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Klebstoff für den Osten

490 Millionen Euro Umsatz machte der Baustoffhersteller Ardex im vergangenen Jahr. Das Familienunternehmen mit Sitz in Witten (Nordrhein-Westfalen), das hochpreisige Spachtelmassen und Klebstoffe für die Baubranche erzeugt, plant bis 2010 eine Umsatzsteigerung auf 700 Millionen. Wachstumstreiber soll dabei Osteuropa sein, wie Ardex österreich-Geschäftsführer Anton Reithner bekannt gab. Die Expansion in Länder wie Slowakei, Ukraine, Slowenien oder Kroatien wird vom österreichischen Standort in Loosdorf aus gesteuert. Tochterunternehmen von Ardex österreich gibt es bereits in Ungarn, Tschechien, Bulgarien, Rumänien, Russland und Italien. Ein weißer Fleck bleibt lediglich in Polen: Diese Tochtergesellschaft wird von der Zentrale in Deutschland aus gemanagt. Wie hoch der Umsatz seiner Niederlassung ist, darf Reithner nicht sagen, lediglich den Anteil des osteuropäischen Marktes gibt er, gemessen am Umsatz der Ardex österreich, mit 35 Prozent an. Reithner will bis zum Jahr 2012 2,2 Millionen Euro in den Ausbau der Zentrale im niederösterreichischen Loosdorf investieren, für die Zukunft plant er außerdem einen zweiten Standort in Bulgarien oder Rumänien. Das Mutterunternehmen, das weiterhin den Nachkommen der beiden Gründerfamilien Kraft und Fortmann gehört, soll im Familienbesitz bleiben, einen Verkauf über Aktien oder gar einen Börsegang schließt Reithner zumindest aktuell aus. In österreich hält Ardex laut Reithner bei Fliesenklebern einen Marktanteil von 18 bis 20 Prozent, bei Gipsspachtelmasse mehr als 30 Prozent.
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Weiter nach oben orientiert

Die Wietersdorfer Gruppe erzielte im Jahr 2006 mit 650 Millionen Euro ein Umsatzplus von 12 Prozent. Spezialisiert auf die Bereiche Zement-Kalk-Baustoffe und Rohre sieht das Management weiterhin enormes Wachstumspotential. Der Plan für 2007 geht von einem Umsatz von 700 Millione Euro aus. Bereits zwei Drittel des Umsatzes werden außerhalb von österreich erzielt. Mit der Sparte Zement-Kalk-Baustoffe ist Wietersdorfer fokussiert auf den Alpe Adria Raum und Nordosteuropa. Mit Rohren ist Wieterdorfer doppelt vertreten. Die Gruppe hält 100 Prozent an der Polosplast-Gruppe und 75 Prozent an der Hobas-Gruppe. Diese beiden Unternehmen sind in Europa, Asien und Nordamerika präsent. Allein Poloplast gelang es 2006 seinen Exportanteil auf 50 Prozent zu erhöhen.

Die Wietersdorfer Gruppe zählt in Summe gut 3.000 Beschäftigte, rund 500 davon sind der Wietersdorfer & Peggauer Zementwerke GmbH beschäftigt. Diese hält Tochterunternehmen und Beteiligungen in Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien, Serbien, Russland, Weißrussland und den baltischen Staaten. \"Vor allem der stark boomende Markt in Russland wird in den nächsten Jahren besonders intensiv bearbeitet werden. Ein eigenes Produktionswerk ist in Vorbereitung“, erklärten die geschäftsführenden Gesellschafter der Wietersdorfer Gruppe Jochen Ziegenfuß und Wolf Klammerth kürzlich in Klagenfurt. In den nächsten drei Jahren wird die Gruppe 200 Millionen Euro für Investitionen ausgeben, die aus dem Cash Flow finanziert werden, was einen Hinweis auf die Ertragskraft der Gruppe gibt. Die Erweiterung geht in alle Richtungen: geographisch, technologisch und sollte zusätzlich die Marktnähe des Gruppe stärken. Große Hoffnungen setzt man nicht zuletzt in das Infrastrukturausbauprogramm der Regierung. Insbesonders der Bau des 33 Kilometer langen Koralmtunnels sieht man eine willkommene Herausforderung.

