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Heiliges Holz

\"Holz ist genial“, rauscht es seit einiger Zeit durch den äther. Bei Profactor, der auf Produktionstechnologien spezialisierten Entwicklungsgruppe in Steyr und Seibersdorf, geht man sogar noch einen Schritt weiter. Da ist Holz nicht nur genial, sondern geradezu zukunftsweisend, vor allem was den Bau von Fabrikshallen betrifft. \"eco²building“ heißt der Prototyp, der im Rahmen des EU-Projekts \"Holiwood“ die Konkurrenzfähigkeit von Holz im Gewerbe- und Industriebau unter Beweis stellen soll. Der Spatenstich für das Industriegebäude mit Passivhausqualität erfolgte am 5. Oktober im steirischen Niklasdorf. Die Fertigstellung ist für Juli 2008 geplant.
Das EU-Projekt \"Holiwood“ hat zwei Schwerpunkte: Die Erforschung der Eigenschaften von thermisch behandeltem Holz sowie die Entwicklung von innovativen Holzbaulösungen. \"Mit Holiwood werden innovative Materialien und Technologien zu nachhaltigen, ökologisch vertretbaren Produkten. Entwickelt und etabliert von KMUs, im europäischenKontext umgesetzt und demonstriert“, erklärt Projektleiter Rainer Schöftner. 20 Partner aus neun Länder sind involviert, koordiniert wird das europäische Großprojekt in der Profactor-Zentrale in Steyr. Dort wird auch eine anwendungsorientierte Kalkulationssoftware entwickelt, mit der von Grundriss über Höhe bis zu den architektonischen Details sämtliche Parameter des Gebäudes mit den Erfordernissen eines Gewerbebaus in Passivhausqualität berechnet werden können. Bei jeder änderung des Plans werden die Auswirkungen auf die Energieperformance und Kosten simultan angezeigt. \"Im Prinzip kann man mit unserer Software Industriehallen in Passivhaus-Qualität so einfach planen, als ob man Lego spielt“, erklärt Friedrich Mader, Geschäftsführer der Profactor-Gruppe.

Psychologische Hürde
Die technischen und finanziellen Hürden des Projekts sind laut Profactor bereits überwunden. Die letzte Baustelle ist der psychologische Aspekt. \"Wer denkt schon an eine Lösung aus Holz, wenn er eine neue Halle plant“, fragt Mader nicht zu Unrecht. In Bezug auf Haltbarkeit und Brandschutz herrscht immer noch Skepsis vor. Mit dem eco²building Bausystem will man diese Probleme aber bereits in den Griff bekommen haben. Tests am Institut für Brandschutztechnik und Sicherheitsforschung in Linz haben ergeben, dass die Holzfertigteilwände im Brandfall dem Feuer bis zu 90 Minuten standhalten können.
Auch dem Klimaschutz wird Rechnung getragen. Durch die Passivbauweise sollen bis zu 90 Prozent der Heizkosten eingespart werden können. \"Dank der Biomasseheizung und Photovoltaikanlage sparen wir aber nicht nur bei den Betriebskosten, sondern können unser neues Logistikzentrum auch CO2-neutral betreiben. So können wir Klimaschutz in die Tat umsetzen!\", meint Karl Pirsch, Bauherr des ersten eco²building-Demonstrationsprojektes in Europa.

EU-Projekt Holiwood
Das Ziel von Holiwood ist die Entwicklung und Markteinführung von thermisch behandeltem Hartholz. Neben den eco²buildings sollen auch Thermo-Dielenböden und Lärmschutzwände errichtet werden. Mit diesen Produkten soll der technische und wirtschaftliche Durchbruch von Thermoholz mit seinen Eigenschaften im Bereich Dauerhaftigkeit und Nachhaltigkeit erreicht werden. Materialien mit starkem Ressoucenverbauch wie Beton, Aluminium und Plastik sollen damit auf lange Sicht ersetzt werden können. Das Projekt wird von der EU aus Mitteln des 6. Forschungsrahmenprogrammes mit sechs Millionen Euro gefördert.

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Im Management

Markus Pesler darf sich über neue Herausforderungen bei Actebis österreich freuen. Der 39-jährige Wiener wurde vor kurzem neuer Manager Products \" Marketing und folgt in dieser Funktion Christian Franta nach, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlässt. In dieser neuen Funktion ist Pesler nun für ein Team aus zehn Product Sales Spezialisten und Marketingfachleuten verantwortlich.

