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Was lange währt, wird endlich Orange

Von Daniel AJ Sokolov

One wird Orange. Endlich hat österreichs drittgrößter Mobilfunk-Netzbetreiber eine neue Eigentümerstruktur, der Energiekonzern E.ON ist ausgestiegen. Seit Jahren schwirrten immer wieder Gerüchte über einen mehr oder weniger unmittelbar bevorstehenden Verkauf von One durch den Blätterwald. Doch zwei Faktoren verhinderten die längste Zeit den Deal: Zunächst war da ein verkorkster Gesellschaftervertrag. Klar war, dass E.ON verkaufen wollte - aber jeder der Minderheitseigentümer Orange (France Telecom), Telenor und TDC hatte ein Vorkaufsrecht. Jeder wollte entweder verkaufen oder eine Mehrheit.

Eine Einigung darüber, wer wen um wie viel auskauft, wollte nicht und nicht zustande kommen. Daran war auch der zweite Faktor schuld: Der zwischenzeitliche Verfall der am internationalen Markt erzielbaren Preise für europäische Mobilfunknetzbetreiber. Natürlich wollte keiner mehr als den Marktpreis bieten und fast ebenso natürlich war das den anderen zu wenig.

Nachdem sich 2005 die Preise für Mobilfunknetze erholt hatten, kam vor einem Jahr zum ersten Mal echte Bewegung in die Sache. Die zuvor erfolgte übernahme des Konkurrenten tele.ring durch T-Mobile Austria hatte den Wert von One zusätzlich steigen lassen, denn es bestand Aussicht auf ein Nachlassen des Wettbewerbs und damit höhere Margen. France Telecom erkämpfte sich einen exklusiven Verkaufsprozess - nur France Telecom, zusammen mit dem Finanzpartner Carlyle Group, sollte kaufen dürfen. Man schritt zur Due Diligence Prüfung, brach diese jedoch ab. über die Ursachen dieses Scheiterns gibt es diverse Gerüchte, doch im Endeffekt wird es ums liebe Geld gegangen sein.

One-Verkaufsprozess startete im Februar
Erst im Februar dieses Jahres ging es weiter. Ein neuer Verkaufsprozess wurde gestartet, diesmal aber nicht exklusiv. France Telecom kreuzte mit Mid Europa Partners als Finanzpartner auf. Neben der niederländischen KPN sollen unbestätigten Informationen zu folge auch die russische Alfa Group und die ägyptische Orascom Telecom Interesse gezeigt haben. Beim Showdown im Juni setzten sich France Telecom und Mid Europa Partners gegen KPN durch.

Für 1,4 Milliarden Euro steigen E.ON, Telenor und TDC aus. Reich sind sie mit One nicht geworden, haben sie doch wesentlich mehr Geld investiert. Alleine bis Ende 2005 waren es 1,88 Milliarden Euro. Finanzielles Trostpflaster sind die aus den Eigentümerdarlehen über die Jahre lukrierten Zinseinnahmen. France Telecom verdoppelt den Anteil von 17,45 auf 35 Prozent und kann das aus der Ablöse des Eigentümerdarlehens finanzieren. Mid Europa Partners muss für ihren 65-Prozent-Anteil hingegen Bargeld aufbringen.

Besonders profitabel war One nie. 2003, fünf Jahre nach dem Eintritt in den Markt, gab es mit 8,4 Millionen Euro den ersten Reingewinn. Im Jahr darauf waren es sogar 17,9 Millionen. Beide Resultate waren wesentlich begünstigt durch Einmaleffekte, etwa aus dem Outsourcing des Mobilfunknetzes an Alcatel. 2005 wurde eine schwarze Null erreicht (600.000 Euro). 2006 gab es mit 3,4 Millionen Euro wieder nennenswerten Reingewinn. Umgelegt auf die im One-Netz telefonierenden Kunden ergibt das aber auch nur etwa einen halben Cent pro Nutzer und Tag.

One vs. tele.ring
Der Vergleich zum vor etwas über einem Jahr über die Bühne gegangenen tele.ring-Verkauf drängt sich auf. Die deutlich kleinere tele.ring war von T-Mobile für 1,3 Milliarden Euro gekauft worden. Pro Kunde gerechnet war One mit nicht ganz 700 Euro also wesentlich billiger, als tele.ring (1.263 Euro pro Mobilfunkkunde). Diese Differenz ist nicht unberechtigt, ist doch dich Kundenstruktur sehr unterschiedlich. Tele.ring hatte zu etwa vier Fünfteln Postpaid-Kunden und nur zu einem Fünftel tendenziell umsatzschwache Prepaid-User. Bei One sieht das ganz anders aus. Von den 1,3 Millionen direkten One-Kunden sind mindestens zwei Fünftel Prepaid. Dazu kommen über ein halbe Million Nutzer der Diskontmarke Yesss, deren Marge nicht üppig sein dürfte. Die weiteren Untermieter im One-Netz, Tele2 samt C-Cube sowie eety, und tragen kaum etwas zum Umsatz bei. C-Cube und eety stellen vernachlässigbar kleine Kundengruppen, der ARPU (Umsatz pro Kunden und Monat) der Tele2mobil-User liegt deutlich unter fünf Euro.

