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Teile für Kleine

Die Marktlage ist sehr gut«, sagt Josef Lepschy, Vertriebsleiter beim Betonfertigteilhersteller Oberndorfer. Das Unternehmen hat im Vorjahr einen im Vergleich zum Vorjahr gleichbleibenden Umsatz von achtzig Millionen Euro erzielt. Das Ergebnis konnte verbessert werden, so Lepschy. Oberndorfer hat rund 600 Beschäftigte, die in drei Schichten Fertigteile erzeugen. Das von manchen als Marktführer in Betonteilen bezeichnete Unternehmen wollte auf der Energiesparmesse Wels ein Signal setzen. Das Wandsystem Precatec ist auch für den Einfamilienhausbau geeignet. »Wir kümmern uns verstärkt auch um kleine Kunden, die verschiedene Bauteile, aber keine großen Mengen davon brauchen«, sagt der langjährige Oberndorfer-Manager. Möglich sei das, weil man neben den Klassikern für Wand und Decke jetzt auch Stiegen und andere Teile anbieten könne. Die erhöhte Produktvielfalt könne nebenbei auch dazu beitragen, die Abhängigkeit von Großkunden zu reduzieren. Nicht mehr engagieren möchte sich Oberndorfer als Generalunternehmer und nur mehr in sehr geringem Ausmaß als Monteur von Wandsystemen. »Wir sind Hersteller und versuchen hier, unser Bestes zu geben«, betont Lepschy. Das auch zunehmend im Ausland. Derzeit werden nahezu fünf Prozent des Umsatzes in den angrenzenden Ländern gemacht. In Slowenien überlegt Oberndorfer, eine Fertigung zu bauen oder eine Beteiligung einzugehen.
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Künstliche Intelligenz

Das japanische Forschungsinstitut Riken hat einen neuen humanoiden Roboter entwickelt, der in der Altenpflege eingesetzt werden soll. Der 100 Kilogramm schwere, künstliche Altenpfleger, den die Wissenschaftler auf den Namen RI-MAN getauft haben, misst 158 Zentimeter und soll schon bald in der Lage sein, bis zu 70 Kilogramm schwere Personen aufzuheben oder auch herumzutragen.
Darüber hinaus kann RI-MAN sowohl sehen als auch hören und soll den Forschern zufolge zwischen acht unterschiedlichen Gerüchen unterscheiden können. Unterstützung erhalten die japanischen Forscher von der eigenen Regierung, die angesichts der alternden japanischen Gesellschaft um Zukunftsperspektiven in der Altenbetreuung bemüht ist.

\"Anders als in Europa werden Maschinen in Japan nicht als Bedrohung sondern als Hilfe empfunden, die für mehr Autonomie im täglichen Leben sorgen können\", erklärt Roboterexperte Frank Kirchner von der Universität Bremen die ausgeprägte Faszination der Japaner mit humanoiden Robotern. Wenngleich die kulturgesellschaftlichen Bedingungen den Einsatz derartiger Roboter in Europa beinahe unmöglich machen würden, stelle deren Entwicklung aber auch hierzulande ein äußerst spannendes Forschungsthema dar, so Kirchner. Bei der Weiterentwicklung von künstlicher Intelligenz würde der sozialen Interaktionsfähigkeit jener Maschinen untereinander und mit Menschen nämlich eine entscheidende Rolle zukommen.

Der derzeitige RI-MAN-Prototyp ist in der Lage, bis zu zwölf Kilogramm schwere Testdummies zu orten, deren Gewicht zu bestimmen sowie sie aufzuheben und durch den Raum zu tragen. Innerhalb der kommenden fünf Jahre wollen die Entwickler die Tragkapazität allerdings auf 70 Kilogramm erhöhen, um die Roboter in der Alten- und Krankenpflege tatsächlich einsatzfähig zu machen. Eine Vielzahl an Sensoren, die unter einer fünf Millimeter dünnen Silikonschicht angebracht sind, sorgt darüber hinaus dafür, dass der Roboter menschlichen Bewegungen mit seinen Augen nachfolgen kann. Weiters kann der künstliche Humanoid auch die Richtung bestimmen, aus der eine Stimme im Raum kommt und diverse Gerüche wahrnehmen und verarbeiten.

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Ende der peinlichen Ausfälle

Der Defekt eines Servers, sei es durch Hardware-Schäden oder Wurmbefall, kann den Betrieb zum Stillstand bringen. Eine neue technische Lösung von ACP beugt vor: Bricht ein Server zusammen, springt binnen Minuten der Rescudo Notfallserver ein und übernimmt die Aufgaben des maroden Kameraden. Das geht wesentlich schneller und billiger, als wenn man ein Ersatzgerät einrichten müsste.

