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Stein für Jahrzehnte

Im November wird die Autobahnspange Kittsee im Burgenland in Betrieb genommen. Damit verbessert sich die Verbindung zwischen Wien und Bratislava. Bis es so weit ist, haben die Baufirmen noch viel zu tun. Wenn die Politik zur Eröffnung des Autobahnteilstücks auffährt haben der Unternehmer Hans Asmer und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl ihre Premeire längst hinter sich. Sie werden demnächst aus dem 45 Kilometer nördlich von Bratislava liegenden Steinbruch Solosnica Hartgestein für die Deckschicht der Autobahn liefern.

Der Raum Wien gehört zum Aktionsradius des Steinbruchs (200 km), dessen hochwertiger Melaphyr für Strassenbeläge und Gleisschotter verwendet wird. Die derzeit bewilligten Reserven reichen bei Vollauslastung für rund 30 Jahre. Für die ebenfalls steinreichen Flächen in der Nachbarschaft des Betriebsgeländes haben bereits erste Gespräche stattgefunden. Mit 12 Euro pro Tonne ab Werk hat Alas Slovakia gute Karten bei Baustellen um Wien, im Großraum Bratislava und im ungarischen Györ ins Geschäft zu kommen. Alas Slovakia gehört zu 67,5 Prozent der Asamer Holding AG, die Leitl Industriebeteiligung GmbH hält 27,5 Prozent. Die restlichen 5 Prozent des Joint Venture-Unternehmens hält der Geschäftsführer der Gesellschaft Jan Foltyn. \"Seine Beteiligung war uns wichtig\", betont Leitl, der gemeinsam mit seinen Partnern neun Millionen Euro in den ehemals staatlich verwalteten Steinbruch investiert hat. \"Durch die Modernisierung kann nun die Produktionsleistung von 400.000 auf 800.000 Tonnen pro Jahr verdoppelt werden\", berichtet Andreas Asamer, der für die Slowakei zuständige Vorstand der Asamer Holding AG. Noch ist der Markt dafür nicht geschaffen, was sich aber aufgrund der Gestehungskosten im slowakischen Werk rasch ändern könnte. Geschäftsführer Foltyn rechnet jedenfalls noch heuer mit Gewinnen aus dem Steinbruch.

Der nächste heimische Mitbewerber mit vergleichbarer Steinqualität sitzt mit dem zur Schwarzl-Gruppe (Porr) gehörenden Steinbruch Loja in Persenbeug (Nö). Der Großteil des Materials soll jedoch in den Heimmarkt Slowakei gehen, wo Foltyn enormen Nachholbedarf sieht. Die Slowakei werde ihre Baustoffproduktion massiv erhöhen um ähnlichen Pro-Kopf-Verbrauchsraten zu erlangen, wie sie in der EU üblich sind. Dies geschehe unter erschwerten Bedingungen, da etwa 28 Prozent der Fläche des Landes Nautura 2000-Gebiete seien während im EU-Schnitt lediglich 8 Prozent der Flächen als schützenswert gelten. Rohstoffabbau sei deshalb nur im Einklag mit der Natur und unter Einhaltung strenger Richtlinien möglich, so Fortyn. Etwa 1,8 Millionen Euro seien im Steinbruch Solosnica für Umwelt- und Anrainerschutz geflossen, betont Andreas Asamer. Man habe den \"modernsten Steinbruch Zentraleuropas\" errichtet und wolle \"nicht nur Marktführer sein, sondern auch Umweltführer\", so Asamer. Tatsächlich wurden von den österreichischen Errichterfirmen MFL und SBM sämtliche Förderbänder und Silos eingehaust und zwei Entstaubungsanlagen installiert um Lärm und Staub weitgehend zu vermeiden. Selbst die Manövrierfläche im Verladebereich ist betoniert um das Aufwirbeln von Staub zu minimieren. Auch der im Steinbruch eingesetzte Fuhrpark ist neueren Datums. Der Abtransport des Materials erfolgt per LKW, über den naheliegenden Bahnanschluss im Umfeld des Holcim-Zementwerkes werden maximal fünf Prozent des Gesteins verfrachtet. \"Das zentrale Problem für den Gütertransport per Bahn ist die Logistik\", erklärt dazu Leitl, der dennoch die Zukunft im Schienentransport sieht. Bis es soweit ist wünscht sich der Präsident der Wirtschaftskammer den baldigen Bau einer Donaubrücke bei Marchegg. Diese würde die beiden Länder zueinander führen und nebenbei auch die Attraktivität des eigenen Steinbruchs steigern, weil man sich den Umweg über Bratislava sparen würde.

