Staaten auf Sinnsuche
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- Written by Redaktion_Report
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Blitzartig pumpte die Notenbank Hunderte Milliarden in die ausgetrockneten Finanzmärkte, selbst für ein privates Pleiteinstitut wie die Investmentbank Bear Stearns übernimmt die FED wie selbstverständlich Verlustrisiken in der Höhe von etwa 29 Milliarden Dollar. Von der spukhaften Selbstheilungskraft der Märkte keine Spur. Oder doch? Erst vor wenigen Tagen blockierte Präsident Bush einen 300 Milliarden Dollar schweren Rettungsplan, den sein Repräsentantenhaus zur Sanierung privater Kreditnehmer ersonnen hat. Aber warum rettet der Staat Banken, aber durch deren tatkräftige Mithilfe in Not geratene Häuslbauer nicht? Dafür stürzen sich Hedgefonds mangels anderer Alternativen jetzt auf die Warenterminbörse in Chicago. Nicht nur, aber auch deswegen schießen die Preise für Weizen, Mais und Schweinebäuche in den Himmel - und auch die Hungerrevolten. Die Zwickmühle zwischen Privat und Staat ist längst auch in Europa zu spüren. Spektakulär war das Bittgesuch Josef Ackermanns, der den »Staat« öffentlich aufforderte, gefälligst die Banken zu retten. Ackermann hat, als Chef der Deutschen Bank und Speerspitze des freien Marktes, damit eine bemerkenswerte Kehrtwende vollzogen. Die Demutsgeste wäre freilich nicht einmal notwendig gewesen. Was sollen die Staaten in einer solchen Ausnahmesituation denn sonst tun? Die Deutschen pumpten Milliarden in ihre maroden Landesbanken, ebenso wie überraschenderweise auch die Engländer. Die Bank of England steht mit Sicherheiten von insgesamt etwa 40 Milliarden Pfund hinter dem in Nöte geratenen Baufinanzierer Northern Rock. Vergleichbare Staatsinterventionen haben in Großbritannien zuletzt vor etwa 30 Jahren stattgefunden.