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österreich hinkt hinterher

Im vierten Jahr in Folge ist es der EU gelungen, den Abstand zu Japan und den USA zu verringern. Das ist gut, aber kein Ruhekissen, denn geschlossen ist die Innovationslücke noch lange nicht. Zwar schneiden die europäischen Vorzugsschüler Finnland und Schweden besser ab als die USA und Japan, im Durchschnitt der EU-25 hinkt Europa aber immer noch deutlich hinterher. Hauptverantwortlich dafür sind neben den besseren Rahmenbedingungen für die Schaffung von neuem Wissen auch die höhere Anzahl an Patenten und eine bessere Verfügbarkeit von Risikokapital.

österreich muss nachsitzen
Während sich österreich im Vorjahr noch deutlich vor dem Durchschnittswert der EU-25 platzieren konnte, herrscht 2006 ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen. Frankreich, die Niederlande und Großbritannien haben österreich bereits überholt, gemeinsam mit Belgien liegt man nur noch marginal über dem EU-Durchschnitt. Das liegt zum einen an der sogar im EU-Schnitt schlechten Ausprägung des Venture Capital-Marktes und zum anderen am Rückgang der Förderungen der öffentlichen Hand. Die beiden Geschäftsführer der Forschungsförderungsgesellschaft FFG, Henrietta Egerth und Klaus Pseiner sehen daher die öffentliche Hand in der Pflicht, \"Impulse zu setzen, um verstärkte, private Investitionen auszulösen\" Denn während sich in den vergangenen vier Jahren Investitionen der österreichischen Unternehmen in Forschung und Entwicklung enorm verbessert haben, sinkt im Verhältnis dazu der Anteil an öffentlichen Ausgaben im angewandten Forschungsförderungsbereich.
Auch den Bundesländern gelingt kein Ausreißer nach oben. Als beste österreichische Region liegt Wien auf Platz 24 vor der Steiermark auf Platz 42. Tirol, Oberösterreich und Vorarlberg schaffen es gerade noch unter die Top 100. An der Spitze liegen die schwedischen Regionen Stockholm und Västsverige, gefolgt von Oberbayern und Etelä-Suomi in Finnland.

Die Innovationsführer
Die allgemeine Innovationskraft eines Landes steht vor allem in kleineren Nationen in engem Verhältnis zu einzelnen Unternehmen. Finnland verdankt seine guten Platzierungen zu einem Gutteil Nokia, Schweden profitiert stark von Saab-Ericsson, H&M und Ikea. Auch in österreich setzt man verstärkt auf die Headquarter-Strategie, um von der Innovationskraft einzelner Unternehmen zu profitieren.
Welche Unternehmen tatsächlich die Innovationsführer und Zugpferde ihrer Branche sind, glaubt das internationale Beratungsunternehmen Innovaro zu wissen. Anhand von acht Schlüsselfaktoren werden jedes Jahr mehrere tausend internationale Firmen auf ihre Innovationskraft hin analysiert und bewertet. Große überraschungen gibt es auch in diesem Jahr nicht, der Großteil der Unternehmen konnte den Spitzenplatz vom Vorjahr behaupten. In neun von 25 Fällen stammt der Branchenprimus aus den USA, Großbritannien stellt sechs Innovationsführer und Japan immerhin noch drei. Neben diesen üblichen Verdächtigen haben es auch Schweden, Finnland, die Schweiz, Deutschland, Dänemark, Süd-Korea und erstmals Indien ins Ranking geschafft. österreich ist nicht dabei.

Branche Unternehmen Land Vorjahressieger
Aerospace Boeing USA Rolls Royce
Airlines Virgin Atlantic GB Virgin Atlantic
Automotive Toyota Japan Toyota
Banking RBS GB RBS
Chemicals Du Pont USA DSM
Consumer Electronics Samsung Süd Korea Samsung
Consumer Goods Lego Dänemark -
Energy BP GB BP
Fashion Retail H&M Schweden H&M
FMCG* Reckitt Benckiser GB Reckitt Benckiser
Food and Drink PepsiCo USA PepsiCo
General retail Tesco GB Ikea
Hotels & Leisure Starwood USA -
IT Hardware Apple USA Apple
IT Services InfoSys Indien -
Insurance Aviva GB -
Logistics UPS USA UPS
Media Google USA Google
Medical Devices Medtronic USA Medtronic
Office Equipment Canon Japan Canon
Pharma Novartis Schweiz Novartis
Software Microsoft USA Microsoft
Sport Adidas Deutschland Adidas
Telekom Equipment Nokia Finnland Nokia
Telekom Operators NTT DoCoMo Japan -

