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Flüssiger Transport

Im europäischen Güterverkehr gibt es einige Baustellen. Das ist auch der europäischen Kommission bewusst. Schließlich wirken sich überlastungen,Kapazitätsprobleme und Verspätungen nicht nur nachteilig auf Umwelt und Lebensqualität in Europa aus, sie beeinträchtigen auch die Mobilität sowie die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit des Standortes. Jetzt will die EU den Verkehr auf weniger energieintensive, umweltfreundlichere und sicherere Verkehrsträger verlagern. Eine wichtige Rolle soll dabei der Binnenschifffahrt zukommen.

Hohes Potenzial
Auf einer Länge von über 36.000 Kilometern schlängeln sich Wasserstraßen durch Europa und verbinden die wichtigsten Städte und Ballungszentren. Das zentrale Netz erfasst die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Deutschland und österreich über unzählige Flüsse und Kanäle. Schon im Jahr 2003 belief sich der Gütertransport auf den Wasserstraßen der Europäischen Union auf 125 Milliarden Tonnenkilometer. Der Anteil der Binnenschifffahrt beträgt sieben Prozent des gesamten Binnenverkehrs. Mit Programmen wie Marco Polo II und \"Naiades\" soll dieser Anteil weiter gesteigert werden.
Die Kommission geht davon aus, dass der Güterverkehr in Europa bis 2015 zumindest um ein Drittel anwachsen wird. Dieses Verkehrswachstum geht aktuell einseitig zu Lasten der Straße. Die Folgen sind überlastung und Umweltverschmutzung, deren Kosten sich laut Kommission bis 2010 voraussichtlich verdoppeln und damit auf ein Prozent des jährlichen europäischen BIP ansteigen werden.
Das größte Potenzial ortet die Kommission in der Binnenschifffahrt, die traditionell stark in der Langstreckenbeförderung von Massengut ist. \"In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden auch mit Erfolg neue Märkte erschlossen, etwa der Hinterlandverkehr mit Seecontainern, wo zweistellige jährliche Zuwachsraten erzielt werden\", heißt es im Europäischen Aktionsprogramm für die Binnenschifffahrt \"Naiades\". Der gesamte Sektor besteht heute aus etwa 12.500 Schiffen, das entspricht einer Ladekapazität von 440.000 LKWs. In manchen Regionen, vor allem im Einzugsgebiet von großen Seehäfen, entfallen schon jetzt rund 40 Prozent des Verkehrs auf die Binnenschifffahrt. Beeindruckende Wachstumszahlen können vor allem Belgien und Frankreich vorweisen: Innerhalb von sieben Jahren konnte Belgien jeweils über 50 Prozent und Frankreich jeweils über 35 Prozent Wachstum bei der Transportleistung erzielen.
Diese Wachstumszahlen können aber nicht über das eigentliche Problem hinwegtäuschen: Das Potenzial der europäischen Binnenschifffahrt ist noch lange nicht ausgeschöpft. Während in den USA alleine die Binnenschifffahrt auf dem Mississippi einen Anteil von zwölf Prozent am Gesamtverkehr verzeichnet, kommt die gesamte EU auf lediglich sechs Prozent. Die Donau als eine der wichtigsten Wasserstraßen Europas verfügt über ein Potenzial, das zu 90 Prozent brach liegt. Reichlich freie Kapazitäten finden sich in der gesamten europäischen Binnenwasserstraßeninfrastruktur.
Mit \"Naiades\" will die Kommission den Hebel ansetzen, um das Potenzial der Binnenschifffahrt auszuschöpfen und bleibt dabei gewohnt schwammig und allgemein: Neue Märkte sollen erschlossen, die unternehmerische Initiative gefördert und die Leistungsfähigkeit der Binnenschifffahrt in Bezug auf Logistik,Umweltfreundlichkeit und Sicherheit erhöht werden. Zudem wird ein europäischer Entwicklungsplan für Ausbau und Unterhaltung vonInfrastruktur und Umschlaganlagen der Binnenwasserstraßen angeregt. Ein am TEN-V-Netz orientierter Plan sollte darauf abzielen, im Einklang mit dem natürlichenWasserhaushalt Engpässe zu beseitigen, und Leitlinien für die Finanzierung und dieFestlegung von Prioritäten enthalten. Das Programm soll bis 2013 umgesetzt werden.

Der Umwelt zu Liebe:
Die Binnenschifffahrt gilt als der umweltfreundlichste Verkehrsträger. Würde der auf die Binnenschifffahrt entfallende Verkehrsanteil über die Straßen fließen, so lägen die Schadstoffemissionen in Europa um mindestens zehn Prozent höher. Auch in Bezug auf die Effektivität ist die Schifffahrt deutlich voraus: Bei gleichem Energieverbrauch kann eine Gütertonne auf der Straße 100 Kilometer, auf der Schiene 300 Kilometer und auf dem Wasserweg 370 Kilometer weit transportiert werden. Ebenfalls unerreicht sind die Transportkapazitäten: ein Schubverband mit 3.700 Tonnen Ladung entspricht 93 Waggons zu 40 Tonnen bzw. 148 Lkw zu 25 Tonnen.

Fokus Donau
Als zweitlängster Fluss Europas verbindet die Donau zehn Anrainerstaaten. Durch den Beitritt der mittel- und osteuropäischen Länder wurde die Donau, in Verbindung mit dem Rhein, zur wichtigen pan-europäischen Transportachse, die sich über 3.500 Kilometer von der Nordsee bis hin zum Schwarzen Meer erstreckt.Im Zeitraum von 1994 bis 2005 hat sich das Gesamtverkehrsaufkommen im österreichischen Donaukorridor mehr als verdoppelt. Die Stärken der Donauschifffahrt sieht Manfred Seitz, Geschäftsführer via Donau, vor allem \"im günstigen Transport, der hohen Zuverlässigkeit, der Sicherheit und Umweltfreundlichkeit sowie in ihrer Fähigkeit, große Mengen auf einmal zu befördern\". Den Großteil des Güterverkehrs auf der Donau machen derzeit die traditionellen Schüttguttransporte Getreide, Erz und Kohle sowie Flüssigguttransporte (vor allem Mineralöl) aus. Der größte Nutzer der Donauschifffahrt ist seit vielen Jahren die voestalpine in Linz. Rund 3,5 Millionen Eisenerz, Kohle und Schrott werden jährlich auf Trockengüterschiffen nach Linz transportiert.
Im Zuge der Aktivitäten der Europäischen Kommission zeigen sich auch die einzelnen Mitgliedsstaaten umtriebig. In österreich soll mit Hilfe des \"Nationalen Aktionsplan Donauschifffahrt\" (NAP) der Gütertransport vermehrt auf die Donau gebracht werden. Durch das Doppelbudget 2007/2008 wurde die Umsetzung des NAP sichergestellt. Vorgesehen ist eine Verbesserung des Fahrwasserverhältnisses im Rahmen des \"Flussbaulichen Gesamtprojekts östlich von Wien\", das die Interessenslagen der Schifffahrt und der ökologie vereinen soll, eine Reduktion der Schleusenrevisionszeiten, die flächendeckende Implementierung von Telematik- und Informationsservices, die Schaffung von Förderprogrammen für die Modernisierung der Flotte, für den weiteren Ausbau der Häfen und für den Aufbau von Container-Liniendiensten sowie der Start eine Info- und Imagekampagne. Mit diesen Maßnahmen soll zumindest eine Verdopplung der aktuell auf der Donau transportierten elf Millionen Tonnen Güter auf 20 bis 30 Millionen Tonnen bis zum Jahr 2015 erreicht werden. Eine Kosten-Nutzen-Analyse ergab, dass durch die umfassende Forcierung der Donauschifffahrt jährlich nahezu fünf Millionen Tonnen von der Straße auf die Wasserstraße verlagert werden können. \"Dadurch könnten jährlich rund 100.000 Tonnen CO2 auf österreichischem Hoheitsgebiet eingespart werden, eine internationale Betrachtung ergibt ein jährliches Einsparungspotenzial von über 400.000 Tonnen CO2\", weiß die zuständige Staatssekretärin Christa Kranzl. Die Gesamtersparnisse an externen Kosten durch Verlagerungseffekte von der Straße auf das Binnenschiff würden bei Umsetzung des gesamten NAP jährlich mindestens 13 Millionen Euro betragen. Eine Umsetzung des NAP würde auch dem wasserseitigen Güterumschlag zu Gute kommen. Im Jahr 2006 ist der wasserseitige Güterumschlag durch ungünstige Rahmenbedingungen wie Hoch- und Niederwasser um 2,9 Prozent gesunken und lag bei 8,1 Millionen Tonnen. Im Jahr 2015 sollen die österreichischen Häfen rund 17,7 Millionen Tonnen umschlagen, so eine im Auftrag der via donau vom österreichischen Institut für Raumplanung (öIR) erstellte Studie. Voraussetzung dafür sind ein fortgesetztes rasches Wirtschaftswachstum sowie die Realisierung des NAP.

