"Manchmal muss man die Dinge einfach umsetzen"

Gerhard Mock ist Energiepionier und seit 28 Jahren Bürgermeister der "Sonnenstadt" Gerhard Mock ist Energiepionier und seit 28 Jahren Bürgermeister der "Sonnenstadt"

Bürgermeister Gerhard Mock im Gespräch zu Wirtschaftlichkeit und den Zielen der Energiestrategie in St. Veit – sowie anfangs oft geäußerter Kritik.

(+) plus: Warum setzen Sie so stark auf Erneuerbare in St. Veit? Was sind Ihre Ziele für die Region?

Gerhard Mock: Ich möchte damit den Beweis antreten, dass durch das Setzen auf erneuerbare Energieträger neben der Umwelt auch die Wirtschaft und die Bevölkerung profitieren kann. Das Ziel ist die rechnerische Energieautarkie, Wohlstand in der Region durch grüne Jobs und die Sensibilisierung der Bevölkerung, um deren Energiekosten zu senken. Durch unsere Ausstellung »Erlebnis Energie« möchten wir damit auch schon bei den Kleinsten beginnen. Sie werden später vielleicht in diesen Jobs arbeiten oder bei der Schaffung von Wohnraum auf erneuerbare Energieträger setzen.

(+) plus: Ist der Ausbau mit PV-Anlagen für eine Gemeinde nicht auch sehr teuer? Welchen Wirtschaftsfaktor bilden die Erneuerbaren in der Region?

Mock: Selbstverständlich kosten die von uns getätigten Investitionen einiges. Wir konnten aber noch gute Einspeisetarife erzielen, wodurch sich unsere Kraftwerke rasch amortisieren. Der wirtschaftliche Nutzen durch erneuerbare Energieerzeugung ist bei uns nicht mehr wegzudenken. Die Betriebe des St. Veiter Solarclusters sichern gemeinsam mit den Installateuren und Elektrikern in der Region viele Arbeitsplätze über die Branchengrenzen hinaus. Die Nutzung der Abwärme des Paradeunternehmens Fundermax schlägt in dieselbe Kerbe.

(+) plus: Wird diese Energiestrategie von allen St. VeiterInnen gut geheißen? Sind Sie dazu auch mit Kritik konfrontiert?

Mock: Der Rufer im eigenen Land hat es bekanntlich nicht immer einfach. Natürlich gibt es auch Kritik, wobei diese immer weniger wird. Etwa am Beispiel E-Mobilität: Am Beginn unserer Bemühungen wurden wir in der Bevölkerung oft belächelt, heute können sie in unserem Carsharing-System selbst von der grünen Mobilität profitieren. Oder die Bürger sehen, dass mit der touristischen Platzierung als E-Bike-Region die Nächtigungszahlen nach oben gehen. Selbstverständlich stellen wir uns jeder Kritik, manchmal muss man aber auch mutig sein und Dinge einfach umsetzen.

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