österreich hinkt hinterher
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österreich muss nachsitzen
Während sich österreich im Vorjahr noch deutlich vor dem Durchschnittswert der EU-25 platzieren konnte, herrscht 2006 ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen. Frankreich, die Niederlande und Großbritannien haben österreich bereits überholt, gemeinsam mit Belgien liegt man nur noch marginal über dem EU-Durchschnitt. Das liegt zum einen an der sogar im EU-Schnitt schlechten Ausprägung des Venture Capital-Marktes und zum anderen am Rückgang der Förderungen der öffentlichen Hand. Die beiden Geschäftsführer der Forschungsförderungsgesellschaft FFG, Henrietta Egerth und Klaus Pseiner sehen daher die öffentliche Hand in der Pflicht, \"Impulse zu setzen, um verstärkte, private Investitionen auszulösen\" Denn während sich in den vergangenen vier Jahren Investitionen der österreichischen Unternehmen in Forschung und Entwicklung enorm verbessert haben, sinkt im Verhältnis dazu der Anteil an öffentlichen Ausgaben im angewandten Forschungsförderungsbereich.
Auch den Bundesländern gelingt kein Ausreißer nach oben. Als beste österreichische Region liegt Wien auf Platz 24 vor der Steiermark auf Platz 42. Tirol, Oberösterreich und Vorarlberg schaffen es gerade noch unter die Top 100. An der Spitze liegen die schwedischen Regionen Stockholm und Västsverige, gefolgt von Oberbayern und Etelä-Suomi in Finnland.
Die Innovationsführer
Die allgemeine Innovationskraft eines Landes steht vor allem in kleineren Nationen in engem Verhältnis zu einzelnen Unternehmen. Finnland verdankt seine guten Platzierungen zu einem Gutteil Nokia, Schweden profitiert stark von Saab-Ericsson, H&M und Ikea. Auch in österreich setzt man verstärkt auf die Headquarter-Strategie, um von der Innovationskraft einzelner Unternehmen zu profitieren.
Welche Unternehmen tatsächlich die Innovationsführer und Zugpferde ihrer Branche sind, glaubt das internationale Beratungsunternehmen Innovaro zu wissen. Anhand von acht Schlüsselfaktoren werden jedes Jahr mehrere tausend internationale Firmen auf ihre Innovationskraft hin analysiert und bewertet. Große überraschungen gibt es auch in diesem Jahr nicht, der Großteil der Unternehmen konnte den Spitzenplatz vom Vorjahr behaupten. In neun von 25 Fällen stammt der Branchenprimus aus den USA, Großbritannien stellt sechs Innovationsführer und Japan immerhin noch drei. Neben diesen üblichen Verdächtigen haben es auch Schweden, Finnland, die Schweiz, Deutschland, Dänemark, Süd-Korea und erstmals Indien ins Ranking geschafft. österreich ist nicht dabei.
| Branche | Unternehmen | Land | Vorjahressieger |
|---|---|---|---|
| Aerospace | Boeing | USA | Rolls Royce |
| Airlines | Virgin Atlantic | GB | Virgin Atlantic |
| Automotive | Toyota | Japan | Toyota |
| Banking | RBS | GB | RBS |
| Chemicals | Du Pont | USA | DSM |
| Consumer Electronics | Samsung | Süd Korea | Samsung |
| Consumer Goods | Lego | Dänemark | - |
| Energy | BP | GB | BP |
| Fashion Retail | H&M | Schweden | H&M |
| FMCG* | Reckitt Benckiser | GB | Reckitt Benckiser |
| Food and Drink | PepsiCo | USA | PepsiCo |
| General retail | Tesco | GB | Ikea |
| Hotels & Leisure | Starwood | USA | - |
| IT Hardware | Apple | USA | Apple |
| IT Services | InfoSys | Indien | - |
| Insurance | Aviva | GB | - |
| Logistics | UPS | USA | UPS |
| Media | USA | ||
| Medical Devices | Medtronic | USA | Medtronic |
| Office Equipment | Canon | Japan | Canon |
| Pharma | Novartis | Schweiz | Novartis |
| Software | Microsoft | USA | Microsoft |
| Sport | Adidas | Deutschland | Adidas |
| Telekom Equipment | Nokia | Finnland | Nokia |
| Telekom Operators | NTT DoCoMo | Japan | - |
* FMCG: Fast Moving Consumer Goods Read more...
Mobiles make the world go round
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1.300 Aussteller, 300 Vortragende und 2.250 vertretene Medien machten die 3GSM in Barcelona wieder einmal zum wichtigsten Jahresevent der globalen Telekombranche. Von der Krise, die zahlreiche Messen und Kongresse in aller Welt ereilt, war in Barcelona nichts zu spüren. Das Messegelände brummte auch ohne Konsumenten, die durch die Eintrittspreise von mindestens 600 Euro abgeschreckt werden.
Im laufenden Jahr wird die Zahl der Mobilfunkanschlüsse weltweit drei Milliarden erreichen. Noch vor einigen Jahren wäre eine solche Vorhersage als absurd abqualifiziert worden. Heute fragt sich die Branche, wie sie danach weiterwachsen könnte. In Barcelona trommelten tausende Unternehmensvertreter ihre Zukunftsvisionen vom Wachstumspfad: DVB-H, Mobile Music, User-Generated- und sonstiger Content bildeten eine Art Geräuschteppich, in dem sogar die unvermeidliche Roamingtarife-Diskussion beinahe unterging. Zum Rauschen gehörte auch die aus spezifisch österreichischer Sicht etwas antiquiert anmutende Diskussion \"Fixed Mobile Substitution versus Fixed Mobile Convergence\". Das wie bereits im Vorjahr völlig überlastete und damit unbrauchbare WLAN am Messegelände ließ die Verfechter des Unlicensed Mobile Access (UMA) allerdings kleinlaut werden.
Deutlicher zu vernehmen waren die vor allem von Netzwerklieferanten gegebenen Versprechen einer goldenen Datenzukunft mit HSDPA - was hierzulande auch niemanden mehr vom Hocker reißen dürfte. In österreich wissen wir dank vier kommerzieller HSDPA-Netzen und hervorragendem Absatz von Datenverträgen bereits, wie in die entwickelten Märkte in den nächsten Jahren Wachsen könnten.
Endgeräte. Das A und O für das Massen-Neukundengeschäft sind nach wie vor neue Handys. Das Ausmaß der in Barcelona präsentierten neuen Modelle überraschte trotzdem. Die Bandbreite reichte von Nischenanbietern wie Neonode mit einem einzigen Modell (N2), über die bekannten Branchenriesen mit breiter Palette bis zum chinesischen Anbieter TCL, der unter der lizensierten Marke Alcatel nicht weniger als 21 Modelle im unteren Preissegment auftischte. Die subventionierenden Netzbetreiber können sich über steigende Auswahl, immer mehr HSDPA-Geräte und langsam sinkende Durchschnittspreise freuen.
Echte Doppelhandys sorgen für Grausbirnen. Das Lachen im Halse stecken geblieben ist den Mobilfunkanbietern allerdings bei einigen kleineren asiatischen Messeständen. Die ersten echten Dual-SIM-Handys, die mit zwei SIM-Karten gleichzeitig in zwei verschiedenen Mobilfunknetzen aktiv sein können, sind aufgetaucht. Mit solchen Geräten können Konsumenten die Vorteile verschiedener Tarife voll ausnutzen, ohne dafür zwei Telefone aufladen und mitschleppen zu müssen. Auch das bei herkömmlichen Dual-SIM-Adaptern erforderliche Umschalten von einem Netz ins andere entfällt.
