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Von Verbrennung auf Photovoltaik umschalten

Die klassischen Lehrbücher sprechen von zwei Arten von Lebewesen: Die einen wachsen durch die Photosynthese, die anderen benötigen komplexe Nährstoffe. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass es auch Lebewesen gibt, die einen Energiemix nutzen. Fehlen die Nährstoffe kann das Sonnenlicht den Energiemangel zumindest teilweise ausgleichen und so die überlebenschancen deutlich erhöhen - ein Umschalten von \"Verbrennung“ auf \"Photovoltaik“. Wissenschafter des Max Planck Instituts für marine Mikrobiologie haben herausgefunden, dass dieser Energiemix vor allem bei Meeresbakterien weit verbreitet zu sein scheint. Jedes zehnte Meeresbakterium soll dieser Gattung angehören, damit spielen sie eine nicht unwesentliche Rolle im globalen Stoffkreislauf der Ozeane. So wie der um Helgoland häufig vorkommende Organismus \"Congregibacter litoralis KT71“. Bei einer DNA-Sequenzierung fanden die Wissenschafter Gene für den kompletten bakteriellen Photosyntheseprozess. Aufwändige Wachstumsversuche im Labor bestätigten die genetischen Funde: KT71 ist photoheterotroph und kann neben Proteinen und bestimmten Zuckerarten auch Licht als Energiequelle nutzen. Die Forscher vermuten, dass das Bakterium je nach Umweltbedingungen von \"Verbrennung“ auf \"Photovoltaik“ umschaltet. Zudem kann KT71 in schlechten Zeiten mit geringem Nährstoffangebot auf seine intern angelegten Speicherstoffe zurückgreifen. \"Damit ist KT71 perfekt an die rasch wechselnden Lebensbedingungen in der norddeutschen Bucht angepasst und kann zu Recht als ein typischer Vertreter der Meeresbakterien um Helgoland bezeichnet werden, \" betont Rudolf Amann, Direktor am Max-Planck-Institut.
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Heizcontainer

Seit November 2006 hat der Pelletskesselhersteller ökofen eine sogenannte Heizzentrale im Programm. Eingebaut in eine quadratische Box mit Rauchfang wird potenziellen Kunden ein Kessel samt Pelletslager geliefert. Die Box wird an das Gebäude angedockt und spart somit Platz im Keller. Besonders interessant sei das Produkt auch für jene Länder, in denen der Keller nicht zum Standard gehört, erklärt der ökofen-Mann Robert Jandl. Man setzt einige Erwartungen auf Belgien, wo die Firma eine Niederlassung betreibt, und auf Großbritannien sowie Italien.
Die Idee ist nicht ganz neu, die Firma EnergyCabin Produktions und Vertriebs GmbH aus Gleisdorf bietet schon seit etwa eineinhalb Jahren ein ähnliches System. Bislang wurden in Gleisdorf rund achtzig solcher Anlagen verschiedener Größen produziert, sechzig davon gingen ins Ausland. Um den Heimmarkt zu beleben, wird nun die Sol4-Gruppe um Baumeister Klaus Kiessler Vertriebspartner für Wien, Niederösterreich und das Burgenland. Ein Problem, das beide Erzeuger zu bewältigen haben, sind die unterschiedlichen und teils strengen Brandschutzbestimmungen in österreich. Was zur Folge hat, dass etwa die EnergyCabin für den Heimmarkt eine andere Hülle kriegt als jene für den Export.
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Integrierte Wärme

