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Archiv (11315)

Mit der Natur heilen

Maden-, Krill- und Phagentherapien haben zwei Dinge gemeinsam: Sie sind erstens in der Wundheilung wirksam und zweitens relativ unangenehm in der Anwendung. Um den zweiten Punkt kümmern sich seit einiger Zeit die Hohensteiner Institute, ein internationales Forschungs- und Dienstleistungszentrum in Sachen Textilien. Dort wird versucht, die für die wundheilungsfördernden Eigenschaften verantwortlichen chemischen Stoffe der Maden zu isolieren und an textile Träger zu koppeln. Mit dieser Vorgehensweise soll gewährleistet sein, dass sich das heilende Madensekret zeitlich gestaffelt in der Wunde auflöst und kontrolliert freigesetzt wird. Damit können die heilenden Madeneigenschaften genutzt werden, ohne sich ihrem wenig erbaulichen Anblick aussetzen zu müssen.Entscheidende Voraussetzungen zur Entwicklung dieser Medizintextilien sind einerseits textile Depotstrukturen, um die biotherapeutischen Wirkstoffe aufzunehmen. Neben ersten Prototypen von Käfigmolekülen wie Cyclodextrinen oder Dendrimeren stehen der textilen Welt heute viel versprechende Technologien wie zum Beispiel moderne Polymerbeschichtungen, die Nanotechnologie oder die Mikrosystemtechnik zur Verfügung.

Hintergrund: Krill und Phagen
In den letzten Jahren ist auch die Krill-Therapie stärker ins Bewusstsein der Forscher gerückt. Als Vorbild dienen norwegische Fischer, die zur Schürfwundentherapie traditionell frischen Meeres-Krill einsetzen. Der Verdauungstrakt dieser Lebewesen enthält hochpotente Enzyme mit wenig selektiver enzymatischer Spezifität, die erstaunliche Erfolge im Bereich der Wundheilungen erbringen.
Bei der Phagen-Therapie greifen bestimmte Bakteriophagen selektiv Bakterien an. Dies kann eine sinnvolle Therapie gegen Bakterienstämme, die eine Resistenz gegen Antibiotika entwickelt haben, sein. Im Gegensatz zu Antibiotika sind Phagen ein natürlich vorkommender antimikrobieller Organismus. Angedacht ist es, mit Phagen ausgerüstete antibakterielle innovative Medizintextilien herzustellen.

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Energieverbrauch

Bis 2030 müssten weltweit 14.000 Milliarden Euro in die Produktions- und Förderkapazitäten für öl und Gas gepumpt werden, um die weltweit steigende Energienachfrage abzudecken. Das geht aus dem World Energy Outlook hervor, der kürzlich von der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris präsentiert wurde. Darin geht man von einem Energiebedarfsplus von fünfzig Prozent bis zum Jahr 2030 aus. Die Bedeutung der Vorräte an öl und Gas im Mittleren Osten und Nordafrika wird deutlich steigen. Entscheidend wird, ob diese Region ausreichend in die Exploration investiert. Ab 2020, so der Bericht, wird Gas in dieser Region das öl als Hauptenergieträger ablösen. Damit sollten Reserven für den Export frei werden, was die Experten der IEA wiederum zur Feststellung verleitet, dass die erhöhte Nachfrage zu keinem Energieengpass führen wird. Steigt der Verbrauch von Energie weiterhin an, wird der Austoß an Kohlendioxid in den kommenden 25 Jahren um 52 Prozent ansteigen. Die von der IEA prognostizierte Preisentwicklung spricht dafür. Wenn verstärkt in Raffinerien in die Produktion investiert wird, sollte sich der ölpreis in den nächsten fünf Jahren auf 35 Dollar pro Fass (159 Liter) einpendeln. Für 2030 veranschlagt die IEA 39 Dollar.
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Fernwärme förderungs forderung