Zwei Handys zu nutzen birgt einen Komfortnachteil in sich, der die Menge der Multi-SIM-User in Grenzen hält und die Kostendeckungsbeiträge der Netzbetreiber sichert. Der Gedanke an die weite Verbreitung echter \"Dual-Working\"-Handys lässt daher bei den Mobilfunkern die Grausbirnen aufsteigen.
Der Report hatte sich bereits 2003 auf die Suche nach dem Doppelhandy begeben. Damals noch erfolglos - die großen Hersteller fürchteten, ihre größten Abnehmer zu vergraulen. Denn kein GSM-Netzbetreiber würde so ein Handy freiwillig in sein Portfolio aufnehmen. Die kleinen Hersteller wiederum konnten sich lange Zeit die Entwicklungskosten nicht leisten. Das hat sich geändert, wenngleich die geringen Stückzahlen die Preise noch relativ hoch halten. Mindestens drei Hersteller, die hierzulande allerdings unbekannt sind und (noch) keine Vertriebspartner haben, bieten inzwischen \"Dual-Working\"-Handys an.
Handy statt Bank. Internationale Geldüberweisung per SMS von einem Handy zum anderen sollen ein ganz neues Geschäftsfeld für die Branche werden. Ein entsprechendes Projekt präsentierte die GSMA in Barcelona. Wenn es gelingt, dadurch auch kleinere Geldbeträge zu geringen Gebühren \"mobil\" zu machen, könnte das hunderte Milliarden Euro pro Jahr in Bewegung setzen.
Ziel des Vorhabens ist nicht klassisches M-Payment für Dienstleistungen oder Waren. Vielmehr soll die internationale überweisung kleinerer Beträge zwischen Privatpersonen einfacher, billiger und schneller gemacht werden. Migranten haben vergangenes Jahr 230 Milliarden Dollar in ihre Herkunftsländer an rund 750 Millionen Verwandte geschickt. Letzte haben meist kein Bankkonto. Marktführer für solche überweisungen ist Western Union. Nicht statistisch erfasst sind die übermittlungen von Zahlungsmitteln und Wertsachen auf informellen Wegen.
Diese Vermögenstransfers von Migranten sind für viele Volkswirtschaften in Entwicklungsländern bedeutsamer, als die formelle Entwicklungshilfe. Allerdings bremsen die üblichen Gebühren die Geldströme deutlich, kleinere Beträge können gar nicht wirtschaftlich gesendet werden. Also unterbleiben überweisungen oder werden so lange aufgeschoben, bis ein größerer Betrag zustandegekommen ist. Informelle übermittlungen, etwa durch reisende Bekannte, sind zwar billig, aber unzuverlässig. Das GSMA-Projekt soll die Gebühren auch für kleinere Beträge in den einstelligen Prozentbereich drücken. Das könnte die transferierte Geldmenge bis 2012 auf rund eine Billion Dollar vervierfachen und die Menge der Empfänger auf 1,5 Milliarden Menschen verdoppeln.
Die GSMA und MasterCard etablieren einen globalen Clearing-Hub, über den überweisungen von einem User zum anderen abgewickelt werden können. Die Details des Ablaufs sind unterschiedlich. Beim Sender könnte das Geld von einem vorausbezahlten Guthaben oder einem Bankkonto abgebucht oder über seine nächste Rechnung eingezogen werden.
Der Empfänger wird innerhalb von Sekunden per SMS über die Anweisung informiert. Die Auszahlung könnte über die Vertriebspartner des jeweiligen Netzbetreibers oder mittels SmartCard an Bankomaten erfolgen. Den Regierungen wird das Projekt dadurch schmackhaft gemacht, dass sie hinkünftig die Geldströme besser überwachen und kontrollieren können.
ökologie und ökonomie. In den Entwicklungsländern möchten die Mobilfunkbranche immer breitere Kundenschichten erschließen. Um auch bei einem ARPU (Monatsumsatz pro Kunde) von unter drei Euro wirtschaftlich arbeiten zu können, sind neue Strategien erforderlich. Einerseits gibt es immer mehr besonders billige Endgeräte (Ultra Low Cost Handsets). Diese können auch schick und dünn sein, wie Motorola mit dem F3 beweist.
Doch auch bei den Netzbetriebskosten muss gespart werden. Mangels Stromnetz werden viele Basisstationen in Entwicklungsländern mit Dieselgeneratoren betrieben, was aufwändig und teuer ist. Motorola hat daher eine Basisstation getestet, deren Akkus ausschließlich aus Windkraft und Sonnenenergie gespeist werden. Das soll die Betriebskosten deutlich senken. Das System wurde bereits ein Jahr lang in Großbritannien getestet und geht nun erstmals in Namibia an einer kommerziellen Basisstation in Betrieb.
Ericsson zeigte auf der 3GSM eine Miniraffinierie im Container-Format. Damit könnte das von lokalen Bauern gelieferte öl in Biodiesel für den Betrieb von Mobilfunksendern umgewandelt werden.
Von der Bildung zum Wohnen
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Michael Ludwig: Im Unterschied zu vielen anderen Großstädten der Welt hat sich Wien bewusst für den Weg der »sanften Stadterneuerung« entschieden. Dabei können die Mieterinnen und Mieter weiter in ihren Wohnungen leben und sich die Miete dank der Wohnbauförderung auch nach der Revitalisierung leisten. Daneben leistet die Stadterneuerung einen wesentlichen Beitrag zu mehr Wohnzufriedenheit. Denn wo gebaut oder saniert wird, entstehen auch Grünflächen, Kinderspielplätze, Schulen und Kindergärten.
(+) plus: Welche konkreten Maßnahmen sind in Planung?
Ludwig: Derzeit konzentrieren wir uns auf die Sanierungszielgebiete im 2. und 20. Bezirk und ganz speziell auf das Areal des Westgürtels in den Bezirken 14 bis 18. Mit der Sanierung der bestehenden Bausubstanz erreichen wir eine generelle Attraktivierung des Wohnumfeldes. Das zieht auch private Bauträger in die Grätzel, welche als Wohn- und Lebensraum wieder interessant werden. Gleichzeitig schaffen wir damit die Rahmenbedingungen für ein ausgewogenes gesellschaftliches Zusammenleben. Derzeit sind im Bereich des Westgürtels 426 Projekte in Vorbereitung oder bereits in Bau. Die Stadt Wien investiert für diese Vorhaben rund 311 Millionen Euro.
(+) plus: Die Wiener Gebietsbetreuungen leisten weithin anerkannte Arbeit. Wo sehen Sie Potenzial zur Weiterentwicklung für diese Einrichtung?