* FMCG: Fast Moving Consumer Goods

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Mobiles make the world go round

Aus Barcelona, Daniel AJ Sokolov

1.300 Aussteller, 300 Vortragende und 2.250 vertretene Medien machten die 3GSM in Barcelona wieder einmal zum wichtigsten Jahresevent der globalen Telekombranche. Von der Krise, die zahlreiche Messen und Kongresse in aller Welt ereilt, war in Barcelona nichts zu spüren. Das Messegelände brummte auch ohne Konsumenten, die durch die Eintrittspreise von mindestens 600 Euro abgeschreckt werden.

Im laufenden Jahr wird die Zahl der Mobilfunkanschlüsse weltweit drei Milliarden erreichen. Noch vor einigen Jahren wäre eine solche Vorhersage als absurd abqualifiziert worden. Heute fragt sich die Branche, wie sie danach weiterwachsen könnte. In Barcelona trommelten tausende Unternehmensvertreter ihre Zukunftsvisionen vom Wachstumspfad: DVB-H, Mobile Music, User-Generated- und sonstiger Content bildeten eine Art Geräuschteppich, in dem sogar die unvermeidliche Roamingtarife-Diskussion beinahe unterging. Zum Rauschen gehörte auch die aus spezifisch österreichischer Sicht etwas antiquiert anmutende Diskussion \"Fixed Mobile Substitution versus Fixed Mobile Convergence\". Das wie bereits im Vorjahr völlig überlastete und damit unbrauchbare WLAN am Messegelände ließ die Verfechter des Unlicensed Mobile Access (UMA) allerdings kleinlaut werden.

Deutlicher zu vernehmen waren die vor allem von Netzwerklieferanten gegebenen Versprechen einer goldenen Datenzukunft mit HSDPA - was hierzulande auch niemanden mehr vom Hocker reißen dürfte. In österreich wissen wir dank vier kommerzieller HSDPA-Netzen und hervorragendem Absatz von Datenverträgen bereits, wie in die entwickelten Märkte in den nächsten Jahren Wachsen könnten.

Endgeräte. Das A und O für das Massen-Neukundengeschäft sind nach wie vor neue Handys. Das Ausmaß der in Barcelona präsentierten neuen Modelle überraschte trotzdem. Die Bandbreite reichte von Nischenanbietern wie Neonode mit einem einzigen Modell (N2), über die bekannten Branchenriesen mit breiter Palette bis zum chinesischen Anbieter TCL, der unter der lizensierten Marke Alcatel nicht weniger als 21 Modelle im unteren Preissegment auftischte. Die subventionierenden Netzbetreiber können sich über steigende Auswahl, immer mehr HSDPA-Geräte und langsam sinkende Durchschnittspreise freuen.

Echte Doppelhandys sorgen für Grausbirnen. Das Lachen im Halse stecken geblieben ist den Mobilfunkanbietern allerdings bei einigen kleineren asiatischen Messeständen. Die ersten echten Dual-SIM-Handys, die mit zwei SIM-Karten gleichzeitig in zwei verschiedenen Mobilfunknetzen aktiv sein können, sind aufgetaucht. Mit solchen Geräten können Konsumenten die Vorteile verschiedener Tarife voll ausnutzen, ohne dafür zwei Telefone aufladen und mitschleppen zu müssen. Auch das bei herkömmlichen Dual-SIM-Adaptern erforderliche Umschalten von einem Netz ins andere entfällt.

Zwei Handys zu nutzen birgt einen Komfortnachteil in sich, der die Menge der Multi-SIM-User in Grenzen hält und die Kostendeckungsbeiträge der Netzbetreiber sichert. Der Gedanke an die weite Verbreitung echter \"Dual-Working\"-Handys lässt daher bei den Mobilfunkern die Grausbirnen aufsteigen.

Der Report hatte sich bereits 2003 auf die Suche nach dem Doppelhandy begeben. Damals noch erfolglos - die großen Hersteller fürchteten, ihre größten Abnehmer zu vergraulen. Denn kein GSM-Netzbetreiber würde so ein Handy freiwillig in sein Portfolio aufnehmen. Die kleinen Hersteller wiederum konnten sich lange Zeit die Entwicklungskosten nicht leisten. Das hat sich geändert, wenngleich die geringen Stückzahlen die Preise noch relativ hoch halten. Mindestens drei Hersteller, die hierzulande allerdings unbekannt sind und (noch) keine Vertriebspartner haben, bieten inzwischen \"Dual-Working\"-Handys an.

