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Am Scheideweg

Von Rainer Sigl

Apples iPhone ist ein Erfolg. Die Handybenutzer der Welt stürzen sich in Massen auf das durchdesignte Gadget, das den Lifestyle von Apple und iPod in die Welt der mobilen Telefonie bringt. Die kritischen Stimmen, die sowohl die proprietäre Architektur als auch die massiven Einschränkungen in Apples Monokultur bemängelten, verhallen angesichts des schicken Designs, der einfachen Bedienung und des Lifestylefaktors. Wie in der Vergangenheit an dieser Stelle bereits angemerkt, wandelt sich Apple immer mehr zum One-Stop-Shop für Fashion-Victims der Unterhaltungselektronik - und lässt die klassische Konkurrenz alt aussehen.

Zumindest auf dem erst neu erstürmten Markt der Mobiltelefonie lässt aber eine Ankündigung Googles aufhorchen: Mit \"Android\" stellt das Suchmaschinenimperium seine Pläne vor, ein völlig freies, auf Linux basierendes Smartphone-Betriebssystems in den Markt bringen zu wollen, das bereits von 33 Größen der Mobiltelefoniebranche, vereint in der jungen \"Open Handset Alliance\", unterstützt wird, unter ihnen Motorola, LG, Samsung, HTC und T-Mobile. Natürlich, so wurde sogleich von Google-Chef Eric Schmidt treuherzig versichert, wolle man kein \"gPhone\" als direkte Konkurrenz zu Apples Handy entwickeln; dennoch muss die Aussicht einer einheitlichen, offenen Betriebssystemplattform für unzählige verschiedene Handytypen bei Apple, Microsoft und Blackberry-Hersteller Research in Motion alle Alarmglocken schrillen lassen. Es scheint fast, als wäre Googles \"Android\" eine direkte Reaktion auf die Enttäuschung vieler iPhone-User: Die Open Handset Alliance hat sich einem offenen Betriebssystem auf Open-Source-Basis verschrieben, ein Garant für unzählige, verschiedenste Programme auch aus der Benutzerbasis, die nach Belieben auf den Endgeräten zur Anwendung gelangen können. Apples harte Updatepolitik hatte ja eben dieses \"Modding\" seiner proprietären iPhone-Architektur nicht nur untersagt, sondern de facto mit Garantieverlust und Unbrauchbarmachung per Firmware-Update verhindert. Ab Herbst 2008 soll es erste Handys mit dem Google-Betriebssystem auf dem amerikanischen Markt geben.

Während Google also konsequent den Weg zu freien, nicht proprietären Systemen für die Massen weiter beschreitet, will Amazon mit einer technischen Eigenentwicklung eine andere Richtung einschlagen. Der \"Kindle\", ein dezidierter eBook-Reader, soll nichts weniger als \"der iPod für Bücher\" werden. In den USA ist der 399 Dollar teure, taschenbuchgroße PDA, der als Display auf nur schwarzweiß-fähiges \"Electronic Paper\" ohne Hintergrundbeleuchtung setzt, bereits ausverkauft, in Europa wird das Gerät erst im Lauf des Jahres 2008 erhältlich sein. Bis zu 200 E-Books im proprietären, stark mit DRM befrachteten Kindle-Format können per W-LAN via Amazons eigene Kindle-Webshop auf den Reader geladen werden. Das Dilemma des gehypten, aber auch vielgescholtenen Geräts ist offensichtlich: Während Amazon einerseits erkannt hat, dass der Vertrieb von Literatur zukünftig womöglich nicht mehr ausschließlich im angestammten Papierformat stattfinden wird, will man sich andererseits natürlich eine ähnliche Entwicklung wie in der Musikindustrie ersparen: Digitale Daten, seien es MP3s oder Texte, zeichnen sich nun mal durch ihre einfache Kopierbarkeit aus. Mittels DRM und strikt proprietären Formaten will Amazon den Trend zum eBook zwar nutzen, verwehrt aber zugleich dem Leser durch strikte Kopierschutzmaßnahmen zahllose Rechte, die er im Papierformat für selbstverständlich erachtet. Die gekauften eBooks können weder verliehen noch weiterverkauft werden, und nicht-proprietäre Formate, wie pdf, werden gar nicht oder nur unzureichend unterstützt.

