Menu
A+ A A-
Archiv

Archiv (11315)

Träge Mühlen

österreichs Energiepolitik ist irrational«, sagt Reinhard Haas, Professor am Institut für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft der TU Wien. Dies sei gleich in mehrfacher Hinsicht der Fall, so der Experte. So steht in der neuen Regierungserklärung als Ziel, dass bis 2010 achtzig Prozent der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen stammen sollen. Dies sei völlig unrealistisch, meint Haas. Das offizielle österreich beschummle sich nämlich selbst. So wird allgemein davon ausgegangen, dass der regenerativ gewonnene Stromanteil 2006 bei 75 Prozent lag. Das stimmt jedoch nicht, da sich diese Berechnung auf das Jahr 1997 bezieht. Seither ist der Stromverbrauch geradezu explodiert. Real beträgt der Anteil der Erneuerbaren an der Stromproduktion daher bloß 63 Prozent. Nachdem die großzügige Förderung für Wind & Co Vergangenheit ist, sei eine Steigerung sehr unwahrscheinlich, so Haas. Und selbst wenn der Ausbau der Erneuerbaren mit voller Kraft (150 % Windkraft, 300 % Biomasse und 300 % Fotovoltaik) betrieben würde, wird der Anteil 2010 maximal 61,5 Prozent betragen weil der Verbrauch bis dahin weiterhin steigt. Im Regierungsreferenzjahr 1997 betrug der Stromverbrauch 56.100 Gigawattstunden, für 2010 rechnen die Experten mit 74.000 Gwh. Pro Jahr weist österreich einen Mehrverbrauch aus, der der Erzeugung eines großen Donaukraftwerkes entspricht. Eine zweite politische Irrationalität sei es nach Ansicht von Haas, die Energieerzeugung im Nachbarland Tschechien zu geißeln und zugleich von dort erhebliche Mengen an Strom zu importieren. Im Jahr 2000 war österreich nicht Exporteur, heute stammen etwa zehn Prozent des verbrauchten Stroms aus dem Ausland, vornehmlich aus Deutschland und Tschechien. Ebenfalls unlogisch sei der Umgang mit den Verpflichtungen aus dem Kiotoprotokoll, die österreich bekanntlich weit verfehlt. »Es wird jetzt schon Geld gespart, um später die Zertifikate zu erwerben«, ätzt Haas, der in diesem Zusammenhang künftig mit Kosten von 250 Millionen Euro pro Jahr rechnet. Demgegenüber relativiert sich die Dotierung des vielgepriesenen Energiefonds mit 500 Millionen Euro. Sinnvoller wäre es nach Ansicht des TU-Experten, aktiv in die Vermeidung von Emissionen zu investieren. »Der Energiefonds ist ein virtuelles Produkt, das vielfach überzeichnet ist«, sagt dazu der Energieexperte und Wirtschaftsprofessor an der Uni Graz, Stefan Schleicher. Er sieht angesichts der vielen Begehrlichkeiten schon jetzt eine Lücke von weiteren 500 Millionen Euro klaffen. Der seit kurzem vorliegende Plan österreichs sieht laut Schleicher vor, neun Millionen Tonnen CO2-Zertifikate zuzukaufen und 16 Millionen Tonnen im Inland zu reduzieren. »Das bleibt die übung«, kommentiert Schleicher und fügt hinzu, dass der derzeitige Zertifikatepreis von 13 Euro in Zukunft nicht relevant sein wird.
Read more...

Inszenierte Innovation

Seit 27 Jahren wird der »Staatspreis Innovation« verliehen. Lange Zeit am unteren Ende der Aufmerksamkeitsskala angesiedelt, erfreut sich der Staatspreis seit dem medialen Hype um die Innovation an sich und die Postulierung derselben als einzig seligmachendem Unternehmensprinzip deutlich größerer Beliebtheit - und wird auch dementsprechend inszeniert. Erstmals in der langjährigen Geschichte des Preises gaben sich die Veranstalter nicht mit der Preisverleihung an sich zufrieden, sondern flankierten den eigentlichen Event mit einem Innovationstalk. »Leidenschaf(f)t Innovation« lautete das Motto der Auftaktveranstaltung, das auf die Ambivalenz der Innovation als unternehmerische Leidenschaft und als Ergebnis von notwendigen Problemlösungs- und Veränderungsprozessen in Unternehmen verweisen sollte.
Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Vortrag von Monika Kircher-Kohl, Vorstand des Halbleiterkonzerns Infineon Technologies Austria, die in ihrer Keynote auf die große Bedeutung von Aus- und Weiterbildung für den Innovationsprozess einging. »Innovation hat immer mit Menschen zu tun. Wir brauchen kreative Köpfe, die den Innovationsprozess in Unternehmen vorantreiben«, sagte Kircher-Kohl. Das Management müsste seinen Teil zum Innovationsklima beitragen.
Es folgte eine Podiumsdiskussion, die vor allem aus formaler Sicht interessant war. Die Hälfte des Podiums war weiblich - eine Quote, die in der heimischen Forschungs- und Innovationslandschaft immer noch unerreichbar scheint.
Read more...