\"Die Methode ist technisch genial, aber im Grunde einfach und klar“, erklärt Wolfgang Burda, Leiter Technik und Services der ACP Gruppe. \"Rescudo kopiert die Software und die Daten mehrere Server. Fällt einer aus, startet der Rescudo-Server sozusagen unter seinem Namen und in seiner Funktion. So kann eine einzige Rescudo-Lösung eine Vielzahl von Servern absichern.“

Die Rescudo-Software ist ab knapp 2000 Euro erhältlich und eignet sich für Unternehmen jeder Größenordnung. Besonders Klein- und Mittelbetriebe ohne IT-Abteilung können sich ACP zufolge mit dieser Lösung günstig gegen einen teuren und peinlichen Server-Ausfall absichern. Ein bloßes Ersatzgerät würde das Problem nur halb lösen. Denn bei einem Ausfall müssten erst noch die Software, die Ein­stellungen und die Daten des defekten Servers übertragen werden, was viele Stunden oder sogar Tage dauert und einen erfahrenen Techniker vor Ort erfor­dert. Rescudo hingegen kann mit wenig Computer-Know-how aktiviert werden, auch aus der Ferne per Internet, und läuft binnen drei bis zehn Minuten an.

Der technische Hintergrund ist einfach: Bei der Installation werden die Systemdateien und die Daten aller Server kopiert und auf einem bestimmten Festplattenbereich des Rescudo-Servers gespeichert. Diese Kopie wird regelmäßig aktualisiert. Im Notfall aktiviert man jenen Festplattenbereich, der zu dem gestörten Server gehört, und startet das Rescudo-Gerät neu. Der Computer fährt nun als Ersatz für den gewünschten Server hoch.

Hat man den defekten Server repariert, startet man ihn mit einer Recovery-CD und er tritt seinen Dienst wieder an. Dabei kann der Server ruhig verändert oder sogar durch ein neues Gerät ersetzt werden. Das macht Rescudo zugleich zu einem nützlichen Hilfsmittel für Server-Upgrades und Wartungsarbeiten.

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Zweiter Geschäftsführer

Der Softwarespezialist Transflow Informationslogistik hat sein Management-Board erweiter: Jürgen Krahé, 40, ist ab sofort neben Friedrich Wiltschko Geschäftsführer des Unternehmens, das zu den größten Anbietern von Logistik-Software in Europa zählt. Mitder erweiterten Führungsspitze plant Transflow die Basis für die weitere Expansion zu legen.

Der Kölner Diplomkaufmann studierte Sozialpsychologe sowieWirtschaftwissenschaften und war zuletzt als Coach bzw. Trainer von Organisationen sowie Führungskräften tätig. Sein Praxiswissen erwarb sich Krahé in 16-jähriger Vertriebs- und Managementtätigkeit bei IT-Unternehmen in Großbritannien und Deutschland. Unter anderem baute er binnen zwei Jahren deneuropäischen Vertrieb eines IBM-Software-Herstellers auf.

Transflow verfügt über Niederlassungen in österreich sowie Deutschland und ist einer der größten Informationslogistik-Anbieter Europas. Die vom Unternehmen entwickelte IT-Lösung LBASE integriert sämtliche IT-Anwendungen von Logistik-Dienstleistern und ist bei rund 100 Unternehmen in Europa, Asien, Nord- und Südamerika im Einsatz: bei DHL, Lagermax, Online System Logistik, Rehau, Schweizer Post, Thiel Logistik, und etwa TNT.

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Paket für SOA

Mit dem neuen Softwarepaket \"crossvision\" bietet die Software AG nun eine Lösung zur Implementierung von serviceorientierten Architekturen (SOA) an. Die neue SOA-Suite versetzt Unternehmen in die Lage, die Geschäftsstrategie mit der IT-Infrastruktur eng zu koppeln. Mit crossvision sollen Organisationen schnell und kosteneffizient bestehende Systeme integrieren und so die Basis für neue Geschäftsabläufe schaffen können.

