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Geduld oder Ungeduld

Headhunter berichten von einem interessanten Phänomen: In der Rubrik »positive Eigenschaften« kommt »Geduld« genauso vor wie in der Rubrik »negative Eigenschaften«. Das ist verdächtig. Ob diese Unterscheidung überhaupt sinnvoll ist, darüber könnte man allerdings auch diskutieren. Der Teufel liegt im Detail der Sprache begraben: Ungeduld kann sowohl positiv als auch negativ aufgefasst werden. Die jeweilige Einstufung nimmt der einzelne Betrachter selber vor. Ein Forstwirt wird im Laufe seiner Karriere die Erfahrung machen, dass Bäume langsam zu wachsen pflegen, dabei zwar Richtung Himmel, aber nicht in den Himmel wachsen. Wer also in diesem Geschäft schnellen Ertrag anstrebt, sollte sich am bes­ten auf Christbäume konzentrieren. Wer wiederum im Mobilfunkgeschäft tätig ist, kann selbst über das Wachstumstempo von Christbäumen wohl nur milde lächeln. ein verlässlicher Wegbegleiter.

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Von Innen nach Außen

Die Innenarchitektur war der Ausgangspunkt, erst im Lauf der Zeit hat der Bauherrr die Lust am Bauen entwickelt“, erklärt Spacer Martin Jurycz. Vorgefunden haben die Planer ein etwa zehn Jahre altes Haus mit wenig aufregender Ausstattung. Die Räume waren zu klein angelegt und durch zu wenig Lichteinfluss herrschte eine dunkle Atmosphäre. Der Bodenbelag war billig ausgeführt und die Fenster hatten eine Erneuerung dringend nötig. Also sollten ein paar Mauern entfernt und Böden, Fenster, Haustechnik, Elektrik und Sonnenschutz optimiert werden, so die Ursprungsidee. Daraus geworden ist letztlich ein Totalumbau, das Gebäude wurde entkernt, nur das Dach und die Außenwände blieben unberührt. \"Es sollten im Zuge der Sanierung auch gleich alte Bausünden behoben werden, der Bauherr wollte eine Gesamtlösung“, erklärt Jurycz. Auf diese Weise wurde das Projekt in einer Bauzeit von 1,5 Jahren ständig erweitert, stets kamen neue Details und Ideen dazu. Dieser Umstand bedingte auch, dass mit zwei Baufirmen gearbeitet wurde. Eine erledigte den ursprünglich vereinbarten Innenausbau, die zweite baute jene Teile, die während des Bauens im Außenbereich dazukamen. So gelang es dem Bauherrn mit dem Nachbarn eine Bereinigung der Grundstücksgrenze zu erzielen von der beide profitieren. Das eröffnete ganz neue Möglichkeiten bei der weiteren Gestaltung des Vorplatzes. In diesem Zug wurde auch eine Stützmauer samt Stiege notwendig, die auch optisch einen Pluspunkt darstellt. Eine in den Hang gebaute Doppelgarage erweiterte den Garten vor dem Haus. Dort wurde ein Swimmingpool samt weißem Sonnensegel eingeplant. \"Der Bauherr wollte viel Licht und gerade Linien, Weiß ist ein neutraler Hintergrund auf dem Einbauten wirken“, erklärt der Planer die Dominanz der Nichtfarbe. Im Keller entstand dagegen ein hauptsächlich in Schwarz gehaltener Wellness- und Ruhebereich, sowie eine Einliegerwohnung als Minimalwohnheit mit aller erforderlicher Ausstattung (Bad, WC, Küche, Wohnraum). Die beiden Wohngeschosse wurden soweit wie möglich geöffnet. So entstand im Erdgeschoß ein 90m2 großer Wohn-, Ess- und Kochbereich. Notwendige Abtrennungen wurden durch Glasschiebetüren erreicht um den Lichteinfall nicht zu behindern und die offene Atmosphäre zu erhalten. Dieser Bereich wurde auch mittels Mauerdurchbrüchen und Fixframeverglasungen zum Garten geöffnet. Im Obergeschoß verbindet ein großzügiger offener Schrankbereich das Schlafzimmer mit dem Bad. Dem Kinderzimmer wurden ein eigenes Bad und ein Schrankraum zugeordnet.

