Der Handel mit Herkunftsnachweisen von Strom versteht sich als langfristiger Beitrag zur Energiewende. Gleichzeitig hofft die Branche auf neue, lukrative Geschäftsmodelle.Von Raimund LangEs ist eine der strapaziertesten Wahrheiten der Elektrizitätswirtschaft, dass Strom kein Mascherl hat. Damit ist gemeint, dass sich die aus dem Netz entnommenen Energiemengen nicht mehr dem Ort ihrer Produktion zuordnen lassen. Das folgt aus der Physik: Alle Elektronen sind qualitativ identisch. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn zumindest als abstraktes Handelsgut ist die konkrete Herkunft einer gegebenen Menge Strom ein Produkt, das sich zunehmender Beliebtheit erfreut. Dafür hat der Markt neben dem physikalischen und damit an Kupferleitungen gebundenen Elektronenfluss ein neues, frei handelbares Produkt geschaffen: der Herkunftsnachweis. Beide Produkte können völlig unabhängig voneinander an verschiedene, auch geografisch dislozierte Kunden geliefert werden. Gefragt sind in erster Linie Herkunftsnachweise von Ökoanlagen, wie Wasser- oder Windkraftwerken. Theoretisch erhalten Konsumenten dadurch die Möglichkeit, den Erzeugungsmix ihres Stroms weitgehend selbst zu bestimmen>> Hohe Nachfrage Geschäft mit Herkunftsnachweisen Verbote gefordert