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Transatlantische Freundschaft

(+) plus: Mit dem Merger von Alcatel-Lucent um die Jahreswende hat Ihr Konzern konsequent eine Entwicklung fortgesetzt, die vor rund einem Jahrzehnt begonnen hat. Aus dem Mischkonzern Alcatel wurde ein reines Telekomunternehmen.
Franz Hofbauer: Was den Merger mit Lucent betrifft, ist die Freude ungetrübt. Aber wir zahlen in österreich auch unseren Preis, weil wir den sehr gut funktionierenden Eisenbahnsicherungssektor abgeben müssen. Das schmerzt. Anfang des Jahres wurde dieser Teil an Thales übertragen.

(+) plus: ändert sich an der rechtlichen Organisation etwas?
Hofbauer: Nein, daran nicht, aber die interne Organisation ändert sich. Wir sind Teil einer organisatorischen Einheit, die heißt Central-Europe. Dazu gehören die Schweiz, Polen, Ungarn, Tschechien und die Slowakei. Die Hauptverwaltung sitzt in Wien. Die zentraleuropäischen Ländern kriegen dadurch eine wesentlich höhere Bedeutung.

(+) plus: Jetzt bringt der Merger in der globalen Perspektive natürlich gewaltige Synergien, er bedeutet aber gleichzeitig einen Kulturschock. Wenn Amerikaner auf Franzosen treffen, dann geht das nie friktionsfrei ab. Wie ist da die Befindlichkeit des Unternehmens?
Hofbauer: Das ist hochinteressant. Wenn wir 122 Jahre zurückgehen, dann waren wir rein österreichisch. 1905 waren wir amerikanisch mit Western Electric. 1925 wurden wir zur ITT. Bis 1986 waren wir eine amerikanische Firma, ehe wir eine französische geworden sind. Jetzt sind wir ein Mischmasch. Ich finde das gut, wenn stärkere amerikanische Managementphilosophie in den Konzern kommt. Alcatel war ein rein nach französischen Vorstellungen geführter Konzern und das hat in manchen Teilen der Welt nicht so gepasst. Wenn Serge Tscheruk etwas gesagt hat, dann hat der liebe Gott gesprochen. Da hat man nicht widersprochen. Bei Meetings hat der Ranghöchste das Wort geführt und man hat ihn nicht korrigiert. Die ersten Meetings mit den Amerikanern habe ich schon wieder sehr erfrischend gefunden.

(+) plus: Wie wirkt sich das auf die Situation in österreich aus?
Hofbauer: Wir sind da sehr flexibel. Wir haben mit den Franzosen gut gekonnt, sie sind sehr gern nach Wien kommen, waren sehr intellektuell und kulturell interessiert. Das war für uns österreicher immer leichter als für die Deutschen, die eher ein Problem haben, Franzosen als Chefs zu akzeptieren. Wir österreicher können uns das sowieso nie aussuchen.

(+) plus: Was ist aus Ihrer Sicht aus dem Lucent-Portfolio am wichtigsten?
Hofbauer: Wir sind mitten im Portfoliovergleich. Da ist sehr viel Detailarbeit notwendig. Die erste Erkenntnis ist, dass wir in österreich kurzfristig nichts ändern müssen.

(+) plus: Alcatel war ja Netzlieferant der tele.ring und daher vom Verkauf an T-Mobile sehr betroffen.
Hofbauer: Ja, da ergeben sich ganz neue Aspekte. Mich hat sehr gefreut, dass sich die an sich schwierige Ausgangssituation für das Jahr 2006 zum Positiven gedreht hat. T-Mobile hat sich nach der übernahme sehr fair verhalten. Jetzt haben wir wesentlich mehr Anknüpfungspunkte. Die offenen Aufträge wurden professionell abgewickelt. Wir haben Aufträge im Servicebereich bei T-Mobile gewonnen. Im Hardwaregeschäft waren wir sehr aggressiv, aber Siemens hat sich den Kunden nicht wegnehmen lassen. Wir wollten unbedingt hinein, Siemens wollte den Kunden unbedingt halten. T-Mobile war der lachende Dritte. Noch wichtiger ist die mobilkom, weil sie Teile des Netzes von tele.ring gekauft hat, um es in Osteuropa zu verwenden. Dadurch haben wir dort eine Stellung, die wir vor einem Jahr nicht hatten. Die Situation für uns hat sehr viel Charme.