Handy statt Bank. Internationale Geldüberweisung per SMS von einem Handy zum anderen sollen ein ganz neues Geschäftsfeld für die Branche werden. Ein entsprechendes Projekt präsentierte die GSMA in Barcelona. Wenn es gelingt, dadurch auch kleinere Geldbeträge zu geringen Gebühren \"mobil\" zu machen, könnte das hunderte Milliarden Euro pro Jahr in Bewegung setzen.

Ziel des Vorhabens ist nicht klassisches M-Payment für Dienstleistungen oder Waren. Vielmehr soll die internationale überweisung kleinerer Beträge zwischen Privatpersonen einfacher, billiger und schneller gemacht werden. Migranten haben vergangenes Jahr 230 Milliarden Dollar in ihre Herkunftsländer an rund 750 Millionen Verwandte geschickt. Letzte haben meist kein Bankkonto. Marktführer für solche überweisungen ist Western Union. Nicht statistisch erfasst sind die übermittlungen von Zahlungsmitteln und Wertsachen auf informellen Wegen.

Diese Vermögenstransfers von Migranten sind für viele Volkswirtschaften in Entwicklungsländern bedeutsamer, als die formelle Entwicklungshilfe. Allerdings bremsen die üblichen Gebühren die Geldströme deutlich, kleinere Beträge können gar nicht wirtschaftlich gesendet werden. Also unterbleiben überweisungen oder werden so lange aufgeschoben, bis ein größerer Betrag zustandegekommen ist. Informelle übermittlungen, etwa durch reisende Bekannte, sind zwar billig, aber unzuverlässig. Das GSMA-Projekt soll die Gebühren auch für kleinere Beträge in den einstelligen Prozentbereich drücken. Das könnte die transferierte Geldmenge bis 2012 auf rund eine Billion Dollar vervierfachen und die Menge der Empfänger auf 1,5 Milliarden Menschen verdoppeln.

Die GSMA und MasterCard etablieren einen globalen Clearing-Hub, über den überweisungen von einem User zum anderen abgewickelt werden können. Die Details des Ablaufs sind unterschiedlich. Beim Sender könnte das Geld von einem vorausbezahlten Guthaben oder einem Bankkonto abgebucht oder über seine nächste Rechnung eingezogen werden.

Der Empfänger wird innerhalb von Sekunden per SMS über die Anweisung informiert. Die Auszahlung könnte über die Vertriebspartner des jeweiligen Netzbetreibers oder mittels SmartCard an Bankomaten erfolgen. Den Regierungen wird das Projekt dadurch schmackhaft gemacht, dass sie hinkünftig die Geldströme besser überwachen und kontrollieren können.

ökologie und ökonomie. In den Entwicklungsländern möchten die Mobilfunkbranche immer breitere Kundenschichten erschließen. Um auch bei einem ARPU (Monatsumsatz pro Kunde) von unter drei Euro wirtschaftlich arbeiten zu können, sind neue Strategien erforderlich. Einerseits gibt es immer mehr besonders billige Endgeräte (Ultra Low Cost Handsets). Diese können auch schick und dünn sein, wie Motorola mit dem F3 beweist.

Doch auch bei den Netzbetriebskosten muss gespart werden. Mangels Stromnetz werden viele Basisstationen in Entwicklungsländern mit Dieselgeneratoren betrieben, was aufwändig und teuer ist. Motorola hat daher eine Basisstation getestet, deren Akkus ausschließlich aus Windkraft und Sonnenenergie gespeist werden. Das soll die Betriebskosten deutlich senken. Das System wurde bereits ein Jahr lang in Großbritannien getestet und geht nun erstmals in Namibia an einer kommerziellen Basisstation in Betrieb.

Ericsson zeigte auf der 3GSM eine Miniraffinierie im Container-Format. Damit könnte das von lokalen Bauern gelieferte öl in Biodiesel für den Betrieb von Mobilfunksendern umgewandelt werden.

