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Archiv (11315)

Anwärter für Gold

Wirtschaftsminister Martin Bartenstein verlieh kürzlich dem scheidenden Verbund-Generaldirektor Hans Haider das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik österreich. Haider sei maßgeblich für den Erfolgskurs des Verbund verantwortlich: »Es ist der Verdienst von Hans Haider und seinem Vorstandsteam, den Verbund aus der Rolle des Monopolanbieters zu einem am Markt erfolgreichen Unternehmen, das sich im Europäischen Wettbewerb hervorragend positionieren konnte, geführt zu haben«, so der Wirtschaftsminister. Tatsächlich ist die Bilanz von Hans Haider nicht so übel: Das Konzernergebnis hat sich seit 1993 von 110 auf zuletzt 501 Millionen Euro fast verfünffacht. Der Börsewert stieg von 1,6 auf 12,4 Milliarden Euro. Der Verbund macht heute rund 60 Prozent seines Umsatzes außerhalb österreichs, was beachtlich ist, da der Verbund die Ostöffnung bislang kaum für Wachstum genutzt hat. Die Auslandsaktivitäten beschränken sich auf Deutschland, Frankreich und Italien sowie seit kurzem auf die Türkei. Wenig bewegt hat der großgewachsene Manager für die Konsolidierung der heimischen E-Wirtschaft, was man freilich nicht ihm allein anlasten kann. Die Politik machte so manche Pläne, wie zuletzt die Fusion mit der OMV, zunichte.
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Flächen zum Abheben

Am Flughafen Wien Schwechat kommen noch heuer rund 9.500 Quadratmeter Shopping und Gastronomieflächen zur Vergabe. Die 100-Prozent-Tochter der Flughafen AG VIE Shops Entwicklungs- und Betriebsges.m.b.H, deren Unternehmensgegenstand auf dem Papier die Planung, Entwicklung, Vermarktung und der Betrieb von Geschäften ist, hat damit interessanterweise nichts zu tun. \"Die Flughafen AG macht die Vergabe der Flächen selbst“, erklärt der Center-Manager Franz Svoboda. Noch im 2. Quartal wird die Ausschreibung für die heiß begehrten Flächen erfolgen, erklärt er. Gerüchte wonach einer der größten bestehenden Mieter, Rakesch Sardana, fix an Bord ist, stellt Svoboda in Abrede. \"Es gibt keine Erbpacht, die Konzepte der jeweiligen Bieter werden entscheiden“, erklärt er. Sardana dürfte trotzdem gute Karten haben. Er ist ein Freund des niederösterreichischen Wirtschaftslandesrats Ernest Gabmann. Zudem hat der Flughafen mit Sardana noch eine Rechnung offen.
Der frühere Airport-Vorstand Kurt Waniek hatte den gebürtigen Inder ziemlich grob aus einigen Geschäften am Flughafen verdrängt, was der nunmehrige Vorstand wieder gutmachen wollte. Da aber einige Shops unwiederbringlich vergeben sind, sollte im neuen Terminal für Ausgleich gesorgt werden, glauben Insider zu wissen. Billig wird der Einstieg vermutlich trotzdem nicht. Wie kolportiert wird, steigen Preisvorstellungen des Managements im Wochentakt. In Betrieb gehen soll der Terminal Anfang 2009.
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Zwischen Kind und Karriere

Der Applaus kam gleich zu Beginn von der »falschen« Seite. Was am 1.7.2004 unter blau-schwarzer Federführung als familienfreundliches Arbeitszeitmodell der Zukunft präsentiert wurde, stieß in den mehrheitlich öVP-nahen Wirtschaftskreisen auf zumindest verhaltene Kritik. Während öGB und Arbeiterkammer eine ihrer Uraltforderungen erfüllt sahen, schüttelten UnternehmerInnen wie Hilde Senger-Weiss verständnislos den Kopf: »Ich glaube nicht, dass man damit den Frauen etwas Gutes tut.« Knapp drei Jahre später ziehen die Interessensvertretungen eine ernüchternde Bilanz. Die schwammigen Formulierungen und die fehlende Möglichkeit zur Berufung offenbaren die Schwachstellen des Gesetzes.
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Geringe Toleranz