(+) plus: Auch in Deutschland ergeben sich neue Chancen, nachdem ja das Management von tele.ring zu EPLUS gewandert ist und ihr Team jetzt das Outsourcing bei EPLUS anbietet.
Hofbauer: Das ist ein Projekt, das von österreichern betrieben wird. Dass wir dort anbieten können, hat natürlich mit den jahrelangen exzellenten Kontakten mit den jetzigen EPLUS Managern zu tun.

(+) plus: Auslandsaufträge werden aber nicht über österreich fakturiert?
Hofbauer: Nein, sicher nicht. Aber das ist Teil meiner Message an unsere Mitarbeiter. Es ist nicht mehr unser Ziel, dass einzelne rechtliche Einheiten fast in Konkurrenz zueinander versuchen, ihren Landesteil auszuweiten. Jetzt sehen wir das aus der Perspektive des Gesamtkonzerns. Das ist ein neuer Ansatz durch den Merger mit Lucent.

(+) plus: Wie lässt sich dann der Erfolg der heimischen Organisation messen?
Hofbauer: Neben dem Erfolg in österreich ist auch der in Zentraleuropa wichtig. Mehrere Mitarbeiter der Geschäftsleitung der Alcatel Lucent Austria haben jetzt formal die Verantwortung für ihre jeweilige Funktion für alle sechs zentraleuropäischen Länder übernommen. Dies gilt für die Services, den Presales-Bereich sowie für die Finanzen. Wir haben mehr Verantwortung. Wie wir mit der Arbeit zurechtkommen, wird sich zeigen. Wir können unsere Ressourcen besser einsetzen. Der Telekommarkt in Polen, in Tschechien, in der Slowakei, in Ungarn hat natürlich höhere Wachstumsraten als der heimische Markt. Da ist es natürlich, dass wir zunehmend Projekte in diesen Ländern haben. Die Länderschranken sind weniger wichtig.

(+) plus: Aber Umsatz und Ertrag bleiben ja Messgrößen. Das ist auf Länder­ebene leichter darstellbar als bei übergreifenden Projekten. Wie geht Alcatel-Lucent hier vor?
Hofbauer: Eine wesentliche Frage, aber: Wir sind nicht die Muttergesellschaft der zentraleuropäischen Töchter. Das ist anders als bei Siemens. Wir wurden schon in den vergangenen Jahren gemessen am Länderumsatz. Wenn NextiraOne etwa eine Anlage verkauft hat, wurde das von Paris aus an Nextira verrechnet, von Nextira an den Endkunden. Der Umsatz wurde statistisch uns zugerechnet. Das war die Erfolgmessgröße. Gewinn war nicht so sehr die Messgröße, weil da kommt man ja sehr rasch zur Transferpreisproblematik. Hier wurde schon bisher der End-to-End-Margin gemessen. Die industrielle Seite und die Vertriebsseite wurden zusammengerechnet. Es gab eine gemeinsame Verantwortung. Wenn die Produktion zu teuer war und wenn wir zu billig angeboten haben, dann haben beide Seiten darunter gelitten. Wir haben jetzt ein komplexeres System, eine Art Matrix aus Sparten und Regionen. Wie das praktisch funktioniert, werden wir in ein paar Monaten sehen.

(+) plus: Wenn Sie sich die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre anschauen, was war für Sie die größte überraschung und was die größte Enttäuschung?
Hofbauer: Wir sind das Unternehmen, das in dieser Zeit am radikalsten In- und Outsourcing betrieben hat. Vor zehn Jahren hatten wir noch mehr als 2000 Mitarbeiter. Wir hatten noch eine Fabrik. Wir haben Produktion, Logistik und so weiter ausgelagert. Wir haben klar definiert, was unser Kernbereich ist. Wir haben ausgelagert und uns auf Servicetätigkeiten konzentriert. Wir haben die Servicemannschaft der ABB übernommen und damit tele.ring als Kunden betreut und dann den vielbeachteten Outsourcing-Vertrag mit One abgeschlosssen. Wir haben radikal unsere Skills umgeschichtet. Wir haben radikal restrukturiert. Gleichzeitig haben wir die Mannschaft und das Managementteam verjüngt. Das hat vieles möglich gemacht. In der Struktur von vor zehn Jahren wären die heutigen Geschäftserfolge nicht möglich gewesen. Wir haben uns frühzeitig auf Breitbandthemen konzentriert, auf Next Generation Network. Wir haben uns von Dingen verabschiedet zu einem Zeitpunkt, da die immer noch sehr gut funktioniert haben. Das hat uns eine neue Zukunft eröffnet.