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Von der Bildung zum Wohnen

(+) plus: Stadterneuerung ist ein wesentliches Aufgabengebiet in dem Ressort, für das Sie verantwortlich zeichnen. Wo setzen Sie die Schwerpunkte?
Michael Ludwig: Im Unterschied zu vielen anderen Großstädten der Welt hat sich Wien bewusst für den Weg der »sanften Stadterneuerung« entschieden. Dabei können die Mieterinnen und Mieter weiter in ihren Wohnungen leben und sich die Miete dank der Wohnbauförderung auch nach der Revitalisierung leisten. Daneben leistet die Stadterneuerung einen wesentlichen Beitrag zu mehr Wohnzufriedenheit. Denn wo gebaut oder saniert wird, entstehen auch Grünflächen, Kinderspielplätze, Schulen und Kindergärten.

(+) plus: Welche konkreten Maßnahmen sind in Planung?
Ludwig: Derzeit konzentrieren wir uns auf die Sanierungszielgebiete im 2. und 20. Bezirk und ganz speziell auf das Areal des Westgürtels in den Bezirken 14 bis 18. Mit der Sanierung der bestehenden Bausubstanz erreichen wir eine generelle Attraktivierung des Wohnumfeldes. Das zieht auch private Bauträger in die Grätzel, welche als Wohn- und Lebensraum wieder interessant werden. Gleichzeitig schaffen wir damit die Rahmenbedingungen für ein ausgewogenes gesellschaftliches Zusammenleben. Derzeit sind im Bereich des Westgürtels 426 Projekte in Vorbereitung oder bereits in Bau. Die Stadt Wien investiert für diese Vorhaben rund 311 Millionen Euro.

(+) plus: Die Wiener Gebietsbetreuungen leisten weithin anerkannte Arbeit. Wo sehen Sie Potenzial zur Weiterentwicklung für diese Einrichtung?
Ludwig: Erst Anfang 2007 wurden die Wiener Gebietsbetreuung für Stadterneuerung räumlich neu an die Betreuungsgebiete angepasst. Parallel dazu haben wir das Budget aufgestockt, um den Entwicklungen in den Bezirken gerecht zu werden und die Ressourcen dem Bedarf entsprechend zu steuern. Das Budget für alle Wiener Gebietsbetreuungen beläuft sich auf rund drei Millionen Euro pro Jahr. Daneben wurde die Anzahl der Mitarbeiter um ein Viertel erhöht, damit sind rund achtzig Personen für die Anliegen der Mieterinnen und Mieter da. Eine wesentliche Rolle spielen die Wiener Gebietsbetreuungen auch in der Prävention und Lösung von Problemen. Mein Ziel ist, die Mieterinnen und Mieter bei Konflikten zu begleiten und eine rasche Lösung herbeizuführen. Daher habe ich Mitte März einen MediatorInnenpool eingerichtet, der Spezialistinnen und Spezialisten zum Thema »Interkulturelle Mediation« bündelt und die Gebietsbetreuungen tatkräftig unterstützt.

(+) plus: Wo wollen Sie den Hebel ansetzen, um die Sanierung in Schwung zu bringen?
Ludwig: Die Stadt Wien fördert mit den Mitteln der Wohnbauförderung gezielt Sanierungsarbeiten und die Umrüstung auf energiesparende Einrichtungen. Diese Leistungen reichen von Lifteinbauten über Dach- und Fassadenreparatur, den Fensteraustausch bis zu Wärmedämmung. Egal, ob es um Sockelsanierungen oder um die thermisch-ener­getische Wohnhaussanierung »Thewosan« geht - die Stadt Wien unterstützt private Hausherren und Wohnungsbesitzer gezielt bei der Revitalisierung ihrer Immobilien. In den letzten fünf Jahren wurden mehr als 58.000 Wohnungen saniert. Für heuer haben wir uns vorgenommen, mit der geförderten Sanierung 10.000 Wohnungen zu revitalisieren. Durch diese Sanierungsoffensive interessieren wir vermehrt Bauträger für Neubauten und private Hauseigentümer für Sanierungstätigkeiten im Grätzel und sorgen somit für eine generelle Attraktivierung und damit auch für mehr Wohnzufriedenheit.

(+) plus: Die Stadt Wien als größter Wohnungseigentümer hat ein breites Aufgabengebiet vor sich. Wie wollen Sie Wohnen für Bewohner von Gemeindewohnungen attraktiver machen?
Ludwig: Lebensqualität hängt eng mit Wohnzufriedenheit zusammen. Diese noch weiter zu verbessern, ist mein wichtigstes Vorhaben. Um das zu erreichen, legen wir einen besonderen Schwerpunkt auf die Sanierung und Modernisierung der städtischen Wohnhausanlagen. Daneben bauen wir unsere Serviceeinrichtungen aus und verbessern das Beschwerdemanagement im Bereich von Wiener Wohnen. Für einen besseren Mieterschutz, mehr Mitbestimmung für die Mieter und den gleichzeitigen Kampf gegen Spekulation setzen wir unter anderem auf die Wiener Gebietsbetreuungen.