2:1 für Asien

Von Claudia Bräuer

Die Globalisierung von Produktion und Märk­ten hat auch vor der Pharmaindustrie nicht Halt gemacht. Der europäische Standort wird im internationalen Wettbewerb um seine Position kämpfen müssen. Während die USA 2,6 Prozent des BIP und Japan sogar 3,1 Prozent des BIP in Forschung investieren, kommt die EU gerade mal auf 1,93 Prozent. »Nach wie vor fließen mehr europäische Gelder in die Landwirtschaft als in den Auf- und Ausbau innovativer Forschungszentren. Da sei eine provokative Frage erlaubt: Wollen wir lieber Zuckerrüben oder Nobelpreisträger?«, sagt Christoph Sauermann, Geschäftsführer von Wyeth österreich und Präsident des Forums der forschenden Pharmazeutischen Industrie (FOPI), der mehr Förderung, mehr Forschung und weniger Bürokratie fordert. Durch die Globalisierung stehen nicht nur die Pharmaunternehmen in einem immer härteren Innovationswettbewerb - auch die Standorte USA, EU und Schweiz befinden sich in harter Konkurrenz um Investitionen und Arbeitsplätze. Das höchste Pharmawachstum finden wir heute in den asiatischen Ländern mit einer durchschnittlichen Expansionsrate von zehn bis 15 Prozent. 2006 nahm China mit einem Marktwachstum von zwanzig Prozent den internationalen Spitzenplatz ein.
»Einer der größten Vorteile Asiens ist zweifellos die hohe Zahl von Wissenschaftern und das gut ausgebildete Fachpersonal, das deutlich weniger als das Forschungs- und Entwicklungspersonal in den USA oder Europa verdient und fließend Englisch spricht«, ist Sauermann überzeugt. »Es besteht also kein Zweifel daran, dass Asien vor allem im Bereich der klinischen Forschung mit hoher Geschwindigkeit in den globalen Wettbewerb eingetreten ist und dort künftig eine dominante Rolle spielen wird.« Hubert Dreßler, Präsident der Pharmig und General Manager der sanofi-aventis GmbH ist allerdings anderer Meinung: »Es ist eine große Mär, das Standorte woanders billiger sind. Ein Forscher in Indien kostet genauso viel wie in den USA.«

Read more...

Trend-Wände

Manche setzen dabei auf die Kombination mit Wärmedämmung, andere auf die monolithische Bauweise.

österreichs Bauwirtschaft hat die Zeichen der Zeit erkannt: Ohne gewaltige Anstrengungen, die Energieeffizienz der Gebäude zu erhöhen und den Heizenergieverbrauch drastisch zu senken, wird österreich seine Klimaziele noch weiter verfehlen, als es ohnedies schon absehbar ist. Damit drohen aber, neben den medial hochkochenden Szenarien einer nachhaltigen Klimaveränderung, der Republik Strafzahlungen in Milliardenhöhe vonseiten der EU.
Deshalb setzt sich die Baustoffindustrie intensiv mit der Passivhaustechnologie auseinander und tritt mit passivhaustauglichen Wandsystemen an, die nebenbei auch Vorteile auf dem heiß umkämpften Baustoffmarkt sichern sollen.
So hat Wienerberger, Weltmarktführer in Sachen Ziegel, den Porotherm 50 T.i Plan seit kurzem auch in österreich im Programm. Dieser mit Perlite, einem thermisch expandierten Mineral vulkanischen Ursprungs, gefüllte Ziegel erreicht im verputzten Zustand einen Wärmedämmwert (U-Wert) von 0,14 W/m2K. Damit, so Wienerberger, sei es möglich, Passivhausstandard in einschaliger Bauweise ohne zusätzliche Wärmedämmung zu erreichen. Die monolithische Bauweise habe den Vorteil, schadensunabhängig und besser geeignet für Befestigungen an der Außenfassade zu sein, meint Christian Weinhapl, Geschäftsführer der Wienerberger Ziegelindustrie. Der neue Ziegel soll ein zusätzliches Top-Class-Angebot für ökologisch denkende Bauherren sein, das aufgrund seines zweiten Produktionsgangs - eben der Füllung mit Perlite - aber auch seinen Preis hat, wie Weinhapl einräumt. Aus diesem Grund wäre ein Marktanteil von 150 bis 200 Häusern pro Jahr für diesen Ziegel ein »tolles Ergebnis«.