\"Mit Markus Pesler konnten wir einen kompetenten Fachmann aus den eigenen Reihen gewinnen. Er verfügt über umfangreiche Erfahrung im Produktmanagement und ist bereits seit vier Jahren für Actebis tätig. Ich bin überzeugt davon, dass er den Erfolg von Actebis weiterhin erfolgreich mitgestalten wird\

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Die Rechtmacher

Im November wird eine kleine Novelle des Bundesvergabegesetzes in Kraft treten. Die gute Nachricht für weniger finanzstarke Antragsteller ist, dass im Zuge der Novelle auch eine Herabsetzung der Gebührensätze für die Erlangung einer einstweiligen Verfügung geplant ist. Statt wie bisher wird der Antrag auf einstweilige Verfügung im Oberschwellenbereich nicht mehr 5.000 Euro kosten, sondern nur die Hälfte. Damit entspricht der Gesetzgeber einer Forderung von Rechtsanwälten, die beklagen, dass kleine und mittlere Unternehmen auf ihren Rechtsanspruch verzichten, da sie durch die Vergebührung allein schon abgeschreckt werden. Ob die Vergünstigung der Einstweiligen dem Bundesvergabeamt wieder mehr Arbeit bescheren wird, lässt sich derzeit nicht abschätzen. Tatsache ist, dass die Behörde seit 2002 einen deutlichen Rückgang der Streitfälle verzeichnet.
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Ausschüttungs tendenz

Renditen auszuzahlen, davon nahmen österreichische Immobilienaktiengesellschaften bisher lieber Abstand. Seit den Kursstürzen und dem darauf folgenden Vertrauensverlust vieler Anleger in Immobilientitel vollziehen die AGs nun eine nach der anderen einen Schwenk. Warimpex, Eco Business Immobilien, CA Immo International und zuletzt die Immofinanz haben angekündigt, erstmals in ihrer Unternehmensgeschichte ihren Anlegern eine Dividende zu zahlen.
Die Immofinanz kündigt sogar deren Höhe an: 33 Cent pro Aktie sollen ausgeschüttet werden, was einer Rendite von 3,65 Prozent entspricht, berechnet nach dem Kurs von 19. September. Der Gewinn der Immofinanz-Aktie hat sich laut Vorstand von 15 Cent im ersten Geschäftsquartal 2006 auf 20 Cent im heurigen Quartal gesteigert, der Net Asset Value lag Ende Juli bei 11,30 Euro. Wie alle anderen Immoaktien leidet aber auch die Immofinanz unter der Kursentwicklung, die mit der Steigerung des Nettovermögenswertes nicht Schritt halten konnte und Ende Juli mit 9,30 Euro um 17,7 Prozent darunter lag. Bis zum 19. September sank die Unterbewertung sogar auf 18,7 Prozent. Für Immofinanz-Vorstand Norbert Gertner ein »erstaunlicher« Umstand: Aufgrund der Entwicklung des Net Asset Values sei eigentlich ein Auf- statt einem Abschlag zu erwarten. Gemessen an der Börsekapitalisierung zum Quartal Ende Juli lag die Immofinanzgruppe, gemeinsam mit der Immoeast, mit 12,27 Milliarden Euro in Europa an zweiter Stelle hinter der im Juni fusionierten Immobiliengesellschaft Unibail/Rodamco. Das war allerdings noch vor der großen Börsenkrise: Ende September betrug die Börsenkapitalisierung bereits nur mehr rund 10,99 Milliarden.
Das Immobilienportfolio der Immofinanz-Gruppe hatte Ende Juli einen Verkehrswert von 17,1 Milliarden Euro, im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag der Wert bei rund 8 Milliarden. Flächenmäßig verzeichnete die Immofinanz einen Zuwachs von 8 auf 12,1 Millionen Quadratmeter, wobei rund ein Drittel auf Wohnimmobilien, 22 Prozent auf Büros, 16 Prozent auf Logistik und der Rest auf Stellplätze entfällt. Der Umsatz der Gruppe lag Ende Juli bei knapp 153 Millionen Euro, das Ergebnis der Geschäftstätigkeit vor Zinsen und Steuern laut Aussendung bei 183 Millionen. Dass das Betriebsergebnis höher ist als der Umsatz, liegt daran, dass nach US-amerikanischen Bilanzierungsrichtlinien die Realisierung von Aufwertungsgewinnen in das Betriebsergebnis einfließt. Kapitalerhöhungen werde es auf absehbare Zeit keine geben, das Wachstum werde aus dem Cashflow des laufenden Geschäfts finanziert, so der Immofinanz-Vorstand. Geändert wurde der Managementvertrag mit der Constantia Privatbank, die fixen Gebühren werden verringert, dafür soll es eine Erfolgsprämie geben, sobald der Net Asset Value (Nettovermögenswert je Aktie) mehr als 8 Prozent jährlich beträgt, kündigt die Immofinanz an.
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Neues Systemdenken