(+) plus: Werner Faymann hat mit den Bauträgerwettbewerben einen wesentlichen Innovationsschub gebracht. Wie werden Sie es mit Bauträgerwettbewerben halten?
Ludwig: Die Bilanz der bisherigen Bauträgerwettbewerbe ist eine hervorragende, daher werden wir auch in Zukunft auf dieses Instrument setzen, um gemeinsam mit den Bauträgern den geförderten Wohnbau im Sinne der Menschen unserer Stadt positiv weiterzuentwickeln. Daneben tragen diese Wettbewerbe auch wesentlich zur ökologischen und architektonischen Qualität des Wohnungsneubaus in Wien bei und sichern leistbare Kosten für die Wohnungssuchenden.

(+) plus: Die Wohnbauförderung steht immer wieder in Diskussion. Sie wird oftmals als klassische Mittelstandsförderung kritisiert und es wird entgegengehalten, dass damit eine Wohnqualität produziert wird, die sich tatsächlich Bedürftige gar nicht leisten können. Wie gehen Sie mit der Kritik um?
Ludwig: Die Wohnbauförderung ist das zentrale Element des Wiener Wohnbaus. Ohne sie würde sich das Wohnen in der Stadt um ein Vielfaches verteuern. Daher ist die Wohnbauförderung nicht nur ein Mittel zur Förderung des Mittelstandes, sondern gerade auch für jene Wienerinnen und Wiener, die sich ohne Unterstützung der Stadt eine schöne Wohnung nicht leisten könnten.
Ganz verstehen kann ich die Kritik generell nicht, da die Wiener Wohnbauförderung auch international eine Vorreiterrolle einnimmt: Die meisten europäischen Metropolen investieren ausschließlich über Subjektförderung, das heißt: der Gewährung von Wohnbeihilfe. Wien hingegen kombiniert die Objekt- mit der Subjektförderung und vereint damit die Vorteile beider Sys­teme: über die Objektförderung können wir Einfluss auf Qualität und Quantität der Neubauten nehmen, daneben unterstützen wir die Menschen gezielt durch die Wohnbeihilfe.

(+) plus: Gerade in den vergangenen Monaten hat Wien einen veritablen Preisanstieg im Bereich der Grundkosten für Bauprojekte erlebt. Immobilienfonds sind sehr liquide und fungieren als Preistreiber. Was tun Sie, um Bauträgern den Zugang zu erschwinglichen Grundstücken zu erleichtern?
Ludwig: Wir haben von der Bundesimmobiliengesellschaft ehemalige Industrie- und Kasernenareale erworben, die im Rahmen eines Bauträgerwettbewerbes und zu den Konditionen des geförderten Wohnbaus an die Bauträger weitergegeben werden. Die Bauträgerwettbewerbe spielen somit auch hier eine wichtige Rolle, weil sie den Zugang zu leistbaren Grundstücken schaffen. Auf der anderen Seite leisten sie einen entscheidenden Beitrag, um den geförderten Wohnbau in Wien auf hohem Niveau zu halten.

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Auf die Sekunde genau

Mobilkom, T-Mobile, ONE, tele.ring, Drei und Tele2UTA sowie die Telekom Regulierungsbehörde (RTR) einigten sich gemeinsam mit dem Konsumentenschutzministerium auf die Einführung einer zusätzlichen neuen Tarifoption, der eine sekundengenaue Abrechnungsform zugrunde gelegt wird. \"Mit diesem neuen Tarif kommen die österreichischen Mobilfunkbetreiber den Bestrebungen des Konsumentenschutzministeriums nach, neben den gängigen 30/30, 60/30 bzw. 90/60 Taktungen eine weitere Zeitintervall-Alternative für die Abrechnung der Telefongebühren anzubieten. Für die Konsumenten bedeutet die Einigung eine zusätzliche Möglichkeit, sich einen passenden, auf ihr persönliches Telefonierverhalten abgestimmten Tarif auszusuchen\
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»Ziemlich verrückter Markt«

Report: Wie sehen Sie die Telekom Austria Group in der Region CEE positioniert? Wird stark wird die Internationalisierung auf dieser Ebene weiter voranschreiten? Welche Rolle spielen darin Telekom Austria & mobilkom?
Boris Nemsic: Südosteuropa spielt für die Telekom Austria Group eine sehr wichtige Rolle. Im Geschäftsjahr 2006 wurden schon über 40 Prozent des Konzernumsatzes von unseren Tochterfirmen in Slowenien, Kroatien und Bulgarien erwirtschaftet, 2002 waren das erst 20 Prozent. Die Ergebnisse unserer Tochterfirmen sind hervorragend, ich bin mit der Entwicklung und mit dem, was wir in den vergangenen Jahren aufgebaut und erreicht haben, sehr zufrieden.

