Rezyklierte Baustoffe fördern

Foto: »In der Schweiz ist die Kreislauffähigkeit der verwendeten Materialien fix in Ausschreibungen integriert«, fordert Franz Denk, Wopfinger Transportbeton, einen Blick über die Grenze. Foto: »In der Schweiz ist die Kreislauffähigkeit der verwendeten Materialien fix in Ausschreibungen integriert«, fordert Franz Denk, Wopfinger Transportbeton, einen Blick über die Grenze.

Die heimische Betonindustrie arbeitet intensiv an neuen Technologien, um die Rezyklierfähigkeit des Baustoffs noch weiter zu verbessern. Für eine echte Kreislaufwirtschaft braucht es aber auch die entsprechenden Rahmenbedingungen, etwa die Integration der Kreislauffähigkeit von Materialien in Ausschreibungen. Als Vorbild soll die Schweiz dienen. 

Laut Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus gibt es jährlich rund zehn Mio. Tonnen mineralische Bau- und Abbruchabfälle in Österreich, davon rund drei Mio. Tonnen Altbeton. Über 97 Prozent dieses Altbetons werden schon heute stofflich wiederverwendet. Laut Vertretern der Betonwirtschaft liegt das Einsparungspotenzial an natürlichen Rohstoffen durch die Verwendung von rezyklierten Gesteinskörnungen im Beton bei zehn bis 15 Prozent. Erhöht werden könnte diese Quote, wenn mehr qualitativ hochwertiges Recycling-Material zur Verfügung stehen würde. Die heimische Betonbranche hat in den letzten Jahren bereits zahlreiche Maßnahmen zur Förderung von kreislauffähigem Bauen gesetzt: Fortschritte gab es vor allem bei der Weiterentwicklung der Betonrezepturen sowie in der technischen Entwicklung der Nassaufbereitung von rezyklierten Materialien.

Nachholbedarf gibt es aber auch auf Seiten öffentlicher wie privater Auftraggeber sowie Infrastruktur-Betreiber. »Gerade bei öffentlichen Ausschreibungen wäre es ein Leichtes, den Einsatz von Recycling-Material durch konkrete Fördermaßnahmen zu forcieren«, meint etwa Franz Denk, Geschäftsführer von Wopfinger Transportbeto. Als Vorbild nennt Denk das Schweizer System, das zwar kantonsweise Abstufungen kennt, jedoch die Kreislauffähigkeit der verwendeten Materialien in Ausschreibungen fix integriert hat. Denk wünscht sich mehr Offenheit für neue Technologien und eine höhere Umsetzungsgeschwindigkeit in der Branche.

100 Prozent Qualität, null Prozent Abfall

»Je sortenreiner das aufgebrochene Baumaterial, umso größer ist das Einsparungspotenzial an natürlicher Gesteinskörnung und umso höherwertiger der Recyclingbeton«, erläutert Christoph Ressler, Geschäftsführer des Güteverbandes Transportbeton (GVTB). Dank neuester Verfahren bei der Materialaufbereitung können laut Ressler Störstoffe bei rezyklierten Gesteinskörnungen besser entfernt und damit höhere Qualitäten von Beton produziert werden. Die Verwendung von Recyclingbeton ist nicht auf die Anwendung im Innenbereich beschränkt. Auch im Außenbereich kann dieser Baustoff eingesetzt werden.

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