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Die große Umfrage: Arbeitswelt der Zukunft

Die Digitalisierung greift in einem Ausmaß in unser Leben ein, das viele nicht zu Unrecht mit der industriellen Revolution vergleichen. Produktionsprozesse werden automatisiert sowie Wissen und Informationen schneller und von überall zugänglich gemacht. Züge ohne Fahrer, Roboter als Krankenpfleger, selbsttätige Buchhaltungsprogramme – fast jeder zweite Arbeitsplatz könnte überflüssig werden, wenn Computer zunehmend Routineaufgaben übernehmen. Gleichzeitig steigt der Bedarf an höher qualifizierten Arbeitskräften, vor allem im IT-Bereich und bei Lehrkräften. Doch sind wir auf diese Umwälzungen ausreichend vorbereitet? Wie die Arbeitswelt der Zukunft aussehen wird, hat Report(+)PLUS bei ExpertInnen nachgefragt.

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Internet of things und Industrie 4.0 in der Praxis

Ein Netz im Kornfeld: Der deutsche Landmaschinen-Hersteller Claas produziert selbstfahrende Maschinen. In dem Projekt »CLAAS Farming 4.0« werden zur Optimierung der Weizenproduktion Fahrzeuge, Menschen und Betriebsmittel vernetzt. Sensoren an Ladewagen überwachen den Füllungsgrad und die Feuchtigkeit des Ernteguts. Ein Mähdrescher sendet über Mobilfunk ein Signal in die Daten-Cloud, wenn sein Kornspeicher in Kürze voll sein wird. Ein Traktor empfängt das Signal und fährt, dank der übermittelten GPS-Daten, auf schnellstem Wege zum Mähdrescher, um die Ernte entgegenzunehmen. Das Einsparpotenzial wird mit 2,5 % der Standzeiten und Fahrwege und einem Effizienzgewinn von 15 % beziffert.

Hafen der Zukunft: Der Hamburger Hafen ist mit jährlich rund zehn Millionen Containern der zweitgrößte Hafen Europas. Die Lösung »smartPORT logistics« führt Verkehrs- und Infrastrukturdaten des 72 km² großen Hafengebietes in Echtzeit zusammen: Positionen von Lkws und Containern, Terminal- und Depot-Infos, Baustellen, Brückenöffnungszeiten und freie Parkflächen. Dadurch erhalten Hafenmanagement, Speditionen und Parkraumbetreiber rund um die Uhr ein umfassendes Lagebild und können schnell auf Verkehrsbehinderungen reagieren. Die Lösung setzt auf SAP HANA für die Auswertung der gesammelten Daten. Der Nutzen daraus: fünf bis zehn Minuten Effizienzsteigerung pro LKW und Tour. Bei täglich 40.000 Lkws ergibt das gesamt gut 5.000 Stunden Einsparung pro Tag.

Zustellung in den Kofferraum: Ob auf Baustellen oder bei Wartungs- und Reparaturdiensten: Monteure und Handwerker brauchen stets ein gutes Sortiment an Werkzeugen, Montage- und Ersatzteilen stets griffbereit im Firmenfahrzeug. Hier sieht die Österreichische Post ein ideales Anwendungsgebiet für die Paketzustellung in den Kofferraum. In einem Pilotprojekt im Raum Linz wird derzeit die Kofferraumzustellung in der Praxis erprobt: Der Kunde bestellt die benötigten Teile bei seinem Zulieferer. Dieser avisiert bei der Post eine »Kofferraumzustellung«. Am Tag der Auslieferung kann der Zusteller mittels App die genaue Position des Fahrzeuges orten und durch ein sicheres Identifikations- und Berechtigungssystem den Kofferraum entriegeln und die Sendung direkt in das Firmenfahrzeug einlegen. Der Empfänger wird per E-Mail, SMS oder App informiert, sobald das Paket in den Kofferraum gelegt wurde.

Fernwartung für Nähmaschinen: Dürkopp Adler hat eine Lösung für den Fernzugriff auf die Steuerung seiner Industrie-Nähmaschinen entwickelt. Der Betriebszustand der Maschinen kann gemessen, konfigurationsbedingte Probleme beseitigt und Updates für die Maschinen eingespielt werden. Die Daten werden via Mobilfunk übermittelt und ausgewertet. Umgekehrt können so Kontrollbefehle an die Maschinen ausgegeben werden. Mit der Lösung lassen sich Wartungsarbeiten optimal in Produktionsprozesse integrieren – Ausfallzeiten werden durch die Vorhersage von Störfällen reduziert. Dürkopp-Adler überwacht damit Nähmaschinen in einem Werk in Bangladesch von der Zentrale in Deutschland aus und hat damit sowohl Ausfallzeiten der Maschinen als auch Reisen seiner Servicetechniker verringern können.

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