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Operational Separation

Von Kurt Einzinger

\"Solange der Ex-Monopolist die Möglichkeit und die Incentives zu diskriminieren hat, wird er es tun.“ Diese Erkenntnis war der Ausgangspunkt für die britische Telekom Regulierungsbehörde Ofcom, den Ex-Monopolisten British Telecom (BT) unter sanften Druck dazu zu bringen, freiwillig seine passive Netzinfrastruktur als eigene getrennte Firma namens Openreach auszugliedern. In einigen Verträgen (Undertakings) mit Ofcom wurde Ende 2005 alles genau festgehalten. Während Openreach genau kontrolliert und reguliert wird, um einen gleichartigen Zugang (Equivalence of Access) für alle Betreiber - sowohl alternative als auch BT Wholesale und BT Retail - sicher zu stellen, kann nun die Regulierung für BT Wholesale und BT Retail zurück gefahren werden.

In ganz Europa stehen die Regulierungsbehörden vor der selben Frage. Kann durch die Maßnahmen der Regulierung die Diskriminierung der alternativen Anbieter gestoppt werden und dadurch Wettbewerb zugunsten der Marktentwicklung und der Konsumenten erreicht werden? Obwohl es in jedem Mitgliedsland etwas anders aussieht, ist diese Frage nirgends zur allgemeinen Zufriedenheit beantwortet. In österreich hat in den letzten Jahren im Internetbereich trotz Regulierung die Wettbewerbsintensität nachgelassen und eine gewisse Remonopolisierung stattgefunden. Kann das Beispiel der operationalen Trennung in Großbritannien Vorbild für österreich sein?

Eine fact finding mission der ISPA reiste vor kurzem nach London um mit Vertretern von Openreach, Ofcom und alternativen ISPs zu sprechen und mit eigenen Augen zu sehen wie erfolgreich oder nicht das britische Modell ist. Bemerkenswert war, dass obwohl eingestanden wurde, dass noch lange nicht alle Probleme gelöst sind und etliche Fragen noch offen sind, trotzdem von allen Beteiligten das Modell als grundsätzlich positiv und als eindeutige Verbesserung gesehen wurde. Dass es jetzt wieder mehr alternative Anbieter gibt, die Breitbandpenetration seit der Teilung stark zugenommen hat, die Preise gefallen sind und auch der Aktienkurs von BT Group deutlich gestiegen ist, werden als objektive Zeichen dafür gewertet, dass man sich auf den richtigen Weg befindet.

Zwar sind noch nicht alle Fragen geklärt und man wird sich die weitere Entwicklung in Großbritannien genau anschauen müssen, dass aber dieses Modell der operationalen Trennung auch für österreich erfolgversprechend wäre, scheint ziemlich klar zu sein. Jetzt bedarf es nur noch eines österreichischen Regulators, der ähnliche Entschlossenheit zeigt, wie es der britische getan hat.

über den Autor:
Kurt Einzinger ist langjähriger Generalsekretär der ISPA (Internet Service Providers Austria), Vizepräsident der EuroISPA, Mitglied des österreichischen Datenschutzrates sowie Mitglied der Permanent Stakeholders Group der European Network and Information Security Agency (ENISA).

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Die Größten in Westeuropa

Einmal mehr zeigt sich, dass der IT-Services-Markt zwar wieder wächst, allerdings deutliche Anstrengungen von den Anbietern in Bezug auf Industrialisierung von Offering und Delivery sowie Internationalisierung (lokale Präsenz und Global Sourcing) verlangt. Viele lokale Anbieter könnten dies langfristig nicht allein finanzieren, kommt eine Studie von Pierre Audoin Consultants zum Schluss.

Die geplanten übernahmen des französischen IT-Dienstleisters GFI Informatique durch Fujitsu Services, Getronics durch KPN (in österreich durch Kapsch BusinessCom) und Xansa durch Steria sind die jüngsten Anzeichen einer progressiven Konsolidierung auf dem europäischen IT Services-Markt. Diese übernahmen verändern zwar die Reihenfolge nur mäßig: Fujitsu Services überholt T-Systems und übernimmt damit den 7. Platz, Steria klettert vom 18. auf den 14. Rang, hinter KPN/Getronics an 13. Stelle, wiederum nur knapp hinter BT Global Services.

