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Echt virtuell

Von Rainer Sigl

Was ist real, was virtuell? Eine scheinbar einfache Frage, die im Angesicht der immer komplexer und größer werdenden virtuellen Welten und Communitys im Netz dennoch immer schwieriger zu beantworten wird. Ein gestohlener virtueller Gegenstand kann durchaus zu ganz realem Mord und Totschlag führen, wie vor einiger Zeit in China geschehen, das systematische Abgrasen künstlicher Welten, das sogenannte \"Gold-Farmen\", verschafft ebenfalls im Reich der Mitte geschätzten 200.000 Jugendlichen (schlecht) bezahlte reale Jobs, und Immobiliengeschäfte können auch in virtuellen Welten ganz wirkliche Reichtümer erwirtschaften. Kurz gesagt: Mit Onlinespielewelten lässt sich handfest Geld verdienen, denn die nur im Computer existierenden Gegenstände, Immobilien und Charaktere wechseln heute oft für harte Währung den Besitzer. Hundert Millionen Menschen sind weltweit in vielen virtuellen Welten registriert. Da verwundert es kaum, dass die bislang größte künstliche Spielewelt, Blizzards \"World of Warcraft\", ein Massive Multiplayer Online Roleplaying Game (MMORPG) mit einer Spielerzahl von über sieben Millionen weltweit, längst ganz real das Bruttoinlandsprodukt kleinerer Nationen überflügelt hat.

Die Großen der Wirtschaft haben nun den Braten gerochen: Marketing, Verkauf, kurz: Wirtschaftsleben in virtuellen Welten sei das nächste große Ding. IBM kündigte vor kurzem an, die stolze Summe von zehn Millionen Dollar in den Ausbau und die Weiterentwicklung der Präsenz des Unternehmens in den virtuellen Communitys zu investieren. Das Lieblings- und erklärte Zukunftsprojekt des Technologieriesen ist \"Second Life\", wie auch Anton Fricko, European Programm Manager IBM Emerging Internet Technologies, vor kurzem in Wien bestätigte. \"Second Life\", erdacht von Amazon-Gründer Jeffrey Bezos und Ebay -Pionier Pierre Omidyar, nimmt einen gewissen Sonderstatus ein, da es weniger Spiel, sondern mehr virtueller Spielplatz ist, auf dem die Benutzer ihre Vorstellungen relativ frei umsetzen können: Von der Gestaltung der eigenen Spielfigur (des \"Avatars\") bis zu Erwerb und Ausstattung eigener virtueller Gegenstände und Immobilien reicht die Freiheit. Ohne klingende Münze geht hier - man beachte den Realismus - freilich wenig: Die Meldung von Ailin Graef, die mit cleveren Grundstücksspekulationen in \"Second Life\" ganz real eine Million Dollar gescheffelt hatte, heizte das Interesse für die Spielwelt weiter an. Der Hype bricht gerade an allen Ecken los: Reuters eröffnet eine eigene Dependance in der virtuellen Welt, der deutsche Fernsehsender Bunch TV wird sowohl im Spiel als auch real senden und IBM schwärmt wie andere Geschäftsriesen von den endlosen Möglichkeiten, die \"Second Life\" und seine virtuellen Nachfolgewelten in Zukunft für Kunden und - wer hätte das gedacht - große Firmen als Marketings-, Verkaufs- und Präsentationsflächen bereitstellen könnten.

Der Einstieg von IBM, Hewlett Packard, Intel, Sony BMG und Adidas in die \"virtuelle Geschäftswelt von morgen\", der mit großem Enthusiasmus und noch größeren Werbeetats kräftig gehypt wird, stößt aber auch auf Kritik und handfeste Probleme aus dem \"First Life\". So beginnen sich etwa zunehmend auch nationale Steuerbehörden für die virtuellen Märkte und die hier bisher großteils unbehelligten Geldflüsse zu interessieren. Dass die unsichere rechtliche Situation, die auch IBM-Mann Fricko nicht unerwähnt ließ, noch reichlich Konfliktpotenzial bietet, zeigt sich ganz konkret etwa in einer wohl recht kleingedruckten Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Nutzung von \"Second Life\", wird da doch in dürrem Juristenenglisch festgestellt, dass buchstäblich alles, vom Account selbst bis zu den angehäuften, gekauften oder selbst erschaffenen Gegenständen und Immobilien, im Besitz des Spielbetreibers Linden Labs verbleibt. Erste Klagen beschäftigen bereits die Gerichte in den USA, weitere dürften weltweit folgen - zumindest in dieser Hinsicht tut sich unbestritten ein neues, bisher gänzlich unbekanntes Geschäftsfeld für künftige Generationen von Medienanwälten auf.

