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Dem Aktionismus zur Klimadebatte muss eine inhaltliche Auseinandersetzung folgen – sonst treten wir weiterhin am Stand!

Die politischen Entwicklungen im Zuge der EU-Wahl zeigen eines massiv auf: Wer zu den politischen Gewinnern gehören will, muss mit dem Zeitgeist gehen und zur Klimapolitik ein entsprechendes Statement abgeben. Es ist gut und dringend notwendig, dass sich unsere Gesellschaft des Themas annimmt. Aber wir alle wären gut beraten, das sprichwörtliche Kind nicht mit dem Bade auszuschütten.

Während platte Forderungen nach der Verbannung energieintensiver und in der Produktion CO2 emittierender Produkte lauter werden, scheint man sich nicht mit den Konsequenzen dieser Forderung auseinanderzusetzen. Hierzu müsste nämlich zuerst die Frage beantwortet werden, ob Alternativen in ausreichendem Maße vorhanden sind.

Und wenn ja, welche anderen ökologischen Auswirkungen damit verbunden sind. Was bringt ein noch so ökologisches Produkt, wenn es dann um den halben Erdball transportiert werden muss? Nachdem diese Fragestellungen bislang nicht erfolgten und daher auch nicht beantwortet werden konnten, bewegen wir uns in der Diskussion keinen Millimeter weiter.

Banale Lösung

So wäre es längst an der Zeit für das Bauwesen, ernsthafte neue Konzepte zu verfolgen und auch umzusetzen. Die Bereiche Ressourceneffizienz, Kreislaufwirtschaft und Lebenszyklusanalyse sind bis heute nur rudimentär berücksichtigt. Von der Berücksichtigung des Transports ganz zu schweigen. Alles dreht sich um den scheinbar so wichtigen Energieeintrag bei den Herstellungsprozessen.

Wieso bewertet man bis heute nicht das Recyclingpotenzial, das Hand in Hand mit der Ressourcenschonung einhergeht, oder den nicht unwesentlichen Transport? Alles Einflüsse, die sich auf die ökologische Bewertung, den Energiebedarf und das Emissionspotenzial maßgeblich auswirken. Die Lösung ist banal.  Und ein Blick in Entwicklungsländer reicht aus, um zu erkennen, dass regionale Baustoffe der Schlüssel zu einem wirksamen Energie- und Carbonmanagement im Bausektor sind. Wer auf Nahversorgung setzt, vermeidet nicht nur den klimaschädlichen Transport, sondern sichert zudem regionale Arbeitsplätze.

Heikle Fragen

Solange wir aber nicht bereit sind, unserer Gesellschaft auch zu erklären, dass die langfristige Sicherung unsere Umwelt etwas kostet und mit Einschnitten auch im persönlichen Bereich verbunden ist, wird sich grundlegend nichts verändern.

Oder haben Sie in Ihrem Bereich schon einmal nachgedacht, lieber auf den heimischen Granit zu setzen als auf jenen aus Asien zum halben Preis? Oder haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht, wie viel Energie Sie täglich konsumieren und wie sich dies im Vergleich zum vordigitalen Zeitalter darstellt? Egal ob Climate-Kirtag oder Fridays-for-Future-Demo, es wird Zeit, die Diskussion auf eine sachliche Ebene zu führen und der Gesellschaft reinen Wein einzuschenken – nur dann werden wir etwas bewegen.

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