Ludwig: Erst Anfang 2007 wurden die Wiener Gebietsbetreuung für Stadterneuerung räumlich neu an die Betreuungsgebiete angepasst. Parallel dazu haben wir das Budget aufgestockt, um den Entwicklungen in den Bezirken gerecht zu werden und die Ressourcen dem Bedarf entsprechend zu steuern. Das Budget für alle Wiener Gebietsbetreuungen beläuft sich auf rund drei Millionen Euro pro Jahr. Daneben wurde die Anzahl der Mitarbeiter um ein Viertel erhöht, damit sind rund achtzig Personen für die Anliegen der Mieterinnen und Mieter da. Eine wesentliche Rolle spielen die Wiener Gebietsbetreuungen auch in der Prävention und Lösung von Problemen. Mein Ziel ist, die Mieterinnen und Mieter bei Konflikten zu begleiten und eine rasche Lösung herbeizuführen. Daher habe ich Mitte März einen MediatorInnenpool eingerichtet, der Spezialistinnen und Spezialisten zum Thema »Interkulturelle Mediation« bündelt und die Gebietsbetreuungen tatkräftig unterstützt.
(+) plus: Wo wollen Sie den Hebel ansetzen, um die Sanierung in Schwung zu bringen?
Ludwig: Die Stadt Wien fördert mit den Mitteln der Wohnbauförderung gezielt Sanierungsarbeiten und die Umrüstung auf energiesparende Einrichtungen. Diese Leistungen reichen von Lifteinbauten über Dach- und Fassadenreparatur, den Fensteraustausch bis zu Wärmedämmung. Egal, ob es um Sockelsanierungen oder um die thermisch-energetische Wohnhaussanierung »Thewosan« geht - die Stadt Wien unterstützt private Hausherren und Wohnungsbesitzer gezielt bei der Revitalisierung ihrer Immobilien. In den letzten fünf Jahren wurden mehr als 58.000 Wohnungen saniert. Für heuer haben wir uns vorgenommen, mit der geförderten Sanierung 10.000 Wohnungen zu revitalisieren. Durch diese Sanierungsoffensive interessieren wir vermehrt Bauträger für Neubauten und private Hauseigentümer für Sanierungstätigkeiten im Grätzel und sorgen somit für eine generelle Attraktivierung und damit auch für mehr Wohnzufriedenheit.
(+) plus: Die Stadt Wien als größter Wohnungseigentümer hat ein breites Aufgabengebiet vor sich. Wie wollen Sie Wohnen für Bewohner von Gemeindewohnungen attraktiver machen?
Ludwig: Lebensqualität hängt eng mit Wohnzufriedenheit zusammen. Diese noch weiter zu verbessern, ist mein wichtigstes Vorhaben. Um das zu erreichen, legen wir einen besonderen Schwerpunkt auf die Sanierung und Modernisierung der städtischen Wohnhausanlagen. Daneben bauen wir unsere Serviceeinrichtungen aus und verbessern das Beschwerdemanagement im Bereich von Wiener Wohnen. Für einen besseren Mieterschutz, mehr Mitbestimmung für die Mieter und den gleichzeitigen Kampf gegen Spekulation setzen wir unter anderem auf die Wiener Gebietsbetreuungen.
(+) plus: Werner Faymann hat mit den Bauträgerwettbewerben einen wesentlichen Innovationsschub gebracht. Wie werden Sie es mit Bauträgerwettbewerben halten?
Ludwig: Die Bilanz der bisherigen Bauträgerwettbewerbe ist eine hervorragende, daher werden wir auch in Zukunft auf dieses Instrument setzen, um gemeinsam mit den Bauträgern den geförderten Wohnbau im Sinne der Menschen unserer Stadt positiv weiterzuentwickeln. Daneben tragen diese Wettbewerbe auch wesentlich zur ökologischen und architektonischen Qualität des Wohnungsneubaus in Wien bei und sichern leistbare Kosten für die Wohnungssuchenden.
(+) plus: Die Wohnbauförderung steht immer wieder in Diskussion. Sie wird oftmals als klassische Mittelstandsförderung kritisiert und es wird entgegengehalten, dass damit eine Wohnqualität produziert wird, die sich tatsächlich Bedürftige gar nicht leisten können. Wie gehen Sie mit der Kritik um? Ludwig: Die Wohnbauförderung ist das zentrale Element des Wiener Wohnbaus. Ohne sie würde sich das Wohnen in der Stadt um ein Vielfaches verteuern. Daher ist die Wohnbauförderung nicht nur ein Mittel zur Förderung des Mittelstandes, sondern gerade auch für jene Wienerinnen und Wiener, die sich ohne Unterstützung der Stadt eine schöne Wohnung nicht leisten könnten.
Ganz verstehen kann ich die Kritik generell nicht, da die Wiener Wohnbauförderung auch international eine Vorreiterrolle einnimmt: Die meisten europäischen Metropolen investieren ausschließlich über Subjektförderung, das heißt: der Gewährung von Wohnbeihilfe. Wien hingegen kombiniert die Objekt- mit der Subjektförderung und vereint damit die Vorteile beider Systeme: über die Objektförderung können wir Einfluss auf Qualität und Quantität der Neubauten nehmen, daneben unterstützen wir die Menschen gezielt durch die Wohnbeihilfe.
(+) plus: Gerade in den vergangenen Monaten hat Wien einen veritablen Preisanstieg im Bereich der Grundkosten für Bauprojekte erlebt. Immobilienfonds sind sehr liquide und fungieren als Preistreiber. Was tun Sie, um Bauträgern den Zugang zu erschwinglichen Grundstücken zu erleichtern?
Ludwig: Wir haben von der Bundesimmobiliengesellschaft ehemalige Industrie- und Kasernenareale erworben, die im Rahmen eines Bauträgerwettbewerbes und zu den Konditionen des geförderten Wohnbaus an die Bauträger weitergegeben werden. Die Bauträgerwettbewerbe spielen somit auch hier eine wichtige Rolle, weil sie den Zugang zu leistbaren Grundstücken schaffen. Auf der anderen Seite leisten sie einen entscheidenden Beitrag, um den geförderten Wohnbau in Wien auf hohem Niveau zu halten.
Auf die Sekunde genau
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Zwei Türme im Dialog
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»Ziemlich verrückter Markt«
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Boris Nemsic: Südosteuropa spielt für die Telekom Austria Group eine sehr wichtige Rolle. Im Geschäftsjahr 2006 wurden schon über 40 Prozent des Konzernumsatzes von unseren Tochterfirmen in Slowenien, Kroatien und Bulgarien erwirtschaftet, 2002 waren das erst 20 Prozent. Die Ergebnisse unserer Tochterfirmen sind hervorragend, ich bin mit der Entwicklung und mit dem, was wir in den vergangenen Jahren aufgebaut und erreicht haben, sehr zufrieden.
Ich sehe uns als einen der stärksten regional fokussierten Player - und zwar einen Player, der durch die besondere Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten auf den osteuropäischen Märkten erfolgreich unterwegs ist. Mit Vip mobile in Serbien, die dieser Tage den regulären Betrieb aufgenommen hat, haben wir das angestrebte Ziel erreicht - wir haben zwischen dem Bodensee und dem Schwarzen Meer ein durchgängiges Gebiet, in dem wir als international erfolgreicher Kommunikationskonzern tätig sind.Im Herbst folgt der Launch unseres neuen Providers in Mazedonien und sobald die Regierung von Bosnien-Herzegowina die Ausschreibung für die Privatisierung startet, werden wir dieses Projekt angehen. Wie Sie sehen, ist die Bedeutung unserer Auslandsaktivitäten sehr hoch. Hält man sich die Rahmenbedingungen des österreichischen Marktes vor Augen, wird das Gewicht unserer Osteuropa-Aktivitäten noch weiter steigen.
