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Chaos Industrie Standard

Toshiba hat nun seine neueste Kreation am Speichermarkt demonstriert. Bereits Anfang des Jahres angekündigt, wurde die Advanced Optical Disc (AOD) nun auf der japanischen Fachmesse Ceatec 2002 in Aktion gezeigt. Die AOD arbeitet wie ihr Konkurrent Blu-ray-Disc mit blauen Lasern, belegt aber mit 20 GB pro Layer nur den zweiten Platz - das Baby des Blu-ray-Konsortiums schafft 27 GB. (Beide Formate sollen zukünftig in einer Zwei-Layer-Version wesentlich höhere Kapazität bieten.)

Im Februar noch hatten sich die meisten Hersteller auf den Blu-ray-Standard geeinigt. Nicht möglich war jedoch ein einheitliches Vorgehen mit dem Industrieverband DVD-Forum, da es sich nach Ansicht der Hersteller um eine völlig neue Technologie handelt.

Resümee: Toshiba erklärt seine AOD zum legitimen Nachfolger der Video-DVD und ordnet sich dem Verband unter. Das Forum darf als Institution DVD-Formate zum Standard erheben - gut für Toshiba.

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Endlich: PC spricht mit Handy

Während Windows-User längst ihre Powerpoints mit den Lautstärketasten ihres Bluetooth-Handys an die Projektionswände steuern, haben sich SonyEricsson, der große US-Mobilfunker Cingular und Apple Computer zusammengetan, um so etwas wie Computer-Telephony-Integration fürs Handy auf den Markt zu bringen. Das funkioniert dann wie folgt: Ein Anruf klingelt mitten am Bildschirm, kann dort formal angenommen werden, in die Mailbox bugsiert werden oder aber was angeblich in Nordamerika für normal gehalten wird sitzungshalber in die Mailbox umgeleitet und im selben Moment lautlos per auf großer Tastatur getipptem SMS beantwortet werden. Formal angenommen bedeutet, dass man das Handy trotzdem ans Ohr halten muss, weil bei Kopplung mit dem Computer auf einmal leider das Bluetooth-Headset links liegen gelassen wird. (Unterm Strich also doch gar keine Verbesserung der Lebensqualität;-)

Die CTI-Anwendung ist freilich nur ein Abfallprodukt der seit dem Sommer angekündigten, bisher lediglich als Beta-Version vorliegenden Anwendung iSync. Dieses Programm soll endlich das Problem des verlässlichen Datentransfers zwischen Telefonbüchern und Kalendarien auf Handy und PC in den Griff kriegen, und zwar auf Basis der Industrieplattform SyncML, mit deren Initiierung Motorola, Nokia, Ericsson etc. ihre früher proprietären Bemühungen zu Grabe getragen haben. Apple und/oder SonyEricsson dürften dennoch gewisse Interpretationsschwierigkeiten haben: iSync synchronisiert die hier oder dort gemachten Eintragungen im Kern perfekt, ignoriert jedoch die Goodies wie Kategorisierungen, Logos oder Fotos.

POWERPOINT-STEUERUNG: www.christersson.org
ISYNC: www.apple.com/isync

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Hansjörg Tengg wird master-talk-Chef

Tengg soll sich auf die Vermarktung und Vertrieb von TETRA-Dienstleistungen wie ADONIS konzentrieren, während Sommerauer für die technische Umsetzung des österreichweiten Bündelfunknetzes zuständig ist. Der bisherige Marketing und Vertriebs-Geschäftsführer Martin Katzer steigt damit in die zweite Ebene ab und bleibt als Prokurist im Unternehmen. Heinrich Mensdorff-Pouilly ist weiterhin für die Finanzen verantwortlich.

