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Archiv (11315)

Versorgt und erneuert

Die Unterzeichnung der Erdgaslieferverträge ist ein Meilenstein für die langfristige Sicherung der österreichischen Erdgasversorgung“, betont Michael Peisser, Geschäftsführer von EconGas, österreichs größtem Erdgasanbieter für Weiterverteiler und Businesskunden. Konkret wurden nun Verträge abgeschlossen, die weiterhin den Import von rund 7 Milliarden Kubikmeter russischem Gas pro Jahr vorsehen. Die Erdgasmengen werden in den westsibirischen Lagerstätten gefördert und gelangen über das größte Pipelinesystem der Erde zu der Erdgas übergabestation Baumgarten/March. Lieferant ist die Gazexport, eine100% Tochter des größten Gasproduzenten der Welt - Gazprom.
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Verbund wählt

\"Die Chancen für Hans Haider sind gesunken“, meint ein Insider. Seine These: um sich Gewicht im Verbund zu sichern, sei es machtpolitisch nicht logisch, den Vertrag des 65-ig jährigen Managers bis 2008 zu verlängern, so ein Kenner der Szene. Dazu kommt, dass es Aufsichtsratschef Erhard Schaschl als starker Eigentümervertreter als Affront verstanden hat, dass Haider sich der österreichischen Stromlösung verweigert. Als Ersatz für Hans Haider gibt es einige Denkvarianten. Die als vierter Vorstand gehandelte öVP-Abgeordnete Gabriele Baumgartner-Gabitzer muss zittern. Sie ist zwar eine Kennerin des Energiegeschäfts und eine enge Vertraute von Bundeskanzler Schüssel. Ob die SPö damit kann, ist fraglich Weiters im Gespräch ist Günther Ofner, Vorstand der Burgenland Holding und für die EVN in Mazedonien im Einsatz. Er hätte Vorstands-und Auslandserfahrung. Ebenfalls im Gespräch ist Karl Gollegger, Chef der Verbund APS GmbH. Auch er verfügt über Auslandserfahrung. Vor seiner Bestellung zum Chef der APS war Gollegger Vorstandsmitglied der Verbund-Italia. Als jung, ehrgeizig und jobsuchend wird weiters Michael Losch, Sektionsleiter im Wirtschaftsministerium und Verbund-Aufsichtsrat, Jahrgang 1968, beschrieben. Mit dem Wahlausgang ergibt sich freilich auch eine Verschiebung der Chancen für den vierten ausgeschriebenen Vorstandssessel. Die SPö wird dort einen der Ihren hinsetzen. In der Wienenergie sollen bereits die Felle des nicht erlegten Bären verteilt werden. Wienstrom-Chef Friedrich Pink etwa soll sich gute Chancen ausrechnen. Dem roten Lager zugeordnet wird auch Christain Kern. Gute Chancen mehr Gewicht im Verbund zu kriegen hat Johann Sereinig. Er war immerhin Mitglied im Unterstützungskommitee für Alfred Gusenbauer.
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Energie aus der Erde

Die mit rund 150 Teilnehmern gut besuchte Veranstaltung der Vereinigung der österreichischen Zementindustrie spannte den Bogen von der österreichischen Klimastrategie über Raum- und Erdwärme bis hin zu Beispielen aus der Praxis und rechtlichen Aspekten der Erdwärmenutzung.
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Herbstrallye an den Börsen

Wolfgang Freisleben

Unsere neu eingeführten Aktienanalysen haben sich für unsere Leser bereits gelohnt: Die in den Ausgaben vom Juli und August analysierten Werte haben bis Mitte September - also in einem Zeitraum von ein bis zwei Monaten - einen schönen Kursgewinn von + 10,3 % gebracht; bis 10.10. waren es bereits + 14,9 %. Auch die fünf September-Empfehlungen erwiesen sich binnen einem Monat mit + 13,7 % als Volltreffer. Weitere Nebenwerte mit vielversprechenden Unternehmensnachrichten und Kurssteigerungen:

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Spitzenrang bürgt nicht für Qualität