Drei Teile von vier sind bereits eine unübersehbare Größe. Zwei Zahlen dieser Größendimension umschreiben derzeit präzise den Siegeszug von Voice-over-IP im Sprachverkehr. Zum einen wird VoIP heuer einen Anteil von etwa 75 Prozent an der weltweiten Sprachübermittlung erreichen. Analysten wie Frost & Sullivan behaupten dies, und es wird schon stimmen - wenn auch eine ausgelieferte IP-fähige Nebenstellenanlage nicht gleichbedeutend mit tatsächlich genutzten IP-Leitungen ist. Zweitens sind in Europa 73 Prozent der IT-Verantwortlichen in Unternehmen immer noch besorgt über die Qualität und Zuverlässigkeit von VoIP, so eine Studie von Compuware. Die beiden Zahlen zusammengenommen zeigen, dass viele Unternehmen die Kosteneinsparungen und Funktionen von VoIP schätzen, aber noch immer große Befürchtungen haben, was die tatsächliche Zuverlässigkeit der Technologie anbelangt. Compuware liefert auch einen möglichen Grund für die Skepsis: Viele Unternehmen erstellen kein Anforderungsprofil für die Performance von Anwendungen wie VoIP, bevor sie diese einsetzen. \"Dadurch können sie die Auswirkung der Anwendung auf das Netzwerk nicht einschätzen und die notwendige Qualität und Zuverlässigkeit sicherstellen“, spricht Michael Allen, Global Director Performance Solutions Compuware, von niedrigen Toleranzraten bezüglich neuer VoIP-Umgebungen. Denn setzt einmal die Sprachqualität aus, ist’s vorbei mit der Freundschaft zur Technologie.

\"Die Erwartungshaltung an VoIP ist immer an die historische Erfahrung des Nutzers gekoppelt und daher sehr unterschiedlich und persönlich“, meint Allen. Eine der größen Herausforderungen an die Industrie ist nun das persönliche Qualitätsempfinden in der Sprachübertragung zu messen um es folglich optimieren zu können. Doch wie misst man etwas, dass sich anders als Latenzzeiten oder Paketverluste nicht in Zahlen beschreiben lässt? \"Wir schaffen dies einfach mit Testanrufen quer über das ganze Netzwerk“, beschreibt der Compuware-Mann, \"und zwar zu allen möglichen Zeitpunkten, da Probleme bekanntlich zu den unüblichsten Zeiten auftreten können.“ Die genaue Beobachtung der Sprachqualität sei essenziell für die Performance der gesamten Systems. Denn von der mangelnden Qualität zum unerreichbaren Gesprächspartner ist es meist nur ein kleiner Schritt.

Und das persönliche Gesamtempfinden der neuen Sprachtechnologie gegenüber beinhaltet noch einen weiteren Aspekt. Mit der gelieferten Leitungsqualität von A nach B ist noch nicht alles gesagt. Die Erreichbarkeit und Kompetenz des Helpdesk ist ebenso essenziell, heißt es bei Compuware. \"Was zählt, ist die gesamte Umgebung rund um VoIP\", fasst Allen zusammen.