(+) plus: Wie sieht Ihre persönliche Planung aus?
Hofbauer: Ich habe einen Vertrag bis April 2008, den werde ich mit großer Freude erfüllen.

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10 Jahre Telekom und IT

Am Anfang war der Quotendruck. So steht es in dem im Juni 1997 erschienenen ersten Vorausexemplar des Telekommunikations Report des Report Verlags. Die »IT« im Namen des Branchenmagazins ist noch kein Thema, dafür ist österreich ausgewiesener OECD-Rekordhalter bei den Telefongebühren. Freilich ein Benchmark mit Ablaufdatum - die Blicke richten sich auf den baldigen Start des liberalisierten Festnetzmarktes am 1. Jänner 1998. In den Monaten davor rauchen die Köpfe: Ministerialrat Alfred Stratil hat die mittlerweile 47. Fassung des auszuarbeitenden Telekommunikationsgesetzes am Tisch, der Druck auf Verkehrsminister Caspar Einem, das TKG durchzuboxen, wächst, und alles sucht nach einem Regulator, der den Exmonopolisten Post & Telekom Austria in die Schranken weist. Die Vergabe der dritten GSM-Lizenz wird in Kürze über die Bühne gehen. Eine internationale Crew - Norweger, Dänen, Briten und Deutsche - unter dem Namen Connect Austria bekommt den Zuschlag erteilt und beginnt Mitte 1998 mit dem Netzbetrieb. Im Festnetz ist freilich von einer solch breiten Marktaufbereitung anfangs noch nicht viel zu spüren. Die neuen alternativen Anbieter geben sich noch ausschließlich bei den Großkunden die Klinke in die Hand. Diskutiert wird, ab wie vielen Umsatzmillionen Kunden für die alternativen Telkos interessant sind. Kleinere Firmen oder gar Private werden erst im Laufe der nächsten Monate angesprochen. Mit von der Partie, die sich in die Breite orientiert, ist auch ein heute noch bekannter Name: UTA.
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Ohren auf!

Die meisten Leute die im Besitz von digitalen Musikplayer sind, wollen die auch auf Reisen genießen, ohne dabei von lauten Motorengeräuschen gestört zu werden. Mit den neuen Reisekopfhören von Sennheiser soll dies auch möglich sein. Da beide Kopfhörer vor allem für Reisende und ihre Bedürfnisse konzipiert sind, lassen sie sich einfach und schnell zusammenklappen und dann Platz sparend im praktischen Transport-Case verstauen.

Die laut Hersteller herausragende Klangqualität entsteht durch drei Faktoren: Die adaptive Schallwanddämpfung sorgt für eine konstant gute Basswiedergabe. Die patentierten Duofol-Membranen verhindern unerwünschte Teilschwingungen und sorgen so für störungsfreien, kristallklaren Sound. Schließlich neutralisiert das Gegenschallsystem NoiseGard aktiv Lärm: Ein winziges Mikrofon außen am Kopfhörer nimmt die Umgebungsgeräusche auf, ein Prozessor errechnet dazu den so genannten Gegenschall und legt ihn darüber. Das Ergebnis: die beiden akustischen Signale heben sich gegenseitig auf, der störende Lärm dringt nicht mehr ans Ohr. Im Falle des PXC 350 verringert ihn das bewährte System NoiseGard Advance um bis zu 85 Prozent. Der PXC 450 reduziert Lärm sogar um bis zu 90 Prozent, dank des neuen Systems NoiseGard 2.0.