"Hansjörg Tengg verfügt über umfangreiche Erfahrung bei der Umsetzung großer Telekomprojekte und bringt damit wichtiges Know-how als Geschäftsführer des TETRA-Netzbetreibers master-talk ein", so Michael Kochwalter, Konzernsprecher der Siemens AG, die 50 Prozent der master-talk hält. Die restlichen 50 Prozent sind in Besitz der Wiener Stadtwerke.

Potenzielle Neukunden sind vor allem Blaulichtorganisationen in den einzelnen Bundesländern. master-talk wurde November 1999 unter dem Namen TETRACall gegründet. Im Juli 2002 hat das Unternehmen mit derzeit 60 Mitarbeitern vom Innenministerium den Auftrag zur Errichtung des ADONIS-Funknetzes erhalten. Die erste Ausbaustufe wird im März 2003 in Betrieb gehen.

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IBM baut kleinsten funktionsfähigen Schaltkreis

Die neue "Molekülkaskade" ermöglichte es den Forschern, lauffähige digitale, logische Elemente zu bauen, die 260.000 mal kleiner sind als diese, die heute in den modernsten Halbleiterchips eingesetzt werden.

Die Schaltkreise wurden erzeugt, indem ein genaues Muster von Kohlenmonoxid-Molekülen auf einer Kupferoberfläche aufgebracht wurden. Das Bewegen eines einzelnen Moleküls erzeugt eine Kaskade, wie ein einzelner Dominostein eine ganze Kettenreaktion in Gang bringen kann.

Die Wissenschaftler erzeugten winzige Strukturen, die fundamentale digitale Funktionen darstellen (logische "Und" und "Oder"-Funktionen). Das Speichern und Wiederauffinden von Daten war im Experiment bereits möglich, sowie die nötige "Verkabelung", um diese Funktionen in funktionierenden Computerschaltkreisen zu erzeugen.

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Neuer Markt: Verlierer sprechen "Denglisch"

Der Professor für Statistik, Walter Krämer, verfasste eine Liste von 47 Pleitefirmen, die wegen geschäftlichen Misserfolges aus dem Neuen Markt ausgeschieden sind. Darunter Unternehmen wie die "Lobster Network Storage AG", die "Feedback AG", die "Comroad AG", die "Ebookers" und "Sunburst Merchandising AG".

Krämer, der auch Vorsitzender des Vereins für Deutsche Sprache ist, hält die Anglizismen-Flut für Angeberei: "Es ist peinlich, wie wir uns anbiedern und die deutsche Sprache zerstören. Manager, Werber und PR-Macher wollen sich wohl den Anschein des Weltbürgertums geben". Dabei gäbe es eine einfache Lektion aus dem Desaster der Internetwirtschaft: "Redet so, wie eure Kunden reden", fordert Krämer. Irgendwann würden die Führungskräfte der "Informationstechnikfirmen" merken, dass ihre pubertäre "Streamer-Proxy-Cache- und Dram-Sprache" nur eine begrenzte Wirkung entfaltet. Die Reaktionen der öffentlichkeit seien ablehnend. Mit "Dummdeutsch" oder "Denglisch" würde man nur Nebelkerzen zünden und Kunden verprellen.

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Werbebranche: Ende der Flaute Mitte 2003

Die Ausgaben für klassische Werbung werden 2003 um 0,7 Prozent steigen, die Ausgaben im Bereich nicht-klassischer Werbung um fünf Prozent. Das prognostiziert eine aktuelle Studie des Marktforschers GfK.

Die Pharmabranche will die Ausgaben im Bereich klassische Werbung laut Umfrage im Vergleich zu 2002 um 7,2 Prozent, die für nicht-klassische Werbung (Direktwerbung, Sponsoring, Product Placement, etc.) um 4,7 Prozent steigern. Die Autoindustrie setzt demnach mit einer Steigerung von 8,5 Prozent vor allem auf nicht-klassische Werbung, während das Budget für Print, TV, Radio, Kino und Außenwerbung nur um vier Prozent erhöht wird.