Angekündigte Katastrophen
Eine große österreichische Tageszeitung sorgte am Tag der Arbeit für gehörigen Wirbel. \"Schifffahrt schlittert in Katastrophe\" titelte der \"Kurier\". Gezeichnet wurde ein düsteres Bild für die Donauschifffahrt auf Grund der anhaltenden Schönwetterperiode im April. Zitiert wurde Wolfram Mosser, Obmann des Fachverbandes der österreichischen Schifffahrtsunternehmen. \"Die wirtschaftlichen Verluste sind gigantisch\", \"sinkt der Pegel noch um weitere 20 Zentimeter, müssen die Güterschiffe in den Häfen bleiben\" oder \"wir steuern auf eine Katastrophe zu\" waren die markigen Sprüche Mossers.Schon einen Tag später kam die Kehrtwende. In einer ausführlichen Aussendung distanzierte sich Mosser \"vollinhaltlich von den Ausführungen in der gestrigen Kurier-Ausgabe\". Quasi der gesamte Artikel wurde als unrichtig und falsch zitiert bezeichnet bzw. dem Einfallsreichtum des Redakteurs zugeschrieben.Den Verdacht, dass dem Kurier-Redakteur mit seinem Artikel etwas der Gaul durchgegangen war, legen auch die Aussagen von Manfred Seitz nahe. \"Mit Niederwasser können wir schon seit Jahrzehnten gut umgehen.\" Selbst im extrem heißen Sommer 2003, als der Pegel noch 40 Zentimeter tiefer stand, sei die Donauschifffahrt nicht gefährdet gewesen, einzig die Ladung der Schiffe musste reduziert werden.

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Vernetzen und kooperieren

Die demografische Entwicklung ist alarmierend. Im Jahr 2050 wird die Erdbevölkerung laut UN-Bericht auf über neun Milliarden Menschen angewachsen sein. Knapp ein Viertel davon, zwei Milliarden Menschen, werden den 60. Geburtstag schon hinter sich haben. Damit wird die Anzahl der Senioren die der Kinder bis 14 Jahren erstmals übertreffen. Zum Vergleich: In der Mitte des vorigen Jahrhunderts tummelten sich noch viermal so viele Kinder wie Senioren auf unserem Planeten. 200 Millionen älteren Menschen standen 800 Millionen Jungen gegenüber. Noch dramatischer ist die Situation in Europa. Bereits 1995 haben die Senioren die Kinder zahlenmäßig abgehängt. Heute stehen 120 Millionen Kinder 150 Millionen Senioren gegenüber. Bis 2050 wird die Zahl der Kinder auf unter 100 Millionen sinken, während die ältere Generation auf über 225 Millionen angewachsen sein wird. Im Gegensatz zum globalen Trend sinkt in Europa seit 2005 auch die Anzahl der 15- bis 59-Jährigen und wird sich bis 2050 immer mehr den Senioren angleichen. Diese demografische Entwicklung in Verbindung mit einem gestiegenen Gesundheitsbewusstsein ist die treibende Kraft in der Medizintechnikbranche. Derzeit wird der Weltmarkt für Medizintechnik auf ein Umsatzpotenzial von mehr als 200 Milliarden Dollar geschätzt. Zudem soll der Höhepunkt der Wachstumskurve laut Wirtschaftsexperten noch nicht erreicht sein. Mit neuen Technologien will die Branche gegenüber den sich wandelnden Rahmenbedingungen gewappnet sein. Das Europäische Patentamt vermeldet für 2006 einen Anstieg der Patent-anmeldungen aus dem Bereich der Medizintechnik um 6,8 Prozent. Damit liegt man klar vor anderen Zukunftsmärkten wie der elektrischen Nachrichtentechnik (plus 3,8 Prozent) oder elektrischen Elementen wie Bauteile, Halbleiter und Chips (plus 5,9 Prozent). Lediglich die Bereiche organische Chemie und makromolekulare Verbindungen wie Kunst-, Farb- und Aromastoffe weisen mit 10,6 Prozent einen deutlich höheren Zuwachs an Patenten auf. Auch in den USA wurden die deutlichsten Zuwachsraten in der Medizintechnik registriert. Was nicht weiter überraschend ist, wenn man bedenkt, dass 54 Prozent der weltweiten Ausgaben im Gesundheitswesen in Nord- und Südamerika getätigt werden und die USA mit durchschnittlich knapp 6000 Dollar jährlichen Gesundheitskosten pro Kopf unangefochten an der Spitze liegen.

Der Medizintechnikboom macht auch vor österreich nicht halt. Davon profitiert auch die österreich-Niederlassung von Philips. »Mit einem Umsatzwachstum von sieben Prozent wachsen wir derzeit schneller als der Markt. Besonders hohe Zuwächse konnten wir bei Computertomografen verzeichnen«, sagt Beate McGinn, Kommunikationsleiterin bei Philips österreich. Global betrachtet kamen im letzten Jahr 25 Prozent des gesamten Konzernumsatzes von 27 Milliarden Euro aus der Medizintechnik. Die Hälfte seines Medizinumsatzes erzielt Philips in Amerika, rund 30 Prozent entfallen auf Europa. Weltweit arbeiten bei Philips 33.000 Personen in über 100 Ländern in der Sparte Medizintechnik, 2006 wurden zwölf Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert. Neben bildgebenden Technologien wie Röntgen, CT, MR, PET und Ultraschall sowie Patientenmonitoringsystemen und Lösungen für Krebs-, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sieht Philips auch ein enormes Potenzial in der Analyse und Neugestaltung von Prozessen und Arbeitsabläufen in den einzelnen klinischen Segmenten. Hier werden deutliche Verbesserungen im Sinne einer integrierten Versorgungskette erwartet. »Daraus resultierende Effizienzverbesserungen erlauben einerseits langfristige Einsparungen im Gesundheitssystem und bieten andererseits Wachstumsmöglichkeiten für die Medizintechnikbranche«, sagt McGinn.
Aber nicht nur internationale Konzerne, sondern auch kleine und mittlere Unternehmen können vom Boom in der Medizintechnik profitieren. »Vor allem dann, wenn sie sich vernetzen, Kooperationen eingehen und Nischen besetzen«, sagt Harald Hochgatterer von der oberösterreichischen Technologie- und Marketinggesellschaft TMG in Ober-österreich, einem Bundesland, das in der Medizintechnik sehr gut aufgestellt ist. Es gibt internationale Leitbetriebe wie Greiner Bio One, Vamed, Fresenius Kabi und Wozabal sowie einschlägige Forschungseinrichtungen wie Profactor, Upper Austrian Research UAR, Biomed und diverse Fachhochschulen und Universitäten. Der oberösterreichische Gesundheitscluster verfügt derzeit über 153 Partnerbetriebe, davon sind 85 Prozent KMUs. Die Schwerpunktfelder liegen aktuell in der Blutdiagnostik, der bildgebenden Diagnostik, der Medizinmechatronik, Medizinmechanik und Medizinelektronik.Wie wichtig der Zusammenschluss zu Netzwerken und Clustern ist, zeigt das Beispiel der Nanotechnologie. In Deutschland arbeiten Wissenschafter der Fraunhofer-Gesellschaft und der Max-Planck-Gesellschaft an bioaktiven Oberflächen für die Medizintechnik der Zukunft. Das ehrgeizige Ziel sind intelligente Oberflächen - etwa auf Analyseröhrchen, die bestimmte Zellen, Bakterien oder Viren aus einer Probe herausfischen und auf Knopfdruck wieder abgeben, oder Implantate, die sich durch bioaktive Oberfächen schnell und dauerhaft mit Knochen, Haut und Gewebe verbinden. Entscheidend für den Erfolg des Projekts ist die Interdisziplinarität. »Bioaktive Oberflächen kann man nur entwickeln, wenn man über den eigenen Tellerrand schaut«, sagt Jean François Lutz. »Wir bei Fraunhofer wissen beispielsweise zu wenig über die Grundlagen. Die sind aber wichtig, denn erst wenn wir die Grundprinzipien wie Molekülerkennung, Proteinadsorption oder Rezeptoradhäsion verstanden haben, können wir gezielt Anwendungen entwickeln.« Im Max-Planck-Institut gibt es genau hierfür Fachleute: Physiker und Chemiker, die die komplexen Interaktionen an den Grenzflächen simulieren und sichtbar machen.

