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Risiko nicht beseitigt

Von Daniel AJ Sokolov

üblicherweise registrieren Phisher Webadressen, die denen einer echten Bank täuschend ähnlich sind. Deren Kunden werden per E-Mail auf diese Seite gelockt und dort zur Eingabe ihrer Codes aufgefordert. Bei Erste Bank und Sparkasse können sich Phisher die Domaingebühr sparen und gleich einen Original sparkasse.at-Link verwenden.

Durch einen (der Report-Redaktion bekannten) Zusatz zu einer echten sparkasse.at-Adresse wird der Webserver von Erste Bank und Sparkassen dazu veranlasst, auf einen ganz anderen Server umzuleiten. Die Adresse sieht dann so ähnlich aus wie https://www.sparkasse.at/xyservice/blabla.htm?target=http://www.report.at - das genaue Format wird aus Sicherheitsgründen hier nicht veröffentlicht.

In diesem Beispiel würde der echte Sparkassen-Server ohne Zwischenwarnung zur Website des Report Verlages umleiten. Von einem Angreifer kann jedes beliebige Ziel definiert werden - also auch ein Server mit einer täuschend ähnlichen Kopie der Netbanking-Applikation. Kunden könnten der ursprünglich aufgerufenen sparkasse.at-Adresse vertrauen und gutgläubig ihre PIN- und TAN-Codes eingeben, in der Annahme, eine überweisung zu tätigen. Mit diesen Daten könnten die Phisher dann das Bankkonto leer räumen.

Bisher sind auf dieses Sicherheitsproblem zurückzuführende Fälle nicht bekannt. Sie könnten aber jeden Tag auftreten. Die Report-Redaktion warnte die Bank noch vor Weihnachten vor dieser und einer weiteren, kleineren Schwachstelle, bei der durch einen bestimmten Adressaufruf das Ziel eines Links auf der Website der Bank verändert werden konnte. Die Pressestelle antwortete mit einem knappen \"Herzlichen Dank für den Hinweis.\" Das kleine Problem wurde in der Folge behoben, doch die beliebig definierbare Umleitung funktioniert nach wie vor.

Schon im Dezember war das Netbanking bedauerliches Thema auf Report.at. Das erst kurz zuvor neu gestaltete Online-Banking war nicht gegen Cross Site Scripting gefeit; Angreifer konnten beliebigen Text und Eingabefelder in die Originalseiten einschleusen. Ein Kunde hatte versucht, die Bank zu warnen, doch zehn Tage geschah nichts. Erst als sich der Report einschaltete, kam Bewegung in die Sache.

Gegenüber dem Report hatte die Bank damals angekündigt, dem Kunden eine kulinarische Aufmerksamkeit für seinen Einsatz zukommen zu lassen. Aus den beim Relaunch erhöhten Online-Trading-Gebühren hätte sich das leicht finanzieren lassen. Doch bis heute hat der User nicht einmal eine Antwort auf seinen ursprünglichen Sicherheitshinweis erhalten. Sein Konto bei der Sparkassen-Gruppe hat er inzwischen aufgelöst.

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Im Zeichen des Saturn

Auch wenn es Thomas Jakoubek, Vorstand der WED, gerne dementiert: Der Saturn Tower, der seit Ende 2004 in der Donaucity steht, ist noch immer zu einem guten Drittel leer. Einem Inserat im Immobilienteil einer Tageszeitung zufolge sind Büroflächen \"bis 10.000 m2“ noch zu vermieten. Das heißt, dass sieben von 20 Geschoßen im 90 Meter hohen und 33.000 Quadratmeter großen Tower leer stehen - und das, obwohl die Volksbankengruppe im letzten Quartal des Vorjahres 5500 m2 angemietet hat. Rund 7000 m2 werden vom IT-Unternehmen IBM genutzt, das den Tower als Generalübernehmer auch errichtet hat. Das Gebäude wurde 2005 an einen Fonds der Citigroup verkauft, um die Vermietung kümmert sich unter anderem die BAR Immobilientreuhand, kürzlich gegründete Tochter der BA-CA-Immobilienholding unter deren Geschäftsführer Thomas Jakoubek. Zur Holding gehört wiederum der Bauträger BAI, dessen Vorstand ebenfalls Jakoubek heißt.
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Vertrauliches im Drucker

Büroangestellte setzen ihre Karriere oder ihren Ruf innerhalb der Firma aufs Spiel, wenn sie vertrauliche Dokumente im Ausgabefach des Druckers liegen lassen: Zu diesemErgebnis kommt eine Online-Studie von TNS Sofres, die im Auftragdes Druckerherstellers Lexmark durchgeführt wurde.