Gut positioniert ist Alas Slovakia aber ohnehin. 2006 betrug der Umsatz den die 550 Mitarbeiter erwirtschafteten immerhin 66 Millionen Euro. Das entspricht etwa einem Fünftel des Gesamtumsatzes der Asamer Holding AG, die etwa 330 Millionen Euro umsetzt. \"Dieses Beispiel zeigt, dass es nicht immer die großen Multis sein müssen die ins Ausland gehen, sondern auch Mittelständler eine Chance haben\", betont Leitl. Alas hat in der Slowakei noch große Pläne. Eben wurde eine Kieswerk bei Nitra in Betrieb genommen, einige andere Standorte seien in der Pipeline, wie Andreas Asamer erklärt. Ziel sei es in der Westslowakei mit Kies und Beton flächendeckend präsent zu sein. 2006 wurden 3,5 Millionen Tonnen Kies, 130.000 Kubikmeter Beton und 600.000 Tonnen Zement produziert. Für die Asamer Holding ist Osteuropa sowieso die Nummer schlechthin. Die Tochter Alas International erzielte 2006 dort einen Umsatz von 165 Millionen Euro. Drei Viertel der gesamten Kiesproduktion und die Hälfte der Betonproduktion findet in den ehemals kommunistischen Staaten statt. Zement wird derzeit ausschließlich in Süd-Osteuropa erzeugt. Das wird auch so bleiben wiewohl hier an eine Ausweitung des Geschäfts gedacht ist. Ein Zementwerk am Meer ist eines der nächsten Ziele des oberösterriechschen Familienunternehmens. Bis eine passende Anlage zum Kauf kommt haben die Expansionsstrategen und Techniker der Asamer-Gruppe (3.200 Mitarbeiter) dennoch genug zu tun. Derzeit auch in Dubai, wo ein Mega-Steinbruch mit einer Kapazität von 5 Millionen Tonnen entstehen soll.

Bei derlei Großprojekten macht die Leitl-Gruppe nicht mit. \"Unser Aktionsradius ist Osteuropa\", erklärt der WKO-Präsident, der seinem Sohn Stefan eine große Aufgabe übertragen hat. Der kümmert sich um zwei von Leitl gemeinsam mit Alexander Maculan erworbene Steinwolle-Werke in Polen. Das erste Jahr fuhr man Verluste ein, im zweiten schrieb man eine Null, heuer solle es vielleicht schon Gewinne geben, verrät Leitl sen.. Derzeit haben man aufgrund der hohen Nachfrage Lieferprobleme, weshalb es gelte durch gezieltes Verteilen der Produkte die Kundenbindung zu leben. Das werde sich aber bald ändern, glaubtLeitl, da die Kapazitäten bei den Herstellern erweitert würden. Mittelfristig möchten die Leitls ihre Steinwolle in die Ukraine und in die russische Enklave Kaliningrad vertreiben. Derzeit würde sich sogar ein Transport nach österreich lohnen, weil hier die Nachfrage enorm sei.

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Von EDVG zu mii

Die marcus izmir informationsmanagement ag (mii) baut ihren Vertriebsbereich weiter aus. Der Vertriebsprofi Wolfgang Kuzel - ehemals Geschäftsführer bei Unternehmen wie Topcall oder EDVG - übernimmt bei mii die neu geschaffene Funktion des \"Head of Sales“. Er verstärkt damit den heimischen IT-Dienstleister bei seinem kräftigen Wachstumskurs.