\"Android\" und \"Kindle\" stehen somit programmatisch für den Scheideweg, an dem sich die Welt der Consumer-Elektronik befindet. Frei oder proprietär? Gratis oder DRM? Eines sollten die Erfahrungen der vergangenen Jahre gelehrt haben: Die Geschäftsmodelle der Zukunft unterscheiden sich stark von denen der Vergangenheit - und Wahlfreiheit ist ein vom Konsumenten extrem hoch geschätztes Gut geworden. Gut für Google - schlecht für Amazon.

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Strukturierte Daten für Farben

Die Wiener Softwareschmiede metamagix hat für die zum Constantia Konzern gehörende Tabercolor in Barcelona ein einzigartiges Labor-Management-Informations-System (kurz LIMS) entwickelt. Den Forschern im Bereich Farben und Lacke steht das gesammelte Know-how erstmalig firmenübergreifend zur Verfügung. Zusätzlich werden Forschungsschritte in einer Datenbank statt auf Papier dokumentiert.

Die Firma Tabercolor in Spanien entwickelt Farben und Lacke, im speziellen für Dekorpapier für die Möbelindustrie, mit spezifischen Anforderungskriterien wie umweltfreundliche, wasserbasierte Druckfarben für den Dekordruck oder besonders wasserbeständige Furniere für Küchenmöbel von Produzenten wie etwa Ikea. Vor der Umstellung auf eine einheitliche Forschungsdatenbank war jeder Forscher für seine eigenen Entwicklungen und Dokumentationen verantwortlich, kannte somit weder Details oder Formelzusammensetzungen der Arbeiten der Kollegen.

metamagix hat vor Ort in einem sechswöchigen Projekt die Aufzeichnungen der Forscher und Labormitarbeiter in eine Datenbank gepflegt und die Inhalte zusammengeführt. Diese Datenbank umfasst derzeit rund 4.000 Farbsubstanzen wie etwa Farben, Lösemittel, Pigmente, deren Preisgefüge, rund 500 bestehende Farbkompositionen, sowie Versuchshistorien, Kunden- und Lieferantendaten. \"Besonders die Suchfunktionen in diesem Laborsystem erleichtern uns die tägliche Arbeit“, meint Florian Lunzer, Projektverantwortlicher und Laborleiter.

Befüllt wird dieses neue System ab sofort von den rund zehn Forschern. Die Vorteile des Systems liegen für Tabercolor klar auf der Hand: Erstmalig gibt es im Unternehmen eine strukturierte Labordatenbasis die allen Forschern gleichzeitig zugänglich ist. Die Entwicklung neuer Lösungen erfordert durch das geteilte Wissen geringeren Zeitaufwand und das Wissen geht dem Unternehmen bei einem Mitarbeiterwechsel nicht verloren. Das System kann zurzeit Einträge in spanischer, deutscher oder englischer Sprache verarbeiten. Das Ziehen von Excel-Listen oder das Einspielen von Listen in das System ist ebenfalls möglich.

Der Anwendungsbereich des Labor-Informations-Management-Systems ist freilich nicht auf die Farben- und Lacke-Industrie beschränkt. Die Software ist metamagix zufolge auch in der Nahrungsmittelindustrie oder Kosmetik einsetzbar. Für die Wiener war es der erste internationale Auftrag in dieser Größenordnung und laut metamagix-Geschäftsführer Randolph Kepplinger ein \"wichtiger Schritt für weitere interessante Projekte im internationalen Umfeld\".

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Erdgasgekühlt

Die Wien Energie Gasnetz hat Ende September ihre neue Unternehmenszentrale in Simmering in Betrieb genommen. Rund 350 MitarbeiterInnen verwalten dort den Großteil der Wiener Gaskunden. »Das neue Direktionsgebäude ist ein echtes Musterprojekt. Die 19-Millionen-Euro-Investition wird sich schon innerhalb von fünf Jahren amortisieren«, erklärte Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner. Verglichen mit dem bisherigen Standort Josefstadt spart Wien Energie Gasnetz pro Quadratmeter Gebäudefläche 50 Prozent an Energie für Raumwärme und Warmwasser. Der Standortwechsel bringt zudem durch die verbesserte Logistik Kosteneinsparungen. Der Neubau wird mit Erdgas-Absorptionskältemaschinen klimatisiert. »Das Pilotprojekt ›Kühlen mit Erdgas‹ soll künftig als Erfahrungsgrundlage für Bauvorhaben dienen, bei denen maximale Effizienz und geringste Umweltbelastung im Kühl- oder Wärmebereich erwünscht sind«, erklärt Wien Energie-Geschäftsführer Helmut Miksits.
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Wolkenturm prämiert