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Von Forchheim in die Welt

Forchheim ist eine unscheinbare Kleinstadt im Freistaat Bayern, die sich dennoch \"Große Kreisstadt“ nennen darf. Das verwirrt, ist in Deutschland aber nichts ungewöhnliches. Eine \"Große Kreisstadt“ ist nichts anderes als eine Gemeinde mit besonderen rechtlichen Status und deutlich mehr Zuständigkeiten als eine normale Kreisstadt. Dieser hoheitliche Sonderstatus macht Forchheim zu etwas besonderem. Erwähnenswert ist noch das Gründungsdatum. Mehr als 1200 Jahre hat die 30000-Seelen-Gemeinde bereits auf dem Buckel. Gegründet wurde Forchheim im Jahr 805, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind die aus dem 14. Jahrhundert stammende Kaiserpfalz, die im Jahr 1552 errichtete Festung Forchheim und das spätmittelalterliche Rathaus im Fachwerkstil. So richtig herausgeputzt wird Forchheim im Advent, wenn das Rathaus zum - laut Eigendefinition - schönsten Adventkalender umgestaltet wird. Das wars dann aber auch schon mit den Besonderheiten. Wirtschaftlich kann man eine Schokoladenfabrik und gleich vier Brauereien vorweisen, von zentraler Bedeutung ist aber vor allem die geographische Nähe zu Nürnberg.
Trotz dieser auffallenden Unauffälligkeit sind die meisten von uns schon mit Forchheim zu tun gehabt - zumindest indirekt. Wenn irgendwo auf der Welt ein Patient mit einem Röntgensystem, einer Angiographieanlage oder einem Computertomographen untersucht wird, ist in vielen Fällen Forchheimer Technologie mit im Spiel. Seit 1993 hat Siemens mit Investitionen von rund 70 Millionen Euro den Medical-Solutions-Standort Forchheim zu einem der modernsten Fertigungsstätten für Medizintechnik ausgebaut. In den beiden Geschäftsfeldern Computertomographie (CT) und Angiographie-, Durchleuchtungs- und Aufnahmesysteme (AX) sind 1500 Personen auf über 20.000 Quadratmetern Büro- und Fertigungsflächen beschäftigt. 90 Prozent des Forchheimer Geschäfts gehen in den Export. Bislang wurden rund 8000 Computertomographen von Forchheim aus in alle Welt geliefert.
Besonders stolz sind die Siemensianer auf ihre \"Fabrik der kurzen Wege“, wie die AX-Fertigung im unternehmensinternen Slang seit 1996/97 genannt wird. Damals wurde eine neue Montagestraße installiert, die seither für über 50 Prozent kürzere Durchlaufzeiten sorgt. So absolvieren etwa Angiographieanlagen die Montage- und Prüfstationen der Produktionslinie je nach System in fünf bis zwölf Arbeitstagen statt früher in über 20. Zudem können durch das Umgestalten der fertigungsflächen und den flexiblen Einsatz von Mitarbeitern monatliche Nachfrageschwankungen von über 300 Prozent je Systemtyp bewältigt werden. Ein in den Fertigungsprozess integrierter, speziell entwickelter Dauertest für alle Röntgensysteme, CRST (Clinically Relevant Simulation Testing), wird nachts durchgeführt, wodurch die Produktion 24 Stunden rund um die Uhr ausgelastet werden kann. Dieser Test wurde gemeinsam mit Medizinern entwickelt und simuliert den Anwendungsbetrieb in der Klinik. Im Jahr 2004 gab es dafür die Auszeichnung \"Fabrik des Jahres“ der internationalen Unternehmensberatung A.T. Kearney.
Großer Wert wird in Forchheim auf die Logistik gelegt: Mit High-Speed-Logistik und \"just in time“-Komponentenanlieferung in Verbindung mit Taktbauweise konnte die Fertigungszeit von Computertomographen von ehedem 22 Wochen auf zehn Tage reduziert werden. Davon sollen vor allem auch die Kunden profitieren. Durch die Komplettmontage in Forchheim wird die Installationszeit im Krankenhaus oder in der Arztpraxis auf maximal fünf Tage verkürzt.
Ebenfalls erwähnenswert ist die freiwillige Teilnahme des Standorts Forchheim an der öko-Audit-Verordnung EMAS, dem System mit den weltweit höchsten Anforderungen im Umweltschutz. Seit 1996 kommt EMAS in Forchheim zum Einsatz und wird regelmäßig durch einen staatlich zugelassenen Umweltgutachter überprüft. Damit dürfen die Forchheimer das EMAS-Zeichen verwenden und auch nach außen dokumentieren, dass sie mehr für den Umweltschutz leisten als gesetzlich erforderlich ist. Auch in Sachen Strahlenbelastung bei CT und Röntgen zeigt man sich als Vorreiter. Die mit der automatischen Echtzeit-Dosismodulation CARE Dose4D ausgestattete Siemens-CTs sollen im Vergleich zu anderen Computertomographen mit bis zu 66 Prozent weniger Strahlenexposition auskommen. Röntgenanlagen aus dem AX-Bereich sollen zum Teil weniger als ein zehntel der Dosis von früheren Systemen benötigen. Die neueste Innovation aus Forchheim, die dazu beitragen soll, die Dosis zu senken, ist der Flachdetektor, der beim klassischen Röntgen den üblichen Film ersetzt und bei Angiographieanlagen zusätzlich zu einer besseren Bildqualität beiträgt.

Hintergrund:

Röntgen: Es war im Jahr 1895, als Wilhelm Conrad Röntgen die X-Strahlen entdeckte, die später den Namen ihres Entdeckers erhalten sollten. Damit war es erstmals möglich, Bilder aus dem Inneren des menschlichen Körpers ohne chirurgische Eingriffe zu gewinnen. Die Strahlen werden von Knochen und Organen unterschiedlich stark abgeschwächt, das Ergebnis wird als Schattenbild der durchleuchteten Körperregion auf einem Film sichtbar. Heute geht die Entwicklung vom Film zur Flachdetektor-Technologie. Dahinter verbergen sich einige Vorteile: Manuelle Tätigkeiten wie Laden und Transport der Kassetten sowie Filmentwicklung entfallen, die Bilder stehen sofort digital zur Verfügung. Die gute Bildqualität sorgt für diagnostische und therapeutische Sicherheit und einen schnelleren Behandlungserfolg. Dadurch und durch eine Vielzahl an technischen Innovationen kann die Strahlenbelastung für den Patienten deutlich vermindert werden.