Trotz dieser Hürden, dies sei den eifrigen Trompetern der schon wieder neuen Geschäftszukunft von morgen unbenommen, werden virtuelle Welten ohne Zweifel fester Bestandteil der Realität von morgen sein - inklusive Werbung, neuen Geschäftschancen, Konsumparadiesen und ganz neuen Businessmodellen. Kontrastprogramm: Die spanische NGO \"Mensajeros de la Paz\" hat sich der bunten Konsumzukunft übrigens bereits jetzt mit einer sarkastischen Aktion angenommen: In der Gestalt eines obdachlosen schwarzen Kindes in den Glitzerwelten von \"Second Life\" bringt man noch ein bisschen mehr Realismus in die virtuelle Welt - und holt die oft weniger geliebte Wirklichkeit wieder etwas mehr ins Blickfeld.

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Do more with less

Von Daniela Hoffmann

Im Rahmen des Kundenbeziehungsmanagements haben Unternehmen in den letzten Jahren Datenbestände aufgebaut, die sich ab einigen Terabyte aufwärts bewegen und jährlich im Schnitt verdoppeln. Die Kosten der aufwendigen Datenhaltung in Data Warehouses und Data Stores stehen im direkten Verhältnis zur Nutzung der Daten. Hier bieten analytische Funktionen und Business Intelligence neben dem verbesserten Informationsgrad der Mitarbeiter im Kontakt zum Kunden ein breites Einsatzfeld. Besonders am Herzen liegen den meisten Unternehmen Fragen nach dem Abwanderungsverhalten der Kunden (Churn Management) aber auch das Thema Betrugsabwehr (Fraud Detection). Allein, die hohe Schule der Analyse, das Data Mining, erforderte bisher ein entsprechendes Maß an Statistik- und Informatik-Wissen. Ausgebildetete Experten entwickeln Datenmodelle und Algorithmen, die im Anschluss getestet und modifiziert werden - Erfahrung und Geduld gelten dabei als wichtige Ingredenzien. Nur wenige Modelle entstehen so jährlich, die sich ressourcenbedingt lediglich mit ausgewählten Kernthemen des Geschäfts befassen können.

Bei teilweise monatlich wechselnden Preismodellen und Geschäftsprozessen stößt das klassische Data Mining daher rasch an Grenzen - und viele Entscheidungen bleiben weiterhin dem Bauchgefühl vorbehalten. Der Bedarf an prädiktiven (vorausschauenden) Datenmodellen liegt heutzutage jedoch zwischen mehreren hunderten und rund tausend pro Jahr. Diese Lücke füllt der amerikanische Softwarehersteller KXEN, der seinen Ansatz dann auch \"Extreme Data Mining\" nennt.

Datenausgrabung mal anders. Das Unternehmen mit Hauptsitz in San Francisco hat in den letzten 10 Jahren die in den Neunzigern entstandenen mathematischen Ansätze des Wissenschaftlers Vladimir Vapnik aufgegriffen. Vapnik befasste sich mit statistischen Eigenschaften des Lernverhaltens und übertrug diese auf das maschinelle Lernen. Dabei geht es darum, einen theoretischen Rahmen für das Problem der Inferenz zu bieten, also für das Problem, aus einem Datensatz Wissen über zugrunde liegende Muster zu erlangen. Die Idee von KXEN ist im Grunde die Fortsetzung der künstlichen Intelligenz (KI) mit den Mitteln der Business Intelligence (BI). Statt auf statistischen Ansätzen fußt die Software auf Mathematik. Zu den Vorteilen des selbstlernenden Systems zählt insbesondere, dass sich die Mitarbeiter nicht mit der Datenqualität und der Auswahl von Variablen \"per Hand“ - einschließlich der überprüfung ihrer Properties - zu befassen brauchen. Hier liegt ein beträchtliches zeitliches Einsparungspotential. Fehlwerte oder Ausreißer wertet das System aus, ohne Mittelwerte zu bilden - dabei wird davon ausgegangen, dass diese Phänomene analytische Relevanz besitzen (beispielsweise wenn Alter oder Verdienst nicht angegeben wurden). Der amerikanische Hersteller arbeitet kontinuierlich mit einem aktiven wissenschaftlichen Beirat, dem zwölf Wissenschaftler aus Mathematik und Statistik angehören. Ziel ist, regelmäßig neue Forschungsergebnisse in den Entwicklungsprozess einzubeziehen.