Im Rahmen der europäischen Erhebung gaben knapp zwei Drittel(64 Prozent) der Befragten an, bereits mindestens einmal einvertrauliches Dokument im Netzwerkdrucker vergessen odergefunden zu haben. Darüber hinaus äußerten sich fast acht von zehn (78 Prozent) Angestellten besorgt über die Sicherheit ihrer im Drucker zurückgelassenen vertraulichen Ausdrucke.

Heilloses Durcheinander im Ausgabefach. Von Lebensläufen bis hin zu vertraulichen Kundeninformationen -jeden Tag bleiben die verschiedensten geheimen Dokumente imAusgabefach des Druckers liegen. Die Studie hat herausgefunden,dass die meisten vertraulichen Ausdrucke persönliche oder privateInformationen enthalten. So vergessen Mitarbeiter vor allempersönliche Dokumente (53 Prozent) und vertraulicheUnternehmensdaten (48 Prozent) im Ausgabefach des Druckers.

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Innovatives Multitalent

Business ohne Festnetz wird in der heutigen Zeit immer wichtiger, und kaum ein Manager kommt noch ohne PDA aus. Ist so ein Personal Digital Assistant doch die komfortable Alternative zu einem Mini-Laptop. Der Ameo von T-Mobile kombiniert moderne Computerfunktionen, mobile Breitbandübertragungstechniken und Telefon. Aber auch optisch muss er sich nicht verstecken. Das innovative Design-Konzept ermöglicht es, den Ameo wahlweise mit oder ohne seine QWERTZ-Kompletttastatur zu nutzen. Mit Hilfe von Magneten soll sie einfach und schnell ansteckbar sein.

Ausstattung
Ausgestattet ist der Kleine mit einer 8-Gigabyte-Festplatte, der neuesten Version des Betriebssystems Windows Mobile 5.0 und Office-Anwendungen, dem Intel Bulverde 624 MHz-Prozessor, und einem großen Arbeitsspeicher für Anwendungen und Daten, was dem Ameo die schnelle, parallele Nutzung mehrerer Programme ermöglicht. Dank HSDPA surft der Nutzer österreichweit mit Highspeed im Internet. Für eine besonders schnelle und einfache E-Mail Kommunikation stehen beim Ameo sowohl der Blackberry E-Mail Push-Service als auch die Microsoft E-Mail Push Solution direkt zur Verfügung. web ´n´ walk ermöglicht zudem besonders komfortables Aufrufen von Internetseiten.

Der eingebaute, so genannte G-Sensor \"rettet“ die Daten, falls das Gerät zu Boden fällt. Darüber hinaus erleichtert der G-Sensor das Navigieren im Internet. Präsentationen können direkt über Beamer oder Bildschirm angezeigt werden. Für Foto- und Filmaufnahmen steht eine 3 Megapixel-Autofokuskamera mit Kameralicht zur Verfügung. Mit Hilfe des integrierten GPS-Moduls für die Satellitenortung lässt sich der Ameo mit entsprechender Software als Navigationsgerät einsetzen. Mit dem integrierten Mediaplayer ist beim Ameo auch für Unterhaltung, zum Beispiel auf langen Reisen, gesorgt.

Der Ameo ist eine gemeinsame Entwicklung von T-Mobile und HTC. Weltweit ist er in einer exklusiven Variante ab 649 Euro bei T-Mobile ab März 2007 erhältlich.

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Wer baut Wien?