Computertomographie: Die erste CT-Aufnahme wurde im Jahr 1971 durchgeführt. Im Gegensatz zur herkömmlichen Röntgenaufnahmen liefert das CT auch dreidimensionale Aufnahme. Der Arzt erhält Schnittbilder und Datenvolumen mit einer hohen räumlichen Auflösung. Heute können selbst bewegte Organe wie das Herz in wenigen Sekunden detailgetreu visualisiert werden. Die neueste CT-Generation, das Dual-Source-Tomographiesystem DSCT, verfügt über zwei Röntgenstrahlen und zwei Detektoren, was zu deutlich schnelleren und präsziseren Aufnahmen führt.

Sonographie:Die Ultzraschalldiagnostik macht innere Organe in Echtzeit sichtbar. Das Verfahren macht sich hochfrequente Schallwellen zunutze, die von einem Schallkopf ausgesendet und an den verschiedenen Geweben teilreflektiert werden. Das Verfahren wird neben der Untersuchung von Föten während der Schwangerschaft vor allem an Organen eingesetzt, deren Zugang nicht durch luftgefüllte Räume oder Knochen behindert ist. Aufgrund moderner Bildverarbeitungsverfahren lassen sich auch großflächige Panoramadarstellungen und 3D-Bilder erzeugen. Dabei kann der Schallkopf sogar in den Körper eingeführt werden.

Magnetresonanz:Die Magnetresonanztmographie (MRT) - auch als Kernspintomographie bekannt - wird seit 25 Jahren in der Medizin eingesetzt. Es handelt sich um ein computerunterstütztes, bildgebendes Verfahren, bei der Bilder aus dem Körperinneren ohne ionisierende Strahlung gewonnen werden kann. Im Tomographen befindet sich ein starkes Magnetfeld, das das die Atome im menschlichen Körper anzieht. Wird das Gerät abgeschaltet, bewegen sich die Atome auf ihre Ausgangsposition zurück. Aus diesen Bewegungen kann mit Hilfe von hoch empfindlichen Antennen ein Schnittbild durch den Körper errechnet werden. Der Vorteil gegenüber der Computertomographie liegt in den verschiedenen Schichtebenen, die ohne den die Lage des Patienten zu verändern dargestellt werden können. Durch den guten Weichteilkontrast ist die MRT eine geeignete Methode zur Erkennung einer Vielzahl von Erkrankungen, wie etwa von Tumoren oder entzündlichen Prozessen im Bereich des zentralen Nervensystems.

Nuklearmedizinische Diagnostik:In der nuklearmedizininischen Diagnostik geht es um die Sichtbarmachung von Stoffwechselvorgängen. Dazu werden den Patienten radioaktive Substanzen, so genannte Radionuklide, verabreicht. Die Substanz reichert sich im Gewebe an, das einen erhöhten Stoffwechsel aufweist. Beim Zerfall senden die Radionuklide eine kurzwellige Röntgenstrahlung aus, die empfangen und in Bilddaten umgewandelt werden. Das bedeutendste nuklearmedizinische Diagnoseverfahren ist heute die Positronen-Emissions-Tomographie (PET), die in Regel mit einem CT-System auftritt und als PET-CT neben funktionellen Informationen auch anatomische Daten liefern und zu einem Bild vereinen kann.

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Die Sieger in Tirol

Am 13. September verlieh Staatssekretärin Heidrun Silhavy in Innsbruck den \"ebiz government award 2007\" für Tirol. Erstplazierte wurde \"ADVOKAT Unternehmensberatung Greiter & Greiter\" mit ihrem Projekt ADVOKAT Online. Dieses Projekt erweitert die EDV-Lösung für Rechtsanwälte auf eine E-Business und E-Government-Anwendung (z.B. elektronischer Rechtsverkehr über Internet zwischen Anwälten und Gerichten). Platz zwei ging an die Agentur Innerebner für ihr Projekt \"Handy Hotels Austria\" (Touristeninformationsportal via SMS über verfügbare Hotels) und Platz drei ging an das Amt der Tiroler Landesregierung für eine flächendeckende EDV-technische Vernetzung der Beherbergungsbetriebe mit Tourismusverbänden, Gemeinden und der Landesebene.

Schon zum dritten Mal lobt der Report Verlag mit Unterstützung des Bundeskanzleramtes den \"ebiz egovernment award“ aus. Der Award richtet sich an Unternehmen in allen Bundesländern, die erkannt haben, mit Hilfe von IT und Web-Lösungen ihr \"Business“ effizient und gewinnbringend fördern zu können. Die drei Sieger steigen in die Bundesausscheidung auf und treten damit gegen die besten Lösungen aus allen Bundesländern in der Endausscheidung am 16. Oktober in Wien an.

Die Siegerprojekte im überblick:

1. Platz
ADVOKAT Unternehmensberatung Greiter & Greiter GmbH
Projekt: \"ADVOKAT Online“
ADVOKAT“ ist die EDV-Lösung für Rechtsanwälte, das neue Produkt \"ADVOKAT Online“ erweitert die Branchenlösung auf eine E-Business- und E-Government-Anwendung. Services sind als neue Internetanwendungen direkt integriert. Beim neuen Elektronischen Rechtsverkehr (WebERV) werden praktisch alle Schriftsätze und Eingaben von Rechtsanwälten und Notaren über das Internet an Gerichte gesendet. Das sind etwa 2,2 Mio. Schriftsätze pro Jahr mit steigender Tendenz. Auch die Rückmeldungen von den Gerichten zu den Parteienvertretern erfolgen elektronisch, das sind derzeit über 3,3 Mio. Erledigungen pro Jahr. Ein weiteres Beispiel: Der Benutzer kann aus dem elektronischen Akt eine Firmenbuchabfrage starten, das Abfrageergebnis, der Firmenbuchauszug, wird automatisch im elektronischen Akt gespeichert und die anwaltliche Leistung wird verzeichnet.

Die Jury:
\"Wirtschaft nimmt Lösungen auf und baut diese in ihre zielgruppenadäquaten Lösungen ein“
\"Endausbaustufe von E-Government“
\"Von dieser Lösung profitiert eine ganze Branche“

2. Platz
Agentur Innerebner
Projekt: \"Handy Hotels Austria“
Mit Handy-Hotels-Austria wurde ein Touristeninformationsportal für das Handy, welches sich durch die einfache Bedienung auszeichnet, entwickelt. Der User sendet via SMS den Namen der Ortschaft, aus der er Informationen wünscht, an die SMS-Nummer 0660 20 20 20 2. Umgehend erhält er die gewünschten Infos via Wap-Push auf sein Handy. Als Antwort erhält er umgehend eine SMS mit 5 verfügbaren Hotels. Sollten weniger als 5 Hotels vorhanden oder frei sein, bekommt der Gast Hotels aus den Nachbarorten vorgeschlagen. Informationen zum Ort, den Restaurants und den aktuellen Wetterdaten werden ebenfalls kostenlos auf das Handydisplay via Wap-Push-Nachricht geliefert. Ein Klick genügt und man wird mit dem Internet verbunden und erhält das Ergebnis mit Bildanzeigen auf das Handydisplay geliefert. über 700 Betriebe nutzen bereits die Möglichkeit, Gäste direkt vor Ort auf sich aufmerksam zu machen. Ein Handy hat schließlich fast jeder bei sich.

Die Jury:
\"Einfach und deswegen genial“
\"Vorhandene Endgeräte am Markt optimal genutzt“
\"Mehrwert für Wirtschaft und Konsumenten“

3. Platz
Amt der Tiroler Landesregierung - Abt. Tourismus
Projekt: \"Gemeinschaftsprojekt - t-tourism - Berichtsserver
Tirol als führender Tourismusdestination des Alpenraumes ist es als erstem Bundesland gelungen, die Voraussetzungen für eine flächendeckende edv-technische Vernetzung der Beherbergungsbetriebe mit den Tourismusverbänden, den Gemeinden und der Landesebene zu schaffen. In enger Kooperation mit touristischen Leistungsträgern und Organisationen, mit Softwarepartnern und Gemeinden wurde ein beispielhaftes Modell für einen high-speed-Transfer von Nächtigungsdaten umgesetzt, wobei sich bereits über 2.600 Unternehmen seiner Vorteile bedienen. Spezifische Auswertungen des Datenmaterials auf einem zentralen Server stiften Unternehmernutzen und bilden qualitativ hochwertige Entscheidungsgrundlagen für tourismusstrategische Planungen. Unter Federführung der Tourismusabteilung ist es gelungen, mit allen namhaften Softwarepartnern der Gemeinden und der Tourismusverbände, den Firmen Data Systems Austria AG, Feratel media technologies AG, Kufgem-EDV GmbH und der Firma Thaler EDV Systeme eine einheitliche Datenplattform zu schaffen. Durch den vollen und äußerst kooperativen Einsatz aller genannten Partner war es möglich, ehrgeizige Projekte im Tourismus umzusetzen.