Hört man Rehau, denkt man hierzulande leichtfertig an Rohre. Das wird dem Profil der in Familienbesitz stehenden Gruppe nicht gerecht. Mit einem Umsatz von rund drei Milliarden Euro ist Rehau weltweit eine Fixgröße für polymerbasierte Produkte und Systeme, die in den Bereichen Bau, Automotive und Industrie zur Anwendung kommen. Im Segment Bau stellt sich Rehau mit seiner Hinwendung zum Thema Energieeffizienz zunehmend den Herausforderungen der Zeit. Energieverluste reduzieren, Energie effizient nutzen und Energie effizient erzeugen, sind die drei Säulen der Philosophie, die auch in der 1956 gegründeten österreichischen Gesellschaft gelebt werden. »Unser Denken reicht von der Wärmeerzeugung über die Verteilung bis hin zur Wärmeabgabe«, erklärt Gernot Tilz. Er ist seit Mai bei Rehau im Business Team Biomasse und Geothermie der Region Southeast Europe, die seit Jahresbeginn von der österreich-Zentrale in Guntramsdorf (Nö) aus geleitet wird. Sein Job besteht darin, Bauherren und Planern Hilfestellung zu bieten und technisches Wissen als Dienstleistung zu positionieren. »Die Planer sind enorm gefordert, sie müssen immer rascher planen, zugleich werden die Fragestellungen moderner Gebäude immer komplexer«, erklärt der gebürtige Grazer, der zuvor acht Jahre an der TU-Graz gelehrt und geforscht hat. Er ist sich sicher, dass der Grundstein für Nachhaltigkeit von Gebäuden in den Ingenieurdienstleistungen gelegt wird. »Die Planer brauchen dazu Know-how, in der Abstimmung der Komponenten liegt häufig der Hebel für die Energieeffizienz«, erklärt er. Genau an dieser Schnittstelle will Rehau ansetzen. Erklärtes Ziel ist, die eigene Produktpalette durch Fremderzeugnisse so zu ergänzen, dass man dem Kunden als Systemanbieter entgegentreten kann. Verlangt der Planer oder Bauherr nach einer Geothermielösung für einen Anschlusswert von 6 kW, wird ihm ein Paket empfohlen. Die Knochenarbeit der Abstimmung der Komponenten passiert in der technischen Abteilung von Rehau. Die Bandbreite der Projekte, für die dieses Vordenken angeboten wird, reicht vom Einfamilienhaus bis zu Großbauten des Hoch- und Tiefbaus. Ob Fenster und Solaranlage für das Einfamilienhaus, Fassade und Betonkernaktivierung für das Bürohaus oder Geothermie zur Bahnsteigenteisung, entscheidend ist, dass die zum Einsatz kommenden Produkte harmonieren, so die Philosophie. Tilz glaubt insgesamt, dass die Bauindustrie vor großen Herausforderungen steht. Die Frage sei, ob künftig immer mehr billigere Produkte und Komponenten zum Einsatz kommen, oder ob die Verarbeitung von Qualität forciert wird. »Wenn Errichter und Betreiber von Gebäuden ident sind, kommt Qualität zum Einsatz«, meint Tilz. Wird auf Qualität Wert gelegt. sei es nun einmal nicht egal, ob eine Tiefensonde eigens für den Einsatz in Geothermieprojekten konzipiert wurde oder nicht, so der Bauingenieur. Auch sei es nicht egal, ob ein Installateur oder Dachdecker die Solaranlage des Einfamilienhauses mit Komponenten von Herstellern bestückt, zu denen er eine langjährige Geschäftsbeziehung unterhält. Für Dachdecker hält Rehau seit kurzem im Hof des Verwaltungsstandortes in Guntramsdorf ein Angebot parat: Dort wurde ein Montagedach installiert, welches für Kunden- und Mitarbeiterschulungen zu praktischen übungen verwendet wird.
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IT aus der grünen Steckdose