Die Lösung grenzt sich klar zu ETL-Tools ab, auch wenn über Schnittstellen auf unterschiedliche Datentöpfe zugegriffen werden kann. Als Grundlage benötigt das analytische Framework ein bereits bestehendes Data-Warehouse-System, aus dem zum Beispiel via ODBC sogenannte analysefähige Datensätze (ADS) zur Weiterbearbeitung generiert werden können. Diese Datensätze liest das Analytic Framework ein und wertet sie aus, ohne sie redundant zu speichern.

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Neuer Geschäftsführer

Mit August 2006 übernahm Roman Jäger, 35, die Funktion des Geschäftsführers bei der DICOM Informationstechnologie GmbH. Nach Abschluss des Studiums der Wirtschaftsinformatik an der TU Wien im Jahr 1995 begann er seine berufliche Laufbahn als Produktmanager und Vertriebsmitarbeiter bei ELSAT. Im Bereich der elektronischen Archivierung war er für den Vertrieb von Hard- und Software und den technischen Pre- und Postsales Support verantwortlich.

Nach fünf Jahren Erfahrung in diesem Umfeld wechselte er zu der aus der Elsat gegründeten DICOM österreich als Key Account Manager. Zu seinem Aufgabengebiet gehörten die Vertriebsagenden insgesamt sowie die Betreuung der Large Accounts. Weiters war er gemeinsam mit dem Geschäftsführer für die Leitung des Unternehmens verantwortlich.

Im August 2006 wurde Roman Jäger zum Geschäftsführer von DICOM österreich bestellt, nachdem sein Vorgänger, Norbert Binder zusätzlich ins DICOM EMEA-Management berufen wurde. Zu seinen Aufgaben als Geschäftsführer zählen u.a. die Leitung von Vertrieb und Service sowie der geplante Geschäftsaufbau in den Ländern Slowenien, Kroatien, Serbien und Bosnien.

Sein fachliches Know-how und sein marktspezifisches Wissen im Bereich der Informationserfassung und Archivierung will der erfahrene Wirtschaftsinformatiker auch in Zukunft in das Unternehmen einfließen lassen, um den Erfolg auch weiterhin bei gesteigertem Umsatz und Gewinn zu gewährleisten.

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Nachlässigkeit der Schafe

Die neue Norm für Informationssicherheit, ISO 27001, wurde im Vergleich zu ihrer britischen Vorgängerversion BS 7799 präzisiert und verfeinert. Was zunächst bei der Veröffentlichung im Herbst 2005 den Eindruck kosmetischer änderungen erweckte, entpuppt sich nach einem Jahr Bewährungsprobe in der Praxis als handfester Vorteil für die Anwender. \"Insgesamt entsteht durch die neuen Inhalte der ISO 27001 ein Plus an Sicherheit und Effizienz für die Unternehmen“, erklärt Erich Scheiber, Geschäftsführer der Zertifizierungsorganisation CIS in Wien.

Der \"Norm-Upgrade“ bringt interessante Neuerungen hinsichtlich Implementierung und Zertifizierung von Informationssicherheit. So steigt die Qualität der Risikoanalyse, die das Fundament für den Aufbau eines InformationsSicherheitsManagementSystems (ISMS) darstellt. In dieser Phase beurteilt das Unternehmen, welche Risiken vorhanden sind, welche tragbar und welche durch Security-Maßnahmen zu minimieren sind. Laut ISO 27001 muss das \"Acceptable Level of Risk“, die Risikoakzeptanzschwelle im Unternehmen, genau definiert werden. Genauso ist darzulegen, mit welchen Methoden die Toleranzgrenzen eruiert wurden. \"Diese strategische Vorgangsweise erhöht die Sicherheit für das Unternehmen. Durch verbesserte Risikominimierung kann eine Haftung aufgrund grober Fahrlässigkeit abgewendet werden, was vor dem Hintergrund des neuen Unternehmensstrafrechtes von großer Bedeutung ist“, betont Scheiber.