Die Jury:
\"Klassisches E-Government G2B“
\"potente Partner, viel versprechendes Projekt\"
\"Beschleunigung standardisierter Verfahrenabläufe“

Weitere Informationen zu allen Projekten und Siegern des \"ebiz egovernment award 2007\" finden Sie unter www.report.at/award.
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Mobilität verbindet Erfolg

Frühmorgens auf der Südosttangente: Die Blechlawine rührt sich keinen Zentimeter. Das Meeting beginnt in wenigen Minuten, die Verspätung ist unausweichlich. Statt jeden einzelnen Teilnehmer anzurufen und über die Verspätung in Kenntnis zu setzen, genügt ein Anruf beim Exchange 2007 Server und alle Konferenzteilnehmer werden per Sprach-Mail über die Verspätung informiert. Das funktioniert tatsächlich. Möglich wird die Outlook-Sprachanbindung durch den »telgo Connector for Microsoft Exchange 2007«. Dieser Connector verbindet den Exchange 2007 Server mit dem Telefonnetz. Dadurch kann Outlook via Sprachsteuerung über das Telefon »fernbedient« werden. Damit werden Termine, Kontakte und E-Mails über herkömmliche Telefone und Handys zugänglich. »Darauf hat die Welt nicht unbedingt gewartet, es ist aber ein sehr nützliches und bequemes Service«, sagt telgo-Geschäftsführer Tristan Libischer überraschend offen. Der ehemalige Vorstand der Vianet AG und Gründer von Competence.Com Software & Systeme will mit dem Connector zeigen, welche Erleichterungen mobile Lösungen in Kombination mit VoIP in den Arbeitsalltag bringen kann. »Damit sind Anwendungen möglich, über die man noch vor kurzer Zeit nicht einmal nachgedacht hat.«

Als Zielgruppe hat Libischer vor allem Kleinunternehmen mit fünf bis zehn Nebenstellen im Visier. Voraussetzung für das Service sind eine Breitband-Internetverbindung und IP-Connectivity am Exchange Server. Die Telefonverbindungen stellt telgo mit einem der ersten NGN-Netzwerke Europas über eine SIP-basierte Switching Infrastruktur bereit. Veränderungen an der Telefonanlage, Hardwareinvestitionen und Erweiterungen der Telefonleitungen entfallen. Auch die virtuelle Anbindung von Auslandsnummern ist möglich. Damit können sich Mitarbeiter aus derzeit 21 Ländern zum Lokaltarif einwählen.

Starke Partner. Gemeinsam mit Partner Microsoft will man das Produkt jetzt im Markt platzieren. Das ist nicht einfach, schließlich hat der Internettelefonie-Hype­ der letzten Jahre enorme Erwartungen geschürt, die in der Regel nicht erfüllt werden konnten. Viele Produkte wurden gelauncht, bevor sie es zu einer echten Marktreife gebracht hatten. »Die Technologieskepsis ist vor allem bei KMU gegeben«, sagt Libischer. Das sei auch kein Wunder, schließlich wurden über eine lange Zeit vermeintliche Lösungen angeboten, für die es eigentlich kein Problem gab. »Es muss uns jetzt gelingen, den Mehrwert von VoIP zu transportieren«, sagt Bernd Zimmermann von Microsoft. »Im Endeffekt geht es nicht um diese oder jene Lösung, sondern um Unified Messaging.« Und damit in erster Linie um neue Services, die Arbeitsabläufe erleichtern, nicht nur um Kosteneinsparungen. Konkrete Erwartungen an den Connector sind Libischer nur schwer zu entlocken. »Wir wollen die Technologie leichter verfügbar machen und den Markt beschleunigen.« Der Markt werde sich in den nächsten 24 Monaten enorm verändern. Das heißt es eigentlich immer, aber jetzt ist Libischer vom Wahrheitsgehalt dieser Aussage überzeugt. »Zum einen sind die Endgeräte zu vernünftigen Preisen erhältlich, zum anderen ist der Markt reif.« Libischer will zu den Ersten gehören, die diesen Markt bearbeiten. »Wir arbeiten seit zwei Jahren an unseren Lösungen. Wenn die anderen einsteigen, haben wir einen deutlichen Vorsprung und können auch neue Produkte nachlegen.« Stadt wählt mobil … Mobilität für österreichs größten Verwaltungsapparat ist derzeit in Wien an der Tagesordnung, eine ganze Stadt unter einer Nummer das Motto: Mitte September werden die 7.400 Mitarbeiter der Stadt Wien zentral unter der einheitlichen Rufnummer 0676 81 18 erreichbar sein. Ende 2006 konnte T-Mobile den Rivalen mobilkom im Ausschreibungsverfahren der Stadt Wien als Bestbieter ausstechen. Rudi Schicker, Stadtrat für Stadtentwicklung und Verkehr, spart durch den neuen Partner rund vier Millionen Euro: »Der neue Vertrag bringt der Stadt Wien große Kostenvorteile und die Umstellung auf das einheitliche Rufnummernkonzept verbessert die mobile Erreichbarkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Wien.«

Mit der Umstellung der Stadt Wien auf das neue Mobilnetz sind nun erstmals die Bediensteten unter der einheitlichen Mobilnummer erreichbar, die um die persönliche Durchwahl (Nebenstelle der Festnetzanlage) ergänzt wird. Zusätzlich zum neuen »Corporate Number«-Konzept können die Mitarbeiter auch eine private Nutzung anmelden. Anfang Mai wurde der mehrwöchige Probebetrieb für die Umstellung erfolgreich abgeschlossen. Derzeit erfolgt der Geräterollout - 1.000 Aktivierungen pro Woche, heißt es bei T-Mobile. In der zweiten Phase bis Ende August werden weitere 2.500 Bedienstete der Stadt Wien sowie der direkt angegliederten Unternehmen mobil über das Mobilnetz kommunizieren.

… 500.000 ebenfalls. Der Marktführer mobilkom wird den Ausfall in Wien verschmerzen. Er setzt neben seiner deutlichen Positionierung im Großkundenbereich auch auf den mobilen Erfolg im Kleinen. »Seit dem Launch von A1 Network im Oktober 2001 zählt die mobile Nebenstellenanlage von mobilkom austria heute bereits 500.000 Teilnehmer. Der Erfolg dieser Kommunikationslösung, die sowohl von Klein- und Mittelbetrieben wie auch von großen Unternehmen eingesetzt wird, bestätigt mobilkom austria erneut die Markführerschaft im Businesskunden-Segment«, beteuert Hannes Ametsreiter, Vorstand Marketing, Vertrieb und Customer Services mobilkom. Als neuestes Feature ergänzt eine Vermittlungsfunktion das Netzwerk um die Möglichkeiten einer herkömmlichen Telefonzentrale. Sie soll besonders KMU helfen, teure konventionelle Telefonanlagen einzusparen. Die mobile Vermittlung bietet individuellen Begrüßungstext, Warteschleife mit Musik und die Möglichkeit, weiterzuverbinden.

