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Inszenierte Innovation

Seit 27 Jahren wird der »Staatspreis Innovation« verliehen. Lange Zeit am unteren Ende der Aufmerksamkeitsskala angesiedelt, erfreut sich der Staatspreis seit dem medialen Hype um die Innovation an sich und die Postulierung derselben als einzig seligmachendem Unternehmensprinzip deutlich größerer Beliebtheit - und wird auch dementsprechend inszeniert. Erstmals in der langjährigen Geschichte des Preises gaben sich die Veranstalter nicht mit der Preisverleihung an sich zufrieden, sondern flankierten den eigentlichen Event mit einem Innovationstalk. »Leidenschaf(f)t Innovation« lautete das Motto der Auftaktveranstaltung, das auf die Ambivalenz der Innovation als unternehmerische Leidenschaft und als Ergebnis von notwendigen Problemlösungs- und Veränderungsprozessen in Unternehmen verweisen sollte.
Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Vortrag von Monika Kircher-Kohl, Vorstand des Halbleiterkonzerns Infineon Technologies Austria, die in ihrer Keynote auf die große Bedeutung von Aus- und Weiterbildung für den Innovationsprozess einging. »Innovation hat immer mit Menschen zu tun. Wir brauchen kreative Köpfe, die den Innovationsprozess in Unternehmen vorantreiben«, sagte Kircher-Kohl. Das Management müsste seinen Teil zum Innovationsklima beitragen.
Es folgte eine Podiumsdiskussion, die vor allem aus formaler Sicht interessant war. Die Hälfte des Podiums war weiblich - eine Quote, die in der heimischen Forschungs- und Innovationslandschaft immer noch unerreichbar scheint.
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Träge Mühlen

österreichs Energiepolitik ist irrational«, sagt Reinhard Haas, Professor am Institut für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft der TU Wien. Dies sei gleich in mehrfacher Hinsicht der Fall, so der Experte. So steht in der neuen Regierungserklärung als Ziel, dass bis 2010 achtzig Prozent der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen stammen sollen. Dies sei völlig unrealistisch, meint Haas. Das offizielle österreich beschummle sich nämlich selbst. So wird allgemein davon ausgegangen, dass der regenerativ gewonnene Stromanteil 2006 bei 75 Prozent lag. Das stimmt jedoch nicht, da sich diese Berechnung auf das Jahr 1997 bezieht. Seither ist der Stromverbrauch geradezu explodiert. Real beträgt der Anteil der Erneuerbaren an der Stromproduktion daher bloß 63 Prozent. Nachdem die großzügige Förderung für Wind & Co Vergangenheit ist, sei eine Steigerung sehr unwahrscheinlich, so Haas. Und selbst wenn der Ausbau der Erneuerbaren mit voller Kraft (150 % Windkraft, 300 % Biomasse und 300 % Fotovoltaik) betrieben würde, wird der Anteil 2010 maximal 61,5 Prozent betragen weil der Verbrauch bis dahin weiterhin steigt. Im Regierungsreferenzjahr 1997 betrug der Stromverbrauch 56.100 Gigawattstunden, für 2010 rechnen die Experten mit 74.000 Gwh. Pro Jahr weist österreich einen Mehrverbrauch aus, der der Erzeugung eines großen Donaukraftwerkes entspricht. Eine zweite politische Irrationalität sei es nach Ansicht von Haas, die Energieerzeugung im Nachbarland Tschechien zu geißeln und zugleich von dort erhebliche Mengen an Strom zu importieren. Im Jahr 2000 war österreich nicht Exporteur, heute stammen etwa zehn Prozent des verbrauchten Stroms aus dem Ausland, vornehmlich aus Deutschland und Tschechien. Ebenfalls unlogisch sei der Umgang mit den Verpflichtungen aus dem Kiotoprotokoll, die österreich bekanntlich weit verfehlt. »Es wird jetzt schon Geld gespart, um später die Zertifikate zu erwerben«, ätzt Haas, der in diesem Zusammenhang künftig mit Kosten von 250 Millionen Euro pro Jahr rechnet. Demgegenüber relativiert sich die Dotierung des vielgepriesenen Energiefonds mit 500 Millionen Euro. Sinnvoller wäre es nach Ansicht des TU-Experten, aktiv in die Vermeidung von Emissionen zu investieren. »Der Energiefonds ist ein virtuelles Produkt, das vielfach überzeichnet ist«, sagt dazu der Energieexperte und Wirtschaftsprofessor an der Uni Graz, Stefan Schleicher. Er sieht angesichts der vielen Begehrlichkeiten schon jetzt eine Lücke von weiteren 500 Millionen Euro klaffen. Der seit kurzem vorliegende Plan österreichs sieht laut Schleicher vor, neun Millionen Tonnen CO2-Zertifikate zuzukaufen und 16 Millionen Tonnen im Inland zu reduzieren. »Das bleibt die übung«, kommentiert Schleicher und fügt hinzu, dass der derzeitige Zertifikatepreis von 13 Euro in Zukunft nicht relevant sein wird.
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Energiereicher Aderlass

