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Flaschenhals Weitendorf

Die 1450-Seelen Gemeinde Weitendorf in der Steiermark bereitet den Managern der OMV Gas GmbH ziemliche Sorgen. Das Unternehmen möchte an der dort liegenden Trans Austria Gasleitung (TAG) eine Gasverdichtungsstation mit drei 25 MW Gasturbinen bauen um um die Transportkapazität der Pipeline von 41 auf 47 Milliarden Kubikmeter pro Jahr zu erhöhen. Das im April 2006 eingereichte 120-Millionen-Projekt ist laut UVP-Bescheid umweltverträglich. Das nützt der OMV aber wenig, da die Gemeinde bislang keine Zweidrittel-Mehrheit für die Flächenumwidmung zustande brachte. Dem Vernehmen nach will die Gemeinde-SPö darüber gar nicht mehr verhandeln. Weitendorf ist einer jener Orte, die vielfach unter Infastruktur leiden: Südautobahn, Koralmbahn, Hochspanngsleitung, der Regionalverkehr und ein unweit entferntes Schwerölkraftwerk der Steweag beeinflussen die Lebensqualität. Die Verzögerungen in Weitendorf seien nicht angenehm, dennoch sei man zuversichtlich eine Lösung zu finden, meint OMV-Sprecher Thomas Huemer. Man sei bereit eine Abwärmenutzung und Lärmaschutzeinrichtungen zu installieren, so der OMV-Mann.
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Wohlige Wärme

Je teurer die Primärenergie ist, desto günstiger ist die Fernwärme\", bringt Roland Pumberger, Bereichssprecher Wärme des Fachverbandes Gas Wärme, eine schlichte Formel auf den Punkt. Rund 18 Prozent der heimischen Wohnungen werden mit Fernwärme beheizt. Allein heuer steigt die Zahl der Fernwärmeanschlüsse um rund 30.000 auf 650.000. Nicht zum Schaden der Nutzer, wie die Preisentwicklung bei Gas und öl zeigt. \"Fernwärme ist auch die günstigste Form, CO2-Emissionen zu reduzieren\", ergänzt der stellvertretende Obmann des Verbandes und Geschäftsführer der Fernwärme Wien Franz Schindelar. Er beziffert die Kosten pro Tonne CO2-Reduktion mit 25 Euro, da etwa mit der Kraft-Wärme-Koppelung besondere Energieeffizienz gegeben sei. Rund 45 % der gesamten Fernwärme österreichs wird in Wien produziert und verbraucht. Der Fernwärmeanteil beträgt aufgrund der guten Position von Gas etwa 36 Prozent. In Linz sind es 60 Prozent. Der große Hemmschuh für mehr Fernwärme liegt nach Ansicht des Verbandes in den hohen Kosten des Netzausbaus. Besonders dort, wo bestehende noch funktionierende Heizsysteme ersetzt werden sollen, tut die die Fernwärme schwer. Weshalb man auf eine Förderung hofft, wie sie zuletzt vom abgehenden SP-Energiesprecher Kurt Eder gefordert wird. Danach sollten 60 Millionen Euro pro Jahr als Netzförderung locker gemacht werden. Denkbar ist nicht nur die Umrüstung alter ölfeuerungen, sondern auch von Gasanlagen. \"Der Klimaschutz erfordert das\", meint Schindelar. Sein Unternehmen möchte neben der Verdichtung des Netzes mit dem Ausbau der Geothermie und der Fernkälte neue Akzente setzen.
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Neuer Sales Manager

Johannes Kamleitner unterstützt das INGRAM MICRO SMB Team mit Know-how und langjähriger Erfahrung in der Kundenbetreuung. Für die neue Position hat sich der Niederösterreicher die Latte hoch gelegt: \"Wir möchten unser sehr gutes Servicelevel weiter anheben, um unsere Fachhandelspartner noch besser unterstützen zu können. Mit zusätzlichen Ressourcen und Programmen verstärken wir die Nähe zu den Kunden.\"

\"KMU Betriebe haben es im daily Business besonders schwer, gegen den Mitbewerb großer Systemhäuser zu bestehen. INGRAM MICRO unterstützt auch die kleineren Teamplayer mit Top-Angeboten und optimalen Services, zum Beispiel gibt es bei uns keinen Mindestmengenzuschlag bei Bestellungen\", sagt Erich Bernscherer, Geschäftsführer INGRAM MICRO CEE.