Die Energie AG (bisher 37 %) und die Linz AG (26 %) haben ihre Anteile an die Oö. Ferngas AG abgetreten. Hauptaufgabe der 1999 gegründeten Enserv ist das Anlagencontracting mit Wärmeversorgung auf Basis von langfristigen Vereinbarungen. Enserv übernimmt beispielsweise die Wärmeversorgung für Altenheime, für mehrgeschoßige Wohnhäuser oder Objekte wie Einkaufszentren zu fest vereinbarten Preisen. Darin inkludiert sind die Projektierung, der Bau, die Finanzierung, der Betrieb und die Behebung sämtlicher Störungen rund um die Uhr. Derzeit werden 263 Heizzentralen betrieben, weitere zwölf sind in Planung bzw. in Bau. Im Wirtschaftsjahr 2005/06 ist der Umsatz auf 4,7 Millionen Euro (Vergleich 2004/05: 3,9 Millionen Euro) angewachsen. Die abgesetzte Wärmelieferungsmenge betrug 78 Gigawattstunden (Vergleich 2004/05: 64 Gigawattstunden). Hergestellt wird die Wärmemenge zu mehr als neunzig Prozent aus Erdgas. Neben dieser Kernaufgabe hat sich die Enserv zunehmend auf innovative Energielösungen spezialisiert. So ist sie bei der Planung von Biogasanlagen in Oberösterreich bereits führend. In diesem Umstand sehen die Vorstände der Oö. Ferngas AG, Johann Grünberger und Gerhard Siegl, einen wichtigen Grund für eine vollständige übernahme: »Die Enserv passt ideal zu uns. Wir sind froh, das Know-how der Firma im Bereich Biogas mit dem anderer Teile unseres Konzerns kombinieren zu können«, freuen sie sich.
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Pumpensorgen

Die Wärmepumpe wird von den Stromlieferanten gefördert, sie findet bei Häuslbauern großen Zuspruch und ist seit 2006 auch Teil des klima:aktiv-Programmes. Erklärtes Ziel des Programmes ist es, bis 2010 die Installationen auf 10.000 pro Jahr zu pushen. 2005 wurden 6100 Heizungswärmepumpen verkauft. Für 2006 stehen die Zahlen noch aus. Georg Patay, Leiter der Marktentwicklung bei Vaillant, rechnet für die Branche mit einem Zuwachs in der Größenordnung von zwanzig bis dreißig Prozent. Der Wärmepumpe geht es also derzeit verdammt gut, und mit kräftigem finanziellen Rückenwind aus dem Umweltministerium und der Vereinigung der Elektrizitätswerke (VEö) kann das gesteckte Ziel vielleicht sogar erreicht werden. Für das laufende klima:aktiv-Programm stehen für vier Jahre immerhin 760.000 Euro zur Verfügung. Mit der Leistungsgemeinschaft Wärmepumpe Austria (LGWP) und dem Bundesverband Wärmepumpe Austria (BWP) arbeiten gleich zwei Organisationen für das Wohl der Pumpe. Abgesehen vom Logo hält sich das Gemeinsame jedoch in Grenzen. Sie arbeiten wenig miteinander, eher nebeneinander, wenn nicht gar gegeneinander. »Es ist wirklich ein Irrsinn«, klagt ein Insider, der es vorzieht, nicht genannt zu werden. Wie so oft im Leben geht es um Geld, Macht und Eitelkeiten. Der Bundesverband ist in der Wirtschaftskammer angesiedelt und besteht aus sieben Mitgliedern, darunter sind große Kesselerzeuger wie Viessmann, Buderus, Elco Klöckner und Vaillant. An der Spitze des BWP steht als Obmann Karl Ochsner, Chef der Firma Ochsner. Der Verein LGWP sitzt in Traun (Oö) und zählt neben elf Wärmepumpenerzeugern Anlagenbauer, Brunnenbauer, Zulieferer und fünf EVU zu seinen Mitgliedern. Als Obmann fungiert Andreas Bangheri, Eigentümer der Firma Heliotherm Wärmepumpentechnik GmbH, die er 1987 gründete und die heute mit 24 Mitarbeitern etwa 1200 Geräte pro Jahr erzeugt.
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Seitenwechsel