Beim Meistern dieser großen Herausforderung muss die Agentur zunehmend auf altgediente Mitarbeiter verzichten. Seit Fritz Unterpertinger in einem etwas wackeligen Verfahren erneut zum Chef der AEA gekürt wurde, hat sich der Abgang beschleunigt. Harald Proidl hat die Agentur bereits im November verlassen und ist seit Februar im VEö tätig. Kasimir Nemestothy wird mit Anfang Mai Leiter des Energiereferates der Landwirtschaftskammern österreichs. Im Juni verlässt auch Clemens Leutgöb nach 13 Jahren die Agentur. Er nimmt erhebliches Contracting-Know-how mit. »Bald ist die gesamte alte Garde entfernt«, kommentiert ein Insider, der daran erinnert, dass auch Michael Cerveny (Energy Cabin) und Christian Rakos (Pro Pellets) einst der Agentur angehörten. Unterpertinger gilt in der Szene als komplizierter Geist, der auch dem Vorstand der Agency gelegentlich Sorgen bereitet. Ende 2006 anlässlich der Generalversammlung konfrontierten vier Bundesländer den Agenturchef mit einer Protestnote. Bei der kommenden Vorstandssitzung soll erneut das Thema Fluktuation angesprochen werden. Im Umweltministerium, das etwa die Hälfte des Budgets der Agentur bereitstellt, sieht man keinen Handlungsbedarf. Unterpertinger selbst teilt dem Report dazu Folgendes mit: »Da es die hohe Fluktuation nicht gibt, erübrigt sich die Beantwortung Ihrer Frage.« Jene Mitarbeiter, die die Agentur verlassen hätten, »haben die ihnen angebotenen Chancen entsprechender Karriereschritte genutzt«, so Unterpertinger.
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Digitales Universum

In der von EMC gesponserten Studie \"The Expanding Digital Universe\" wagt IDC erstmals Vorhersagen zur Entwicklung des digitalen Datenvolumens auf unserem Planeten und klassifiziert die Datentypen sowie Entstehungsregionen der digitalen Flut. Allein 2006 umfasste das Digitale Universum, wie IDC es nennt, 161 Exabyte (Milliarden Gigabyte). Auf jeden einzelnen der knapp 6,7 Milliarden Menschen auf der Erde kommen demnach umgerechnet rund 24 Gigabyte an digitalen Daten, die im Jahr 2006 entstanden sind. Die Marktforscher prognostizieren, das die digitale Informationsmenge ab 2006 jährlich um 57 Prozent zunimmt, sich bis 2010 versechsfacht und dann die unvorstellbare Masse von 988 Exabyte erreicht haben wird.