\"Ich freue mich, dass wir für den Ausbau unseres bereits bisher starken Vertriebsteams einen langjährigen Vertriebsprofi mit internationaler Erfahrung gewinnen konnten. Wolfgang Kuzel wird uns in unserem Wachstums- und Expansionskurs optimal unterstützen und unser Sales Team im dritten Jahrzehnt von mii sicherlich erfolgreich weiterentwickeln. Mit seiner Expertise führen wir unsere Kundenbetreuung in eine neue Dimension und bauen unsere Aktivitäten in den Bundesländern aus“, erklärt mii-CEO Marcus Izmir.

Kuzel, 47, ist ein Vertriebs- und Verkaufs-\"Self Made Man“. Der gebürtige Wiener kam über eine fundierte technische Ausbildung in das Management bei Topcall, bei der er von 1985 bis 1992 Technischer Leiter war. 1992 wurde Kuzel Vertriebsleiter für österreich und Ost-Europa, 1996 übernahm er die Geschäftsführung für österreich, Osteuropa und den Mittleren Osten. 2005 wechselte Wolfgang Kuzel als Geschäftsführer zur Elektronische Datenverarbeitungs GesmbH. Für seine neue Aufgabe bei mii hat sich Kuzel ehrgeizige Ziele gesetzt: \"Ich werde mein langjähriges Vertriebs-Know-how dazu nutzen, den Verkaufsbereich bei mii weiter auszubauen und die bereits sehr gute Kundenbetreuung weiter zu verbessern. Mein Ziel dabei sind die heimischen 500 Unternehmen und neue Kunden in den Bundesländern. mii bietet hier auf Grund seines Know-hows und seiner umfangreichen Technik-Expertise dazu enormes Potential“, erklärt Wolfgang Kuzel.

Wolfgang Kuzel lebt mit seiner Familie in Wien. Seine Freizeit widmet der gelernte Radio- und Fernsehmechaniker seiner Technik-Leidenschaft und sportlichen Betätigungen.

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Kleine Ost-Expansion

Krems, die heimliche Hauptstadt Niederösterreichs, zieht an. Wein- und Naturliebhaber, Bildungshungirge und Kunstsinnige reichen sich die Klinken. Nun entsteht am Campus Krems ein Dienstleistungszentrum. Die multifunktionale Gebäudeanlage beherbergt künftig zwei Studiengänge der IMC Fachhochschule Krems, ein 3 Sterne Hotel mit 180 Betten, Wellness-, Fitness- und Massageeinrichtungen sowie Gastronomie- und Nahversorgungsbetriebe. Weiters entstehen Büroflächen und Wohnungen sowei eine dreigeschossige Tiefgarage mit 500 Stellplätzen. Bauherr ist die DLZ Campus Krems GmbH & Co KG, die sich aus lokalen Privatinvestoren zusammensetzt. Sie investieren 21,4 Millionen Euro. Ein Gutteil davon geht an die beauftragten Totalunternehmer, die Bregenzer Rhomberg Bau GmbH. Die ist gerade dabei eine kleine Ost-Expansion durchzuziehen und plant für Wien eine eigene Geschäftststelle.
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Kultur schafft Wachstum

Report: Bis vor kurzem waren Sie Geschäftsführer der URSA Dämmstoffe GmbH. Jetzt sind Sie der neue Eigentümer der Firma Spörk Antriebssysteme. Wie ist es zu dieser beruflichen Neuausrichtung gekommen?
Wolfgang Schwarz: In großen Konzernen wird die menschliche Komponente immer weiter in den Hintergrund gedrängt. Es gehen Werte verloren, die soziale Komponente fehlt. Alles dreht sich um Kosteneinsparungen. Die Macht geht immer mehr in die Hände der Controller über, was meiner Meinung nach nicht der richtige Weg ist. Aus diesem Grund ist in mir der Wunsch nach einem kleinen Unternehmen gewachsen, in dem ich unternehmerisch tätig sein und meine eigenen Entscheidungen treffen kann.

Report:Welche Werte sollen bei Spörk zum Vorschein kommen?
Schwarz:Meine Philosophie ist einfach. Ich wünsche mir eine gewisse Unternehmenskultur. Ich möchte die Mitarbeiter mehr einbeziehen, ihnen mehr Freiheiten einräumen und Verantwortung übertragen. Das werde ich versuchen, umzusetzen.