Zieht man das Vielfache des EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) zum Vergleich heran, war One sogar etwas teurer, als die damals schon überraschend hochpreisig gehandelte tele.ring: Der Kaufpreis von tele.ring entspricht dem 8,07-fachen Vorjahres-EBITDA, jener von One dem 8,7-fachen.

Offenbar haben die neuen Eigentümer Mid Europa Partners und France Telecom eine Vorstellung davon, wie sie die Kosten bei One senken können. Im Vergleich One mit tele.ring fortfahrend und dabei jeweils das Jahr vor dem Verkauf betrachtend, sieht man die Kostenschere deutlich. Der Mobilfunkumsatz von One liegt um mehr als 100 Millionen Euro über jenem von tele.ring. Beim EBITDA liegen die beiden Unternehmen aber genau gleich auf. Daraus lässt sich ableiten, dass One operativ deutlich höhere Kosten hat, denn die Differenz lässt sich nur zu einem geringen Teil auf höhere Interconnect-Aufwendungen zurückführen.

One muss Kosten senken
One nachhaltig profitabel zu machen ist zweifelsohne das Ziel von Mid Europa Partners und France Telecom. Dazu müssen also die Kosten gesenkt werden. So einen radikalen Schnitt beim Personalstand wie 2004 wird es dabei voraussichtlich nicht geben. Aber die optimistischen äußerungen von Gewerkschaftsseite, wonach es zu gar keinem Personalabbau kommen werde, sind wohl ein frommer Wunsch. Ob die berühmte \"natürliche Fluktuation\" ausreichen kann, bleibt abzuwarten.

Als Erste dran glauben werden wohl die Aufsichtsräte (mit Ausnahme der France-Telecom-Vertreter) und das Topmanagement müssen. CEO Jørgen Bang-Jensen und CTO Peter Pedersen haben TDC in ihrem Stammbaum stehen, CFO Holger Püchert die E.ON. Wie es um den einzigen österreicher im Bunde, CCO Michael Fried, bestellt ist, wird sich zeigen. Doch in der Regel will ein neuer CEO auch seine Mannschaft neu aufstellen.

Dieser neue CEO soll gerüchteweise der alte tele.ring-CEO Michael Krammer werden. Eine durchaus plausible Option. Krammer kennt den österreichischen Markt wie seine Westentasche und hat Erfahrung im Senken von Kosten: \"Price based costing\" lautete einer seiner Wahlsprüche zu tele.ring-Zeiten. Das Geheimnis um den neuen Chef wird bald gelüftet werden.

One wird Orange
Bereits von France Telecom angekündigt ist der Markenwechsel. \"One\" wird \"Orange\" weichen müssen, obwohl France Telecom nach wie vor Minderheitseigentümer ist. Doch wenn alles ungefähr so läuft, wie sich die Beteiligten das vorstellen, wird Mid Europa Partners seine Anteile eines Tages an France Telecom verkaufen. Der Sinn dieser Konstruktion ist schnell erklärt: France Telecom muss jetzt kein frisches Geld in die Hand nehmen und die Bilanz wird vorerst nicht oder nur zu 35 Prozent von den durchwachsenen One-Resultaten berührt. Dazu lastet das unternehmerische Risiko zu 65 Prozent auf den Schultern des Finanzinvestors, der im Gegenzug auf einen lukrativen Verkauf der Anteile zu einem späteren Zeitpunkt hoffen darf.

So war Mid Europa Partners an der Orange Slovensko beteiligt und verkaufte 2005 an France Telecom. überhaupt ist der Investor im Telekombereich erfahren. Im Januar wurde von TDC der in Lettland und Litauen tätige Mobilfunk-Netzbetreiber Bité erworben. In der Vergangenheit wurden Anteile an Oskar (heute Vodafone Czech Republic), Connex (heute Vodafone Romania) und eben Orange Slovensko gehalten. Der ungarische Festnetzbetreiber Invitel wurde Anfang 2007 an die TDC-Tochter HTCC veräußert.