Ich sehe uns als einen der stärksten regional fokussierten Player - und zwar einen Player, der durch die besondere Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten auf den osteuropäischen Märkten erfolgreich unterwegs ist. Mit Vip mobile in Serbien, die dieser Tage den regulären Betrieb aufgenommen hat, haben wir das angestrebte Ziel erreicht - wir haben zwischen dem Bodensee und dem Schwarzen Meer ein durchgängiges Gebiet, in dem wir als international erfolgreicher Kommunikationskonzern tätig sind.Im Herbst folgt der Launch unseres neuen Providers in Mazedonien und sobald die Regierung von Bosnien-Herzegowina die Ausschreibung für die Privatisierung startet, werden wir dieses Projekt angehen. Wie Sie sehen, ist die Bedeutung unserer Auslandsaktivitäten sehr hoch. Hält man sich die Rahmenbedingungen des österreichischen Marktes vor Augen, wird das Gewicht unserer Osteuropa-Aktivitäten noch weiter steigen.

Zum Markt in österreich: Die Festnetzbetreiber und der VAT sind ob der konsolidierenden Entwicklung bei dem Kauf von eTel durch Telekom Austria in österreich unglücklich. Sie befürchten, der Markt bewege sich auf eine Remonopolisierung zu. Tut er das?
Die Telekom-Branche ist sehr investitionsintensiv - denken Sie nur an Aufbau und Betrieb einer flächendeckenden Infrastruktur - so, wie wir das tun. Außerdem ist die Telekom-Branche in ihrem Lebenszyklus sehr weit fortgeschritten. In reifen Branchen, in denen ein Service oder Produkt zumeist nur mehr über Preisdifferenzierung verkauft wird, ist die Konsolidierung auf Anbieterseite durch übernahmen oder Zusammenschlüsse eine Selbstverständlichkeit. Warum sollte das in unserer Branche anders sein?

In Bezug auf die VAT-Behauptungen muss man, so glaube ich, zumindest in zweierlei Hinsicht differenzieren. Erstens: Wenn ein Anbieter bereit ist, Geld in die Hand zu nehmen, um in eigene Infrastruktur zu investieren ist das etwas ganz Anderes als wenn man als reiner Reseller mit großem Marketing-Trara auftritt und einzig und allein die überkapazitäten anderer Provider verkauft. Welchen volkswirtschaftlich nachhaltigen Nutzen sollen diese Firmen bringen - noch dazu auf einem preislich vollkommen ausgereizten Markt wie österreich?

Zweitens vermisse ich bei manchen Leuten den Blick über den Tellerrand. In Wirklichkeit haben die reinen Festnetz-Anbieter kein Problem mit der neuen Festnetz- Akquisition,sondern mit der Fixed-Mobile Substitution: Wenn zwei von drei Telefonaten über Handys geführt werden und ich ein reiner Anbieter von Festnetz-Telefonie bin, also ohne eine zusätzliche mobile Schiene, dann habe ich ein echtes strategisches Problem. Betrachtet man also den gesamten Kommunikationsmarkt, entpuppt sich das Argument des VAT als reichlich konstruiert.

Das in österreich herrschende Problem der extremen Migration des Sprachtelefonieverkehrs vom Festnetz in die Mobilfunknetze scheint aufgrund der Regulierungssituation teils hausgemacht. Als Vorstandsvorsitzender der Telekom Austria Group und als CEO mobilkom austria sehen Sie diese Entwicklung wohl mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Welche Hoffnung hat das Festnetz heute? Wie werden sich künftige Investitionen ins Festnetz finanzieren lassen?
Die österreichischen Marktverhältnisse sind ziemlich verrückt, ich glaube da sind sich ausnahmsweise wirklich alle Anbieter einig. Die Fixed-Mobile Substitution kommt natürlich zu einem gewissen Grad der mobilkom austria zu Gute. Am Ende des Tages müssen aber beide Geschäftsfelder, Festnetz und Mobilkommunikation, ihren Beitrag zum Gesamtergebnis der Telekom Austria Group leisten.