\"Interessant ist auch die Entscheidung von KPN, in den IT Services-Markt einzusteigen\", so die Analysten bei Pierre Audoin Consultans. Damit wären bereits vier Telekommunikationsanbieter (Deutsche Telekom mit T-Systems, BT mit BT Global Services, KPN mit Getronics und France Telecom mit Orange Business Services) unter den Top 25 der IT-Services-Anbieter in Europa. \"Diese Entwicklung unterstreicht das Zusammenwachsen der IT- und Telekomwelten.\" Während T-Systems auf der Suche nach einem starken Partner ist, würden BT Global Services und Orange Business Services deutlich schneller als die meisten ihrer Wettbewerber wachsen.

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Immorent mit viertem Vorstand

Neben dem bisherigen Dreiervorstand Peter Tichatschek, Gertrud Meisel-Ortner und Gerald Antonitsch wird Zehetmayr, Jahrgang 1970, für die Immorent Bank sowie die s Leasing-Tochtergesellschaften in den südosteuropäischen Ländern und für die Bereiche Treasury und Beteiligungssteuerung verantwort-lich sein. Der gebürtige Salzburger ist 1992 in die Erste Bank-Gruppe eingetreten und war zuletzt Leiter Relationship Management für den Bereich Group Large Corporates.
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Schnelle Hilfe geboten

Das Internet hat sich in den letzten Jahren zum wichtigsten Wegweiser in der Geschäftswelt geformt. Das \"World Wide Web\" ist dabei gar nicht mehr so weit entfernt - sollte man meinen. Doch verstehen viele Unternehmen immer noch nicht die Relevanz eines guten Auftritts im Web oder sind aufgrund mangelhafter Programmierung kaum auffindbar. \"Firmen, die nicht ausreichend im Internet präsent sind, haben bereits einen Wettbewerbsnachteil\", warnt Christian Bauer, Leiter Produktmarketing Geschäftskunden Telekom Austria. Gerade im breiten KMU-Segment sehen Experten die großartige Hebelwirkung des individualisierten Auftritts im Netz - im Gegensatz zur standardisierten Visitenkarte im Telefonbuch oder Prospekt.

Geboten wird seit Herbst 2006 ein \"BusinessWeb Assistant\" für die einfache Erstellung der eigenen Firmenhomepage. Das Onlinetool wurde so konzipiert, dass in wenigen Schritten auch ohne Programmierkenntnisse eine eigene Website strukturiert und mit Inhalten gefüllt werden kann. Es stehen über 100 vorbereitete Layouts zur Auswahl, das Design der Website kann mit Firmenlogos und Bildern angepasst werden. Ebenfalls geboten wird Know-how zum Metatagging, durch das die Website dann auch über Suchmaschinen wie etwa Google auffindbar wird. Die Telekom zählt nach etwas mehr als einem halben Jahr bereits mehrere tausend Kunden, die sich für den Web-Assistenten entschieden haben.

Add-on-Service. Der Breitband- und Telefonieprovider Telekom zählt in seinem Stammgebiet österreich einen Großteil der 300.000 KMU- und Kleinstunternehmen zu seinen Kunden. Dieses Megapotenzial gilt es in Zukunft auch mit praktischen Services zu bedienen. \"Die gesamte Branche hat festgestellt, dass es zwischen Consumer und Großkunden noch etwas gibt und beginnt sich mit den KMU näher zu beschäftigen\", beschreibt Bauer einen allerorts beobachtbaren Prozess in der IT. Für diese Zielgruppe bedeute auch Kostentransparenz enorm viel. Die Kosten für den virtuellen Assistenten halten sich tatsächlich in Grenzen und werden monatlich pauschal eingehoben.