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Putin rückt näher

»Wer Russland hat, der hat Europa. Und wer in Russland Nummer eins ist, wird in Europa Nummer eins werden«, sagt Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner nicht ohne Stolz. »Mittelfristig bleibt die Strabag ein österreichisches Unternehmen«, versichert der Chef des Großaktionärs, Raiffeisen-Boss-Chef Christian Konrad. Beides ist möglich, aber nicht gewiss. Fest steht, dass mit dem Einstieg des russischen Industriellen Oleg Deripaska der Horizont der Strabag SE ein anderer ist als zuvor. Der Mischkonzern »Basic Element« kauft sich 30 Prozent des Aktienkapitals des Baukonzerns, der Strabag fließt gut eine Milliarde frisches Kapital zu. Viel Geld für die Eroberung eines riesigen Marktes, dessen Zuwächse in manchen Sparten das Vorstellungsvermögen westlich geprägter Manager und Beobachter übersteigen. Verständlich, dass der Strabag-Chef den Einstieg der Russen als dritten großen Meilenstein in der Entwicklung seines Konzern sieht. Ihm gelang zuvor mit strategischem Geschick und ausgeprägtem Machtinstinkt die übernahme der Deutschen Strabag und der Walter-Bau-Gruppe, was den Baukonzern in eine andere Liga pushte. Der weitere Ausbau sollte mit Börsekapital angegangen werden. Alles war vorbereitet bis zum Karfreitag, jenem Tag, an dem die heimischen Macher der Strabag Deripaska kennen und prompt schätzen lernten. Der christlichen Lehre zufolge wurde Jesus an diesem Tag ans Kreuz genagelt. Die Auferstehung folgte rasch. Die Vergangenheit Deripaskas, der als Freund des russischen Präsidenten gilt, wurde nicht groß hinterfragt und der Deal mit allen Segen versehen. Bei Tee und Wasser habe man sich versichert, dass der russische Macher ein Guter sei, versichert Raiffeisen.
Der grüne Riese kann auch gar nicht anders, seit Jahren wird in Russland erfolgreich Geld vermehrt - niemand hat bislang danach gefragt, woher es kommt. Das muss auch umgekehrt gelten, so die allgemeine Auffassung der Wirtschaft. Dass Russland heute eine recht fragwürdige Demokratie darstellt, wird dem erklärten Liberalen Haselsteiner in stillen Stunden vielleicht nicht ganz egal sein. Dass er das Oligarchengeld jenem von Kleinaktionären vorzieht, erklärt sich aus dem Selbstverständnis des Kärntner Baulöwen. Erst Ende April konstatierte er im ORF-Radio, dass Aktionärsvertreter »Profilierungsneurotiker« seien, was nicht gerade eine Einladung an Aktionäre ist, am nunmehr auf den Herbst verschobenen Börsegang teilzunehmen.
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Blogplattform für Heimwerker

Die Weblogplattform blogMax bietet Heimwerkern bereits seit Oktober vergangenen Jahres einen geeigneten Raum für die Darstellung ihrer Projekte und für den Austausch mit anderen Experten. über die Kommentarfunktion kann jeder Besucher von blogMax in direkten Kontakt mit den Heimwerker-Bloggern treten und sich dort auch den einen oder anderen Rat holen.

In einer neuen Kooperation wurde nun auf der Plattform ein Blog zur ATV Reality-Dokusoap \"Das Traumhaus“ gestartet. Neun Teams rittern um ein exklusives Traumhaus. Im Weblog berichten die Kandidaten laufend von den Neuigkeiten vor Ort und versorgen die Leser mit einem exklusiven Blick hinter die Kulissen.

Darüber hinaus besteht die Plattform aus drei Blogbereichen: auf blogMax kann sich jeder Interessierte ein Blog zum Thema Bauen, Wohnen oder Garten anlegen und darin Heimwerkertätigkeiten dokumentieren und mit Bildern präsentieren. Hier bildet sich eine agile Community, die sich zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch trifft und mit Rat und Tat zur Seite steht.

Zusätzlich bloggen bauMax Mitarbeiter im \"Insideblog\" über ihre täglichen Erlebnisse und die \"Blogwerkerin\" berichtet in ihrem Blog über ihre Arbeiten und Tätigkeiten im gerade neu erworbenen Haus mit jeder Menge Tipps und Tricks.

Erfolgreicher Umsetzungspartner. Für die Umsetzung des Projekts sorgte die Wiener Agentur Knallgrau New Media Solutions mit ihrer Weblogsoftware twoday. Mit zahlreichen Lösungen für renommierte Kunden im In- und Ausland und dem damit verbundenen Know-How rund um Communityprozesse und den Betrieb solcher Services, ist Knallgrau führender Lösungsanbieter im Bereich Social Software. \"Wir sehen vor allem in thematischen Nischen hervorragende Möglichkeiten, durch den Einsatz von Social Software, gemeinsam mit dem Kunden außergewöhnliche Inhalte zu ermöglichen“, erläutert Dieter Rappold, Geschäftsführer von Knallgrau.