Die heimische E-Wirtschaft stärkt sich auf Verbandsebene mit einer Fachfrau aus der Regulierungsbehörde E-Control. Die Juristin Barbara Schmidt wurde als Nachfolgerin von Ulrike Baumgartner-Gabitzer zur neuen Generalsekretärin des Verbandes der E-Wirtschaft österreichs (VEö) ernannt. Schmidt übernimmt in dieser Funktion die Geschäftsführung der Interessenvertretung der österreichischen Elektrizitätswirtschaft (140 Mitglieder) mit Sitz in Wien. Schmidt war 1996 bis 2001 für die öVP Referentin im Parlamentsclub sowie im Europabüro. Danach wechselte sie zur Energie-Control, wo sie 2005 als Leiterin der Schlichtungsstelle ausschied und zu Kovar & Köppl Public Affairs Consulting GmbH wechselte. Schmidt bringt ziemlich gute Voraussetzungen zum Ausfechten von Streitereien mit der Regulierungsbehörde mit. Sie dissertierte mit dem Thema »Außergerichtliche Konfliktlösungsmethoden am Beispiel der Schlichtungsstelle der E-Control«.
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W wie Walkman

Seit der Lancierung seines ersten Walkman Mobiltelefons vor rund 1,5 Jahren hat Sony Ericsson weltweit bereits 20 Millionen Geräte dieser Produktserie verkauft. Mit dem W880i will das Unternehmen an die Erfolge von Verkaufsschlagern wie dem W800i oder dem W810i anknüpfen.

Auf den ersten Blick wirkt das neue Musiktelefon noch edler als die Vorgängermodelle. Es bietet eine gebürstete Edelstahl-Oberfläche und eine Gehäusedicke von nur 9,4 Millimetern. Aber auch im Inneren muss es sich nicht verstecken: Auf dem 1 GB Memory Stick Micro (M2) können bis zu 900 Titel in voller Länge gespeichert und mit einer Reihe von fortschrittlichen Musikapplikationen, wie zum Beispiel Walkman Player 2.0 und Disc2Phone, einfach auf das Handy herunter geladen und mit Hilfe von Playlists verwaltet werden. Dank Bluetooth Audio Streaming lässt sich die Musik kabellos über ein Stereo Bluetooth Headset hören oder direkt auf die Musikanlage Zuhause oder im Auto übertragen. Mit dem W880i kann bis zu 20 Stunden Musik gehört oder bis zu 6 Stunden telefoniert werden. Im Standby ist es bis zu 425 Stunden einsatzfähig.
Der integrierte Flugzeugmodus ermöglicht Musikgenuss auch über den Wolken.

Kamera ab
Das W880i will aber nicht nur als Musikhandy überzeugen: So verfügt das UMTS-Handy, das nicht dicker ist als eine CD-Hülle, über eine 2-Megapixel-Kamera und ist mit verschiedenen Fotofunktionen ausgestattet. Die geschossenen Fotos können auf dem 1,8-Zoll großen TFT-Display bequem betrachtet werden.
Natürlich dürfen Funktionen wie PC-Synchronisation, Push-Email oder ein vollwertiger HTML Browser mit RSS nicht fehlen.

Das W880i Walkman Mobiltelefon ist ein UMTS 2100 GPRS 900/1800/1900 Musikhandy. Es ist ab März zu einem Preis von 529 Euro im österreichischen Handel erhältlich.

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Wüste Staubwolken

Der Tod kommt aus der Pelletsheizung«, wusste die Tiroler Tageszeitung kürzlich zu berichten. Die Quelle der bedrohlichen Botschaft ist rasch ausgeforscht: Das Institut für wirtschaftliche ölheizung (IWO) macht effiziente Pressearbeit. »Mehr Holzheizungen bedeuten mehr Feinstaub - im Extremfall fünfzig zusätzliche Todesfälle jährlich allein in Tirol«, so die schlechte Nachricht der öllobby in der jüngsten Aussendung. Das IWO beruft sich auf die Initiative »ärzte für eine gesunde Umwelt«, die sich der Schadstoffbelastung durch Hausbrand in Inntal gewidmet hat. Des Weiteren untersuchten die Experten des Institutes für industrielle ökologie und des Institutes für Umwelthygiene der Medizinischen Universität Wien verschiedene Szenarien für die Emissionsentwicklung bis 2015. »Das Ergebnis: Die höchste Feinstaubbelastung entsteht, wenn die Zahl der Holzheizungen weiter ansteigt«, so das IWO-Papier. Wie der Output in der Tiroler Zeitung belegt, ist dem IWO-Geschäftsführer Martin Reichard ein linker Haken gegen die Holzlobby gelungen.

