Schinko erweitert
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Raus aus der Spirale
Diesen Trend gilt es umzukehren. Europäische Werkzeug- und Formenbauer haben nur dann eine überlebenschance, wenn es ihnen gelingt, aus der Preisspirale auszubrechen. \"Der Lohnkostenanteil im Low-Tech-Bereich ist mit rund 50 Prozent sehr hoch. Hier wird es kaum möglich sein, kostendeckend in Westeuropa zu produzieren. Auch in Osteuropa wird dies in fünf bis zehn Jahren nicht mehr möglich sein“ ist Michael Gampfer von Carbo Tech Composites GmbH überzeugt. Für den Formenbau sieht Gampfer in der Serienproduktion hierzulande kaum Entwicklungschancen. Die stark wachsende Nachfrage nach High-Tech-Anwendungen lässt Gampfer aber positiv in die Zukunft blicken.
Positiv stimmt auch die Tatsache, dass viele Kunden, die der Preisversuchung erlegen sind, über Qualitätsmängel bei Billigwerkzeugen aus Asien klagen. \"Vor allem bei komplexen Formen ist eine Rückkehrtendenz der Kunden bereits spürbar“, weiß Fennes. Für diese Kunden hat der heimische Markt eine überraschung parat. Schließlich war die Branche in den letzten Jahren nicht untätig, sondern hat sich - nicht zuletzt aufgrund der wachsenden Konkurrenz aus Asien - weiterentwickelt. Alte Geschäftsmodelle wurden über Bord geworfen oder deutlich erweitert. Europäische Werkzeugbauer treten verstärkt als Partner ihrer Kunden in Erscheinung. Service und Dienstleistungen treten in den Vordergrund. \"Wir engagieren uns bereits in der Produktentwicklung und arbeiten eng mit dem Kunden zusammen“, erklärt Fennes die neue Philosophie. Mit speziellen Simulationstools kann bereits in der Entwicklungsphase die Funktionsweise eines Werkzeugs aufgezeigt werden. Auch Martin Bock vom Aachener Werkzeug- und Formenbau, einem gemeinsamen Geschäftsfeld der Technischen Hochschule Aachen und des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie IPT, ist überzeugt, dass sich \"die Unternehmen der Branche in Zukunft nur als integrierte Dienstleister mit dem kompletten Angebot der gesamten Wertschöpfungskette etablieren können“. Von der Entwicklung des Werkzeugs über die Fertigung bis hin zur Instandhaltung müsste der Werkzeugbau alle Dienstleistungen aus einer Hand anbieten.
Netzwerke und Cluster
Ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Rückkehr in die Erfolgsspur ist der Zusammenschluss der heimischen Unternehmen zu Netzwerken und Clustern. Der internationale Druck hat dafür gesorgt, dass sich in österreich in dieser Hinsicht einiges getan hat. Vor allem in Oberösterreich und der Steiermark haben die Verantwortlichen relativ früh erkannt, dass die Schlagkraft der Unternehmen durch Vernetzung deutlich gesteigert werden kann. Fennes geht sogar noch einen Schritt weiter. Er wünscht sich die Möglichkeit der gemeinsamen Ressourcennutzung. \"Unsere Branche ist zum Teil sehr von einzelnen Projekten abhängig, die Auslastung der Maschinen dementsprechend unterschiedlich.“ Die gemeinsame Ressourcennutzung konnte helfen, Leerläufe zu vermeiden und Produktionsspitzen zu bewerkstelligen. Ein Wunsch, der nicht überall auf Gegenliebe stößt. \"Die richtigen Kontakte und gut funktionierende Netzwerke sind ein wichtiger Faktor, um international konkurrenzfähig zu bleiben“, sagt Michael Gampfer von Carbo Tech Composites GmbH. Kooperationen mit anderen Unternehmen seien aber aufgrund der angespannten Konkurrenzsituation in der Branche eher mühsam. Auch Fennes räumt ein, dass die Gefahr der Kundenabwerbung durch allzu enge Kooperationen durchaus gegeben ist.
Was bleibt, ist die Tatsache, dass sich für die heimischen Werkzeug- und Formenbauer aktuell eine große Chance eröffnet. Die Chance durch komplexe Werkzeuge und die verstärkte Konzentration auf Service und Dienstleistungen nach Asien abgewanderte Kunden zurück zu gewinnen und bestehende Kunden langfristig zu binden.
Report: In den letzten Jahren hatte der Werkzeug- und Formenbau in Westeuropa mit viel Gegenwind zu kämpfen. Wie bewerten Sie die aktuelle Situation?