crossvision stellt Verwaltungs- und Steuerungsfunktionen zur Verfügung, die für den Erfolg von SOA entscheidend sind. Damit erhalten Unternehmen die notwendige Transparenz und Kontrolle für die schnelle Umsetzung ihrer Geschäftsziele. Weiter unterstützt die Suite AJAX-Technologien und die einfache Programmierung von Rich-Media-Benutzeroberflächen. So können neue Anwendungen schnell auf Basis existierender Systeme erstellt werden. Modernisierung bestehender Systeme. crossvision verringert Risiken, Kosten und Ausfallzeiten, indem es die bestehende IT-Landschaft sinnvoll nutzt, anstatt sie zu ersetzen. So erwirtschaften Unternehmen einen schnellen Return on Investment (ROI). Alle Systeme werden gleichrangig behandelt, auch Standard-Anwendungen, Legacy-Systeme, Best-of-Breed-Lösungen und proprietäre Systeme. Und: Die Software verfolgt eine prozessorientierte Herangehensweise an SOA. Ein integriertes Business Process Management ermöglicht das Aufsetzen neuer Geschäftsprozesse - von Design über Ausführung und Verwaltung bis zur Prozessoptimierung.Die crossvision Suite besteht aus sechs leistungsfähigen Komponenten, die sich an die spezifischen Anforderungen jedes Unternehmens anpassen lassen. Dabei modelliert und koordiniert der \"crossvision Business Process Manager\" den Ablauf unternehmensweiter Geschäftsprozesse. Der \"Information Integrator\" führt Daten aus verschiedenen Systemen in übersichtlicher und benutzerfreundlicher Form zusammen. Ein \"Legacy Integrator\" generiert neue Services und Mehrwert aus bestehenden Systemen ohne dass diese Anwendungen abgelöst werden müssen.

\"Die IT-Abteilungen großer Unternehmen setzen zunehmend auf eine prozessorientierte Herangehensweise bei der Lösung geschäftskritischer Aufgabenstellungen\

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Mobile Lösungen sind die Zukunft

\"Heutzutage zählt nicht mehr ausschließlich Beständigkeit und hohe Qualität“, sagt Martin Strasser, IT- und Controlling-Leiter bei Kässbohrer Transport Technik. \"Nur wer sich weiterentwickeln kann und schlummernde Potenziale zu aktivieren weiß, wird auch in Zukunft ein starker Partner für seine Kunden sein“. Mobile Lösungen sind das Schlagwort, in nahezu allen arbeits- und know-how-intensiven Bereichen eines Unternehmens. Angefangen in der Produktion, über die Lagerhaltung, den Servicebereich bis zum Vertrieb.

Klaus Appeltauer, Geschäftsführer des IT-Dienstleisters L-Mobile, erläutert die Chancen konsequenter Vernetzung umfassender Arbeitsprozesse: \"Im Grunde ist es gar nicht einzusehen, warum etwa ein Facharbeiter in der Fertigung ständig zwischen Maschine und Terminal hin- und herlaufen muss. Dabei geht wertvolle Zeit verloren, die weit produktiver genutzt werden kann.“ Auch der Informationsvorteil dürfe nicht übersehen werden. \"Steht dem Mitarbeiter ein vernünftiger PDA zur Verfügung, kann er immer und überall sämtliche aktuellen Informationen abrufen, die er für die Erledigung seiner Arbeitsschritte benötigt.“ Spätestens hier wird Appeltauer zufolge klar, dass die Einführung mobiler Lösungen \"keine bloße Frage der Wirtschaftlichkeit, sondern auch der Kreativität\" ist. Die Entlastung der Belegschaft von unnötigem Aufwand schafft neue Freiräume, die immer wieder produktiv genutzt werden. Schließlich würden die Unternehmen zur praxisorientierten Weiterentwicklung auch stets die entsprechende Zeit benötigen.

Mit modernen Geräten wie Handhelds und PDAs, allesamt mit Laserscanner zum schnellen Erfassen von Barcodes ausgestattet, lassen sich Arbeitsschritte zusammenfassen und zum Beispiel für die Qualitätssicherung nachvollziehbar abspeichern. Wiederkehrende Arbeitsschritte werden standardisiert, um eine schnelle und effektive Eingabe zu ermöglichen. Die erforderlichen Daten stehen ohne jeglichen Zeitverlust sofort und aus erster Hand zur Verfügung. Dies ist vor allem bei der effizienten Behebung von Störungen sehr hilfreich. Die Produktivität steigt. Unvollständig oder unleserlich ausgefüllte Belege gehören dann der Vergangenheit an.