Warum sieht die Donau City nicht so aus wie der Masterplan es vorgesehen hat? Wie konnte am Wienerberg ein Hochhausviertel ohne entsprechenden öffentlichen Verkehrsanschluss entstehen? Weshalb durfte der Millennium Tower statt der genehmigten 140 Meter ganze 202 Meter hoch werden? Und wer erhält Subventionen, um über der meistbefahrenen Autobahn österreichs ein Wohnviertel zu errichten, das Wiens Wohnbaustadtrat als besonders durchgrünt, kinder- und jugendfreundlich propagiert? Reinhard Seiß - Stadtplaner, Filmemacher und Fachpublizist - zeigt in seiner umfassenden Analyse die Motive und die weitreichenden Folgen dieser Stadtentwicklung auf. Er entlarvt die parteipolitischen und unternehmerischen Interessen hinter vielen Großprojekten ebenso wie die Willfährigkeit der nach außen hin professionellen Stadtplanungsinstrumente. Schlüssig bringt er die unzureichende Kontrollfunktion der heimischen Medien mit deren wirtschaftlicher Abhängigkeit von den Akteuren des Wiener Baubooms in Zusammenhang - und beleuchtet auch die Rolle von Wiens führenden Architekten im Wiener Immobilien-Monopoly. Mit einem Vorwort von Friedrich Achleitner und einem Nachwort von Christian KühnVerlag Anton Pustet, 216 Seiten, 20 Abbildungen, EUR 22,-, ISBN 9-783-7025-0538-7
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Investoren gesucht

Die Wien Holding hat Probleme mit ihrem Projekt \"Star 22“. Die als privater Investor an Bord geholte Ires Austria, Tochter der Credo Real Estate AG, will sich zurückziehen, wie in der Holding und bei Credo bestätigt wird. Nun wird mit zwei Partnern verhandelt, von denen einer gemeinsam mit der Holding und dem Wirtschaftsförderungsfonds ab Ende 2008 die Stadtrandsiedlung realisieren soll. Nutzer gebe es noch keine, man sei \"in vertieften Einzelgesprächen für Einzelverwertungen“, so Brigitte Jilka, Geschäftsführerin der Wien Holding. Nur mit der Caritas gebe es einen \"Letter of Interest“ für die Errichtung und den Betrieb eines Pflegeheims, außerdem wird die MA 48 dorthin ziehen.
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Kirisits kehrt zurück

Im Rahmen der regionalen Neuausrichtung von Xerox Europe übernimmt der gebürtige Wiener Erich Kirisits die Position des General Manager der mit Beginn des Jahres neu gegründeten regionalen Organisationseinheit österreich, Schweiz und Deutschland. In dieser Funktion berichtet er an den Xerox Europe Präsidenten.

Aus dieser Rolle heraus übernimmt Erich Kirisits auch wieder die Position des General Manager der Xerox Austria und führt vom Wiener Stammsitz die Geschäfte innerhalb des österreichischen Marktes. Durch diese Neuausrichtung werden insbesondere Synergien im Dienstleistungsgeschäft realisiert sowie die Effizienz und das Marktwachstum gestärkt.

Der 46-jährige Erich Kirisits ist schon seit 1979 für Xerox tätig. Er begann seine Xerox Karriere in der österreichischen Betriebsorganisation im IT-Umfeld. Unter anderem war er Director im Bereich Sales und Mitglied des Management-Teams von Xerox österreich. 1995 wurde er in Deutschland zum General Manager der Customer Business Unit Ost mit Sitz in Berlin ernannt und zeichnete für den Aufbau des Xerox Geschäftes in den neuen Bundesländern verantwortlich. 1998 wurde er als General Manager von Xerox österreich eingesetzt, wo er erfolgreich tätig war - unter seiner Führung wurde insbesondere die Vertriebsstruktur der Ländergesellschaft neu auf den Markt ausgerichtet, was einen Anstieg in Absatz und Erlös zur Folge hatte.

Im Jahr 2002 wurde Erich Kirisits zum General Manager von Xerox Deutschland bestellt und wurde Mitglied des Xerox Europe Management Teams mit direkter Berichtslinie an den Xerox Europe Präsidenten. Ziel seiner Arbeit in Deutschland war es, die Ertragslage dieser europaweit sehr wichtigen Xerox Geschäftseinheit sicherzustellen und ein profitables Umsatzwachstum zu erzielen. Ermöglicht wurde dies durch eine stärkere Fokussierung auf die vertriebliche Ausrichtung und ein Qualitäts- sowie Prozessmanagement innerhalb von Xerox Deutschland. Durch den Turnaround wurde die Ertragslage nachhaltig verbessert und ein weiteres Wachstum auch für die Zukunft sichergestellt.

