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Kremsmünster in Poleposition

Anfangs war es das Interesse an öffentlichkeitsarbeit, dann eignete sich Reinhard Haider, Amtsleiter der Gemeinde Kremsmünster, selbst die nötigen Programmierkenntnisse an. Man schrieb das Jahr 1996, als in der idyllischen Klosterstadt in Oberösterreich etwas begonnen wurde, das heute als Vorläufer des E-Governments gilt. »Doch eine einfache Website hätte auf Dauer natürlich nicht ausgereicht«, erzählt Haider heute. Also wurde bereits ein Jahr später gemeinsam mit dem Partner RiS die Gemeindeplattform »RiS-Kommunal« gebas­telt. Der IT-Dienstleister saß im nur 20 Kilometer entfernten Steyr - möglicherweise mit ein Grund, warum das Contentmanagementsystem heute Marktführer bei Gemeinden in österreich ist. Die Beteiligten legten in ihrer engen Zusammenarbeit von Anfang an großen Wert auf leichte Bedienbarkeit und ein ansprechendes Look-and-Feel der Plattform. Diese einmalige Entwicklung kam vor kurzem der bereits tausendsten Gemeinde zugute. 2006 wurde die Applikation auch absolut barrierefrei gestaltet. Aus gewichtigem Grund: Mit 1. Jänner 2008 sieht das österreichische E-Government-Gesetz die zwingende Umstellung von Websites der Verwaltung in barrierefreie Zonen vor. Für den Kremsmünsterer ist die Entwicklung dieses Systems einfach »eine schöne Sache«, die nun vielen zugutekomme. »Man muss das Rad ja nicht jedes Mal neu erfinden«, meint Haider.
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Eisenkäfer- Hochzeit

Das neue Unternehmen soll den Namen Wacker Neuson AG tragen und seine Zentrale in München haben. Der Umsatz von Wacker belief sich im Geschäftsjahr 2006 auf 619,3 Mio. Euro. Neuson Kramer erzielte im Geschäftsjahr 2006/2007 voraussichtlich einen Umsatz von rund 260 Mio. Euro. Die Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden steht noch aus. »Mit den hochwertigen Produkten beider Unternehmen wollen wir insbesondere im Geschäftsbereich Kompakt-Baumaschinen neue Marktpotenziale im Bauhauptgewerbe und im Garten- und Landschaftsbau in Europa, den USA und in Asien nutzen«, erläutern Georg Sick, Vorstandsvorsitzender der Wacker Construction Equipment AG, sowie Hans Neunteufel, Vorstandsvorsitzender und Hauptaktionär der Neuson Kramer Baumaschinen AG.
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Warten auf das dominante Device

Im Dezember 2004 wurde der größte alternative Telekomprovider UTA vom Diskonttelefonieanbieter Tele2 übernommen. Nach Personaleinsparungen und der erfolgreichen Zusammenführung der Produktlinien sieht sich nun Robert Hackl, Geschäftsführer seit Jänner 2007, im Jahr des Kundenservices und der Portfoliobreite und investiert wieder massiv in Entbündelung. Der alternative Mitbewerb als Gegenpol zum Incumbent Telekom Austria ist indes dramatisch ausgedünnt.

Report: Herr Hackl, wie geht es Ihnen nach den ersten Monaten der Tele2UTA-Geschäftsführung?
Robert Hackl: Den größten alternativen Provider zu führen und in österreich agieren zu können, ist eine sehr spannende Aufgabe. Wir sehen uns in einer wichtigen Rolle: österreich braucht diese Alternative zum Incumbent.