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In neue Höhen

Dieser Tage wird in der Netzausrüsterszene kräftig umgerührt. Nach dem Verkauf des Telekommunikationsgeschäfts der britischen Marconi an die schwedische Ericsson, dem Zusammenschluss der Siemens-Netzausrüstersparte mit Nokia, des polternden Marktauftritts der chinesischen Huawei und des Megamergers von Lucent mit Alcatel steht die Branche Kopf. Nun macht auch die kanadische Nortel dem aufgeblasenen Portfoliofrust Luft und stößt ihr UMTS-Geschäft an Alcatel ab. Die Bereinigungstendenzen des Marktes werden bei Nortels kleinem österreichpartner Kapsch CarrierCom mit Argusaugen beobachtet - wurde doch erst Mitte Dezember ein umfangreicher Auftrag aus übersee an Land gezogen. Beauftragt wurde Kapsch mit Softwareentwicklung für das Digital-Zugfunksystem GSM-R beim Kunden Deutsche Bahn. Das Entwicklungsvolumen inklusive Produkttests und Abnahmen im Nortel-Testcenter in Friedrichshafen beträgt sechs Mannjahre. »Kapsch CarrierCom hat aufgrund seiner Aktivitäten in den Bereichen GSM und UMTS und durch sein eigenes GSM-R-Labor langjährige Kompetenzen aufbauen können«, bekräftigt KCC-Sprecher Hans-Georg Mayer das Interesse des großen Partners.

Die Zusammenarbeit könnte - ginge es nach den Wienern - künftig noch einen weiteren Schritt gehen. »Es laufen bereits Gespräche, die gesamte GSM-R-Entwicklung aus Deutschland nach Wien zu holen«, so ein Insider. Die Wiener kämpfen aber auch an anderer Front, denn Carrierausrüster Alcatel überprüft derzeit die Bedeutung des Lucent-Merger-Portfolios fürs heimische Business. Wohl möglich, dass man dabei den Wienern frontal kommt, schließlich ist Kapsch seit Jahren Vertriebspartner für die kanadischen Netzwerker. Doch stellt sich die Mannschaft um KCC-Vorstand Thomas Schöpf bewusst den neuen Marktverhältnissen. Um ebenfalls im Carrierbereich künftig besser Fuß fassen zu können, wurde Branchenhaudegen Peter Futterknecht akquiriert. Der neue CTO soll das Traditionsunternehmen in die ergiebigen Telcogewässer steuern. Untiefen und Strömungen der Szene sind dem Technikkapitän bestens bekannt: Die berufliche Laufbahn begann Futterknecht bei Alcatel als Verantwortlicher fürs Netzwerkmanagement. Die weiteren Stationen: Leiter Netzwerkbetrieb bei der UTA, dann Head of Network beim Mobilfunker One. Die Alcatel-Vergangenheit kam ihm dann wieder bei einem weltweit beachteten Projekt zugute: Ende 2003 lagerte One den Netzbetrieb an die Franzosen aus.

Applikationen. Der neue Technikchef will Kapsch CarrierCom nun »für die Zukunft aufstellen«, wie er sagt. Noch sei der Dienstleister aktuellen Technologien verhaftet, Aktivitäten Richtung NGN und IMS werden daher angestrebt. Besonders im Softwaregeschäft will der Experte die Time-to-market-Raten seines neuen Arbeitsgebers verbessern können. »Wir werden in Zukunft viel am Applikationslayer bewegen. Dazu sind aber Termintreue und jene Qualitätsanforderungen nötig, die Carrierkunden voraussetzen«, beschreibt Futterknecht die angestrebte Metamorphose des IKT-Dienstleisters zum Carrierspezialisten. Also gelte es, auch die Releasezyklen im Telcogeschäft zu verkürzen. Die Digitaltechnologie ist nach zwanzig Jahren im Amt bereit zur Ablöse, das Next-Generation-Network werde nach weiteren sieben Jahren von IMS-Themen in den Hintergrund gedrängt werden. »Es geht dabei nicht um einen Selbstzweck der Industrie, sondern um Maßnahmen, künftigen Anforderungen besser entsprechen zu können.«