Erich Kirisits bringt für seinen neuen Aufgabenbereich umfangreiche Erfahrungen und Kompetenzen bei der erfolgreichen Umsetzung der genannten Zielsetzungen aus seiner langjährigen Erfahrung bei Xerox mit. \"Ich bin mir der strategischen Herausforderung meiner neuen Position in den Ländern, für die ich verantwortlich bin, bewusst und freue mich schon auf die vielseitigen Aufgaben, die vor mir liegen. Natürlich freue ich mich besonders, auch wieder in meinem Heimatland und für unsere österreichischen Kunden und Mitarbeiter im Einsatz zu sein. Die Zukunft birgt enorme Chancen und Möglichkeiten um für Xerox Kunden mit unseren Technologien und Services mehr Produktivität und Profitabilität zu erzielen. Aus der neu geschaffenen regionalen Einheit und der gemeinsamen Nutzung der Infrastruktur wird sich eine Vielzahl von Synergien und Effizienzsteigerungen ergeben, die das profitable Umsatzwachstum weiter unterstützen\", sagt Kirisits.

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Hey, BIG spender!

Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) beweist ihr Herz für junge Architekten. Unter dem Titel \"Räume für die Zukunft“ stellt sie rund 15 Büros in Linz und in Wien für drei Jahre zu besonders günstigen Bedingungen zur Verfügung. Jungarchitekten müssen sich bei der BIG um die Büros in einem ehemaligen Bundesamtsgebäude in Linz und einem ehemaligen Bezirkshauptkommissariat in Wien bewerben, verlost werden sie am 28. März 2007 im Architekturzentrum Wien. Die Räume stehen ab Juni zur Verfügung, Mietverträge können auf unbestimmte Zeit abgeschlossen werden. Im ersten Jahr verrechnet die BIG keine Miete, im zweiten Jahr ein Drittel und im dritten Jahr zwei Drittel. Einsendeschluss für Bewerbungen ist der 28. Februar 2007.

Infos: www.big.at

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Im Wandel der Zeit

(+) plus: Herr Kemler, welche Branchenentwicklungen bestimmen die IT-Szene derzeit? Welche grundlegenden Veränderungen kommen auf die Unternehmen zu?
Rudolf Kemler: Ich sehe zwei wesentliche Trends die Branche derzeit bestimmen. Einer davon ist die logische Fortsetzung des bereits vor vielen Jahren begonnenen Zusammenführens der Informations- und der Telekommunikationstechnologien. Eindeutig auf dem Vormarsch sind dabei die Themen IP-Technologie und die Abwicklung des Sprachverkehrs darüber. Wenn auch die Entwicklung zu dieser Konvergenz durch die Provider aus Sorge um das eigene Sprachgeschäft einige Zeit künstlich gebremst worden ist. Diese Rücksichtnahme wird erst jetzt zugunsten besserer Geschäftsprozesse bei den Kunden aufgegeben werden. Nun geht es darum, Sprach- und Datennetze endgültig zu vereinen. Dadurch sind dann etwa Unternehmenslösungen realisierbar, die im Kundenverkehr ein automatisches Erkennen des Anrufers samt Anzeige der Kundenhistorie, offener Rechnungen und Anfragen ermöglichen. Der Kontakt zum Kunden wird damit bestmöglich genutzt - zu jedem möglichen Zeitpunkt.