Die Services für den SMB Bereich werden kontinuierlich ausgebaut - kein Wunder, dass Fachhandelspartner aus diesem Marktsegment auf INGRAM MICRO zählen. Mit Johannes Kamleitner steht ab sofort ein Vertriebsprofi für die Kunden zur Verfügung, der für jedes Anliegen eine maßgeschneiderte Lösung findet.

Der Niederösterreicher ist bereits ein alter Hase in der IT Branche: Nach der AHS-Matura mit Schwerpunkt Informatik widmete sich Johannes Kamleitner mit vollem Elan der EDV-Karriere. In den vergangenen Jahren sammelte er bei namhaften IT Unternehmen Erfahrungen im Verkauf und entwickelte sich so bis zum Vertriebsleiter für Klein- und Mittelunternehmen. Daneben absolvierte der IT-Fachmann Workshops und Schulungen zu Management, Kommunikation und Marketing. Seine Freizeit verbringt Johannes Kamleiter am liebsten mit Frau und Familie. Wenn es die Zeit erlaubt, entspannt der Niederösterreicher beim Angeln.

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Alles paletti

Beton eingefüllt, Problem erledigt, alles paletti: Zumindest aus Sicht der niederösterreichischen Gemeinde Maria Enzersdorf ist die Sanierung der Marienhöhe abgeschlossen. Wie der Bau & Immobilien Report im Juni (6/2007, Seite 32 - \"Loch auf, Loch zu“) berichtet hat, steht diese Wohnsiedlung im Grenzgebiet zwischen Maria Enzersdorf und Gießhübl auf einem ehemaligen Gipsabbaustollen, der in Kombination mit dem gipshaltigen, vom Regenwasser unterwaschenen Boden seit den neunziger Jahren für Setzungen und Bauschäden an den Häusern verantwortlich ist. Dieser in Vergessenheit geratene - oder nach Ansicht mancher Betroffener verschwiegene - Hohlraum wurde nun nach zwei Jahre langem Streit zwischen Anrainer, Gemeinde und Land im Herbst mit Beton verfüllt.
Für die Bewohner der Wohnsiedlung ist die Sache damit aber noch keineswegs erledigt. Denn dass auf einem solchen Untergrund jahrzehntelang Baugenehmigungen für Wohnsiedlungen erteilt worden waren, lässt zwei Fragen weiter im Raum stehen: Wer kommt für die an den Häusern entstandenen Bauschäden auf, und wer übernimmt die Kosten, die den Bewohner entstanden sind, weil sie im Jahr 1973 auf Geheiß der Gemeinde ihr Regenwasser, das früher in den kalkhaltigen Untergrund versickerte und zu den Auswaschungen beitrug, in den Kanal leiten mussten? Das Land Niederösterreich hat für solche Fälle zwar einen Amtshaftungsfonds, der zahlt aber nur, wenn schuldhaftes Verhalten einer Gemeinde nachgewiesen werden kann.
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Auf dem Prüfstand

Die Bedeutung einer exzellenten Infrastruktur für die Qualität von Wirtschaftsstandorten nimmt angesichts des internationalen Wettbewerbs immer mehr zu, bestätigt auch der jüngste Future Business Austria Infrastrukturreport. Doch hat sich die Einschätzung der Manager zu den Infrastrukturbereichen Straße, Schiene, Post und Breitband tendenziell verschlechtert. »Die Manager sehen den Wettbewerb um bestmögliche Infrastrukturbedingungen in österreich aktuell nicht angemessen bewältigt.« Der Standortfaktor Infrastruktur verdiene eine klare Konzeption. Was heute fehlt, ist aber eine Infrastrukturpolitik aus einem Guss. Notwendig sei nun ein Gesamtkonzept für die Infrastruktur, das auch entsprechende Gewichtungen bei den Investitionen setzt. Die Bewertung der aktuellen Infrastrukturpolitik fällt sehr kritisch aus: 82 Prozent bezeichnen sie als »Stückwerk«, während nur 13 Prozent eine koordinierte Politik erkennen können. Die Planung von Infrastrukturvorhaben wird generell als zu kurzfristig erachtet. Infrastruktur darf nicht der zeitlichen Logik von Legislaturperioden unterstehen, wünschen sich Manager und Experten.
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Alte, neue Welt