\"Wir kommen mit diesem Konzept bei den Unternehmen sehr gut an\", wagt man sich bei der TA auch über Add-on-Themen wie einen Onlineservice zur elektronischen Rechnunglegung. \"eBilling Online Service\" wurde im Mai 2007 auf den Markt gebracht, inklusive der Möglichkeit, Firmenrechnungen gleich automatisch digital - wie das Finanzamt es liebt - zu signieren.

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Ratgeber zum Web

Teams koordinieren, Projekte dokumentieren oder Kunden binden: Web-2.0-Instrumente lassen sich im Geschäftsleben vielseitig einsetzen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen haben oft weder das Budget noch das Personal für große Softwarelösungen. Hier kommt Web 2.0 auf den Plan, ist der Dornbirner Web-Experte Mark Buzinkay überzeugt: \"Viele Dienste sind kaum von Profiwerkzeugen zu unterscheiden. Und das Gute: Die meisten Werkzeuge sind kostenlos oder sehr günstig zu bekommen.\
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Auf der überholspur

Steigende Wachstumsraten und riesige Absatzmärkte machen China zum Superstar am internationalen Wirtschaftsbankett. Und das branchenübergreifend, China mischt in allen Sektoren mit. Davon ist Indien noch weit entfernt. Während China ein umfassendes Portfolio zugestanden wird, wird Indien meist auf die Bereiche IT und Services reduziert. Als attraktiven Produktionsstandort hat Indien derzeit kaum jemand auf der Rechnung. Das könnte sich bald ändern, denn die produzierende Industrie Indiens legt derzeit einen ordentlichen Zwischenspurt hin. Ein internationales Symposium von Deloitte und der Indian School of Business kommt zu dem Ergebnis, dass Indien als Produktionsstandort über enorme Stärken verfügt - und einige Schwächen. Zu den Stärken zählen die attraktiven Kostenstrukturen sowie die gut ausgebildeten Arbeitskräfte, als Schwäche wird vor allem die unzureichende Infrastruktur genannt. Das Fazit des Symposiums ist aber dennoch eindeutig: »Die Zeichen für Indien als Produktionsstandort stehen auf Wachstum.«
Denn seit der Liberalisierung der indischen Märkte zu Beginn der 90er-Jahre und der öffnung für ausländisches Kapital entwickelt das Land seinen Produktionssektor kontinuierlich weiter. »Wenn es Indien gelingt, seine Produktionskapazitäten und -methoden innovativ und intelligent auszubauen, könnte es zum globalen Vorreiter werden«, prognostiziert Dirk Rathmann, Indian Desk von Deloitte. Dafür müsse Indien aber quantitativ erheblich zulegen. »Der Anteil der Produktion am Bruttosozialprodukt beträgt derzeit 17 Prozent, dieser muss mittelfristig auf mindestens 30 Prozent steigen.« Um dieses Wachstum zu forcieren, muss Indien neben der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und Branchen die gesamte Nationalökonomie fördern. Dazu zählen die Nutzung der Humanressourcen, die Unterstützung ausländischer Investoren und vor allem die strategische Positionierung indischer Produzenten innerhalb der modularen Wertschöpfungsketten multinationaler Unternehmen. Auch die geografische Lage Indiens als Drehscheibe zwischen Australien, Asien und Europa sollte stärker eingesetzt werden, so die Meinung der Experten. Aufholbedarf sehen sie neben der Infrastruktur insbesondere im Bereich Forschung und Entwicklung sowie in der Prozessoptimierung.
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Collin Trust Award für Helmut List

List befindet sich in bester Preisträger-Gesellschaft. In der Vergangenheit wurden mit diesem Preis hochrangige Persönlichkeiten wie z.B. Jürgen Hubbert von der DaimlerChrysler AG ausgezeichnet. Anläßlich der Verleihung hielt List einen vielbeachteten Vortrag zum Thema künftige Treibstoffe mit dem Titel \"Fuel for Tomorrow - Futur Availability and Acceptability of World Energy Resources suitable for the Marine, PowerGeneration and Locomotive Applications.\
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Vorreiter aus der zweiten Reihe