Zum Markt in österreich: Die Festnetzbetreiber und der VAT sind ob der konsolidierenden Entwicklung bei dem Kauf von eTel durch Telekom Austria in österreich unglücklich. Sie befürchten, der Markt bewege sich auf eine Remonopolisierung zu. Tut er das?
Die Telekom-Branche ist sehr investitionsintensiv - denken Sie nur an Aufbau und Betrieb einer flächendeckenden Infrastruktur - so, wie wir das tun. Außerdem ist die Telekom-Branche in ihrem Lebenszyklus sehr weit fortgeschritten. In reifen Branchen, in denen ein Service oder Produkt zumeist nur mehr über Preisdifferenzierung verkauft wird, ist die Konsolidierung auf Anbieterseite durch übernahmen oder Zusammenschlüsse eine Selbstverständlichkeit. Warum sollte das in unserer Branche anders sein?
In Bezug auf die VAT-Behauptungen muss man, so glaube ich, zumindest in zweierlei Hinsicht differenzieren. Erstens: Wenn ein Anbieter bereit ist, Geld in die Hand zu nehmen, um in eigene Infrastruktur zu investieren ist das etwas ganz Anderes als wenn man als reiner Reseller mit großem Marketing-Trara auftritt und einzig und allein die überkapazitäten anderer Provider verkauft. Welchen volkswirtschaftlich nachhaltigen Nutzen sollen diese Firmen bringen - noch dazu auf einem preislich vollkommen ausgereizten Markt wie österreich?
Zweitens vermisse ich bei manchen Leuten den Blick über den Tellerrand. In Wirklichkeit haben die reinen Festnetz-Anbieter kein Problem mit der neuen Festnetz- Akquisition,sondern mit der Fixed-Mobile Substitution: Wenn zwei von drei Telefonaten über Handys geführt werden und ich ein reiner Anbieter von Festnetz-Telefonie bin, also ohne eine zusätzliche mobile Schiene, dann habe ich ein echtes strategisches Problem. Betrachtet man also den gesamten Kommunikationsmarkt, entpuppt sich das Argument des VAT als reichlich konstruiert.
Das in österreich herrschende Problem der extremen Migration des Sprachtelefonieverkehrs vom Festnetz in die Mobilfunknetze scheint aufgrund der Regulierungssituation teils hausgemacht. Als Vorstandsvorsitzender der Telekom Austria Group und als CEO mobilkom austria sehen Sie diese Entwicklung wohl mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Welche Hoffnung hat das Festnetz heute? Wie werden sich künftige Investitionen ins Festnetz finanzieren lassen?
Die österreichischen Marktverhältnisse sind ziemlich verrückt, ich glaube da sind sich ausnahmsweise wirklich alle Anbieter einig. Die Fixed-Mobile Substitution kommt natürlich zu einem gewissen Grad der mobilkom austria zu Gute. Am Ende des Tages müssen aber beide Geschäftsfelder, Festnetz und Mobilkommunikation, ihren Beitrag zum Gesamtergebnis der Telekom Austria Group leisten.
Die Festnetzgesellschaft ist bei den Themen Breitband, Multimedia im Privatkundenbereich und bei Outsourcing, IT-Servces sowie im Wholesale gut unterwegs. Auch die Security Services entwickeln sich unseren Erwartungen entsprechend. Unsere Ziele und Aktivitäten sind darauf ausgerichtet, die Erosion der Sprachtelefonie auf mehreren Ebenen, sprich mit den zuvor angesprochenen Services, abzufangen. Wir investieren nach wie vor in den Breitbandausbau, reduzieren die weißen Flecken und damit die digitale Kluft. Mit darauf aufbauenden Services wie aonDigital TV treiben wir wiederum die Entwicklung von neuen Applikationen voran. Ich glaube, dass gerade unsere Aktivitäten bei Breitband und digitalen Medien unsere Investitionsbereitschaft gut demonstrieren.
Was die Regulierung betrifft, sollte sich die Behörde aus unserer Sichtweise darauf konzentrieren, investitionsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen - denn nur mit Investitionen in eine leistungsfähige IKT-Infrastruktur und mit neuen Technologien kann österreich als Wirtschaftsstandort im internationalen Wettbewerb punkten. Die künstlich geschaffene Benachteiligung von mobilkom austria gegenüber der T-Mobile durch asymmetrische Interconnection-Kosten, um nur ein Beispiel zu nennen, hat ja nichts mit der ursprünglichen Intention der Wettbewerbsbelebung zu tun.
Zur viel beschworenen Konvergenz von Festnetz und Mobilfunk: Wie sieht die Roadmap bei der Telekom Austria Group zu echten netzübergreifenden Angeboten und Services aus? Wird es eines Tages eine einzige Rechnung für - sagen wir - ein Breitbandangebot, fest- und mobilbasierend, geben? Was haben Sie dazu in der Schublade?
(lacht) Sie wissen sehr gut, dass das Billing eine der größten technischen Herausforderungen in der gesamten Telekommunikationsbranche ist. Konvergenz bezieht sich ja nicht ausschließlich auf Endgeräte, sie kann auch in den Systemen im Hintergrund ablaufen. Das ist übrigens ein betriebswirtschaftlicher Ansatz, den wir im Bereich der mobilkom austria-Töchter schon lange verfolgen.
Als Beispiel offensichtlicher Konvergenz würde ich unsere in der Business Community etablierten Blackberrys samt Push-Mail-Funktionalität bezeichnen. Wenn ich an unseren Capital Market Day zurückdenke, hatten wir unter den Teilnehmern eine Blackberry-Dichte von gut 90 Prozent. Wie auch beim Siegeszug des Handys selbst, werden derlei innovative Dienste im ersten Schritt vor allem von Geschäftsleuten genutzt.
Ein Massengeschäft daraus zu machen, wäre sicher interessant - es würde aber andere regulatorische Rahmenbedingungen erfordern, um dieses zweifellos vorhandene Marktpotenzial in österreich ausschöpfen zu können.
Aus meiner Sicht bieten sich vor allem Produktbündel an, sofern man uns auf regulatorischer Seite nicht zu sehr einengt. Und auch hier gilt: Das richtige und marktkonforme Setting durch die Behörde ist ein absolutes Muss! Wenn das passt können wir Produktbündel schnüren, auch wenn es weiterhin getrennte Rechnungen geben wird.
Welche Entwicklung bzw. welche Technologie ist für Sie derzeit am spannendsten zu beobachten. Von welcher Technologie wird man demnächst noch mehr hören?