Report:Sie haben in den letzten Jahren in der Baustoffindustrie Karriere gemacht. Mit der übernahme von Spörk haben Sie auch die Branche gewechselt...
Schwarz:Die Branche stand bei meinen überlegungen nicht im Vordergrund. Von der Technik verstehe ich ohnehin nur wenig. Wichtiger war mir die Substanz des Objekts. Das Unternehmen hat in mein persönliches Anforderungsprofil gepasst.

Report:Wie sieht dieses Profil aus?
Schwarz:Spörk ist ein florierendes Unternehmen mit 4,5 Millionen Euro Umsatz, 28 Mitarbeitern und einem ausgezeichneten Ruf. Jetzt hat der Gründer Reinhold Spörk aber erkannt, dass das Unternehmen in eine neue Zeit geführt werden muss, dass es jemanden an der Spitze braucht, der in erster Linie etwas von Unternehmensführung versteht. Das ist bei einem expandierenden Unternehmen unerlässlich.

Report:Welche konkreten Ziele verfolgen Sie mit Spörk?
Schwarz:Ich will eine neue Unternehmenskultur schaffen. Das Miteinander im Unternehmen soll leichter werden. Bislang war es nicht einmal unter langjährigen Kollegen üblich, sich zu duzen. Zudem möchte ich mehr Transparenz in die Abläufe bringen und die Mitarbeiter besser einbinden.

Report:Mit Verlaub, aber Sie haben das Unternehmen sicher nicht nur gekauft, um die Kultur zu verbessern. Sie verfolgen doch sicher auch handfeste wirtschaftliche Ziele?
Schwarz:Natürlich soll sich der kulturelle Wandel auch in Zahlen wieder spiegeln und natürlich erwarte ich mir eine Steigerung. Auch die Produktivität soll gesteigert werden. Der Service- und Engineeringbereich soll weiter gestärkt werden und wir wollen beweisen, dass wir komplette Projekte wie im Theaterbereich realisieren können.Wenn Sie es ganz konkret wollen: Ich erwarte mir ein jährliches Wachstum von sieben bis zehn Prozent. Der Mitarbeiterstand soll mittelfristig gehalten und langfristig ausgebaut werden. Und wir wollen in Branchen, in denen Spörk bislang nicht tätig war, Fuß fassen, etwa in der Fördertechnik.

Report:Wie viel haben Sie sich Spörk Antriebssysteme kosten lassen?
Schwarz:Dazu will ich nichts sagen, weil es niemanden etwas angeht. Es ist immer schwierig den Wert eines KMU realistisch einzuschätzen. Was entscheidet, sind Angebot und Nachfrage. Soviel kann ich zum Kaufpreis sagen: In zehn Jahren sollte die Finanzierung des Unternehmens abgedeckt sein.

Herr Schwarz, vielen Dank für das Gespräch!

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Neuer Containerriese

Die im Hafen von Qingdao getaufte \"Tsingtao Express\" ist derzweite Neubau, den Hapag-Lloyd in diesem Jahr in die Flotteintegriert hat. Fünf weitere Schiffe sollen noch bis 2008 folgen. Insgesamtverfügt die Hamburger Reederei jetzt weltweit über rund 140 Schiffemit Platz für über 467.000 Boxen. Die \"Tsingtao Express\" trägt den alten Namen von Qingdao, unterdem die Stadt in Europa auch heute noch bekannt ist. \"Mit demSchiffsnamen unterstreichen wir die Bedeutung der chinesischenHafenstadt für die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Welthandelsund unserer Reederei\", betonte Michael Behrendt,Vorstandsvorsitzender der Hapag-Lloyd AG, in seiner Rede anlässlichder Taufe.
Die \"Tsingtao Express\" wird im Rahmen der Grand Allianceeingesetzt. Im Liniendienst Europa-Asien läuft sie die Häfen Singapur,Kaohsiung, Pusan, Dalian, Xingang, Qingdao, Shanghai, Ningbo, PortKelang und Jeddah sowie Rotterdam, Hamburg und Southampton an. EineRundreise vollendet sie innerhalb von 63 Tagen.