Read more...

Von der Bildung zum Wohnen

(+) plus: Stadterneuerung ist ein wesentliches Aufgabengebiet in dem Ressort, für das Sie verantwortlich zeichnen. Wo setzen Sie die Schwerpunkte?
Michael Ludwig: Im Unterschied zu vielen anderen Großstädten der Welt hat sich Wien bewusst für den Weg der »sanften Stadterneuerung« entschieden. Dabei können die Mieterinnen und Mieter weiter in ihren Wohnungen leben und sich die Miete dank der Wohnbauförderung auch nach der Revitalisierung leisten. Daneben leistet die Stadterneuerung einen wesentlichen Beitrag zu mehr Wohnzufriedenheit. Denn wo gebaut oder saniert wird, entstehen auch Grünflächen, Kinderspielplätze, Schulen und Kindergärten.

(+) plus: Welche konkreten Maßnahmen sind in Planung?
Ludwig: Derzeit konzentrieren wir uns auf die Sanierungszielgebiete im 2. und 20. Bezirk und ganz speziell auf das Areal des Westgürtels in den Bezirken 14 bis 18. Mit der Sanierung der bestehenden Bausubstanz erreichen wir eine generelle Attraktivierung des Wohnumfeldes. Das zieht auch private Bauträger in die Grätzel, welche als Wohn- und Lebensraum wieder interessant werden. Gleichzeitig schaffen wir damit die Rahmenbedingungen für ein ausgewogenes gesellschaftliches Zusammenleben. Derzeit sind im Bereich des Westgürtels 426 Projekte in Vorbereitung oder bereits in Bau. Die Stadt Wien investiert für diese Vorhaben rund 311 Millionen Euro.

(+) plus: Die Wiener Gebietsbetreuungen leisten weithin anerkannte Arbeit. Wo sehen Sie Potenzial zur Weiterentwicklung für diese Einrichtung?
Ludwig: Erst Anfang 2007 wurden die Wiener Gebietsbetreuung für Stadterneuerung räumlich neu an die Betreuungsgebiete angepasst. Parallel dazu haben wir das Budget aufgestockt, um den Entwicklungen in den Bezirken gerecht zu werden und die Ressourcen dem Bedarf entsprechend zu steuern. Das Budget für alle Wiener Gebietsbetreuungen beläuft sich auf rund drei Millionen Euro pro Jahr. Daneben wurde die Anzahl der Mitarbeiter um ein Viertel erhöht, damit sind rund achtzig Personen für die Anliegen der Mieterinnen und Mieter da. Eine wesentliche Rolle spielen die Wiener Gebietsbetreuungen auch in der Prävention und Lösung von Problemen. Mein Ziel ist, die Mieterinnen und Mieter bei Konflikten zu begleiten und eine rasche Lösung herbeizuführen. Daher habe ich Mitte März einen MediatorInnenpool eingerichtet, der Spezialistinnen und Spezialisten zum Thema »Interkulturelle Mediation« bündelt und die Gebietsbetreuungen tatkräftig unterstützt.

(+) plus: Wo wollen Sie den Hebel ansetzen, um die Sanierung in Schwung zu bringen?
Ludwig: Die Stadt Wien fördert mit den Mitteln der Wohnbauförderung gezielt Sanierungsarbeiten und die Umrüstung auf energiesparende Einrichtungen. Diese Leistungen reichen von Lifteinbauten über Dach- und Fassadenreparatur, den Fensteraustausch bis zu Wärmedämmung. Egal, ob es um Sockelsanierungen oder um die thermisch-ener­getische Wohnhaussanierung »Thewosan« geht - die Stadt Wien unterstützt private Hausherren und Wohnungsbesitzer gezielt bei der Revitalisierung ihrer Immobilien. In den letzten fünf Jahren wurden mehr als 58.000 Wohnungen saniert. Für heuer haben wir uns vorgenommen, mit der geförderten Sanierung 10.000 Wohnungen zu revitalisieren. Durch diese Sanierungsoffensive interessieren wir vermehrt Bauträger für Neubauten und private Hauseigentümer für Sanierungstätigkeiten im Grätzel und sorgen somit für eine generelle Attraktivierung und damit auch für mehr Wohnzufriedenheit.