Markenwechsel sind immer eine riskante Sache, da ist auch der übergang von \"One\" zu \"Orange\" keine Ausnahme. Eine gute Vorbereitung ist unabdingbar. In den Aufbau von One wurden viele Millionen Euro gesteckt. Das Ergebnis ist ein cooles Image, das vor allem in den Städten zieht. Die Lücke im ländlichen Bereich hätte der Untermieter Tele2mobil schließen sollen, nicht zuletzt durch Haus-zu-Haus-Vertrieb, vulgo Haustürkeiler. Aufgegangen ist dieser Plan nicht. Mit dem Umstieg auf Orange wird zwar ein Millionenwert über Nacht weggeworfen, doch die Möglichkeit für einen erfolgreichen Neustart auf dem \"flachen Land\" gewonnen. Mit dem Aufbau der Orange-Marke hat France Telecom in zahlreichen Ländern bereits viel Erfahrung sammeln können. Die Chance lebt auch in österreich.

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Global expandieren - global kommunizieren

Von Peter Simak, Head of Sales Austria, Orange Business Services

Marktbeobachter stellen seit Jahren eine zunehmende internationale Verflechtung fest. Der Austausch von Rohstoffen, Produkten, Dienstleistungen, Arbeit und Kapital wächst. Ursachen der Globalisierung sind der technische Fortschritt sowie politische Entscheidungen zur Liberalisierung des Welthandels. Die einen verbinden mit Globalisierung steigende Chancen für alle und wirtschaftlichen Aufschwung weltweit. Die anderen fürchten den \"Terror der ökonomie\" und sehen mehr Verlierer als Gewinner.

Chancen nutzen. Die Globalisierung hat das Kräfteverhältnis verschoben. Seit 2005 entfällt mehr als die Hälfte des weltweiten Bruttoinlandprodukts sowie 40 Prozent der Exporte auf die so genannten Schwellenländer. China, Indien und andere schnell wachsende Wirtschaftsstandorte stehen dabei bereits im direkten Wettbewerb mit den etablierten Industrienationen. Sie öffnen sich aber auch dem internationalem Handel und bieten somit enorme wirtschaftliche Möglichkeiten und Einkommenspotenziale für alle Unternehmen, die ein Stück vom Globalisierungskuchen wollen: Sie können sich von stagnierenden Inlandsnachfragen abkoppeln, neue attraktive Absatzmärkte finden und vor allem den Kostenvorteil bei Auslandsproduktionen nutzen. Unternehmen, die von der Chance dieser Entwicklung profitieren wollen, bleibt nichts übrig, als selbst zu internationalisieren.

Technologischer Brückenschlag. Um die Vorteile der Globalisierung nutzen zu können, benötigen Unternehmen die entsprechende technologische Unterstützung, das heißt eine weltweite IT- und Telekommunikationsinfrastruktur. Und das nicht nur, um in diese neuen Märkte vorzudringen, sondern vor allem, um mit den schnellen Veränderungen Schritt halten zu können. Egal ob es sich um Schwellenländer oder Industrienationen handelt, CIOs stehen überall den gleichen Herausforderungen gegenüber: Das Netzwerk muss sicher, flexibel und ausfallsicher sein.

Aber das kostet Geld: Auf der einen Seite werden in den USA und der EMEA-Region zwischen 2005 und 2009 die IT-Ausgaben jährlich um fünf Prozent ansteigen und in Russland geht man sogar von fast 20 Prozent aus. Außerdem nehmen die Lohn- und Investitionskosten in Brasilien, Russland, Indien und China weiter zu. Auf der anderen Seite müssen die IT-Verantwortlichen aber den wirtschaftlichen Wert der gesamten IT-Investitionen immer detaillierter rechtfertigen. Vor allem Unternehmen der Industrienationen stehen unter dem Druck, einen schnellen und spürbaren Return on Investment zu generieren.

Hilfe mit Know-how. Potenzielle Gewinner dürften die global aufgestellten IT-Services-Riesen sein. Um die freie und flexible Expansion großer Unternehmen unterstützen zu können, weiten Telekommunikationsdienstleister ihre Präsenz und ihr Angebot in den entsprechenden Ländern aus. Dabei ist es nicht nur das Netzwerk allein, das im Zentrum des Interesses steht, sondern vor allem sämtliche geschäftskritische Applikationen, die innerhalb des Netzwerkes laufen. Die Infrastruktur wird durch komplexe und schwer vorhersehbare Anforderungen, wie beispielsweise eine Fusionen oder die Eröffnung einer neuen Zweigstelle, herausgefordert. Aber auch wenn eine zuverlässige Infrastruktur das A und O darstellt, darf eine entsprechende Lösung nicht die lokalen Anforderungen oder das allgemeine Budget sprengen. Deshalb müssen für große Standorte, kleine Niederlassungen oder Zweigstellen sowie für mobile Mitarbeiter entsprechende, individuelle Lösungen angeboten werden.