Welche Rolle spielen die Aktivitäten hierzulande für die schwedische Unternehmensgruppe? Welche Investitionen wird Tele2UTA in österreich noch tätigen und wie sehr ist Tele2UTA von Entscheidungen in Stockholm abhängig?
Wir haben eine sehr eigenständige Position innerhalb der Gruppe, haben alle Freiheiten und sind im Konzern eine wichtige Tochter, da Tele2UTA fast zehn Prozent des Gesamtumsatzes beiträgt. Derzeit investieren wir jährlich rund 15 Mio. Euro in die Telekommunikationsinfrastruktur und in die IT-Systeme. Heuer werden wir eine Steigerung der Abdeckung der Haushalte mit entbündelten Leitungen - also auf unserer eigenen Infrastruktur - von 55 auf 65 Prozent schaffen. Mit Ende 2006 zählten wir bereits 183 entbündelte Wählämter. Diese Zahl wird heuer um weitere 60 Standorte steigen. Natürlich stimmen wir unsere Investitionen mit der Unternehmensgruppe ab, doch können wir all unsere Produkt- und Servicelinien selbst einführen und verantworten.

In der Wahrnehmung bei den Kunden scheinen mit der Fusion zweier eher gegensätzlich aufgestellter Provider der Fokus und die zentrale Positionierung als B2B-Provider etwas verloren gegangen zu sein. Ist dies aus Ihrer Sicht ein Problem?
Der Tele2-Slogan »Warum mehr bezahlen« kann im Geschäftskundenbereich leicht falsch verstanden werden. In der Businesssparte überzeugen wir mit »Mehr Leistung für weniger Geld«. Dabei verfügt Tele2UTA über eine solch starke eigene Infrastruktur, dass wir unseren Geschäftskunden höchste Ausfallsicherheit bieten können. Wir können als B2B-Provider mit redundanten Netzverbindungen nicht nur eine Wege- und Technologieredundanz anbieten, sondern innerhalb unserer Infrastruktur sogar Providerredundanz simulieren. So haben wir zum Beispiel die Barmherzigen-Brüder-Spitäler in der Steiermark, wo Netzstabilität und Ausfallsicherheit höchste Priorität haben, mehrfach redundant angebunden. Sie sehen also: Tele2UTA bietet bei weitem mehr als nur Datenleitungen.

Ihr Vorgänger Norbert Wieser hat die Fusion Tele2 und UTA verantwortet, ist nun aber überraschend zurückgetreten. Was werden Sie anders als Wieser machen?
Es gibt viele gute Dinge, die das Unternehmen geleistet hat - vor allem ist nach dem Zusammenschluss die Kombination Tele2UTA ja bereits im zweiten Geschäftsjahr profitabel gewesen, während die UTA in den letzten Jahren nie durchgehend positiv bilanziert hatte. Diese erfolgreiche Strategie gilt es, nun fortzusetzen und mitunter an Innovationen anzupassen. Ich werde nichts ändern, was ohnehin sehr gut funktioniert. In Bereichen wie dem Marketing sehe ich aber noch großes Potenzial - ich bin ein Mann des Marketings und werde hier auch neue Akzente setzen. Einen weiteren Schwerpunkt werden wir im Geschäftskundenbereich mit einer Service- und Qualitätsoffensive setzen, die die Wertschöpfungsbreite und -tiefe erhöhen wird. Das letzte Jahr war noch klar vom Zusammenschluss der beiden Unternehmen und dem Ziel der Profitabilität geprägt. In einer Qualitätsoffensive im Kundenservice durchleuchten wir nun, wie wir mit unseren Kunden umgehen und wohin wir uns im Customer Service bewegen wollen.

Customer Service - ein Bereich, der bei Tele2UTA noch ausbaufähig ist?
Man kann sich immer verbessern.