Aus Kundensicht sind sinnvolle Services das wirklich Interessante und nicht unbedingt die dahinter stehenden Technologien, die für mich als Techniker natürlich immer eine große Rolle spielen. Auf der Privatkundenseite sehe ich user generated content immer mehr auf die mobile Welt überschwappen. Wir bieten hier bereits Services an, um diesen Trend in österreich auf das Handy zu bekommen. Neben diesen Entertainment-Services werden immer mehr Handy-basierte Dienstleistungen entwickelt, um das Leben der User zu vereinfachen oder ihnen ganz einfach mehr persönliche Freiheit zu ermöglichen. Ich denke hier an Services, die auf mobilem TV basieren, ich denke an Near Field Communication, wenn es um die Convenience beim Bezahlen geht, oder an E-Mail am Handy für mehr Flexibilität.Die Medienlandschaft wird durch die Digitalisierung weitere Innovationsschübe bekommen, wir werden hier sicher noch viele tolle Dinge erleben. Mit IMS (IP Multimedia Subsystem, Anmerkung) stehen uns mächtige und kosteneffiziente Werkzeuge zur Verfügung, die wir für eine endgerätespezifische Aufarbeitung von digitalen Inhalten benötigen. Sei es VoIP oder DVB-H, sei es eine Streaming-Lösung oder auch aonDigital TV.
Im Businessbereich glaube ich, dass wir im IKT-Lösungsgeschäft sehr gut aufgestellt sind und unsere Position durch stärkere Verknüpfung von Festnetz, IT-Services und mobilen Applikationen weiter festigen können. Egal ob im Büro, in der Lagerhalle oder auf der Straße: Die Effizienzsteigerung durch professionelle IKT-Services ist ein wichtiges Thema - und zwar nicht nur bei einer rein betriebswirtschaftlichen, sondern bei einer ökologischen Betrachtung.
Sehnsucht nach IKT-Ministerium
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Darin sind mehrere Punkte enthalten, die nach Ansicht der ISPA von der zukünftigen Regierung nach den kommenden Wahlen zu berücksichtigen sind: \"Derzeit wird etwa die Entwicklung der gesamten Informations- und Kommunikations-Technologie (IKT) durch eine politische Kompetenzaufsplitterung auf verschiedene Ministerien und Staatssekretariate gehemmt\", erklärt Chytil. Eine klare Kompetenzlage sowie die Leitung durch einen politisch verantwortlichen Repräsentanten ist nach Ansicht der ISPA unerlässlich, um eine positive Weiterentwicklung des Wirtschaftsfaktors Informations- und Kommunikations-Technologie in österreich voranzutreiben.
In einzelnen, kurzen und sachlichen Gesprächen der ISPA-Repräsentanten mit Staatssekretär Morak und den Parteiobmännern Gusenbauer, Van der Bellen und Westenthaler wurden die Anliegen der Internetwirtschaft erörtert. Alle Parteienvertreter stimmten zu, dass die politische Bedeutung der IKT in der nächsten Legislaturperiode gehoben werden müsse. Dem Vorschlag ein Bundesministerium für Informationsgesellschaft und Medien einzurichten konnte allerdings nur Westenthaler folgen, während Morak und Gusenbauer sich für eine regierungsinterne Plattform oder ein Staatssekretariat aussprachen und Van der Bellen noch keine Meinung dazu äußerte.
Sanfte Steigerung
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Skype für unterwegs
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SanDisk stattete nun die neuesten Produkte der hauseigenen Smart Drives Serien Cruzer Micro und Cruzer Titanium mit dem Skype-Softphone aus. Das VoIP-Programm kann dann vom U3-Stick aus auf jedem PC gestartet werden. Auch die persönlichen Skype-Einstellungen und Kontakte sind immer dabei. Das mobile Skype-Telefon richtet sich vor allem an Geschäftsreisende, Studenten sowie User, die auf mehreren unterschiedlichen Rechnern arbeiten. Einzige Voraussetzung für die Nutzung von U3-Anwendungen sind die Betriebssysteme Windows XP oder 2000.
Pulver Beschichter mit Homepage online
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- Triple-, Quadruple-Play: Sind im eigentlichen Sinne keine Innovation. Kennzeichnen einen Verdrängungswettbewerb, der völlig ohne neue Dienste auskommt.
- IP Multimedia Subsystem: Letzter Versuch der Telcos, sich der Internetwelt zu stellen. Ein Multivitamin: Es geht um Multimediales, Multiparties, Multihandling. Hat in der Mobilwelt angefangen, dann haben es die Festnetzbetreiber entdeckt. Mittlerweile liebäugeln sogar schon die Kabelprovider damit. IMS ist das dynamische Erstellen von Inhalten in einem individuellen Kontext.
- IMS light: Die Hintertür, falls IMS aufgrund mangelnder Begeisterung oder unausgereifter Endgeräte ein Reinfall war. Durch den derzeit schrittweisen Aufbau der IMS-Architektur auch im Retourgang finanzierbar.
- Applikationen statt Voice: Die gute, goldende Minute wird nicht mehr lange so golden sein. Konzepte wie »Click-to-SMS«, »Click-to-MMS« oder »Click-to-Anything« könnten die Ablöse der goldenen Minute sein. »See what I see« ist eine weitere denkbare Applikation.
- Innovation: Wahre Innovation findet sich nur beim Web 2.0. Die Versionsnummer ist zwar Marketinghype, aber auch eine Bewegung des offenen WWWs. Alles ist vernetzt: So ist etwa Google Maps in jede andere Website oder Applikation integrierbar.
- Content: Content wird immer »King« sein. Die Nachrichten der Zukunft müssen nicht mehr von den großen Nachrichtenanstalten generiert werden, sondern kommen asynchron von den Usern. Es wird davon in Zukunft zu viel geben. Der Content wird alle erschlagen.
- Next Generation Network: In manchen Vortragspräsentationen ist dieser Begriff schwarz hinterlegt. Es ist die Farbe des Friedhofes, weil alle Betreiber dahin marschieren müssen.
- Fixed Mobile Convergence: Produkte, die im Bundle de facto die Einnahmen der Betreiber sinken lassen.
- Marktkonsolidierung: Jeden Tag werden tausend Firmen mit der einen oder anderen Geschäftsidee gegründet. Ein bis zwei davon bleiben auch übrig und werden von den Großen gekauft. Damit bleiben auch die Großkonzerne nicht stehen und werden stärker.
- Internet: Während viele neue Dienste an Endgeräten oder Software scheitern, geht es im Internet effizienter zu: Automatische Updates, Downloadservices und Plug-in-Politik zeigen den Telcos vor, wie man es machen sollte.
- IP-Telefonie: Verschiedenste Inseln, British Telecom hat mit einer eigenen, frühen IP-Voice-Lösung erfolgreich Mitbewerber wie Skype aus UK verbannt.
- Gratis: An vielen Hotspots ist der Internetzugang bereits kostenlos - wo bleibt da noch der Wert für den Anbieter? Es sind die Applikationen. Die User sind doch nur an Applikationen interessiert.
- Online-Communitys: über sie finden die Unternehmen direkt zum Markt - egal wie speziell die Themen sind. Communitys gibt es für alle: für Jogger, Religiöse, Weight Watchers oder Haustierbesitzer. Diese Gruppen sind sehr agil: Sie bauen sich auf, tun sich zusammen, stürzen wieder ein. Es könnte so viele Communitys geben, das kann sich ein Mensch gar nicht vorstellen.
- Netzbetreiber: Müssen sich Gedanken machen, was sie überhaupt wollen. Drei verschiedene sind bekannt: Jene, die alles selbst machen wollen, repräsentieren die alte Denkweise. Netzbetreiber, die nur Connectivity bereitstellen, sind die neuen »NetCos«. Betreiber, die Partnerschaften mit Virtual-Network-Operators eingehen, folgen der Idee des programmierbaren Internets.
