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Archiv (11315)

Gebündelter Klimaschutz

Die schlimmsten Folgen des Klimawandels können abgewendet werden, wenn wir jetzt entschieden handeln. Mit der Raiffeisen-Klimaschutzinitiative wollen wir einen Beitrag zur Milderung der Auswirkungen des Klimawandels leisten; denn wir haben nur diese eine Erde«, erklärte Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad anlässlich der Präsentation der Raiffeisen-Klimaschutzinitiative (RKI). Zum Präsident der Raiffeisen-Klimaschutzinitiative wurde der frühere EU-Agrarkommissar Franz Fischler gewählt. »Der Klimawandel ist nicht mehr zu stoppen, aber man kann ihn eindämmen und die Auswirkungen reduzieren«, erklärt Fischler. Wesentliches Ziel der Initiative sei es, mit der Plattform Voraussetzungen zu schaffen, mit deren Hilfe die Mitglieder der Raiffeisen-Klimaschutzinitiative mögliche Synergien im Bereich Klimaschutz optimal nützen können. Nicht zuletzt will die Raiffeisen Klimaschutz-Initiative den zahlreichen Raiffeisen-Kunden Wege zu mehr Energieeffizienz eröffnen.
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Rundes Jubiläum

Im Jahr 2008 entwickeln, fertigen und vertreiben mehr als 15 000 Bosch-Mitarbeiter in aller Welt jährlich mehr als 32 Millionen Elektrowerkzeuge. Jede Sekunde entscheidet sich ein Anwender im Fachhandel oder Baumarkt für ein Elektrowerkzeug der Marken Bosch, Skil oder Dremel.
Geblieben ist die beispielhafte Innovationskraft, wie sie von Anfang an bei Bosch Bestand hatte. Bosch Power Tools bringt Jahr für Jahr etwa 100 Produktneuheiten auf den Markt. Rund 40 Prozent des Umsatzes werden inzwischen mit Produkten erzielt, deren Markteinführung weniger als 24 Monate zurückliegt. \"Wir ruhen uns nicht auf Erfolgen aus, sondern erhöhen unser Innovationstempo weiter\", so der Vorsitzende des Bereichsvorstands von Bosch Power Tools Uwe Raschke.
Besonders gefragt sind heute Elektrowerkzeuge mit Lithium-Ionen-Akkutechnik, bei der Bosch Pionier war und weltweit führend ist. Vom Akkuschrauber Ixo fertigte Bosch inzwischen weltweit mehr als sechs Millionen Stück. Damit ist der Ixo das meistverkaufte Elektrowerkzeug der Welt. \"Erfolgreiche Produktentwicklung mit diesem Innovationstempo ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer konsequenten Prozessverbesserung von der Ideenentwicklung bis zur Markteinführung\", sagt Raschke.
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Gemeinsam für SOA

Die Softwarekonzerne IBM, SAP und Software AG ließen in einer Umfrage im Dezember 2007 und Jänner 2008 die Ansichten und Strategien der heimischen Top-500-Unternehmen zu softwareorientieren Architekturen ermitteln. \"Beachtlich ist, dass bei immerhin 58 Prozent der Unternehmen, die SOA bereits implementiert haben, die Erwartungen vollständig oder größtenteils erfüllt worden sind. SOA kommt langsam, aber gewaltig\", so marketmind-Studienleiter Gereon Friederes.

\"Die Zusammenarbeit von IBM, SAP und der Software AG bei der SOA-Trendstudie unterstreicht den Einfluss von SOA auf den IT Einsatz. Mit SOA ist auch eine Veränderung der Rolle des CIO und des CEO zu sehen. Der CIO bekommt zunehmend eine strategische Rolle und der CEO erhält mit SOA ein Modellierwerkzeug, das die Abbildung von Geschäftsprozessen in der IT besser ermöglicht\", meint IBM-Generaldirektor Leo Steiner zu den Ergebnissen der Studie. \"Bei SOA geht es um mehr Flexibilität und höhere Geschwindigkeit im Geschäft.\"