Fernwärme ist die Wasserkraft der Städte«, sagt Roland Pumberger, Energie AG-Vorstandsdirektor für den Bereich Fernwärme. Gemeint ist damit die relativ geringe Umweltbelastung, die von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen ausgeht. »Würde pro Jahr ein Prozent des Raumwärmebedarfs mehr durch Fernwärme abgedeckt, könnten wir jährlich 540.000 CO2 einsparen«, erklärt Franz Schindelar, Chef der Fernwärme Wien. Genau das will der Verband Gas Wärme erreichen und fordert zu diesem Zweck 150 Millionen Fördergeld pro Jahr. Damit sollen Hauseigentümer zum Umstieg auf Fernwärme bewegt werden, die im Moment noch mit öl oder Gas heizen. »Die Klimastrategie braucht einen Schwenk, wir liegen derzeit 25 Prozent über der Kiotozielvereinbarung«, argumentiert er. Aus der Evaluierung der Klimastrategie der Jahre 2000 bis 2003 ergebe sich eindeutig, dass der Ausbau von Fernwärme-KWK und BHKW die wirksamste Maßnahme zur Senkung der CO2-Emissionen war. Das CO2-Senkungspotenzial durch Fernwärme ist laut Wifo-Studie enorm. 28.000 Gigawattstunden Wärme könnten theoretisch auf diese Art der Raumwärmeerzeugung umgestellt werden. Im Jahr 2004 waren 575.000 Wohnungen durch Nah- und Fernwärmenetze versorgt, 1990 waren es gerade 226.000. Die Fernwärmekunden sind von den kräftigen Energiepreissteigerungen der jüngeren Vergangenheit deutlich weniger betroffen als jene, die öl und Gas verfeuern. Die Erzeugung einer Megawattstunde Wärme erfordert lediglich 38 m3 Gas, da bei der Erzeugung von einem MW Strom fünf MW Wärme entstehen. Nicht nutzen können diesen Effekt Müllverbrennungsanlagen in der Peripherie, wie Dürnrohr und Arnoldstein.
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Ehrenvoll prämiert

Der diesjährige Energy Globe Austria ging an das burgenländische Projekt »Energieautarke Stadt Güssing« - ein Paradebeispiel des Europäischen Zentrums für Erneuerbare Energien Güssing GmbH für eine nachhaltige Stadtentwicklung, bei der das ambitionierte Ziel, zu hundert Prozent energieautark zu werden, bravourös mit einem Bündel von Maßnahmen gemeistert wurde. Der Kategoriensieg Wasser ging an die Gemeinde Hörbranz. Sie errichtete 2004 im Zuge einer teilweisen Neuverlegung einer Quelltransportleitung ein Trinkwasser-Kleinkraftwerk. Es wurde eine Druckleitung errichtet und der Wasserdruck betreibt über eine Turbine einen Generator, der 620.000 kWh Strom pro Jahr produziert. Das ist mehr als die Gemeinde für die gemeindeeigenen Gebäude und Straßenbeleuchtung verbraucht.
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Initiative Biokunststoffe

Präsentiert wurde die Initiative von Landeshauptmannstellvertreter Ernest Gabmann und Landesrat Josef Plank Für Gabmann verfolgt \"N packts\" das Ziel, den neu entstehenden internationalen Markt von Biokunststoffen für Niederösterreich zu nutzen. Im Zusammenhang mit biogenen Kunststoffen zeige sich gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen ein großes Potenzial für künftige Geschäftsaktivitäten. Auf dem Weg nach vorne brauche das Land innovative Produktideen und ein enges Zusammenwirken von Wissenschaft, Industrie, Wirtschaft und Ausbildungseinrichtungen.

Plank würdigte das Engagement und die Forschungserfolge der vielen heimischen Betriebe, die im Bereich der Entwicklung neuer Biokunststoffe aktiv sind. Zudem schlage Niederösterreich mit \"N packt´s\" eine wichtige Brücke zwischen Landwirtschaft, Handel, Abfallwirtschaft und Industrie. Niederösterreich habe sich in den letzten Jahren mit den Technopolen in Krems, Wiener Neustadt und Tulln voll Selbstbewusstsein neuen Bereichen in der Forschung gewidmet.

Im Zuge von \"N packt´s\" ist unter anderem eine Potenzialanalyse vorgesehen, um die wesentlichen Produktionsmöglichkeiten und Rohstoffpotenziale zu ermitteln. Dabei geht es um die Einbeziehung der gesamten Prozesskette, von den Rohstoffen aus der landwirtschaftlichen Produktion über die Erzeugung der Grundstoffe bis hin zur Kunststoffherstellung und seiner Verarbeitung. Weiters möchte das Land den heimischen Handel bei seinen Aktivitäten in Sachen Biokunststoffe unterstützen.