Die Akquisition von eTel durch Telekom Austria zeigt, wie die Marktkonsolidierung in österreich funktioniert: Der Incumbent schluckt die alternative Szene.
De facto wird damit eine heute schon marktbeherrschende Stellung weiter ausgebaut. Entwicklungen wie diese sind mittelfristig vor allem für die Kunden bedauerlich. Die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes hat in den letzten Jahren den Konsumenten mehrere 100 Mio. Euro eingespart. Letztendlich gilt es nun, die Kunden zu schützen. Denn das Voranschreiten der Remonopolisierung droht auch im kommenden Jahr: 2008 wird die TA den VDSL-Ausbau forcieren und damit die Investitionen der entbündelnden Provider gefährden und abwerten. In Deutschland führt man bereits Diskussionen zum »Cross Talk« Phänomen, das mit dem technischen Ausbau der Breitbandleitungen die Leitungsqualität der alternativen Provider gefährdet.
Symptomatisch für den sinkenden Wettbewerb ist auch die Mitgliederzahl des Verbandes Alternativer Telekomnetzbetreiber. Die Zahl der VAT-Mitglieder ist von einstmals 21 auf heute sieben Unternehmen gesunken. Da UPC/Inode nicht im VAT vertreten ist, gibt es auf Festnetzproviderseite eigentlich nur noch Colt und Tele2UTA.

Welche Strategien wollen Sie in den nächsten zwei, drei Jahren verfolgen. Welche Innovationen können die Kunden erwarten?
Zentrale Aufgabe wird es sein, unser Geschäftsmodell zu transformieren. Zwei Stoßrichtungen sind hier zentral: Zum einen wollen wir den Schritt vom Reseller zum Infrastrukturanbieter schaffen. Das heißt: weg vom Wiederverkauf von TA-Leitungen und Call Preselection, hin zu entbündelter, eigener Infrastruktur. Weiters werden wir in Zukunft nicht nur Netzanbieter sein, sondern auch ergänzende Services auf Basis unserer Infrastruktur anbieten. Application Service Providing in Bereichen wie E-Learning oder Hosted Exchange könnte dann auch mit Partnern unserem Portfolio eine neue Breite verschaffen. Zum Kunden hin werden wir so mit einer größeren Tiefe agieren können. Lediglich Leitungen zu verkaufen, macht nur begrenzt Spaß - hier geht es eigentlich um reinen Preiswettbewerb. Unsere Kunden wünschen aber mehr - sie wollen Managed Services. Auf dem Weg dorthin wird Tele2UTA auch weiter wachsen: So wollen wir die Zahl unserer bereits über 100.000 Breitbandkunden bis Ende des Jahres verdoppeln. Der Launch einer echten Flatrate in den Breitbandprodukten, der im März erfolgt ist, wird dies ermöglichen. Nun können unsere Breitbandkunden erstmals uneingeschränkt so viel surfen, wie sie wollen - ohne Fair-Use-Limits. Auch unseren Bestandskunden steht dieses Angebot offen. Wir haben genug Kapazitäten in unserem Netz.

Der Weg in Richtung konvergenter Netze scheint von den Providern unbestritten in den nächsten Jahren eingeschlagen zu werden. Wann wird es zu echten konvergenten Produkten aus Mobil- und Festnetz bei Tele2UTA kommen?
Im Privatkundenbereich halte ich die Konvergenzdebatte für überbewertet, da dort Produktstarts bislang keine Erfolge erzielen konnten. BTs Konzept »Blue Phone« hat nicht funktioniert und die Deutsche Telekom hat den Verkauf ihres Festnetzhandys »T-One« mangels Kundeninteresses wieder eingestellt. Und gerade in österreich wäre die herrschende geringe Preisdifferenz zwischen Fest- und Mobilnetzen ein Hindernis für solche Konvergenzprodukte. Der Kunde möchte bei solchen Produkten ja vor allem Preisrabatte sehen. Zudem gibt es in den Haushalten meist keinen klaren Entscheidungsträger, der die Telefoniestrategie allein verantwortet. Den klassischen Familienvorstand als Entscheider in Mobilfunk- und Festnetzfragen gibt es in Familien nicht - hier ist die Zugangsweise zu Geräten und Gesprächsmodellen mitunter sehr divergent. So betrachtet wären vor allem Singlehaushalte die beste Zielgruppe für Konvergenzprodukte.