Die zweite maßgebliche Richtung ist das Abgeben von Prozessen, die für ein Unternehmen nicht im Kernbereich liegen, an Professionalisten. Das Outsourcinggeschäft und der Zugang dazu haben sich innerhalb der letzten Jahre verändert. Standen in den Jahren 2002, 2003 stets Gesamt­übernahmen von IT-Systemen in den Unternehmen an der Tagesordnung, sind es nun die Spezialisten, die eine Segmentierung im Dienstleistungsgeschäft vorantreiben - dies auch als Reaktion auf den unterschiedlichen Zugang der Firmen zu den Auslagerungsmöglichkeiten. Früher wurde ja Outsourcing entweder bedingungslos geliebt oder abgrundtief gehasst, jeweils abhängig vom strategischen Stellenwert der IT im Unternehmen. Dies hat sich geändert. Heute wird der Betrieb ganzer Geschäftsprozesse hinterfragt. Eine neue Generation oft jüngerer Manager treibt diese Marktentwicklung mit. Ging es im Outsourcing bislang um Ressourcenverteilungen ins Rechenzentrum, reden wir heute bereits von der gesamtheitlichen Abwicklung von Geschäftsprozessen, wie etwa in der Buchhaltung. Gerade dort sind Dienstleistungen dieser Art ja nichts Neues: Viele kleinere Unternehmen haben ihre Lohnlisten seit langem komplett bei ihrem Steuerberater liegen. Es sind eher die großen Unternehmen, für die nun das Abgeben von Prozessen, die nicht Kerngeschäft sind, etwas Neues ist. Bereiche, in denen der Trend zum Outsourcing bereits greift, sind beispielsweise Interne Administration, Finanz- und Rechnungswesen oder das Forderungsmanagement. Ein gutes Beispiel ist die HypoVereinsbank in Deutschland, für die T-Systems in einem Joint Venture gerade wesentliche Teile der Wertpapierabwicklung des Privatkundengeschäfts umsetzt. Auch in österreich wird über solche Deals bereits nachgedacht. 2007 wird es definitiv Projekte dazu geben. Wir reden hier von einem deutlichen Markttrend.

(+) plus: Die alten Telekommunikationsunternehmen sind im Laufe der Zeit zu IT-Spezialisten geworden. Wie sehr hat T-Systems diesen Wandel durchgemacht?
Kemler: Wir waren hier von Anfang an zweigleisig unterwegs. T-Systems ist ja aus der Fusion der ehemaligen Daimler-Chrysler-Tochter Debis mit den Systemhausaktivitäten der Deutschen Telekom hervorgegangen. In dieser Konstellation sind wir vom ersten Tag an ein kräftiges, kompetentes Unternehmen in den Bereichen IT und Telekommunikation gewesen und beenden nun unser fünftes Geschäftsjahr. Damals schon hatten wir das Thema Konvergenz auf den Agenden, wenn man auch zu diesem Zeitpunkt mit konkreten Umsetzungen noch nicht ganz so weit war.

(+) plus: Auch über den IT-Dienstleistern schwebt das Damok­lesschwert der Konsolidierung. Welche Branchenbereinigungen erwarten Sie für 2007?
Kemler: Die Branche ist in ihrem Konsolidierungsprozess bereits relativ fortgeschritten, dieser ist aber keineswegs zu Ende. Es wird immer notwendig sein, ab einer bestimmten Unternehmensgröße von Economy of Scale zu reden. Die großen Marktteilnehmer tun sich hier leichter: Sie können mehr Kunden mit höherer Effizienz bedienen. Und gerade bei dem herrschenden raschen Technologiewechsel können Kleinere nicht mithalten. Sie schleppen oft Kapazitäten mit, die für die im Verhältnis geringere Kundenzahl überdimensioniert sind. T-Systems ist diesen Weg der notwendigen Fokussierung gegangen. Mit dem Verkauf der Distributionstochter DSS haben wir zwar neunzig Umsatzmillionen verloren, Hardwarehandel und Wartung sind aber eben nicht unser Kerngeschäft.

Auch wird Portfoliomanagement weiterhin groß geschrieben werden. Glaubten früher die Systemhäuser, sie könnten einfach alles anbieten und umsetzen, hat man bald bemerkt, dass dieser Ansatz nicht funktioniert. Schließlich muss meine Mannschaft erst einmal das Know-how für ein bestimmtes Projekt, eine bestimme Kundengruppe haben, um deren Sprache sprechen zu können. Auch geht es nicht mehr um die Diskussion um Bits und Bytes, sondern um die Frage, wo der Dienstleister Prozesse beim Kunden unterstützen kann.

(+) plus: Wenn Sie auf die vergangenen Jahre zurückblicken - welche Dinge sind besser gelaufen? Welche nicht so optimal?
Kemler: Wir haben die Aufstellung, IKT-Themen gesamtheitlich zu adressieren, gut gemeistert und unsere Synergiemöglichkeiten innerhalb des Unternehmens perfekt genutzt. Die Folgen sind bessere Kapazitäten in unseren Rechenzentren und die steigende Qualität in unseren Netzwerken, die den Betrieb von unternehmenskritischen Applikationen für unsere Kunden erlaubt. Bei Kunden wie dem Papierkonzern Sappi servicieren wir mit der übernahme der SAP-Systeme nicht nur die Buchhaltung, sondern auch Produktionssteuerungen in den Papierfabriken. Auch Wienerberger mit weltweit 120 Standorten setzt nun auf eine zentrale SAP-Lösung bei T-Systems. An Projekte solcher Dimensionen hätten wir uns aufgrund der begrenzten Leitungskapazitäten vor einigen Jahren noch nicht herangetraut. Heute können wir weltweit jede Last ermöglichen - ruhigen Gewissens.