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Schubkraft für das Vermögen

Auf den Hauptversammlungen der Aktiengesellschaften wurde in den letzten Monaten festgelegt, wie viel Geld als Dividende für das Geschäftsjahr 2006 an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Während für die österreichischen ATX-Unternehmen noch nicht die Gesamtsumme veröffent­licht wurde, stehen die Auszahlungen für die 30 deutschen DAX-Konzerne fest: Fast 28 Milliarden Euro - dreimal so viel als im Jahr 2003 - wurden verteilt.
Dennoch finden sich die attraktivsten Titel für Dividendenjäger meist in der zweiten und dritten Reihe. In Deutschland können z. B. mehr als 40 Unternehmen außerhalb des DAX aktuell mehr als 4 % Dividendenrendite ausweisen, darunter einige mit wahren Monsterausschüttungen. In österreich geben es die AGs billiger: Mit Eybl (6,11 %) und österreichische Post (4,05 %) überspringen gerade mal zwei Unternehmen die 4-Prozent-Hürde. Weitere vier kommen wenigstens über 3 %: Telekom (3,99%), Brain Force (3,29 %), Böhler-Uddeholm (3,16 %) und Semperit (3,05 %). Letztere zählt zu jenen Aktien, die von vielen Bankanalysten jahrelang verschmäht wurden, sich dann aber überraschend als Kursrakete erwiesen. Ende Mai 2007 stellte Generaldirektor Rainer Zellner schließlich den Aktionären für heuer bereits das 17. Jahr in Folge steigende Umsätze und Erträge und eine neuerliche Dividendenerhöhung in Aussicht.
Dies ist für Anleger umso bedeutender, weil diese Rendite auch einen Sicherheitspolster darstellt. Denn mit der Ausschüttung verdient der Aktionär unabhängig von einem allfälligen Kursgewinn schon mehr, als das Sparbuch hergibt. Und außerdem zeigt sich, dass hohe Dividenden auch eine Art Kursgarantie bedeuten. Auch in den Kurskorrekturen boten sich immer wieder sichere Spekulationsmöglichkeiten auf schnelle zweistellige Gewinne, weil klar war: Die Aktie ist jetzt so billig, sie muss einfach schon bald wieder nach oben gehen.

Ein typisches Beispiel aus Deutschland ist die K+S AG (WKN 716200). Der bei vielen Anlegern als langweilig verpön­te Titel mit einer Dividendenrendite von ständig zwischen 2 und 3 % schlägt selbst den in den letzten Jahren hervorragend gelaufenen M-DAX um Längen.
Nächstes Beispiel: Das Markenkonglomerat Ahlers Group (Otto Kern, Baldessarini) kommt 2007 inklusive Sonderzahlung auf eine Dividendenrendite von 16 %. Spendierfreudig gibt sich auch das Immobilienunternehmen HCI Capital. mit rund 8 % Dividendenrendite, bei der Börsenplattform Euwax sind es 4 %. Titel mit Superausschüttungen eignen sich auch perfekt für kurzfristiges »Trading«: Kauf einer Aktie kurz vor der Dividendenzahlung und Rückkauf kurze Zeit danach. Denn wie in einer Studie der deutschen DZ Bank nachgewiesen, wird ein Teil des Dividendenabschlags bereits am Tag der Ausschüttung wieder aufgeholt, der Rest erfahrungsgemäß wenig später. Solcherart lässt sich daher eine »systematische Outperformance« erzielen. Bei SDAX-Unternehmen wurde so nach Berechnung der DZ Bank im Schnitt eine überrendite von 1,7 Prozent. Das ist noch mal ein halber Prozentpunkt besser als bei Dividendenwerten aus DAX und MDAX.
Anleger sollten allerdings gerade bei kleinen Werten nicht blind nach den Aktien mit der höchsten Ausschüttung greifen, sondern eher nach jenen, die ihre Dividende jahrelang stetig gesteigert haben und deren Ausschüttungsquote nicht deutlich über 50 % liegt. Denn die Dividendenrendite kann nur ein Auswahlkriterium sein; Bilanzkennzahlen und Geschäftsaussichten sind mindesten genauso wichtig. Vorsicht ist z. B. bei Eybl International geboten, dem Dividendenrendite-Leader in österreich, der jetzt eine Verschlechterung von Umsatz und Gewinn für 2006/07 meldete. Vielversprechender scheint da schon die Aktie der österreichischen Post mit einer Dividendenrendite von 4,05 %: Das EBIT sollte heuer immerhin um 20 - 25 % steigen. Während im DAX der Chemieriese BASF überzeugt, stechen in Deutschland auch kleinere Titel hervor: Der Badezimmerspezialist Burgbad (ISIN: DE000A0EKLW0) hat bei steigenden Gewinnen heuer eine Dividendenerhöhung von 0,50 auf 0,90 EUR vorgenommen und liegt mit einer Dividendenrendite von knapp 4 % bei einem moderaten KGV von 11,86 äußerst vorteilhaft im Markt. Der Tapetenhersteller AS Creation (ISIN DE0005079909) kommt bei einem KGV von 15 auf eine Dividendenrendite von 3 %.

Trotz defensiven Charakters haben sich Unternehmen mit einer hohen Ausschüttung auch in steigenden Märkten erstaunlich gut geschlagen. So hat der DivDAX der Deutschen Börse, in dem 15 DAX-Werte mit der höchsten Dividendenrendite gebündelt sind, den Leitindex in den vergangenen Jahren deutlich abgehängt. Ein Trend, der durch Langzeituntersuchungen bestätigt wird:Die Wirtschaftsexperten Robert Arnott und Clifford Asness veröffentlichten nach der Jahrtausendwende eine Studie, in der sie die Entwicklung von US-Aktien über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren untersucht hatten. Ergebnis: Unternehmen, die eine hohe Dividende ausschütten, erzielen in den folgenden Jahren im Schnitt einen deutlich höheren Gewinn als Unternehmen mit geringer Ausschüttung. Für geizige Unternehmen haben Arnott und Asness indes eine einfache Erklärung für die unterdurchschnittliche Performance ausgemacht: Viele Vorstände seien oft überfordert, überschüssiges Geld sinnvoll zu investieren. Zudem muss eine hohe Ausschüttung nicht bedeuten, dass ein Unternehmen keinen Spielraum mehr für sinnvolle Investitionen hat. Ein Management, das 40 % der Gewinne ausschüttet, hat immer noch Spielraum für Investitionen, muss aber effizienter wirtschaften. Das zwingt zu Kostendisziplin.

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Die Schuld des Alexander Bell

Die IT an sich ist ja relativ gut in Zahlen erklärbar. Auch wenn Maschinen und Datenleitungen letztendlich Ergebnisse für die Nutzung durch den chaotischen Menschen liefern - die Prozesse in der Maschinenwelt sind reglementiert und deterministisch erfassbar. Manche Bereiche der IT bilden dennoch eine Ausnahme - etwa dann, wenn der subjektive Eindruck des Users direkt den Nutzungserfolg einer Applikation beeinflusst. Paradebeispiel für eine solche Korrelation: Videotelefonie. Die persönlich empfundene Qualität der Anwendung wiegt mitunter höher als technische Parameter - einer der Gründe warum sich Bildtelefonie und auch Videokonferenzen bis heute nicht groß durchgesetzt haben.

Konferenzsysteme mit Videounterstützung sind eine alte Hoffnung auf eine bessere Geschäftswelt. Eine Welt ohne teure, zeitraubende Fernreisen. Eine Welt, in der man mit dem internationalen Geschäftspartner, den Kollegen in der Filiale oder dem Kunden im Nachbarort einfach vom Nebenzimmer aus kommuniziert. Mit dem Aufkommen von Videolösungen über ISDN-Leitungen in den 90er Jahren sahen sich die Fluggesellschaften dementsprechend pessimistisch von der neuen superschlanken Technologie bedroht. Von einer revolutionären Ablöse der Flugklassengesellschaft durch die Desktopkommunikation war aber bald nicht mehr die Rede. Der Grund: Der fehlende Komfort in Bildgröße, Bild- und übertragungsqualität enttäuschte die Anwender reihenweise.