Dass der Präsentator der Studie, Heinz Fuchsig, Umweltreferent der Tiroler ärztekammer, die Schlussfolgerungen der Studie nur wenige Tage später öffentlich relativierte, ändert daran wenig. »Die Studie hat insofern ein recht unrealistisches Szenario als Annahme, dass man alle Heizungen, so wie sie jetzt sind, ohne Reduktion des Wärmebedarfs heranzog. Ebenfalls nicht ausreichend berücksichtigt wurde, dass die Maßnahmen, die jetzt gesetzt wurden, zu einer wesentlich saubereren Holzverbrennung führen werden«, erklärte er dem ORF. Man sei nicht von der neuesten Technologie ausgegangen. Fuchsig und Freunde hatten sich ordentlich in die Nesseln gesetzt und weiters betont, dass die »53 befürchteten Todesfälle mit Sicherheit nicht eintreten werden«. Das Verheizen von Holz sei keine Bedrohung, wenn dies sauber - etwa mittels Brennwerttechnik - passiert, so die Schlussfolgerung von Fuchsig. Abzulehnen seien hingegen Zusatzöfen, mit denen sich die Wohlstandsgesellschaft den lauschigen Abend zu Hause versüßt.

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Schwachstrom

\"österreichs Energiepolitik ist irrrational“, sagt Reinhard Haas, Professor am Institut für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft der TU Wien. Dies sei gleich in mehrfacher Hinsicht der Fall, so der Experte. So steht in der neuen Regierungserklärung als Ziel, dass bis 2010 80 Prozent der Stromerzeugung aus erneuerbarer Energiequellen stammen sollen. Dies sei völlig unrealistisch, meint Haas. Das offizielle östererich beschummle sich nämlich selbst. So wird allgemein davon ausgegangen, dasss der regenerativ gewonnene Stromanteil 2006 bei 75 Prozent lag. Das stimmt jedoch nicht, da sich diese Berechnung auf das Jahr 1997 bezieht. Seither ist der Stromverbrauch geradezu explodiert. Real beträgt der Anteil der Erneuerbaren an der Stromproduktion daher bloß 63 Prozent. Nachdem die großzügige Förderung für Wind & Co Vergangenheit sind sei eine Steigerung sehr unwahrscheinlich, so Haas. Und selbst wenn der Ausbau der Erneuerbaren mit voller Kraft (150 % Windkraft, 300 % Biomasse und 300% Photovoltaik) betrieben würde, wird der Anteil 2010 maximal 61,5 Prozent betragen weil der Verbrauch bis dahin weiterhin steigt. Im Regierungsreferenzjahr 1997 betrug der Stromverbrauch 56.100 Gigawattstunden, für 2010 rechnen die Experten mit 74.000 Gwh. Pro Jahr weist österreich einen Mehrverbrauch aus der der Erzeugung eines großes Donaukraftwerkes entspricht.

Eine zweite politische Irrrationalität sei es nach Ansicht von Haas die Energieerzeugung im Nachbarland Tschechien zu geisseln und zugleich von dort erhebliche Mengen an Strom zu importieren. Im Jahr 2000 war österreich nich Exporteuer, heute stammen etwa zehn Prozent des verbrauchten Stroms aus dem Ausland, vornehmlich aus Deutschland und Tschechien.

Ebenfalls unlogisch sei der Umgang mit den Verpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll, die österreich bekanntlich weit verfehlt. \"Es wird jetzt schon Geld gespart um später die Zertifikate zu erwerben“, ätzt Haas, der in diesem Zusammenhang künftig mit Kosten von 250 Millionen Euro pro Jahr rechnet. Demgegenüber relativiert sich die Dotierung des vielgepriesenen Energiefonds mit 500 Millionen Euro. Sinnvoller wäre es nach Ansicht des TU-Experten aktiv in die Vermeidung von Emissionen zu investieren.