Report: Sehen auch Sie die IT-Branche derzeit in einer großen Erholungsphase?
Dagmar Niedereder: Ich habe die IT nie so am Boden gesehen, wie sie oft dargestellt wurde. Es gab wohl eine Saure-Gurken-Zeit, in der der Kundenstock nicht weiter groß aufgebaut werden konnte. Die Phase des Kundenwachstums ist nun aber wieder zurückgekehrt. Freilich mit Unterschieden: Um das Jahr 2000 umfasste der Investitionszyklus in der IT-Branche meist noch drei bis fünf Jahre, dann trat ein Investitionsstopp bei vielen Unternehmen ein. In den letzten Jahren sind die Anforderungen an die IT aber wieder massiv gestiegen, daher müssen heute viele IT-Landschaften erneuert werden. Der erste große Run auf neue Netzwerktechnologie hat sich gelegt. Heute überdenken Kunden noch eingehender ihre Investitionen - das ist zu respektieren. Die Produktzyklen im Netzwerkbereich werden immer länger, und die ganz großen Neuerungen werden weniger.

Wo steht 3Com heute?
Für uns ist das Geschäftsjahr 2007 sehr gut verlaufen. Wir gelten weltweit als Nummer zwei im Netzwerkgeschäft und haben seit dem Jahr 2000 eine vier bis fünfmal bessere Marktpenetration und ausgelieferte Port-Stückzahlen. Man muss dies bewusst vom Umsatzwachstum unterscheiden, das aufgrund der herrschenden Preisspirale nicht in dieser Größenordnung gestiegen ist. Dennoch sind die Geschäfte profitabel. Wir bieten ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und können gleichzeitig mit unserem Produktportfolio weiter in die Breite gehen.

In österreich treten Sie vor allem im Vertrieb auf. Betreibt 3Com hier auch Lösungsgeschäft?
3Com betreibt das Verkaufsgeschäft nicht direkt, sondern wickelt dies über Partner wie IBM, Siemens, Kapsch, Syscom, ACP, ITM Group aber auch kleinere wie Pürk, Toolbox in der Steiermark oder JT Computer in Eisenstadt ab. Wir sind einer der wenigen Hersteller, die echte Enterprise-to-Enterprise-Lösungen anbieten können - vergleichbar mit Cisco - und sind gut bei Unternehmen, die über viele Branchoffices verfügen, aufgestellt. Eine der größten Kunden in österreich ist die öBB, deren Lösung immerhin 100.000 Ports umfasst. Dort wurde ein Teil der LAN-Infrastruktur drahtlos umgesetzt, WLAN-Lösungen finden sich auch bei der Steiermärkischen Landesregierung und dem Kunsthistorischen Museum. Gebäude und Gegebenheiten wurden dort von unseren IT-Spezialisten auf Herz und Nieren getestet. Aus gutem Grund: Im Netzwerkbereich sind keine Boxen sondern Lösungen gefragt.

Wie lässt sich der übermächtige Marktführer Cisco im Netzwerkbereich schlagen? Schaffen Sie das über den Preis?
Nicht über den Preis alleine, doch beobachten wir zunehmend, dass auch auf Enterpriseebene die Kostenrechnung entscheidet. Bestes Beispiel dafür ist die Firma Keba in Oberösterreich. Dort wurden große Enterpriseprodukte von 3Com-Geräten im Dezember erfolgreich über Nacht abgelöst: Freitagabend wurden die Geräte getauscht, Samstag bereits die neuen verwendet.

Mit welchen Mitteln kann 3Com gegen die Marktmacht Ciscos ankommen?
Wir sind nicht die Nummer eins im Marketing, haben in unserer Vorreiterrolle aber viel für die Netzwerk- und IT-Welt geschaffen. Trotz des Risikos, dass beim Einschlagen neuer Richtungen zwangsläufig eingegangen wird, hat 3Com stets maßgeblich Innovationen und Trends setzen können. Wir haben den Netzwerkstandard Ethernet erfunden und mitbegründet und hatten 1998 in den USA und ein Jahr später in Europa als erster Hersteller bereits H.323-Lösungen im Angebot. 2002 wurde von uns die weltweit erste SIP-Lösung auf den Markt gebracht - zu einem Zeitpunkt, als noch viele daran zweifelten, dass sich SIP durchsetzen wird.