(+) plus: Die Stadt Wien als größter Wohnungseigentümer hat ein breites Aufgabengebiet vor sich. Wie wollen Sie Wohnen für Bewohner von Gemeindewohnungen attraktiver machen?
Ludwig: Lebensqualität hängt eng mit Wohnzufriedenheit zusammen. Diese noch weiter zu verbessern, ist mein wichtigstes Vorhaben. Um das zu erreichen, legen wir einen besonderen Schwerpunkt auf die Sanierung und Modernisierung der städtischen Wohnhausanlagen. Daneben bauen wir unsere Serviceeinrichtungen aus und verbessern das Beschwerdemanagement im Bereich von Wiener Wohnen. Für einen besseren Mieterschutz, mehr Mitbestimmung für die Mieter und den gleichzeitigen Kampf gegen Spekulation setzen wir unter anderem auf die Wiener Gebietsbetreuungen.

(+) plus: Werner Faymann hat mit den Bauträgerwettbewerben einen wesentlichen Innovationsschub gebracht. Wie werden Sie es mit Bauträgerwettbewerben halten?
Ludwig: Die Bilanz der bisherigen Bauträgerwettbewerbe ist eine hervorragende, daher werden wir auch in Zukunft auf dieses Instrument setzen, um gemeinsam mit den Bauträgern den geförderten Wohnbau im Sinne der Menschen unserer Stadt positiv weiterzuentwickeln. Daneben tragen diese Wettbewerbe auch wesentlich zur ökologischen und architektonischen Qualität des Wohnungsneubaus in Wien bei und sichern leistbare Kosten für die Wohnungssuchenden.

(+) plus: Die Wohnbauförderung steht immer wieder in Diskussion. Sie wird oftmals als klassische Mittelstandsförderung kritisiert und es wird entgegengehalten, dass damit eine Wohnqualität produziert wird, die sich tatsächlich Bedürftige gar nicht leisten können. Wie gehen Sie mit der Kritik um?
Ludwig: Die Wohnbauförderung ist das zentrale Element des Wiener Wohnbaus. Ohne sie würde sich das Wohnen in der Stadt um ein Vielfaches verteuern. Daher ist die Wohnbauförderung nicht nur ein Mittel zur Förderung des Mittelstandes, sondern gerade auch für jene Wienerinnen und Wiener, die sich ohne Unterstützung der Stadt eine schöne Wohnung nicht leisten könnten.
Ganz verstehen kann ich die Kritik generell nicht, da die Wiener Wohnbauförderung auch international eine Vorreiterrolle einnimmt: Die meisten europäischen Metropolen investieren ausschließlich über Subjektförderung, das heißt: der Gewährung von Wohnbeihilfe. Wien hingegen kombiniert die Objekt- mit der Subjektförderung und vereint damit die Vorteile beider Sys­teme: über die Objektförderung können wir Einfluss auf Qualität und Quantität der Neubauten nehmen, daneben unterstützen wir die Menschen gezielt durch die Wohnbeihilfe.

(+) plus: Gerade in den vergangenen Monaten hat Wien einen veritablen Preisanstieg im Bereich der Grundkosten für Bauprojekte erlebt. Immobilienfonds sind sehr liquide und fungieren als Preistreiber. Was tun Sie, um Bauträgern den Zugang zu erschwinglichen Grundstücken zu erleichtern?
Ludwig: Wir haben von der Bundesimmobiliengesellschaft ehemalige Industrie- und Kasernenareale erworben, die im Rahmen eines Bauträgerwettbewerbes und zu den Konditionen des geförderten Wohnbaus an die Bauträger weitergegeben werden. Die Bauträgerwettbewerbe spielen somit auch hier eine wichtige Rolle, weil sie den Zugang zu leistbaren Grundstücken schaffen. Auf der anderen Seite leisten sie einen entscheidenden Beitrag, um den geförderten Wohnbau in Wien auf hohem Niveau zu halten.