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Praktisch und schön

Heute schenkt der gewissenhafte Konsument dem Badezimmer genauso viel Aufmerksamkeit wie dem Wohn- oder Schlafzimmer. Die Liebe zum Detail macht auch vor dem Toilettensitz nicht halt. Wer Wert auf ein attraktives äußeres in Verbindung mit futuristischen Zusatzfunktionen legt wird bei dem dänischen Hersteller Pressalit fündig. Die hippen WC-Sitze nennen sich ConCordia, Calmo oder Delight und verfügen allesamt über eine Absenkautomatik, mit der das Zuknallen des Deckels endgültig der Vergangenheit angehört. Das Spitzenmodell ConCordia verfügt zudem über eine lift-off-Funktion. Damit lässt sich der Deckel mit einem einfachen Handgriff vom Becken lösen, was die Reinigungsarbeiten doch deutlich erleichtert. Die Design-Inspiration kommt aus der Luftfahrt. Mit etwas Phantasie erinnern die klaren und stringenten Konturen an die legendäre Concorde.
Der dänische Hersteller will aber auch abseits des Toiletten-Mainstreams punkten und hat eine Riege Künstler beauftragt, ihre Visionen in Form und Material umzusetzen. Die Ergebnisse werden in einem Artbook zusammengefasst. Einige davon sollen sogar in Serie gehen, etwa das Modell Fußball.
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Die Konsumenten von Morgen

Das klassische Milieudenken hat ausgedient. Die Einteilung in Sozialcluster - vom Proletariat bis zum Postmodernisten - ist heute ebenso wie die klassische Zielgruppenlogik zu statisch und zu eng. Zu diesem Schluss kommen die Zukunftsforscher Oliver Dziemba, Benny Bock und Andreas Steinle in der aktuellen Studie des Zukunftsinstituts \"Lebensstile 2020 - Eine Typologie für Gesellschaft, Konsum und Marketing“. An ihre Stelle treten Lebensstil-Typologien. Diese Typologien gestehen dem einzelnen Menschen Veränderung und sogar Widersprüche zu. Die sozialen Schichten sind durchlässig geworden, auch Alter, Einkommen und Geschlecht erklären soziales Verhalten nur unzureichend, sind die Studienautoren überzeugt.
Die Lebenstil-Typologie beschreibt einzelne Positionen, in denen man sich zu einer gewissen Zeit seines Lebens befindet. Diese Sichtweise hat natürlich auch Auswirkungen auf das Konsumverhalten. Die Studienautoren sind überzeugt, dass die klassische Marktforschung in Zukunft durch ein prognostisches Marktverstehen abgelöst wird. Denn was lässt heute noch über das rein biologische Alter im Hinblick auf Wünsche, Bedürfnisse und Konsumentscheidungen der Menschen aussagen, fragen die Autoren. \"Nicht viel“, lautet ihre Antwort. Die vermeintliche Twen-Sportart Snowboard wird zu mehr als einem Drittel von Menschen jenseits der 35 ausgeübt. Die A-Klasse war für den Mercedes-Nachwuchs konzipiert und wird in erster Linie von Best Agern, also Vertretern der 50plus-Generation gekauft. Auch Handy- und Online-Games sind längst nicht mehr pickeligen Pubertierenden männlichen Geschlechts vorbehalten. Jeder dritte Käufer von Handyspielen ist über 30, ein weiteres Drittel entfällt auf weibliche \"Zocker“. Es zeigt sich eine veränderte Zielgruppen-Konstellation. \"Die Zielgruppen müssen vor dem Hintergrund der zunehmenden biographischen Freiheit gesehen werden und unter dem Einfluss des Megatrends Individualisierung stärker in Bezug zum gesellschaftlichen Wandel gesetzt werden“, heißt es in der Studie. Die klassische Biographie wird zur Multigraphie. Jugend, Berufstätigkeit und Ruhestand werden durch neue Biographiephasen ergänzt. Zwischen Jugend und Erwachsenendasein schiebt sich die Postadoleszenz als \"Zeit des Ausprobierens, der seriellen Monogamie, der Selbstfindung und Ausprägung der individuellen Eigenschaften“. Familien werden später gegründet und durch eine umfangreichere Ausbildungsphase wird länger an einem jugendlichen Lebensstil festgehalten. Der Schritt zur Erwachsenen-Identität wird verzögert. Zwischen Berufstätigkeit und Ruhestand kommt es zur Phase des zweiten Aufbruchs. Man orientiert sich beruflich neu und hält Ausschau nach neuen Partnerschaften. Diese Aufbruchsphase darf laut Studie aber nicht mit der Midlife-Crisis verwechselt werden. \"Es handelt sich nicht um eine Rebellionsphase, sondern um eine bewusste Neuorientierung.“
Während die klassische Biographie einen linearen Verlauf nimmt, tritt die Multigraphie in Schleifen auf. Die Floskel \"Bis dass der Tod uns scheidet“, hat schon lange keine Gültigkeit mehr, zwei und mehrere Eheschließungen werden zur Regel. Ebenso verhält es sich mit dem beruflichen Umfeld. Anstelle eines einzelnen, lebenslangen Berufes treten mehrere Job- und Branchenwechsel bzw. ein Nebeneinander verschiedener Beschäftigungsformen.