Martin Bock:Derzeit sind die Auftragsbücher, anders als etwa im vergangenen Jahr, branchenweit wieder stärker gefüllt. Dennoch steht unsere Branche unter einem sehr großen Preisdruck. Daran wird sich in Zukunft auch nichts ändern. Die Auswirkungen des Wettbewerbs auf den Endkundenmärkten machen vor der Branche des Werkzeug- und Formenbaus nicht halt. Verkürzte Fertigungszeiten für Werkzeuge und Formen und der Wettbewerb mit Anbietern aus Niedriglohnländern stellen den mittelständisch geprägten Werkzeugbau vor große Herausforderungen.
Report:Wie ist die \"Bedrohung China“ aus heutiger Sicht einzustufen?
Martin Bock:Die Angebote chinesischer Werkzeug- und Formenbauer werden auch in Zukunft eine ernstzunehmende Konkurrenz für Unternehmen in sog. Hochlohnstandorten darstellen. Waren die Unternehmen in Asien und Osteuropa bisher in der Lage nur einfachste Werkzeuge zu fertigen, werden deren technologische Fähigkeiten weiter wachsen. Das Lohnniveau wird im Vergleich zu Europa relativ niedrig bleiben. Diese Situation haben wir in unserer Studie »China-Chance oder Bedrohung?« aufgezeigt.
Report:Welche Trends können Sie für die nächsten Jahre erkennen?
Martin Bock: Die Unternehmen der Branche werden sich in Zukunft nur als integrierte Dienstleister mit dem kompletten Angebot der gesamten Wertschöpfungskette etablieren können. Der Werkzeugbau muss dann alle Dienstleistungen von der Entwicklung des Werkzeugs über die Fertigung bis hin zur Instandhaltung aus einer Hand anbieten. Letztendlich kann er diesen Herausforderungen nur begegnen, indem er neben der stringenten strategischen Ausrichtung die technologische Leistungsfähigkeit immer stärker in den Fokus der Unternehmensführung rückt.
Tipp: Europäische Passivhaustagung vom 13.-15. April 2007 in Bregenz
netProtect besteht aus zwei Einheiten: einem festen Rückhaltebügel auf der rechten Fahrzeugseite und einem elektromotorisch betätigten Bügel auf der linken Seite, der während der Fahrt heruntergeschwenkt ist und ein schützendes Netz aufspannt. Das Schließen und öffnen erfolgt durch das Berühren eines Sensors neben dem Display. Eine programmierbare Vorwahlfunktion macht es möglich, das öffnen schon beim Heranfahren an die Last \"anzumelden“, also den Sensor noch während der Fahrt zu betätigen, der Bügel mit dem Netz öffnet sich dann direkt beim Anhalten.
Das Rückhaltesystem ist insbesondere für Fahrzeuge geeignet, mit denen kommissioniert wird. Gerade bei dieser Arbeit, die mit einem häufigen Auf- und Absteigen verbunden ist, erweist sich netProtect als ausgesprochen praktisch. Untersuchungen haben ergeben, dass Staplerfahrer bis zu 200mal am Tag ihr Fahrzeug verlassen und an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Dieser Wert zeigt, wie wichtig eine effiziente Ausführung des Rückhaltesystems ist.
Der Geothermieverband geht davon aus, dass im Bereich der oberflächennahen Geothermie derzeit über 100.000 Anlagen installiert sind. Monatlich kommen mindestens 2000 neue dazu. Die Tendenz ist steigend. Fast achtzig Megawatt Leistung werden außerdem aus geothermischen Fernwärmenetzen bereitgestellt. Auch hier geht die Tendenz nach oben. In 2007 werden drei neue geothermische Kraftwerke (Bruchsal, Landau/Pfalz und Unterhaching) in Betrieb gehen. »Steigende Energiepreise und hohe Versorgungssicherheit machen die tiefen Ressourcen immer interessanter«, freute sich Horst Kreuter, Leiter der Sektion Tiefe Geothermie.
Insgesamt steht in Deutschland in diesem Frühjahr erstmals mehr als ein Gigawatt Wärme aus geothermischen Ressourcen zur Verfügung. »Geht die Entwicklung so weiter, ist die Geothermie ist auf dem besten Weg, mittelfristig Deutschlands wichtigste Wärmequelle zu werden«, stellt Präsidentin Probst fest.
Kann das als eine Kampfansage an lokale Platzhirsche interpretiert werden?
Ja. Wir wollen auch in diesem Segment unsere Wettbewerbsfähigkeit beweisen.
Sie haben kurz vor Jahreswechsel die übernahme der Tiroler Baufirma Kurz angekündigt. Wie wird Kurz in die Strabag eingegliedert?
Wenn wir die kartellrechtliche Genehmigung erhalten, übernehmen wir von der Kurz-Gruppe den Bereich Hochbau, die Fertigteilproduktion und die Betonerzeugung. Jede dieser Sparten wird dem jeweiligen Unternehmensbereich zugeordnet sein. Geplant ist eine Neugründung der Firma Kurz, der Firmenname bleibt erhalten.
