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»Früher war Unterlizenzierung ein Kavaliersdelikt«

»Früher war Unterlizenzierung ein Kavaliersdelikt«

Hannes Pfneiszl, Geschäftsführer Comparex Austria, über die Komplexität von Software-Lizenzen und ­wesentliche Veränderungen in 20 Jahren.

Report:Welchen Geschäftsbereich in Unternehmen adressiert Comparex?

Hannes Pfneiszl: Als weltweit agierendes IT-Unternehmen liegt unser Fokus auf Lizenzmanagement und damit verbundenen Managed Services: Software-Asset-Management, Licensing-as-a-Service, aber letztendlich auch die Software-Portfolio-Aktivierung. Ein typischer Einsatzfall ist, wenn ein Kunde über einen längeren Zeitraum bestimmte Funktionen einer Software bei unterschiedlichen Herstellern oder auch bei mehreren eingesetzten Versionen mehrfach zahlt.

Durch das Thema Cloud und die Koexistenz mit Lösungen vor Ort im Unternehmen ergeben sich im Lizenzierungsbereich immer wieder neue Situationen. Welche Software ist besser, in der Cloud zu haben, was ist besser »on premise«? Und wie sehen die idealen Übergänge dazwischen aus? Das kann in extrem komplexe Lizenzverträge ausarten, die letztlich nur noch für IT-Experten, die im Lizenzmanagement bewandert sind, überschaubar sind. Wenn dann noch Virtualisierung, Mobilitätskonzepte und Nutzungsrechte für unterschiedliche Endgeräte – in der Firma der PC, unterwegs und zuhause vielleicht die Cloud – hinzukommen, können wir hier einen Mehrwert für die Unternehmen einbringen.

Report:Wer sind Ihre Kunden?

Pfneiszl: Wir orientieren uns in erster Linie an dem Bedarf der Top-200-Unternehmen in Österreich. Global sprechen wir ebenfalls alle Gro­ßen an, die entsprechende Softwarebudgets verwalten. Ein wesentlicher Punkt ist für Comparex als Partner der BBG der öffentliche Bereich. So haben wir jüngst im Februar die Neuausschreibung der Microsoft-Rahmenverträge für die nächs­ten drei Jahre im Public-Bereich – für alle Ministerien, Behörden und staatsnahen Unternehmen – gewinnen können.

Report: In welcher Funktion waren Sie vor 20 Jahren? Wenn Sie den IKT-Markt heute betrachten – was ist für Sie der wesentliche Unterschied zu damals?

Pfneiszl: Ich habe direkt nach meinem Studium einen der ersten Internet-Service-Provider, die Netway, mitaufgebaut – es war die Zeit der 56k-Modems und man hatte noch die Haushalte mit Internetanschluss gezählt. Damals war Hardware der limitierende Faktor: schwerfällig und teuer – im Serverbereich, bei Storage und bei den Bandbreiten. Heute sprechen wir dagegen von mehreren Internetzugängen pro Person. Alles, was wir uns vor 20 Jahren vorstellen konnte, wurde bei weitem übertroffen. Und ich denke, es wird in den kommenden 20 Jahren noch wesentlich dramatischer werden.

Auch der Softwaremarkt hat sich natürlich verändert. War früher eine Unterlizenzierung ein Kavaliersdelikt, ist dies eine sehr ernste Sache für die Hersteller, aber aus Compliancegründen auch in den Vorstandsetagen geworden. Heute sucht man sich bestmöglich einen professionellen Partner, der die korrekte Lizenzierung garantieren und dokumentieren kann.

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