\"Hapag-Lloyd trägt mit dem neuen Schiff der wirtschaftlichenEntwicklung in Ostasien Rechnung\", erklärte Adolf Adrion,Vorstandsmitglied der Hapag-Lloyd AG, in seiner Taufrede. \"China istder Motor der Weltwirtschaft und der Globalisierung, und damit auchder Motor der Seeschifffahrt, die 90 Prozent des Welthandelsermöglicht.\"

Eckdaten der \"Tsingtao Express\":
Das Containerschiff ist 335 Meter langund 43 Meter breit. Auf dem Schiff ist Platz für 8.750Standardcontainer. 730 Anschlüsse für Kühlcontainer sind vorhanden.Hapag-Lloyd verfügt über insgesamt 65.000 Kühlcontainer und steht indiesem Bereich weltweit an 2. Stelle.

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Bitte lächeln

Sie hießen »Bittsteller«, in der Verwaltung liebevoll »Normbefohlene«, die gebückt vor dem gestrengen Sachbearbeiter vorsprechen durften. Man hatte es bei Post, Telekom und Strom nicht leicht - mit seinen Anfragen, Beschwerden oder gar Anregungen. Doch in den letzten Jahren hat sich das Kundenbild bei den Unternehmen und Behörden geändert: Noch nie in der Geschichte wurde so viel Wert auf die Beziehung zu den Kunden gelegt wie heute. Auch wenn der Kunde nur Teil einer großen Masse ist. Der Grund ist einfach: Die Unternehmen können gar nicht anders. So ist die Nachfragemacht der Kunden durch Angebotstransparenz und Wettbewerb erheblich gewachsen. Kein Unternehmen im Wettbewerb kann es sich heute leisten, dieser Entwicklung indifferent gegenüberzustehen. Denn immer noch ist einer der Hauptgründe für die Abwanderung von Kunden mangelnder Kundenservice. Internationale Studien belegen, dass in rund 70 Prozent der Fälle schlechter Kundenservice für die Abwanderung von Kunden zur Konkurrenz verantwortlich ist. Dies ist für Unternehmen fatal: Die Neugewinnung von Kunden ist erheblich teurer als das Binden der bestehenden Kundschaft.

Emotionale Komponente wird oft ausgeblendet. »In einem Markt auswechselbarer Produkte und Dienstleistungen wird die Loyalität der Kunden maßgeblich vom Customer Service bestimmt«, bestätigt Gerhard Wanek, Geschäftsführer des Serviceberaters Pidas. Waneks Wurzeln liegen tief in der Kundenkommunikation. Vor Jahren war er selbst Leiter des Bereichs Kundenservice bei einem großen österreichischen Mobilfunker. Damals zeigte bereits eine andere Branche auf, was Dienst am Kunden wirklich heißt: der Versandhandel. »Aufgrund des Fehlens physischer Kundenkontakte waren die Versandhäuser immer schon auf Kundenfreundlichkeit und Mehrwert für den Kunden auf allen Kommunikationswegen ausgerichtet«, schwärmt der Serviceexperte. Otto, Quelle und Co hatten frühzeitig erkannt, dass guter Kundenservice vor allem auch Freundlichkeit im Umgang mit dem Gegenüber bedeutet. Eine Erkenntnis, die bis heute für Kontroversen sorgt. So zeigt eine aktuelle OGM-Studie in Pidas-Auftrag, dass in Sachen Kundenzufriedenheit erheblicher Handlungsbedarf bei den Unternehmen besteht und die Konsequenzen mangelnden Kundenservices real zum Kundenverlust führen. »Unter Kundenfreundlichkeit wird im Allgemeinen Erreichbarkeit und technische Kompetenz verstanden. Ausgeblendet wird dagegen die emotionale Komponente, die menschliche Dimension«, so Wanek. Dieses Bild stünde konträr zur Wahrnehmung bei den Kunden selbst, heißt es bei OGM. Denn diese würden Kompetenz und Erreichbarkeit voraussetzen und außerdem größten Wert darauf legen, einfach freundlich behandelt zu werden.