Wenn ich an eine negative Erfahrung denke, dann betrifft dies die Internationalisierung des Geschäfts bei T-Systems. Die wachsenden Märkte in Zentral- und Osteuropa hätten in den letzten Jahren wesentlich stärker bearbeitet werden müssen. Stattdessen war die Deutsche Telekom nach dem Hype zu sehr mit dem Abbau der Schulden beschäftigt. In dieser Phase der öffentlichen Transparenz ist man auf die Expansionsbremse gestiegen. Dies hat mich persönlich geschmerzt, da ich auch für Länder dieser Region verantwortlich bin.

(+) plus: Serviceorientierte Architekturen in der Softwarewelt könnten den prognostizierten großen Wandel im Prozessmanagement beschleunigen. Mit welchen Erwartungen sehen Sie SOA entgegen?
Kemler: Wissen Sie, ich bin jetzt 25 Jahre in der Branche. Visionen zur totalen Modularität in den Systemen, wie es SOA verspricht, hat es immer schon gegeben. Wir bewegen uns zweifellos in diese Richtung. Diese angestrebte vollkommene Flexibilität wird es aber auch nicht in den nächsten Jahren geben, denn dazu ist die IT zu komplex. Mag sein, dass die Endgeräte zunehmend austauschbarer und modularer bespielbar werden - in den Systemen im Hintergrund ist dies aber ein gewaltiger Aufwand. Das beste Beispiel dazu sind die zunehmend kürzeren Innovationszyklen unter den mobilen Geräten. Hier passieren Produktänderungen in einer solch hohen Frequenz, dass Black-Box-Entwicklungen nicht mehr möglich sind.

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Nach Hype und Enttäuschung kommt Wachstum

Der größte Mobilfunkbetreiber A1 freute sich auch heuer wieder über ein »hervorragendes Weihnachtsgeschäft«. Die mobilkom hält inklusive ihrer Diskonttochter bob derzeit bei rund 3,6 Millionen Kunden und 140.000 Datenkarten - Tendenz steigend. Doch der heimische Markt ist weiter heiß umkämpft: Neue Technologien drängen in die Szene, die Betreiber kämpfen täglich um ihre teuren Positionierungen.

(+) plus: Beginnend mit der Zukunft - wohin bewegt sich das Produktportfolio im Mobilfunk in österreich?
Hannes Ametsreiter: Wir sehen, dass die Telekommunikation immer noch gewaltige Möglichkeiten hat, Wachstumsfelder zu nutzen. Einer dieser Bereiche sind die Datenkarten, der neue Begriff für die persönliche Mobility. Wir stehen jetzt schon vor sehr guten Entwicklungsmöglichkeiten: Bei einer hohen Anzahl an Laptops und PCs am Markt gibt es den wachsenden Wunsch, hier eine Mobilisierung durchzuführen. Was kommt, sind dann Technologien wie HSUPA und übertragungsgeschwindigkeiten von 7,2 Mbit/s. Die Mobilisierung und damit auch ein Gewinn an Flexibilität wird einer der großen Trends sein. Flexibilität heißt: von überall auf das Internet zugreifen zu können.

(+) plus: Den Trend zur Ablöse des Festnetzes durch den Mobilfunk haben wir schon im Sprachbereich erlebt. Kommt dies nun auch im Datenbereich?
Ametsreiter: Es wird eine Ergänzung sein. Es ist unrealistisch zu glauben, dass Mobilfunker eine Standleitung ersetzen können. Diese Bereiche sind ganz klar vom Festnetz belegt. Außerdem wird das Festnetz bei Geschwindigkeit und Stabilität immer die Nase vorne haben. Auf der anderen Seite erleben wir, dass man immer flexibler wird. Wir haben 2,2 Millionen Laptops in österreich, doch wurden insgesamt vielleicht 200.000 Datenkarten verkauft. Hier ist ein Riesenpotenzial von deutlich über zwei Millionen Laptops, die nicht connected sind. Denn ein Notebook ohne Internet ist ziellos: Nur wenn die Nutzer verbunden sind, können sie auch die Möglichkeiten des Internets ausnutzen. Weiters glauben wir, dass Handys im Bereich der Smartphones zunehmend zum mobilen Media Center werden. Entwicklungen wie Fernsehen am Handset mit DVB-H und Musik am Handy - wie es eben Apple wieder vorgestellt hat - werden diese neue Multimedialität definieren.