Read more...

Gesetze ohne Kompetenz

(+) plus: Mit Michael Ludwig hat ein neuer Wohnbaustadtrat die Verantwortung übernommen. Was erwarten Sie sich von der Stadt Wien und dem neuen Verantwortlichen?
Walter Ruck: Ich kenne den neuen Wohnbaustadtrat noch nicht persönlich, sein Vorgänger Infrastrukturminister Werner Faymann war ein sehr angenehmer, engagierter Politiker und hatte stets ein offenes Ohr für die Wiener Innung. Die Latte liegt sicher hoch für den neuen Wohnbaustadtrat; man darf gespannt sein.

(+) plus: Ist eine Neuausrichtung notwendig - zum Beispiel im Bereich der Sanierung?
Ruck: Ich würde es nicht als Neuausrichtung bezeichnen, sondern als Weiterentwicklung eines bisher sehr erfolgreich gegangenen Weges. Die Notwendigkeit ergibt sich dabei rein aus der Vermeidung des Stillstandes.
(+) plus: Unter Wohnbaustadtrat Faymann wurde in bescheidenem Ausmaß Wohnraum privatisiert. Sehen Sie hier Spielraum?
Ruck: Für die Interessensvertretung sind die Eigentumsverhältnisse nicht relevant. Für die Interessensvertretung ist nur interessant, wie mit Wohnraum umgegangen wird.

(+) plus: Durch die intensiven Aktivitäten von Immobilienfonds hat es in Wien einen deutlichen Preisschub bei bebaubaren Grundstücken gegeben. Bringt das Bauunternehmen noch stärker unter Druck?
Ruck: Nein, jedoch denke ich, dass es grundsätzlich volkswirtschaftlich sinnvoller ist, wenn die Gewinne in der Produktion und nicht in der Spekulation erwirtschaftet werden.

(+) plus: Sie haben in der Vergangenheit immer wieder Kritik an der Vergabepraxis geübt. Sehen Sie erste Zeichen einer Besserung?
Ruck: Ja, ich sehe Verbesserungen, speziell durch die erweiterte Anwendung von Präqualifikationsverfahren (zweistufige Verfahren). Den Ausschreibern sind jedoch durch die Vergabegesetze Grenzen gesetzt und es bewahrheitet sich hier, dass oftmals derjenige, der die Gesetze macht, seine Kompetenz nicht unbedingt in der dahinterstehenden Materie hat.

(+) plus: Wie beurteilen Sie das Regierungsprogramm der neuen großen Koalition?
Ruck: Papier ist geduldig. Messen wir die Regierung an ihren Taten. Hinsichtlich der im Regierungsprogramm verankerten Generalunternehmerhaftung verweise ich auf den letzten Teil meiner vorherigen Antwort.

Read more...

Erfolgreiche Innovationen I

\"Ich habe mich sofort daran erinnert, dass wir schon Anfang der 90er Jahre in diese Richtung aktiv waren“, sagt Böhme und begann auf eigene Faust zu recherchieren. Rasch kam er zu dem Schluss, dass der Autor mit seinem Artikel richtig lag. \"Mit Harnstoffzusätzen kann der Kraftstoffverbrauch um fünf Prozent gesenkt werden. Wenn man weiß, dass bei Frachtunternehmen 30 Prozent der Total Cost of Ownership auf die Treibstoffe entfallen, hat man ein gutes Argument.“ Mit diesen Argumenten gewappnet machte sich Böhme auf zum Vorstand und empfahl, das Harnstoffprojekt im operativen Geschäft zu implementieren. Unter dem Namen \"AdBlue“ wurde das Projekt trotz heftiger Widerstände auf Schiene gebracht. \"Viele unserer Manager waren alles andere als überzeugt von dem Projekt.“
Im März 2003 wurde im bayrischen Dingolfing unter enormen medialem Echo die erste AdBlue-Tankstelle für Nutzfahrzeuge errichtet. \"Mittlerweile haben es alle“, sagt Böhme stolz. \"Unser Vorteil war, dass wir die ersten waren.“ Damit hätte sich die OMV als Innovator positionieren können. Zudem wurde durch das Projekt laut Böhme der Zugang zur Autoindustrie deutlich verbessert und die Akquisition von Neukunden erleichtert. Auch der Zeitpunkt war günstig. \"Die AdBlue-Offensive fiel zeitlich mit unserer übernahme der Bayernoil zusammen. Damit konnten wir auch in Deutschland zeigen, dass die OMV mehr tut als nur die Tankstellen grün anzumalen“, sagt Böhme.
Read more...