- Businessmodell: Es ist doch überlegenswert: Warum sollte Content, der gekauft worden ist, nicht wiederverkauft werden können? Das Haustierportal in Deutschland wird von Chappi-Werbung finanziert.
- Peer-to-peer-Netze: Selbstorganisierend. Funktionieren ohne große Planung. Brauchen kein Atomkraftwerk, um ein Rechenzentrum zu betreiben. Werden von Telcos als Bedrohung gesehen, könnten aber der Schlüssel zum Zugang in Netze des Mitbewerbs sein. Wie? So: P2P-Client unter den eigenen Kunden verbreiten, um auch in Konkurrenznetzen unterwegs zu sein.
- örtliche Infrastruktur: Ist für die Großen völlig wurst. Schließlich ist Google eine globale Marke.
- Social Networks: Ermöglichen »Marketing for free«, da die eigenen Freunde ein ähnliches Konsumverhalten wie der Nutzer haben. Hier ist Marketing wirklich zielgerichtet.
- HP: Wird nicht mehr nur Drucker herstellen, sondern auch Bilderrahmen. Das Enkerl wird seiner Oma dann die Fotos übers P2P-Netz direkt in den Rahmen senden.
- Googlezon: Zukunftsvision, bei der Google den Konkurrenten Microsoft als Bösewicht abgelöst hat und zusammen mit Amazon eine totalitäre Informationsdiktatur installiert.
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Im Test: Nokia 6111
Ausstattung:
Neben dem edlen Design bietet der kleine Schieber viele technische Features: So kommt das Gerät mit allerlei nützlichen Ausstattungen wie Infrarotschnittstelle, Bluetooth, Kamera mit Video-Funktion, Push-to-Talk, MP3-fähigen Mediaplayer, UKW-Radio und Organizer Paket.
Die Megapixel-Kamera mit 6-fachem Digitalzoom macht für Einsteiger recht passable Aufnahmen, für Fotofans ist sie allerdings weniger brauchbar. Das Nokia 6111 bietet ein Farbdisplay mit 262.144 Farben, welches aber mit 128 x 160 Bildpunkten nicht sehr kontrastreich ist.
Ein Digital Player mit FM-Radio sorgt für Abwechslung, doch der Speicher von ungefähr 23 MB ist sehr klein geraten. Denn diese Größe reicht nicht im Geringsten für ausgiebigen Musik-Genuss, da die Kapazität auch nicht erweitert werden kann. Der Musik-Player liefert aber über das mitgelieferte Headset einen guten Klang.
Wenn es um übertragung von Dateien auf andere Geräte geht, bietet das Nokia 6111 mit der Unterstützung für Bluetooth, Infrarot und USB-Verbindungen flexible Möglichkeiten.
Handhabung:
Mit einer logischen Menüstruktur findet man leicht alle Funktionen des kleinen Sliders. Einfach aufschieben und schon kannst Du schnell und direkt auf das Menü oder die Anwendungen, den Internet-Browser oder Musikfunktionen, auf Fotos, Videos und auf weitere Telefonfunktionen zugreifen. Mit dem Hauptmenü und den Funktionslisten dahinter findet man sich sehr schnell zurecht.
Die schmalen Tasten bieten einen guten Druckpunkt, allerdings stört die obere Kante beim aufgeschobenen Telefon oft beim Bedienen der oberen Ziffernreihe. Besitzer größerer Finger werden zudem mit dem kleinen Tippfeld zu kämpfen haben.
Fazit:
Das 92 Gramm schwere Nokia 6111 ist mit Abmessungen von 84x47x23 Millimetern ein sehr handliches Mobiltelefon, welches vor allem für User mit eher kleineren Händen geeignet ist. Die Handhabung ist intuitiv und einfach. Dazu gibt es viele nützliche und multimediale Funktionen, die zwar einige Schwächen aufweisen, aber dennoch viel bieten. Allerdings müssen sich Foto-Fans nur mit einer Megapixel-Kamera zufrieden geben und der begrenzte Speicher wird keinen Musik-Fan zufrieden stellen.
Plus/Minus:
+ Design
+ Handlichkeit
+ Nutzerführung
+ viele Funktionen- Kamera- kleine Tasten
- kleiner, nicht erweiterbarer Speicher
Werkzeugkiste Googlezon
Unter der Annahme, dass die multimediale Killerapplikation der Zukunft das Internet selbst mit all seinen Anwendungen ist, rücken aufgrund der »All-IP-fication« und des stärkeren Wettbewerbs die Zugangsnetze in der Wertschöpfungskette immer mehr in den Hintergrund. »Seamless Services stehen heute für die Tatsache, dass Endkunden dem Dienstanbieter gehören und nicht mehr dem Netzbetreiber«, führt der Professor aus. Magedanz weiß wovon er spricht. In Berlin bekleidet er einen Lehrstuhl für Next Generation Networks (NGNs) und forscht gemeinsam mit unterschiedlichsten Unternehmen an der Zukunft der Telekommunikation. Den Begriff Telekommunikation wird es dem Experten zufolge aber nicht mehr lange geben, die klassischen Netzausrüster würden jetzt schon an ihre Grenzen stoßen. Der aktuelle Hype um das Web 2.0, Suchmaschinen und Online-Communitys dokumentieren diesen Trend und zeigen, dass Massendienste durch eine Vielzahl von Nischendiensten und individuellen Inhalten verdrängt werden. Magedanz sieht einen einzigen Ausweg für die margengeprüften Telcos: die Welt der Serviceplattformen. Die Zukunft der IKT-Welt ortet der Forscher zweigeteilt: »NetCos« bieten als reine Bitpipe-Provider, also Infrastrukturbesitzer, Toolkits wie ein IP Multimedia Subsystem (IMS) den »ServiceCos«, den Diensteanbietern, an. Der Telcoprofessor im Wordrap:
Kfz-Leasing wird den Fuhrparkkauf ablösen
Rudolf Fric: Wir haben eine außerordentlich gute Zusammenarbeit mit unseren Vertriebspartnern. Die wussten, dass keine einzige Person in unserem Haus mit den Problemen unserer Konzernmutter etwas zu tun hatte. Als Teilkonzern mit eigenem Vertriebspotenzial konnten wir uns hier gut abgrenzen. Zudem ist in unserer Mannschaft eine Art Jetzt-erst-recht-Stimmung aufgekommen. Wir haben auch entgegen vielen Empfehlungen unsere Werbe- und PR-Aktivitäten nicht eingeschränkt, sondern sind auf dem Kurs geblieben, den wir uns für 2006 vorgenommen hatten.
(+) plus: In der Immobiliensparte konnte der Umsatz sogar verdoppelt werden.
Fric: Wir hatten ein sogenanntes Spot-Geschäft - einen großvolumigen Immobilienleasingfall in Wien. Zusätzlich konnten wir eine Zunahme von kleineren Projekten im KMU-Bereich, in der Größenordnung von jeweils unter zehn Millionen Euro, verzeichnen. Hier sehen wir eine steigende Nachfrage.
(+) plus: Sie sind auch Präsident des Verbands österreichischer Leasinggesellschaften. Wie sehen Sie generell den Trend in der Immobilienleasingbranche - wird das nach der Kfz-Branche der nächste boomende Markt?