Dennoch sehen Analysten und Telco­Strategen die Konvergenz von Festnetztelefonie, Mobilfunk und Internet als derzeit wohl wahrscheinlichste Entwicklung.
Der Schwenk zur Konvergenz in den Netzen wird dann vollzogen werden, wenn neben der Möglichkeit zur Kos­tenersparnis auch das dominante Device konvergent ist. Dies könnte beispielsweise der Laptop sein, der im Office der Zukunft die zentrale Schnittstelle für alle Kommunikationsformen sein wird. Im Businessbereich spielen konvergente Modelle aufgrund des Vorteils einheitlicher Rechnungen und Rufnummernpläne aber ohnehin aus unternehmenstaktischen Gründen jetzt schon eine große Rolle. KMU setzen auf Flatrates in der Abrechnung und Kostenkontrolle. Es gibt dort mit dem Geschäftsführer den notwendigen zentralen Entscheider und auch das Bedürfnis nach Kontrolle der Telekommunikationskosten, was mit einheitlichen, zentralen IKT-Lösungen natürlich besser möglich ist. Konvergenz heißt bei Tele2UTA: Privat- wie Businesskunden kaufen bei uns aus einer Hand.

Die Firma, die Person
Robert Hackl ist seit Jänner 2007 Geschäftsführer Tele2UTA. Der gebürtige Salzburger startete seine Laufbahn im Bankenbereich bei SBC Warburg in Zürich, ehe er 1996 zu McKinsey wechselte. Er leitete dort Beratungsprojekte im Telekombereich, ehe er 2006 als Leiter des Bereiches Marketing & Sales ins Management von Tele2UTA wechselte. Der hierzulande größte alternative Telekommunikationsprovider steuerte 2006 über 300 Mio. Euro Umsatz zum Ergebnis der schwedischen Mutter bei.
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Mehr Inhalt, weniger Rummel

Von Daniel AJ Sokolov

Trendwende«, »Aufbruchsstimmung«, »positive Bilanz«, »mehr Fachbesucher«, »Rekord« - mit solchen und ähnlichen Buzzwords wird die CeBIT von der Deutschen Messe AG und dem BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien) bedacht. Und das seit Jahren. Doch die weltgrößte IT-Messe steckt in der Krise. Sinkt die Gesamtzahl der Besucher, wird der gestiegene Anteil der Fachbesucher hervorgehoben. Sinkt dieser Anteil, so wie in diesem Jahr, freut man sich in Hannover über insgesamt mehr Eintritte. Mit 480.000 sollen 2007 zehn Prozent mehr Besuche gezählt worden sein als im Vorjahr. Diese Nachricht wird zwar nicht allerorts für bare Münze genommen, aber vielleicht trügt der optische Eindruck. Denn die Messehallen sind weniger dicht besetzt gewesen als in den vergangenen Jahren, was weniger Gedränge zur Folge hatte.

Nicht nur die Zahl der Aussteller, sondern auch die vermieteten Ausstellungsflächen sind deutlich gesunken. Insbesondere einige Branchengrößen wie Nokia, Motorola, BenQ, Konica Minolta und Lenovo - die ehemalige IBM-Notebooksparte - blieben fern. Damit es wenigstens bei den Besuchern ein Plus gab, wurden unmittelbar vor der Messe 50.000 Eintrittskarten verschleudert: Kleinere Aussteller konnten 500 Karten zum Preis von 490 Euro erwerben. Das macht pro Karte 98 Cent statt der an der Kassa verrechneten 38 Euro. Größere Aussteller sollen dem Vernehmen nach beliebig viele Tickets zu einem Pauschalpreis bekommen haben. Die Tickets wurden schließlich bei allerlei Gewinnspielen unters Volk gebracht. Messemitarbeiter berichteten auch von einer Aktion in einer Media-Markt-Filiale, wo USB-Speichersticks zum Aktionspreis verkauft und je eine CeBIT-Karte gratis beigelegt wurden.