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Tankia2007 Rollout

Als Highlight dieses gelungenen Abends wurde der Tankia2007 enthüllt und die Besucher hatten die Möglichkeit, dieses technische Meisterwerk hautnah zu erleben und zu bestaunen. Ganz besonders freuen wir uns darüber, dass über 50 Vertreter unserer Sponsoren diesen großen Moment mit uns zusammen feierten und bei einem Interview ihre persönlichen Eindrücke und ihren Bezug zum TU Graz Racing Team zum Ausdruck bringen konnten. Der neue Rennbolide besticht vor allem durch sein aggressives und dynamisches Design sowie seine besonders leichte, aber steife Bauweise aus Kevlar und Carbon. Viele technische Neuheiten und ausgefeilte Lösungen machen den Tankia2007 noch leistungsstärker als das Vorgängermodell. Mit einem Gesamtgewicht von nur 180 kg und einer Leistung von über 100 PS wird der neue Tankia2007 in unglaublichen 3,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen.

Für den Tankia2007 geht es ab jetzt auf die Teststrecke, wo wir versuchen werden, die perfekte Abstimmung für den Renneinsatz zu finden, um so noch die letzten Hundertstel Sekunden aus unserem Boliden rauszukitzeln. Der erste Bewerb der Saison 2007 findet von 12.-15. Juli 2007 auf der weltberühmten Rennstrecke von Silverstone statt. Danach folgen die Events in Hockenheim (August) und in Fiorano (September), der Teststrecke von Ferrari.Doch bereits vom 16. - 20. Mai findet der FSAE-Bewerb in Detroit statt und wir werden das erste Mal bei einem nicht-europäischem Bewerb vertreten sein. Mit dem Tankia2006 werden wir unser Bestes geben, um auch beim ersten Antreten in den USA die hervorragenden Platzierungen der Vorjahressaison zu wiederholen.

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Revolution 2.0

Von Rainer Sigl

Die Technologie- und Filmindus­trie hatte große Hoffnungen in die Verschlüsselungstechnologie für die neuen Standards HD-DVD und Blu-Ray gesetzt: Intel, Microsoft, Panasonic, Sony, Toshiba, Walt Disney und Warner Bros. hatten gemeinsam ein AACS (Advanced Access Content System) genanntes Digital-Rights-Management-System für Videodaten entwickelt, das bespielbare und vorbespielte optische Medien kopier- und veränderungssicher machen sollte. Der äußerst umfassende Kopierschutz sollte der Film- und Geräteindustrie einige Langzeitwünsche erfüllen. Mit der Einführung von AACS, so merkten kritische Konsumentenschützer allerdings an, würde zugleich die volle Kontrolle über auch im Eigentum von Privatleuten befindliche Aufnahme- und Wiedergabegeräte für Video im Namen des Kopierschutzes von den Multis übernommen; die Rechteinhaber könnten außerdem Einfluss darauf nehmen, wie lange eine Aufnahme abspielbar bleibt. Privat- oder Sicherheitskopien und selbst das Abspielen von Original-HD-DVDs unter dem freien Betriebssystem Linux werden durch die strikte Lizenzvergabe de facto unmöglich, und auch das bisher übliche normale Aufnehmen von freien TV-Sendungen kann auf lange Sicht durch die Technologie verhindert werden. Eine aus Konsumentensicht also durchaus fragwürdige Innovation, die sich mit der letzten Generation von HD-DVD- und Blu-Ray-Playern vom Konsumenten teuer bezahlt in den Wohnzimmern der Welt einnisten sollte.