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Trübe Klobrille

Projektentwickler sind üblicherweise schick gekleidet, treten smart und sportlich auf, fahren dicke Autos und werden umschwärmt von fesch herausgeputzten Damen. Gemeinsam schlürfen sie Cocktails und frönen dem Verzehr edler Speisen. Dasselbe gilt für tolle Architekten, die ihre freien Mitarbeiter so dressieren, dass am Schluss auch was am Konto bleibt. Diese Spezies begnadeter Körper kann man nur beneiden, denn ihnen fehlt offenbar auch das, was den gemeinen Menschen manchmal bewegt: der Gang auf das Klo. Anders ist es nicht zu erklären, dass die stillen örtchen in der Welt des überflusses immer mehr zur Mangelware werden. Markantes Beispiel sind die Innsbrucker Rathaus-Galerien, eine schicke und nicht zu klein geratene Mischung aus Geschäften und Gastronomie. Arm, wer dort einen Kaffee trinkt und plötzlich bedürftig wird. Die Toiletten sind tief im Keller verborgen. Was im Alltag mit durchschnittlicher Zahl von Bedürftigen gerade noch erträglich ist, erwächst sich bei Großveranstaltungen in der Innsbrucker Innenstadt zur Riesenkloschlange. Zum Verursacher, der BOE Bauobjekt Entwicklung GesmbH, dringt diese vermutlich nicht vor. Dort hält man übrigens viel vom Treppensteigen und ist stolz, dass man alle Stufen der Wertschöpfungskette einer Immobilie abdeckt. Wenn nichts liegen bleibt, braucht auch keiner die Spülung zu betätigen. Um das zu tun, müssen auch die Besucher der Skylobby im Wiener Media-Tower mit imposantem Blick auf den Donaukanal was leisten. Der stille Ort liegt zwei Stockwerke tiefer, supereffizient erreichbar über eine schnöde Nebentreppe. (art)
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Scharfe Stromspitzen

Ganze 54 Seiten umfasst der jüngste Bericht, den die Tiroler Wasserkraftwerke AG (Tiwag) kürzlich an den Landeshauptmann abgeliefert hat. Darin enthalten sind überarbeitungen jener Kraftwerksprojekte, die die Tiwag gerne verwirklichen würde. Des Weiteren liefern die Männer um Tiwag-Chef Bruno Wallnöfer einen Statusbericht zur Akzeptanz in der Bevölkerung ab. Diese habe sich in den vergangenen Monaten kontinuierlich verbessert, so der Bericht. In den betroffenen Gemeinden und bei den Bauern, die um ihre Almen fürchten, ist die Stimmung aber weiterhin ziemlich eindeutig: Wasserkraft vielleicht ja, aber bitte nicht in unserem Tal. Kraftwerksbauer, die auf den schnellen Tiwag-Auftrag hoffen, sind also vorerst gut beraten, die Geduldspille zu schlucken.

Ganz anders sieht es ein paar Berge entfernt aus. Die Illwerke Vorarlberger Kraftwerke AG investiert allein heuer 121 Millionen Euro in das Kraftwerk Kops II. Der Ausbruch der riesigen Kraftwerkskaverne in Gaschurn-Rifa ist bereits abgeschlossen, der Durchschlag des Druckschachtes erfolgte im November 2005. Weitere vierzig Millionen investieren die Vorarlberger in Instandhaltungen von bestehenden Kraftwerken und Netzen.

Seit Ende Februar steht auch fest, dass die Verbund-Austrian Hydro Power AG 365 Millionen Euro in das Pumpspeicherkraftwerk Limberg II investieren wird. Alle behördlichen Genehmigungen für das Projekt wurden erteilt beziehungsweise positiv verhandelt. Das neue Pumpspeicherwerk wird die Leistung der Speicherkraftwerke Kaprun mehr als verdoppeln, ohne jedoch mehr Wasser zu benötigen. Der Bau des Triebwasserweges und der Kaverne erfolgt komplett unterirdisch, sodass nach Fertigstellung von außen nur das Zufahrtstor in die Kaverne zu sehen sein wird. Strom liefern wird die Anlage ab 2012. Ebenfalls in Bau ist Gerlos II, wo um siebzig Millionen die Leistung auf 200 MW verdreifacht wird. Noch in der Planungspipeline steckt das Grenzkraftwerk Inn (GKI), das von einem Konsortium bestehend aus Verbund (50%), Tiwag (36 %) und den Engadiner Kraftwerken (14 %) realisiert werden soll. Rund 270 Millionen soll das Projekt kosten und 88 MW Leistung liefern.