Die gesteigerten Werbeausgaben in den klassischen Medien wird laut Umfrage dem Radio ein Wachstum von 4,4 Prozent bescheren. Die Zuwächse beim Fernsehen fallen eher spärlich aus: nur 1,1 Prozent für Privat-TV und sogar ein Minus von 1,6 Prozent für öffentlich-Rechtliche. Im Printbereich können vor allem Publikumszeitschriften auf ein Plus von 2,1 Prozent hoffen, Zeitungen müssen sich mit 1,7 Prozent Wachstum zufrieden geben. Bei Außenwerbung und Kino prognostiziert die Studie einen Rückgang der Ausgaben im Vergleich zu 2002 von jeweils 1,8 Prozent. Der Online-Werbung wird von den befragten Werbeleitern der Unternehmen ein Wachstum von zehn Prozent prophezeit, während Agenturexperten mit einer Prognose von plus 1,5 Prozent deutlich pessimistischer sind.

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eJustiz spart tausend Beamte

Justizbeamte und Bürger sollen sich nach dem Projekt "Verfahrensautomation Justiz" vor allem eines ersparen können: Zeit. Der Weg eines Dokuments zwischen den beteiligten Beamten und Parteien soll möglichst wenig Zeit in Anspruch nehmen. So können Justizmitarbeiter heute von ihrem Textverarbeitungsprogramm aus direkt in der zentralen Poststraße des Bundesrechenzentrums ausdrucken, wo automatisch kuvertiert und verschickt wird aber auch elektronisch versandt wird. Diese Kommunikationsmaschinerie des sogenannten ERV (Elektronischer Rechtsverkehr) übermittelt 3,7 Millionen Sendungen jährlich, was an Portokosten rund 1,5 Millionen Euro im Jahr einsparen soll.

Die Verfahrensautomation ist indes nur ein Baustein im Automatisierungsprozess der österreichischen Rechtssprechung. Nach der Digitalisierung des Grundbuchs 1980, folgte das Firmenbuch und in zwei Etappen die Automatisierung des Rechtsverkehrs. Das Ergebnis: Rund 400 Justizbeamte konnten seit 1980 eingespart werden, 1000 sind das Gesamtpotenzial an einzusparenden Beamten, meint Justizminister Dieter Böhmdorfer. Die Justizmitarbeiter sollen dabei jedoch nicht entlassen, sondern in andere Bereiche umgeschichtet werden.

Die Verfahrensautomation auf Gerichtsebene hat 165 Personenjahre und 120 Millionen Euro Investkosten verschlungen. Von IBM wurden PCs und Server für rund 8.000 Arbeitsplätze - mit den IBM-Softwarepaketen DB2, Tivoli und Lotus Notes bestückt. Mit diesem E-Government-Projekt will IBM-Generaldirektor Ernst Nonhoff Furore machen. "Das wird unser Vorzeigeprojekt, dessen Konzept wir sicher mehrfach vermarkten können", so Nonhoff, der in diesen Wochen auf die endgültige Vergabe des größten E-Governmentprojektes ELAK wartet.

IBM und BRZ: Präsumptiver Bestbieter für ELAK.

Das Bieterkonsortium IBM und Bundesrechenzentrum scheint im laufenden Vergabeverfahren um den Elektronischen Akt (ELAK) gut im Rennen zu sein. "Ich habe letzte Woche erfahren, dass wir präsumptiver Bestbieter sind", sagt BRZ-Chef Erhard Schmidt. Der endgültige Zuschlag solle noch im November erfolgen.

Hohes Einsparungspotenzial in österreichischen Gerichten ortet das Ministerium auch bei der digitalen Spracherkennung. "Nirgendwo sonst wird so viel diktiert und geschrieben wie bei uns", so Böhmdorfer. Daher sollen die Pilotprojekte, die derzeit an ausgewählten Bezirksgerichten laufen, möglichst rasch ausgeweitet werden. Die Erfahrungen seien jedoch bisher unterschiedlich, räumt Böhmdorfer ein. Manche der Richter seien begeistert, andere wiederum könnten mit der digitalen Sekretärin nichts anfangen.