Sicher ist sicher. Durch die öffnung der globalen Märkte entstehen auch völlig neue Risikofaktoren. International tätige Unternehmen sind für Störungen besonders anfällig. Während die Globalisierung Viren und Online-Kriminalität oftmals den Weg ebnet, gestaltet sich das Security-Management immer komplexer. Aber Sicherheit bedeutet nicht nur, die richtige Firewall im Einsatz zu haben. Größtes Problem für global aufgestellte Konzerne sind oftmals lokale Eigenheiten wie beispielsweise die Markenpiraterie. Bis zu einem Viertel ihres Geschäftsvolumens verlieren ausländische Firmen jährlich durch Produktfälschungen. Weitere Problemfaktoren: Die Gefahr der Wirtschaftsspionage und der Schutz des geistigen Eigentums. So hat zum Beispiel die Wirtschaftsspionage in China gegen US-Unternehmen seit dem Beitritt zur WTO dramatisch zugenommen. Zum Beispiel verklagte Honda einen chinesischen Automobilhersteller, da dessen Fahrzeug fast identisch mit dem CRV Sports Auto von Honda ist.

Erfolgreich expandieren. Der Erfolg globaler Expansion hängt sehr stark von regionalen Modalitäten, international anerkannten Richtlinien und auch von technischen Standards wie ITIL oder Compliance-Richtlinien ab. Deshalb müssen heutzutage globale Telekommunikationsanbieter mehr als nur eine internationale Infrastruktur bieten. Unternehmen benötigen das spezielle Know-how und die Erfahrung von weltweit aufgestellten Service Providern: Technologie soll die wirtschaftliche Expansion nicht nur begleiten, sondern auch tatkräftig unterstützen.

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Die besten Sager im Februar

\"Wir Mobilfunkbetreiber werden künftig mehr zusammenarbeiten, was Standardisierung betrifft\",
erklärte One-Chef Joergen Bang-Jensen jüngst am GSM-Kongress in Cannes.
\"So etwas wie bei UMTS darf nicht mehr passieren\",
plädiert er für mehr Zusammenarbeit.

\"Der Mobilfunk war bisher wie die Schreibmaschine - jetzt kommt der PC\",
kündigt T-Mobile-CEO Rene Obermann am 3GSM World Congress Cannes an.

\"Auch wenn wir zuletzt ein leichtes Anziehen der Nachfrage von Seiten der Telekomunternehmen und aus dem Finanzsektor beobachtet haben, so hat insgesamt nur der öffentliche Sektor bei den Ausgaben signifikant zugelegt\",
heißt es in einer Aussendung des französischen IT-Dienstleisters Cap Gemini Ernst & Young, der 2003 noch immer in den roten Zahlen lag.

\"Ein Preiskampf im Internet-Access-Bereich ist in österreich nicht machbar. Für die Provider gibt es durch die massiven Vorleistungen der Telekom Austria nicht viel zu holen. Es bleibt daher nur übrig Services und Dienstleistungen auszubauen und zu vermarkten\",
resigniert Ex-T-Online-Geschäftsführerin Alexandra Reich.

\"Wir waren die Ersten, die mit einem umfassenden WLAN-Angebot gestartet sind und setzen dabei nach wie vor auf Zusammenarbeit - national wie international. Daher freuen wir uns, dass auch andere Mobilfunkbetreiber inzwischen die Bedeutung von WLAN erkennen“,
interpretiert ONE-Produktchef Christian Czech die WLAN-Starts von Vorreiter T-Mobile und Nachzügler mobilkom.

\"50 bis 60 Prozent der kleinen und mittleren Betriebe sind ohnehin schon mit dem Thema Outsourcing konfrontiert\",
sagt IBM-Direktor Mittelstand, Johann Habiger. So neu wäre den KMUs Outsourcing gar nicht.

\"Am österreichischen Markt darfst du es dir mit keinem verderben, denn du begegnest ihm zu einer anderen Zeit woanders sicher wieder\",
setzt Habiger ebenso auf Partnerschaften mit Konkurrenten wie Sun oder Microsoft.

\"österreicher sind nicht sehr verbotsorientiert, wenn es um die eigenen Genüsse geht\",
meint Fessel-Geschäftsführer Rudolf Bretschneider zum Thema Handyverbot in öffentlichen Räumen.

\"Das Verfahren wird schlussendlich sogar beweisen, wie belastbar die Urheberrechte von Linux sind - und dass die Dinge eben doch nicht so sind, wie SCO gerne glauben machen will\",
ist Linux-Vater Linus Torvald überzeugt, dass der Softwarehersteller SCO seine Klagen gegen Linux-Nutzer wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung verlieren wird. Sein Argument: Er selbst hätte die von dem Softwareunternehmen beanspruchten Passagen im Quellcode programmiert.