Auch beim Netzausbau ortet Haas Unlogisches: \"Die Netzinvestitionen sind drastsich zurückgegangen, die Netze verfallen kontiunierlich“, erklärt er. Der technologische Fortschritt werde nicht nachvollzogen und es werden keine Reserven für die Einspeisung zusätzlicher Erneuerbarer geschaffen. Schon derzeit müssten die Windkraftwerke im Burgenland zeitweise vom Netz genommen werden, da es sonst zu einer überlastung käme, ergänzt der ebenfalls an der TU lehrende Günther Brauner. \"Wir werden eine Krise bekommen“, sagt er voraus. Ab 2008 oder 2009 sei mit einem Stromengpass zu rechnen, da auch die Kraftwerks-und Netzkapazitäten in und aus den umliegenden Ländern nich reichen werden unseren hohen Verbrauch zu kompensieren. \"Wir schaffen es nicht mit Mehrerzeugung allein den Verbrauchszuwachs in den Griff zu kriegen“, glaubt er und empfihelt der Politik eine rasche Diskussion darüber welche Strategien das Land gedenkt zu wählen. Ein möglicher Ausweg wäre das Sparen von Strom. Dies sei viel effizienter als der Neubau von Kraftwerken und sei die einzige Möglichkeit den Anteil der Erneuerbaren zu pushen. Wollte man den Anteil der Erneuerbaren auf das erzielbare Maximum erhöhen wären Investitionen in der Höhe von 5 Milliardne Euro nötig, so Brauner. Dagegen seien Effizienzsteigerungen wesentlich wirkungsvoller und kostengünstiger. Nach Berechnungen der EU werden derzeit etwa 20 Prozent der elektrischen Energie verschwendet. Um das abzustellen bedüfe es eines großen Wurfs und auch finanzieller Anreize, so die beiden Professoren. \"Strom ist heute real billiger als 1965“, kann sich Haas eine neue Stromsteuer vorstellen, deren Erlöse zweckgebunden der Forschung und Entwicklung zugute kommen sollen. Zum Beispiel könnten Systeme entwickelt werden, die den Stromverbrauch automatisch senken in dem sie nicht in Betrieb befindliche Geräte automatisch abschalten. Erheblichen Handlungsbedarf sieht Haas auch beim Segment Pumpen. Etwa eine Million Heizungsumwälzpumpen seien landesweit in Betrieb, der Großteil davon verbraucht deutlich mehr Strom als nötig ist. Ein konzertierter Umtausch dieser Verbraucher wäre relativ rasch machbar, so Haas. Er kann sich des Weiteren eine Belohnung für jene Haushalte vorstellen, die nachweislich wenig Energie verbrauchen. Freilich sei auch die Industrie gefordert intensiv über Verbrauchsreduktionen nachzudenken. Auch bei neuen Erzeugungsanlagen sieht Brauner Handlungsbedarf. Biomasseanlagen seinen nur in Verbindung mit Nahwärmenetzen sinnvoll. Bei Windkraftwerken gelte es die Flächenwidmungspläne zu überarbeiten. Die heute in Niederösterreich geltenden Abstandsbestimmungen zu Siedlungsgebieten seien dann zu überdenken, wenn anstatt kleiner größere Windkraftanlagen zum Einsatz kommen. Diese laufen langsamer und leiser und liefern deutlich mehr Strom ins Netz. Nicht irrrational seien die Gaskraftwerkspläne heimischer EVU. \"Je mehr Windenergie wir haben, desto mehr Gaskraftwerke brauchen wir“, betont Brauner und fügt hinzu: \"Wenn wir sparen, sparen wir uns den exzerssiven Ausbau der Gaskraftwerke“. Das klingt beruhigend, denn zur angeprangerten Kyoto-Problematik leisten Gaskraftwerke bekanntlich auch einen Beitrag - wenn auch nicht in dem Ausmaß wie die bereits stillgelegten Kohlekraftwerke. Die auf EU-Ebene vorgeschlagene eigentumsrechtlichen Trennung von Netzbetrieb und Erzeugung lehnen die Experten als \"vollkommen unbrauchbar“ ab. Das einzige sinnvolle Unbundling sei eine \"klare legale Entflechtung mit einer rigorosen verschärften Missbrachsaufsicht entsprechend dem Insiderhandel an den Börsen“.