Die Festnetzgesellschaft ist bei den Themen Breitband, Multimedia im Privatkundenbereich und bei Outsourcing, IT-Servces sowie im Wholesale gut unterwegs. Auch die Security Services entwickeln sich unseren Erwartungen entsprechend. Unsere Ziele und Aktivitäten sind darauf ausgerichtet, die Erosion der Sprachtelefonie auf mehreren Ebenen, sprich mit den zuvor angesprochenen Services, abzufangen. Wir investieren nach wie vor in den Breitbandausbau, reduzieren die weißen Flecken und damit die digitale Kluft. Mit darauf aufbauenden Services wie aonDigital TV treiben wir wiederum die Entwicklung von neuen Applikationen voran. Ich glaube, dass gerade unsere Aktivitäten bei Breitband und digitalen Medien unsere Investitionsbereitschaft gut demonstrieren.

Was die Regulierung betrifft, sollte sich die Behörde aus unserer Sichtweise darauf konzentrieren, investitionsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen - denn nur mit Investitionen in eine leistungsfähige IKT-Infrastruktur und mit neuen Technologien kann österreich als Wirtschaftsstandort im internationalen Wettbewerb punkten. Die künstlich geschaffene Benachteiligung von mobilkom austria gegenüber der T-Mobile durch asymmetrische Interconnection-Kosten, um nur ein Beispiel zu nennen, hat ja nichts mit der ursprünglichen Intention der Wettbewerbsbelebung zu tun.

Zur viel beschworenen Konvergenz von Festnetz und Mobilfunk: Wie sieht die Roadmap bei der Telekom Austria Group zu echten netzübergreifenden Angeboten und Services aus? Wird es eines Tages eine einzige Rechnung für - sagen wir - ein Breitbandangebot, fest- und mobilbasierend, geben? Was haben Sie dazu in der Schublade?
(lacht) Sie wissen sehr gut, dass das Billing eine der größten technischen Herausforderungen in der gesamten Telekommunikationsbranche ist. Konvergenz bezieht sich ja nicht ausschließlich auf Endgeräte, sie kann auch in den Systemen im Hintergrund ablaufen. Das ist übrigens ein betriebswirtschaftlicher Ansatz, den wir im Bereich der mobilkom austria-Töchter schon lange verfolgen.

Als Beispiel offensichtlicher Konvergenz würde ich unsere in der Business Community etablierten Blackberrys samt Push-Mail-Funktionalität bezeichnen. Wenn ich an unseren Capital Market Day zurückdenke, hatten wir unter den Teilnehmern eine Blackberry-Dichte von gut 90 Prozent. Wie auch beim Siegeszug des Handys selbst, werden derlei innovative Dienste im ersten Schritt vor allem von Geschäftsleuten genutzt.

Ein Massengeschäft daraus zu machen, wäre sicher interessant - es würde aber andere regulatorische Rahmenbedingungen erfordern, um dieses zweifellos vorhandene Marktpotenzial in österreich ausschöpfen zu können.

Aus meiner Sicht bieten sich vor allem Produktbündel an, sofern man uns auf regulatorischer Seite nicht zu sehr einengt. Und auch hier gilt: Das richtige und marktkonforme Setting durch die Behörde ist ein absolutes Muss! Wenn das passt können wir Produktbündel schnüren, auch wenn es weiterhin getrennte Rechnungen geben wird.

Welche Entwicklung bzw. welche Technologie ist für Sie derzeit am spannendsten zu beobachten. Von welcher Technologie wird man demnächst noch mehr hören?
Aus Kundensicht sind sinnvolle Services das wirklich Interessante und nicht unbedingt die dahinter stehenden Technologien, die für mich als Techniker natürlich immer eine große Rolle spielen. Auf der Privatkundenseite sehe ich user generated content immer mehr auf die mobile Welt überschwappen. Wir bieten hier bereits Services an, um diesen Trend in österreich auf das Handy zu bekommen. Neben diesen Entertainment-Services werden immer mehr Handy-basierte Dienstleistungen entwickelt, um das Leben der User zu vereinfachen oder ihnen ganz einfach mehr persönliche Freiheit zu ermöglichen. Ich denke hier an Services, die auf mobilem TV basieren, ich denke an Near Field Communication, wenn es um die Convenience beim Bezahlen geht, oder an E-Mail am Handy für mehr Flexibilität.Die Medienlandschaft wird durch die Digitalisierung weitere Innovationsschübe bekommen, wir werden hier sicher noch viele tolle Dinge erleben. Mit IMS (IP Multimedia Subsystem, Anmerkung) stehen uns mächtige und kosteneffiziente Werkzeuge zur Verfügung, die wir für eine endgerätespezifische Aufarbeitung von digitalen Inhalten benötigen. Sei es VoIP oder DVB-H, sei es eine Streaming-Lösung oder auch aonDigital TV.