Trotz des gesunkenen Platzbedarfs brachte es der Veranstalter nicht übers Herz, mehr als die Hallen 16 und 18 zu schließen. Er ließ stattdessen Vorhänge fallen und provisorische Wände aufstellen, um ungenutzte Flächen abzutrennen. Dafür sollte es der Halle 1 an den Kragen gehen. Dieses 27 Jahre alte Gebäude ist die Eizelle der CeBIT, deren Ursprung dort in den 1970er-Jahren als Sonderschau im Rahmen der »Industrieschau Hannover Messe« lag. Die damals »weltgrößte Messehalle« wurde 1984 in ins »Guinness Buch der Rekorde« aufgenommen. In dieser Ur-Halle haben einige große Unternehmen, insbesondere Druckerhersteller wie Brother, Kyocera oder Sharp, fix eingebaute Einrichtungen. Es handelt sich um riesige, mindestens zweigeschoßige »Messestände« mit Büros, Cafés, Brücken, Küchen und teilweise sogar eigenen Aufzügen.

Kurzer Aufruhr. In den Tagen vor Messebeginn waren Mitarbeiter dieser treuesten aller Aussteller vor Ort mit Vorbereitungsarbeiten beschäftigt, als sie darüber informiert wurden, dass dies die letzte Show der Halle 1 werden sollte. Nach Abriss solle sie durch einen Neubau ersetzt werden, der Tagungs- und Konferenzräume bieten werde. Die betroffenen Firmen stiegen auf die Barrikaden und hatten Erfolg: Noch während der CeBIT wurde das Vorhaben offiziell begraben. Nun wird ein Abriss der Halle 18 erwogen, aber noch nicht bestätigt.

Paradigmenwechsel ... ist auch so ein schönes Schlagwort. Diesmal gebraucht von Ernst Raue, Vorstandsmitglied der Deutschen Messe, zur Bezeichnung der Pläne für die CeBIT 2008 (4. bis 9. März). Statt neuer Produkte sollen neue Lösungen und Anwendungen im Mittelpunkt stehen. Die Veranstalter wollen stärker den Interessen der Fachbesucher entgegenkommen. Mehr Business und weniger Rummel, lautet die Devise. Damit entspricht die Messe einer schon lange geäußerten Forderung vieler großer Aussteller. Es gibt zudem eine Verkürzung um einen Tag; zum Verzicht auf das Wochenende konnte man sich in Hannover aber nicht durchringen.

Am Wochenende ist das riesige Geländer stets von den im Messejargon abwertend »Beutelratten« genannten Konsumenten bevölkert, die durch das Einsammeln möglichst vieler Werbegeschenke den Eintrittspreis wettzumachen suchen. Viele Unternehmen hätten daher am liebsten komplett auf Samstag und Sonntag verzichtet. Der Messe wäre damit aber eine Einnahmequelle versiegt.

Trotz des gezeigten Optimismus wird es die größte IT-Messe der Welt nicht leicht haben, gegen die harte Konkurrenz von 3GSM in Barcelona, CES in Las Vegas und IFA in Berlin zu bestehen.

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Vom Entstehen der Zukunft

Von Reinhold Fleischhacker

Handeln aus der Zukunft«: Diese Seminarankündigung der Wiener Akademie für Organisationsentwicklung hat uns ziemlich verdutzt. Denn an sich weiß ja nicht einmal die Zukunft, was die Zukunft bringt. Andererseits wiederum beschäftigen sich die meisten Manager fast nur mit der Zukunft - zum Beispiel mithilfe der »Zukunftssoftware« Excel mit künftigen Umsatzrenditen und Kosteneinsparungsplänen. Zudem gibt es Völker auf der Erde, welche die Zeitrechnung tatsächlich verkehrt herum (also in der Reihenfolge Zukunft - Gegenwart - Vergangenheit) sehen. Also lohnt es sich, die Zukunft mal genauer anzuschauen.
In den modernen Industriestaaten hat sich bekanntlich folgende Zeiteinteilung durchgesetzt: Was schon geschehen ist, nennen wir Vergangenheit, unser jetziges Dasein bezeichnen wir als Gegenwart - und was noch kommt, heißt allgemein »Zukunft«. Die umgekehrte Reihenfolge funktioniert natürlich auch, denn die Zeit ist ja bloß eine Erfindung des Menschen, damit kann man anstellen, was immer man will - solange der eine Mitmensch weiß, was der andere meint (wenn nicht, dann gibt’s Konfusion). Also ist es in unseren Breiten besser, wenn wir von der hier üblichen Regelung ausgehen. Insofern verblüfft ein Seminar »Handeln aus der Zukunft« schon einigermaßen. Erfunden hat es Josef Weber, an der Wiener Akademie für Organisationsentwicklung (www.wienerakademie.com) tätiger Coach und Berater. Wir haben natürlich nachgefragt, was er damit meint.