\"Es gibt keine IT-Projekte mehr, sondern nur von Technologien unterstützte Business-Projekte\",
sieht Materna-Geschäftsführer Winfried Materna das endgültige Ende der ehemals populären Trennung zwischen Geschäftsprozessen und IT-Aktivitäten.

\"Während viele in der Mobilfunkbranche auf UMTS wie die Schlange auf das Kaninchen starren, führt Jamba bereits Innovationen ein, die dem Verbraucher mehr Spaß, mehr Unterhaltung und mehr Nutzen bringen\",
wirbt Oliver Samwer, Vorstand des Handyportals Jamba, das eigenen Angaben zufolge als erstes Portal Europas Video-Klingeltöne zum Verkauf anbieten wird.

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Im Test: Sony Ericsson S700i

Das Sony Ericsson S700i macht trotz ungewöhnlicher Größe optisch durchaus einen eleganten Eindruck: ganz in Silber gehalten mit einem alles dominierenden Riesendisplay.

Ergonomie
Das S700i ist allerdings dadurch auch sehr groß und obwohl das Display nur sehr flach ist - das merkt man beim Ausklappen der Tastatur- auch sehr tief und eher klobig. Beim ersten in die Hand nehmen überrascht zusätzlich noch das relativ hohe Gewicht von 137 Gramm. Für ein kleines Handtäschchen ist das Handy jedenfalls definitiv ungeeignet. Trotz alledem Widrigkeiten liegt das Telefon gut in der Hand. Das Handy ist leicht zusammengebaut, wenn man es einmal aufgebracht hat, um die SIM-Karte einzulegen. Dies gelingt nicht jedem gleich beim ersten Mal.

Alle Anschlüsse und Buchsen sind zum Schutz durch etwas auffällige Plastikkappen verdeckt die aber schnell ausgerissen werden, und verloren gehen können. Das Ladekabel und das Headset lassen sich etwas sperrig einstecken - die Anschlüsse könnten etwas passgenauer sein. Die Speicherkarte lässt sich dagegen sehr leicht einlegen.

Display
Das 320 x 240 Pixel große TFT - Display ist ein halber Fernseher, der wohl kaum noch zu übertreffen ist. Auch die 262.144 verschiedenen, darstellbaren Farben und die Lesbarkeit sind auch bei starker Sonneneinstrahlung mehr als gut.
Im Dunkeln leuchtet das Handy angenehm hell. Die Tasten sind einmal mehr im \"blau macht glücklich“ Ton genügend beleuchtet.

Kamera
Die 1,3 Megapixel-Kamera des S700i macht wirklich gute Bilder. Leider braucht aber das Foto länger als das Knipsgeräusch, so dass man schnell das Bild verwackelt, weil man sich zu früh bewegt. Komisch ist allerdings, dass man die Kamera nur benutzen kann, wenn das Handy zugeklappt ist.

Das Display zeigt im Suchermodus gut erkennbar, was fotografiert werden könnte. Es lassen sich hier auch eine ganze Reihe von Einstellungen vornehmen und Modi aktivieren (zum Beispiel Einzel/Serienbild/Matrixaufnahme, Bild mit Rahmen, Nachtmodus, Selbstauslöser, Modi wie Sepia/Graustufenaufnahme/Negativ, Einstellung der Helligkeit, auch bei Gegenlicht.). Ein 8-facher digitaler Zoom steht ebenso zur Verfügung wie die Möglichkeit, für die Aufnahme nachts oder in dunkler Umgebung einen hellen Spot ähnlich einem Blitz hinzuzuschalten.

Es lässt sich auch eine Videosequenz drehen, leider wird dies aber nur in einer Auflösung von 176x144 dargestellt. Das Bild ist gut erkennbar und wackelt nicht übermäßig. Sämtliche Helligkeitseinstellungen sind hier ebenfalls justierbar.

Funktionen
Das Menü des Sony-Ericsson ist übersichtlich und meist intuitiv zu verstehen. Es gibt 12 Punkte, die wahlweise durch Icons einzeln dargestellt oder in Listform angezeigt werden und sich auch direkt per Taste anwählen lassen.Die Schnell-Stumm-Schaltung (langer Druck auf die Löschen-Taste) muss aber erst einmal gefunden werden.

Das Verfassen einer SMS funktioniert intuitiv. Schön ist, dass man zum Senden eine Extra-Auswahl bekommt, die einem die letzten SMS Ziele anbietet, so dass man nicht erst im Telefonbuch nach der Nummer suchen muss.

über denselben Menüpunkt \"Nachrichten“ lassen sich auf diesem Gerät auch MMS und Email versenden. Push-to-talk hätte man diesem Handy zugetraut, mit dieser Funktionalität kann es aber nicht dienen. Dafür kann man das Handy aber am \"My Friends“ Server anmelden, einer Art Messenger für Handys über das man z.B. sieht, wann ein Freund online ist.