Im Businessbereich glaube ich, dass wir im IKT-Lösungsgeschäft sehr gut aufgestellt sind und unsere Position durch stärkere Verknüpfung von Festnetz, IT-Services und mobilen Applikationen weiter festigen können. Egal ob im Büro, in der Lagerhalle oder auf der Straße: Die Effizienzsteigerung durch professionelle IKT-Services ist ein wichtiges Thema - und zwar nicht nur bei einer rein betriebswirtschaftlichen, sondern bei einer ökologischen Betrachtung.

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Sehnsucht nach IKT-Ministerium

Die ISPA, der Verband der österreichischen Internet Service Provider, erachtet es als dringend notwendig, nach den kommenden Wahlen ein eigenes Bundesministerium für Informationsgesellschaft und Medien einzurichten. Diese Einschätzung findet sich auch in einer Petition wieder, die ISPA-Präsident, Georg Chytil und ISPA-Generalsekretär Kurt Einzinger den Spitzenkandidaten der Parlamentsparteien übergeben haben.

Darin sind mehrere Punkte enthalten, die nach Ansicht der ISPA von der zukünftigen Regierung nach den kommenden Wahlen zu berücksichtigen sind: \"Derzeit wird etwa die Entwicklung der gesamten Informations- und Kommunikations-Technologie (IKT) durch eine politische Kompetenzaufsplitterung auf verschiedene Ministerien und Staatssekretariate gehemmt\", erklärt Chytil. Eine klare Kompetenzlage sowie die Leitung durch einen politisch verantwortlichen Repräsentanten ist nach Ansicht der ISPA unerlässlich, um eine positive Weiterentwicklung des Wirtschaftsfaktors Informations- und Kommunikations-Technologie in österreich voranzutreiben.

In einzelnen, kurzen und sachlichen Gesprächen der ISPA-Repräsentanten mit Staatssekretär Morak und den Parteiobmännern Gusenbauer, Van der Bellen und Westenthaler wurden die Anliegen der Internetwirtschaft erörtert. Alle Parteienvertreter stimmten zu, dass die politische Bedeutung der IKT in der nächsten Legislaturperiode gehoben werden müsse. Dem Vorschlag ein Bundesministerium für Informationsgesellschaft und Medien einzurichten konnte allerdings nur Westenthaler folgen, während Morak und Gusenbauer sich für eine regierungsinterne Plattform oder ein Staatssekretariat aussprachen und Van der Bellen noch keine Meinung dazu äußerte.

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Skype für unterwegs

U3-Devices ermöglichen es Anwendern, ihren gesamten persönlichen Desktop auf einem kleinen, praktischen USB-Stick mit ihren bevorzugten U3-Anwendungen, Einstellungen und Kontakten mit sich herumzutragen und mit jedem PC zu arbeiten, wo immer sie sind. Mit dem Stick kann an jedem Computer gearbeitet werden ohne dabei Programme installieren und konfigurieren zu müssen, denn die Software wird direkt vom Stick gestartet. Zudem hinterlässt U3 keine Spuren auf dem HostPC. Der Einsatz des U3-Sticks in Internetcafès oder auf öffentliche PCs in einem Hotel sei sicherheitstechnisch also unbedenklich, so SanDisk. Um die Installationsfreiheit zu gewährleisten, müssen die benötigten Applikationen jedoch in einer U3-Version vorliegen.

SanDisk stattete nun die neuesten Produkte der hauseigenen Smart Drives Serien Cruzer Micro und Cruzer Titanium mit dem Skype-Softphone aus. Das VoIP-Programm kann dann vom U3-Stick aus auf jedem PC gestartet werden. Auch die persönlichen Skype-Einstellungen und Kontakte sind immer dabei. Das mobile Skype-Telefon richtet sich vor allem an Geschäftsreisende, Studenten sowie User, die auf mehreren unterschiedlichen Rechnern arbeiten. Einzige Voraussetzung für die Nutzung von U3-Anwendungen sind die Betriebssysteme Windows XP oder 2000.

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