Eine herausragende Fondsperformance spiegelt nicht das Können des vermeintlichen Spitzenmanagers wider, sondern eher den »Favoritenwechsel« der großen internationalen Investoren, von denen die Aktienkurse an den Börsen bewegt werden, von einer Branche oder Region in die andere. Und das ist entscheidend. Denn der Großteil der Fonds hat aufgrund seiner spezifischen Fondsbestimmungen ein klares Anlageziel zu verfolgen und in einer bestimmten Branche, einer Region oder in einem Land zu investieren. Nur eine verschwindende Minderheit hält sich alle Möglichkeiten offen.
Ein repräsentatives Beispiel dieser Umstände ist der DWS Japan Opportunities, der heuer mit - 34,6 % per 9.10. das Schlusslicht der in österreich zugelassenen Fonds bildet, im Vorjahr aber noch mit + 43,5 % im internationalen Spitzenfeld rangierte. Er befindet sich damit in bester Gesellschaft anderer Aktienfonds mit dem (vorgegebenen) Anlagefokus »japanische Aktien«, die allesamt im Vorjahr den Käufern große Freude bescherten, heuer aber Opfer der Baisse an der Börse Tokio und der Währungsschwächen von japanischem Yen und US-Dollar wurden, die allein einem Anleger aus dem Euro-Raum bereits gut 10 % Verlust bescherten.Umgekehrt war auch der bisherige Spitzenreiter im heurigen Jahr mit + 36,6 %, der Hypo South Eastern European Opportunities, im Vorjahr seit seiner Gründung am 5.7.2005 mit einem nur minimalen Wertzuwachs kaum aufgefallen. Erst im Juni erwischte Fondsmanager Joachim Waltl von der Hypo Alpe-Adria-Bank die »richtige Post« und trieb den Wert des Fondsanteils binnen drei Monaten um 27 % hinauf.
Eine weniger glückliche Hand hatte bisher das Management des »Weisenhorn Europa«-Fonds, der aus dem vorjährigen Spitzenfeld der Europa-Aktienfonds heuer auf Platz 294 von 328 abstürzte. Damit setzt der Fonds seine jahrelange Berg-und-Tal-Fahrt fort: 2003 Sieger der Fondskategorie, 2004 ganz hinten, 2005 wieder vorn, heuer wieder abgeschlagen: Diese Umstände sind für die Fondsanalysten von Feri Rating & Research keine überraschung. Denn sie sehen generell keinen großen Zusammenhang zwischen dem Platz im Ranking und dem späteren Abschneiden eines Aktienfonds. »Es lohnt sich daher nicht unbedingt, in die Spitzenfonds des Vorjahres zu inves­tieren«, heißt es dort.
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Zu Lande und in der Luft

Zwar wird das Flugzeug in Hinblick auf das Zeitargument bei Fernreisen weiterhin die Nase vorne haben, bei Kurz- und Mittelstrecken holt die Bahn aber ordentlich auf. Hochgeschwindigkeitszüge wie der »Alstom Grande Vitesse« oder der Zefiro vom Bombardier erreichen im regulären Einsatz Geschwindigkeiten von bis zu 350 km/h. Bei geeigneter Infrastruktur wie etwa der Strecke Paris - Toulouse verspricht Philippe Mellier, Präsident Alstom Transport, eine Halbierung der aktuell fünfstündigen Fahrzeit. Neben der Geschwindigkeit soll aber auch der Komfort nicht zu kurz kommen. Beim Zefiro soll ein modulares Gesamtkonzept die Wünsche der Kunden befriedigen, die variable Anordnung der Sitze, Tische, Trennwände und Abteile sowie ein breites Angebot unterschiedlicher Cateringmodule den Komfort erhöhen. Bei Alstom will man den Zug zu einem Lebensraum für alle machen. Das Konzept reicht von neuen Federungssystemen über Klimatisierung bis hin zu einer Geräuschreduzierung und einer angemessenen Beleuchtung.
Otto Wiederhold vom Flughafen Wien fürchtet die neu erwachsende Konkurrenz nicht: »Die Hochgeschwindigkeitszüge werden nur zwischen wirklich großen Metropolen verkehren und das auch nur im Westen. Die mangelhafte Infrastruktur im Osten lässt einen Einsatz von Hochgeschwindigkeitszügen nicht zu.« Dennoch bemüht sich Wiederhold um Harmonie. »Am besten ist es, wenn sich die einzelnen Verkehrsmittel wie Auto, Bahn und Flugzeug sinnvoll ergänzen.« Das Auto sieht Wiederhold als beste Alternative für Strecken bis 400 Kilometer, die Bahn bis 600 Kilometer, und alles darüber werde mit dem Flugzeug abgedeckt.
Die Geschäftskunden spielen auch im Luftverkehr eine zentrale Rolle. Damit das so bleibt, wird in Flughäfen investiert und Fluglinien erweitern ihr einschlägiges Angebot. Am Flughafen Wien wird derzeit »Skylink«, das dritte Terminal, gebaut. Eine strikte Trennung von ankommenden und abfliegenden Passagieren auf drei Etagen soll eine Transferzeit von 25 Minuten garantieren. Für arbeitswütige Manager gibt’s schon jetzt gratis WLAN und zahlreiche Executive und Business Lounges. Auch die Fluglinien tun einiges, um Geschäftsreisenden den Flug so angenehm wie möglich zu machen. So bietet etwa Austrian auf Langstreckenflügen in der Business Class Schlaffauteuils, die sich in völlig flache Betten verwandeln lassen. Per Knopfdruck kann eine integrierte Massagefunktion aktiviert werden, dazu gibt’s Stauräume für Arbeitsunterlagen, Laptop oder Bücher. Auf Kurz- und Mittelstrecken geht’s nicht ganz so komfortabel zu, aber zumindest wird der mittlere Sitz freigehalten für mehr Bewegungsfreiheit und zusätzlichen Platz zum Arbeiten und Entspannen.
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High Noon für Hightech