Stetes Revival. Aufgrund der zunehmenden Anbindung und Abdeckung durch Breitband in den Firmennetzen und im Internet wird derzeit die Bildkommunikation wieder auf eine neue Ebene gehoben. Ciscos sündteuere Highend-Lösung \"Telepresence“ gibt Vorgeschmack auf eine maximale Qualität des virtuellen Meetings: Der Anwender sitzt mit den per Datenleitung angebundenen Gesprächspartnern an einem einzigen runden Tisch in gleicher Raumumgebung - suggeriert durch lebensgroße Bildschirme und ein raumechtes Lautsprechersystem. Die Spezialisten unter den Hersteller, allen voran Polycom und Tandberg, haben bereits ihre eigenen Telepresence-Lösungen auf Lager. \"Es sind für den österreichischen Markt geeignetere Produkte“, beschreibt eltax-Geschäftsführer Martin Fortmüller. Der Value-Added-Distributor mit Sitz in Wien fühlt sich derzeit recht wohl. \"Heuer wächst in österreich der Absatz von Videokonferenzsystemen schneller als auf dem Weltmarkt“, sagt Fortmüller. Während der Verkauf international heuer um rund 20 Prozent zulegen wird, wächst die heimische Branche um 30 Prozent. Fortmüller will mit seinem Unternehmen Ende 2007 einen Umsatz gegen sechs Millionen Euro erreicht haben. Er setzt auf High-Density-Bildlösungen zu Anschaffungskosten von rund 18.000 Euro für Unternehmen - ein Bruchteil dessen, was Cisco für seine proprietäre Telepresence-Lösung veranschlagt. Darüber hinaus seien abgeschlossene Systeme generell mühsam, das sie mit dem Fehlen von offenen Schnittstellen nur schwer in bereits existierende Konferenzlandschaften integrierbar sind.

Die Argumente für eine Investition in ein Videokonferenzsystem sind seit Jahren gleich. Da wäre zunächst die leidige Kostenfrage: etwa Einsparungen bei Reisekosten, wenn das Flugticket durch den Mausklick ersetzt werden kann. Doch werden nicht nur dem geschäftigen Globetrotter die Vorteile der videobasierten Face-to-Face-Kommunikation vor Augen gehalten. \"Selbst in einem kleineren Land wie österreich wäre schon bei kurzen Strecken eine enorme Zeitersparnis möglich. Für Wien-Graz und retour müssen bei einem Folgetermin dann nicht mehr drei Stunden An- und Rückreise kalkuliert werden, sondern bestenfalls die Nettozeit des Meetings“, zählt Fortmüller eine lange Reihe an heimischen Unternehmen auf, deren Mitarbeiter dank Video wieder mehr im Büro als auf der Autobahn unterwegs sind. Damit kein Zweifel aufkommt: einen Erstkontakt und persönliches Kennen lernen wird ein Bildschirm nicht ersetzen können. Für wiederholende Termine reichen die ausgeklügelten Bild- und Tonlösungen aber allemal.

\"Alexander Bell hat uns einen Teil der menschlichen Kommunikation genommen. Videokommunikation gibt diesen Teil wieder zurück“, legt Fortmüller großen Wert auf das Image dieser Branche. Die Zeit der Basteleien sei endgültig vorüber, nun geht es um \"intensive Produktivitätssteigerungen für die Unternehmen“. Jeder Mitarbeiter und Manager, der nicht on the road sei, leistet etwas fürs Gemeinwohl. Prozesse und Entscheidungsfindungen laufen schneller ab, das Unternehmen wird agiler, flexibler, schneller - ein Vorteil gegenüber Mitbewerbern. Und es müssen auch nicht immer HD-taugliche Raumsysteme sein. Auch Desktoplösungen wie etwa der \"Microsoft Office Live Communication Server\" oder die Alcatel-Lösung \"My Teamwork“ setzen IP-basiert neue Standards.

Der eltax-Geschäftsführer schätzt den Markt in österreich auf 1,8 bis zwei Millionen Euro Volumen - bei anhaltend starken Wachstumsmöglichkeiten. \"Videokonferenzsysteme sind mittlerweile so einfach zu bedienen wie etwa ein Handy“, sieht auch Produktleiter Christian Tarmastin nun die Anbindung an bestehende Plattformen in den Unternehmen und die große Migration auf das Internet Protocol. \"Die Analysten sprechen von einer wesentlichen Steigerung im Desktopbereich.“ Als Zielgruppe Nummer eins für die leistungsfähigen Videosysteme haben Fortmüller und Tarmastin vor allem die ärmsten unter den Bürokriegern im Visier: jene, die um fünf Uhr früh aufstehen, um dann stundenlange Check-in-Prozeduren am Flughafen über sich ergehen lassen zu müssen. Die eltax-Spezialisten können den Markt auch in nur drei Worten beschreiben: \"Die Akzeptanz steigt“.

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Mobil, aber unterlegen

Die Geschwindigkeit und Qualität von mobilen Internet-Zugängen liegt in der Praxis weit unter den Werbeaussagen der Mobilfunkanbieter. Durchschnittlich wird mit 868 kbit/s in Landeshauptstädten nicht einmal ein Fünftel, in ländlichen Gemeinden mit 499 kbit/s gar nur ein Siebentel der beworbenen \"maximalen\" Geschwindigkeit von 3.600 kbit/s tatsächlich erreicht. Business-Anwendungen, Multi-User-Games, große Downloads und VoIP-Telefonie sind daher vielerorts mit mobilem Internet nicht zufriedenstellend nutzbar. Das ist das ernüchternde Ergebnis von 690 Einzeltests, die österreichweit vom österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation (öIAT) und der AK mit Produkten aller Mobilfunk-Netzbetreiber durchgeführt wurden. \"Die Mobilfunkanbieter müssen ihre Fehlinformation beenden und ihre Werbeaussagen der Realität anpassen\", fordert Harald Glatz, Leiter der Konsumentenschutzabteilung der AK Wien. \"Der Test hat klar gezeigt, dass mobiles Internet in der Praxis noch immer deutlich langsamer und unzuverlässiger ist als das klassische Breitband-Internet via Festnetz\", so öIAT-Geschäftsführer Ronald Hechenberger.

über 690 Einzelmessungen wurden im Mai und Juni 2007 in Wien, Linz, St. Pölten, Eisenstadt, Graz und Innsbruck, den Vororten dieser Landeshauptstädte und in verschiedenen Landgemeinden durchgeführt. Getestet wurde die praktische Nutzung alltäglicher Internetanwendungen (etwa Softwareupdates oder Musikdownloads) mit mobilen Internezugängen. Dokumentiert und ausgewertet wurden im Rahmen des Tests die tatsächlich erreichten Up- und Download-Geschwindigkeiten, die Verzögerungszeiten und Datenverluste bei der übermittlung, sowie die Geschwindigkeit des Verbindungsaufbaus. Alle Tests wurden mit genormten Messgeräten, einheitlichen Testservern und standardisierten Messabläufen sowohl in Gebäuden als auch im Freien durchgeführt.

Gleichberechtigt auf dem Prüfstand waren die mobilen Internet-Produkte der Anbieter A1 (\"Breitband 300\"), T-Mobile (\"Mobile Internet Small\"), ONE (\"H.U.I. Start\") und \"3\" (\"3Data 500 MB\"), die derzeit alle mit dem gleichen Modem-Model (Huawei HSDPA USB Modem E220) am Markt erhältlich sind. Dadurch wurden ein direkter Leistungsvergleich und erstmals auch die Erhebung von österreichweiten Durchschnittswerten über alle Betreiber hinweg möglich.

Die Ergebnisse der Tests sind durchwegs ernüchternd. Alle Anbieter und alle getesteten Produkte lagen bei den im Praxistest erzielten Downloadraten zumeist massiv unter den beworbenen \"maximalen\" Downloadgeschwindigkeiten. Die in der Werbung angepriesenen Downloadgeschwindigkeiten bis zu 3600 kbit/s bzw. 7200 kbit/s wurden in keiner einzigen Messung und bei keinem Anbieter erreicht - selbst dann, wenn freier Sichtkontakt und eine Entfernung von nur 50 Metern zum nächsten Sender gegeben war.