Kunden wollen Lösungen. Experten fordern nun eine entsprechende Verankerung des Kundenservices im Wertschöpfungsprozess von Unternehmen und entsprechende Managementstrategien. In immer mehr Branchen ist der Kundenservice nicht länger als Zusatzgimmick zu einem Produkt oder einer Dienstleistung zu sehen, sondern bildet den Kern des Wertschöpfungsprozesses: Kunden wollen nicht bloß ein Produkt als solches erwerben, sondern eine Lösung. Als Beispiel wird gerne die Tourismusindustrie genannt: Dort ist die Kultur des freundlich gehaltenen Kundenkontaktes wesentlich verankert, die Branche zieht aus guten Beziehungen unmittelbaren Vorteil. Die Prioritätensetzung in der Wertschöpfungskette läuft in anderen Branchen heute freilich noch anders. Dort werden in Bereichen wie dem Vertrieb die Mitarbeiter umfassend geschult und Wert auf Soft Skills und emotionale Intelligenz gelegt. »Das Gleiche sollte auch für den Servicemitarbeiter gelten«, empfiehlt Wanek.

Noch immer wird das Thema Kundenservice zu analytisch gesehen: Wenn Unternehmen heute Qualitätslevels definieren, dann liegen diese in technischen Bereichen zu Erreichbarkeit, Reaktionszeiten oder Quoten in der Antwortgebung. Richtlinien für Freundlichkeit und Beziehungsmanagement fehlen meist. Dabei wäre dieser Serviceteil leicht umzusetzen, so der Experte: »Freundlichkeit heißt bereits, dem Kunden stets mit einem imaginären Lächeln zu begegnen und ihn mit seinem Namen anzusprechen.« Noch beginnen viele Unternehmen erst, den Wert ihrer Kunden und auch Möglichkeiten im Produktvertrieb, die ein Kundenkontakt überhaupt bietet, zu erkennen. Der Trend geht aber in die richtige Richtung. »Wir leben ja nicht mehr in der Steinzeit, wo der Kunde Bittsteller ist«, heißt es selbstbewusst in Serviceorganisationen. Sogar die Verwaltung spürt den neuen Zeitgeist. Auch dort passiert es zunehmend, dass der Bürger bereits als Kunde gesehen wird. »Dass Veränderungen in einer Beamtenkultur länger benötigen als in einem Unternehmen, das seit 20 Jahren im Wettbewerb steht, ist aber natürlich«, weiß man in der Branche.

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Mein Auto, meine Waffe

85 Prozent der Unfälle stehen in direktem Zusammenhang mit Aggressivität. Dazu zählen unangemessene überholversuche, Schneiden anderer Verkehrsteilnehmer, dichtes Auffahren sowie Protest- und Einschüchterungssignale wie Anblinken und Anhupen. Betroffen sind mehr Männer als Frauen und mehr Menschen mit Oberklassenfahrzeugen als Personen mit Fahrzeugen aus dem Klein- und Kompaktwagensegment. Die Ursachen für dieses aggressive Verhalten liegen weitgehend im Dunkeln. Die ständig steigende Verkehrsdichte und der damit einhergehende schlechtere Verkehrsfluss werden ebenso verdächtigt wie Stress, psychische Erkrankungen oder der Einfluss von Medikamenten. Auch das subjektive Machtgefühl hinter dem Steuer wird als Auslöser genannt.
Die schlechte Datenlage und die unzureichenden Forschungsergebnisse veranlassen Reiner Brettenthaler, Präsident der österreichischen ärztekammer, und Gernot Brandesky, Vize-Präsident der ärztlichen Kraftfahrvereinigung österreichs AKVö, zur Forderung nach einem interdisziplinären österreichischen Institut für Verkehrsmedizin. Hauptaufgabe soll die Erforschung der Folgen psychischer Phänomene auf den Straßenverkehr sein. \"Wenn man bedenkt, dass der Verkehrstod zu den häufigsten Todearten vor allem bei jungen Menschen zählt, kommt der Gründung einer eigenen verkehrsmedizinischen Forschungsinstitution höchste Priorität zu“, sagt Brettenthaler. Parallel dazu fordern die ärzte die öffentliche Bewusstmachung der verkehrstypischen Verhaltenweisen und ihrer individuellen und sozialen Risiken, fokussierte Kontrollen auf atypische Verhaltensweisen, die verpflichtende Beratung und Therapie Betroffener sowie einen temporären Führerscheinentzug bei wiederholtem Auftreten riskant-aggressiven Verhaltens.
Die Forderungen sind begründet: Alleine in österreich wird der volkswirtschaftliche Schaden von Unfällen auf 3,4 Milliarden Euro geschätzt. Dabei ist das Gesundheitsrisiko durch Unfälle aber deutlich geringer als durch verkehrsbedingten Schadstoffe, erklärt Manfred Neuberger vom Institut für Umwelthygiene an der Wiener Medizinuniversität. Dementsprechend umfassend sind seine Forderungen: Die Raumplanung nimmt er ebenso in die Pflicht wie Infrastruktur, Logistik und marktwirtschaftliche und fiskalische Instrumente. Von der Vermeidung von Zersiedelung und Zentralisierung über eine Ausweitung des Park&Ride-Angebots, einer zentripedal steigenden Parkraumbewirtschaftung bis hin zu Fahrverboten als Lenkungsmaßnahmen reicht sein Maßnahmenkatalog.