Benno Weißmann, neuer Managing Director SAP: \"Unsere Studie hat sehr deutlich gezeigt: SOA macht österreichische Unternehmen konkurrenzfähiger: Mittels serviceorientierter Architektur können Unternehmen bereits vorhandene Investitionen weiter nutzen und gleichzeitig schneller auf neue Geschäftsanforderungen reagieren. Wissen und Information über SOA muss aber verbessert werden, vor allem die wirtschaftlichen Vorteile, die Unternehmen damit gewinnen.“

Walter Weihs, Vorstand Software AG: \"Kunden suchen Problemlösungen und nicht Produkte. In Zukunft werden sich Unternehmen am Markt vermehrt durch ihre Prozesse unterscheiden und nicht durch die Applikationen. Die Fähigkeit, die Prozesse rasch an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen, wird immer wichtiger werden.“

Ergebnisse im Detail. Die wichtigsten Entwicklungen in den nächsten fünf Jahren sind für die Befragten die Steigerung der Kosteneffizienz, die Fokussierung auf das Kerngeschäft und die Integration von Lieferanten, Kunden und Partnern. Die größten Veränderungen in der IT erwartet man auf Grund der Integration von Applikationen und wegen (De-)Zentralisierung. Demgemäß sind bei vier von zehn Unternehmen - neben der IT-Abteilung - die Geschäftsführung bzw. Konzernleitung bei der Entscheidung für SOA involviert.

Fast 28 Prozent der Auskunftspersonen gaben an, dass in ihrem Unternehmen SOA bereits eingesetzt wird. Hier gilt es zu bedenken, dass der Begriff SOA teilweise sehr breit interpretiert wird. Rund 15 Prozent der Unternehmen planen den Einsatz von SOA innerhalb der nächsten drei Jahre. Diese Unternehmen befinden sich zum überwiegenden Teil in der Phase des Know-how Aufbaus und der Bedarfsanalyse (rund 52 Prozent). SOA wird auch in den kleineren Unternehmen der Top 500 eingesetzt.

Mit den bestehenden SOA-Implementierungen sind die Unternehmen zufrieden. Bei 58 Prozent der Unternehmen wurden die Erwartungen an die Einführung erfüllt - in nur zwei Prozent der Fälle konnte SOA den Erwartungen nicht gerecht werden.

In den Unternehmen, bei denen SOA bereits im Einsatz ist, waren Kosteneinsparungen, mehr Transparenz und Effizienzsteigerung die wichtigsten Argumente für die Einführung von SOA. Die wichtigsten Prozesse, bei denen zur Zeit SOA Services im Einsatz sind, betreffen vor allem Buchhaltung/Controlling, Marketing/Vertrieb, Produktion, Auftragsabwicklung und die Logistik.

Von der Einführung von SOA erwarten sich die Unternehmen vor allem einfachere und transparentere Prozesse und mehr Flexibilität bzw. schnellere Reaktionen auf Veränderungen. Bedenken gegen die Einführung von SOA gibt es hinsichtlich des damit verbundenen organisatorischen Aufwands und der hohen Komplexität.

Geringes Wissen. Bei den befragten Unternehmen, die aktuell keinen Einsatz von SOA planen (57 Prozent), ist das Wissen zum Thema häufig noch sehr gering. Grundsätzlich gibt es keine Bedenken gegen SOA, sondern es sind für die Mehrheit unternehmensbezogene Gründe, die gegen einen Einsatz zum jetzigen Zeitpunkt sprechen. Hauptargument gegen die Einführung von SOA ist die Wichtigkeit des Tagesgeschäfts und die damit verbundene Einführung anderer IT-Projekte, wie etwa SAP.

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Klartext

Im folgenden Test finden Sie scheinbar alltägliche Aussagen, wie sie typischerweise immer wieder im beruflichen Alltag vorkommen - aber was will uns der Sprecher damit wirklich sagen?