(+) plus: Bei wie vielen Datenkarten werden wird Ende 2007 stehen?
Ametsreiter: Mit forward looking statements muss ich immer sehr vorsichtig sein. Wir haben aber eine sehr gute Entwicklungsrate bei 200 bis 300 Datenkarten pro Tag. Die­se Rate lässt sich auch für die künftige Entwicklung ablesen. Es ist natürlich die Frage, ob die Dynamik so aufrecht bleibt. Derzeit sehen wir aber ein gutes Wachstum.

(+) plus: Es ist bemerkenswert, dass mit HSDPA tatsächlich mobiles Breitband endlich ins Rollen gekommen ist.
Ametsreiter: Absolut. Wir nehmen auch ganz gerne auf unsere Kappe, dass wir diesen Markt entwickelt und begründet haben.

(+) plus: Wird es ein gemeinsames Breitbandprodukt mit der Festnetzschwes­ter Telekom geben, mit dem der Nutzer wahlweise mobil oder im Festnetz surfen kann?
Ametsreiter: Wir bieten jetzt schon Bündelangebote an - und es wird künftig mehr und mehr gemeinsame Angebote geben. Es wird aber immer am Kunden liegen, was das Richtige für ihn ist, welcher Netzzugang perfekt passt. Hier müssen weiterhin die Zielgruppen klar differenziert und segmentiert werden. Es wird immer Kunden geben, die ausschließlich einen mobilen Datenzugang haben wollen. Es wird jene geben, die das Fest- und Mobilnetz gleichermaßen verwenden - ich selbst bin einer davon. Und es wird eine Gruppe geben, die auf den mobilen Breitbandzugang aus Kapazitäts- und Geschwindigkeitsgründen verzichten kann. Die Betreiber müssen diese Segmente verstehen, um die vorhandenen Technologien und Produkte bestmöglich verwerten zu können.

(+) plus: Die Branchenprognosen deuten auf eine baldige Kundenflexibilität hin, die bald die Diskussionen um die unterschiedlichen Netzzugangsarten obsolet machen wird. Die Wahrnehmung heute sieht aber noch völlig anders aus. Dem Kunden ist die Fülle an Technologien nur schwer kommunizierbar, trotzdem kommt kein Anbieter darum herum.
Ametsreiter: Um dies umzusetzen und zu vermitteln, ist noch einiges an Aufwand nötig. Der Kunde will auch heute schon möglichst wenig überlegen müssen - er will einfach eine Lösung nutzen. Wenn man aber von Lösung spricht, ist das sehr oft E-Mail oder Internet. Hinter diesen Anwendungen kann sich wieder vieles verstecken - ob dies­ nun Musik, Videos oder anderes ist. Was mich fasziniert, sind Portale wie MySpace, die plötzlich in einer noch nie dagewesenen Dimension auftreten. Wir können mit den Smartphones die perfekte Ergänzung dazu bieten. Bei YouTube, MySpace und anderen Community-Websites wie etwa dem Blogging-Bereich geht es immer um die übermittlung von Information. Eine riesige Möglichkeit, hier part of the game zu sein.

