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Ausverkauf statt Verkauf

\"Die CEE Immobilien Development AG ist ein österreichischer Immobilieninvestor, der seit 2003 an der Wiener Börse notiert“, so die etwas phantasiereiche Eigenbeschreibung der AG auf der Webpage. Tatsächlich gibt es die CEE Immo AG erst seit dem Sommer, zuvor hieß das Unternehmen SEG Immo AG. Deren Chefin Silvia Wustinger-Renezeder steuerte die AG seit ihrem Bestehen. Der Erfolg blieb allerdings aus. Im Juli 2006 sollte die AG durch eine übernahme durch die ECO Business Immobilien AG gerettet werden, was letztlich am Preis scheiterte. In der Hitze des Gefechtes wurde Bernhard Chwatal, der sich als Anker-Sanierer einen Namen gemacht hat, auf Wunsch der Kleinanlegervertreter zum Finanzchef ernannt. Nun hat für die bisherige Chefin der AG das Stünchen geschlagen. Silvia Wustinger-Renezeder scheidet mit Ende September \"auf eigenen Wunsch“ aus der CEE Immobilien Development AG aus. Dies geht aus einer Ad hoc-Meldung des Unternehmens hervor. Schon ein paar Tage zuvor wurde das Delisting bekanntgegeben, da die Kosten für die Notierung das Unternehmen über Gebühr belasten würden. So richtig ans Eingemachte geht es jedoch nun mit dem Verkauf von Assets. \"Um die bekannten fälligen Verbindlichkeiten der Wohnpark Donau Bauträger- und Vermietungsgesellschaft mbH (einer Tochtergesellschaft unserer Gesellschaft; kurz WPD) und der Gesellschaft rückführen zu können, und um eine geordnete Finanzierung der WPD und den Fortbestand der Gesellschaft zu ermöglichen, wurde der Beschluss gefasst, die WPD und andere Assets der Gesellschaft zu verkaufen“ teil Chwatal mit.
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Zu viel verlangt

Der Großteil der Mehrfamilienhäuser ist massiv zu teuer versichert«, sagt Norbert Griesmayr, Generaldirektor der VAV Versicherungs-AG und erklärt auch gleich, warum: Die den Markt beherrschenden Versicherungen würden schadensanfällige Althäuser mit überhöhten Prämien für junge und generalsanierte Bauten quersubventionieren, behauptet er. Am Beispiel von Wasserschäden, die etwa die Hälfte aller Schäden in Zinshäusern ausmachen, ließe sich das, so Griesmayr, gut festmachen. Wasserschäden treten bei jungen Häusern kaum auf, da diese mit Kunststoff verrohrt sind, bei alten Bauten hingegen gehört der Rohrbruch mehr oder minder zum Alltag. Die VAV macht deshalb Eigentümern und Verwaltern von jungen und generalsanierten Objekten ein Angebot. »Wir teilen die Bauten in vier Risikoklassen, bei Objekten, die jünger sind als fünf Jahre, und generalsanierten Bauten liegen wir mit den Prämien bis zu 30 Prozent unter jenen der Mitbewerber«, sagt Griesmayr und verspricht, dass es sich dabei nicht um ein Lockangebot handelt.
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Kampf dem Wettbewerb

Freier Wettbewerb hat seine Tücken. Aber zum Glück gibt es die Wirtschaftskammer, die uns mündige Konsumenten davor schützt. \"Leider ist es in österreich immer noch nicht selbstverständlich, beim Verkauf von Privatimmobilien einen Makler exklusiv zu beauftragen\", bedauert Oliver Brichard, Fachgruppenobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Wien, die Auswüchse der freien Marktwirtschaft.
Brichard warnt potenzielle Verkäufer von Immobilien mit seinem Lamento davor, diese ohne Makler zu verkaufen oder gar ohne Alleinvermittlungsauftrag mehrere Makler arbeiten zu lassen. Denn, so Brichards schlagendes Argument: Interessenten würden einen Ladenhüter so erkennen und den Preis entsprechend drücken. Als ob in Zeiten der Internet-Immobilienbörsen ein solcher nicht auch dann erkannt würde, wenn er nur von einem einzigen Makler angeboten wird.
Die Zumutung, den Konsumenten Informationen vorzuenthalten und damit den Preis künstlich hoch zu halten, ist eines Kammerfunktionärs würdig. Fachgruppenobmann Oliver Brichard hat sich daher unserer Ansicht nach die Auszeichnung \"Besitzstandwahrer des Monats“ redlich verdient.
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Virtualisierte Welten

Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass die Graphiken von M.C.Escher unter IT-Gurus Kultstatus besitzen. Der Niederländer stellte phantastische Welten dar, die vor Rückbezüglichkeiten, Verschachtelungen ins Unendliche und unmöglichen Perspektiven nur so wimmeln. Und doch wirken Eschers Werke seltsam real. ähnlich verhält es sich mit der Virtualisierung, die in vielem den Bildwelten Eschers gleicht. Da laufen CPUs, die eigentlich gar nicht da sind und verwalten Speicher, der zwar da ist, von dem man aber nicht weiß wo er physikalisch ist. Es laufen Betriebssysteme auf Rechnern, für die sie nie geschrieben wurden - und diese Rechner müssen nicht einmal tatsächlich existieren. Solche irrealen Rechner können über Netzwerke kommunizieren, die ihrerseits virtuell sind und keinen Meter Kupferkabel brauchen. Und über all das legt sich noch die Applikationsschicht, die wie SAP Netweaver ihrerseits auf einer höheren Ebene Prozesse virtualisiert. Bei solchen Seltsamkeiten werden auch nüchterne IT-Manager philosophisch. \"Wo fängt Virtualisierung eigentlich an. Wo hört sie wirklich auf“, grübelt SAP-Chef Wolfgang Schuckert. Auch Lexikonautoren haben es damit nicht leicht. Eine eindeutige Definition des Begriffs sei schwer, stellen die Wikipedianer gleich als Einleitung in ihrem Fachartikel fest. Immerhin ringen sie sich eine allgemeine Definition ab. Virtualisierung seien Methoden, mit denen die Ressourcen eines Rechners aufgeteilt werden und mit denen der Benutzer von der eigentlichen Hardware entkoppelt wird.

Als Buzzword hat Virtualisierung gerade Hochkonjunktur, doch die Technologie ist ein alter Hut und stammt aus dem IT-Pleistozän. Die IBM datiert die Geburtsstunde mit dem Erscheinen der altehrwürdigen S360 - der Prototyp des modernen Servers der schon vor rund 45 Jahren gelauncht wurde. Dass die Technik abseits der breiteren Wahrnehmung auf Mainframes zur ersten Blüte gebracht wurde, hat praktische Auswirkungen. Die junge Webgeneration der Programmierer, Systemmanager und CTOs tut sich mit dem Zugang bisweilen etwas schwer. \"Bei Symposien oder Präsentationen haben vor allem Senioren, die kurz vor der Pensionierung stehen, das beste Verständnis“, erzählt Martin Balaz von der IBM-Servergroup aus der Praxis. Wird also nur alter Wein in neuen Schläuchen verkauft, hübsch garniert als neuer Hype?

Vom Hype zur Realität. Der Hype rollt an, aber er hat handfeste Ursachen. \"Wir reden von keinem Buzzword. Wir reden davon, wie man vorhandene IT-Ressourcen effizienter nutzt“, sagt IBM-Mann Balaz. Was zähle sei weniger die mirakulöse Technologie, sondern deren handfeste Kostenvorteile Die Botschaft ist auch bei den Finanzern schon angekommen. \"Virtualisierung ist für unsere Kunden ein ziemlich heißes Thema. Wir werden oft aktiv darauf angesprochen“, so Balaz. In dieselbe Kerbe schlägt Martin Lauer: \"Man macht Virtualisierung sicher nicht, weil es schick ist. Es geht schlicht um das Accounting und die Kosten“, so der DACH-Vize der Softwarefirma Computer Associates (CA). Dass sich CA in diesem Markt tummelt, ist kein Zufall. Die Wurzeln des Infrastrukturmanagement-Spezialisten liegen ebenso wie die von IBM in der Mainframe-Welt. Hinter Big Blue besetzen der Serverspezialist Sun und Hewlett Packard den Hardwaremarkt, das deutsch-japanische Joint Venture Fujitsu-Siemens will diese Führungstroika durcheinanderwirbeln. \"Wir wollen die Strukturen aufbrechen und werden uns in österreich stärker im Enterprise-Bereich positionieren“, kündigt Wolfgang Mayer, Vertriebsdirektor bei Fujitsu-Siemens, an. Auch hier besinnt man sich alter Wurzeln. Fujitsu-Siemens ist beileibe nicht nur Kistenschieber im Volume-Bereich, wie hierzulande oft fälschlicherweise geglaubt wird. Fujitsu glänzt auch mit Mainframe-Erfahrung und ist in den weltweiten Performance-Wertungslisten gut platziert. Auch der Siemens-Part liefert Know-how und vor allem Image mit: Die legendäre BS2000 ist zwar schon ziemlich antiquiert, in den Ohren vieler IT-Verantwortlichen hat das System immer noch einen guten Klang. Auch neben seiner Kampfansage an die Marktleader lässt Wolfgang Mayer aufhorchen. \"Zukünftig werden wir die Hardware-Entwicklung für die Mittleren und High-end-Systeme von Sun übernehmen“, so der Fujitsu-Siemens Vertriebschef. Details über die Vereinbarung werden erst in den kommenden Wochen veröffentlicht. Als sicher darf jedoch gelten, dass die Solaris-Entwicklung von der Vereinbarung nicht betroffen ist und auch weiterhin in den Händen von Sun liegt. Mit diesem Schachzug wird Fujitsu-Siemens seine Position im Rechenzentrumsgeschäft stärken. Aber von Rechenzentren zu reden, ist fast schon altbacken.