Effizienzkontrolle für Security-Maßnahmen. Zu mehr Effizienz in der Informationssicherheit führen Verbesserungen rund um die Erfolgskontrolle von Security-Maßnahmen. Demnach muss ein Unternehmen laut ISO 27001 bei einem Audit aktiv begründen, warum bestimmte \"Controls“ oder Steuerungsmaßnahmen zur Erhöhung der Informationssicherheit nicht zur Anwendung kommen. Damit wird ein bewusster Umgang mit der Materie gefördert und ein \"Vergessen“ von Sicherheitslöchern verhindert.

Die größten Sicherheitsrisiken sieht CIS-Auditor Herfried Geyer entgegen vieler Beobachtungen nicht zum Zeitpunkt des Ausscheidens von Mitarbeitern, sondern interne Positionswechsel. \"Da können Mitarbeiter oft noch Monate später auf Projektdaten zugreifen, über Schreibrechte verfügen oder wurden nicht zur Schlüsselrückgabe aufgefordert. Wichtig ist aber, Mitarbeiter als Verbündete und Träger des Security-Systems zu gewinnen, vor allem durch flächendeckende Schulungen nach dem kostengünstigen Train-the-Trainer-Prinzip\", rät Geyer. \"Schäden entstehen meist nicht durch ein schwarzes Schaf, sondern durch Nachlässigkeit von vielen.“

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Neuer Leiter Enterprise

Mit Helfried Mück hat Fujitsu Siemens Computers österreich einen weiteren IT-Profi gewonnen: Der gebürtige Niederösterreicher begann seine berufliche IT-Laufbahn bereits Anfang der 80er als Systemoperator für IMB-Host im Rechenzentrum von Metro in Salzburg, von wo aus er seine Karriere kontinuierlich in namhaften Unternehmen fortsetzte. So war Mück unter anderem bei Nixdorf Computer, Hewlett Packard und Compaq, wo er Vertriebsdirektor für Großkunden, Telekommunikations- und Versicherungsunternehmen war, tätig, bevor er als Region Manager Ost zu T-Systems DSS wechselte. Hier avancierte er bald zum General Manager und übernahm in dieser Funktion die Zuständigkeit für die Desktop Services Austria. Nach der Zusammenführung von T-Systems DSS und Computacenter österreich fungierte Mück, der im Jänner seinen 51. Geburtstag feiert, als Geschäftsführer von S&T Austria und war damit verantwortlich für 350 Mitarbeiter.

Dank seiner langjährigen Erfahrung verfügt der Amstettner über ausgezeichnete Kontakte in der österreichischen Wirtschaft. Mit seinem Enterprise Team möchte der leidenschaftliche Sportler - neben Ski und Rad fahren zählt auch Tennis zu seinen Hobbys - weiter in die Rechenzentren österreichischer Top-Unternehmen vorzustoßen und die Marktanteile von Fujitsu Siemens Computers noch weiter zu erhöhen. \"Mein Ziel ist es, in partnerschaftlichen Kundenbeziehungen unsere Fokusthemen Dynamic Data Center und Mobility - gemeinsam mit dem Servicebereich - bei unseren Kunden zu etablieren\