IT-Abteilungen in neuer Verantwortung. Laut Studie sind 70 Prozent der Informationsproduzenten Privatpersonen, die allein durch alltägliches Telefonieren, Fotografieren, Filmen, Internet surfen oder Fernsehen digitale Daten produzieren oder übermitteln. Dennoch sind bei rund 85 Prozent der Daten Unternehmen jeder Größenordnung und Branche sowie deren IT-Abteilungen in irgendeiner Form in die Speicherung, Bereitstellung oder übermittlung involviert und für die Einhaltung von Datenschutzrichtlinien sowie den Schutz der Daten selbst verantwortlich.

\"Der massive Anstieg der Datenmenge und die Vielzahl der verschiedenen Informationsformaten, die an den unterschiedlichsten Orten entstehen, stellen mehr als nur eine weltweite Explosion an unüberschaubaren Informationen dar\", beschreibt John Gantz, Chief Research Officer und Senior Vice President bei IDC die Herausforderung, die durch die komplette Wandlung des analogen, endlichen Informationsbegriffes hin zu seiner digitalen Unendlichkeit entsteht. \"Aus technologischer Sicht werden Unternehmen immer ausgefeiltere Techniken entwickeln müssen, um die täglich entstehenden Informationsmengen zu transportieren, zu speichern, zu schützen oder wieder herzustellen.\"

The Expanding Digital Universe: weitere Ergebnisse

  • Bilder und Videos (Rich Media) machen den Löwenanteil desInformationsuniversums aus: 2006 wurden mehr als 150 Milliarden Fotos mit Digitalkameras aufgenommen. IDC erwartet über 500 Milliarden weitere Bilder bis 2010.
  • Die Anzahl der E-Mail-Adressen ist von 253 Millionen 1998 auf fast 1,6 Milliarden in 2006 angewachsen. Im gleichen Zeitraum stieg die Anzahl der versandten E-Mail dreimal schneller als die Anzahl der E-Mail-Nutzer. 2006 entstanden 6 Exabyte nur durch E-Mails (ausgenommen Spam), die zwischen Personen hin- und hergeschickt wurden.
  • Die Ausgaben für Security-Software werden von 40 Milliarden US-Dollar in 2006 auf 65 Milliarden US-Dollar in 2010 ansteigen, denn die Einhaltung gesetzlicher Auflagen betrifft 20 Prozent der Datenmenge, wobei 30 Prozent der Datenmenge von Security-Anwendungen berücksichtigt werden.
  • über 95 Prozent der Daten um Digitalen Universum sind unstrukturiert. Unstrukturierte Daten machen über 80% aller Informationen in Unternehmen aus.
  • Derzeit haben alle Weltregionen außerhalb von Nordamerika, West-Europa und Japan einen Anteil von 10 Prozent am Digitalen Universum. Dort soll der Informationsanteil allerdings künftig um 30 bis 40 Prozent schneller wachsen als in den Industrienationen.
  • Weniger als 10 Prozent der Unternehmensinformationen sind nach ihrem Geschäftswert klassifiziert. IDC geht davon aus, dass die Menge an klassifizierten Daten künftig um 50 Prozent im Jahr steigen wird.
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Europäischer Aufwind

Die Raiffeisen-Leasing-Gruppe legt für das Jahr 2006 erneut ein Rekordergebnis vor. Das Neugeschäftsvolumen beträgt 3,433 Milliarden Euro, das entspricht einem Plus von 20 Prozent gegenüber 2005. Getragen wird diese Bilanz vom Auslandsgeschäft, das um 39 Prozent auf 2, 364 Mrd. Euro anstieg, währenddessen im Inland das Volumen um sieben Prozent auf gut eine Milliarde sank. \"Hier haben uns die großen Immobilienprojekte gefehlt“, erklärt der Sprecher des Vorstandes Peter Engert. Trotzdem gibt es keinen Grund zur Traurigkeit. Das aus mehr als 40.000 Verträgen aushaftenden Kapital von 3,29 Milliarden Euro im Inlad brachte Raiffeisen-Leasing ein vorläufiges Ergebnis von 19,3 Millionen (2005: 12,4 Mio. Euro). Das Auslandsergebnis beträgt voraussichtlich 31,5 Millionen Euro. Im Inland stammt fast die Hälfte des Neugeschäfts (483 Mio. Euro) aus dem Segment Immobilienleasing. Zwischen fünf und zehn Prozent davon entfallen auf Eigenprojekte.