Fujitsu-Siemens definiert das \"Dynamic Data Center“, das sich um moderne Virtualisierungs- und Automatisierungstechniken rankt, schlichtweg als Zukunft der IT. Mit der positiven Einschätzung ist Wolfgang Mayer nicht alleine. \"The next big thing“, fällt beispielsweise IBM-Servermann Balaz spontan zur Virtualisierung ein. Hardcore-Anwender sind in österreich allerdings noch selber so etwas wie eine virtuelle oder zumindest seltene Spezies. Während die Industrie ansonsten gerne Anwenderberichte veröffentlicht, herrscht hier eher Ebbe. Verwiesen wird auf Case studies in Deutschland oder der Schweiz. Die Zurückhaltung hat mehrere Gründe. Einerseits ist die klassische Anwenderschar im Bereich Großunternehmen oder Behörden hierzulande überschaubar. Andererseits sind Kunden, die technologisch vor preschen, aus Wettbewerbsgründen um Diskretion bemüht. So wird nur nur unter der Hand kolportiert, dass eine große österreichische Bank deutlich über 100 Rechner der obersten Mainframe- und Serverleistungsklassen auf gut ein dutzend physische Maschinen reduziert hat. Die Datenbankapplikationen oder auch die Personalsoftware laufen jetzt statt auf konkreten Rechnern zumeist in virtuellen IT-Welten. Bei einem deutschen Automobilbauer ist wiederum die Virtualisierung von Diensten und deren Zuordnung im Gang. Heftig evaluiert wird auch im industriellen Umfeld - vor allem dort, wo große SAP-Installationen anzutreffen sind. Als potentieller Virtualisierungskandidat gilt auch das Bundesrechenzentrum, das ebenfalls Evaluierungsprojekte laufen haben soll.