Das Fenster aufgebrochen, die Wohnung durchwühlt, Schmuck, Wertsachen und persönliche Erinnerungsgegenstände fehlen. 2005 war in österreich ein echtes Rekordjahr, was die Zahl der Wohnungseinbrüche betrifft: Insgesamt rund 20.000 Einbruchsdiebstähle verzeichnete die polizeiliche Anzeigenstatistik. Und auch heuer gilt es, sich vor unliebsamen Eindringlingen zu fürchten: Eine Tatsache, die sich bereits bei der Nachfrage nach potenten Sicherheitsvorkehrungen bemerkbar gemacht hat, bestätigen die einschlägigen Anbieter. Doch auch auf dem Markt der Sorgen - und scheinbar wirksamen Absicherungen dagegen - heißt es nun, enger zusammenzurücken. Eine neue Branche hat den Konsum mit der Angst vorm Schwarzen Mann entdeckt: der Technologiemarkt. Ob nun der amerikanische Festplattenhersteller Seagate eigens gestrickte Speicherplatten für überwachungssysteme anpreist, der Wr. Neustädter Spezialist Sorex Module zur Funkalarmierung an beweglichen Gegenständen anbringt, oder das Tiroler Startup-Unternehmen Tirolux elektronische Wegfahrsperren für Ski ankündigt - dank Hightech soll jetzt den Langfingern das Leben schwer gemacht werden. Auch die staatstragende Telekommunikationsinstitution Telekom Austria erfreut sich ob diesen Themas regen Zuspruchs. Anfang Sommer ersannen die Produktstrategen Alarmanlagen in Haushaltsgrößen - samt Internetanbindung ans TA-eigene Securitycenter und die Weiterleitung von Alarmen an Polizeidienststellen. Die Botschaft ist klar: Die erweiterte Produktpalette soll die fallenden Umsätze des stagnierenden Telefoniemarktes kompensieren. Im Basispaket: Basisstation, Bewegungsmelder, Magnetkontakt zur drahtlosen überwachung von Türen und Fenstern sowie ein flotter Funkhandsender. Und die Sicherheitslösung ist erweiterbar: Das Sortiment reicht von Außensirene über Glasbruchmelder bis hin zu einem Notruftaster. Ende Juli hatten bereits mehr als tausend Kunden in das Basispaket investiert - die meisten sogar zusätzlich in weitere Module wie etwa Magnetkontakte oder Zusatzkameras. Der laufende Paketverkauf wird den Vertriebserwartungen gerecht, heißt es aus der TA-Zentrale. Allein von den Folgeinvestitionen der Kunden, die bis zu tausend Euro in die TA-Alarmanlage stecken, sei man überrascht. Grund genug für die Telekom, nun auch im Businessbereich das klassische IT-Securitygeschäft durch die physischen Komponenten zu erweitern. Man wirbt mit flotten Foldern zur neuen Sicherheitsschiene. So auch dort, wo die heile Welt groß geschrieben wird ­- beispielsweise im Ikea-Katalog.
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Zukunftsmarkt Asien