Auswirkungen auf den Konsum
\"Marketing war noch nie so spannend wie heute“, heißt ein bekannter Werbeslogan. Das gilt in noch stärkerem Ausmaß für \"morgen“. Wenn sich soziale Milieus auflösen und die klassische Biographie durch Multigraphien ersetzt wird, stehen Marketingexperten vor großen Herausforderungen. Nicht mehr Schichten und Klassenzugehörigkeiten entscheiden über das Konsumverhalten, sondern Situationen und Kontexte. Damit ist die klassische Marktforschung nicht an ihrem Ende angelangt, sie tritt aber in den Hintergrund. \"Das Forschen und Nachdenken über Konsumenten wird sich auch in 100 Jahren immer noch an \"relevanten äußerlichkeiten“ wie Alter, Einkommen, Geschlecht usw. orientieren“, so das Fazit der Studie. Es sei jedoch höchste Zeit, die komplexen Strukturen, in denen sich die Menschen im 21. Jahrhundert bewegen, auch in den Beschreibungen der Lebens- undKonsumsituationen zu berücksichtigen. Schneller reagieren und individuell handeln, müsse das Motto von Unternehmen sein, die mit der Lebensstil-Typologie eine Grundlage vorfinden, um zukunftsorientierte und krisenfester zu handeln.

Infos: www.zukunftsinstitut.at

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Offizieller Sponsor

Entsprechend der Unternehmens-Philosophie \"Access for All“ unterzeichnete Schindler Aufzüge und Fahrtreppen GmbH eine Vereinbarung mit dem österreichischen Paralympischen Committée (öPC) als einer der Hauptsponsoren für den Leistungssport behinderter Menschen in österreich. Die Kooperation mit dem öPC bedeutet für Schindler den Begriff der erweiterten Mobilität nicht nur bei Produkten und Dienstleistungen anzuwenden, sondern die Idee auch im übergeordneten Rahmen außerhalb der normalen Geschäftstätigkeit zu unterstützen.

Mit der übernahme des öPC Sponsorings will Schindler Menschen mit Behinderungen einerseits den Zugang zu sportlichen Wettbewerben ermöglichen und auf der anderen Seite auch deren sportliche Ambitionen fördern. Dieser Leistungsgedanke wird vom öPC aktiv gefördert, indem die Organisation den Rahmen für die Teilnahme an den Paralympischen Spielen sichert. Die internationalen Wettkämpfe für Menschen mit körperlichen Behinderungen wurden 1960 ins Leben gerufen. Waren es vor knapp 50 Jahren rund 400 Sportlerinnen und Sportler, die sich in Rom an den ersten Paralympischen Spielen beteiligten, so wuchs diese Zahl bis zur Jahrtausendwende auf das Zehnfache an. Die bisherige Bilanz der österreichischen Teilnehmer bei den Paralympischen Spielen kann sich durchaus sehen lassen: insgesamt wurden 201 Gold-, 220 Silber- und 218 Bronzemedaillen erzielt. Johannes Göstl, Marketingleiter von Schindler Aufzüge und Fahrtreppen GmbH: \"Die Leistungen und das Engagement dieser Sportler verdienen unser aller Respekt. Mit der Unterstützung des öPC kommen wir unserem Ziel, allen Menschen barrierefreie Zugänge zu ermöglichen, wieder ein Stück näher“.

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Sommerfrische statt Hitzeferien?