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Vergaberecht im Eilverfahren

In Deutschland wird die EU-Richtlinie 2004/18/EG, in der die Bau-, Liefer- und Dienstleistungen zusammengefasst sind, aller Voraussicht nach nicht zeitgerecht in nationales Recht umgesetzt. Will österreich nicht diesem Beispiel folgen, ist Tempo angesagt. Weil das bestehende Bundesvergabegesetz im Verfassungsrang steht, laufen derzeit die Gespräche zwischen den Ländern und dem Bund, um die Einstimmigkeit zur vorliegenden Regierungsvorlage zu bekommen. Wegen der EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2006 sollte die Agenda noch im Dezember im Ministerrat verabschiedet werden. Im Jänner haben die politischen Akteure andere Prioritäten.
Damit dieser Zeitplan eingehalten werden kann, müssen noch manche der Beteiligten überzeugt werden, dass die Erweiterung des Vergabegesetzes von 200 auf 363 Paragrafen sowohl für Auftraggeber als auch für Auftragnehmer Vorteile bringt. Ziel der Reform ist es, die EU-Richtlinie umzusetzen und zugleich legistische Schwächen auszumerzen und organisatorische änderungen vorzunehmen.
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Großes Baggern

Kurz vor dem Startschuss für den umstrittenen Ausbau der Donau hat sich der Bund jetzt von seinen Wasserbauschiffen und -baggern getrennt. Gekauft hat den Großteil des Equipments, nämlich 24 Schiffe, das Transport- und Bauunternehmen Felbermayr mit Sitz in Wels. Der Erlös für den Bund beträgt rund vier Millionen Euro. Felbermayr will die Schiffe für Transporte und Bauaktivitäten nutzen, wie Firmenchef Horst Felbermayr erklärt. Nun könnte man auf den ersten Blick meinen, Felbermayr hat beste Chancen, den Kaufpreis bald wieder einzufahren. Demnächst soll möglicherweise ein 200-Millionen-Projekt an der Donau östlich von Wien zur Ausschreibung gelangen. »So sicher ist das noch nicht«, kommentiert Wolfram Mosser-Brandner, Geschäftsführer der Firma Wasserbau Brandner, die seit mehreren Generationen auf dem Wasser zu Hause ist. Er hat im Herbst 1993 einen Teil der jetzt von Felbermayr erworbenen Gerätschaft an den Bund verkauft und kennt die Kähne. »Die Geräte sind nicht mehr Stand der Technik«, urteilt Mosser-Brandner, der zu Beginn des Bieterverfahrens ebenfalls mit an Bord war. Aus seiner Sicht war die Gerätschaft zu teuer. Trotzdem ist er froh, nun einen privaten Mitbewerber zu bekommen. »Früher wurde seitens der Bundesgesellschaft zu Dumpingpreisen auf Drittmärkten angeboten«, klagt er. Jetzt sei mit Felbermayer wenigstens ein Privater am Zug, der erst beweisen muss, dass er das zu Wege bringt, was das Familienunternehmen Brandner seit rund 200 Jahren zu Wasserwege schafft. Mosser-Brandner hat da seine Zweifel, weil beim Wasserbau neben dem Gerät auch das Personal viel zählt. Angst davor, dass Felbermayr nun bei Brandners Mitarbeitern anklopfen könnte, hat Mosser-Brandner nicht. »Wir haben eine hohe Mitarbeiterbindung, unsere Kapitäne gehen bei uns in Pension«, erklärt er. Die vergangenen eineinhalb Jahre waren für den Wasserbau, wie Brandner ihn betreibt, eine Durststrecke. »Wir hatten gar keine Arbeit«, sagt Mosser-Brandner, der auch als Fachverbandsobmann Schifffahrt in der Wirtschaftskammer fungiert und verweist darauf, dass der Bund alles in allem pro Jahr lediglich rund zwei Millionen Euro für die Erhaltung der Wasserstraßen ausgibt. Selbst wenn die Eintiefung der Fahrrinne unterhalb des Kraftwerks Freudenau komme, sei der Plan dazu ein langfristiger, der den 200-Millionen-Auftrag auf zehn oder fünfzehn Jahre verteilt. Und es sei lange nicht gesagt, dass die Arbeiten von heimischen Firmen erledigt werden. Slowakische und ungarische Firmen könnten ebenfalls mitbieten. Zudem beginnen sich die deutschen Mitbewerber verstärkt für die Donau in österreich zu interessieren. Konkret sind das der mittelständische Wasserbauer Domarin aus dem bayrischen Vilshofen und die Firma Reinhold Meister GmbH mit Hauptsitz in Deggendorf. Letztere hat soeben den ehemaligen Donautechnik-Standort Ybbs erworben und will sein österreich-Engagement verstärken.
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Den Pflegekräften zu Liebe