Fric: Nein. Der österreichische Markt ist von der Anzahl der möglichen Immobilienprojekte her so klein, dass es immer wieder sehr starke Schwankungen geben wird. Solche Spitzenergebnisse im Wachstum sind oft von Einzelprojekten geprägt, dadurch gibt es auch Marktanteilsverschiebungen unter den Mitbewerbern.
(+) plus: Beim Kfz-Leasing ist das Niveau bereits sehr hoch, trotzdem sind offenbar noch immer Zuwächse möglich. Oder ist der Plafond schon erreicht?
Fric: Der Markt wird weiter wachsen, primär vom Firmenkundenbereich und von der öffentlichen Hand getrieben. Wir gehen davon aus, dass im Firmenkundenbereich mittelfristig Leasing den Kauf ablöst - verbunden mit zusätzlichen Leistungen wie Fuhrparkmanagement. Seit einigen Jahren bedient sich auch die öffentliche Hand der Leasingmöglichkeiten und des externen Fuhrparkmanagements. Dieses Potenzial ist enorm und sicher noch nicht völlig ausgeschöpft.
(+) plus: Ist Kfz-Leasing ohne Fuhrparkmanagement überhaupt noch wettbewerbsfähig?
Fric: Ich gebe Ihnen Recht, dass es strategisch in diese Richtung geht. Das sieht man auch an der starken Betonung der Fuhrparkmanagementkomponente in der Softwareentwicklung. Derzeit gibt es noch einen enormen Nachholbedarf. Der Markt ist bei weitem nicht ausgeschöpft. Wir gehen davon aus, dass erst etwa zwanzig Prozent extern gemanagt sind - und entsprechend groß ist das Einsparungspotenzial.
(+) plus: Welche Bedeutung haben Skurrilitäten wie etwa geleaste Pferde oder Löwen? Geht das über den Publicity-Faktor hinaus?
Fric: In wirtschaftlicher Hinsicht sind diese schillernden Beispiele unbedeutend. Sie zeigen aber die unglaubliche Vielfalt von Investitionsanliegen und sollen dazu anregen, auch bei Investitionen abseits des Autos nach Leasing zu fragen.
(+) plus: In Hinblick auf Basel II ist Leasing auch für Jungunternehmer eine zunehmend interessante Option.
Fric: Wir schauen uns - egal ob als Bank oder Leasinggesellschaft - an, welchen Cash-flow das Unternehmen erwirtschaften wird. Das gilt auch für Jungunternehmer und kleine Betriebe. Die Leistbarkeit ist beim Leasing eher gegeben als beim Kredit, insofern ist Leasing gerade bei Jungunternehmern ein Thema. Aber wir brauchen schon einen Businessplan, um abzusehen, wie sich das Unternehmen voraussichtlich entwickeln wird. Es gibt keine Leasingfinanzierung ohne Bonitätsprüfung. Das ist auch zum Schutz des Kunden.
(+) plus: Was ist dann der Vorteil gegenüber einer herkömmlichen Kreditfinanzierung?Fric: Leasing ist bilanzneutral und schont die für das Bank-Rating so wichtigen Kennzahlen. Und die laufenden Leasingentgelte sind wegen des Restwertansatzes spürbar niedriger als die Raten eines entsprechenden Abstattungskredits. Auch die Abwicklung ist, wie das Beispiel Kfz-Leasing zeigt, wesentlich schneller. Das liegt am Zeitdruck: Der Autohändler hat den Kunden endlich überzeugt, eine Autobestellung zu unterschreiben. Wird nun bei der Finanzierungsfrage Zeit verloren, steht der Kunde auf und sagt, er kommt morgen wieder. Der kommt aber nicht wieder. Und deswegen muss der Ablauf so schnell und einfach wie möglich sein: Der Verkäufer nimmt die Kundendaten, prüft für uns die Identität und die Echtheit der Unterschrift, faxt uns die Unterlagen und innerhalb einer halben Stunde sollte im Normalfall der Vertrag genehmigt und abgewickelt sein. Bei Flottenkunden ist der Zeitdruck nicht ganz so groß, weil das keine Spontankäufe sind. Aber innerhalb von zwei Tagen ist das auch da kein Problem.
(+) plus: Es heißt, in schwachen Wirtschaftsjahren fungiere Leasing als Investitionsmotor. Ist der starke Boom im Leasinggeschäft in den letzten Jahren tatsächlich nur auf die schlechte Konjunktur zurückzuführen?
Fric: Der starke Zuwachs in den Vorjahren hat sicher damit zu tun, dass die Bundesregierung mit der Investitionszuwachsprämie zum Investieren angeregt hat. Und daran konnte Leasing in großem Ausmaß partizipieren. Das war ein Konjunkturtreiber. Es hat dadurch sicher Vorzieheffekte gegeben, die auch heuer noch spürbar sein werden.
(+) plus: Wird das Auslandsgeschäft noch stärker an Bedeutung gewinnen?
Fric: österreich war immer ein absoluter Vorreiter in der Etablierung von Leasinggesellschaften im traditionellen CEE-Raum. Aber die regionale Perspektive geht heute noch wesentlich weiter - nach Russland und noch weiter nach Osten. Unsere internationalen Kunden erwarten, dass wir auch in den Ländern präsent sind, wo sie ihre Perspektiven sehen.
»IT muss zu einem Grundrecht werden«
Wilfried Pruschak: Die Zahlen für 2006 werden erst veröffentlicht, wir können aber bereits sagen: Es war ein hervorragendes Jahr, in dem wir gut zulegen konnten. Raiffeisen Informatik ist deutlich über zehn Prozent und damit schneller als der Markt gewachsen.
(+) plus: Sie haben Anfang 2006 von einem bevorstehenden Großprojekt gesprochen: die Großrechnerübernahme für die Mannheimer Versicherung.
Pruschak: Großprojekte wie dieses haben das abgelaufene Geschäftsjahr wesentlich mitbestimmt. Die übernahme des Rechenzentrums der Mannheimer Versicherung könnte als eines der ersten großen Outsourcingprojekte von Deutschland nach österreich auch neue Werte mitbestimmen: die Kompetenz des heimischen Standortes im internationalen Dienstleistungsgeschäft. Damit drehen wir die traditionell industrielle Abhängigkeit österreichs von seinem großen Nachbarn mit dem IT-Geschäft erstmals um: Unterschiedliche Hard- und Softfacts, wie etwa unser beweglicheres Arbeitsrecht, ermöglichen im Vergleich bessere Konditionen bei Projekten und Auslagerungen. Dennoch muss sich in österreich ein Selbstbewusstsein über die Grenzen hinaus entwickeln.
(+) plus: Sie sprechen davon, Raiffeisen Informatik zur heimischen Nummer eins bei IT-Service-Marktanteilen machen zu wollen.