Hitze bedeutet Stress - das weiß jeder, der von seiner Firma schon mal Hitzeurlaub erhalten hat. Warum also ausgerechnet im Urlaub in die Hitze fahren? Eine berechtigte Frage, die auch die österreichische Tourismuswirtschaft schon aufgeworfen hat. Wer in einer Bergregion einen Hotelbetrieb führt, der kann mit einem heißen Sommer also gut leben.
Die alpinen Tourstiker werfen auch das Argument in die Werbeschlacht, dass die Küstenbewohner im Sommer ja auch in die Berge fahren. Allerdings haben die das Meer eh das restliche Jahr über. Küsten sind außerdem energetisch äußerst interessant, wie wir gleich sehen werden. Soll man jetzt also noch umbuchen? Ist wohl schwer möglich, denn eine Hitzewelle dürfte schwer als Kündigungsgrund akzeptiert werden.
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Das Ende der kleinen Stapel

Sie gehören zum Schreibtisch, wie die Maus zum PC: die lieben, kleinen Visitenkartenstapel, die der gestresste Jäger und Sammler von heute trophäenfreudig am Desk platziert. Sie sind wichtig, bergen eine große Geschichte, sind aber nur schwer abbaubar. Kaum jemand findet Zeit, die Errungenschaften aus der Kontaktwelt regelmäßig in effizientere, weil elektronische Systeme einzupflegen. Das hat sich auch der Hersteller IRIS gedacht. Die Belgier haben sich als Entwickler von Hard- und Softwarelösungen zur Digitalisierung und Bearbeitung von Dokumenten in jeder Form spezialisiert - darunter eben auch Visitenkarten. Der Report hat den Iriscard Pro USB getestet.

Der handliche Cardreader (passt auch in Handtaschen) scannt jegliche Visitenkartenstapel in das Elektronengehirn der IRIS-Software, die am PC installiert werden muss. Diese erkennt schon beim Scan gut neun von zehn Business-Cards in allen Details: Kontaktinformationen wie Name, Adresse oder Telefonnummer werden als solche auch gespeichert. Lediglich die Daten auf grafisch besonders übermütigen Visitenkarten sollte der User nachträglich noch einmal bearbeiten. Für die smarte Erkennung von Postleitzahlfeldern oder Telefonvorwahlen kann eine Region voreingestellt werden. Adressen aus dem englischsprachigen Raum etwa stellen ja die Hausnummer vor den Straßennamen.Der Scanvorgang lässt sich auch per Stapelverarbeitung fortsetzen, bis restlos alle Bekanntschaften digitalisiert sind. Im Anschluss lassen sich die Daten an ein Adressverwaltungsprogramm - etwa Outlook oder Lotus Notes - exportieren. Ebenso können die Karten auch als Bild über das Netzwerk allgemein zur Verfügung gestellt werden. Das Format: maximal 107 x 305 mm, Farbe oder Schwarz-Weiß mit einer Auflösung von bis zu 600 dpi.

Fazit: Der Scanvorgang ist flott, die Nachbearbeitung ok.
Preis: rund 170 Euro
Link: www.irislink.com

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Gemeinsame Roadmap

Die Branche zählt bereits in 100-Millionen-User-Schritten, geht es um die Eroberung der Geschäftstelefonie mit IP-Waffen. »Es ist nur noch eine Frage der Mentalität«, sieht Martin Ruoff, Partner Business Development Nortel, die fixe Ablöse der Matrixarchitekturen bei Telefonanlagen lediglich noch in ihrer Geschwindigkeit variierend. Manche Unternehmen sind bei der IP-Integration eben schnell. Manch andere lassen sich dafür noch etwas Zeit. Mit dem Output einer Industriepartnerschaft mit dem Office-Dominator Microsoft will der kanadische TK-Hersteller nun den Unternehmen auf der Roadmap in die neue Kommunikation etwas unter die Arme greifen. Der Marktstart des Microsoft Office Communication Servers im Herbst soll auch die Endgeräte- und Telefonieserverpalette des Partners puschen. Nortels Telefonie-Feature-Server Communications Server 1000 wird dann zur gemeinsamen Vision des konvergenten Büros herangezogen, das schlussendlich am Frontend sämtliche erdenkliche Kommunikations- und Collaborationsformen vereint.