1. EDV-Fritze: »Unser Mailserver hatte eine kritische Sicherheitslücke und ein mySQL-Problem - dafür musste ich allerdings über Nacht am WiFi-Router eine neue Firmware einspielen und alle Mailaccounts neu aufsetzen.« Im Klartext:
A: »So, falls sich der Chef mal wieder fragen sollte, warum er mich bezahlt! Noch zweimal hier übernachten und ich hab ’ne Woche Zeitausgleich extra!«
B: »Der Praktikant hat die 20 Gigabyte Pornos gefunden, die ich auf den Firmenserver zwischengelagert habe, und ich musste über Nacht alles auf DVDs brennen und die Logfiles vernichten.«
C: »So, Leute, ich hab jetzt alle eure Mails gelesen. Das habt ihr jetzt davon, dass ihr mir nie was erzählt.«

2. Mitarbeiter: »Ich hab jetzt alles genau so gemacht, wie Sie’s gesagt haben, aber irgendwie ist mir da noch das eine oder andere Detail unklar.« Im Klartext:
A: »Ich hab keinen blassen Tau, was Sie von mir wollten, und hab deshalb noch keinen Finger gerührt. Bevor Sie mir jetzt alles noch mal erklären, könnten Sie’s doch vielleicht gleich selbst machen?«
B: »Ihrem lächerlichen Gebrabbel von neulich zufolge haben Sie genauso wenig Ahnung wie ich, also können Sie das Schlamassel grad so gut selbst ausbaden.«
C: »So, die Karre steckt im Dreck. Jetzt schaun wir mal, was der Chef draufhat!«

3. Sekretärin: »Nein, tut mir leid, aber der Chef ist momentan in einer wichtigen Besprechung und will nicht gestört werden. Sonst noch was?« Im Klartext:
A: »Der alte Sack war gestern wieder mal mit seinen Kumpels aus dem Aufsichtsrat unterwegs und schläft gerade unter seinem Schreibtisch seinen Rausch aus. Versuchen Sie’s später noch mal - und bringen Sie Aspirin!«
B: »Sie stören - und zwar mich. Hauen Sie gefälligst schleunigst ab, damit ich mein Marathontelefonat mit Silke aus der Buchhaltung fortsetzen kann.«
C: »Der Chef hat mich vorgewarnt, dass Sie wegen einer Gehaltserhöhung kommen. Den sehen Sie nie wieder!«

4. Buchhaltung: »Bei Ihrer letzten Honorarnote gab’s da ein paar kleinere Unstimmigkeiten, vielleicht kommen Sie mal vorbei, um das Ganze zu besprechen?« Im Klartext:
A: »Ich hab Ihre Zettel verschmissen und keine Lust zu suchen - bringen Sie am besten alles noch mal!«
B: »Wir werden uns jetzt öfter sehen. Jaja, bei dem trockenen Arbeitsfeld braucht man ein bisschen Sadismus, um auf seine Kos­ten zu kommen!«
C: »Hoho, Sie wollen ja tatsächlich Geld von uns - mal sehen, wer früher aufgibt! Der Kampf ist eröffnet!«

5. Chef: »Ich verstehe Ihre schwierige Lage sehr gut. Gut, dass Sie gleich zu mir gekommen sind! Man kann Ihnen da wirklich keinen Vorwurf machen, schließlich habe ja immer noch ich die Verantwortung hier!« Im Klartext:
A: »Wir sind uns also einig, dass Sie der Sündenbock für das Disaster sind - und weil ich die Verantwortung und Sie die Schuld haben, können Sie schon mal packen! Schönes Leben noch!«
B: »Keine Ahnung, was da wieder schief gelaufen ist, aber ich will verdammt sein, wenn das an mir hängen bleibt! Schönes Leben noch!«
C: »Dass Sie gleich zu mir kommen, um Ihre Kollegen anzuschwärzen, imponiert mir irgendwie - erinnert mich an mich selbst, als ich jung war! Jetzt einigen wir uns noch, wer von denen schuld ist. Weiter so!«

Auflösung: Tja, Sie haben’s natürlich durchschaut: A, B und C sind alle richtig. Zum Abschluss aber noch die Warnung vor einem Klassiker der beruflichen Kommunikation, der im Unterschied zu den obengenannten Beispielen durchaus wörtlich zu nehmen ist: »Wir sind hier eine große Familie!« Bei dieser Drohung ist es meist durchaus angebracht, in kalten Schweiß auszubrechen. Schönes Leben noch!