In punkto Sprachqualität ist das S700i in ruhiger Umgebung sehr gut, es gibt keine Eigengeräusche. Ist es mal lauter, dienen die seitlichen Lautstärke-Tasten. Der Empfang könnte allerdings noch etwas besser sein.

Der Sound des Handys ist angenehm - die 40 stimmigen - polyphonen Klingeltöne klingen ausgesprochen gut, wenn da nur welche wären! Nur ein einziger ist auf dem Handy zu finden.
Das Handy ist Real-Tone fähig und auch MP3, Wav-Dateien und MIDI Songs lassen sich abspielen - genug Speicher ist durch den Memory-Stick ja auch vorhanden. Super ist die Radiofunktion, weil der Empfang sehr gut und auch die Wiedergabe mit eingeschaltetem Lautsprecher prima ist, wobei außerdem auch kaum Strom verbraucht wird.

Das S700i hat eine USB, eine Infrarot und auch eine Bluetooth-Schnittstelle, kann natürlich die kostenpflichtigen übertragungsmöglichkeiten wie SMS/MMS und GPRS nutzen und selbstverständlich per WAP auch über das Internet kommunizieren. Die Verwaltung der Schnittstellen ist durch einen eigenen Menüpunkt extraleicht.

Die Laufzeit des Akkus ist mit 300 StandBy-Stunden und 7 Stunden Gesprächszeit ausreichend, doch die Anzeige der Akkuleistung entspricht nicht immer den tatsächlichen Gegebenheiten.

Fazit:
Das S700i ist ein gutes Premiumhandy, allerdings mit einige Abstrichen. Gute Bedienbarkeit, edles Aussehen, das schöne große Display und die reichhaltige Ausstattung sind die positiven Highlights, viele schöne Features weitere positive Punkte. Dass das Gerät in puncto Sounds und Spiele nur eine sehr dürftige Erstausstattung bietet, ist schade. Davon abgesehen blättert die Farbe schnell ab und auch die Software ist teilweise langsam. Abgesehen davon passt das Sony Ericsson S700i absolut in die S-Klasse der Mobilfunktelefone.

Plus/Minus:
+ Großes Display
+ Zahlreiche Features
+ Gute Kamera
- Nur ein Klingelton
- Farbe splittert recht schnell ab

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Open Source - Open End?

Markus Deisenberger

Es gibt wohl kaum ein Unternehmen, das bislang keine überlegungen in Richtung Kostenersparnis durch den Einsatz von Open Source-Software angestellt hat. Ob sich mit einem solchen Umstieg allerdings tatsächlich Geld einsparen lässt und vor allem welche rechtlichen Risiken mit der Anwendung so genannter nicht proprietärer, also freier Software verbunden sind, steht dabei meist in den Sternen.

Eine vom europäischen Zentrum für E-Commerce- und Internetrechtanlässlich der Präsentation seiner jüngsten Studie \"open source - open end?“ veranstaltete Podiumsdikussion sollte Klarheit in eben diese Fragen bringen.

Was bedeutet Open Source? Open Source bedeutet nichts anderes als dass der Anwender die Lizenz für die Verwendung, die Bearbeitung und den Weitervertrieb der jeweiligen Software gratis erhält. Aber ist Open Source-Software wirklich in jeder Hinsicht kostenfrei? Mitnichten. Abgesehen von der Lizenz, die nichts kostet, will jede Software implementiert und gewartet werden, Personal ist einzuschulen etc. Kosten entstehen daher in jedem Fall.

Aber auch der Gratis-Download eines Programmes aus dem Internet selbst erfolgt in den wenigsten Fällen wirklich unentgeltlich. Darin waren sich e-center-Leiter Wolfgang Zankl und Michael Wolner von Gassauer-Fleissner Rechtsanwälte, einig. Meist dient der Gratis-Download vielmehr als Lockangebot. Der Anwender soll entweder auf proprietäre Software, die der Homepage-Betreiber gleichzeitig anbietet, aufmerksam werden. Oder es soll ganz allgemein durch Anhebung der Besucherzahl die Attraktivität der Website für Werbekunden erhöht werden. Entgeltlich ist der Download damit eigentlich immer.