Von Angela Heissenberger

Die Verhandlungen zogen sich über Monate hin. Jede Einzelheit wurde endlos diskutiert. Mehrere Reisen nach Shanghai, bei denen die chinesischen Gastgeber mit großzügigen Geschenken bedacht wurden und man unzählige Stunden bei üppigem Essen verbrachte, machten eine Gegeneinladung nach österreich unumgänglich. Die Chinesen reisten mit einer 25-köpfigen Delegation an. Der auf zehn Tage anberaumte Aufenthalt mit Werksbesichtigungen bei anderen Kunden und mehrstündigen Restaurantbesuchen zweimal täglich geriet zum logistisch durchgeplanten Staatsakt und brachte den österreichischen Holztechnikspezialisten, der den Auftrag wie einen Bissen Brot brauchte, an den Rand des Ruins.
Als man schließlich auf Abschluss des Joint Ventures zur Errichtung einer Möbelfabrik in Shanghai drängte, zogen sich die chinesischen Verhandlungspartner merklich verstimmt zurück: So vorschnell würden sie keinesfalls zustimmen und überhaupt wäre doch noch nicht alles besprochen. »Wir hatten jahrelang erfolgreich in Russland Geschäfte gemacht. Chinesen seien ähnlich zu packen, dachten wir«, erzählt der technische Leiter der damaligen Verhandlungsgruppe. Stutzig machte ihn die Beharrlichkeit, mit der kleinste Details über jede einzelne Maschine gefordert wurden. »Später sahen wir dann unsere Maschinen, ­exakt nachgebaut, nur mit anderer Lackierung, in chinesischen Prospekten.«

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Babylonisches Sprachgewirr

Günther Gall, Bereichsleiter für Transaktionsservices der Raiffeisen Zentralbank, werkt üblicherweise im Hintergrund. Dennoch steht der Datenjongleur immer wieder im Rampenlicht der öffentlichkeit - etwa zum Thema SEPA (siehe Kasten). Mit dem Report sprach Gall über neue Standards im Zahlungsverkehr, das Produktverständnis der Banken und neue Geschäftsveränderungen.

(+) plus: Herr Gall, der von der EU forcierte Transaktionsstandard SEPA hat einen vereinfachten internationalen Zahlungsverkehr als Vision. Welche Rolle spielen darin die Banken in österreich?
Günther Gall: Auf Landesebene ist die Sachlage klar und oftmals bereits durchgehend geregelt. In österreich etwa hat die Finanzbranche mit »Edifact« bereits einen offenen Standard. Doch in anderen Ländern sind andere Formate und Gegebenheiten zu berücksichtigen. Dies auf europäischer Ebene, den EU-25, den Erweiterungskandidaten und den EFTA-Staaten Schweiz, Norwegen und Island zu vereinheitlichen, ist dagegen sehr komplex und wird nicht über Nacht durchführbar sein. So gibt es etwa in Frankreich oder England völlig andere Prozessgewichtungen: Dort wird das Zahlungsformat Scheck noch stark genutzt. Hierzulande spielen wieder Lastschriften eine größere Rolle als bei unserem Nachbarn Deutschland.

Welche Umsetzungen werden dazu überhaupt nötig sein?
Bei diesem babylonischen Sprachgewirr müssen nicht nur eine einheitliche Sprache, sondern auch gleiche Regelwerke, Prozessabläufe und Produkte gefunden werden. Zwar hat die notwendige Vereinheitlichung auf Produktebene mit den zugehörigen Strukturveränderungen Schockreaktionen in der Bankenwelt ausgelöst. Doch ist hier sicherlich Räson angebracht: Heute hat jedes einzelne Land ein eigenes Clearinghouse für Transaktionen, jeder Staat hat andere Gebühren und Transaktionsverfahren. Doch handelt es sich stets um das Gleiche: Zahlungen von A nach B.

Dies klingt ein wenig nach unattraktiver Gleichfärbung der Bankendienste auf internationaler Ebene.
Das technische Ziel bei SEPA ist die Harmonisierung eines sehr konkurrenzintensiven Produkts und einer Infrastruktur, die für die Banken bislang als Differenzierungsmerkmal im Mitbewerb gegolten hat. Diese Vereinheitlichung auf politischer Ebene bietet nun aber völlig neue Chancen im Produkt- und Serviceumfeld. Mit einem gleichen Regelwerk ist dort neue Differenzierung möglich. Gleiche Geschäftsprozesse und Basisprodukte bilden dann einen standardisierten Unterbau für mehr Kreativität im Servicebereich. Irgendwann werden die Banken dann sagen: Unser Kerngeschäft sind die Produkte - und nicht Transaktionen!