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274 Zentimeter pures Vergnügen

Die CeBIT hat es uns wieder eindeutig vor Augen geführt: Size does matter oder weniger neudeutsch ausgedrückt - auf die Größe kommt es an. Was es da an neuen LCD- und Plasmaschirmen gibt ist schon beeindruckend. Sharp präsentierte eine 107-Zoll-Flimmerkiste. Das sind 274 Zentimeter! Ich war schon in Kinosälen, deren Leinwand kleiner war. Aber selbst die für den Hausgebrauch gedachten Geräte bringen es locker auf 1,5 Meter Bildschirmdiagonale. Mehr als 150 Zentimeter pures Fernsehvergnügen, das ganze am besten in High Definition und mit sattem Sound unterlegt. Technikverliebt wie ich bin, kann ich nur sagen: Das will ich haben. Leider ist zu befürchten, dass meine Wohnung den Mindestanforderungen der neuen Fernsehwelt nicht ganz entsprechen könnte. Aktuell müsste ich das gesamte Mobiliar im Wohnzimmer umstellen und nach dem neuen Fernseher ausrichten. Damit auch die Entfernung zum Gerät in einem vernünftigen Verhältnis zur Bildschirmgröße steht, müsste ich in Zukunft allerdings vom Nebenzimmer aus fernsehen, ansonsten wären mir Nackenschmerzen wie nach dem Besuch eines Tennismatches sicher. Der logische Schluss: Die 82 Zentimeter, die derzeit bei mir zu Hause für Unterhaltung sorgen, sind vollkommen ausreichend. Die bevorzugte Alternative: Ich suche mir einen neue Wohnung, oder besser noch: Ich engagiere einen Architekten meines Vertrauens, der mir ein schickes Häuschen rund um den neuen Fernseher plant
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Reise durchs Gehirn

»Wie ein Tropfen öl auf Papier« - so beschreibt Hans-Ulrich Dodt, Professor für Bioelektronik an der TU Wien, den Effekt, den seine Visualisierungstechnik in Gehirnen von Mäusen erzielt. Das Mäusegehirn wird in eine spezielle Lösung gegeben und im Ultramikroskop mit einem Laserstrahl von der Seite schrittweise durchleuchtet. So wird das neuronale Netzwerk sichtbar. Für Hirnforscher bietet sich damit die Möglichkeit alle Nervenzellen mit ihren Verbindungen im Gehirn dreidimensional darstellen zu können.
Aus den einzelnen Laserschichtbildern wird am Computer eine 3D-Rekonstruktion erstellt. Gefäße oder Nervenzellen werden mithilfe von Fluoreszenzmarkierungen in grüner Farbe zum Leuchten gebracht. Dank 3D-Visualisierung und hoher Auflösung dieser Zellstrukturen ist es möglich, am Computer eine Art Flug durch das Gehirn zu simulieren. Für künftige Medizinergenerationen soll es so deutlich einfacher werden, das Gewirr an Nervenzellen verstehen zu lernen.
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Die Spitzenfrau