Gerne würden Lösungsanbeiter wie L-Mobile dabei auf bestehende ERP-Systeme zurückgreifen - speziell im Bereich Service existieren aber auch eigene Desktopapplikationen. \"Wir sehen uns als Schnittstelle zwischen ERP und dem Benutzer mit dem Ziel, auch Personen ohne besondere EDV-Kenntnisse ein effektives Arbeiten zu ermöglichen“, sagt Appeltauer.

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Ungewisser Grossversuch

»Wer im Glashaus sitzt, der schwitzt«, meint der deutsche Bauphysiker Karl Gertis, ehemaliger Vorstand des renommierten Fraunhofer-Instituts für Bauphysik, despektierlich zur in letzter Zeit ausgebrochenen Diskussion rund um die Sinnhaftigkeit von Ganzglasfassaden auf Bürotürmen. Für ihn sind die in den letzten Jahren modern gewordenen und aus Projektentwickler- und Architektensicht verführerischen Glaspaläste schlicht und einfach Energieschleudern, die in ein paar Jahren nicht mehr gebaut werden können.
Der Grund für seine apokalyptische Vision: Mit der seit Anfang Februar in Kraft getretenen Gebäuderichtlinie soll die Energieeffizienz eines Gebäudes ganzheitlich bewertet werden. Das heißt, dass auch im Gewerbeimmobilienbereich nicht nur Errichtungskosten und Vermietungsgrad, sondern auch der Energieverbrauch über die gesamte Lebensdauer des Gebäudes den Wert der Immobilie mitbestimmen. Und da würden die verglasten Bürotürme ganz schlecht abschneiden: Im Sommer nämlich müssen solche Gebäude enorme Mengen an Energie für Klimatisierungstechniken aufwenden, um die in das Gebäudeinnere eingebrachte Wärmeenergie mechanisch wegzubringen, ist sich die Bauphysik einig. Dazu kommt die von den Nutzern als unbehaglich empfundene Kälteabstrahlung der Glasflächen im Winter, die durch Bauteile mit wenig bis gar keiner Speichermasse noch verschärft wird - eine Erfahrung, die im letzten Jahr auch die Betreiber des Vienna Twin Towers am Wienerberg machen mussten. Wie der Report exklusiv berichtete, musste die Einfachverglasung innen mit Glaspaneelen aufgedoppelt werden.
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Kölbl wird Granit

Das Geschäft läuft weiter wie gehabt«, erklärt die Büroleiterin der Firma Kölbl Bau GesmbH Betonfertigteile in Graz. Und sie hat Recht, die drohende Insolvenz des Unternehmens, das drei Betonfertigteilwerke betreibt und knapp 200 Mitarbeiter zählt, konnte abgewendet werden. Die ebenfalls in Graz angesiedelte Baufirma Granit Bau GmbH hat 74 Prozent von Kölbl übernommen, wie der Granit-Geschäftsführer Johann Küberl gegenüber dem Report erklärt. Man habe in der Vergangenheit viel von Kölbl gekauft, Qualität und Termine hätten gepasst, der zuletzt entstandene Liquiditätsengpass hänge auch mit dem gestiegenen Stahlpreis zusammen, den man nicht weitergeben konnte. Der Eigentümer Kölbl werde auf ausdrücklichen Wunsch der Firma Granit im Unternehmen verbleiben.Ihm wird lediglich ein zweiter Geschäftsführer beigestellt. Die Firma Granit beschäftigt etwa 800 Mitarbeiter, verfügt über diverse Beteiligungen vom Asphaltmischwerk bis zur Haustechnik und hat in den letzten Jahren Niederlassungen in Ungarn und Rumänien gegründet.
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Vier Stock Holz-Riegel

Der Bau entsteht an prominenter Stelle an der Alten Donau in Wien. »Wir sind Pionier«, freut sich Glockenstein, der mit dem Bau eine gehobene Klientel ansprechen will. Billiger sei das Bauen in Holz-Riegel-Bauweise nicht, wie Glockenstein erläutert. Die statischen Anforderungen seien hoch und die Bauteile für Decke und Wand sowie die Außenanlagen kostspielig. An Bauplätzen für die Zukunft fehlt es Glorit jedenfalls nicht. Eigenen Angaben zufolge verfügt das Unternehmen über Grundstücke für 180 Häuser und 170 Wohnungen in mehrgeschoßigen Bauten.
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Effizienter Putzdienst