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Ein Spiel ohne Ball

Andi Ivanschitz & Co haben sich mit dem Sieg gegen die Elfenbeinküste vorerst wieder mal aus der Krise geschossen. Erfahrungsgemäß ist das fußballerische Niveau bei Europameisterschaften eher höher als bei Weltmeisterschaften (das erklärt auch, dass österreich bisher drei WM-Teilnahmen verbuchen kann, aber noch nie eine EM-Quali überstanden hat). An Besuchern sollte es außerdem nicht mangeln, schließlich sind schon drei Nachbarn (Schweiz, Deutschland, Tschechien) fix qualifiziert, und selbst wenn die Schotten die Italiener oder die Franzosen rauswerfen sollten, macht das nix, dann kann man sich (wegen der Schotten) wenigstens auf sanges- und trinkfreudige Fans freuen.
Und weil es an dieser Stelle sowieso nicht ums Sportliche geht, wenden wir uns gleich der wirtschaftlichen Seite zu. Allein die Fußballeuphorie in Deutschland (in der zweiten Liga mehr Zuschauer in den Stadien als in der italienischen Seria A) sollte eine Menge Touristen ins Land schwemmen. Also kann man schon mal beginnen, nachzudenken, wie man das Event für seine eigene Firma nützt, und sei die Nische noch so klein. Aber wie? Da die UEFA mit ihren Marketingregeln immer strenger wird, sollte man sich die Sache genau überlegen. Die Wirtschaftskammer hat löblicherweise bereits Infomaterial aufbereitet, der Seminaranbieter »Business Circle« wiederholt ein entsprechendes Seminar wegen unerwarteten Erfolges. Daher haben wir uns die vier Referenten dieses Seminares als Informanten gesichert.
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Wiener Biogase

Rund 17.000 Tonnen Bioabfälle können in der aktuellen Ausbaustufe pro Jahr in der ›Biogas Wien‹ in saubere Energie umgewandelt werden«, erklärte Umweltstadträtin Ulli Sima anlässlich der Eröffnung der Biogasanlage in Wien Simmering. »Künftig können 600 Wiener Haushalte mit Fernwärme aus der ›Biogas Wien‹ versorgt werden, wodurch sich im Vergleich zur konventionellen Energieerzeugung eine Einsparung von 3.000 Tonnen CO2 jährlich ergibt«, so Sima. »Künftig« ist relativ und ungewiss. Das bislang getätigte Investment von 13,5 Millionen in Simmering reicht nämlich nur für die Hälfte der erwähnten 600 Haushalte. Ob die Anlage tatsächlich erweitert wird, ist bislang nicht entschieden. In der gegenwärtigen Konzeption hat die Stadt für die Versorgung eines Haushalts mit Fernwärme rund 45.000 Euro investiert. Ein Vorzeigeprojekt, wie die grüne Klubobfrau Maria Vassilakou richtig erkannt hat. »Aus Mist wird umweltfreundliche Wärme und umweltfreundlicher Strom gewonnen«, freut sie sich darüber, dass diese Idee der Grünen gemeinsam mit der Stadt Wien umgesetzt werden konnte. Und liegt prompt falsch, denn Strom wird in der Biogasanlage gar nicht gewonnen.

Fix ist, dass die Biogasanlage von der MA 48 betrieben wird. Neben der umweltpolitischen Bedeutung steht hinter der Errichtung der »Biogas Wien« auch eine Notwendigkeit gesetzlicher Natur: Seit Oktober 2006 ist das Verfüttern von Küchen- und Speiseabfällen an Nutztiere in der EU verboten. In der Biogas Wien werden 1,7 Millionen Kubikmeter Biogas erzeugt, die in einem Heißwasserkessel zur Fernwärmeerzeugung genutzt werden.