Report: Herr Pruschak, in der Branche üben sich die Hersteller und Dienstleister momentan im Schulterschluss und setzen auf »Green IT«. Man möchte dem steigenden Energieverbrauch Herr werden. Wie sieht das grüne Mascherl der IT wirklich aus?
Wilfried Pruschak: Die derzeit medial vielbeachtete Welle der Green IT wird den herrschenden Klimawandel nicht radikal beeinflussen können. Aus zweierlei Hinsicht: Zum einen ist die Betrachtung des Energieverbrauchs der Hardware zwar lobenswert, doch bleiben Kosteneinsparungen bei einzelnen Geräten wie PC oder Bildschirm unter der Wahrnehmungsgrenze des Verbrauchers. Ein Bewusstsein für das Problem des steigenden Stromverbrauchs ist zweifelsfrei notwendig, es wird aber nicht dezentral entstehen können. Betreiben Sie dagegen 10.000 bis 20.000 Rechner, sieht die Sache ganz anders aus. Bei Rechenzentrumsbetreibern ist der ständige Energieverbrauch bereits ein fixer Teil der Gesamtkosten im Lebenszyklus einer IT-Lösung. Bei einer Stromrechnung von jährlich zwei Millionen Euro Höhe sieht das Einsparungspotenzial bereits völlig anders aus. Aus Umweltschutzgründen aber gibt es etwas weitaus Schlimmeres als die Energieaufnahme der Geräte: den Elektronikschrott, der nicht wiederverarbeitet wird. Hier könnten Pfandverfahren ähnlich wie in der Getränkeindustrie für ein größeres Bewusstsein bei den Nutzern sorgen. Für Unternehmen bedeutet dies die Notwendigkeit eines Umweltmanagementsystems. Regelwerke wie ISO 14000 beschreiben schon seit Jahren den richtigen Umgang und die fach- und umweltgerechteEnt­sorgung von Elektronikteilen und Geräten. In der Diskussion rund um Green IT eröffnen sich aber auch neue Wege: Eine große Hebelwirkung in der Reduktion der Energiekosten wird die wachsende Zentralisierung der Informationstechnologie haben. Es gibt nun nicht nur ökonomische, sondern auch gesellschaftlich gestützte Argumente für IT aus der Steckdose. Denn IT-Services aus einer Hand, vom Spezialisten, erhöhen den Auslastungsgrad bei Geräten. Ein normaler Rechner zuhause wird mit vielleicht 20 bis 30 Prozent Auslastung betrieben - denken Sie an die vielen Stehzeiten oder Anwendungen wie etwa ein Textverarbeitungsprogramm, die nur einen Bruchteil der Prozessorkraft oder des Speichers benötigen. Diese Rechnerleistung könnte nun auch auf einem Fleck gebündelt, optimiert und je nach Bedarf angeboten werden. Und nebenher auch für neue Geschäftsmodelle in der IT sorgen.

Report:: Die Modelle, Ressourcen von Tausenden Rechnern in einem Netzwerk zu bündeln, wurden aber bereits für gescheitert erklärt. Die Verwaltung geografisch verteilter Rechnerkapazitäten hatte sich als zu ineffizient erwiesen.
Pruschak: Verteilte Ressourcen werden stets teurer als zentrale Leistungserbringer wie ein Rechenzentrum sein. Aus diesem Grund wäre für mich das Modell IT aus der Steckdose auch ein klarer Kandidat für einen IT-Dienstleister und Rechenzentrumsbetreiber wie Raiffeisen Informatik. ähnlich wie in der E-Wirtschaft könnte dann auch mit IT-Ressourcen und Rechenleistung gehandelt werden. Das Konsumentenverhalten bei der Energieaufnahme und Nutzung der Computer ist ebenso einschätzbar wie voraussagbare Verbrauchsspitzen in den Stromnetzen. Auch die Energieversorger haben gelernt, effizient und optimiert zu agieren: Kraftwerke laufen in der Regel nicht unter Volllast, in Spitzenzeiten kaufen die Versorger für den erhöhten Energiebedarf im Inland einfach aus dem Ausland ein. Ein global auftretendes Ressourcennetzwerk könnte auch in der IT seine Servicekraft verteilt und flexibel an die Unternehmen oder sogar den Endkunden bringen.