Mitunter ist die Architektur eines in die Jahre gekommenen Krankenhauses nicht unbedingt das, was in Hinsicht auf Krankentransporte als durchdacht und praktikabel bezeichnen könnte. In Maßarbeit müssen Pflegekräfte Patienten an den unterschiedlichsten Hindernissen und durch schmale Gänge manövrieren, in verschiedene Abteilungen auf unterschiedlichen Etagen. Das kostet Zeit und Geld. Mit dem von Maquet auf der internationalen Medizinmesse MEDICA präsentierten Magnus-System soll dieser personalintensive Patienten-Transport in Zukunft der Vergangenheit angehören. Magnus ist ein OP-Tischsystem, das zudem die Möglichkeit eröffnet, Patienten von der Station bis in den OP zu fahren. Die OP-Lagerfläche wird hierzu als Sitz- und Liegefläche während des Transports eingesetzt. Optische Anleihen nimmt das System an einem erfolgreichen Modell der Vergangenheit. Die großzügig dimensionierten Räder ermöglichen es einer einzigen Pflegekraft, über etwaigen Unebenheiten zu fahren und das Transportsystem auf engstem Raum zu manövrieren.
Im OP angekommen kann die OP-Lagerfläche vom Transporter auf die OP-Tischsäule übernommen werden. Ein mehrfaches und häufig riskantes Umbetten des Patienten kann so vermieden und die Operation unverzüglich begonnen werden.
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Raubkatze mit neuem Fell

Auf der einen Seite die Traditionalisten, die bei jedem neuen Modell der guten alten Zeit nachtrauern, als ein Jaguar noch auf den ersten Blick als solcher erkannt wurde. Auf der anderen Seite diejenigen, die in einem Jaguar nicht in erster Linie den Mythos sondern ein schönes Auto sehen, das Kraft und Eleganz erfolgreich in sich vereint. Für sie spiegeln die neuen Modelle den Fortschritt in Design und Technologie wieder.
Auch die neue XK Serie bietet einiges an Diskussionsstoff: Das äußere Erscheinungsbild ist relativ konservativ angelegt. Keine Spur von unverwechselbaren Merkmalen oder gewagten Designansätzen. Die Gründe für diese Entwicklung sind laut Jaguar unter anderem in den modernen Sicherheitsauflagen zu suchen, die nur einen geringen Designspielraum erlauben.
Die Highlights des XK sind auffallende Seitenschweller, ein tief liegendes Maul und die Aluminium-Leichtbau-Karosserie, die für eine agile Fahrdynamik sorgen soll. Beim XK ist die Schönheit sprichwörtlich im Inneren verpackt. Neben einem 298 PS starken Saugmotor mit 411 Newtonmeter, der die Raubkatze in stattlichen 6,4 Sekunden von null auf hundert treibt, verweist man bei Jaguar auf modernste Technologie, die hervorragende Fahreigenschaften garantieren soll und die Raubkatze dank adaptiver Fahrwerksregelung und dynamischer Stabilitätskontrolle auch bei widrigsten Verhältnissen fest in der Spur halten soll. Für Füßgänger besonders erfreulich ist das Fußgänger-Schutzsystem PDBS, das bei einem Unfall die Motorhaube in Sekundenbruchteilen anheben soll, um Fußgänger vor dem Kontakt mit harten Teilen im Motorraum zu schützen.
Der Jaguar XK, wahlweise als Coupé oder Cabrio, wird ab April 2006 für geschätzte 90.000 Euro erhältlich sein. Mal sehen, ob er sich im Kampf mit Mercedes SL oder BMW 650i Cabrio durchsetzen kann.
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Das Kartenspiel ums Internet, Teil II