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COP8: Indien unter Kritik

Der Entwurf der indischen Regierung für eine Schlussdeklaration zur Klimakonferenz von Delhi (COP8) ist unter Kritik geraten. Viele der 186 Teilnehmerstaaten kritisieren, dass in dem Entwurf das Wort "Kiotoprotokoll" nicht vorkommt, obwohl es bei der Konferenz um die Umsetzung genau dieses Protokolls geht. Helmut Hojesky vom österreichischen Umweltministerium sagte, der Entwurf sei einseitig und vernachlässige zentrale Fragen der überwachung des Protokolls. Ein griechischer Delegierter forderte Indien auf, baldigst einen besseren Entwurf vor zu legen. Die Konferenz soll am kommenden Donnerstag zu Ende gehen.
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3. Gipfel der "Opec für erneuerbare Energien"

Mit Public-Private Partnerships für die Energieversorgung ländlicher Gebiete in Entwicklungsländern befasst sich das 3. Treffen des Global Forum on Sustainable Energy (GFSE) in Graz. Das Forum, eine Initiative der Abteilung Entwicklungszusammenarbeit im österreichischen Außenministerium, versteht sich als Katalysator für solche Projekte. Ziel ist es, letzten Endes eine Art "Opec für erneuerbare Energieträger" zu etablieren, ohne jedoch eine Kartellfunktion auszuüben.
Beim Grazer Treffen soll deshalb auch über Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit anderen Energieinitiativen diskutiert werden, etwa mit der EU Partnership Initiative und dem Global Network on Energy for Sustainable Development (GNESD). Erstere befasst sich mit dem Bekämpfen von Armut durch Aufbau geeigneter Energieinfrastrukturen. Letzteres wurde auf dem Klimagipfel in Johannesburg Ende August gegründet. Es soll den Einsatz erneuerbarer Energien in Entwicklungsländern fördern und dafür geeignete Strategien und Programme erarbeiten. Geplant ist seitens des GFSE auch, verstärkt mit der UNIDO zusammen zu arbeiten, die derzeit ihre Aktivitäten auf dem Energiesektor forciert.
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Wiengas spart mit Citrix

Wiengas hat eine für die gesamte Wiener Stadtwerke richtungsweisende IT-Umstellung durchgezogen und den Schritt hin zum Server-based Computing gesetzt. Die Wiengas verspricht sich durch den Einsatz von "Citrix-PCs" - Linux-Terminals, die einen von Citrix entwickelten Client verwenden und die komplette Sofware-Umgebung vom Server beziehen - binnen drei Jahren Einsparungen bei Support und den Endgeräten von mehr als 400.000 Euro.

Seit 2001 wurden bei Wiengas bereits mehr als 400 PCs durch Terminals ersetzt, wobei jeweils 40 User sich einen "Pizzabox"-Server teilen. Der besondere Vorteil dabei: Software-Installationen müssen nur mehr einmal zentral am Server und nicht mehr an allen PCs vorgenommen werden, offene Sitzungen lassen sich von Terminal zu Terminal "mitnehmen", die Endgeräte weisen keinerlei mechanisch rotierende Elemente wie Festplatte etc. mehr auf und: die individuelle Arbeitsumgebung ist auch mobil jederzeit und auf jedes Gerät abrufbar.

Letzteres soll sich in der nächsten Phase auch auf den Außendienst auswirken, indem per Palm-Synchronisation die Zählerstandsabfrage mobil per Handheld an die Zentrale geleitet wird.

Insgesamt spricht der bei Wiengas IT-Verantwortliche, Bruno Pavlis, vom "Ende des sinnlosen Aufrüstens der Endgeräte": "Ein normaler Büroarbeiter benötigt keinen Pentium III mit 800 MHz."

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