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Mut zu Neuem

Beim Umbau der jahrzehntelang ungenutzten Wiener Gasometer war es ebenso ein Thema wie beim Streit um die Nachnutzung der ehemaligen Rinderhallen am Schlachthof St. Marx: Was tun mit Bauwerken, die ihre Funktion verloren haben? Wenn eine Stadt wie Wien im Standortwettbewerb vorne bleiben will, wird sie sich zu radikalen städtebaulichen und stadtplanerischen Maßnahmen durchringen müssen: zum Abriss alter Industrieanlagen und überschüssiger Wohnungen, zur Altlastenbeseitigung auf den frei gewordenen Flächen, zu bodenordnerischen Maßnahmen und vor allem zu Investitionen in die öffentliche Infrastruktur. Ein Blick in eine vom deutschen Leibniz-Institut für Regionalentwicklung sowie dem Städtebauinstitut der Universität Stuttgart durchgeführte Studie zeigt: Anders als in Deutschland oder österreich hat Großbritannien mit dem Stadtumbau eine über zwanzigjährige Erfahrung. Sowohl bei der Zentralregierung als auch in den Gemeinden hat sich eine Routine entwickelt, die immer wieder durch überprüfung und Neuauflagen von Förderprogrammen an veränderte Anforderungen angepasst wird. Während in der Vergangenheit vor allem große Städte Schwerpunkte des Stadtumbaus waren, werden immer mehr kleine und mittlere Städte, deren Entwicklungsprobleme in der Vergangenheit unterschätzt wurden, in Großbritannien bei der Vergabe öffentlicher Mittel für den Stadtumbau berücksichtigt.
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Hilfe fürs Mähen

Die sonnige Jahreszeit hat auch ihre weniger schönen Seiten. Die Gartenarbeit ruft. Zwar schwören viele auf die beruhigende Wirkung der Arbeit im grünen, für viele andere ist aber lediglich eine lästige Pflicht, die es zu erfüllen gilt. Im Falle des Rasenmähens noch dazu in relativ kurzen Abständen. Zu allem überfluss erweisen Rasenmäher ziemlich oft als fürchterlich unhandlich. Vor allem bei gegliederten Flächen oder bei Strauchüberhängen am Rasenrand ähnelt die Arbeit der des Sisyphus: Vor und zurück, kleine Richtungsänderung und wieder vor und zurück, bis alle Rasenstellen erreicht sind. Was sich der geneigte Hobbygärtner schon länger wünscht, ist endlich verfügbar: Ein wendiger Rasenmäher zum Lenken. Die deutsche Stiftung Innovation zeigte sich von dem Lenkmäher so begeistert, dass Hersteller Gardena dafür mit dem \"Ei des Kolumbus“ für besonders vorbildliche Neuerungen ausgezeichnet.
Der Lenkmäher hat statt eines üblichen starren Bügelholm einen teleskopierbaren Lenkstock mit Lenkrad. Der schwenkbare Lenkstock soll so auch ein bequemes seitlich versetztes Geben neben dem Rasenmäher ermöglichen. Richtungsänderungen des Lenkmähers lassen sich über eine Drehung am Lenkrad erreichen. Dank voll beweglicher Vorderräder soll der Mäher auch rasant enge Kurven nehmen und Hindernisse umfahren können. Alle Features lassen sich bei Bedarf ausschalten, so dass der Mäher auch wie ein übliches Gerät benutzt werden kann.
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Raum braucht Geld

Wolfgang Hammerer, neuer dritter Geschäftsführer der wieder einmal umstrukturierten BIG, outet sich als Kanzler-Protegé.