Raiffeisen-Lerasing baut hierzulande neben Einkaufs- und Fachmarktzentren, Hotels, Pflegeheime, Büro und Geschäftshäuder sowie Vorsorgewohnungen und Luxusappartements. Nachdem zuletzt einige Projekte gewinnbringend abgestoßen wurden sei nun wieder \"viel Luft“ in der Bilanz um Neuprojekte anzugehen, so Engert. Der Fokus verlagert sich dabei bei den Gewerbeprojekten zunehmend nach Osteuropa, so der Chef der Gruppe. Im Inland sei die Dichte von Einkaufszentren und Fachmarktzentren extrem hoch, womit der Bedarf weitgehend abgedeckt sei. Stolz ist man im Moment auf zwei Projekte: den 24-stöckigen \"terminal tower“ in Linz, der im Oktober 2008 fertig sein wird sowie das Einkaufszentrum \"Bondy Center“ in Mlada Boleslav (Tschechien) das heuer im November fertig sein wird.

Im Segment ökoenergie hat Raiffeisen-Leasing in österreich bislang insgesamt Projekte mit einem Volumen von 273 Millionen Euro finanziert. Derzeit seien die ökostrom-Experten des Institutes jedoch ausschließlich im Ausland tätig, da durch die Neufassung des ökostromgesetzes der Markt so gut wie zum Erliegen gekommen ist. Engert rechnet nicht damit, dass es dabei bald zu änderungen kommen wird. \"Wir haben eine unheilige Allianz aus Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung und Wirtschaftsminister. Ich denke, dass sich in den kommenden zwei Jahren beim ökostromgesetz nicht viel ändern wird“, setzt er zum Rundumschlag an.

Insgesamt rechnet Engert für 2007 mit einer der Wirtschaftsentwicklung ensprechenden kontinuierlichen Aufwärtbewegung des Leasinggeschäfts. \"Große Würfe sind 2007 eher unwahrscheinlich, die Marktanteile der einzelen Gesellschaften werden stabil bleiben“, betont er. Was die Ausweitung des eigenen Aktionradius betrifft kündigt Engert eine neue Niederlassung in Finnland an: \"Unser Engagement in Schweden hat sich bewährt, wir gehen jetzt ein Stück weiter, auch im Hinblick auf das Baltikum und Russland“. Insgesamt ist Raiffeisen-Leasing in mehr als zwanzig Ländern vertreten und beschäftigt insgesamt gut 1.600 Mitarbeiter (311 im Inland).

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Mobiles make the world go round

Aus Barcelona, Daniel AJ Sokolov

1.300 Aussteller, 300 Vortragende und 2.250 vertretene Medien machten die 3GSM in Barcelona wieder einmal zum wichtigsten Jahresevent der globalen Telekombranche. Von der Krise, die zahlreiche Messen und Kongresse in aller Welt ereilt, war in Barcelona nichts zu spüren. Das Messegelände brummte auch ohne Konsumenten, die durch die Eintrittspreise von mindestens 600 Euro abgeschreckt werden.

Im laufenden Jahr wird die Zahl der Mobilfunkanschlüsse weltweit drei Milliarden erreichen. Noch vor einigen Jahren wäre eine solche Vorhersage als absurd abqualifiziert worden. Heute fragt sich die Branche, wie sie danach weiterwachsen könnte. In Barcelona trommelten tausende Unternehmensvertreter ihre Zukunftsvisionen vom Wachstumspfad: DVB-H, Mobile Music, User-Generated- und sonstiger Content bildeten eine Art Geräuschteppich, in dem sogar die unvermeidliche Roamingtarife-Diskussion beinahe unterging. Zum Rauschen gehörte auch die aus spezifisch österreichischer Sicht etwas antiquiert anmutende Diskussion \"Fixed Mobile Substitution versus Fixed Mobile Convergence\". Das wie bereits im Vorjahr völlig überlastete und damit unbrauchbare WLAN am Messegelände ließ die Verfechter des Unlicensed Mobile Access (UMA) allerdings kleinlaut werden.