Im klassischen Geschäftsleben weisen sich die Teilnehmer durch amtliche Lichtbilddokumente aus, in der digitalen Kommunikation tun sie dies nun durch Zertifikate. Ein »Trust Center« wie a.trust bescheinigt in elektronischen Prozessen die jeweilige Identität des Kommunikationspartners. Unter der Moderation von Christian Rupp, Digitales österreich, diskutierten am »a.trust infoday 2007« Branchenexperten über die Wirtschaftlichkeit der elektronischen Signatur und wie man die Nutzer dazu bringt, elektronisch zu unterschrieben. Die Protagonisten der »Plauderei«: Marvin Behrendt, Geschäftsführer des Softwarehauses aforms2web, Raiffeisen-Informatik-Prokurist Adolf Formanek, Wolfgang Heufler, Rechtsanwaltskammer und Geschäftsführer Archivium Dokumentenarchiv, Reinhard Posch, CIO der Bundesregierung, Eduard Schebesta, Geschäftsführer des Lösungsanbieters HCS, sowie Martin Schneider, Leiter der Rechts­informatikabteilung im Bundesministerium für Justiz.

Christian Rupp: aforms2web stellt Onlineformulare mit digitaler Signatur zu Verfügung. Wie sehr sind die Kunden mit diesen Services zufrieden?
Marvin Behrendt: Dank der vielen Komponenten, die wir in diesem Zusammenhang bieten, ist die digitale Signatur in Wahrheit kostenlos für die öffentliche Hand. Aufseiten des Bürgers aber bedarf es noch einiger Anstrengung, um signieren zu können. Ich denke, eine Wirtschaftlichkeit der digitalen Signatur kann nur durch hohe Nutzungszahlen erreicht werden. Die Nutzungszahlen aber gerade auf Bürgerseite sind noch unbefriedigend. Ich kann also keine Aussage treffen, ob die Endkonsumenten mit der digitalen Signatur zufrieden sind. Es muss zuerst noch eine ganze Menge getan werden, damit das Thema Signatur überhaupt angenommen wird.Es gibt sehr viele Angebote, doch sieht die Praxis oft völlig anders aus. So werden in österreich jährlich rund 17.000 Anträge für Studienbeihilfe gestellt. Von diesen 17.000, die meist tatsächlich auch elektronisch abgerufen werden, wurden im letzten Jahr gerade einmal 17 mit digitaler Signatur unterschrieben - und dies in einer Community, die eigentlich technophil sein sollte. Für die Branche bedeutet dies, weiterhin duale Lösungen anbieten zu müssen. Wir müssen die alte Welt unterstützen und in der neuen Welt parallel agieren.

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Schnelles, mobiles Arbeiten

Dem klassischen Notebook fehlt naturgemäß ein Zahlenblock rechts auf der Tastatur. Wer sich gewohnt ist, wie auf Desktop-Maschinen Zahlen schnell einzugeben oder zu bearbeiten, wird den Zahlenblock auf dem Notebook sehr schnell vermissen. Die Lösung kommt jetzt als Set von ARP: Ein externes Keypad mit Taschenrechnerfunktionen und LC-Display - zusammen mit einer kompakten, optischen Reisemaus.

Das Combo-Set arbeitet kabellos, was unterwegs besonders praktisch ist. Ein USB-Dongle sorgt für die Funkverbindung zwischen Notebook, Maus und Keypad auf eine Distanz von bis zu einem Meter. Plug & Play: Für die Installation sind keinerlei Treiber erforderlich. Maus und Keypad beziehen ihre Energie via USB-Ladekabel, das im Lieferumfang enthalten ist.

Die umfangreichen Funktionen des Combo-Sets für Notebooks erleichtern die Arbeit unterwegs. Mit acht Hot Keys lassen sich wichtige Funktionen direkt aufrufen. Die kabellose, optische Maus für Notebooks mit \"FastRF\"-Technologie (Fast Radio Frequency) bietet blitzschnelle Reaktion. ARP liefert das schwarze Combo-Set inkl. USB-Dongle und USB-Ladekabel für rund 30 Euro.