Generaldirektor Erich Hampel, derzeit noch allein in Amt und Würden, wird künftig von zwei Stellvertretern flankiert - und auf einen der beiden Posten kann sich Regina Prehofer, für Firmenkunden und Leasing zuständig, gute Chancen ausrechnen. Mehr noch: Prehofer soll zur neuen österreich-Chefin aufgebaut werden.
Erst kürzlich wurde der Vorstandsvertrag der 50-jährigen Oberösterreicherin um weitere drei Jahre bis 2010 verlängert. Als BA-CA-Chefin wäre sie neben Erste-Bank-Generalin Elisabeth Bleyleben-Koren die zweite Spitzenfrau in der österreichischen Bankenbranche - in Prehofers Biografie ein logischer Karriereschritt.
Die bescheidene, bienenfleißige Managerin studierte Handelswissenschaften an der Hochschule für Welthandel, parallel dazu Jus, und promovierte 1980 in beiden Fächern. Nach sechs Jahren in der Kontrollbank wechselte sie 1987 zur Creditanstalt, ab 2003 wirkte sie als Vorstandsmitglied maßgeblich am großen Erfolg der BA-CA im CEE-Raum mit. Zuletzt leitete sie den Bereich Firmenkunden und zeichnete für das gesamte Leasinggeschäft der UniCredit-Gruppe verantwortlich. Selbst gewohnt, sich immer als einzige Frau in diversen Vorstandsgremien zu behaupten, initiierte Prehofer in der Bank Austria ein Mentoring-Programm zur Frauenförderung. Ihre Bestellung zur Stellvertreterin soll auch ein Signal an Frauen sein - mehr wohl kaum. Männerbastionen sind Festungen, auch Prehofer blieb über Jahre die einzige Frau in einer Spitzenfunktion. Regelmäßig wiederkehrende Spekulationen, die »Business Woman of the Year 2003« könnte zur Konkurrenz, konkret in den Vorstand der Erste Bank, wechseln, dürften nun jedenfalls passé sein.
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CO2-Warnung

»Das würde von uns geplante Investitionen von rund 650 Millionen Euro in Frage stellen.« Dazu gehören vor allem die Gas-Kombi-Kraftwerke Mellach und Klagenfurt. Im Nationalen Allokationsplan 1 (NAP) von 2005 bis 2007 erhielt die Verbund-Wärmekraft-Tochter Austrian Thermal Power 3,3 Mio. Tonnen an CO2-Zertifikaten. Im NAP 2, der von 2008 bis 2012 gelten wird, wurde diese Menge um 25 % auf knapp 2,8 Mio. Tonnen gekürzt. Die damals zugeteilten Zertifikate reichten laut Verbund nicht aus, insgesamt musste der Versorger CO2-Zertifikate um 17 Millionen Euro zukaufen. Der Strom aus den beiden Projekten würde vor allem im erzeugungsarmen Süden österreichs dringend gebraucht, so der Verbund-Chef. Und die Fernwärme sorgt dafür, dass in den damit heizenden Haushalten kein CO2 anfällt. Haider kritisiert: »Wenn diese Investitionen in Frage gestellt werden, bleibt österreich mittel- bis langfristig nur der Weg in die totale Abhängigkeit von Stromimporten«, so Haider.
Rund 85 Prozent des im Verbund erzeugten Stroms stammen aus Wasserkraftwerken. Kräftiger Gegenwind weht dem Verbund unterdessen in Klagenfurt entgegen. BZö-Landesrat Uwe Scheuch spricht sich gegen das Projekt aus und meint, die Wärme sollte mit Biomasse erzeugt werden. Zuletzt demonstrierten Anrainer gegen das Gaskraftwerk.
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Kompromiss bereiter Stadtgestalter

Report: Herr Kobermaier, Sie sind seit kurzem Leiter der MA 19. Wird sich etwas ändern an den Schwerpunkten dieser Dienststelle?
Kobermaier: Es wird sich einiges ändern. Wir wollen von der Stadtteilplanung stärker in die Stadtgestaltung gehen. Mit dem Schutzzonenmodell haben wir einen Schritt gesetzt, wo in der ersten Phase sehr viel als schutzwürdig identifiziert wurde. Jetzt ist eine Evaluierung durchaus angebracht, wir sollten uns auf die großen schützenswerten Gebiete konzentrieren. Das könnte auch zu einer Reduktion der Schutzzonen führen.