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»Sprungbrett für Mädchen«

Bereits kurz nach der Wahl kolportierte der Flurfunk des Finanzministeriums, dass der seit rund einem Jahr verwaiste zweite Geschäftsführerposten des Bundesrechenzentrums (BRZ) mit einer Frau besetzt werden wird. Jetzt ist es offiziell: Christine Billinger, derzeit noch stellvertretende Kabinettchefin von Finanzminister Karl-Heinz Grasser, wird ab Anfang nächsten Jahres die Agenden einer kaufmännischen Geschäftsführerin übernehmen. Die FPö schoss sich postwendend auf KHG ein und ortete einen »Postenschacher der übelsten Sorte«, da Billinger mit dem Cousin der Exfreundin Grassers verheiratet sei, der wiederum im Oktober zum Geschäftsführer der Bundesfinanzierungsagentur bestellt worden ist. Abseits von uninteressantem Beziehungskram hat die Nominierung auch andere Facetten. »Billinger ist höchst qualifiziert. Alles ist auf Punkt und Beistrich korrekt abgelaufen«, sagt Manfred Lepuschitz, Pressesprecher des Finanzminis­teriums. Sie habe sich »natürlich« für den Job beworben, aber auch eine »Nachnominierung sei möglich«. Vor rund einem Jahr gab es im BRZ eine Ausschreibung für die Besetzung der Geschäftsführerpos­ten. Das Verfahren endete mit der Kür von Roland Jabkowski, der zweite Geschäftsführerposten - obwohl ausgeschrieben - blieb unbesetzt. Die FPö stellt nun die Frage, warum Christine Billinger, so sie sich im vergangenen Jahr beworben habe, nicht schon damals zum Zug gekommen sei, und will Fehler im Ausschreibungsverfahren festmachen.
Dass eine Dame in die Führungsriege einzieht, ist in österreich leider immer noch viel zu selten und daher höchst begrüßenswert. Bei Frauenanliegen konnte das BRZ übrigens erst im Oktober punkten. Für seine vorbildliche Lehrmädchenförderung bekam der IT-Dienstleister des Bundes vom Verein »Sprungbrett für Mädchen« die »Amazone« verliehen. Die von der Frauenstadträtin Sonja Wehsely überreichte Skulptur wechselt jährlich ihre Farbe ist laut Mitteilung auf BRZ-Webseite heuer »senfgelb«. 
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Steigflug, langsamer

Hatte die RCB noch am 15. November ihre Anlageempfehlung auf »Hold« heruntergestuft, empfiehlt sie nun den Kauf der Austrian-Aktien. Als Grund für den Meinungsumschwung geben die Experten die jüngst vom neuen AUA-Vorstand Alfred ötsch präsentierten Restrukturierungsmaßnahmen der Airline an, vor allem die Neupositionierung der AUA als regionaler Carrier für Zentral- und Osteuropa. »Das scheint uns der richtige Schritt in Richtung einer mittelfristigen Rückkehr in die schwarzen Zahlen zu sein«, so das Resümee der Aktienanalysten. Mit der durch die Ausgabe von rund 51,7 Millionen jungen Aktien erfolgten Kapitalerhöhung, in deren Vorfeld die Herabstufung auf »Hold« erfolgt war, könnten die beiden aus Sicht der Banker wichtigsten Maßnahmen in die Wege geleitet werden: die Harmonisierung der Flotte mit Verkauf einiger Flugzeuge und der geplante Personalabbau.
Mit der gelungenen Kapital­erhöhung sei die Flexibilität der AUA gestiegen, um auf kommende Krisen wie sinkende Nachfrage oder ölpreiserhöhungen besser reagieren zu können. Aus diesem Grund haben die Analysten der RCB ihre Empfehlung Anfang Dezember auf »Buy« erhöht. Auch das Kursziel der Aktie wurde von acht Euro auf neun Euro angehoben.
Allerdings sehen die Analysten erst für 2008 ein Licht am Ende des Tunnels. Sollten die Austrian Airlines den Turn­around bis dahin schaffen, sind die Spezialisten optimistisch, dass der Aktienkurs wieder zweistellig notieren könnte. Für 2006 gehen sie von einem Verlust je Aktie von 3,06 Euro aus. Im Jahr 2005 hatte die Aktie einen Rekordverlust von 4,05 Euro zu verzeichnen, 2004 war der Verlust mit einem Minus von 1,34 Euro relativ milde ausgefallen. Für 2007 rechnet die RCB mit einem deutlich niedrigeren Minus von 0,18 Euro, 2008 soll es dann erstmals einen Kursgewinn von 1,15 Euro je Aktie geben. Am 5. Dezember, dem Tag, an dem die RCB ihren Bericht veröffentlichte, notierte die AUA-Aktie an der Wiener Börse bei 7,30 Euro - ein Minus von 1,88 Prozent.
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Gut versorgt?