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Kompetenz zertifiziert

Als weltweit erstes Unternehmen hat T-Systems das neue Zertifikat zum globalen SAP Application Management Services Provider von SAP erhalten. Für die weltweite Zertifizierung hat SAP die T-Systems-Standorte Deutschland, Indien und Mexiko geprüft. Damit erhalten international expandierende Unternehmen den objektiven Nachweis, dass T-Systems weltweit Application Management Services in der gleichen, hohen Qualität liefert. Dies gilt insbesondere für die Branchen Automotive, Fertigungsindustrie und Telekommunikation, in denen SAP Software stark verbreitet ist.

Zu den AMS-Leistungen zählen beispielsweise die Anwender-Unterstützung, die Störungsbearbeitung sowie das Warten und Weiterentwickeln von SAP Applikationen. Zudem setzt T-Systems eigene Methoden ein, um jedem Kunden maßgeschneiderte Dienstleistungen anzubieten. Alle Application-Management-Services von T-Systems basieren auf dem international verbreiteten ITIL-Standard für IT-Service-Management.

Umfassende Partnerschaft mit SAP. Das SAP Application Management Services Zertifikat ergänzt eine Reihe von Auszeichnungen, die SAP im Laufe dieses Jahres bereits an T-Systems vergeben hat: Dazu zählen das ebenfalls im November erneuerte Zertifikat Global SAP Partner Hosting“ und der \"Pinnacle Award“ in der Kategorie \"Outsourcing - Hosting“. Darüber hinaus bescheinigen vier neue Zertifikate die besondere Expertise im Umgang mit Enterprise service-orientierten Architekturen (Enterprise SOA; das sind im Einzelnen SAP NetWeaver Portal, SAP Interactive Forms by Adobe, SAP NetWeaver Master Data Management und SAP NetWeaver Process Integration. Zwei weitere neue Gütesiegel erhielt die Geschäftssparte-Tochter der Telekom als Special Expertise Partner der SAP Deutschland für die Bereiche SAP NetWeaver Business Intelligence und SAP Supplier Relationship Management).

Weitere Special-Expertise-Partnerschaften bestehen für SAP Customer Relationship Management und SAP for Automotive. T-Systems ist einer der größten SAP-Dienstleister in Deutschland. Mehr als 3.000 SAP-Experten betreiben und überwachen ausgelagerte SAP-Systeme von Unternehmen und betreuen über eine Million SAP-Anwender in mehr als 20 Ländern.

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Impulse aus Nottingham

Den meisten ist die Gegend um Nottingham als Heimat von Robin Hood ein Begriff, ältere Semester können sich vielleicht an die Glanzzeiten von Nottingham Forrest im Fußball-Europacup erinnern. Heute ist Nottingham eine typische englische Industriestadt, die zum Sprung ins 21. Jahrhundert ansetzt. Der produzierende Sektor macht der Dienstleistung Platz und die Produktionshallen werden durch Forschungslabore ersetzt. Vor allem in der biotechnologischen und medizinischen Forschung nehmen die East Midlands eine Vorreiterrolle in Großbritannien ein. Diese Position soll mit dem im September eröffneten Wolfson Centre für Stammzellenforschung und regenerative Medizin, kurz STEM, an der Universität Nottingham weiter gefestigt werden.
Mehr als 300 Forscher aus aller Welt sollen sich interdisziplinär den Herausforderungen des Gesundheitsbereichs stellen. Dass die Wahl auf Nottingham fiel, ist kein Zufall. Neben einer optimalen Infrastruktur und einer zentralen, verkehrsgünstigen Lage zeichnen sich Englands East Midlands durch einschlägige Forschungseinrichtungen und eine gelebte Kooperation zwischen Forschung und Wirtschaft aus. \"Auch immer mehr Biotechnologie-Ideenschmieden aus dem deutschsprachigen Raum sehen ihre Zukunft in der Region um Nottingham“, ist David Scrimgeour, Repräsentant der East Midlands Development Agency (EMDA) in Deutschland, österreich und der Schweiz, überzeugt. Viel versprechende Ergebnisse können die Wissenschaftler der Universität Nottingham in der Gehirntumorforschung vorweisen: Ein System für gezielte Wirkstofffreisetzung mit Nanopartikeln zur Behandlung von Gehirntumoren wurde an einem neuen, dreidimensionalen Zellkulturenmodell getestet. Dabei konnten die Wissenschaftler eine erfolgversprechende selektive Wirkstoffaufnahme der Tumorzellen nachweisen. Der Nachweis gilt als Durchbruch in der Tumorforschung. Ebenfalls in Nottingham haben Forscher der Universität in Zusammenarbeit mit europäischen und US-amerikanischen Partnern monoklonale Hepatitis C- Antikörper gefunden. Diese Entdeckung könnte den entscheidenden Meilenstein in der Entwicklung eines Impfstoffes gegen Hepatitis C bedeuten.
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Smarter Ausblick