Vielseitiger 19-Zöller

Im Juli 2006 stellte Maxdata mit dem Belinea 1970 S1 in SilverBlackStyle ein professionelles 19-Zoll-Display vor, das vielseitig einsetzbar und durch seine flexiblen Einstellmöglichkeiten individuell anpassbar ist. Nun wird Produktfamilie um einen weiteren Monitor erweitert. Auch der Belinea 1970 G1 richtet sich an Anwender, die gute Qualität schätzen, aber nicht allzu viel dafür ausgeben möchten.

Mit einer Reaktionszeit von nur 5 Millisekunden soll das Display für eine schlierenfreie Darstellung bewegter Bilder sorgen - ideal für Video-Animationen oder Spiele. Der hohe Kontrastwert von 800:1 steht für eine brillante Bildperformance. In Kombination mit den integrierten Lautsprechern und einem DVI-Anschluss ist der Bildschirm bei allen Multimedia-Bereichen einsetzbar. Die kurze Reaktionszeit und die integrierten Lautsprecher runden die Ausstattung ab.

Der Belinea 1970 G1 eignet sich mit seinen zahlreichen Features für eine Vielzahl von Anwendungen. Das Display ist um 115 Millimeter höhenverstellbar und bietet damit höchsten ergonomischen Komfort. Durch die integrierte Pivot-Funktion kann der Anwender sein Display um 90 Grad drehen - sowohl das klassische Querformat als auch hochformatige Darstellungen auf dem Bildschirm sind möglich. Optimal ist dies vor allem beim Betrachten von Internetseiten. Aber auch bei der Textverarbeitung hat sich diese Funktion bewährt, da dank Pivot eine ganze DIN-A4-Seite auf dem Bildschirm sichtbar ist.

Technische Daten:
- 19 Zoll (sichtbare Bildschirmdiagonale 48,26 cm)
- TN+Film-Panel
- 5 ms Reaktionszeit
- 300 cd/m² Helligkeit
- 1280 x 1024 Auflösung
- 800:1 Kontrast
- Anschluss: analog + digital (DVI-D)
- 160°/160° Betrachtungswinkel (CR > 10:1)
- Höhenverstellung, 90° drehbar, schwenkbar
- integrierte Lautsprecher
- 3 Jahre Garantie inkl. Panel und Backlight
- Preis: 349 Euro

Read more...