Ausdrucksformen der Aggressivität

1. Verbale und non-verbale Aggressionsgestik: Wohl bekannte Gesten der Geringschätzung, Hupen, Blinken
2. Das Fahrzeug als Aggressionsinstrument: Drängeln, aggressives überholen, Schneiden
3. Die direkte Attacke: brachiale und zum Teil auch bewaffnete Attacken von Straßenverkehrskontrahenten.

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Creative Work

\"Wenn die Arbeit sich grundlegend wandelt, dann ist unsere Gesellschaft in den Grundfesten erschüttert und gefordert“, sind Imke Eicher und Kirsten Brühl vom Zukunftsinstitut überzeugt. In ihrer Studie \"Creative Work - Business der Zukunft“ kommen sie zu dem Schluss, dass diese grundlegende Veränderung genau jetzt passiert, dass wir Zeugen des größten Wandels in der Arbeitskultur seit der industriellen Revolution sind. Diese neue Kultur ist geprägt von Selbstverantwortung, Wandel und Kreativität. Dabei verstehen die Studienautorinnen unter Kreativität aber weit mehr als künstlerische Schöpfungskraft. Sie sehen kreatives Denken und Handeln als die Fähigkeit, ständig neue Zusammenhänge herzustellen, unterschiedlichste Perspektiven zu integrieren und Bestehendes immer wieder zu hinterfragen. Das klingt harmlos, hat aber weit reichende Konsequenzen.\"Starre Job-Definitionen und Stellenbeschreibungen werden sich auflösen“, prophezeit Eicher. Die Unsitte der so genannten McJobs wird weiter um sich greifen, klassische Vollzeitstellen durch Projektarbeit ersetzt. Im Gegensatz zum aktuell vorherrschendem Bild des Wissensarbeiters, der durch gute Aus- und Weiterbildung versucht, konkurrenzfähig zu bleiben, zeichnet sich der Kreativarbeiter der Zukunft laut Eicher durch eine starke Fokussierung auf die eigene Person und Persönlichkeit aus. \"Seine Treiber sind Spaß, Selbstverwirklichung und Sinn. Arbeit ist für ihn gekoppelt mit individuellem Wachstum und dem Streben, seine Einzigartigkeit, Uniquability, weiter auszuformen“, heißt es in der Studie.

Von Kaffeehäusern und Mietbüros
Imke Eicher und Kirsten Brühl zeigen in ihrer Studie, dass die Arbeitswelt der Zukunft auch ihre guten Seiten hat. Die Kreativarbeiter sind an keine fixen Büros gebunden, gearbeitet wird dort, wo es einen Netzzugang gibt. Besonders beliebt sind Hotspot-Cafés. Sie werden als Ruhe-, Kommunikations- und Arbeitsinseln abseits des Büros und der eigenen vier Wände zu einem fixen Bestandteil der Arbeitskultur.
Bereits einen Schritt voraus in dieser Entwicklung, ist man in Kanada. Dort findet der moderne Arbeitsnomade im \"Coffee Office“ Zuflucht. An fünf Standorten ist das \"Coffee Office“ Kaffeehaus mit integriertem Business Club oder Business Club mit integriertem Kaffeehaus. Es gibt Konferenzräume, Meeting Lounges und auch Einzelarbeitsplätze.
In Deutschland bietet das Company Hotel Frankfurt ein repräsentatives Umfeld ohne langfristige Verpflichtungen. Zur kurzfristigen Büromiete gibt’s einen Rundum-Büroservice inklusive Postmanagement, Telefondienst und Konferenzräume.