Von Alfred Bankhamer

Report: Die Strommarktliberalisierung, Energieeffizienzaktionspläne und neue EU-Direktiven haben den Smart-Metering-Initiativen Aufschwung gegeben. Was will die 2006 gegründete Smart Energy Alliance (SEA) bewirken?
Doug Houseman: Die SEA arbeitet eigentlich schon seit 2003 hinter verschlossenen Türen zusammen. Nicht um ganze Lösungen zu bieten, sondern um uns in Teilbereichen zu helfen. Anfang 2006 gab es die ersten offiziellen Ankündigungen.

War die Idee dahinter, eine neue, gemeinsame Lösung gegenüber dem Wettbewerb zu entwickeln?
Es ging nicht so stark um den Wettbewerb gegenüber anderen. Wir kamen 2002 in Kontakt mit der Organisation CEA Technologies Inc., einer R&D-Organisation, zu der viele Stromproduzenten gehören. Wir wurden gefragt, ob wir einen Ausblick auf das Jahr 2025 machen könnten, um die technischen änderungen im Netz darzustellen. Bei der Arbeit an diesem Report im Jahr 2003 wurde uns klar, dass kein Unternehmen eine vollständige Vision hat.

Das hat sich nun geändert?
Wenn man sechs Unternehmen in einem Raum bringt, um zusammenzuarbeiten, kann eine viel klarere Vision erstellt werden, wie die Welt 2025 aussehen könnte. Es wurden vier Reports im Rahmen des Projekts »CEATI Distribution Utility Technology Roadmap 2025« verfasst, der letzte erschien erst gestern. Nun haben wir auf Tausenden Seiten Einschätzungen darüber, welche Technologien bis 2025 kommen, wie sie finanziert werden, welche Auswirkungen die Technologien haben, welche Infrastrukturen - auch im Kommunikationsbereich - dafür notwendig sind und welche Auswirkungen auf die Berufsgruppen im Netzbereich zu erwarten sind.

Nun bietet die SEA Produkte und Lösungen zu Smart Metering, Forecasting, Distribution SCADA und IP to the Field an?
Heute gibt es sehr viele Einzelprodukte, aber kaum umfassende Lösungen. Wenn man sich hier auf der Messe umsieht, sieht man Stücke. Die Anbieter fragen: Welche Produkte brauchen Sie? Wir machen eine Lösung daraus. Die SEA sagt: Warum viele Einzelteile besorgen und jemanden suchen, der sie zusammenfügt, wenn es gesamte, erprobte Lösungen gibt? Damit spart man auch Geld.

Und diese Lösungen sind schon gut angenommen worden?
Wir haben 21 angekündigte Smart Metering Solutions. Eine andere ist beispielsweise der Intelligence Line Truck. Wenn man Generation-X-Service-Leute im Feld hat, die nicht Handbücher und Zeichnungen studieren wollen, sondern lieber mit Video und Handhelds arbeiten, kommen wir mit dem Truck, der für die Generation X bereit ist.