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Katalysator fürs Business

Die Rezession der letzten Jahre langte in den USA besonders tief ins Netzwerkgeschäft hinein. Entsprechend groß waren die Effekte von Breitbandinvestitionen auf das Wirtschaftswachstum«, ist für Accenture-Partner Gerhard Sundt der amerikanische Markt bei Breitband-Investeffekten ein offenes Buch. Während in österreich der volkswirtschaftliche Nutzen einer Breitbandinfrastruktur von Zigarrenklubs bis zum Wirtshaustisch noch wild diskutiert wird, liegt für die Analysten der Return-on-Investment von xDSL, Kabelbreitband, Fiber-to-the-home und HSDPA klar auf der Hand. Wenn auch der Benefit für den einzelnen Unternehmer oder Konsumenten global nicht leicht herausrechenbar ist, wie das US-Beispiel zeigt: »Klarerweise haben dort vor allem die Technologielieferanten ein hervorragendes Geschäft gemacht«, gibt Sundt unumwunden zu.

Der Massenmarkt der Konsumenten kann den Breitbandeffekt bis dato bestenfalls erahnen. Gerade aber Herr und Frau Meier sind für die Zukunft von Breitband essenziell: Breitbandtechnologie bekommt erst dann in der Wirtschaft Gewicht, wenn die schnellen Leitungen die Massen erreichen. In Expertenkreisen wird eine Marke von zehn Prozent Marktdurchdringung als Wendepunkt in der Evolution einer Technologie gesehen. Ab dieser Grenze wird angenommen, dass das Kundenwachstum nicht mehr geradlinig, sondern wesentlich exponentiell steigt. Der Vertrieb der Portfolios rund um die neuen Technologien wird dann zum Selbstläufer: Geringere Produktkosten für die Endkunden, Mundpropaganda und Netzwerkeffekte im Wirtschaftsökosystem verhelfen zum Höhenflug in Rollout.

Katalysatoreffekte. Für Sundt stellt sich die Frage nach dem Nutzen von Breitband schon lange nicht mehr. Für ihn ist eine starke IKT-Infrastruktur Basis für jeden gesunden Wirtschaftsstandort. Breitband helfe dabei den Unternehmen nicht nur im Produktabsatz und der Kommunikation mit den Endkunden, sondern ermöglicht auch das Bestehen dezentraler industrieller Strukturen. Während dies in österreich aufgrund der Konzentration der Konzerne auf wenige Inseln wenig bedeutungsvoll scheint, ist in Ländern wie Deutschland Breitband für die Industrie überlebenswichtig. Dort herrschende dezentrale Strukturen vor, die Industrie braucht den Datenhighway ebenso dringend, wie Schiene, Straße und Strom benötigt werden. Dabei hat Breitband eine bedeutende Charaktereigenschaft mit jenen innovativen Schlüsseltechnologien gemein, die nachhaltig das BIP der Staaten dieser Welt positiv beeinflusst haben. Elektrizität, Telefonie, Eisenbahn oder Flugverkehr haben radikal Gesellschaft und Wirtschaft verändert. Der wesentliche Charakterzug war der gleiche: das Verbinden von Menschen - Interconnection. Dadurch konnten Einzelne, ganze Communitys, Unternehmen und Industrien effizienter interagieren und miteinander kommunizieren. Die umzusetzenden Maßnahmen und Investitionen für den Rollout jeder einzelnen Technologie waren freilich enorm. Enorme Größe hatte aber auch das Ergebnis, hatte der Benefit für die Volkswirtschaft.