Den diesjährige Bauherrenpreis ging an Grafenegg Kulturbetriebsges.m.b.H. für die Open-Air-Bühne \"Wolkenturm\" im Schlosspark von Grafenegg. Für den Grafenegg Geschäftsführer Paul Gessl bestätigt der Bauherrenpreis 2007 einmal mehr die Entscheidung, mit dem Architektenduo Ernst J. Fuchs und Marie-Therese Harnoncourt von der ARGE the next ENTERprise-architects zusammengearbeitet zu haben: «Uns hat das Konzept von the next ENTERprise-architects sofort überzeugt. Es haben sich zur richtigen Zeit die richtigen Partner für dieses außergewöhnliche Projekt gefunden und Niederösterreich ist um ein architektonisches und kulturpolitisches Wahrzeichen reicher.»Der Bauherrenpreis wird von der Zentralvereinigung der Architekten österreichs vergeben und würdigt Bauvorhaben, welche in der Verwirklichung ihrer Bauaufgabe, der Ausführung, der architektonischen Gestalt, in ihrem gesellschaftlichen Engagement und innovatorischen Charakter als vorbildlich zu bezeichnen sind. Der Preis wird seit 1967 jährlich vergeben.
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\"Artgerecht\" renovieren

Am 7. Mai des Jahres 1552 herrschte große Aufregung in den Straßen Wiens. KaiserMaximilian II. war mit seiner Gattin aus Spanien zurückgekehrt. In seinem Tross führte erauch einen echten Elefanten mit sich. Ein Tier, das man im ganzen Reich bisher noch niegesehen hatte! Die Begeisterung über diese exotischen Tiere hat sich bis heute gehalten. Die drei Elefantenkühe Drumbo, Tonga und Mongu sowie der Bulle Pambo erfreuen sich auch heute noch bei den Besuchern größter Beliebtheit.
Ihr Elefantenhaus hatten die Tiere allerdings schon etwas \"abgewohnt“. Deshalb wurde die Anlage im vergangenenSommer total renoviert. Dass bei der Renovierung desElefantenhauses auch wirklich \"artgerechte“ Materialien verwendet wurden, ist derburgenländischen Malerfirma Stefan Ochs zu verdanken. Denn siearbeitete fast ausschließlich mit Materialien der Synthesa Gruppe, der Marke mit dem Elefanten im Logo.

Ein Tiergehege stellt besonders hohe Anforderungen an die Beschichtungstechnik. Dieaggressiven tierischen Ausscheidungen und der Abrieb machen die Verwendungherkömmlicher Anstriche unmöglich. Ein sicherer Tip für diese Umgebung ist dieSpezialfarbe \"Synthesan W“ von Synthesa. Die scheuerbeständige, fungizide und bakterizideInnenfarbe hat einen \"eingebauten“ Schimmelschutz und ist damit für diesen Einsatzzweckprädestiniert.Für alle Eisen- und Stahlbauteile verwendete die Firma Ochs den zweikomponentigen PUDeckanstrich\"Agropur Color“ von Avenarius-Agro. Diese Spezialbeschichtung fürStahlbauten zeichnet sich u.a. durch hohe Abriebfestigkeit und die Beständigkeit gegenaggressive Abwässer bzw. Dämpfe aus und bietet damit ebenfalls die bestenVoraussetzungen für eine derart tierische Beanspruchung.

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Auszeichnung für VRVis-Forscherin