Gibt es Projekte in österreich?
Derzeit gibt es keine, aber wir sprechen gerade mit einigen Energieversorgern. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

überall wird derzeit über Klimawandel und Energieeffizienz gesprochen. Was bringt Smart Metering?
Die Diskussionen über Energieeffizienz und Klimawandel waren ein wichtiger Punkt, warum wir zusammengekommen sind. Ein Ziel ist, die Netzverluste zu reduzieren. Man kann sie sicher nicht auf Null reduzieren - außer bei Supraleitern. Die meisten Netze haben die zwei-, drei-, vier-, bis zu fünffachen Verluste von dem, was physikalisch möglich wäre. Mit dem Alter der Infrastruktur werden die Verluste höher. Man kann aber nicht laufend alle Stromleitungen prüfen. Das passiert normalerweise alle sechs bis acht Jahre.Ein Teil der Lösung ist es, den Leuten zu helfen, zu verstehen, warum ein nicht erwarteter Spannungsabfall eintritt, wo genau Stromverluste auftreten, etc. Vor allem ist es nun möglich, die Schwachstellen zu lokalisieren.

Hilft Smart Metering auch bei der intelligenteren Nutzung von Energie?
Absolut. Auch bei intelligenten, verteilten Ressourcen. Wenn man beispielsweise eine Combined Heat and Power Anlage (CHP) in der Garage stehen hat, ist es in den meisten Teilen Europas sehr schwierig, sie ans Netz zu schließen. Ein Bekannter hatte sich eine CHP in die Garage gestellt und die Energiegesellschaft hat zugesichert, sie ans Netz zu schließen. Es benötigte 14 Termine und drei Monate, um das Gerät anzuschließen. Und der Elektrizitätsversorger weiß bis heute nicht, ob die CHP arbeitet oder nicht. Das Problem war - und dies gilt fast für alle Netze -, dass ein Schutzmechanismus nahe der CHP den Fluss des Stroms in die Gegenrichtung verhindert hat.

Wie sieht es mit Modellen aus, die den Spitzenverbrauch durch gestaffelte Tarife reduzieren wollen?
Wenn man auf einer Straße fährt, auf der einmal 40 km/h vorgeschrieben sind und dann wieder einmal 25 km/h, bremsen Sie jedesmal auf 25 km/h runter? Im Stromgeschäft verhält es sich wie bei Strafen für Geschwindigkeitsübertretungen. Mit höheren Tarifen zur Spitzenzeit erreicht man nur geringe Einsparungen.

Was ist die Alternative?
Weit besser funktioniert die direkte Lastkontrolle. Hier gebe ich dem Hauseigner etwas Geld und installiere einige Geräte im Haus. Ich versuche mein Bestes und lerne etwas über das Verbrauchsverhalten. So kann man beispielsweise den Fernseher in der Nacht abschalten, etc. Der Standby-Verbrauch der meisten Geräte ist noch sehr hoch. Diese Methode ist weit effektiver.

Im Industriebereich ist direkte Lastkontrolle schon länger ein Thema. Kommt es aber nicht teuer, diese Geräte direkt im Haushalt zu installieren?
Im Durchschnitt kostet die Installation den Energieversorgern heute rund 100 bis 200 Euro pro Haushalt. Wenn man die Einsparungen betrachtet, die durch die Vermeidung von Spitzenlast möglich ist, rechnet es sich sehr schnell.

Wie sieht es mit den Erneuerbaren wie Windenergie aus, die meist unstete Energielieferanten sind?
Da arbeiten wir im Moment gerade an einem Projekt. Wir nützen dazu ein Windprognoseverfahren, ähnlich dem, das bei Flughäfen im Einsatz ist, um änderungen sehr schnell zeitlich bei Windfarmen feststellen zu können. Das hilft aber nichts, wenn man nicht die Last kontrollieren kann. Falls eine direkte Lastkontrolle installiert ist, kann man beispielsweise entscheiden, ob der Geschirrspüler ein- oder ausgeschaltet wird. Wir können derzeit die Windverhältnisse schon zwei Minuten und zehn Sekunden zuvor sehr genau vorhersagen.

Zur Person:
Doug Houseman ist Vizepräsident der Smart Energy Alliance (SEA), die Unternehmen wie Capgemini, Cisco, GE Energy, Hewlett Packard, Intel und Oracle vereint und seit kurzem Smart-Metering- und Forecasting-Lösung anbietet, die für die Zukunft der Stromnetze prägend sein werden.

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