Zahlreiche Studien weisen einen kausalen Zusammenhang zwischen der Verbreitung und Qualität von IKT und der Produktivität respektive dem Wirtschaftswachstum nach. Dank der treibenden Kraft der Breitbanddienste kann der europäische IKT-Markt heute mit guten Wachstumsraten aufwarten. Einer Studie des Marktforschungsinstituts EITO zufolge ist 2006 die IKT EU-weit um 3,1 Prozent auf 644 Mrd. Euro gewachsen. Das stärkste Wachstum gibt es in den neuen EU-Ländern, vor allem im IT-Bereich. Die IKT-Entwicklung ist zu einem Selbstläufer geworden: Die Experten gehen für 2007 von einem Zuwachs von 2,9 Prozent auf insgesamt 663 Mrd. Euro IKT-Markt aus. Für die positive Entwicklung zeichnet vor allem die starke Nachfrage nach Internet- und Datendiensten verantwortlich. Diese werden auch in den nächsten Jahren den Umsatzrückgang bei Sprachdiensten der Betreiber mehr als wettmachen: Voice ist zwar noch immer Cashcow im Festnetz, aber längst kein Wachstumstreiber mehr. An Stelle des klassischen Geschäfts mit Sprachminuten treten nun Breitbanddienste, IPTV und Online-Content. Der Ausbau der Datenautobahn im Festnetz ist auch 2007 Investitionstreiber Nummer eins in der Szene. Der Umsatz der europäischen Branche wächst in diesem Bereich um 7,8 Prozent. Zum Vergleich: Die Mobilfunksparte wächst im gleichen Zeitraum gerade mal um 2,8 Prozent.

Tendenzen zur Wirtschaftlichkeit. Die OECD kam in einer weiteren Studie zum Schluss, dass der IKT-Beitrag zum gesamten Wirtschaftswachstum der gemessenen Volkswirtschaften von durchschnittlich zwei Prozent derzeit zwischen 0,3 und 0,8 Prozentpunkten liegt und somit wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes ist. In den USA, Kanada, den Niederlanden und Australien nimmt der IKT-Beitrag ein Viertel des gesamten Wirtschaftswachstums ein. In österreich erwirtschaftet die IKT jährlich rund 12,5 Mrd. Euro und entspricht damit bereits der Größenordnung der Tourismussparte. Mit dem IKT-Markt liefern 126.000 Beschäftigte einen substanziellen Anteil von rund sechs Prozent des BIP. Durch ein teils noch vorherrschendes fehlendes IKT-Bewusstsein ist das Beschäftigungspotenzial bei IKT-Anwenderjobs aber noch immer nicht ausgeschöpft. Die OECD rechnet mit insgesamt 300.000 Arbeitsplätzen, die unmittelbar im IKT-Bereich hierzulande möglich wären.

Länder wie die USA oder der skandinavische Raum zeigen, dass eine konsequente wirtschaftliche Ausrichtung auf neue Informations- und Kommunikationstechnologien das Wachstum sichert. Breitband wird dabei als »Missing Link« für die Entwicklung des gesamten IKT-Bereichs gesehen. Kurzfristig wirken sich Breitbandinvestitionen auf das Wirtschaftswachstum auf direktem Wege aus. Langfristig aber sind die schnellen Datenleitungen Multiplikator und Katalysator für zahlreiche Folgeerscheinungen, die einem Schneeballeffekt gleich ausgelöst werden und viele neue Wege in der Wirtschaft erschließen. Breitband generiert zusätzliche Arbeitsplätze im Industrie- und Dienstleistungssektor, beschleunigt technologische Innovationen und bildet eine Stütze der Wissensgesellschaft.

Keine schlechten Aussichten für einen Wirtschaftszweig.

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Einzigartigkeit gefeiert

Gegründet im Herbst 2001, feierte die Klosterneuburger SAP Business School ende 2006 ihr fünfjähriges Bestandsjubiläum. Das Erfolgsrezept ihres Leiters Wolfgang Mathera: Mit den Bereichen Wirtschaftsinformatik und Geschäftsprozessmanagement wird ein weltweit einzigartiges modulares Ausbildungsmodell für Manager angeboten. »Als wir vor fünf Jahren begonnen haben, war Geschäftsprozessmanagement bestenfalls ein Geheimtipp. Heute ist Geschäftsprozessmanagement das Thema der Zukunft«, so Mathera. Unternehmen würden von der Möglichkeit profitieren, organisatorische Zusammenhänge geschäftsprozessorientiert beschreiben zu können. »Damit lassen sich Veränderungen einfacher umsetzen. Außerdem werden Schwachpunkte sofort aufgezeigt und können behoben werden.«

Derzeit werden rund 200 Prozessmanager pro Jahr ausgebildet, von der Basis- bis zur SAP Experten-Zertifizierung. »2001 sind wir mit 38 Teilnehmern gestartet, heute haben wir jährlich mehr als 1000 Teilnehmer«, reüssiert Mathera. Das Gros der Teilnehmer kommt aus Wien und Umgebung, beachtliche 30 Prozent sind internationaler Herkunft. Mit dem Wintersemester 2006/07 wurde die Universität Linz neuer wissenschaftlicher Kooperationspartner der Business School. Und kürzlich wurde das Institut im Uniranking des deutschen Centrum für Hochschulentwicklung und der Zeitung »Die Zeit« auf Platz 3 unter den deutschsprachigen Wirtschaftsinformatikinstituten gewählt.