Codeknacker. Bereits Anfang 2007 jedoch war den Hackern »muslix64« und »arnezami« das bis dahin Undenkbare gelungen: arnezami postete den »Processing Key« des DRM für HD-DVD, eine 32-stellige Hex-Zahlenfolge, die eine schwere Bresche in die als unknackbar bezeichnete Sicherheitsarchitektur des gesamten DRM-Systems schlägt. Diese erste Schlappe für die Copyrightschützer war jedoch nur der leise Auftakt zur Revolte des Web 2.0: Als in den folgenden Wochen Anwälte der Rechte­inhaber wiederholt Unterlassungsklagen gegen Webseiten und populäre Blogs einbrachten, die diesen Code aus 32 Zeichen veröffentlicht oder dazu verlinkt hatten, entwickelte sich der Kampf um den Code für die Konzerne zum PR-Desas­ter bisher nie dagewesenen Ausmaßes. Eine beliebige Zeichenfolge an sich, so die Argumentation vieler DRM- und Patentschutz-kritischer User, könne keinen schützenswerten intellektuellen Wert darstellen - und auch die zahlreichen durch AACS eingeführten Einschränkungen bisher selbstverständlicher Konsumentenrechte und das Problem der Zensur im Namen des Patentrechtes wurden nun verstärkt thematisiert.

Aufstand der User. Just am Tag der Arbeit, am 1. Mai, eskalierte die Situation dann vollends: digg.com, eine der populärsten Web-2.0-Communitys, auf der die User selbst interessante Links vorstellen können, begann auf anwaltliche Aufforderung, die von den eigenen Usern geposteten Storys zum Thema zu zensieren - und trat damit eine riesige digitale User-Revolte los. Innerhalb weniger Stunden wurden Tausende Links in immer neuen Abwandlungen gepostet und von digg wieder zensiert, in denen auf teils kreativste Weise der böse Code veröffentlicht wurde: als Aufdruck auf T-Shirts, als Collage aus verschiedenen Flickr-Fotos, als Rätsel, dessen Antworten just den AACS-Code ergaben, oder gar als auf YouTube zur Gitarre vorgetragenes Ständchen. Nach einigen Stunden des hoffnungslosen Kampfs gegen die eigene Community kapitulierte digg schließlich: In einem Blog-Eintrag kündigte Mitgründer Kevin Rose an, dass die von den Anwälten beanstandeten Storys mit dem AACS-Code fortan nicht mehr zensiert würden: »Wir erkennen an, dass die User es lieber sehen, dass digg kämpfend untergeht, anstatt sich der Zensur großer Firmen zu beugen.«Die erfolgreiche Revolte der digg-User und die inzwischen millionenfache Verbreitung des Codes im Internet ist eine schwere Schlappe für die Vertreter der Kopierschutztechnologie, die von Beginn an mit ungeeigneten Mitteln gegen die Masse der Internet-User - ironischerweise also großteils gegen die eigenen Kunden - vorgegangen war: »Diesen Code aus dem Internet zu zensieren, ist in etwa so erfolgversprechend, wie Pisse aus einem Swimmingpool zu schöpfen«, lautete etwa der hämische Kommentar eines amerikanischen Radiomoderators. Im Gegenteil: Gerade die strenge Verfolgung durch Konzernanwälte und Klagsdrohungen hatten den Widerstandsgeist der copyright-kritischen Internetcommunity noch weiter angeheizt - eine rechtliche Verfolgung der übeltäter scheint nun schon allein wegen der schieren Masse an Vergehen fast unmöglich. Die Schlacht um den Code scheint vorläufig verloren; der Kampf um DRM geht aber in die nächste Runde.