Am Weg zum Massenmarkt. Die Vorteile die die Virtualisierung zu bieten hat, sind aber beileibe nicht nur für Großunternehmen interessant. \"Ich bin neugierig, wie lange die Unternehmen für herkömmliche Lösungen noch Geld ausgeben“, sagt Novell-Chef Peter Latzenhofer. Novell setzt mit seinem auf Suse Linux basierenden Enterprise Server auf die Virtualisierungslösung XEN, die im Unix-Umfeld zu einer der Schlüsseltechnologien zählt. Welche Kosten Unternehmen bei Einsatz von Virtualisierungslösungen tatsächlich einsparen können., lässt sich jedoch auf keinen einfachen Nenner bringen. Dazu ist das Thema zu komplex. \"Ich habe ein dutzend Studien, die alle nur einen Teilbereich der Wirklichkeit abbilden“, sagt IBM-Mann Martin Balaz. Oder zu heikel: \"Natürlich haben wir interne Durchschnittswerte, aber die können wir nicht veröffentlichen“, sagt CA-Vize Georg Lauer. Die Vorteile sind trotzdem handfest (siehe Kasten). Breite übereinkunft besteht darin, dass die Virtualisierung die Auslastung bestehender Hardware drastisch verbessert. Die Firmenangaben dazu weichen leicht voneinander ab, zeigen aber alle in eine Richtung. IBM sieht in der mittleren EDV einen erstaunlich niedrigen Auslastungsgrad. Unix-Server werden demnach vielleicht zu 30 bis 40 Prozent tatsächlich genutzt. Windows Server schieben eine noch ruhigere Kugel und dümpeln laut IBM mit nur zu 5 bis 15 Prozent Auslastung beinahe schon im teuren Leerlauf vor sich hin. Fujitsu Siemens differenziert nicht nach Betriebssystemen und nennt eine durchschnittliche Auslastung von 20 bis 40 Prozent. Genau an dieser Stellschraube drehen die Hersteller. Rechenleistung oder andere Ressourcen werden nicht mehr statisch für kaum auftretende Spitzenlasten dimensioniert, sondern genau dann vergeben, wenn sie tatsächlich benötigt werden. Was sich so einfach anhört, ist hoch komplex. Die Ressourcenverteilung wird bei IBM bereits auf Betriebssystemebene in Zeitscheiben von lediglich 10 Millisekunden gesteuert und heißt dort \"Power Hypervisor“. Fujitsu Siemens hat - wie es sich für einen Hype gehört - für ähnliches wieder andere Namen. \"FlexFrame“ konsolidiert mySAP-Welten, die beliebten Blade-Server werden bei Fujitsu Siemens mit \"BladeFrames“ unter einen virtualisierten Hut gebracht. Zum BladeFrame gibt es auch konkrete TCO-Einschätzungen. Die britisch-asiatische Standard Chartered Bank hat jüngst ihre 1.200 Standorte in weltweit 50 Ländern darauf umgestellt und berichtet von einer im Vergleich zu herkömmlichen x86-Lösungen um 50 Prozent reduzierten TCO.

Mit einer gesteigerten Auslastung der CPUs alleine lassen sich solche Zahlen nicht erklären. Dazu kommen Faktoren wie kleinere Stellflächen, reduzierte Stromkosten und Wärmeabgabe oder vereinfachtes Systemmanagement. Ein wichtiger Punkt, wo die Virtualisierung schon in kleinsten Umgebungen ihre Vorteile ausspielt ist das Risikomanagement. Bei minimalen Server/Client-Konfigurationen werden ausfallende Komponenten zwar nicht dynamisch sondern manuell ersetzt. Die Wiederherstellung des Systems erfolgt jedoch faktisch auf Mausklick. Dazu kommt, dass sich virtuelle Maschinen einfacher gegen Viren oder Würmer abschotten lassen. Alles Vorteile, die auch Microsoft nicht entgangen sind. Der Softwareriese verteilt seinen \"Virtual Server 2005 R2“, der auch Bestandteil der kommenden Serverprodukte sein wird, als kostenfreien Download. Im Virtual Server arbeitet der \"Hypervisor“, eine kleine Zwischenschicht die ähnlich wie auf IBMs Mainframe bereits auf Betriebssystemebene die Ressourcenaufteilung steuert. \"Es gibt derzeit einige Mitbewerber, die das besser machen. Wir sind in österreich einer Spielphase“, gibt sich Hans Berndl, Server-Spezialist bei Microsoft, bescheiden. Noch, muss man wohl ergänzen. Denn wenn der Softwareriese einen Markt ins Visier genommen hat, darf sich der Mitbewerb warm anziehen. Die Zielrichtuntung ist auch schon abgesteckt. \"Wir bringen die Virtualisierung auf Commodity-Hardware“, sagt Berndl. Die Zeit dafür ist günstig. Die CPU-Hersteller Intel und AMD rüsten ihre neuesten Prozessoren bereits mit Virtualisierungs-Erweiterungen aus. Ein lohnender Massenmark zeichnet sich daher schon ab. Am Support wird es auch nicht scheitern. Microsoft unterstützt virtuelle Software genauso wie \"echte“ und steht damit nicht alleine. Auch Fujitsu Siemens sieht die Zukunft des \"Dynamic Data Centers“ nicht nur im Rechenzentrum. \"Die Technologie wird als Digital Home beim Endanwender die Unterhaltungssysteme steuern“, prophezeit Vertriebschef Wolfgang Mayer. Es ist also höchste Zeit, sich schon heute damit auseinander zu setzen.