Nachdem das VRVis gemeinsam mit dem Institut für Computergraphik der TU-Wien heuer die internationale Stärke der Wiener Visualisierungsgruppe durch acht von insgesamt 56 akzeptierten Papers unter Beweis gestellt hat, konnte nun auch noch der Preis für das beste anwendungsorientierte Paper auf der IEEE-Visualisierungskonferenz in Sacramento, USA, gewonnen werden.
Ausgezeichnet wurde ein interdisziplinäres Team der VRVis MedVis Gruppe und der Universitätsklinik für Neurochirurgie des AKH. Hauptautorin ist die junge Doktorandin Johanna Beyer, die ursprünglich durch die FemTech Initiative des BMVITs an das VRVis gekommen ist. Das prämierte Paper beschreibt die qualitativ hochwertige und gleichzeitig interaktive Darstellung von Informationen aus mehreren medizinischen Bilddatensätzen ohne langwierige Vorverarbeitungsschritte. Die kombinierte Ansicht von Gehirn, Schädel, Blutgefäßen, funktionellen Daten und krankhaften Veränderungen ermöglicht NeurochirurgInnen eine schnelle dreidimensionale Operationsplanung auf Basis individueller Patientendaten. Besonders bei komplizierten Eingriffen bedeutet dies einen entscheidenden Vorteil, da alle relevanten Informationen auf einen Blick verfügbar sind.
Das System ermöglicht nicht nur die optimale Darstellung von Computertomographie- und Magnetresonanzdaten, sondern verfügt auch über die Möglichkeit den optimalen Hautschnitt sowie Lage und Größe des Knochenfensters interaktiv festzulegen und zu simulieren. Die gleichzeitige Darstellung der Hirnanatomie, funktioneller Areale und von Stoffwechselvorgängen, ermöglicht die Planung von neurochirurgischen Zugängen zu Veränderungen an der Hirnoberfläche sowie zu tiefliegenden Prozessen an der Schädelbasis. \"Durch die dreidimensionale Darstellung der individuellen Patientenanatomie zur Operationsplanung können komplizierte Eingriffe sicherer durchgeführt werden\", sagt Stefan Wolfsberger von der Neurochirurgie am AKH Wien.
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Tummelplatz für Spezialisten

Als österreicher muss man bei Dimensionen manchmal ein bisschen aufpassen. Wenn ein Deutscher etwa von einem Mittelständler spricht, meint er damit oft ein Unternehmen, das in der Alpenrepublik fast schon als kleiner Konzern durchgehen würde. Die Amerikaner toppen diese Verhältnisse natürlich noch einmal um eine Größenordnung. Besonders kleinteilig strukturiert ist hierzulande der Software-Bereich. Einen ersten Eindruck vermitteln die Zahlen des UBIT. Der IKT-Fachverband der Wirtschaftskammer hat rund 21.500 registrierte Unternehmen als Mitglieder. Diese beschäftigen jedoch nur knapp 35.000 Kollektivvertragsangestellte. In genaue Zahlen gießen das die Studien des Wiener METIS-Institutes, das den heimischen Softwaresektor unter die Lupe genommen hat. »Auffällig ist, dass in der Branche eine unterdurchschnittliche Unternehmensgröße festzustellen ist«, sagt Studienautor und Wirtschaftsprofessor Gottfried Haber. Während es das österreichische Durchschnittsunternehmen noch auf etwa elf unselbstständig Beschäftigte bringt, fällt die­se Zahl im »benachbarten« Dienstleistungsbereich schon auf sechs, im reinen Softwarebereich gar auf vier. Von pragmatisierter Behäbigkeit, ansonsten nicht ganz untypisch für öster­reich, ist freilich wenig zu spüren. In der Branche dominiert der Typus des tatkräftigen Entrepreneurs. Der Anteil der selbstständigen Unternehmer ist gleich dreimal so hoch wie im landesweiten Durchschnitt. Kleinheit muss nicht immer ein Nachteil sein. Ihre Wendigkeit und das unternehmerische Risiko lassen sich die Anbieter gut bezahlen. So ist das durchschnittliche Einkommensniveau deutlich höher als in den meisten anderen Branchen. Das Geschäft mit Bits und Bytes ist kein Tummelplatz für Generalisten. »Hier findet eine relative starke Spezialisierung statt«, diagnostiziert Gottfried Haber. Den Vogel schießen beispielsweise die »Datenbanker« ab, deren Spezialisierungsgrad fast die 100-Prozentmarke streift.

