No Fingerprints
Star des Abends war \"pur edelstahl“. Dabei handelt es sich um eine neue Schalterserie des ABB Tochterunternehmens Busch-Jäger. Edelstahl erlebt vor allem im Bereich der repräsentativen Innenraumgestaltung in den letzten Jahren einen wahren Boom. Was das Auge erfreut treibt die Putzbrigaden zur Weißglut, besitzt Edelstahl doch die unvorteilhafte Eigenschaft, Fingerabdrücke förmlich anzuziehen. Gemeinsam mit der Universität Heidelberg hat Busch-Jäger eine Anti-Fingerprint-Beschichtung entwickelt, die für eine widerstandsfähige Oberfläche sorgt und Fingerabdrücke oder Flecken auf ein Minimum reduziert. Ein großes Versprechen, dessen Wahrheitsgehalt die Besucher im Technischen Museum vor Ort prüfen konnten. Einer nach dem anderen versuchte seine Fingerabdrücke auf den ausgestellten Schaltern zu hinterlassen. Vergeblich, bis auf wenige rasch wieder verschwindende Konturen überstanden die Schalter die übergriffen unbeschadet. Das Geheimnis der Beschichtung liegt in der Bestrahlung durch Glaskugeln. Sie sorgt für ein sauberes Erscheinungsbild und einen über die gesamte Lebensdauer gewährleisteten schönen Edelstahllook.
Derzeit umfasst das Programm \"pur edelstahl“ 80 Kontrollschalter und Steckdosen. Eine Erweiterung des Sortiments ist aber bereits angedacht, wie Stefan Ulbrich, Produktmanager für \"pur edelstahl“ bei Busch-Jäger, im Rahmen der Präsentation ankündigte. \"Wir werden zeitlich abgestimmt mit den wichtigsten Messeveranstaltungen das \"pur edelstahl“-Programm um weitere innenarchitektonische Komponenten erweitern“, sagt Ulbrich. Selbst wenn sich der wirtschaftliche Erfolg des aktuellen Angebotes nicht einstellen sollte, will man an diesem Fahrplan festhalten. \"Dieses Programm ist natürlich auch eine Image-Geschichte. Es handelt sich um eine echte Innovation, da muss man auch mal einen längeren Atem beweisen.“

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Familie Putz

Die österreichische Arbeitsgemeinschaft Putz (öAP) präsentierte am 1. Dezember 2006 in der Bauakademie Linz/Lachstatt, das \"PUTZ ok\" - Gütesiegel für Fachbetriebe. \"Mangels einer einheitlichen gewerberechtlichen Verankerung des Putzhandwerks wurde in der Vergangenheit das Image der gesamten Branche immer wieder durch \"schwarze Schafe\" geschädigt\", so öAP-Generalsekretär Walter Doringer. Das Gütesiegel soll nun qualitätsbewussten Putzfachbetrieben die Möglichkeit bieten, sich deutlich von unseriösen Mitbewerbern abzugrenzen. Das Gütezeichen erhalten nur Betriebe mit Firmensitz in österreich sowie mindestens dreijähriger, einschlägiger Tätigkeit am Markt. Diese Firmen müssen nachweislich alle gewerbe- und abgabenrechtlichen Vorschriften erfüllen. Weiters haben sie sich freiwillig zu laufenden Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für ihre Mitarbeiter sowie zum Nachweis der Kundenzufriedenheit verpflichtet. Die Umsetzung all dieser qualitätssteigernden Maßnahmen sollte periodisch durch eine neutrale Instanz überprüft werden. Gestartet wird die Initiative mit 13 Verarbeitern, was auf nicht gerade brüllendes Interesse der Branche hindeutet.
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Das Mini-Büro für unterwegs

Das Modell P4350 von HTC will vor allem eines ein: Ein effizientes Arbeitsgerät für Vielreisende. Durch Quad-Band Edge, Bluetooth 2.0 oder Wireless LAN sollen die quer über den Globus reisenden Anwender immer und auch fast überall mit der ganzen Welt in Verbindung bleiben. Dank Microsoft Windows Mobile 5.0 mit Direct Push Funktion können E-Mails, Kontakte und Kalender synchronisiert und auf dem Smartphone gelesen oder bearbeitet werden. Dokumente können auf dem 2.8-Zoll großen TFT-Display betrachtet und mit einer Auto-Sliding-Volltastatur bearbeitet werden. Trotz einer relativen schmalen Bauform von 17 Millimetern lässt sich das Mini-Keyboard seitlich herausschieben, um den Bildschirm im Querformat nützen zu können. Die integrierte Kamera verfügt über eine ordentliche Auflösung von 2.0 Megapixel.

Vertrieben wird das Smartphone inklusive Headset und schützendem Etui von ARP Datacon zum Preis von 369 Euro (exkl. MWST.)

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ISS ist fm-complete

\"Die Akquisition von fm-complete wird den Gebäudedienstleister ISS zu einem der führenden Player im Bereich \"Facility Management\" machen, heisst es in einer Aussendung der ISS. Neben den bekannten Dienstleistungen in den Bereichen Gebäudereinigung, Bürodienste, Gebäudemanagement, Zeitarbeit usw. wird die ISS Facility Services somit künftig eine ganzheitliche Facility Management Kompetenz am Markt anbieten. Der Kauf der fm-complete ist der zehnte Unternehmenskauf der ISS Facility Services innerhalb von zwei Jahren. \"Der Kauf eröffnet uns wiederum völlig neue Möglichkeiten\", freut sich Michael Maximilian, CEO von ISS Facility Services in österreich. \"Als unabhängiges Unternehmen können wir unseren Kunden nun sämtliche Dienstleistungen und deren optimales Management aus einer Hand anbieten\", freut er sich. Auch Harald Peterka, Gründer und Geschäftsführer von fm-complete, ist zufrieden: \"Als Unternehmen der ISS Gruppe werden wir unseren Aktionsradius massiv erweitern können\", erläutert der Jungunternehmer, der die fm-complete seit 2001 auf einen Jahresumsatz von zuletzt EUR 3,5 Mio. gebracht hat. \"Mein persönliches Ziel ist es, am österreichischen Markt für Facility Management neue Maßstäbe zu setzen.
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