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Auf Jimi Hendrix Spuren

Von Angela Heissenberger

Wenn Pete Townshend das geahnt hätte! Jahrzehnte nachdem der Gitarrist der Rockband The Who als krönenden Abschluss jedes Konzerts sein Ins­trument auf dem Verstärker zertrümmert hatte, erzielen Gitarren aus den Roaring Sixties auf Auktionen und in Spezialgeschäften Höchstpreise. Sammler würden wohl alles geben, um ein Originalinstrument Towns­hends - oder dessen Fragmente - käuflich erwerben zu können. Als Garantie für die Echtheit müsste ein solches Juwel jedoch aus dem Privatbesitz des Musikers stammen - und dann wäre es unbezahlbar. ähnliches gilt für die Gitarren von Jimi Hendrix, die vom Enfant terrible des Rock’n’Roll auch schon mal mit der Zunge gespielt wurden. Obwohl Originalinstrumente bekannter Musiker extrem selten erhältlich sind, erlebt das Geschäft mit Elektrogitarren gegenwärtig einen ungeahnten Aufwind. Besonders gefragt sind natürlich Instrumente aus den Fünfziger- und Sechzigerjahren, allen voran die Fabrikate Fender Telecaster und Stratocaster sowie Gibson Les Paul. Andere Marken wie Gretsch, Framus oder Rickenbacker, die mit ihrem charakteristischen Klang u.a. den Sound der Beatles prägten, kursieren auf den Sammlerlisten schon etwas abgeschlagen. Selbst Modelle des japanischen Herstellers Ibanez, in der Regel detailgetreue, billigere Kopien der großen Marken, profitierten von der Renaissance der E-Gitarren.

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Car Innovation

Attraktiv für den Kunden, erschwinglich für breite Schichten und dabei den immer strikteren Gesetzesauflagen entsprechend: Das sind die zentralen Anforderungen an das Automobil der Zukunft. Aus heutiger Sicht betrachtet ist die individuelle Mobilität akut vom Aussterben bedroht. Es braucht radikale Innovationen, damit das Auto auch in Zukunft das weltweit bevorzugte Fortbewegungsmittel bleibt. Zu diesem Schluss kommt die Studie »Car Innovation 2015« der Strategieberatung Oliver Wyman.

Innovationen sind der Treibstoff der Automobilindustrie. Sie differenzieren Marken, passen das Auto den sich wandelnden Kundenbedürfnissen an, finden Antworten auf die globalen Herausforderungen und sichern damit das überleben der Branche. Diese Allgemeinplätze lassen sich auch mit Zahlen belegen. Im Jahr 2006 erreichten die zehn innovativsten Automobilzulieferer eine um 16 Prozent höhere EBIT-Marge als der Branchendurchschnitt. Heute investiert die Automobilindustrie jährlich etwa 68 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung und beschäftigt weltweit 800.000 Ingenieure. Doch die Forscher und Entwickler haben ein Problem, das sie mit vielen Kollegen in anderen Branchen teilen: Aus lauter Liebe zur Technik verschwimmt schon mal der Blick auf den Markt. 40 Prozent aller F&E-Investitionen fließen in Projekte, die es nicht ins Serien­auto schaffen oder die aufgrund ungenügender Kundenakzeptanz nie in ausreichender Stückzahl produziert werden. Weitere 40 Prozent werden für die Serien­entwicklung sowie für die Erfüllung gesetzlicher Auflagen benötigt. »Bisher dient nur ein Fünftel aller F&E-Investitionen der Differenzierung im Wettbewerb«, kommentiert Jan Dannenberg, Director bei Oliver Wyman. »Diesen Anteil auf 30 und mehr Prozent zu erhöhen, muss das Ziel aller Hersteller und Zulieferer sein.«
Doch selbst die verbleibenden 20 Prozent treffen nicht immer die Wünsche und Bedürfnisse der Endkunden. Die Kunden fühlen sich von der Menge komplizierter und erklärungsbedürftiger Innovationen sowie der Flut markenspezifischer Namen und Abkürzungen überfordert. Viele Features kennen sie nicht einmal. Die Händler stehen den Kunden in ihrem dezenten Desinteresse in nichts nach. Ein Test bei 50 Autohändlern hat ergeben, dass wenig Interesse am Verkauf neuer Technologien besteht. Noch geringer ausgeprägt als das Interesse ist das Wissen über Funktion und Nutzen der einzelnen Technologien. Kein Wunder also, dass heute nur noch eine von sechs Innovationen auch tatsächlich verkauft wird. Eine Umfrage unter 550 Neuwagenkäufer in Deutschland und den USA hat ergeben, dass die überwiegende Mehrheit der Kunden in erster Linie ein verlässliches Auto sucht. »Für Hersteller wie Zulieferer ist es künftig entscheidend, ihr Innovationsportfolio laufend zu durchforsten und sich auf die vielversprechenden Innovationen mit hoher Käuferakzeptanz zu konzentrieren«, fasst Dannenberg zusammen.