Wann werden von den Unternehmen die Auswirkungen zu spüren sein?
2008 sollen bereits erste Basisprodukte auf SEPA-Basis realisiert sein. 2010 soll das neue Regelwerk dann unwiderruflich auch auf nationaler Ebene migriert sein. Bis 2012 werden laut Plan sämtliche Bereiche umgestellt sein. Noch gibt es dazu aber auch einige »moving targets«. Etwa wann das Konzept der »Payment Systems Directive« umsetzbar sein wird. Damit soll die Effizienz der Zahlungsströme in den Ländern gesteigert werden: beispielsweise indem im Bankenverkehr der Buchungstag - der Zeitpunkt einer Kontogutschrift - mit dem Valutatag - der tatsächlichen Verfügbarkeit am Konto - gleichgesetzt wird. Dies stellt die Banken heute vor eine Riesenherausforderung, da noch kein Rechenzentrum die zu diesem Zweck nötige Kapazität erbringen kann.
Die positiven Auswirkungen durch SEPA werden anfangs sicherlich die großen Konzerne spüren, die in den in Europa stark fragmentierten Märkten agieren. Nach und nach werden die positiven Effekte der Vereinheitlichung des Zahlungsverkehrs auch kleinere Unternehmen unterstützen. Auch dem sprichwörtlichen Waldviertler Tischler, der in Tschechien Geschäft macht, erwachsen durch SEPA Vorteile. Dies wurde lange Zeit nicht erkannt.

Wie sieht die Zukunft global operierender Banken aus? Wird es zu weiteren Konsolidierungen kommen müssen?
Das Problem der großen Banken und ihrer wachsenden globalen Rolle ist sicherlich der daraus zwangsweise resultierende Verlust an Bodenhaftung. Gut aufgestellt sind jene Institute, die auch gleichzeitig einen »local reach« für sich beanspruchen können, die in allen Destinationen auch ein regionales Schwergewicht als Partner haben. Ich führe immer wieder die RZB hier als Beispiel an: Wir sind bereits im Osten breit vertreten, also bestens für neue Expansionen aufgestellt. Die RZB Gruppe ist selbst ja einem großen Wandel unterworfen. Hatten wir vor fünf Jahren noch keinen einzigen Privatkunden, sind es heute bereits zwölf Millionen.

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Für alle etwas

Als »ausgewogen und positiv« bezeichnet Thomas Malloth, Obmann des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer österreich (WKö) die ab 1. Oktober geltende Wohnrechtsnovelle 2006. »Im Großen und Ganzen ist sowohl für Mieter als auch Vermieter etwas dabei«, so Malloth. Die Novelle des Mietrechtsgesetzes bringt einiges Neues für Vermieter. So müssen die Häuser beispielsweise im »ortsüblichen Standard« erhalten und Gefahren für die Gesundheit der Bewohner beseitigt werden. Dieser Ausdehnung der zwingenden Erhaltungspflicht des Vermieters steht der Fachverbandsobmann skeptisch gegenüber. »Ungeklärt bleibt die große Frage, wer etwaige Folgeschäden zu bezahlen hat«, so Malloth. Oft würden nämlich weder die laufenden Einnahmen noch die Hauptmietzinsreserven für die erforderlichen Maßnahmen ausreichen. »Ein zumindest kleiner Kostenersatz durch den Mieter hätte wenigstens andiskutiert werden sollen«, meint Malloth. Keine Sanierung muss der Vermieter vornehmen, wenn sich die Gefährdung »durch andere, den Bewohnern des Hauses zumutbare Maßnahmen abwenden lässt«. Dachaufbauten, deren Baugenehmigung nach dem 31.12.2001 erteilt wurde, fallen in den Teilanwendungsbereich des MRG. Erweitert wurde die Teilanwendung des MRG nun auch auf Zubauten, die nach dem 30. September 2006 baulich genehmigt wurden. Neu ist auch ein Investitionskostenersatzanspruch des Mieters. Tauscht er auf seine Kosten eine vorhandene schadhafte Heiztherme aus, hat er abzüglich einer Abschreibung in Höhe eines jährlichen Zehntels des Anschaffungswertes Anspruch auf Ersatz der Kosten beim Auszug aus der Wohnung.
Auch im Wohnungseigentumsgesetz gibt es allerhand Neues. Beispielsweise kann an einem Garagenplatz Eigentum begründet werden und dieser unabhängig von der Wohnung verkauft werden.
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