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Kundenservice

Kundenservice heißt schnell, effizient und flexibel auf Kundenwünsche reagieren. Die Zeitspanne von der Bestellung eines Produktes bis hin zur Auslieferung so kurz wie möglich zu halten ist unser Ziel«, freute sich Alois Miedl, Leiter Customer Service Telekom Austria, jüngst über den einmillionsten Geschäftsfall des konzern­eigenen Ordermanagementsystems. Ziel der Prozessplattform ist die Reduktion von manuellen Arbeitsschritten und die Verkürzung von Durchlaufzeiten bei Bestellvorgängen. So konnte beispielsweise die Zeitspanne von der Bestellung eines Breitband-Anschlusses bis zur Herstellung beim Kunden um 40 Prozent reduziert werden.

Früher mussten die einzelnen Schritte händisch bearbeitet werden. Ein vollständig einheitliches Customer-Care- und Billing-System ist beim Incumbent aber auch heute noch nicht realisiert. Das Megaprojekt mit dem israelischen Softwareanbieter und Amdocs-Konkurrenten maxbill geht ins nunmehr vierte Jahr. »Dieses Zeitfenster ist bei Projekten dieser Größenordnung planmäßig«, wiegelt Miedl ab. 2007 werden weitere Module zugeschaltet, man sei eifrig am Testen. Insider rümpfen darüber die Nase, »alles über zwei Jahre Laufzeit gilt als verfehlt«, heißt es in der Branche. maxbill war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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Trotzreaktion

Vom 30. Jänner bis 1. Februar 2007 steht das Messezentrum Wien wieder im Mittelpunkt der IKT-Branche. Im dritten Jahr der Veranstaltung ist die ITnT flächen- und ausstellermäßig weiter gewachsen und findet nun zum ersten Mal in zwei Hallen statt (Halle A und B). »Die ITnT ist ein wichtiger Impulsgeber für die IKT-Branche«, hat ­Matthias Limbeck, Geschäftsführer Reed Exhibitions, den Messevorgänger exponet endgültig überlebt. Limbeck rechnet mit einem Besucherwachstum von zehn Prozent, 2006 konnten die Wiener 15.600 Anwesende zählen.

326 Unternehmen sind an Bord, nur wenige große Teilnehmer aus dem Vorjahr pfeifen heuer auf die Plattform. NextiraOne etwa setzt auf ein eigenes Regionalkonzept und die in Turbulenzen geratene Avaya hat derzeit wohl andere Sorgen. überraschend kam für Limbeck aber das plötzliche Storno des Branchenprimus mobilkom Anfang Dezember. »Dass die Absage nach unserem konzerninternen Wechsel des Telefonieanbieters von A1 zu T-Mobile erfolgt ist, ist wohl eine Trotzreaktion«, ärgert sich Limbeck. »Die Entscheidung für den Wechsel ist in Deutschland passiert. Ich kann da auch nicht anders, wenn das Angebot des Mitbewerbers nunmal besser war.« Neu im ITnT-Boot finden sich 2007 hingegen S&T, Fabasoft, Winterheller, Samsung und der Gemeinschaftsstand »E-Gov-City« der Plattform Digitales österreich. Samt Präsentation von E-Government-Granden wie dem BRZ.

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Wege zur Konvergenz

Jürgen Magiera, Netzwerkexperte bei Computer ­Associates sieht Unternehmen in Gefahr, die Komplexität künftiger Netzwerkkonzepte zu unterschätzen. Besonders bei der viel beschworenen Konvergenz von Sprach- und Datenleitungen sollten Firmen auf den richtigen Werkzeugkasten setzen, um im Anlassfall (oder bereits davor) nicht die komplette IT runterfahren zu müssen.