Virtualisierung auf dem Prüfstand
Wie in der wirklichen Welt ist auch bei der Virtualisierung nicht alles schwarz oder weiß. So steigt beispielsweise der Komplexitätsgrad für das Systemmanagement enorm an. Ist die Implementierung jedoch erst geschafft, wird das Handling zum \"Kinderspiel“. Die Bestandsaufnahme ist nicht in Stein gemeißelt. Microsoft und die Linux-Distributoren wollen die Virtualisierung auf dem Desktop etablieren, wovon auch Kleinbetriebe und selbst Endbenutzer davon profitieren werden. Die wesentlichen Vor- und Nachteile der Vitrualisierung:

Plus: Entkoppelt die Betriebssysteme von der darunter liegenden Hardware
Plus: Ressourcen können beliebig zugeteilt und dynamisch vergeben werden
Plus: Das Risikomanagement erlebt bei Ausfallssicherheit oder Viren einen Quantensprung
Plus: Auslastungsgrad und somit auch Kosteneffizienz der Server steigt
Plus: Das Speichermanagement wird entlastet
Plus: Minimierung von Platz/Strom-Bedarf und Wärmeabfuhr
Minus: Virtualisierung ist oft noch ein \"Minderheitenprogramm“ für Großunternehmen
Minus: Der Aufwand für die Installation steigt deutlich an
Minus: Die Komplexität der Systeme nimmt dramatisch zu

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Truckerfahren

Baumeister kreativ« ist das Motto eines US-Show-Trucks, den die Bauinnung bis Mitte November durch die Bundesländer schickt. Die Galerie auf Rädern soll dem Publikum zeigen, wie kompetent die Baumeister in Planung, Konstruktion und Management sind. Gezeigt werden 33 aktuelle Hochbau- und Sonderprojekte. »Wir wollen vor allem die gewerbliche Planungsqualität stärker ins Rampenlicht rücken«, erklärt Bundesinnungsmeister Johannes Lahofer. Rund 6000 heimische Baumeister würden einen sichtbaren und bleibenden Beitrag zur heimischen Baukultur leisten, der in vielen Fällen weit über die professionelle Ausführung von Bauten hinausgeht, so die Innung. Das Planungsrecht und die Kompetenz des Baumeisters als kreativer Konstrukteur sei zu wenig bekannt und verdiene mehr Anerkennung. Während der öffnungszeiten stehen interessierten Besuchern auch Baumeister zum Gespräch zur Verfügung. Gestartet wird die Tour am 13. September in Wien, wo der Truck eine Woche bleibt. Danach tourt der Truck im Wochenrhythmus nach St. Pölten, Linz, Salzburg, Dornbirn, Innsbruck, Klagenfurt, Eisenstadt und Graz.
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Feuer frei

Das Verfeuern von Biomasse und Feinstaub werden gerne in einem Atemzug genannt. Am Institut für Ressourcenschonende und Nachhaltige Systeme an der TU Graz läuft deshalb ein Forschungsprojekt, das die Emissionen moderner Biomassekessel erheben soll. Die Käufer von Pelletskesseln können abgesehen von ihrem Pellets-Preisfrust aufatmen. »Die Emissionen liegen deutlich unter zwanzig Milligramm«, erklärt der Projektleiter Thomas Brunner. Was bei den getesteten Pelletskesseln aber sehr wohl vorhanden ist, sind kleine Emissionsspitzen beim Anfahren. Diese liegen jedoch innerhalb tolerierbarer Grenzen, so Brunner. In den nächsten Monaten werden die Daten der Biomassekessel mit jenen von ölkesseln verglichen. Die Ergebnisse dazu werden im Frühjahr 2007 vorliegen. Doch schon jetzt ist für Brunner klar, dass es Sinn machen würde, den Umstieg von alten, emissionsreichen Biomassekesseln auf Geräte neuer Bauart zu fördern.

Weiterhin illegal bleiben Landwirte, die mit dem Energiekornkessel der Firma Guntamatic Getreide verfeuern. »Richtig ist, dass es derzeit bei den gesetzlichen Anforderungen für die Verbrennung von Energiekorn eine Grauzone gibt«, sagt dazu der Guntamatic-Chef Günter Huemer. Stroh und strohähnliche Brennstoffe seien in österreich zugelassen. »Es ist aber nicht definiert, ob auch Korn zum Stroh gezählt wird«, erklärt Huemer und verweist darauf, dass Korn laut EU-Norm eindeutig als Brennstoff zulässig sei. Er hofft, dass die neue ö-NORM M7139, welche Energiekorn eindeutig als Brennstoff definiert und im Gründruck vorliegt, bald verabschiedet wird. Die neue 15 a Emissionsrichtlinie beinhalte Grenzwerte für biogene Brennstoffe, womit auch Energiekorn gemeint ist, so Huemer. Was die Emissionswerte betrifft, macht er sich keine Sorgen. Diese würden deutlich unter jenen von modernen Pellets- und Hackschnitzelheizungen liegen.