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Bunte Röhre

Eisnebel, Blitzlichtgewitter, elektronisch verstärkter Höllenlärm: Die öBB inszenierte den Durchstich des Wienerwaldtunnels zwischen Hadersdorf in Wien und Chorherrn in Niederösterreich als Sound- \" Light-Show à la Hollywood. Wie auf einer Fahrt im Themenpark fühlte man sich bereits bei der Anreise: Im klimatisierten Bus ging es durch die in schwaches, bläuliches Licht getauchte halbfertige Röhre, vorbei an schemenhaft erkennbaren Baumaschinen, verlassenen Fahrzeugen und Baustellenrelikten, zum Schauplatz des Treffpunkts, dort, wo von der Westseite des Tunnels kommend zwei riesige Tunnelbohrmaschinen wie gigantische Würmer aus den von ihnen selbst gegrabenen Röhren in die große, kuppelförmige Erweiterung des einröhrigen, aus dem Osten kommenden Tunnels schauen. Diese unterirdische Halle war, als Signal, dass man am Ende der Reise angelangt war, in farbenfrohes Licht getaucht, eine Liveband spielte beschwingte Jazzrhythmen, Kellner warteten mit Sekt auf die sicher durstig gewordenen Besucher - und zwar ausschließlich mit Sekt, und das um neun Uhr morgens.
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Schweizermacher

Der Schweizer Stromversorger Groupe E mit Sitz in Freiburg beteiligt sich an der Errichtung des neuen Gas- und Dampfkraftwerkes in Timelkam. Damit reduziert die Energie AG die Finanzlast des mit 200 Millionen Euro veranschlagten Kraftwerkes. Stimmen die Kartellbehörden zu, wird das Kraftwerk durch eine gemeinsame Gesellschaft, an der beide Partner je 50 Prozent halten, errichtet. Die Stromproduktion wird im Verhältnis 70 : 30 geteilt. Die Schweizer tragen 30 Prozent des Investments und kriegen dafür auch 30 Prozent des Stroms und ein gleichwertiges Mitspracherecht. Jene 30 Prozent der Energie, die der Groupe E gehören, werden wiederum zum Marktpreis an die Energie AG verkauft, erklärt die Energie AG. Die Schweizer sehen das ein wenig anders: »Was unsere 30 Prozent der Stromproduktion anbelangt, so werden sie ins oberösterreichische Netz eingespeist, sie stehen uns aber als Eigenproduktion zur Verfügung. Das heißt, dass sie einerseits über Hochspannungsleitungen in die Schweiz importiert werden können und andererseits damit gehandelt werden kann«, teilt Groupe E dazu mit. Die Energie AG erklärt, dass sie mit dieser Lösung wesentlich rascher weitere Investitionsschritte tätigen kann. Der Versorger hat zwei Wasserkraftwerke an der Traun in Planung. Auch die Errichtung eines weiteren Gas- und Dampfkraftwerkes ist angedacht.
Die Groupe E mit einem Jahresumsatz von umgerechnet 366 Mio. Euro ist als regionaler Stromversorger ähnlich strukturiert wie die Energie AG. Die Stromerzeugung erfolgt mit Wasser- und thermischen Kraftwerken, aber auch in Windparks und Solaranlagen. Die Eigentümer sind mehrheitlich Städte und Gemeinden in den Kantonen Freiburg und Neuenburg. Vor dem Zuschlag für die Groupe E wurde ergebnislos mit heimischen Versorgern verhandelt. »Für uns war klar, dass die Betriebsführung des Kraftwerkes bei der Energie AG liegen muss«, erklärt dazu der Sprecher der Energie AG Walter Czetsch.
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