Welche Trends sehen Sie im Netzwerkbereich für die nächsten Monate?
Die SIP-Integration im Voicebereich ist zu einer strategischen Angelegenheit geworden. 3Com hatte schon vor acht Jahren Nebenstellenanlagen mit H.323-Funktionalität gelauncht, seit Ende 2006 ist es auch möglich weitere Technologien wie SIP parallel zu integrieren. Den Firmen bietet dies den nötigen Investitionsschutz bei Neuanschaffungen.
Netzwerksecurity ist ebenfalls ein großes Thema in der Branche. Intrusion Prevention etwa ermöglicht Netzwerksicherheit nach außen und innen, in dem sie bereits außerhalb des Netzwerkes den Verkehr vorfiltert. Störungen oder Angriffe können so möglichst weit vom Client entfernt erkannt und geblockt werden. Es lässt sich hier auch ein Paradigmenwechsel beobachten: wurden früher bei den Patchdays der Softwarehersteller die Löcher in den Unternehmensnetzen ressourcenaufwändig gestopft, setzt man mit Intrusion Prevention auf das zeitlich- und technisch unabhängige Blocken von Gefahren.
Weiters stoßen wir mit dem neuen Thema \"Open Services Networking\" mehr und mehr ins Herz der IT vor. Das Netz an sich wird hier nicht nur anhand seiner Bandbreiten und den Paketen definiert, die von A nach B verschickt werden, sondern auch durch die Applikationen, die zur Verfügung gestellt werden. Ein erster Schritt bei 3Com ist nun das Aufbringen des Application Monitoring direkt auf den Switch. In Zukunft wird dies bei vielen Netzpunkten mehr, wie etwa Telefone oder IP-Clients, geschehen. Mit dem Open Service Networking von 3Com gibt es auch erstmals eine adäquate Lösung und die Möglichkeit, auf einer Linux-basierten Plattform die Technik von verschiedenen Anbietern zu integrieren und so neue Services im eigenen Netzwerk zu aktivieren. Die Vorteile für das Unternehmen: Kostensenkung, höhere Flexibilität und die einfache Implementierung verschiedener Anbieter.

Andere Hersteller verfolgen die gleiche Idee, die Netzwerkintelligenz in die Breite zu bringen.
Wir aber liefern die Software auf Open-Source-Basis. Damit können individuell erstellte Programme jederzeit auf unsere Module aufgespielt und getestet werden. Wir haben eine Philosophie der offenen Standards, der offenen Technologien. Wenn ein Unternehmen sich auf nur einen einzigen Hersteller versteift, so wartet man ja nur dauernd auf neue Releases und Funktionalitäten - ist diesem einen Hersteller praktisch ausgeliefert.

Im Jahr 2003 wurde mit dem chinesischen Netzwerkausrüster Huawei ein Joint Venture gegründet. Wie steht es mit den Avancen in Asien heute?
3Com hielt an dem gemeinsamen Unternehmen anfangs 49 Prozent, Huawei 51 Prozent. Dieser Einsteig in den chinesischen Markt von Null auf Hundert - Ende 2006 war 3Com bereits Alleineigentümer von H-3C - war sehr erfolgreich. Im gesamten asiatischen Markt ist H-3C nun als 3Com-Marke installiert, fast 3000 der insgesamt 4500 Beschäftigten dort sind in der Forschung und der Entwicklung tätig. Dies zeigt einmal mehr unseren Fokus: 3Com ist ein technologiegetriebenes Unternehmen. Wir befinden uns im Ranking jener Unternehmen mit den meisten Patentanmeldungen an prominenter Position beispielsweise auch weit vor Cisco. Mit H-3C lässt sich mittlerweile auch eine perfekte Ressourcenverteilung umsetzen: Knowhow und Patente können mit der günstigen Arbeitskraft in China effektiv in Produkte und Lösungen umgesetzt werden. 3Com hat heute 1300 Patente in der Schublade, die bereit sind für den Marktstart. Der geniale Schachzug der Partnerschaft mit Huawei ermöglichte uns heute einen Marktanteil im Switchbereich von bereits 20 Prozent in China - gleichauf mit Cisco.