Die Stadtentwicklung hat sich bisher auf das gebaute Umfeld konzentriert. Wird der öffentliche Raum, für den Sie in der MA 19 zuständig waren, ein Schwerpunkt sein?
Die Stadtentwicklung wird sich stärker mit dem Weichbild befassen, die Architekturdeklaration soll auf den öffentlichen Raum ausgedehnt werden. Ich sehe die MA 19 als Qualitätssicherungsstelle bei der Gestaltung öffentlicher Räume und weniger stark für die Bebauungspläne zuständig. Wir werden mehr begleitende Kontrolle im Sinne des Paragrafen 85 der Bauordnung betreiben. Außerdem soll die Nutzerorientierung und das Kostenbewusstsein in der Dienststelle verstärkt werden.

Für Aufregung unter den Wiener Architekten hat die Ankündigung von Planungsstadtrat Schicker gesorgt, mehr Eigenplanungen durch die MA 19 durchführen zu lassen.
über diese Aufregung war ich überrascht. Kleine Umbauten und Sanierungen hat die MA 19 schon seit Jahrzehnten geplant. Im Vergleich zum gesamten Bauvolumen der Stadt Wien ist das aber ein geringer Anteil, das ist vergleichbar mit einem Büro mit fünf bis sieben Mitarbeitern, das ist sicher nicht wettbewerbsverzerrend.

Welche Planungsarbeiten könnte die MA 19 übernehmen?
Das könnten Schulen, Kindergärten oder Stützpunkte der Magistratsabteilungen sein. Nach unseren Möglichkeiten werden wir ab und zu auch einen Neubau planen. Das wird aber nicht in großem Rahmen stattfinden. Größere Projekte sind mit unseren Mitarbeitern, von denen die Hälfte selbst Architekten sind oder Büros geführt haben, nicht möglich.

In Wien steht eine Bauordnungsnovelle an. Welche änderungen wünschen Sie sich?
Beispielweise könnte die Regelung der Feuermauern so geändert werden, dass in der Bauklasse 1 Grundstücke zusammengefasst werden können und größere Einheiten möglich sind.

Wo werden die Schwerpunkte in den Stadtentwicklungsgebieten liegen?
Dort geht, aufgrund der Entwicklung der Bevölkerungszahlen, die Tendenz in Richtung Verdichtung. Die Frage der Dichte ist eher ein allgemeines Thema der Stadtplanung, da werden Leitbilder und Masterpläne entwickelt. Das kann man jetzt nicht so genau festlegen.

Wie sehen Sie, der für die Architektur in Wien zuständig ist, Ihr Verhältnis zu den Architekten?
Ich sehe mich als einen kompromissfähigen und in alle Richtungen gesprächsbereiten Menschen. Mit der Kammer habe ich eine gute Gesprächsbasis, aber auch mit den anderen Architektenvereinigungen. Beim Wettbewerbsleitfaden, den wir aufgrund des Bundesvergabegesetzes 2006 überarbeiten, werden wir die Abläufe einhalten und uns gegenseitig informieren. Da gibt es praktisch keine Differenzen.

Zur Person
Franz Kobermaier (40) studierte Architektur an der Technischen Universität Wien und arbeitet seit 1995 bei der Stadt Wien. Er begann in der MA 19 im Referat »Generelle Grundlagenplanung«, wechselte dann in andere Stadtplanungsabteilungen (MA 18, MA 21 A) und kehrte 2005 in die MA 19 zurück, wo er die Leitung des Dezernates »öffentlicher Raum« übernahm. Seit Jahresbeginn 2006 war er Dienststellenleiter-Stellvertreter. Kobermaier löst Josef Matousek (60) ab, der in den Ruhestand getreten ist. Matousek hatte der MA 19 mehr als drei Jahrzehnte angehört, seit 2001 als deren Leiter.

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