Mythos Unvereinbarkeit. Thomas Lutz, Unternehmenssprecher Microsoft österreich, bemühte sich in seinem Statement, eine der weit verbreitetsten Fehlannahmen aus der Welt zu schaffen: Dass proprietäre und nicht proprietäre Software miteinander unvereinbar seien, entspreche schlichtweg nicht der Wahrheit, so Lutz. Schon jetzt gäbe es hybride Modelle. Das heißt, über ein Drittel aller Open-Source-Projekte etwa würden unter Windows betrieben. Umgekehrt gäbe es ebenso viele proprietäre Anwendungen, die auf Open Source-Systemen betrieben würden, gab Lutz zu bedenken. Er selbst verstehe die beiden konkurrenzierenden Systeme auch als \"kommunizierende Gefäße“. Seinen Standpunkt untermauerte er mit einem nicht unironischen Statement Richtung Publikum: \"Haben Sie sich schon einmal gefragt, wo Open Source-Programmierer eigentlich beschäftigt sind?“

Umstieg auf Open Source. Was für den privaten User auf der Hand liegen mag, muss für ein Unternehmen noch lange keinen Sinn machen. Rainer Lischka von webdynamite, der in der Diskussion die Open Source-Position vertrat, riet zu einer Bedarfsprüfung im Einzelfall. \"Ob man mit Open Source-Produkten Geld sparen kann, hängt vom jeweiligen Projekt ab“, meinte er. Lischka empfiehlt in jedem Fall, mit dem Umstieg auf Open Source langsam zu beginnen. Für den Anfang böte sich der Server-Bereich an. Keinesfalls jedoch solle man mit dem Desktop beginnen.

Martin Rajsp von EMC, dem weltweit größten Unternehmen im Bereich Datenspeicherung, wandte ein, dass die Kosten für Softwarelizenzen in aller Regel nur einen geringen Anteil der gesamten in einem Unternehmen anfallenden Kosten ausmachen. Aus der Ersparnis der Lizenzgebühr ergebe sich daher noch nicht zwangsläufig eine Ersparnis für das Unternehmen. Im Gegenteil: Mitunter stünde geringen Lizenz-Ersparnissen ein hoher Mehraufwand im Personalbereich - begründet durch notwendige Einschulungsmaßnahmen - gegenüber. Auch Implementierung und Support der Software sowie etwaige Rechtsunsicherheiten die Haftung betreffend seien in die überlegungen, ob man auf Open Source umsteigen solle, mit einzubeziehen.

Sicherheit. Während die eigentliche Sicherheits-Diskussion zwischen Lutz und Lischka von Pro und Contra zur Offenlegung der Quellcodes geprägt war, brachte es Martin Rajsp auf den Punkt: Sicherheit sei keine Produkteigenschaft, sondern läge vielmehr in den Prozessen begründet. Nicht die Anwendung von proprietäter oder nicht proprietäter Software, sondern der Prozess entscheidet damit über die Sicherheit des Systems.

Haftung. Die bekannteste Open Source-Lizenz, die US-amerikanische \"GPL“ (\"General Public License“), enthält einen weit reichenden Haftungsausschluss. Das bedeutet, der Hersteller der Software kann grundsätzlich für keine aus deren Anwendung entstehende Schäden belangt werden. Im österreichischen Recht gilt allerdings: Ein allgemeiner Gewährleistungsausschluss bei entgeltlichen Geschäften ist - zumindest was das Verhältnis B2C anbelangt - sittenwidrig. Wie oben bereits dargestellt, sind jedoch die meisten auf den ersten Blick vermeintlich unentgeltlichen Geschäfte in Wahrheit entgeltlich. Wichtigste Erkenntnis daraus: Der Software-Anbieter ist nichts deshalb schon von jeder Haftung frei, weil er das Programm als \"Gratis-Download“ hergibt und in seinen AGB auf die \"GPL“ verweist. Heikel wird es aber im B2B-Bereich. Hier kann ein solcher Haftungsausschluss tatsächlich wirken. Abhilfe können nur individuelle vertragliche Regelungen schaffen.

Staat und Open Source. Da die gesamte staatliche Verwaltung nur auf Grundlage von Gesetzen vollzogen werden darf, ist der Staat in der Wahl seiner Betriebssysteme alles andere als frei. Emil Georgiev vom e-center wies auf die bestehenden vergabegesetzlichen Regelungen hin, an die der Staat auch in einer Entscheidung zwischen Microsoft und Linux gebunden sei. Im übrigen würde eine von staatlicher Seite erklärte Präferenz für welche Ausrichtung auch immer, dem freien Wettbewerb zuwider laufen. Darüber waren sich alle Beteiligte einig.