Deutlicher zu vernehmen waren die vor allem von Netzwerklieferanten gegebenen Versprechen einer goldenen Datenzukunft mit HSDPA - was hierzulande auch niemanden mehr vom Hocker reißen dürfte. In österreich wissen wir dank vier kommerzieller HSDPA-Netzen und hervorragendem Absatz von Datenverträgen bereits, wie in die entwickelten Märkte in den nächsten Jahren Wachsen könnten.

Endgeräte. Das A und O für das Massen-Neukundengeschäft sind nach wie vor neue Handys. Das Ausmaß der in Barcelona präsentierten neuen Modelle überraschte trotzdem. Die Bandbreite reichte von Nischenanbietern wie Neonode mit einem einzigen Modell (N2), über die bekannten Branchenriesen mit breiter Palette bis zum chinesischen Anbieter TCL, der unter der lizensierten Marke Alcatel nicht weniger als 21 Modelle im unteren Preissegment auftischte. Die subventionierenden Netzbetreiber können sich über steigende Auswahl, immer mehr HSDPA-Geräte und langsam sinkende Durchschnittspreise freuen.

Echte Doppelhandys sorgen für Grausbirnen. Das Lachen im Halse stecken geblieben ist den Mobilfunkanbietern allerdings bei einigen kleineren asiatischen Messeständen. Die ersten echten Dual-SIM-Handys, die mit zwei SIM-Karten gleichzeitig in zwei verschiedenen Mobilfunknetzen aktiv sein können, sind aufgetaucht. Mit solchen Geräten können Konsumenten die Vorteile verschiedener Tarife voll ausnutzen, ohne dafür zwei Telefone aufladen und mitschleppen zu müssen. Auch das bei herkömmlichen Dual-SIM-Adaptern erforderliche Umschalten von einem Netz ins andere entfällt.

Zwei Handys zu nutzen birgt einen Komfortnachteil in sich, der die Menge der Multi-SIM-User in Grenzen hält und die Kostendeckungsbeiträge der Netzbetreiber sichert. Der Gedanke an die weite Verbreitung echter \"Dual-Working\"-Handys lässt daher bei den Mobilfunkern die Grausbirnen aufsteigen.

Der Report hatte sich bereits 2003 auf die Suche nach dem Doppelhandy begeben. Damals noch erfolglos - die großen Hersteller fürchteten, ihre größten Abnehmer zu vergraulen. Denn kein GSM-Netzbetreiber würde so ein Handy freiwillig in sein Portfolio aufnehmen. Die kleinen Hersteller wiederum konnten sich lange Zeit die Entwicklungskosten nicht leisten. Das hat sich geändert, wenngleich die geringen Stückzahlen die Preise noch relativ hoch halten. Mindestens drei Hersteller, die hierzulande allerdings unbekannt sind und (noch) keine Vertriebspartner haben, bieten inzwischen \"Dual-Working\"-Handys an.

Handy statt Bank. Internationale Geldüberweisung per SMS von einem Handy zum anderen sollen ein ganz neues Geschäftsfeld für die Branche werden. Ein entsprechendes Projekt präsentierte die GSMA in Barcelona. Wenn es gelingt, dadurch auch kleinere Geldbeträge zu geringen Gebühren \"mobil\" zu machen, könnte das hunderte Milliarden Euro pro Jahr in Bewegung setzen.

Ziel des Vorhabens ist nicht klassisches M-Payment für Dienstleistungen oder Waren. Vielmehr soll die internationale überweisung kleinerer Beträge zwischen Privatpersonen einfacher, billiger und schneller gemacht werden. Migranten haben vergangenes Jahr 230 Milliarden Dollar in ihre Herkunftsländer an rund 750 Millionen Verwandte geschickt. Letzte haben meist kein Bankkonto. Marktführer für solche überweisungen ist Western Union. Nicht statistisch erfasst sind die übermittlungen von Zahlungsmitteln und Wertsachen auf informellen Wegen.