Wie sehen Sie den Hochbaumarkt - wachsend, stagnierend?
Ich gehe von einem Wachstum des Marktes von eineinhalb bis zwei Prozent pro Jahr aus. Wir möchten in den kommenden vier Jahren einen Zuwachs von 15 Prozent erreichen.
Wie ist 2006 aus Ihrer Sicht gelaufen?
Sehr gut, wir sind gut unterwegs. 2003 betrug der Umsatz der Hochbausparte 570 Millionen Euro, 2006 mehr als 900 Millionen.
Was hat der verzögerte Winter gebracht?
Wir konnten sehr lange bauen, das ist gut. Was dabei ein bisschen zu kurz kommt, sind die Maschinen, die in normalen Jahren in den kalten Monaten gewartet werden. Es bleibt zu hoffen, dass wir dann nicht im kommenden Jahr zu viele Ausfälle haben.
Was können Baufirmen tun, um die Energieeffizienz von Bauten zu heben?
Wir bauen gerade die größte Passivhaussiedlung österreichs. Grundsätzlich können Baufirmen nur die ausgeschrieben Leistung eines Bauherrn in einer möglichst guten Qualität ausführen. Das ist zu spät für Optimierungen, weshalb wir im Rahmen des Strabag-Team-Konzeptes versuchen, unser Know-how schon im Vorfeld einzubringen, um ein Gebäude nicht nur in Bezug auf die Baukosten, sondern auch in Bezug auf die späteren Betriebskosten zu optimieren. Die Reduktion des Energiebedarfes spielt dabei eine wesentliche Rolle.
Das ist jedoch in der Regel mit Mehrkosten verbunden.
Die Mehrkosten sind nicht zwingend ausufernd. Die Maximierung der solaren Gewinne und die Optimierung der Tageslichtnutzung, die Nutzung interner Energiequellen und die Nutzung der Erdwärme sowie eine intelligente und langlebige Haustechnik machen sich in wenigen Jahren bezahlt.
Es gab einmal Bemühungen der Strabag, dick in den Markt für Einfamilienhäuser einzusteigen. Ist davon etwas übriggeblieben?
Das funktioniert in manchen Gebieten recht gut. Ich überlasse das den Verantwortlichen in der Region. Wenn sie es machen, brauchen sie nicht das Rad neu erfinden, sondern können auf das Konzern-Know-how zurückgreifen.
Gibt es in der Hochbausparte Entwicklungen oder Erfindungen, die das Bauen kostengünstiger und effizienter machen?
Wir haben mit Mischek und Fussenegger Investitionen in die Vorfertigung und Systembauweise getätigt. Ziel ist es, den Vorfertigungsgrad weiter zu steigern. Wir haben eine Arbeitsgruppe etabliert, die sich mit der Optimierung des Energiebedarfs beschäftigt und den Einsatz künftiger Fassadendämmmaterialien prüft. Noch heuer möchten wir gemeinsam mit Partnern ein Pilotgebäude errichten, bei dem wir zeigen, dass hochenergieeffizientes Bauen möglich ist. Des Weiteren läuft die Entwicklung gemeinsamer System- und Logistiklösungen mit Zulieferern und Subunternehmern.
Auf welches Bauwerk sind Sie im Moment besonders stolz?
Die Nordkettenbahn in Innsbruck, dort ist unser Unternehmen mehrfach vertreten. Es ist äußerst herausfordernd, die Pläne der Architektin Zaha Hadid umzusetzen, die von unserer Firma Pagitz gefertigten Metallkonstruktionen sind Kunstwerke, der Hochbau ist unglaublich komplex und die Tunnelbauer hatten enorme Probleme mit einem Geländeeinbruch.
| Neu gemischt Züblin hat es vorgemacht, die deutsche Strabag ist gefolgt. Nun wird die Zusammenlegung von Hochbau und Ingenieurtiefbau auch bei der Strabag österreich gelebt. Mit Anfang des Jahres hat sich die Strabag in österreich eine neue Ordnung verpasst. Franz Urban, bisher als Vorstand ausschließlich für den Hochbau zuständig, wird künftig auch die Sparte Ingenieurtiefbau verantworten. Peter Krammer, der seit Mitte 2005 den heimischen Ingenieurtiefbau betreut hatte, konzentriert sich auf die Märkte Süddeutschland sowie Ost- und Südosteuropas, in denen Länder wie Polen, Rumänien, und Bulgarien gebündelt sind. Vom Umsatz her kommen zu den gut 900 Mio. Euro aus dem Hochbau weitere 200 Mio. aus dem Ingenieurtiefbau dazu. |