(+) plus: Rückblickend haben wir Phasen des Hypes mit Mobile Media erlebt, auf die postwendend die große Ernüchterung gefolgt ist, und phasenweise den Glauben an den einzig zählenden Konkurrenzkampf über die Preisschiene. Erleben wir jetzt wieder eine Rückkehr in einen Optimismus, der glauben lässt, dass Mobilfunk mehr kann, als nur Groschen oder Cent zu zählen?
Ametsreiter: Das Schöne an einer Technologie ist die Tatsache, dass es immer wieder Déjà-vus gibt. Es ist stets dasselbe: zu Beginn der große Hype, dann die Riesenenttäuschung und dann eine realistische, gute Entwicklung. UMTS war dazu fast ein Klassiker: Nach dem Hype und der folgenden großen Niederlage sehen wir nun einen sehr pragmatischen Beginn der Marktentwicklung. Unsere Kunden haben nun endlich eine perfekte Lösung, die sie verwenden können, und sind sehr glücklich mit dieser Entwicklung. Auch mit der Technologie EDGE haben wir vernünftiges mobiles Multimedia. Alles, was mit GPRS darunter war, war aber zu langsam. Wenn auch hier wieder mit Abstrichen: Der erfolgreiche BlackBerry nutzt ja eigentlich nur GPRS. Dieser von vielen bereits totgesagte Standard konnte in neuer Konstellation mit diesem Gerät plötzlich wieder Erfolge einfahren. Doch redet heute niemand mehr über GPRS. Man redet über das Endgerät. Das beweist auch die Kreativität, die abseits der technischen Lösungen bei einem Produkt vorhanden sein muss.

(+) plus: Wenn Sie auf die vergangene Dekade zurückblicken: Was waren die größten Enttäuschungen in dieser Branche?
Ametsreiter: Es sind einige Services, die sich nicht in dem Ausmaß entwickelt hatten, den man angenommen hatte. Push to talk würde ich dazu zählen, das eigentlich eine interessante Walkie-Talkie-Funktion fürs Handy darstellen würde. Obwohl eigentlich ein klassisches Community-Produkt, konnte es am Markt nicht etabliert werden. Interessant ist der Erfolg in anderen Märkten wie den USA, der Provider Nextel ist damit groß geworden.

(+) plus: Wir haben eigentlich erwartet, dass Sie WAP sagen.
Ametsreiter: Ja und nein. Ich glaube, dass die Art und Weise, wie wir WAP verkauft haben, vermutlich nicht die richtige gewesen ist. Die gesamte Branche hat WAP als mobiles Internet positioniert. Dies war aber nicht mit den Erwartungen der Kunden konsis­tent.
Wenn der Kunde von Internet gesprochen hat, hatte er in seiner Vorstellung einen großen Bildschirm mit bunten Bildern vor sich, und der Möglichkeit, sehr schnell zwischen diesen Seiten hin und her zu wechseln. WAP war aber in Wirklichkeit nur ein etwas dynamischeres SMS. Hätte man das Thema in dieser Ecke angelegt, wäre die Wahrnehmung etwas realistischer gewesen. Trotzdem war es der Beginn einer Entwicklung, die wir erst jetzt realisieren.

(+) plus: Welche war für Sie die größte überraschung in der Mobilfunkentwicklung? Abgesehen von SMS.
Ametsreiter: Das nachhaltige Wachstum der Datenkarten und ihr großes Potenzial zählen sicherlich dazu. Wir glauben auch, dass eigene Entwicklungen wie unsere Marke bob im Niedrigpreissegment, vom Ansatz her revolutionär sind. Es ist ein interessanter und völlig neuer Ansatz, dass man ein Vertragsprodukt cash-and-carry-fähig gemacht hat. Das gibt es in dieser Form kein zweites Mal in österreich.

(+) plus: Wie viele Nutzer hat die mobilkom mit bob bereits?
Ametsreiter: Wir haben Zahlen, sagen sie aber noch nicht.

(+) plus: Welche Erwartungen haben Sie hinsichtlich einer weiteren Konsolidierung unter den Mobilfunkern?
Ametsreiter: Wir vertreten schon sehr lange die Meinung, dass vermutlich drei Mobilfunknetze in österreich Platz haben. Eine Ansicht, der sich mittlerweile auch andere Betreiber angeschlossen haben. Die Zahl der Marken am Markt wird aber stets höher sein. Wir haben dennoch auch hier einen beginnenden Hype - die Zahl der Marken wird sich mittelfristig wieder auf ein vernünftiges Maß reduzieren. Diejenigen, die diese Entwicklung am geschicktesten verfolgen und mit ihren Produkten das größte Volumen erzielen können, werden am Ende des Tages bestehen bleiben. Wenn wir vom Potenzial und Wert einer Marke sprechen, geht es immer um die überzeugung und Bestätigung für den Kunden. Die Betreiber gehen ein Markenversprechen ein, das sie auch einhalten müssen.

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