Für Hardcore-Spezialisten kann österreich aber auch zu eng werden. Ein Prototyp dafür ist beispielsweise Gernot Ziegler. Der Forscher hat seine Ausbildung für »wissenschaftliche Visualisierung« an der Schwedischen Linköping Universität absolviert. Als hochgradiger 3D-Spezialist hatte er es in österreich nicht immer leicht gehabt. »Ich habe beim Ars Electronica Center als freier Dienstnehmer gejobbt, aber das war ein Horror«, sagt Ziegler. Als ihm das renommierte Max-Planck-Institut eine weltweit heiß begehrte Stelle als Doktorand anbot, musste er nicht lange überlegen. Die nächste berufliche Station wird wohl das kalifornische Silicon Valley sein, womit Ziegler ein leibhaftiges Beispiel für den Brain Drain ist. Immerhin liebäugelt der Auslandsösterreicher mit einer Rückkehr - und wird in diesem Fall wahrscheinlich als Selbstständiger zwangsläufig die Handelsbilanz aufbessern. Im Inland gibt es kaum eine Industrie, die als Abnehmer für Highend-Grafikalgorithmen in Frage kommt. Aber auch im softwaretechnischen »Mainstream« lassen sich veritable Nischen finden. Ein Beispiel dafür ist die TechTalk, ein smartes Mitglied des Microsoft-Partnernetzwerkes, das sich als »First Mover« in der .NET Entwicklung sieht. Die Strategie der Wiener dürfte aufgehen. über mittlerweile mehr als ein Jahrzehnt lag die durchschnittliche Wachstumsrate bei 45 Prozent und TechTalk hat heute Niederlassungen in Ungarn und der Schweiz. Mit knapp 50 Mitarbeitern zählen die .NET-Experten auch personell schon zu den Schwergewichten der heimischen Entwicklerbranche. Gemeinsam mit dem Branchenriesen Unisys konnte TechTalk etwa bei der Niederösterreichischen Landesregierung punkten. Als Arge polierte man über Jahre hinweg die elektronischen Fachapplikationen des Bundeslandes auf Homogenität. Natürlich auf .NET-Basis. Im Vergleich zur TechTalk ist die Oberös­terreichische oberhumer.com GmbH eine Einzelkämpferveranstaltung. Der Gründer Markus Franz Xaver Johannes Oberhumer, so der ganze Name des Absolventen der Johannes Kepler Universität, ist zumindest in einschlägigen Kreisen bekannt wie ein bunter Hund. Sein spezielles Metier ist Datenkompression und Kryptografie.

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Nicht mehr Bittsteller sein

In Bereichen wie Marketing oder Drucksorten sind sie bereits gang und gäbe, jene Onlineplattformen, die den schnellen überblick über Angebot und Nachfrage liefern. Was im Business-to-Business also funktioniert, wollen ein paar Wiener Unternehmer nun auch im Privaten etablieren. Im April gestartet, hilft die Auktionsplattform eDagobert den Kunden, die alte Rolle des Bittstellers endgültig ad acta zu legen. Auf edagobert.at können Handwerks- und Dienstleis­tungen ausgeschrieben, frei verglichen und erworben werden. Durch das Ausschreibungsverfahren auf edagobert.at sind Einsparungen von bis zu 40 Prozent möglich. Trotzdem will man nicht als Treiber für Preisdumping verkannt werden. »Wir wollen seriöse Qualität zum besten Preis vermitteln«, bekennt Geschäftsführer Maximilian Goll. Mit der Möglichkeit zur Online-Ausschreibung würden Klein- und Mittelbetriebe eine weitere Möglichkeit bekommen, in auslastungsschwachen Zeiten Aufträge ohne zusätzlichen Werbeaufwand zu lukrieren. »Wir bieten den Gewerbetreibenden völlig neue Zielgruppen, den einfachen Weg zum Massenmarkt«, so Goll, für den Disneys goldene Ente Dagobert nicht nur Sinnbild für Geiz, sondern vor allem Reichtum ist. Derzeit sind knapp 250 Ausschreibungen online. Die stärks­ten Gewerbebereiche sind Bau und Renovierung sowie KFZ-Dienstleistungen. Angebote und Ausschreibungen werden nach Stichworten durchforstet, die Plattformteilnehmer auf Wunsch per Mail verständigt. Bereits seit Mitte 2006 ist das Konkurrenzportal my-hammer.at im gleichen Terrain unterwegs. Die Konsumenten befänden sich im Wandel von der »Do-it-yourself-« zur »Do-it-for-me-Gesellschaft«, heißt es dort ebenso.
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CO2 als Business