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Strom-Museum

Die Energie Steiermark hat in Graz ein »Strom-Museum« eingerichtet. »Wir wollen damit Einblick in die technischen Leistungen unseres Unternehmens geben und gleichzeitig das Verständnis für Elektrizität stärken«, so die Vorstände der Energie Steiermark, Karl-Franz Maier und Franz Kailbauer. Zu sehen gibt es Leistungsschalter aus der Zwischenkriegszeit, aber auch Messgeräte aus den Anfängen des vorigen Jahrhunderts. Gezeigt werden Isolatoren, Anschlusskästen, Wandler, Schalter, Sicherungseinrichtungen für Niederspannung bis zur Hochspannung sowie Zählereinrichtungen, Messgeräte und verschiedene Motoren von »anno dazumal«. Verantwortlich für das Projekt ist der Leiter der Lehrlingsausbildung der Energie Steiermark, Peter Jerepp (Bild oben). Er hat gemeinsam mit den mehr als sechzig Lehrlingen des Unternehmens in mühevoller Kleinarbeit mehr als tausend Exponate gesammelt.
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Wunschkonzerte

Zweitausendsieben hat deftig begonnen. Kaum war der Rauch der Silvesterraketen verzogen, wurde das Kabinett Gusenbauer angelobt. Trotz der Ressortverteilung hat es die Schwarzen vor Lachen nicht zerrissen. Ein Wirbelwind erfasste stattdessen die Roten, weil sie ihre Wahlversprechen unerledigt zu den Akten gelegt hatten. Dann tosten heftige Stürme über Europa, die Menschenleben forderten, den deutschen Bahnverkehr lahmlegten und gewaltige Gebäudeschäden verursachten. Dazu passend lieferte der ORF overkill-verdächtig den Schwerpunkt Klimawandel. Umfragen belegten, dass wir österreicher bereit sind, Opfer für den Klimaschutz zu bringen. Die guten Vorsätze noch frisch im Kopf folgte der Bericht des UN-Klimarates. Resümee: Wenn die Welt nicht schnell umdenkt, wird sich die Natur mit heftigen Unwettern rächen. »Der Bericht sollte auch die letzten Zweifler überzeugen, dass dringender Handlungsbedarf besteht«, erklärte Umweltminister Josef Pröll pflichtbewusst. Die neue Bundesregierung habe bereits die richtige Basis zur Erreichung der ambitionierten Klimaschutzziele gelegt. Erneuerbare Energieträger sollen forciert werden, die Energieeffizienz gesteigert und der öffentliche Verkehr attraktiver gemacht werden. Nicht heute, nicht morgen, aber doch, bis 2020, wenn es sich ausgeht und die werten Wähler nicht auszucken. Dass sie kurz davor sind, belegt wiederum die helle Aufregung um Tempo 100. Man kann dazu stehen, wie man mag, aber eines ist nicht wegzuleugnen: Der Spritverbrauch ist beim Langsamfahren niedriger, das bedeutet auch weniger CO2. Der Grund, warum die meisten Zeitgenossen dennoch den Kopf schütteln, liegt wohl darin, dass sie nicht glauben, dass ihr kleiner Beitrag zwischen Linz und Enns die Welt retten wird. Freilich kann man argumentieren, dass der Schadstoffausstoß österreichs global betrachtet wurscht ist, solange der große Rest der Welt, insbesonders die USA, China und Indien, nicht bereit sind, ihre Emissionen zu reduzieren. Auch könnten wir Europäer uns zurücklehnen und ins Treffen führen, dass Europa nur 14 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes zu verantworten hat. Nutzen tut uns weder das eine noch das andere.
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