Hand in Hand. Die nordamerikanische Allianz ist dabei aber keineswegs nur auf den gemeinsamen Vertrieb über Integrationsanbieter (in österreich beispielsweise Kapsch BusinessCom) beschränkt. Man versucht, den Weg der Konvergenz bis ins letzte Detail zu gehen, auch mit vereinten Marketinganstrengungen und F&E. »Unsere Entwickler arbeiten Seite an Seite an den Unified-Communications-Lösungen«, berichtet Lukas Keller, Leiter Business Group Information Worker Microsoft. Ziel ist, die Lücke zwischen den Endgeräten für die Kommunikation und den Businessanwendungen zu schließen. In den Unternehmen sollen die Mitarbeiter dann Informationen schneller und wirkungsvoller nutzen können. Der neue Zugang bei den beiden Herstellern: Microsoft hatte bislang mit Telekommunikationsinfrastruktur nichts am Hut. Und Nortel war nicht am Desktop zu finden.

Was ist nun von der Partnerschaft im Detail zu erwarten? Das Produkt UC Integrated Branch wird die beiden Welten in einer Hardware kombinieren, die auch an entfernten Standorten Voice-over-IP sowie Unified Communications ermöglicht. Eine Konverenzlösung dehnt weiters die Funktionsvielfalt der Nortel-Welt auf den Office-Communicator-Server aus. So werden Kunden Anwendungen wie Telefonie, Instant-Messaging, Presence und Audio-/Video-Conferencing in ihrer gewohnten Umgebung erleben. Die beiden Lösungen sollen im vierten Quartal 2007 erhältlich sein. Zudem wollen die Unternehmen heuer noch ihre Unified-Communications-Lösung auf den Communication Server 2100 von Nortel ausdehnen, ein Enterpriseprodukt, das bis zu 200.000 Nutzer unterstützt.

Offenheit. Als Schwerpunkt sieht Peter Burkhalter, Nortel-Verantwortlicher der Bestrebungen der Allianz in Zentraleuropa, den Schnittstellenaspekt in den Lösungen. Diese sind SIP-fähig, es gibt also auch volle Interoperabilität zwischen Nortel-Equipment und dem Exchange Server 2007, der Fax, Sprachnachrichten und Instant-Messaging in die Microsoftwelt gebracht hat. Man betont, dass ein Schulterschluss mit anderen TK-Herstellern nicht in dieser Form möglich gewesen wäre. »Wir wollten keine Plug-ins oder Softclients produzieren, sondern einen einzigen Weg vom Backend bis zum Frontend ermöglichen», beschreibt er.Schön langsam werden große wie kleine Unternehmen komplett auf softwarebasierte Kommunikationssysteme umsteigen, vermuten die Experten. »Nortel bewegt sich dahin, eine klassische Softwarefirma zu werden«, weiß Burkhalter um die neuen Formen, die in der Branche entstehen. Alleine in österreich werden in den nächsten drei Jahren 500.000 Nutzer über IP telefonieren. Dennoch sehen viele nicht die Dringlichkeit konvergenter Installationen. »Es war ein kleiner Schritt für uns, aufeinander zuzugehen, aber ein großer Schritt für unsere Branche.«

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»Ziemlich verrückter Markt«

Report: Wie sehen Sie die Telekom Austria Group in der Region CEE positioniert? Wird stark wird die Internationalisierung auf dieser Ebene weiter voranschreiten? Welche Rolle spielen darin Telekom Austria & mobilkom?
Boris Nemsic: Südosteuropa spielt für die Telekom Austria Group eine sehr wichtige Rolle. Im Geschäftsjahr 2006 wurden schon über 40 Prozent des Konzernumsatzes von unseren Tochterfirmen in Slowenien, Kroatien und Bulgarien erwirtschaftet, 2002 waren das erst 20 Prozent. Die Ergebnisse unserer Tochterfirmen sind hervorragend, ich bin mit der Entwicklung und mit dem, was wir in den vergangenen Jahren aufgebaut und erreicht haben, sehr zufrieden.

Ich sehe uns als einen der stärksten regional fokussierten Player - und zwar einen Player, der durch die besondere Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten auf den osteuropäischen Märkten erfolgreich unterwegs ist. Mit Vip mobile in Serbien, die dieser Tage den regulären Betrieb aufgenommen hat, haben wir das angestrebte Ziel erreicht - wir haben zwischen dem Bodensee und dem Schwarzen Meer ein durchgängiges Gebiet, in dem wir als international erfolgreicher Kommunikationskonzern tätig sind.Im Herbst folgt der Launch unseres neuen Providers in Mazedonien und sobald die Regierung von Bosnien-Herzegowina die Ausschreibung für die Privatisierung startet, werden wir dieses Projekt angehen. Wie Sie sehen, ist die Bedeutung unserer Auslandsaktivitäten sehr hoch. Hält man sich die Rahmenbedingungen des österreichischen Marktes vor Augen, wird das Gewicht unserer Osteuropa-Aktivitäten noch weiter steigen.