Mehr als 350.000 Menschen in österreich sind pflegebedürftig. Diese Zahl wird laut demografischer Berechnungen bis zum Jahr 2041 voraussichtlich auf über 700.000 ansteigen. Und anders als die heute Pflegebedürftigen, die meist von Angehörigen oder NachbarInnen betreut werden, ist die Seniorengeneration in 35 Jahren vermutlich überwiegend auf fremde Hilfe angewiesen. Denn einerseits steigt die Zahl der Singlehaushalte stetig an, andererseits sind auch immer mehr Frauen berufstätig. Und es ist fraglich, ob diese Generation von Frauen für die unbezahlte Pflege von Familienmitgliedern ohne weiteres ihren Job aufgeben kann oder will.
Heute nimmt nur ein Fünftel der Pflegebedürftigen zusätzlich oder ausschließlich die Hilfe von professionellen Pflege- und Betreuungspersonen in Anspruch. Trotzdem stößt das System schon jetzt an seine personellen und finanziellen Ressourcen. »Für einen bedarfsgerechten Ausbau der mobilen Pflege- und Betreuungsdienste fehlt es an qualifizierten Pflegekräften, aber auch am entsprechenden finanziellen Engagement der Kostenträger«, beklagt die Bundesarbeitsgemeinschaft »Freie Wohlfahrt« (BAG), ein Dachverband, zu dem sich die fünf großen Trägerorganisationen im Bereich Gesundheits- und Sozialdienste - Caritas, Diakonie österreich, Rotes Kreuz, Hilfswerk und Volkshilfe - zusammengeschlossen haben.
Das staatliche Pflegegeld ist zur Finanzierung bezahlter Betreuung jedenfalls nicht ausreichend und kann lediglich als Zuschuss verstanden werden. Je nach Klassifizierung in einer der sieben Pflegestufen gibt es monatlich zwischen 148 und 1562 Euro. Die tatsächlichen Kosten des Pflegeaufwandes, auch wenn keine externe Pflegerin zugezogen wird, betragen zumeist ein Mehrfaches. Für einen Heimplatz muss man mit mindes­tens 2500 Euro monatlich rechnen.
Einige Versicherungsunternehmen bieten daher entsprechende Vorsorgeprodukte an, um insbesondere die Pflege von gebrechlichen und kranken Personen im eigenen Haushalt zu ermöglichen. Das Potenzial ist vorhanden: Laut einer von der Allianz-Gruppe in Auftrag gegebenen Studie fürchten drei Viertel aller österreicherInnen über fünfzig nichts mehr, als selbst zum Pflegefall zu werden. Ein besonders großes Anliegen ist es den meisten Befragten, auch im Ernstfall möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu bleiben.
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Genossenschaften setzen auf Carbon

Die ersten genossenschaftlichen Wohnbauten, bei deren thermischer Sanierung die neue Carbonfaser-Armierung \"Capatect CarbonSpachtel“ zum Einsatz kam, sind bereits fertig. Etwa die Wohnanlage der Neuen Heimat in Günselsdorf aus den 70er Jahren. \"Die Armierung mit der carbonfaserverstärkten Spachtelmasse ermöglicht eine wesentlich höhere Lebensdauer,“ ist Capatect Vertriebsleiter Siegfried Glück überzeugt, Verbund-Werkstoffe aus Carbonfaser sollen nicht nur äußerst widerstandsfähig gegen mechanische Beanspruchungen sein, sondern sich auch durch eine extreme Rissdehnung auszeichnen. \"Thermisch bedingte Spannungen werden viel besser kompensiert. Eine Eigenschaft die auch bei der WDVS-Armierung an Bedeutung gewinnt, denn mit steigenden Dämmstoffdicken und immer intensiveren Farbtönen werden unsere Fassaden zunehmend stärkeren Belastungen ausgesetzt\", erklärt Glück.

Hintergrund
\"Capatect CarbonSpachtel“ wurde in den Labors der Synthesa Gruppe entwickelt. Die Produktion erfolgt im oberösterreichischen Perg. Die Spachtelmasse wird serienmäßig beim Hightech-Dämmsystem \"Capatect TopLine“ verwendet, ist aber auch in vielen anderen Materialkombinationen einsetzbar. Der Aufpreis zur jeweils serienmäßigen Systemarmierung ist laut Glück \"gering\".

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Mutige Planer

Kann Wien etwas von Paris lernen? Beim Lebensstil sicher, vielleicht aber auch einiges in der Stadtplanung. Die hat die französische Hauptstadt schon im 17. Jahrhundert betrieben und die alten Stadtmauern zu Straßen umgebaut. Mitte des 19. Jahrhunderts hat Paris mit der Schaffung großer Boulevards als Stadttransversalen die mittelalterlichen Stadtstrukturen endgültig radikal umgekrempelt. Wien hingegen hat die öffnung der Stadtgrenze erst im 19. Jahrhundert vollzogen, die Struktur der mittelalterlichen Stadt aber nicht angerührt.
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