Diese Vermögenstransfers von Migranten sind für viele Volkswirtschaften in Entwicklungsländern bedeutsamer, als die formelle Entwicklungshilfe. Allerdings bremsen die üblichen Gebühren die Geldströme deutlich, kleinere Beträge können gar nicht wirtschaftlich gesendet werden. Also unterbleiben überweisungen oder werden so lange aufgeschoben, bis ein größerer Betrag zustandegekommen ist. Informelle übermittlungen, etwa durch reisende Bekannte, sind zwar billig, aber unzuverlässig. Das GSMA-Projekt soll die Gebühren auch für kleinere Beträge in den einstelligen Prozentbereich drücken. Das könnte die transferierte Geldmenge bis 2012 auf rund eine Billion Dollar vervierfachen und die Menge der Empfänger auf 1,5 Milliarden Menschen verdoppeln.

Die GSMA und MasterCard etablieren einen globalen Clearing-Hub, über den überweisungen von einem User zum anderen abgewickelt werden können. Die Details des Ablaufs sind unterschiedlich. Beim Sender könnte das Geld von einem vorausbezahlten Guthaben oder einem Bankkonto abgebucht oder über seine nächste Rechnung eingezogen werden.

Der Empfänger wird innerhalb von Sekunden per SMS über die Anweisung informiert. Die Auszahlung könnte über die Vertriebspartner des jeweiligen Netzbetreibers oder mittels SmartCard an Bankomaten erfolgen. Den Regierungen wird das Projekt dadurch schmackhaft gemacht, dass sie hinkünftig die Geldströme besser überwachen und kontrollieren können.

ökologie und ökonomie. In den Entwicklungsländern möchten die Mobilfunkbranche immer breitere Kundenschichten erschließen. Um auch bei einem ARPU (Monatsumsatz pro Kunde) von unter drei Euro wirtschaftlich arbeiten zu können, sind neue Strategien erforderlich. Einerseits gibt es immer mehr besonders billige Endgeräte (Ultra Low Cost Handsets). Diese können auch schick und dünn sein, wie Motorola mit dem F3 beweist.

Doch auch bei den Netzbetriebskosten muss gespart werden. Mangels Stromnetz werden viele Basisstationen in Entwicklungsländern mit Dieselgeneratoren betrieben, was aufwändig und teuer ist. Motorola hat daher eine Basisstation getestet, deren Akkus ausschließlich aus Windkraft und Sonnenenergie gespeist werden. Das soll die Betriebskosten deutlich senken. Das System wurde bereits ein Jahr lang in Großbritannien getestet und geht nun erstmals in Namibia an einer kommerziellen Basisstation in Betrieb.

Ericsson zeigte auf der 3GSM eine Miniraffinierie im Container-Format. Damit könnte das von lokalen Bauern gelieferte öl in Biodiesel für den Betrieb von Mobilfunksendern umgewandelt werden.

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Technologischer alter Hut

\"Die wesentlichen technologischen Elemente des Web 2.0 sind bereits seit 2000 bekannt. Allerdings verstehen wir erst jetzt, wie die Technologie gut eingesetzt werden kann\". Mit diesen Worten hat Clemens Cap von der Universität Rostock die Diskussion um das Schlagwort Web 2.0 gestern, Montag, im Rahmen eines Expertenforums in Wien auf den Punkt gebracht. Zustimmung erhielt der Universitätsprofessor von allen anderen Panel-Teilnehmern, die im Rahmen der von Con.ect und Future Network organisierten Veranstaltung versuchten, den Begriff Web 2.0 greifbar zu machen.