Die bei den hunderten Einzelmessungen gemessene durchschnittliche Downloadgeschwindigkeit lag bei Tests in Gebäuden, wo in der Realität nach wie vor die hauptsächliche Nutzung stattfindet, mit 868 kbit/s ganze 76 Prozent unter der von allen Anbietern beworbenen Bandbreite von \"bis zu\" 3600 kbit/s. Auch im Freien wurden nur 10 Prozent höhere durchschnittliche Downloadraten erzielt (908 kbit/s).

In Landgemeinden lag die gemessene durchschnittliche Downloadgeschwindigkeit mit nur 499 kbit/s erwartungsgemäß weit unter den Testergebnissen aus dem städtischen Bereich - das sind nicht einmal 14 Prozent der beworbenen theoretischen maximalen übertragungsrate von 3600 kbit/s bzw. 7 Prozent von 7200 kbit/s.

\"Beim Vergleich zwischen den einzelnen Netzbetreibern gab es in den verschiedenen Testorten erwartungsgemäß enorme Geschwindigkeits- und Qualitätsunterschiede, sodass Kunden vor der Anschaffung eines mobilen Internet-Zuganges jedenfalls die tatsächliche Verfügbarkeit eines Netzbetreibers am geplanten Haupteinsatzort testen sollten\", rät öIAT-Leiter Hechberger.

Obwohl zumeist ebenfalls weit entfernt von den in der Werbung kommunizierten Bandbreiten, konnte sich das Mobile Internet-Angebot von A1 mit 1089 kbit/s quer über alle Messungen hinweg als das durchschnittlich schnellste beim Download behaupten, knapp gefolgt vom mobilen Internet-Angebot von T-Mobile mit einer erzielten durchschnittlichen Downloadgeschwindigkeit von 978 kbit/s. Etwas abgeschlagen sind die Angebote von \"3\" (durchschnittlich 640 kbit/s) und ONE (605 kbit/s), die im städtischen Bereich den anderen beiden Anbietern zwar meist ebenbürtig waren, bei den Tests in Landgemeinden aber deutlich niedrigere übertragungsraten als A1 und T-Mobile erzielten.

Wie beim Daten-Download blieben alle Anbieter auch beim Upload hinter den Erwartungen zurück. österreichweit betrug die durchschnittliche Uploadgeschwindigkeit nur 241 kbit/s, wobei in den Landgemeinden mit 115 kbit/s nicht einmal die Hälfte davon erreicht wurde.

Beim Einsatz von mehr als einem mobilen Breitbandmodem im Einzugsbereich eines Senders (Mobilfunkzelle), zeigten sich erwartungsgemäß negative Auswirkungen auf die übertragungs-geschwindigkeit aller in Betrieb befindlichen Anschlüsse. Bei nur sechs gleichzeitig aktiven mobilen Breitbandmodems eines Netzbetreibers in unmittelbarer Nähe eines Senders, sank die Datentransferrate um ganze 73 Prozent vom oft ohnehin schon relativ niedrigen Ausgangswert.

Dieses Prinzip der \"geteilten Bandbreite\" innerhalb einer Mobilfunkzelle, das mobile Internetzugänge technisch wesentlich von Festnetzzugängen (ADSL, XDSL) unterscheidet, führt vor allem in dicht verbauten Gebieten, größeren Wohnhausanlagen, Studentenheimen etc. immer wieder dazu, dass eine zufriedenstellende Nutzung vorübergehend oder dauerhaft nicht möglich ist. Hechenberger: \"Dutzende Nutzer in einem Studentenheim, die abends gar keinen mobilen Zugang mehr erhalten, oder sich mit mobilen Schmalband begnügen müssen, sind derzeit die Realität.\"

Die im Vergleich zu Stadtzentren geringere Nutzerdichte war auch der Grund dafür, warum beim Test an Stadtrandgebieten sogar höhere durchschnittliche Downloadraten als in den dichter bewohnten Stadtzentren erzielt werden konnten.

Nicht nur bei den tatsächlich erreichten Up- und Downloadgeschwindigkeiten sind mobile Internet-Zugänge den klassischen Festnetz-Zugängen heute noch unterlegen. Auch die Stabilität der Leitungen und die Qualität der Verbindungen via Mobilfunknetz lassen oft zu wünschen übrig.

Die Messung der durchschnittlichen Verzögerungszeiten bei der Datenübermittlung ergab bei den mobilen Breitbandangeboten eine durchschnittliche Verzögerung von 422 Millisekunden. Damit werden die Grenzwerte für sehr gute Sprachqualität (200 Millisekunden) bzw. für akzeptable Sprachqualität (Grenzwert 400 Millisekunden) bei VoIP deutlich überschritten. Internet-Anwendungen, die kurze Verzögerungszeiten benötigen (z.B. Online-Gaming), aber auch viele Businessanwendungen (z.B. ERP-Software) sind deshalb in der Praxis mit mobilem Internet an vielen Orten nur eingeschränkt oder gar nicht nutzbar.

Tipps für Konsumenten.

  • Mobile Internetanwendungen sind eine gute Ergänzung des klassischen Internetzuganges, wenn auf Mobilität großen Wert gelegt wird. Wer allerdings regelmäßig über Internet große Datenmengen up- oder downloaden will, über das Internet telefoniert, interaktive Onlinegames und andere schnelle Webanwendungen nutzt, oder ständige Serveranbindungen für Business-Lösungen benötigt, ist mit den zuverlässigeren und deutlich schnelleren Festnetz-Breitbandinternetangeboten besser bedient.
  • überprüfen Sie die Verfügbarkeit von mobilen Breitbandinternetangeboten vorab für Ihren tatsächlichen Einsatzort, da vor allem am Land oft nur ein kleiner Bruchteil der beworbenen maximalen übertragungsgeschwindigkeit tatsächlich erreicht wird.
  • Bei mehreren Nutzern von mobilem Internet eines Netzbetreibers in einem Haushalt oder in unmittelbarer Umgebung (z.B. Wohnhausanlage) verringert sich in der Regel die übertragungsgeschwindigkeit stark, da man sich dien Bandbreite mit anderen Kunden in der selben Mobilfunkzelle teilen muss.
  • Für die Nutzung von mobilen Datenkarten im Ausland fallen bei vielen Anbietern besonders hohe Kosten von 10 Euro pro Megabyte (!) und mehr an. Darauf muss man im Urlaub, aber auch speziell in den Grenzregionen österreichs achten, da man dort leicht versehentlich die Netze ausländischer Mobilfunkanbieter nutzen kann.
  • Wegen des allgemein rasch sinkenden Preisniveaus, sollte der Vertrag vor Abschluss auf übermäßig lange Vertragsbindungszeiten und eventuelle Preiserhöhungen nach einer Einführungsaktion geprüft werden.
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Karriere bei Tech Data

Wolfgang Berger ist bei Tech Data als Director Enterprise Business sowohl für die Bereiche Netzwerk und Security als auch für das Value-Geschäft von HP und IBM verantwortlich. Als neuer Marketing-Chef wird er auch auf die anderen Vertriebsbereiche positiv unterstützend wirken.

Die Position war nach dem Wechsel von Thomas Witting zum Geschäftsführer von Tech Data frei geworden. Witting hatte das Marketing als Motor für die geplante Expansion ausgebaut. Mit gezielten Marketing-Maßnahmen war es ihm Tech Data zufolge gelungen, das Unternehmen \"wieder auf die überholspur zu bringen, um dem früheren Marktführer wieder seine bisherige Stellung zu verschaffen.\"

Berger ist HTL-Absolvent für Maschinenbau-Betriebstechnik und begann seine Karriere als kaufmännischer Angestellter in einem Anlagenbauunternehmen. Darauf folgten sieben Jahre bei Hewlett Packard, wo er anfangs im Software-Support, und später als Consultant für PDM Projekte im gesamteuropäischem Raum tätig war. 1996 erhielt Berger das Angebot, für die deutsche ASCAD GmbH eine Tochtergesellschaft in österreich aufzubauen.

Bevor er letztes Jahr zu Tech Data kam war der gebürtige Niederösterreicher und Vater von zwei Kindern bei einem Value Add Distributor als Vertriebsleiter für den gesamten Verkauf der IBM-Hard und Software verantwortlich.

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