Werbung, schizophren

Ich geb’s zu: Ich bin nicht allein. Selbst wenn ich allein bin. Ein bisschen hatte ich mich ja schon dran gewöhnt: Als Ein-Mann-Unternehmen muss man aus schierer Professionalität streng zwischen den Bereichen seines Unternehmens trennen, was bei handfesten Ich-AGs im schlimmsten Fall in multiplen Persönlichkeiten mündet. Diese Hürde habe ich zum Glück umschifft, da ich als Betriebsrat mit mir als Chef vor längerer Zeit einen, sagen wir mal, Pakt geschlossen habe, der verhindert, dass ich als ausgebeuteter Arbeitnehmer meiner selbst die Barrikaden stürme und mich als Boss zum Teufel jage. Im Vertrauen: Ich als Chef hab mir als Gewerkschafter zähneknirschend eine All-inclusive-Woche in Südspanien zukommen lassen, und jetzt ist Ruhe. Nein, mit meiner hausgemachten Schizophrenie komme ich - pardon: wir - inzwischen recht gut zurecht. Was mir in letzter Zeit mehr Sorgen bereitet, ist die Werbung.
Denn immer, wenn ich in letzter Zeit zum Beispiel lustlos an einer Leberkässemmel kaue, taucht wie aus dem Nichts ein schräger Typ mit weißem Rollkragenpulli und Sakko auf und flüstert mir was ins Ohr. Mal ehrlich, der Typ behauptet zwar, er ist mein Hausverstand - aber ist das ein Grund, mir jedesmal altkluges Gewäsch ins Ohr zu sabbeln, wenn ich am überlegen bin, ob ich nicht doch lieber das superbillige Pils aus Nordpolen im Diskonter nehmen sollte? Richtig schräg wurde es erst, als ich bemerkte, dass derselbe Typ anscheinend überall ist und bei jedem Einkäufer sein unheilvolles Werk verrichtet - und eins kann ich Ihnen sagen, es ist ein schockierender Anblick, im Supermarkt bei jedem einzelnen Kunden diese unheimliche, hagere Gestalt in vielfacher Ausführung zu beobachten, wie sie, einem aufhockenden Vampyr gleich, leise und beharrlich in die unschuldigen Gehörgänge all jener nuschelt, die zufällig mal aus Spaß nicht das hochwertigste Produkt aus dem Augenwinkel angeblinzelt haben. Teufelswerk! Als ich allerdings, lauthals »Weiche, Satanas!« brüllend, durch den Supermarkt quer über die Gemüseabteilung stürzte und, ein aufgerissenes Päckchen Bad Ischler Spezialsalz schwingend, nach altem Brauch die dämonische Höllenbrut vertreiben wollte, wurde ich trotz aller Erklärungsversuche hochkant rausgeschmissen. Seitdem tue ich mein Bestes, den gruseligen »Hausverstand«, so gut es geht, zu ignorieren. Wär ja noch schöner!
Ein bisschen weniger lästig, aber ebenso bedenklich, ist die penetrante Stimme in meinem Ohr, wenn ich, den hinterfotzigen Hausverstand ignorierend, beim Fast-Food-Restaurant meiner Wahl um Futter anstehe. Mein Geschmack sei sie, so behauptet die Stimme frech und unignorierbar direkt in meinem Schädel. Der Gipfel an Unverfrorenheit, wo kommt der den plötzlich her? Bitte, jeder, der mich kennt, weiß, dass ich noch nie Geschmack hatte, also kann es sich auch bei dieser Einflüsterung nur um werbungsbedingte Aufforderung zur Persönlichkeitsspaltung handeln - ein infames Komplott der multinationalen Gehirnwäscher, um ihre Opfer gefügig zu machen! Ich wird mich beschweren, jawoll, dass das nicht erlaubt ist, das sagt mir ja schon mein Hausverst … oh-oh.
Meine Freundin hat’s auch schon erwischt. Egal, ob sie ihren Urlaub buchen will, die Wohnung wechselt oder ein Auto kaufen möchte: Ständig lungert da ein abgeleckter Anzugtyp mit zugeschwollenen Augen bei ihr rum, der klugscheißerisch behauptet, er sei ihre Bank und gehöre »zur Familie«. Na, Sie können sich ja denken, was ich davon gehalten habe, als sie’s mir erzählt hat. Offen gestanden muss ich aber sagen, dass ich dran denke, auch zu ihrer Bank zu wechseln. Denn egal, wie lästig ihr Westentaschenyuppie auch sein mag, immer, wenn mir meine Bank in Gestalt von haarigen Möbelpackern erscheint, wird mir angst und bang um meine wertvolleren Einrichtungsgegenstände. Dass ich die kaufen soll, hat mir übrigens ein fünf Zentimeter großer Brite geraten, der immer drängelt, ich soll mit meiner Bankomatkarte einkaufen. Mit einem Wort: Ich bin nicht allein. Zumindest nicht, bis ich einen anständigen Exorzisten gefunden habe.
Read more...

Geehrte Sparer

Im Rahmen der Welser Energiesparmesse wurden die Teilnehmer am europäischen Stromsparprogramm »Motor Challenge« ausgezeichnet. Vertreter von Alpenmilch Salzburg, Obersteirische Molkerei, Leoganger Bergbahnen, Landfrisch Molkerei, Naintscher Mineralwerke und (als Programmunterstützer) sattler energie consulting kamen zur Urkundenverleihung in die Messestadt.
Mit der Teilnahme an der »Motor Challenge« verpflichten sich die genannten Betriebe zur Umsetzung ambitionierter Energiesparaktionspläne. Diese beinhalten insbesondere Maßnahmen zur Stromeinsparung in Druckluft- und anderen Motorsystemen. Genau in diesem Bereich sind hohe Einsparungen bei geringen Amortisationszeiten erzielbar. In den jeweiligen Bereichen lassen sich Einsparungen beim Stromverbrauch von rund zwanzig Prozent erreichen. Beispiele für Maßnahmen sind der Kompressorentausch und Einsatz von automatisierten Steuerungen.
Read more...
Subscribe to this RSS feed