Das Jahr 2005 brachte für die Wopfinger Baustoffindustrie GmbH in österreich ein Umsatzplus von sieben Prozent auf 120 Millionen Euro. Die in zwanzig Ländern tätige Konzernmutter Schmid Industrieholding setzte im Vorjahr knapp 800 Millionen Euro um.
Wopfinger-Geschäftsführer Robert Schmid ist zuversichtlich, dass auch die heurige Bausaison Früchte bringen wird. Er präsentierte kürzlich die neueste Innovation der Marke Baumit: Der Nanopor-Putz, als »Anti-Aging«-Produkt für Fassaden bezeichnet, verbinde die Eigenschaften eines reinen Silikatputzes mit den neuesten Erkenntnissen der Nanotechnologie, erklärt Schmid. »Nanoporen sind zu klein für Schmutzpartikel«, ergänzt der Leiter der Produktentwicklung Jürgen Lorenz. Durch die neue Beschaffenheit des Putzes entstehe eine mikroskopisch glatte Oberfläche mit geringer elektrostatischer Ladung. Diese Eigenschaften und Wind, Regen, Schnee und UV-Strahlung rufen eine »Abwitterung« nanokristalliner Teilchen an der Oberfläche hervor. Dadurch würden die an der Oberfläche anhaftenden Fremdpartikel auf natürliche Weise entfernt, sagt Lorenz. Der Effekt sei eine doppelt so lange Sauberkeit von Fassaden im Vergleich zu herkömmlichen Putzfassaden. Ein hauseigener Test am Laborgebäude habe gezeigt, dass nach fünf Jahren deutliche Unterschiede zwischen den Putzabschnitten mit Nanopor und gewöhnlichem Putz feststellbar seien, so Lorenz. Dass Baumit dem Markt diese gravierende Innovation fünf Jahre lang vorenthalten hat, begründet Robert Schmid mit Vorsicht. »Wir wollten sicherstellen, dass die Marktreife gegeben ist«, sagt er mit dem Verweis auf den Zement-Fließ-Estrich, der sich trotz hervorragender Eigenschaften für die Baustelle als ungeeignet erwies. Der neue Putz ist in 200 Farben erhältlich und wird vorerst nur in österreich vertrieben. Für 2007 ist eine Lancierung in Deutschland geplant. Die »Anti-Aging«-Mehrkosten beziffert Schmid mit etwa drei Euro pro Quadratmeter, beim Einfamilienhaus zwischen 400 und 600 Euro, wobei ein Teil davon auch den Verarbeitern zugute kommen soll.
Ein wenig Zeit für die Lancierung eines Nanotechnologieproduktes erbittet sich Manfred Obermayer, Marketingmanager bei Capatect österreich. »Das Produkt ist fertig, der Marktauftritt wird vorbereitet«, erklärt er. Das Putzprodukt Amphilisan, wie es bei Caparol in Deutschland vertrieben wird, wurde für die Witterungsbedingungen in der Alpenrepublik angepasst. Prinzipiell ist Obermayer der Ansicht, dass derzeit die Nanotechnologie bei Farben etwas überstrapaziert wird. »Manche der neu auf den Markt gekommenen Produkte waren schon vor ein paar Jahren unter anderem Namen auf dem Markt«, meint er. Das berge eine gewisse Gefahr, weil das Image von Nanoprodukten allgemein darunter leiden könnte. Die Produkte seien teurer, weshalb sich die Kunden zu Recht Mehrwert erwarten. Ungeachtet dessen sieht man bei Capatect erhebliches Potenzial in den Entwicklungen der Nanotechnologie.
»Wir sind erfreut wenn der Sektor gestärkt wird«, kommentiert der technische Leiter bei Sto österreich Alfons Eichberger den jüngsten Vorstoß von Baumit. Sto habe ein vergleichbares Produkt seit Anfang 2005 am Markt und damit »großen Erfolg und definitiv keine Probleme«, wie Eichberger betont. Was den Nanopor-Putz von Baumit betrifft, ist er naturgemäß weniger zuversichtlich. Baumit setze mit seiner Oberfläche auf einen Kreideeffekt, das heißt, dass die Putzoberfläche im Zuge der Reinigung abschuppt und damit im Lauf der Jahre weniger werde. »Der Mitbewerb sagt nicht die Wahrheit«, kontert Lorenz. Ganz ausschließen mag er aber bei extremer Witterung eine leichte Kreidung nicht. Gar nicht mit Nanotechnologie in Verbindung gebracht werden mag Terranova. »Wir sagen dazu gar nichts«, übt sich der Marketingmann David Lasselsberger in Intransparenz. Die Fachberater auf der Messe nehmen es da nicht so genau. »Das haben wir schon lange und es heißt bei uns Silikatputz«, erklärt ein Terranova-Mann stolz.
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