Während Vertreter von Microsoft und IBM auf ihre eigenen Beiträge bei der technologischen und inhaltlichen Weiterentwicklung des Web 2.0 verwiesen, warnte Cap indes die Branche, sich zu sehr auf den Leistungen der Anwender auszuruhen. In Anlehnung an den vom Internetexperten Andreas Weigend geprägten Begriff \"Aal\" (Andere arbeiten lassen) bezweifelt Cap, ob User langfristig bereit sind, für den Geschäftserfolg eines Unternehmens wie YouTube oder Flickr unentgeltlich ihre Inhalte beizusteuern. Angesichts der steigenden Leistungsfähigkeit des Internets bei einem gleich bleibenden intellektuellen Aufmerksamkeitsvermögen der Menschen ortet Cap anwenderseitig zudem einen Wechsel von einer Informationsökonomie zu einer Aufmerksamkeitsökonomie hin. \"Informationen aller Art sind nicht zuletzt durch die Entwicklungen auf Hardwareseite auf unterschiedliche und spannende Weise abrufbar. Allein die Zeit und Aufmerksamkeit der Anwender bleibt gleich beziehungsweise wird sogar weniger\", so Cap gegenüber Branchenmedien.

Auch bei der Implementierung von Web-2.0-basierten Technologien in externen und internen Kommunikationsprozessen von Unternehmen zeigten sich die Experten einig. Bei allen Chancen und Möglichkeiten, die Web 2.0 bietet, sei hier durchaus auch Vorsicht angebracht. \"Derzeit gibt es rund um AJAX und die anderen eingesetzten Technologien noch viele inoffizielle Standards. Die Investitionssicherheit kann somit nicht 100-prozentig gewährleistet werden\", meint etwa Alexander Szlezak, Geschäftsführer von Gentics Software. Er rät Unternehmen bei allen Implementierungen in erster Linie die Anwender im Fokus zu behalten. \"Wenn die Anwender selbst einen Nutzen davon haben, dann werden sie auch gerne bereit sein, Inhalte nach dem Aal-Prinzip beizusteuern\", so Szlezak.

Den Begriff Web 2.0 wertet Szlezak als Synonym für das sich verändernde Internet. Wie IBM-Kollege Tony Fricko weist er auf die neuen Möglichkeiten hin, die sich durch die Vernetzung von Anwenderinhalten und verschiedenen Datenpools in sogenannten Mashup-Applikationen anbieten. Durch die Einbindung von Kunden und Mitarbeitern auf Unternehmens-eigenen Kommunikationsplattformen habe sich der Informationsfluss von und zu Unternehmen entscheidend verändert. \"Die Trennung zwischen Intranet, Extranet und Internet existiert de facto nicht mehr. Ein Unternehmen ist heute in alle Richtungen durchlässig und muss sich zusehends auch mit externen Anwendungen auf seinen webbasierten Portalen auseinandersetzen\", so der Gentics-Geschäftsführer.

Web-2.0-Experte Thomas Burg, Geschäftsführer von factline, warnte Unternehmen einmal mehr davon, die Implementierung von Web-2.0-Technologien unter dem Aspekt der Kostenersparnis und Umsatzsteigerung anzugehen. \"Unternehmenserfolg wird immer auch von Kreativität, Innovationsgeist und einer funktionierenden Unternehmenskommunikation getragen\", so Burg. Eine Implementierung von sozialer Software, wie Blogs, Wikis und ähnlichen Kommunikationstools müsse folglich immer einen persönlichen Nutzen für die Anwender, das Arbeitsteam, aber auch die Organisation an sich haben. Dabei müsse man sich bewusst sein, dass nur rund ein Prozent aller Anwender aktiv im Sinne eigener Content-Erzeugung sei. Im Sinne einer erfolgreichen Implementierung in Unternehmen sei es daher unerlässlich auch die passive Kollaboration, wie das Lesen und Teilhaben an derartigen Prozessen, sichtbar zu machen, meint Burg.