Ob nun bei innovativen Steuern auf Sendemastenanlagen, krebserregendem Elektrosmog oder den bösen Monatsrechnungen an die Konsumenten - kein Stein bleibt im ständig stattfindenden Feldzug gegen die Mobilfunkbranche auf dem anderen. Selbst bei vereinzelten Lichtblicken in der Mobilfunkwirtschaft möchte so mancher politische Ritter für die ökonomische Gerechtigkeit gleich wieder das Licht ausknipsen. Jüngstes Beispiel: die lang ersehnte Konsolidierung am Mobilfunkmarkt. Aus fünf Netzbetreibern werden mit der übernahme von tele.ring durch T-Mobile nun vier. Doch ist die Entspannung am wettbewerbsintensiven Mobilfunkmarkt noch nicht eingetreten. Der Grund: Die Europäische Kommission hat eine tiefer gehende Prüfung der geplanten übernahme beschlossen. »Eine erste Untersuchung der Marktsituation ergab, dass die geplante übernahme zu erheblichen Wettbewerbsproblemen auf dem Endkundenmarkt führen könnte«, erklärt Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. Mit tele.ring entfiele ein »sehr aktiver Anbieter«. Die Liberalisierung des Telekommunikationssektors habe zwar Früchte gezeigt und den Verbrauchern niedrigere Preise beschert. Ebenso sei es aber wichtig, »dass diese Vorteile erhalten bleiben«.

Neue Spitzen. Ganz kalt lässt dies die Mobilfunker natürlich nicht. Versteht man doch dort seit ehedem unter den begehrenswertesten Früchten des Marktes weniger Dumpingpreise als vielmehr Services und Premiumprodukte, die die Umsätze ankurbeln. Im Fokus der Mobilfunker steht der ARPU (Average Revenue per User), der nun durch drahtlose Breitbandservices neue Spitzen erklimmen soll. Was WAP und GPRS nicht geschafft haben, möchten 3G-Technologien wie etwa HSDPA realisieren. Der Zugang zum High-Speed-Data-Paket-Access ist so etwas wie das Ticket zum Wettrennen am UMTS-Parcours, vor allem für die Geschäftskunden. Wer denkt, dass der Faktor Mobilität noch nicht in österreichs Unternehmen Einzug gehalten hat, irrt. Ganz im Gegenteil: Bereits fünfzig Prozent der österreichischen Firmen verwenden Handys, Smartphones, Laptops und Organizer auch zur mobilen Datenübertragung. Einer Untersuchung des Mobilfunkers One mit dem Marktforschungsinstitut Integral zufolge verschicken 83 Prozent aller Unternehmen mit mobiler Datenübertragung mobile E-Mails, 75 Prozent surfen mobil im Internet. Rund jedes zweite Unternehmen mit mobiler Datenübertragung setzt diese Technik auch für den Zugriff auf Dateien am Unternehmensserver ein. Es sind Bekenntnisse wie diese zum simplen Killerfaktor »Connectivity«, die die Bestrebungen unterstützen, die Netze zu beschleunigen.

Baldige Starts. Hutchison startet mit HSDPA im ersten Halbjahr 2006. Die ersten »Endgeräte« werden Datenkarten mit einer Datenrate von 1,6 Megabit pro Sekunde sein. HSDPA-Handsets jedoch werden erst etwas später folgen, noch sind die Handyhersteller nicht so weit. »Hardwaremäßig sind wir auf dem letzten Stand, so wird nur eine minimale Erweiterung in Form von einer Karte, die nachgesteckt wird, vorgenommen werden müssen. Dazu kommt ein Software-Update im gesamten Funknetz. Bei den Switches selbst muss nichts gemacht werden«, erklärt Hutchison-Sprecherin Marietheres Paul. Der Rest der Mobilfunkschar startet ebenfalls im ersten Halbjahr. Die weitere Gemeinsamkeit der künftigen Breitbandprovider: den Alltag der Menschen nachhaltig und auf neue Art und Weise zu bereichern. Dies gilt auch für Geschäftskunden. Denn: Mobiles Arbeiten wird durch Breitbandservices deutlich schneller, einfacher, intelligenter und bezahlbar. »Und ist somit nicht mehr nur der Chefetage vorbehalten«, sagt Paul. In fünf bis zehn Jahren werden die Technologiegruppen UMTS und WLAN stärker als heute integriert sein, meint One-Chef Jørgen Bang-Jensen. »Für Kunden wird es nicht mehr unterscheidbar sein, welche Technologie sie nutzen.«

Mehr zur Serie Multimedia in der aktuellen Ausgabe des Report Plus.

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