Report: Wie werden solche Services künftig angeboten? Wie sieht Ihre Vision der IT-Steckdose aus?
Pruschak: Der Trend zu zentralen Services in der IT ist bereits mit der Verbreitung von Breitbandanschlüssen und webbasierter Anwendungen zu beobachten. Ich denke, dass wir uns in naher Zukunft nicht mehr mit unzähligen Installation und Lizenzen auf jedem einzelnen Rechner herumschlagen müssen, sondern Büroanwendungen und andere Werkzeuge flexibel im Netz nutzen werden. Wenn der Rechner des Nutzers dann nicht mehr Unmengen an Leistung für Anwendungen benötigt, die ohnehin nur zu einem Bruchteil ausgereizt werden, kommen reale Skaleneffekte zum Tragen. Die wichtigste Software wird der Internetbrowser sein, meinetwegen Google. über diesen kann der User dann jegliche Funktionen nutzen, für die früher stets ein 40-kg-Rucksack vonnöten war. Office-Anwendungen oder auch Bildbearbeitungsprogramme laufen dabei im Hintergrund zentral in einem Rechenzentrum und sind für alle Nutzer flexibel über die Browseroberfläche am Client nutzbar. Der IT-Dienstleister übernimmt die Verwaltung dieser Rechenleistung und aller Anwendungen.Ein Großteil der Computernutzer wäre glücklich, die Instandhaltung der zunehmend komplexeren Geräte nicht mehr selbst unternehmen zu müssen. Der Dienstleister als Spezialist schafft den Umgang mit Ressourcen wesentlich effizienter, der User selbst kann sich wieder auf die Funktionalitäten seiner Werkzeuge konzentrieren. Stellen Sie sich doch einmal folgende Frage: Wollen Sie zuhause einen PC betreiben oder wollen Sie vielmehr dessen Funktionen nutzen? Die Auslagerung der Infrastruktur wird auch im Residential-Bereich ein Riesenthema werden und eine ähnliche Entwicklung beschreiben, wie es IT-Outsourcing für die Unternehmen vor Jahren getan hat. Das Wachstum der Zahl der IT-Bestandteile in den Haushalten - heute benötigt der durchschnittliche PC-User auch Antivirensoftware, eine Firewall, ein Funkmodul für das Drahtlosnetzwerk und vielleicht sogar noch eine externe Speicherplatte - führt regelrecht zu einem Heim-Rechenzentrum. Eine solche, nur wenig konsolidierbare Struktur ist komplex und extrem ineffizient. Schätzungen zufolge benötigen Anwendungen am PC-Desktop gerade einmal acht Prozent der aufgewendeten Energie und Leistung. 92 Prozent gehen ungenutzt verloren.Raiffeisen Informatik könnte der Rechenzentrums- und Infrastrukturprovider für derartige Vertriebskanäle sein. Den Vertrieb selbst werden wir aber im Endkundengeschäft nie machen - dafür sind andere Unternehmen wie etwa Internetprovider besser aufgestellt. Mit unseren Rechenzentren und dem Leitungsnetzwerk können wir alle technischen Komponenten bereitstellen, ein Partner würde dann den flächendeckenden Vertrieb und das Marketing übernehmen.

Report: Mittelfristig gesehen?
Pruschak: Im Gegenteil - solche Modelle sind bereits sehr aktuell. So hatten wir vor kurzem eine Anfrage eines Medienunternehmens, Ressourcen und Infrastruktur für eine Videoplattform - ähnlich YouTube - in österreich bereitzustellen. Wir sprechen hier von Anforderungen von 100, vielleicht 1.000 Terabyte Speicherplatz, die hier benötigt werden. Dazu ist natürlich ein erfahrener IT-Dienstleister mit Rechenzentrum wichtig. In der Tradition unseres Geschäftsauftritts gibt es aber auch bereits bestehende Anwendungen, die wir den Unternehmen und letztlich Endkunden anbieten. Mit unserer Beteiligung am E-Rechnungsanbieter Electronic Bill Presentment und Payment, EBPP, ist Raiffeisen Informatik bereits in die richtige Richtung gestartet. Mit den EBPP-Services können Unternehmen per E-Mail oder auf einer Internetplattform einfach Rechnungsempfänger mit elektronischen Rechnungen versorgen - samt elektronischer Signatur und all den Kostenvorteilen, die ein Wegfall der klassischen Briefpost bringt. Jeder in der Branche ist bezüglich der Entwicklung dieses Themas zuversichtlich. Wir setzen weiter voll auf dieses Momentum.