In der Handelsperiode 2008 bis 2012 gibt es viel Knappheit«, sagt Peter de Waal, Carbon-Banking-Manager der Fortis Bank. Seinen Berechnungen zufolge werden im Zeitraum 2008 bis 2012 europaweit Emissionszertifikate für zwölf Milliarden Tonnen CO2 benötigt. Demgegenüber stehe ein Angebot von 10,4 Milliarden Tonnen. Daraus ergibt sich eine Unterdeckung von etwa 1,6 Milliarden. Zertifikate für etwa eine Milliarde würden durch CO2-Vermeidungsprojekte außerhalb Europas, sogenannte CDM-Projekte, lukriert werden. Unterm Strich bleibt für die rund 5.000 vom CO2-Handel betroffenen Firmen Europas also eine Reduktionsnotwendigkeit von einer halben Milliarde Tonnen CO2. »Die größte Last wird dabei auf die Energieerzeuger entfallen«, so de Waal. Auf die Stromerzeuger entfallen rund 60 Prozent der Emissionsrechte und sie würden mit der Umstellung von Kohle auf Gas über die größte Flexibilität verfügen. Die Industrie hingegen sei aus der Sicht von de Waal »neutral« einzustufen, da dieser Sektor in Summe über ausreichend Zertifikate verfügen würde. Dass einzelne Branchen, wie etwa die Zementindustrie, das ganz anders sehen, weiß der Experte sehr wohl. Fortis ist eigenen Angaben zufolge die einzige Bank, die sich hierzulande für das Carbon-Banking anbietet. De Waal sieht den Zertifikatepreis ab 2008 bei etwa 22 Euro. Würde der ölpreis deutlich fallen, hätte dies auch Auswirkungen auf den Gas- und Zertifikatepreis. Freilich spielen auch die wirtschaftliche Entwicklung, das Wetter und politische Entscheidungen für die Preisbildung eine nicht unerhebliche Rolle. Sollte sich etwa die EU dazu durchringen, den Flugverkehr ins CO2-Regime zu integrieren, hätte dies Auswirkungen. Die größte Unsicherheit im CO2-Handel liegt aber im Moment in den Verhandlungen zur Periode nach 2012. Sollte die dritte Phase des Emissionshandels zu einer weiteren Einschränkung der Emissionen führen, würde es für die Konzerne Sinn machen, Zertifikate aus der zweiten Periode zu sparen. Dies könnte zur Folge haben, dass bereits zwischen 2008 und 2012 eine Verknappung des Angebots eintritt, was den Zertifikatepreis auf bis zu 40 Euro je Tonne pushen könnte. Die Jahre 2008 bis 2012 seien »relativ gefährlich«, wie de Waal meint. Aus der Sicht von Fortis sei es deshalb unumgänglich, sich intensiv mit aktivem CO2-Management zu beschäftigen. Das tut übrigens auch die EGL Austria GmbH, eine Tochter der europaweit tätigen EGL Gruppe, die sich 2003 als Kompetenzzentrum für den europaweiten CO2 Handel etabliert hat. Man sei »ein großer Player«, so ein Vertreter der EGL. Für Fortis ist die Dienstleistung rund um das CO2 nur ein Baustein, das Institut finanziert auch Energieprojekte und bietet Absicherung von Energiepreisrisiken. Die Bank ist seit zweieinhalb Jahren in österreich tätig und sieht sich als Partner für mittelständische Unternehmen mit internationaler Verflechtung, wie der Relationship Manager Energie Alfred Buder erklärt.
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Bau-Anleihe

Die Swietelsky Baugesellschaft m.b.H. ist in der öffentlichkeit relativ wenig präsent. Trotzdem ist die in elf Ländern tätige Gesellschaft eine große Nummer, nämlich Nummer 4 in österreich. Im Geschäftsjahr 2006/7 machte der Baukonzern unter Helmut Kladensky einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro. Die Erträge vor Steuern (EBT) des Konzerns, der rund 7000 Beschäftigte zählt, hat sich im letzten Jahrzehnt auf mehr als 34 Millionen Euro versechsfacht. Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis und der Unternehmensfinanzierung hat Swietelsky nun einen Schritt in ichtung Kapitalmarkt unternommen. Eine Hybrid-Anleihe mit einem Volumen von 70 Millionen Euro wurde erfolgreich am Kapitalmarkt platziert. Das Interesse der Anleger war groß, das Orderbuch wurde mit hochwertiger überzeichnung geschlossen. Das Emissionsvolumen konnte daher von ursprünglich 50 auf 70 Millionen Euro aufgestockt werden. Der Emissionskurs beträgt 101,956%. Die nachrangige Hybrid-Anleihe ist mit einem Kupon von 7,75% für die ersten fünf Jahre, danach mit dem 3-Monats-Euribor + 5,85% (einschließlich eines Aufschlags von 2,50%) verzinst. Die Handelsaufnahme im geregelten Freiverkehr der Wiener Börse ist für Mitte November 2007 vorgesehen.
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