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Hightech - Solarboot im Einsatz

Läuft alles wie geplant, soll das Boot an der amerikanischen Küste entlang nach New York fahren, wo es nach rund 7.000 Seemeilen im Frühling 2007 erwartet wird. Den Projektverantwortlichen zufolge will man mit der Aktion zeigen, dass die Zeit für den Einsatz erneuerbarer Energieträger auch in der Schifffahrt reif ist.

\"Was die Energieversorgung betrifft, stehen wir vor der größten Herausforderung, die es je gegeben hat. An einer Umstellung hin zu erneuerbaren Energieträgern wird kein Weg vorbeiführen\", meint Martin Vosseler, einer der Projektinitiatoren und Präsident von Transatlantic21. Mit dem solarbetriebenen Boot wolle man zeigen, dass die Technik längst reif für diesen Umstieg sei und auch einer praktischen Umsetzung im Prinzip nichts im Wege stehe. Vosseler zufolge könnten bereits jetzt ein Großteil der zunehmenden Gütertransporte und der Freizeitboote mit erneuerbarer Sonnenenergie betrieben werden.

Für den Bau des Hightech-Katamarans zeichnet die Firma MW-Line verantwortlich, dessen Geschäftsführer Mark Wüst bereits für die Expo 2002 funktionsfähige Solarkatamarane entwickelt hat. Der Bau des mit Solarzellen, Batterien und Elektromotoren ausgerüsteten Katamarans, der für den Weltrekordversuch vorgesehen ist, ist bereits abgeschlossen. Das Solarschiff ist 14 Meter lang und sechs Meter breit und integriert eine 13 mal 6,5 Meter große Solarpanelfläche. Die Leistung der Module beträgt zehn Kilowatt und soll zwei kleine Elektromotoren sowie die ebenfalls integrierten Batterien mit Energie versorgen. Das Fassungsvermögen beträgt fünf bis sechs Personen für die überfahrt. In Küstennähe sollen rund 20 Gäste zusätzlich an Board genommen werden. Die Reisgeschwindigkeit gab MW-Line mit sechs Knoten pro Stunde (zwölf km/h) an.

\"Neben dem genialen Prinzip der Photovoltaik, eine unerschöpfliche Energiequelle anzuzapfen, ist vor allem die Wirkungseffizienz zukunftsweisend\", ist Vosseler überzeugt. So betrage der Wirkungsgrad der verwendeten Elektromotoren zwischen 80 und 90 Prozent im Vergleich zu herkömmlich eingesetzten Benzinvergasern, die es gerade einmal auf zehn bis 20 Prozent brächten. Auch die Kostenfrage wollen die Projektverantwortlichen nicht als Argument gelten lassen. Mit den voraussichtlich rund 700.000 Franken, die für die Herstellung veranschlagt wurden, bewege man sich genau im Rahmen herkömmlichen Schiffbaus. Auch müssten die billigeren Unterhaltskosten berücksichtigt werden, da Treibstoffkosten komplett wegfallen würden, so Vosseler.

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Hitze macht Druck

Warum besorgen die EVN und Wien Ener­gie der Verbund-Tochter APS mittels Unterlassungsklage das Marketing? Das war ein Gedanke, der sich nach Bekanntwerden der Klage förmlich aufdrängte. So dürfe man das nicht sehen, meinte ein Eingeweihter, der sich des Sieges sicher war. Schließlich habe die Energie-Allianz-Tochter Switch seinerzeit schon ein ähnliches Verfahren verloren und sei somit der Sieg in greifbarer Nähe. Bei Gericht beantragt wurde, dem Verbund Preisvergleiche zu untersagen, die sich nicht auf die Gesamtkosten beziehen. Der Energiekos­tenvergleich erwecke den irreführenden Eindruck, dass sich der Kunde bei einem Lieferantenwechsel wesentlich mehr an den »Gesamtenergiekosten« erspare als tatsächlich zutreffe, argumentieren EVN und Wien Energie. Weiters soll der Verbund künftig die Werbebehauptung »Sauberer Strom. Sauberer Preis« nicht mehr aufstellen dürfen. Was an diesem Slogan schlecht sein soll, wissen vermutlich nicht einmal die Marketingabteilungen von EVN oder Wien Energie. Sie selbst halten für umweltbewusste Kunden dynamische Angebote wie »NaturStrom« und »Optima Wasserkraft« bereit. Der Verbundchef Hans Haider gab sich nach Bekanntwerden der Klage betont gelassen: »Wir lassen uns gerne gerichtlich bestätigen, dass die Verbund-Energiepreise die günstigsten in österreich sind«, so Haider. Was so ähnlich auch geschah.