Report: Sie sprechen die elektronische Signatur an, die zwar bislang ungeahnte Möglichkeiten an Effizienzsteigerung und Einsparungen bringt, dennoch von vielen weitgehend unbeachtet geblieben ist. Ist dies typisch für die neuen Angebote im Netz, auch was E-Government betrifft?
Pruschak: Teilweise ja. österreich hat in der Vergangenheit aber stets bewiesen, IT und E-Business gewinnbringend für sich nutzen zu können. Nicht umsonst sind die heimischen Angebote des E-Government allerorts an vorderster Stelle im Europavergleich zu finden. Was die neuen Möglichkeiten in der Verwaltung aber insgesamt vielleicht weiter vorantreiben könnte, wäre etwa ein Bonus-Malus-System für Bürger und Unternehmen im Umgang mit den Mechanismen in der öffentlichen Verwaltung. E-Government ist zweifelsfrei schon längst zu einer Erfolgsgeschichte geworden. Allerdings ist es vor allem die Verwaltung selbst, die mit der elektronischen Abwicklung ihrer Prozesse Kosten einspart. Außerhalb, in großen wie kleinen Unternehmen und bei den Bürgern, wird oft aber der Weg des geringsten Widerstands gesucht. Die neuen Services und Möglichkeiten werden nur dann genutzt, wenn es unumgänglich scheint. Dies ist eigentlich sehr menschlich: Veränderungen werden oft mit Argwohn betrachtet. Doch müsste der Wert solcher Veränderungen zu effizienteren Prozessen allen darstellbar sein können - in positivem wie auch negativem Sinne. Hier sind einerseits positive Anreize gefordert, die den Nutzern den neuen elektronischen Weg attraktiv gestalten. Anderseits könnte ein Malus-System für Anreize sorgen, alte, gewohnte Kommunikations- und Dokumentenwege ad acta zu legen. Haben die Nutzer dann genügend Erfahrung mit E-Government, der elektronischen Signatur und anderen Services gemacht, werden sie auch alle Vorteile erkannt haben und dabei bleiben wollen.

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Biss in den sauren Apfel

Von Rainer Sigl

Seltsame Zeiten: Während Microsoft, das von fantasievollen Kritikern gern mit dem bösen Imperium aus »Star Wars« oder gar den noch böseren Borg aus »Star Trek« verglichen wurde, sowohl von europäischen Kartellrichtern als auch den nicht enden wollenden Geburtswehen von Windows Vista gebeutelt wird, erhebt sich in den letzten Jahren Apple wie ein Phönix aus der Asche. Der iPod, von der amerikanischen Zeitschrift Wired kürzlich in einer Leserumfrage gar zum wichtigsten Gadget aller Zeiten erkoren, hat sich als ultimatives Lifestyle-Accessoire durchgesetzt und zugleich den allgemeinen Umgang mit Musik für immer verändert. Mit der Umstellung der Apple-Computerhardware auf Intel-basierte Prozessoren und einer neuen Preispolitik haben sich iBooks und iMacs als virensichere, leistbare und »coole« Alternative zu Windows durchgesetzt. Und mit dem iPhone will der kalifornische Konzern nun auch den Mobilfunk-Endgerätemarkt gehörig umkrempeln. Die Chancen, dass das pünktlich zum Weihnachtsgeschäft in Europa eintreffende Handy mit Mehrwert auch den Umgang mit dem Mobiltelefon revolutionieren wird, stehen nicht so schlecht, denn Apple hat einiges, was allen Konkurrenten in den jeweiligen Branchen zu fehlen scheint: ein untrügerisches Gefühl für Design und Stil, eine Konzentration auf das Wesentliche und Funktionalität und - als wichtigstes Alleinstellungsmerkmal - eine Aura des Individualismus, die Apple in unzähligen Werbekampagnen bereits seit Jahrzehnten kultiviert.

