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Redaktion_Report

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Vorsorger im Vormarsch

Gute Nachfrage und steigende Preise. So sieht derzeit der Markt für frei finanzierte Wohnungen in Wien aus. Neben Eigennutzern verzeichnet Christian Farnleitner, Leiter des Kompetenzzentrums für Projektentwicklung und Wohnbau Immorent AG, »reges Interesse von Stiftungen und Privaten an Vorsorgewohnungen«. Heuer sollten 120 solcher Wohnungstypen, die bei der Immorent in frei finanzierte Projekte integriert werden, den Besitzer wechseln. Sollte die Nachfrage anhalten, sei in den nächsten zwei bis drei Jahren mit steigenden Preisen zu rechnen, so Farnleitner.

Gut gelaunt ist auch Karl Petrikovics, Vorstand der Immofinanz AG. »Derzeit liegen wir 40 Prozent über dem Vorjahr, insgesamt könnten es heuer 300 Wohnungen werden«, sagt er. Von der Durchmischung von Eigentums- und Vorsorgewohnungen hält Petrikovics nichts. »Das gibt nur Streit, weil Eigentümer und Mieter von Eigentumswohnungen ganz anders mit einem Objekt umgehen«, erklärt er. Dass der Markt enger wird, zeige auch die Dauer für Vermietung und Wiedervermietung. »Der Zeitraum hat sich halbiert, die Mieten werden steigen«, glaubt er.

Hilfszwang

In Zeiten der Hochwasserkatastrophe fühlen sich natürlich auch Baumärkte bemüßigt zu helfen. Die Baumarktkette Hornbach beispielsweise hat in ihren Standorten Ansfelden, Krems und Wels den Hochwassergeschädigten 15 Prozent Reduktion auf alle Artikel angeboten. Was das Unternehmen mit Sitz in Deutschland nicht öffentlich dazusagt: »Hornbach und seine Lieferanten müssen sich verpflichtet sehen, den Betroffenen […] Unterstützung zukommen zu lassen. Wir werden für sämtliche Rechnungen […] einen Abzug von 15 Prozent geltend machen«, teilte Vorstand Manfred Valder am 12. August seinen Lieferanten ultimativ per Fax mit.

Für Hornbach gute Werbung also und ein Nullsummenspiel, sofern die Partner mitspielen - große Baustoffproduzenten wollten dem Aufruf nicht folgen und konnten es sich leisten abzulehnen.

In der Firmenzentrale von Hornbach sieht man die Sache differenzierter: Man habe die Lieferanten nur »gebeten«, sich an der Aktion zu beteiligen, so Unternehmenssprecherin Ursula Dauth. Darüber hinaus habe Hornbach die Aktion, die bis zum 9. September geplant war, bis 15. November ausgedehnt. »Diese zusätzliche Zeitspanne ist allein unser Beitrag für die Opfer«, so Dauth.

Wechsel an der Spitze bei Tenovis International

Winn bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung im Top-Management internationaler Unternehmen mit. Der Yale-Absolvent und Harvard MBA war einige Jahre bei Boston Consulting in Europa tätig. Bei American Express war er zuerst Vice President Internationales Marketing, bevor er zum Président General Directeur (PDG) der American Express Bank in Frankreich ernannt wurde.

Bei IBM Europa war er General Manager für das PC-Geschäft, später übernahm er die Gesamtverantwortung für das Marketing bei IBM EMEA. Schließlich führte er das Systemintegrationsgeschäft für Banken und Finanzdienstleister bei IBM Global Services. Im Jahr 2000 wurde er Präsident des Internetdienstleisters Sitesmith Europa - eines Unternehmens, das später von Metromedia Fiber Networks übernommen wurde.

Tenovis beschäftigt europaweit rund 6.000 Mitarbeiter - in österreich rund 200 - und betreut 200.000 Kunden in 82 Kundenzentren. Der Dienstleister bietet Kommunikationslösungen rund um das Zusammenwachsen von Telekommunikation und Internet. 2001 erzielte Tenovis einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro - in österreich 32 Mio Euro. Eigentümer von Tenovis ist die amerikanische Private Equity Firm Kohlberg Kravis Roberts & Co.

Nasse Kettenreaktion

Martin Fekter, Mitinhaber des Kiesgewinnungsbetriebes Niederndorfer (Attnang-Puchheim), ist hörbar stinksauer. »Wir haben keine Schuld, nur weil die Leute jemand suchen, der ihnen ihre Schäden zahlt, werden wir angegriffen«, meint er. Ursachen für die miese Laune Fekters sind der starke Augustregen und der Fluss Ager. Der ergoss sich in der Ortschaft Redlham zuerst in eine angrenzende Niederndorfer-Kiesgrube, danach suchte sich das Wasser seinen Weg und grub ein neues Flussbett ins Gelände. Die Folge: Eine Siedlung, die eigentlich abseits des Flusses steht, wurde überschwemmt. Mehr als 30 Anrainer wurden geschädigt. Die Palette reicht von der simplen Kellerüberflutung bis hin zu schwer beschädigter Bausubstanz. Grob geschätzt beläuft sich der Gesamtschaden auf eine bis eineinhalb Millionen Euro. Nun steht der Vorwurf im Raum, dass der Schotterabbau zu nahe am Fluss erfolgte und somit Auslöser für die überflutungen war.
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