Die Firma
3Com, deren Gründer Robert Metcalfe als Erfinder des Netzwerkstandards Ethernet gilt, ist heute die Nummer zwei im Switchgeschäft hinter dem unangefochtenen Marktführer Cisco. Die Carriersparte wurde vor Jahren verkauft, mit H-3C, dem Joint Venture mit Huawei, wurde die Entwicklung von Backbonearchitektur forciert. Im Finanzjahr 2006 machte 3Com umgerechnet 650 Mio. Euro Umsatz und hat derzeit knapp über 1500 Mitarbeiter weltweit. Der Name 3Com setzt sich aus den Worten \"Computers, Communication and Compatibility\" zusammen. Das Portfolio umfasst Backboneswitches, Wireless Switches, Routers, Security- und VoIP-Lösungen für Unternehmensgrößen von Enterprise und KMU bis auf SoHo-Ebene hinunter.
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Wenn Heuschrecken links abbiegen

Nach zehn Jahren Liberalisierung herrscht ein seltsames Gefüge in österreich: Der Incumbent Telekom Austria verliert von Jahr zu Jahr Marktanteile, ist dennoch stärker denn je. Derweil tun sich die alternativen Provider untereinander weh: Der intermodale Wettbewerb gedeiht prächtig, die Mobilfunker überrollen gnadenlos den Festnetzmarkt.

Report: Was ist Ihr Fazit zum ersten Jahrzehnt Telekomliberalisierung? Wie geht es den Betreibern heute?
Berthold Thoma: Die Regulierung ist in diesen Jahren durch drei Phasen gegangen. In der Aufbruchsphase wurde sehr viel getan, um für Wettbewerb zu sorgen. Dann wurden die Modi operandi ausformuliert, um diesen am Laufen zu halten. Nun findet wieder eine Art Remonopolisierung statt: Der Telekom Austria wird erlaubt, Mitbewerber vom Markt zu kaufen. Der marktbeherrschende Incumbent kauft sich Marktanteile in einem Umfeld zurück, in dem keine der Alternativen je in der Lage wäre, den gleichen Preis für ein Unternehmen wie eTel zu bezahlen. Im Festnetzbereich verdienen die Alternativen zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig, um ähnliche Schritte setzen zu können. UPC und Tele2 sind heute die einzig ernst zu nehmenden weiteren Player im Privatkundenbereich am Festnetzmarkt - einem Markt, der zu Liberalisierungsbeginn über 20 relevante Anbieter zählte. Heute sind es nur noch halb so viele, wenn man großzügig die Mobilfunker mitzählt.