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Mitten im Herz

Am Wiener AKH sind Spezialisten der Abteilungen für Herz-Thoraxchirurgie, Kardiologie und Herzanästhesie seit geraumer Zeit auf der Suche nach neuen Methoden der Herzklappenimplantationen über so genannte Herzkathetertechniken. Jetzt ist die Suche beendet, erstmals konnte eine Herzklappe am schlagenden Herzen verpflanzt werden, ohne den Brustkorb zu öffnen. Der Eingriff wird unter der Haut durchgeführt und erfolgt über die Leistenarterie. Mittels Ballonkatheter wird die neue Klappe unter Röntgen und Ultraschallkontrolle in die richtige Position eingebracht und mit Hilfe von Stents verankert. \"Die Operationstechnik stellt eine wesentliche Weiterentwicklung der herkömmlichen offenen Operationsmethoden dar, da sie für den Patienten wesentlich schonender ist“, erklärt Paul Simon von der Abteilung für Herz-Thorax-Chirurgie der Medizinischen Universität Wien. Im Gegensatz zu herkömmlichen Verfahren muss die Herz-Lungen-Maschine nicht eingesetzt und das Herz nicht stillgelegt werden. Die Operationsdauer kann so erheblich verkürzt werden. In der ersten Phase wird das Verfahren ausschließlich bei Patienten eingesetzt, für die der Standardeingriff ein besonderes Risiko darstellen würde.
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Führerlos durch den Verkehr

Im Jahr 1967 kam auf der Weltausstellung in Montreal das erste vollautomatische, führerlose Bahnsystem zum Einsatz. Der Expo-Express, ein computergesteuerter Nahverkehrsschnellzug verband die künstlich errichteten Inseln Sainte Hélène und Notre Dame mit dem Festland. Vier Jahre später wurde am Tampa International Airport in Florida eine Flughafenbahn in Betrieb genommen, die ferngesteuert ihre vorgegebenen Strecken befuhr. Seither erfreuen sich \"Automated People Movers\" (APM) vor allem in Asien und Nordamerika großer Beliebtheit. Auch Europa zieht jetzt langsam nach. Auf dem Universitätsgelände in Dortmund befördert eine vollautomatisch gesteuerte Großkabinenbahn täglich 5000 Personen, in den Docklands im Osten von London fährt die fahrerlose Stadtbahn \"Light Railway\" auf einer Strecke von 31 Kilometern 38 Stationen an und die französischen Städte Lille und Lyon verfügen über ein vollautomatisiertes U-Bahnnetz. Besonders begehrt sind führerlose öffis im Flughafenverkehr, etwa in New York, Chicago, Hongkong, Singapur, Zürich, Frankfurt oder London. Für Ortfried Friedreich, Vorsitzender des 11. APM Kongresses, der Ende April in Wien stattfand, ist diese Entwicklung keine überraschung. \"Flughäfen haben eine ganz andere Kundenorientierung als Kommunen. Es werden viel mehr Anstrengungen unternommen, um dem Kunden lange Wartezeiten zu ersparen.\" Hier setzt das Konzept von APM an. Zwischen den klassischen öffentlichen Verkehrsmitteln in Ballungszentren wie U-Bahn, Straßenbahn und Bus angesiedelt, sollen APMs die Grenzen zwischen Individualverkehr und öffentlichem Verkehr verschwinden lassen. Kleine Einheiten sollen eine häufige zeitliche und räumliche Verfügbarkeit sicher stellen. \"Je größer das Verkehrsmittel, desto größer die Wartezeiten\", erklärt Friedreich, der überzeugt ist, dass den APMs die Zukunft gehören wird. Den zweifellos vorhandenen Problemen architektonischer und infrastruktureller Natur müssten kreative Lösungen entgegensetzt werden.
Eines der aufregendsten APM-Projekte wird derzeit in Venedig in Angriff genommen. In der Lagunenstadt errichtet die Doppelmayr/Garaventa Gruppe ein modernes Kurzstrecken-Nahverkehrssystem. Ein Cable-Liner-Shuttle soll die Parkhäuser und die neu entstehenden Bürozentren auf der Insel \"Tronchetto\" mit der Altstadt von Venedig verbinden. Die 830 Meter lange Anlage ist mit zwei Zügen mit einem Fassungsvermögen von je 200 Personen ausgerüstet. Die Geschwindigkeit liegt bei knapp 30 km/h, 3.000 Personen sollen in der Stunde befördert werden. Auch in Las Vegas ist Doppelmayr aktiv. Im Spielerparadies wird für 47 Millionen Euro ein Cable Liner Shuttle errichtet. In Wien sind \"Automated People Movers\" noch kein Thema.
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