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Redaktion_Report

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Betondesaster

Für die österreichische Betonindustrie kündigt sich ein veritabler Flop an. Die Gasometer Mall Errichtungs- und Betriebsgesellschaft (GME) will die Stahlbetonschalendecke, die im Wiener Gasometer B vor einigen Wochen abgesackt war, durch eine andere Konstruktion ersetzen.

"Wir prüfen die Ausführung als Stahlkuppel oder als Holzleimbinderkonstruktion", erklärt Günther Bischof, Geschäftsführer der Wohnbauvereinigung der Privatangestellten, Eigentümer des Gasometers B und an der GME beteiligt. Für den Betreiber muss der geplante übergabetermin 1. September 2001 halten. Andernfalls drohen Schadenersatzforderungen.

Wer dafür aufzukommen hat, sollen diverse Gutachten klären, die von der GME in Auftrag gegeben wurden. Nebenbei geht es, so hört man im Projektmanagementbüro Fritsch, Chiari und Partner, um einen Bauschaden in der Höhe von 40 bis 50 Millionen Schilling.

Der renommierte Wiener Bauingenieur Alfred Pauser untersucht im Auftrag des Gerichts den Einsturz, der die 1500 m2 große, elliptisch geschwungene und freitragende Stahlbetondecke über der Veranstaltungshalle über Nacht ereilt hatte. Pauser bezweifelt, dass eine Ursache allein ausschlaggebend war. "Die Angelegenheit ist sehr komplex", so Pauser - für die Betonindustrie dürfte es der Betriebsunfall auf jeden Fall sein.

"Forstinger ist eine Katastrophe"

Sonntag, Konfrontation der Spitzenkandidaten zur Wiener Wahl. Vizebürgermeister Benhard Görg geht mit der blauen Regierungsriege hart ins Gericht: Michael Schmid habe Chaos hinterlassen und Monika Forstinger sei eine "Katastrophe". Da blieb sogar FP-Spitzenkandidation Helene Partik-Pable, sonst immer angriffslustig, sprachlos.

Mit Görg, der als Kritiker der blau-schwarzen Regierung gilt, hat somit erstmals ein öVP-Spitzenpolitiker die Infrastrukturministerin heftig kritisiert. Doch auch in der Industrie mehrt sich die Kritik an der Oberösterreicherin. So berichtet "Format", dass Monika Fortinger im Zuge eines Gespräches mit der Industrie den Bereich Telekommunikations völlig unter den Tisch fallen hat lassen.

Computer Kriminalität explodiert

Dabei geben sich die Nachfolger von Jerry Cotton durchaus selbstkritisch: die Zahl der erfassten Delikte liegt nach deren Erkenntnis um einiges niedriger als die tatsächliche Verbrechensrate. Besonders erschreckend ist der Umstand, dass 85 Prozent der befragten Unternehmen und Regierungsstellen Sicherheitslücken feststellten. Mehr als zwei Drittel der Befragten gaben an, dadurch auch Verluste erlitten zu haben, aber nur ein Bruchteil war bereit, die Art und Höhe des Schwundes zu konkretisieren.

Internen FBI-Studien zufolge soll der elektronische Diebstahl von Daten mit 151 Millionen Dollar den größten Anteil ausmachen. Gefolgt von Betrug mit 91 Millionen und Viren mit 35 Millionen Dollar.

Marktanteil hin, Marktanteil her

Das Gerangel rund um die Neuausschreibung der Telekom-Services des Bundes ist voll im Gange. Letzterer steht vor dem Dilemma, bei der Entscheidung im September sowohl die TA als Hälfte-Eigentümer nicht zu vergrämen, andererseits nicht die UTA, deren Eigentümer ja die Landes-EVUs sind, zu kompromittieren. In gut unterrichteten Kreisen gilt daher eine Aufteilung des Großauftrages als fix.

Für die TA, die bei der Präsentation ihres soliden Halbjahresergebnisses den Slogan »Marktanteile zurück« propagierte, bleibt das Festnetz damit ein hartes Parkett. TA-Vorstand Rudolf Fischer bleibt jedenfalls cool: »Der Bund wird nicht alleine den Preis als Kriterium hernehmen. Verlässlichkeit hat hier Vorrang.« Die UTA hält dem eine »angemessene Widerspiegelung der Marktverhältnisse« entgegen und verlangt daher zumindest ein Drittel des Auftrages. Und: »Die Qualität unserer Services ist jener der TA mindestens ebenbürtig…«

Aktuell hält die TA bei der Bundes-Servicierung noch einen Marktanteil von rund 97 Prozent. UTA-Sprecher Martin Halama meint, »dass 25 bis 30 Prozent für die UTA hier den Werten im Geschäftskunden-Markt allgemein entsprechen würden.«

Eben rund ein Drittel hat die UTA bei der Ausschreibung des Bundesrechenzentrums für sich verbuchen können, wo der TA ein von drei Auftragslosen durch die Lappen ging.

Wie auch immer: Fest steht jedenfalls, dass die TA seit Mai nun wieder Marktanteile im Festnetz zurückgewinnen kann und durch eine anhaltende Marktbereinigung weiter profitieren wird.

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