Zum Markt in österreich: Die Festnetzbetreiber und der VAT sind ob der konsolidierenden Entwicklung bei dem Kauf von eTel durch Telekom Austria in österreich unglücklich. Sie befürchten, der Markt bewege sich auf eine Remonopolisierung zu. Tut er das?
Die Telekom-Branche ist sehr investitionsintensiv - denken Sie nur an Aufbau und Betrieb einer flächendeckenden Infrastruktur - so, wie wir das tun. Außerdem ist die Telekom-Branche in ihrem Lebenszyklus sehr weit fortgeschritten. In reifen Branchen, in denen ein Service oder Produkt zumeist nur mehr über Preisdifferenzierung verkauft wird, ist die Konsolidierung auf Anbieterseite durch übernahmen oder Zusammenschlüsse eine Selbstverständlichkeit. Warum sollte das in unserer Branche anders sein?

In Bezug auf die VAT-Behauptungen muss man, so glaube ich, zumindest in zweierlei Hinsicht differenzieren. Erstens: Wenn ein Anbieter bereit ist, Geld in die Hand zu nehmen, um in eigene Infrastruktur zu investieren ist das etwas ganz Anderes als wenn man als reiner Reseller mit großem Marketing-Trara auftritt und einzig und allein die überkapazitäten anderer Provider verkauft. Welchen volkswirtschaftlich nachhaltigen Nutzen sollen diese Firmen bringen - noch dazu auf einem preislich vollkommen ausgereizten Markt wie österreich?

Zweitens vermisse ich bei manchen Leuten den Blick über den Tellerrand. In Wirklichkeit haben die reinen Festnetz-Anbieter kein Problem mit der neuen Festnetz- Akquisition,sondern mit der Fixed-Mobile Substitution: Wenn zwei von drei Telefonaten über Handys geführt werden und ich ein reiner Anbieter von Festnetz-Telefonie bin, also ohne eine zusätzliche mobile Schiene, dann habe ich ein echtes strategisches Problem. Betrachtet man also den gesamten Kommunikationsmarkt, entpuppt sich das Argument des VAT als reichlich konstruiert.

Das in österreich herrschende Problem der extremen Migration des Sprachtelefonieverkehrs vom Festnetz in die Mobilfunknetze scheint aufgrund der Regulierungssituation teils hausgemacht. Als Vorstandsvorsitzender der Telekom Austria Group und als CEO mobilkom austria sehen Sie diese Entwicklung wohl mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Welche Hoffnung hat das Festnetz heute? Wie werden sich künftige Investitionen ins Festnetz finanzieren lassen?
Die österreichischen Marktverhältnisse sind ziemlich verrückt, ich glaube da sind sich ausnahmsweise wirklich alle Anbieter einig. Die Fixed-Mobile Substitution kommt natürlich zu einem gewissen Grad der mobilkom austria zu Gute. Am Ende des Tages müssen aber beide Geschäftsfelder, Festnetz und Mobilkommunikation, ihren Beitrag zum Gesamtergebnis der Telekom Austria Group leisten.

Die Festnetzgesellschaft ist bei den Themen Breitband, Multimedia im Privatkundenbereich und bei Outsourcing, IT-Servces sowie im Wholesale gut unterwegs. Auch die Security Services entwickeln sich unseren Erwartungen entsprechend. Unsere Ziele und Aktivitäten sind darauf ausgerichtet, die Erosion der Sprachtelefonie auf mehreren Ebenen, sprich mit den zuvor angesprochenen Services, abzufangen. Wir investieren nach wie vor in den Breitbandausbau, reduzieren die weißen Flecken und damit die digitale Kluft. Mit darauf aufbauenden Services wie aonDigital TV treiben wir wiederum die Entwicklung von neuen Applikationen voran. Ich glaube, dass gerade unsere Aktivitäten bei Breitband und digitalen Medien unsere Investitionsbereitschaft gut demonstrieren.