Die Entscheidung des Wiener Handelsgerichts ließ nämlich nicht lange auf sich warten. EVN und Wien Energie haben die Verbund-Tochter besiegt. Ob die Manager in Wien und Groß Enzersdorf darauf angestoßen haben, ist nicht überliefert. Wenn sie es getan haben, dann jedenfalls verfrüht. Der Verbund entwickelte zuletzt nämlich eine ziemlich ausgeprägte Flexibilität, was seine Werbesujets betrifft. »Günstiger Strom gehört verboten«, war da groß zu lesen und darunter in Klammer: »meinen zumindest EVN und Wien Energie.« Ein Slogan, der demnächst so ähnlich auch im TV zu sehen sein wird.

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Treppensteigen

Die Maba Fertigteilindustrie hat ihr Treppenprogramm und die Abläufe rund um Fertigtreppen überarbeitet. Die Produktionskapazität wurde um 35 Prozent erweitert, die Planung gestrafft. Für gerade Treppen hält das Unternehmen eine umfassende Typenstatik bereit. Die 3D-CAD-Konstruktion entnimmt die Bewehrung vollautomatisch aus dem Typenkatalog und leitet sie an den Bewehrungsautomaten weiter. Der Auftraggeber liefert Schalungspläne, Belastungsangaben und Belagsaufbau. Neben geraden Treppen bietet die Maba auch eine Vielzahl an Winkel- und Wendeltreppen, bei Ersteren hält das Unternehmen 69 Grundtypen bereit, Wendeltreppen werden in zehn Haupttypen zu je zwanzig Untertypen geboten.
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Organisiertes Handeln

Wir haben einen Wanderzirkus, ich bin der Direktor«, sagt Walter Handler, Seniorchef der Firma Ing. W. P. Handler BaugesmbH in Bad Schönau. Er ist seit 44 Jahren als Baumeister und Zimmermeister im Geschäft. Begonnen hat der passionierte Motorradfahrer 1962 mit zwei Maurern und einem Helfer. Damals betrieb sein Vater eine im Jahr 1862 gegründete Zimmerei und ein Sägewerk. Der Sohn integrierte den väterlichen Betrieb erst zehn Jahre später. Handler arbeitete sich in der Buckligen Welt im Umkreis des Firmensitzes hoch. In den Siebzigerjahren beschäftigte das Unternehmen zwischen dreißig und fünfzig Mitarbeiter. Zu dieser Zeit zog es Handler ins neunzig Kilometer entfernte Wien. »Ich sah vor rund zwanzig Jahren in der Stadtsanierung großes Potenzial«, erklärt der Unternehmer. Ein Umbau im Hotel Sacher war einer seiner ersten Aufträge in der Bundeshauptstadt. Auch für den Vater von Do&Co-Chef Attila Dogudan schickte Handler seinerzeit Maurer nach Wien. Heute macht Handlerbau mit seinen rund 300 Mitarbeitern einen Umsatz von rund fünfzig Millionen Euro, etwa sechzig Prozent davon in Wien. Nachdem das Unternehmen vielfach als Generalunternehmer tätig ist, werden rund dreißig Millionen Umsatz an Subunternehmer weitergegeben.
Trotzdem donnern täglich Dutzende Firmenfahrzeuge über die A 2, um Arbeiter und Material auf die Baustellen zu bringen. Arbeitsbeginn dort ist sieben Uhr. Auf dem weitläufigen Firmengelände starten die Aktivitäten bereits zwei Stunden früher, wenn Bauherrn und Architekten noch den Schlaf der Gerechten schlafen.
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