Welchen Effekt hat dies auf die Endkunden selbst? Diese sind ja in der Regel nur wenig wechselwillig und interessieren sich kaum für Providerkonstellationen.
Thoma: Aufgrund eines verringerten Wettbewerbs werden sich sicher nicht von heute auf morgen die Preise verdoppeln. Langfristig gesehen wird dies aber passieren. Denn wenn es keinen Wettbewerb gibt, haben Anbieter auch keinen Bedarf, sich zu differenzieren. Nicht nur aber wäre dann der Preisdruck, kosteneffizient zu arbeiten, verschwunden, sondern auch die Innovationslust. Die TA konnte in österreich über viele Jahre wie in einer geschützten Werkstätte agieren. Dadurch musste man nicht viel in Innovation investieren. Auf der anderen Seite haben wir im Mobilfunk schon einen nahezu überwettbewerb, in dem sich die Player dort alles geben, was man sich nur geben kann. Indirekt kommt es dadurch auch zu der einzigartigen Situation in Europa, ein relativ unterentwickeltes Festnetz zu haben. Die Mobilfunker sind wie die Heuschrecken links abgebogen, um nun auf die TA zuzufliegen. Leider Gottes fliegen wir dadurch auch über die Felder unserer Festnetzkollegen im VAT. Die Telekom ist aber nicht entsprechend aufgestellt, um dem Erfolgslauf der Mobilfunker gegenzuhalten. Sie hatte ja nie die Motivation dazu. Nehmen Sie andere Länder wie etwa Großbritannien als Beispiel: Dort haben die Mobilfunker noch nicht einmal groß HSDPA eingeführt, da dort eine völlig andere Segmentierung herrscht. Für unsere Hutchison-Schwester in UK ist mobiles Breitband bei den dort vorhandenen Bandbreitenstandards und günstigen Festnetzpreisen überhaupt kein Businessmodell. »This is an unique position you have in Austria«, sagen sie.
Hätte man in diesen zehn Jahren der Liberalisierung einen härteren Wettbewerb zugelassen, hätte man den Alternativen größere Margen gegönnt, dann hätte sich auch der Festnetzmarkt ganz anders entwickelt. Und das nicht nur preislich, denn Wettbewerb heißt auch Servicequalität, Innovation und Leistungsfähigkeit. Im Mobilfunk dagegen hat zwischen dem Anbieter mobilkom und den neuen Providern ein regelrechter Innovationswettlauf stattgefunden. Bei UMTS war damals spannend, wer, wann und wo als erster Anbieter starten wird. Das Gleiche konnte man bei HSDPA vor gut einem Jahr beobachten. Da haben sich die Anbieter schon mit Pressemeldungen zum Marktstart ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert.

Ist folglich mit jedem Eintritt eines neuen Mobilfunkers der Markt belebt und angekurbelt worden?
Thoma: Ja, das sehe ich so. Man kann natürlich darüber diskutieren, ob es sinnvoll war, derart viele Anbieter hintereinander in den Markt zu hetzen. Aber ich bin der Letzte, der sich darüber beklagen sollte.

Bei aller Liberalisierung und auch den herrschenden Marktanteilen im Mobilfunk heute: Hier scheint die Regulierung gut funktioniert zu haben.
Thoma: Ja und nein. Auch die mobilkom ist immer bevorzugt geworden. Sie hat ausgehend von ihrem Marktstart die bei weitem höchsten Summen an Terminierungsentgelten vom Mitbewerb gezahlt bekommen. Und sie sitzt noch immer auf knapp der Hälfte des Gesamtumsatzes des Mobilfunkmarkts. Auch im Mobilfunk wollen die Alternativen fair und konsistent reguliert werden. Fair heißt, dass wir eine Chance am Markt haben, uns durchzusetzen - und nicht nur als Alibi für die Wettbewerbskommission in Brüssel gelten. Eine konsistente Regulierung soll auch wieder eine gewisse Investitionssicherheit geben. Man hat in der Vergangenheit immer wieder erlebt, dass für uns nicht nachvollziehbar plötzlich änderungen zugunsten einzelner Marktteilnehmer passiert waren. Da wurden Prinzipien über Nacht plötzlich geändert.
Jan Engelberger: Laut einer Studie, die die Entgelt- und Kostenrechnungen der Regulierungsbehörde in den einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette untersucht hat, gibt es in österreich zwar eine relativ konsistente Regulierung bei Festnetzsprachminuten, beim Festnetzanschluss selbst aber liegen die von Telekom Austria angebotenen Endkundentarife im Einsteigersegment so niedrig, dass Alternativen mit dem Vorleistungspreis über Wholesale oder Entbündelung schlicht und einfach nicht konkurrieren können. Im Breitbandbereich ist dies noch einmal verstärkt, da dort von der TA zusätzliche Services am Endkundenmarkt angeboten werden, die am Vorleistungsmarkt für die Alternativen gar nicht erhältlich sind.

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