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WTE klärt Istanbul

Die EVN Tochter WTE Wassertechnik hat einen dicken Fisch geangelt. Sie wurde von der Stadt Istanbul mit der Errichtung einer Großkläranlage beauftragt. Als Konsortialführer wird WTE gemeinsam mit den türkischen Baufirmen Lidya und Kalyon den Neubau einer schlüsselfertigen Kläranlage für rund zwei Millionen Einwohner einschließlich einer 5-jährigen Betriebsführung für das Projekt Ataköy in der Nähe des Istanbuler Flughafens übernehmen. Das gesamte Investitionsvolumen beträgt - finanziert durch den Istanbuler Wasserverband ISKI - 108 Millionen Euro, wovon mehr als 50 Millionen auf die WTE entfallen. Gebaut wird eine Kläranlage mit weitergehender Stickstoffentfernung, d.h. Nitrifikation/Denitrifikation und anschließender Schlammfaulung. Das entstehende Klärgas wird in einem Blockheizkraftwerk zur Energieerzeugung eingesetzt. Die Bauzeit ist mit etwa zweieinhalb Jahren veranschlagt. Die WTE Gruppe plant, baut, finanziert und betreibt kommunale und industrielle Wasser- und Abwassereinrichtungen für Städte, Gemeinden und Industrie. Neben Deutschland, Dänemark und österreich ist WTE in acht wachstumsstarken mittel- und osteuropäischen Staaten tätig. WTE hat bereits mehr als 70 Kläranlagen errichtet, bei 23 davon ist das Unternehmen auch für die Betriebsführung verantwortlich.
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Im Visier: Senioren

Gemeinsam mit dem Serviceunternehmen Vitaphone startet Mobilfunker One nun einen speziellen Dienst für ältere Kunden: über die Beratungsleistung in den \"ONE Worlds\" können Senioren auf die ältere Generation zugeschnittenen Serviceoptionen aktivieren. Mit einem Basispaket um knapp 15 Euro pro Monat werden Kunden über die Vitaphone-Hotline anhand ihrer Nummer sofort erkannt. Das medizinisch geschulte Personal hat Einblick in persönliche Daten, Krankengeschichte und Medikamente. Der Service reicht von der Einleitung erforderlicher Hilfsmaßnahmen bei Notfallsituationen bis zur Vermittlung von Schlüsseldiensten und Notapotheken.

Die Servicepalette eines erweiterten Pakets um 20 Euro pro Monat umfasst auch Orientierungshilfe sowie psychologische Betreuung in Ausnahmesituationen wie etwa bei Angstzuständen. Weiters bietet der Mobilfunker ein spezielles Drei-Tasten-Handy an. Mit dem Handset soll \"wieder der Mensch in den Mittelpunkt geraten - nicht das Gerät\", heißt es beim Partner Vitaphone. Anlaufstelle für das Seniorenangebot sind die rund 60 Servicestellen des Mobilfunkers. Die Zusammenarbeit soll in Kürze auf Beratungsmöglichkeiten in den Filialen einer großen Elektrohandelskette ausgeweitet werden.

Michael Fried, Vertriebs- und Marketingvorstand bei One, visiert mit den neuen Services die laut Statistik Austria am stärksten wachsenden Altersgruppe an. Derzeit sind rund 1,7 Mio. österreicher über 60 Jahre alt. Sechs von zehn Senioren haben ein Handy. Untersuchungen zufolge telefonieren diese verhältnismäßig oft ins Festnetz. One reagiert darauf mit einem zugeschnittenen Tarif. Beim Mobilfunker sind knapp zehn Prozent der Kunden 60 Jahre alt oder älter. Der Partner Vitaphone kann bereits auf den Erfolg dieser Zielgruppenansprache weisen: in Deutschland nutzen derzeit 135.000 Kunden von Providern wie Vodaphone die Seniorenservices.

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