»Konvergente Netzwerke sind nicht simpel«, warnt Magiera und plädiert für den Einsatz von neuerer Hardware zur Netzüberwachung. »Gute Fehlererkennung erkennt nicht nur, was falsch läuft, sondern auch welche Netzwerkteile davon real betroffen sind. Etwa ob ein Ausfall eine geschäftskritische Sprachleitung betrifft oder eben nur einen FTP-Server.« Moderne Managementsysteme würden diese Systeme regelmäßig messen - aus Sicht des Endusers. »Damit können Trends im Netzwerk schneller erkannt werden.«

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Endlich verstehen

Wenn Siemens wüsste, was Siemens weiß, wäre wohl der größtmögliche Wissensstand produziert - geholfen wäre aber niemandem.« Das Thema Wissensmanagement bewegt Unternehmen seit Mitte der Neunzigerjahre. Es wurde gesucht, geforscht, analysiert und wieder verworfen. Die Lösung am Ende des Tages: Es gibt keine Lösung für Wissensmanagement per se. Jedoch können IT-Systeme Wissensprozesse unterstützen und optimieren - vorausgesetzt, sie sind flexibel genug und können den Anwender verstehen. Die Unternehmen lechzen bereits danach: Der Informationsberg wächst in erschreckendem Ausmaß. Dokumente, Bilder und Mailfluten überschwemmen die Geschäftswelt und Konsumenten gleichermaßen. Eine zukunftsreiche Disziplin will nun den Anwender unterstützen, seine individuelle Nachfrage nach spezifischer Information schnell zu befriedigen: semantische Technologien. Anlässlich der zweiten Technologiekonferenz »Semantics 2006«, die Ende November in Wien stattfand, wurde der Eintritt in die »Semantic Web 2.0«-Generation mit praxisorientierten Anwendungen für die Wirtschaft diskutiert. Zur Debatte wurden freilich die Begrifflichkeiten selbst freigegeben - ganz nach Tradition der New Economy. »Ich mag den Ausdruck Web 2.0 nicht«, windet sich Nokia Research Fellow Ora Lassila, selbst seit elf Jahren federführend im W3-Consortium von Web-Erfinder Tim Berners-Lee tätig. »Die Nummerierung impliziert, dass es eine Version 2.0 und folglich auch eine Ausgabe 1.0 des Webs gegeben haben muss - was schlichtweg Blödsinn ist«, kann sich der Techniker nicht mit der neuen Marketingblase rund um Social Software und all die anderen Web-Revolutionen anfreunden. Für den Finnen ist das WWW einer ständigen, natürlichen Entwicklung unterworfen. Marketingspitzen werden bestenfalls belächelt und von der Community mit Argwohn betrachtet.

From Integration to Services. Rund 180 Teilnehmer fanden zur Konferenz mit dem Untertitel »From Vision to Applications« zusammen. Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft präsentierten aktuelle Erfahrungswerte zum Einsatz semantischer Technologien. Worum es dabei geht, ist theoretisch leicht erklärt: Durch die inhaltliche Beschreibung, die semantische Anreicherung, von Datenbeständen werden Maschinen mittels maschinenlesbarer Metadaten und Scripts in die Lage versetzt, autonom Daten zu verarbeiten. Der Computer sollte in der Lage sein, den Kontext, in dem Daten erzeugt und abgelegt werden, zu verstehen und darauf basierend für den Nutzer relevante Daten selektieren, verarbeiten und ausgeben können. Semantische Technologien helfen in erster Linie, der steigenden Datenflut Herr zu werden und bestehende Wissensressourcen effizienter zu nutzen. Die Grundlage dafür bilden standardisierte Verfahren für die strukturelle und inhaltliche Beschreibung und Organisation von Daten. Die aktuelle Forschung zum Semantic Web und den zugehörigen Technologien findet in einem multidisziplinären Umfeld statt und umfasst neben der Informatik Forschungsgebiete wie Wissensrepräsentation, Terminologiemanagement, Informations- und Wissensmanagement, Usability-, Sprach- und Lernforschung. Die Interdisziplinarität hat die technologische Schlagseite in der Begriffsdiskussion weitgehend entschärft.

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