Was die Regulierung betrifft, sollte sich die Behörde aus unserer Sichtweise darauf konzentrieren, investitionsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen - denn nur mit Investitionen in eine leistungsfähige IKT-Infrastruktur und mit neuen Technologien kann österreich als Wirtschaftsstandort im internationalen Wettbewerb punkten. Die künstlich geschaffene Benachteiligung von mobilkom austria gegenüber der T-Mobile durch asymmetrische Interconnection-Kosten, um nur ein Beispiel zu nennen, hat ja nichts mit der ursprünglichen Intention der Wettbewerbsbelebung zu tun.

Zur viel beschworenen Konvergenz von Festnetz und Mobilfunk: Wie sieht die Roadmap bei der Telekom Austria Group zu echten netzübergreifenden Angeboten und Services aus? Wird es eines Tages eine einzige Rechnung für - sagen wir - ein Breitbandangebot, fest- und mobilbasierend, geben? Was haben Sie dazu in der Schublade?
(lacht) Sie wissen sehr gut, dass das Billing eine der größten technischen Herausforderungen in der gesamten Telekommunikationsbranche ist. Konvergenz bezieht sich ja nicht ausschließlich auf Endgeräte, sie kann auch in den Systemen im Hintergrund ablaufen. Das ist übrigens ein betriebswirtschaftlicher Ansatz, den wir im Bereich der mobilkom austria-Töchter schon lange verfolgen.

Als Beispiel offensichtlicher Konvergenz würde ich unsere in der Business Community etablierten Blackberrys samt Push-Mail-Funktionalität bezeichnen. Wenn ich an unseren Capital Market Day zurückdenke, hatten wir unter den Teilnehmern eine Blackberry-Dichte von gut 90 Prozent. Wie auch beim Siegeszug des Handys selbst, werden derlei innovative Dienste im ersten Schritt vor allem von Geschäftsleuten genutzt.

Ein Massengeschäft daraus zu machen, wäre sicher interessant - es würde aber andere regulatorische Rahmenbedingungen erfordern, um dieses zweifellos vorhandene Marktpotenzial in österreich ausschöpfen zu können.

Aus meiner Sicht bieten sich vor allem Produktbündel an, sofern man uns auf regulatorischer Seite nicht zu sehr einengt. Und auch hier gilt: Das richtige und marktkonforme Setting durch die Behörde ist ein absolutes Muss! Wenn das passt können wir Produktbündel schnüren, auch wenn es weiterhin getrennte Rechnungen geben wird.

Welche Entwicklung bzw. welche Technologie ist für Sie derzeit am spannendsten zu beobachten. Von welcher Technologie wird man demnächst noch mehr hören?
Aus Kundensicht sind sinnvolle Services das wirklich Interessante und nicht unbedingt die dahinter stehenden Technologien, die für mich als Techniker natürlich immer eine große Rolle spielen. Auf der Privatkundenseite sehe ich user generated content immer mehr auf die mobile Welt überschwappen. Wir bieten hier bereits Services an, um diesen Trend in österreich auf das Handy zu bekommen. Neben diesen Entertainment-Services werden immer mehr Handy-basierte Dienstleistungen entwickelt, um das Leben der User zu vereinfachen oder ihnen ganz einfach mehr persönliche Freiheit zu ermöglichen. Ich denke hier an Services, die auf mobilem TV basieren, ich denke an Near Field Communication, wenn es um die Convenience beim Bezahlen geht, oder an E-Mail am Handy für mehr Flexibilität.Die Medienlandschaft wird durch die Digitalisierung weitere Innovationsschübe bekommen, wir werden hier sicher noch viele tolle Dinge erleben. Mit IMS (IP Multimedia Subsystem, Anmerkung) stehen uns mächtige und kosteneffiziente Werkzeuge zur Verfügung, die wir für eine endgerätespezifische Aufarbeitung von digitalen Inhalten benötigen. Sei es VoIP oder DVB-H, sei es eine Streaming-Lösung oder auch aonDigital TV.

Im Businessbereich glaube ich, dass wir im IKT-Lösungsgeschäft sehr gut aufgestellt sind und unsere Position durch stärkere Verknüpfung von Festnetz, IT-Services und mobilen Applikationen weiter festigen können. Egal ob im Büro, in der Lagerhalle oder auf der Straße: Die Effizienzsteigerung durch professionelle IKT-Services ist ein wichtiges Thema - und zwar nicht nur bei einer rein betriebswirtschaftlichen, sondern bei einer ökologischen Betrachtung.

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