Pruschak: Es sind mehrere Aspekte, die den Markt in österreich entscheidend mitbestimmen. So werden wir sehen, wie die Ankündigungen der neuen Regierung - etwa jene, österreich unter die Top-drei-Technologieländer innerhalb der EU zu bringen - umgesetzt werden. Generell bewegt sich der IT-Services-Markt in österreich aber nicht mehr viel, die Branche ist in einem Konzentrationsprozess. Das Ziel, mittelfristig Nummer eins zu werden, besteht aber weiterhin. Schon 2005 haben sich die Umsätze in IT-Services bei Raiffeisen Informatik und dem Branchenleader Siemens um lediglich dreißig Millionen Euro unterschieden. Wir haben einfach ein natürliches Bestreben, an die Spitze zu kommen. Von Marktwachstum sprechend, sind aber auch andere Player nicht zu unterschätzen: S&T etwa hat in den letzten Jahren beständig durch Akquisitionen zugelegt, ist freilich aber weiterhin in sehr speziellen Dienstleistungssparten unterwegs.
(+) plus: Was tut sich in der Sparte Druckoutputservices bei Raiffeisen Informatik?
Pruschak: Entgegen der Annahme, dass der Trend in Richtung papierloses Büro geht, steigt der Papierverbrauch unaufhörlich. Wir haben mit jährlich 300 Millionen Seiten das größte Outputcenter im personalisierten Bereich und jüngst den Großkunden EVN dazugewinnen können. Freilich sind bei uns Outputservices nicht auf den Papierdruck beschränkt: Ein duales Zustellkonzept, das etwa mit digitalen Rechnungen den Papieroutput teilweise wieder zu reduzieren vermag, verspricht große Kosteneinsparungen für die Unternehmen. So werden Portokosten eingespart und die Zustellzeiten verkürzt und letztlich wird so auch die Liquidität der Unternehmen verbessert. Auch im Zusammenhang mit der elektronischen Signatur sehen wir ein enormes wirtschaftliches Potenzial. Man kann sich vorstellen, was sich die Wirtschaft bei über einer Milliarde Briefsendungen und zig Millionen Rechnungen, die jährlich in österreich verschickt werden, einsparen kann. Schätzungen von PricewaterhouseCoopers gehen von unmittelbaren Einsparungen von 600 Millionen Euro durch den Einsatz von elektronischen Rechnungen aus. Alleine in österreich sind jährlich 700 Millionen Rechnungen im Umlauf - die müssten nicht alle auf Papier gedruckt werden. Doch brauchen neue Technologieansätze auch Zeit. Im Durchschnitt muss mit sieben mageren Jahren der Aufbauarbeit gerechnet werden, bis eine Technologie wirklich zum breiten Einsatz kommt. Bei Signatur und E-Rechnung sind wir bereits am Ende dieser Phase. Mittlerweile unterstützen nahezu auch alle Softwareanbieter - von SAP bis Mesonic, Sage bis Data Systems - die entsprechenden Standards. Im Vordergrund wird weiterhin immer das Dokument, also beispielsweise die Rechnung, stehen. Dahinter kann dann aber bei jedem Adressaten entschieden werden, ob der Output elektronisch oder auf Papier erfolgt.
(+) plus: Welche weiteren Entwicklungen werden das Outsourcinggeschäft vorantreiben?
Pruschak: Eine Fülle an Möglichkeiten eröffnet sich im Gesundheitssektor. Wir haben E-Health vor zwei Jahren in unsere mittelfristige Strategie einbezogen - als Bereich, der ähnlich dem Bankensektor bei einer Bündelung der Kräfte und Ressourcen ein enormes Automatisierungs- und Rationalisierungspotenzial entfesseln kann. Derzeit findet dort ein Konzentrationsprozess auf Landesebene statt, wo Services wie IT-Betrieb oder Einkauf der einzelnen Kliniken zentral durch eine Landesklinikenholding durchgeführt werden. Die Erkenntnis dieses Potenzials hinsichtlich Einsparungen und Qualitätsverbesserungen findet auch auf europäischer Ebene statt. In österreich konnten wir vor kurzem einen Auftrag der Niederösterreichischen Landeskliniken Holding gewinnen, der innerhalb der nächsten drei Jahre die Vereinheitlichung einer SAP-Lösung für alle betriebswirtschaftlichen Aufgaben, für den Einkauf und die Logistik sowie für das Patientendatenmanagement und die Patientenabrechnung umfasst. Dazu kommt die Integration mit bestehenden medizinischen IT-Systemen - ein unglaublich großes Potenzial, wenn man die elektronische Befundung, Röntgenbilder oder die langjährige Archivierung von Patientendaten einbezieht. Meiner persönlichen Einschätzung zufolge sind allein im Verwaltungsbereich hier locker zwanzig bis 25 Prozent Einsparungen bei IT-Kosten möglich. Die Zentralisierung der IT der Krankenhäuser ist aber nicht nur aufgrund des Kostenfaktors nötig: Würden die Systeme an den unterschiedlichen Standorten weiter eigenständig bleiben, würde sich aufgrund der Eigendynamik der Prozesse und IT-Entwicklungen eine Vereinheitlichung von Jahr zu Jahr schwieriger gestalten. Zudem braucht es durchgängige IT-Systeme, um die zunehmend komplexen medizinischen Leistungen effizient zum Patienten zu bringen und - unter voller Berücksichtigung des Datenschutzes - zu verwalten. Auch in die neue Gesundheitsministerin, Andrea Kdolsky, setzen wir große Hoffnungen. Sie kommt ebenfalls aus der Nö Landeskliniken Holding.
(+) plus: Sehen Sie abseits des Gesundheitswesens noch weitere Wachstumsmärkte?
Pruschak: Ein weiterer wesentlicher Wachstumsfaktor sind Mautsysteme, die mittlerweile das Potenzial zum Exportschlager haben. Derzeit läuft in Ungarn eine zweistufige Ausschreibung dazu, für das Stockholmer Stadtmautsystem hat Raiffeisen Informatik zuletzt das Systemdesign geliefert. Die Mautsysteme sind generell aber in einem sehr frühen Stadium, in dem jeder noch seine eigene Suppe kocht. Optimal wäre hingegen, einen länderübergreifenden Standard zu schaffen, um auch eine künftige europäische Vereinheitlichung und die übergabe von Mautdaten zwischen den landesspezifischen Systemen gewährleisten zu können. Investitionen, die jetzt getätigt werden, sollten bereits diesen Trend, der sicherlich kommen wird, berücksichtigen. Auch der Mobilfunk hat ähnliche Phasen durchgemacht. Heute wird dessen Netzverkehr per Roaming grenzübergreifend abgewickelt. Im Straßenverkehr sind die Entwicklungen und Probleme heute weder für den Individual- noch für den Schwerverkehr allein regional lösbar. Schon aus Umweltschutzgründen ist ein europaweiter Konsens notwendig. Auch zur verkehrspolitischen Steuerung ist ein überregionales Vorgehen sinnvoll: etwa wenn es um die Sinnhaftigkeit geht, Lebensmittel zum Verpacken quer durch Europa zu transportieren.
Insgesamt gesehen muss die IT auch endgültig zu einem Grundrecht für alle werden. Zahlreiche lobenswerte Initiativen - wenn auch leider nur auf Länderebene - tragen dieser Entwicklung bereits Rechnung. Es ist nun mal nur schwer finanzierbar, Breitband auch in entferntere Regionen zu bringen, doch ist dies ein enorm wichtiger Standortfaktor. Der Ausbau sollte machbar sein: In dem alpinen Land österreich herrschen ja ähnliche Voraussetzungen wie in den technologisch so erfolgreichen Ländern in Skandinavien.