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Redaktion_Report

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Gewisse Mängel

Die eingestürzte Decke im Gasometer B wird durch eine Stahlkonstruktion ersetzt. "Die Ausführung in Beton wäre sowohl technisch als auch terminlich nicht mehr zu schaffen gewesen", ist aus der Stahlbauabteilung der Wibeba zu hören. Das Wiener Bauunternehmen wurde vom Bauherrn der Gasometerrevitalisierung, der Gasometer Mall Betriebs- und Errichtungsgesellschaft (GME), beauftragt, eine Decke aus radialen Stahlträgern zu konstruieren, die mit Steinwolle gedämmt und mit Gipskarton verkleidet werden. Sie ersetzt die 1500 m2 große, elliptisch geschwungene und freitragende Stahlbetondecke über der Veranstaltungshalle, die im Februar eingestürzt war.

"Es war nicht der Beton!" Zu diesem Schluss kommt der renommierte Wiener Bauingenieur Alfred Pauser, der im Auftrag des Gerichts den Einsturz untersucht hatte. Es liege, so Pauser, einerseits an der horizontalen Bewehrung, die bei der starken Krümmung im übergang von der flachen Schalendecke zur Wand unterbemessenen gewesen sei. Andererseits sei die Ursache für den Einsturz bei "gewissen baulichen Mängeln" zu suchen. "Es gab bereichsweise mangelnde Verbundeigenschaften zwischen Beton und Stahl infolge der Abschalung", so Pauser.

Anders ausgedrückt: Die statische Berechnung der Decke war ungenau, die Schalung wurde zu früh entfernt. Sowohl Statik als auch Bauaufsicht liegen beim Wiener Ingenieurbüro Fritsch, Chiari und Partner.

87 Staaten ratifizierten Kiotoprotokoll

Bis dato haben 87 Staaten aus aller Welt das Kiotoprotokoll ratifiziert. Das teilte die Generalsekretärin des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg (WSSD), Joke Waller-Hunter, mit. Waller-Hunter sagte, die 87 Staaten repräsentierten 37,1 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen. Eine der Voraussetzungen für das Inkrafttreten des Protokolls, dass mindestens 55 Staaten dieses ratifizieren müssen, ist damit erfüllt. Noch nicht erfüllt ist die zweite Voraussetzung. Sie besagt, dass die Staaten, die das Protokoll ratifiziert haben, 55 Prozent der von dieser Ländergruppe ausgehenden Treibhausgasemissionen repräsentieren müssen. In diesem Zusammenhang hat Japan Russland aufgefordert, das Kiotoprotokoll zu ratifizieren. Die russischen Widerstände gelten als eine der wichtigsten Hürden auf dem Weg zur Umsetzung des Protokolls.

Mobilfunk: Orange spielt, O2 spart

Wenn es um Kundenbindung geht, dann setzt O2 auf den Kostenfaktor: Neukunden, die bereits ein Handy besitzen, zahlen zwölf Monate lang keine Grundgebühr, wenn sie auf ein subventioniertes Neugerät verzichten. Weiters müssen die Neukunden den Anschlusspreis von 24,95 Euro nicht bezahlen. Die Aktion läuft bis zum 13. November 2002.

Orange wiederum setzt auf "Mobile-Gaming". Dazu wurde eine eigene Task Force gebildet, die sich auf die Vermarktung und die Entwicklung von exklusiven Franchises konzentrieren. Unterstützt wird die Kampagne durch einen verstärkten Portal-Auftritt.

Vodafone hingegen führt im September ein Bonusprogramm ein ("Vodafone-Stars"), bei dem Kunden Lufthansa-Bonusmeilen sammeln können. Bei allen Tarifen gibt es eine Lufthansa-Meile pro Euro Netto-Umsatz. Außerdem werden im Miles&More-Prämienshop Handys und Zubehör angeboten.

Am Weg zur Open Source Telefonie

Open Source-Gedanken in der Welt der Telefon-Anlagen? "Sind voll im Gang", sagt Karl Weilguny, Vorstand der Kapsch BusinessCom, im Report-Gespräch, "entsprechend den Kundengegebenheiten erfolgt eine langsame Migration zur Offenheit der verwendeten Software." Langsam, denn: Neue Gesamtsysteme on the green field sind selten. Jedenfalls gilt: "Voice im Network kann nicht proprietär sein." Für die Kommunikation zwischen verschiedenen Telefonanlagen hat die VoIP-Schnittstelle ihren Vorgängern längst den Rang abgelaufen.

Nach der Mehrheits-übernahme der Schrack BusinessCom will die Kapsch-Tochter in der Zukunft allumfassender "Problemlöser für Kommunikationsangelegenheiten" sein. Ein vormaliger Hardware-Seller also, der bereits heute mehr als 50 Prozent mit Software und Services einspielt. "Lösungen gehört die Zukunft. Das sieht in der Praxis dann etwa so aus, dass wir Ericsson-Hardware mit Call-Center-Software von Nortel bestücken, aber selbst Consulting und Integration beim Kunden durchführen." 2004 soll der Software-Anteil am Umsatz bereits zwei Drittel erreichen.

Der Lifecycle im Telefonie-Business beträgt durchschnittlich nicht mehr länger als drei bis vier Jahre. "Eine laufende Beschäftigung mit Lieferanten ohne Exklusivität kann hier nur die Antwort sein."

Die vormaligen Proporz-Lieferanten haben allerdings unterschiedlich auf neue Marktgegebenheiten reagiert: Während Ericsson in österreich nach einem Management-Buyout eben in Kapsch aufgegangen ist und zusammen massiv den Export in Richtung Zentral- und Mitteleuropa forcieren will, hat Alcatel etwa die Reorganisation auf internationaler Ebene durchgeführt; Siemens setzt ebenso auf internationale Konzern-Stärke.

Die Vorbilder. Weilguny kann sich durchaus anfreunden mit Vorbildern wie IBM auf der einen, Microsoft auf der anderen Seite: "Sehr breites Business-Portfolio mit Hersteller-Unabhängigkeit à la IBM? Fein. Schaffung von De-facto-Standards à la Microsoft? Noch besser. Mit Smart-user-Komponenten oder dem Projekt Internet for rooms sind wir auch am besten Weg dorthin." Bei letzterem handelt es sich um eine Web-Access-Lösung, die speziell auf die heimische Hotellerie zugeschnitten ist und dort vorhandene Fernseher mit Set-Top-Boxen integriert. - Der allumfassende Problemlöser hat also unter den Begriff Kommunikationsangelegenheiten neben der Telefonie und E-Business auch bereits Multimedia-Services eingereiht.

Die Kritik. An der aktuell schick gewordenen Jammerei betreffend die Wirtschaftslage will Weilguny nicht teilnehmen: "Provider-Investments steigen bereits heuer wieder. Jedoch: Viel wichtiger ist, endlich zu erkennen, dass in österreich eine massive Unterbewertung der Telekommunikation in der Forschung vorherrscht."

Und dass nicht zuletzt die Drehscheibe Wien sich gar viel langsamer drehe als allgemein behauptet: "Insgesamt sind die wirtschaftliche als auch die politische Präsenz in den Oststaaten höchst mangelhaft bis kaum vorhanden. Hier haben wir die eigentlichen Versäumnisse begangen."

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