Unter dem nicht ganz neuen Motto »Raum kostet Geld« präsentiert sich die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) mit neuer Struktur, neuer Zentrale und neuem Geschäftsführer. Wolfgang Hammerer (42), der nach eigenen Angaben bei seiner Bewerbung die Unterstützung von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel hatte und bei seinem ersten Auftritt als BIG-Geschäftsführer mit dem EU-Präsidentschaftsarmband der Bundesregierung erschien, ersetzt im Vorstand Herbert Logar, den bisherigen technischen Geschäftsführer. Von Logar habe sich die BIG »im Einvernehmen« und zu beiderseitiger Zufriedenheit getrennt, wie Aufsichtsratsvorsitzender Peter Kamp bei der Präsentation meinte. Der zuletzt bei Meinl International in der Bauabteilung tätige Hammerer, der einen dreijährigen Vertrag mit zweijähriger Verlängerungsoption unterschrieben hat, wird in der neu strukturierten Immobiliengesellschaft für Projektfinanzierung, Controlling und den gesamten kaufmännischen Bereich zuständig sein. Christoph Stadlhuber zeichnet für Projektentwicklung, Verwertung, Marketing sowie die öffentlichkeitsarbeit der BIG verantwortlich, der aus der mit der Muttergesellschaft fusionierten BIG Services kommende Wolfgang Gleissner für die Generalsanierungen sowie die technische und kaufmännische Objektverwaltung.

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Immo-Preisschere

Tendenziell befinde sich der Markt im Aufwind, wobei sich die Nachfrage nach hochwertigen, teuren Wohnungen einerseits und nach qualitativ und preislich im unteren Segment gelegenen auseinander bewege, so Malloth. Ungebrochen ist nach wie vor der Trend zum Leben und Wohnen im Nahbereich größerer Städte: »Der Speckgürtel wurde bislang noch keiner Diät zugeführt«, formulierte es Malloth. Ebenfalls im Aufwind präsentiert sich aus Sicht der heimischen Immobilienwirtschaft der Büroimmobilienmarkt, wo Malloth einen anhaltenden Zuwachs bei der Nachfrage nach hochwertiger Infrastruktur im städtischen Bereich ortet. Bestellt werden kann der Immobilienpreisspiegel unter www.wkimmo.at
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Der Sonne entgegen

Die Umsätze der heimischen Sonnenschutzhersteller sind weiter rückläufig.

Stolze 41 Millionen Tonnen oder zehn Prozent der notwendigen Energie könnten in Bürogebäuden mit intelligentem Sonnenschutz eingespart werden, zitiert Heiner Praun vom europäischen Dachverband der Sonnenschutzhersteller ES-SO (www.es-so.org) eine Studie, die mithilfe von Gebäudesimulationen in verschiedenen europäischen Städten die Temperaturentwicklung in Gebäuden unter realistischen Klima- und Nutzerbedingungen untersucht hat. Das funktioniert allerdings nur dann, wenn ein Sonnenschutzkonzept bereits von Beginn an in die Planung einbezogen wird, ergänzt Praun - wofür es bei Bauherren und Planern bis heute ein zu geringes Bewusstsein gebe. Der im Oktober 2004 gegründete Dachverband will daher die EU-Stellen überzeugen, den Sonnenschutz in die Berechnung für den Energieausweis einzubeziehen. Der sollte laut EU-Gebäuderichtlinie ab heuer bei Verkauf oder Vermietung eines Gebäudes sowie bei Neubauten und größeren Renovierungen zur Pflicht werden, wurde aber in vielen Ländern noch gar nicht ratifiziert oder, wie in österreich, von einigen Bundesländern verschoben.

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Klick auf Architekten

Dem Ziel, gute Architektur aktiv zu kommunizieren, um den ihr zustehenden Platz im öffentlichen Bewusstsein noch stärker auszubauen, hat sich der Schweizer Verlag PSA Publishers verschrieben. PSA steht für Profiles of Selected Architects und bietet ambitionierten, einer hochstehenden Architektursprache verpflichteten Architekturbüros in vielen Ländern die Möglichkeit, sich auf einer Internetplattform einem internationalen Fachpublikum zu präsentieren. Auf der Website, die im Juli neu gestaltet wird, gibt es für die österreichische Baubranche die Möglichkeit, sich über österreichs Architekten zu informieren und einen überblick zum aktuellsten Architekturgeschehen zu bekommen. über die von Produktherstellern gesponserte \"product library“ kann gezielt nach Bauprodukten und Dienstleistungen gesucht werden, in einer eigenen Rubrik werden ab dem Sommer laufend interessante Projekte junger österreichischer Architekten vorgestellt. Zugang bekommt man auch über www.world-architects.com, wo über 1400 Architekten weltweit zu finden sind und von wo man sich in die einzelnen Länderplattformen weiterklicken kann.
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