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Burke folgt Ottendorfer

James W. Burke, Jahrgang 1952, ist seit 1. März 2007 neuer Geschäftleiter IT & Technik bei T-Mobile Austria. Der gebürtige Amerikaner folgt Günther Ottendorfer nach, der die Position des Technical Director für T-Mobile Deutschland übernimmt. Mit Burke hat T-Mobilea einen sehr erfahrenen Technik Chef dazu gewonnen. Burkes berufliche Laufbahn begann 1972 bei Bell Atlantic (heute Verizon) in Philadelphia, wo er als Executive Director für den Bereich Business Development im Festnetzsegment verantwortlich war. 1995 wechselte Burke in die Mobilfunk & Breitbandbranche und arbeitete u.a. bei PrimeCo Personal Communications und Teligent Inc. abwechselnd in den USA und Europa. Anfang 2001 zog Burke nach Deutschland wo er bei Arctel GmbH in Frankfurt als Chief Technical Director tätig war. Ein Jahr später wechselte Burke zu T-Mobile International als Executive Vice President für European Operations.

\"Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe. österreich ist ein Vorreiter im Technologiebereich, mit dem Ausbau des ersten flächendeckenden HSDPA Netzes weltweit hat T-Mobile Austria neue Maßstäbe gesetzt. Mein Ziel ist es diese Vorreiterrolle weiter auszubauen\", so Jim Burke, designiertes Mitglied der Geschäftsleitung von T-Mobile Austria.

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Farbenfrohes Kameratrio

Exilim Hi-Zoom EX-V7
Die neue CASIO EXILIM Hi-Zoom EX-V7 ist die weltweit flachste Digitalkamera mit einem 7fach optischen Zoom, wobei das Objektiv komplett in das elegante Gehäuse der EXILIM integriert ist und so ein kleines uns schlankes Format gewährleistet, dass in jede Hemd- oder Handtasche passt. Auch im Bereich der Bildstabilisierung will die 7,2 Megapixel-Kamera Maßstäbe setzen: Mit vier verschiedenen Funktionen - mechanisch und elektronisch - reduziert die EX-V7 die Gefahr von verwackelten Fotos.
Dank Movie-Funktionen soll die Kamera die Aufnahme hochauflösender Filme mit Stereoton, auch im Wide-Screen 16:9-Format ermöglichen. Die innovative Videokodierung H.264/AVC reduziert dabei den benötigten Speicherplatz. Zusätzlich unterstützt der elektronische Verwackelungsschutz das Vergnügen an selbstgedrehten Videos.
Preis: 429 Euro

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Neue Rechtsexpertin bei Standard Life

In dieser Position zeichnet Schneidhofer für alle rechtlichen Belange der Vertriebsdirektion österreich innerhalb der Standard Life Assurance Company verantwortlich.
Ihre Karriere startete die 44-jährige als Leiterin der Rechtsabteilung beim Verband der Versicherungsunternehmen österreichs. Zuletzt war die in der Versicherungswirtschaft anerkannte Expertin in einer führenden Position im Maklervertrieb bei der Generali Versicherung AG tätig. Die gebürtige Steirerin ist, nach vielen Jahren in Wien, wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Schneidhofer: \"Da ich schon öfter mit dem Gedanken gespielt habe, in die Steiermark zurückzugehen, kam das Angebot von Standard Life genau richtig. Ich freue mich schon sehr auf die Herausforderungen, die der neue Job in diesem international agierenden Versicherungsunternehmen mit sich bringt.\"

Standard Life - 1825 gegründet, mit Sitz in Edinburgh -zählt mit weltweit verwalteten Kapitalanlagen im Wert von ca. 180 Mrd. Euro und ungefähr 7 Millionen Kunden zu den größten Versicherern der Welt. Zum Standard Life-Konzern gehören neben der Versicherungssparte die Standard Life Bank, Standard Life Healthcare und das eigene Investmenthaus Standard Life Investments. Seit 1999 ist Standard Life auch in österreich vertreten. Mit einer Vertriebsniederlassung in Graz konnte das Unternehmen sein Geschäft kontinuierlich ausbauen. Derzeit werden in österreich mehr als 40.000 Kunden betreut.

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