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Nichts geht ohne Infrastruktur

»Was sind die schönsten Geschäftsprozesse ohne funktionierende IT-Infrastruktur wert?«, fragt Georg Komornyik, Managing Director S&T. »Hohe Verfügbarkeiten und niedrige Ausfallzeiten der IT sind für die meisten Unternehmen erfolgskritisch.« Der Papiererzeuger Norske Skog präsentierte mit S&T Austria an seinem Sitz in Bruck an der Mur ein innovatives IT-Projekt, das kurz vor dem erfolgreichen Abschluss steht. Die österreicher haben für das auf die Herstellung von Publikationspapier spezialisierte Unternehmen eine komplexe IT-Lösung als Basis für das Produktionssystem geplant und installiert, wodurch die Produktionsbereiche der Norske Skog nunmehr über eine hochverfügbare und desastertolerante IT-Infrastruktur verfügen und erstmals alle Einzelsysteme - insbesondere die der Produktionssteuerung und die des Hochregallagers - auf einer gemeinsamen IT-Basis laufen. Das Projektvolumen belief sich auf 380.000 Euro. Für den Betrieb ist die laufende Verfügbarkeit der Produktions- und produktionsnahen Systeme essentiell, da ein Ausfall der Systeme nach recht kurzer Zeit bereits zu einem Abschalten der Papiermaschinen und damit zu hohen Kosten führen würde. Adolf Kaiser, Leiter der E-Automation, IT in der Norske Skog Bruck GmbH: »Mit dem MES (Anm.: Manufacturing Execution Systems) Projekt wollen wir die kritischen IT-Systeme für Produktion, Qualitätswesen und Logistik auf modernen Stand bringen.«
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Menschen im Visier der Pain Gun

In Hannover wurde eine Infiltrationspistole entwickelt, um der Volkskrankheit Nummer eins zu Leibe zu rücken. Alleine in Deutschland leiden rund 65 Millionen Menschen zumindest zeitweise an Rückenschmerzen, etwa fünf Millionen Menschen haben chronische Rückenschmerzen. Eine Therapieoption zu den herkömmlichen Spritzen von Orthopäden sind minimal-invasive, CT-gestützte Eingriffe, bei denen Schmerzmittel oder Kortison direkt im Bereich des Wirbelgelenks platziert werden. Der Nachteil: Die Methoden sind entweder sehr strahlenintensiv, nicht präzise genug oder kosten- und zeitaufwändig. Besser ist es zur Pistole zu greifen. Mit \"Pain Gun\" soll eine Nadel unter Navigationskontrolle auf dem Computerbildschirm präzise eingeführt werden können. Die \"Pain Gun\" befindet sich zur Zeit in der Erprobungsphase. \"Für die Therapie chronisch rückenkranker Patienten kann die Pain Gun einen großen Fortschritt bedeuten\", betont Musa Citak, Leiter des Labors für computerassistierte Chirurgie und Robotik. \"Weil die Nadel mir sehr hoher Präzision zum Ziel geführt werden kann, ist es möglich, die Schmerzlinderung zu optimieren\". Die Methode soll 2009 zum ersten Mal am Patienten angewendet werden können.
In die Infiltrationspistole wird eine herkömmliche Spritze eingefügt. Mit dem Abzug der Pistole kann die gewünschte Menge des Medikaments direkt am Wirbelgelenk injiziert werden. Wie bei herkömmlichen Navigationssystemen wird die Position der Nadel über eine Kamera im Körper ermittelt. Die aktuelle Position kann in Echtzeit am Bildschirm beobachtet werden.
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Kunst-Nobelpreis an Herzog/de Meuron

Die japanische Auszeichnung gilt als »Nobelpreis der Künste« und wird am 16. Oktober in Tokio zum 19. Mal verliehen. Ausgezeichnet werden die Künstler »für ihre Leistungen, für den Einfluss, den sie international in der Kunst ausüben, und für ihre Bereicherung der Weltgemeinschaft«. Zu ihren bekanntesten Bauten zählen die Tate Modern in London, die Elbphilharmonie in Hamburg, die Allianz Arena in München oder das zentrale Stellwerk der Schweizer Bundesbahnen in Basel.
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