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Biotechnologie - eine Standortfrage

In Wien herrscht Wahlkampf. Neben der klassischen Wahlwerbung merkt man das vor allem auch an der Anzahl der Presseaussendungen der politischen Parteien. Beliebtes Thema der letzten Wochen und Monate: Der Biotech-Standort Wien. Nachdem Baxter der Stadt Wien und dem Biotech-Center in der Muthgasse eine Absage erteilt hat (offiziell wegen des zu starken Euros, inoffiziell wegen des Rückzugs von Friedrich Dorner) und dann auch noch Sandoz seine Unternehmenszentrale von Wien nach Holzkirchen verlagerte, sah die Opposition ihre große Stunde gekommen, der Stadt Wien den \"Schwarzen Peter\" umzuhängen. \"Die Wiener SPö hat verschleppt, verzögert, verschlafen und schließlich alles verspielt\", meinte öVP Wien Gemeinderat Gerhard Pfeiffer und FPö-Wirtschaftssprecher Eduard Schock legte nach: \"Der Wirtschaftsstandort Wien taumelt von einer Geraden in den nächsten Schwinger und ist schwer angeschlagen.\"
Weniger plakativ und polemisch äußern sich die betroffenen Firmen. Für Markus Reinhard, Unternehmenssprecher Baxter Austria, war der starke Euro schuld am Rückzug. Die Gespräche mit der Stadt seien positiv und sehr konstruktiv verlaufen.Sandoz-Pressesprecher Gerold Krischker spricht von einer Entscheidung \"nicht gegen Wien, sondern für Holzkirchen\". Neben der räumlichen Nähe zu operativen Sandoz und Hexal Einheiten in österreich und Deutschland habe vor allem auch die Tatsache gesprochen, dass Deutschland der europaweit größte Generika-Markt ist. Die steuerlichen Vorzüge Holzkirchens (\"Jetzt sind wir das Monaco von Oberbayern.\" Josef Höß, Bürgermeister von Holzkirchen) seien zwar ein Anreiz gewesen, aber nicht unbedingt ausschlaggebend. \"Wäre es nur um die Steuerlast gegangen, hätten wir nach Basel gehen müssen. Dort waren die Bedingungen noch besser\", so Krischker.

\"Deutliche Signale der Politik\"
Auch nach wie vor in Wien ansässige Konzerne, Start-ups und Institutionen können der oppositionellen Kritik nicht viel abgewinnen. \"Die Reaktion der Opposition ist reines politisches Kalkül\", sagt Thomas Fischer, Geschäftsführer von Austrianova. \"Der Standort Wien ist sehr gut\", meint Fischer. \"Auf der BIO 2005 in Philadelphia hatte Wien einen eigenen Messestand. Da hat man gesehen, dass Wien als Biotech-Standort ein sehr positives Image hat.\" Neben dem unternehmerfreundlichen und von kurzen Entscheidungszeiten geprägten Call-System seien vor allem die Förderungen der Stadt Wien und des Bundes bemerkenswert. Dazu zählen vor allem die Initiativen von ZIT und WWTF. Hier bestehe eher die Gefahr eines \"Zuviels\" an Förderungen, denn schließlich könne es nicht Aufgabe der Stadt sein, Biotech-Unternehmen zu gründen, die Gründungen müssen nur erleichtert werden, bricht Fischer eine Lanze für die Stadt. Auch Böhringer Ingelheim, das von 2002 bis 2006 140 Millionen Euro in Wien investiert haben wird, bestätigt das gute Gesprächsklima und die Unterstützung der Stadt Wien - ohne jedoch konkreter zu werden. Allerdings verlangt Böhringer Ingelheim ein noch stärkeres Bekenntnis der Stadt und des Bundes zur Biotechnologie. \"österreich muss deutliche Signale setzen, die das Engagement von Investoren langfristig sicherstellen.\" Dazu gehören langfristig verlässliche Rahmenbedingungen und der von der Politik versprochene rasche Zugang innovativer Arzneimittel in den österreichischen Markt. Auch Sonja Hammerschmid, Geschäftsführerin der Life Science Austria Vienna Region, sieht Wien im internationalen vergleich als absoluten Benchmark. \"Es gibt immer Einladungen auf internationaler Ebene, das ´Projekt Wien´ vorzustellen\", erzählt Hammerschmid. \"Mit den Förderungsprogrammen, der Preseed- und Seed-Finzierung ist Wien absolut führend in Europa.\" Wenig überraschend findet Hammerschmid auch die Bündelung von Interessen in Form von Clustern wie LISA als vorbildhaft: \"Bei uns bekommen Unternehmen sämtliche Informationen über Förderungen und Laborplätze. Zusätzlich helfen wir bei der Vernetzung mit Universitäten und entsprechenden Forschungseinrichtungen.\"

\"Business Angels dringend gesucht\"
Bei allem Lob und Anerkennung hängt aber auch in Wien der Himmel nicht voller Geigen, auch in Wien ist die Welt nicht rosarot. Verbesserungspotenzial orten die in Wien ansässigen Unternehmen vor allem im Bereich der Finanzierung und der medialen Wahrnehmung.
\"Es gibt in Wien ein großes Manko an Risikokapital. Wir brauchen mehr Venture Capital und Business Angels\", sagt Hammerschmid. Auch für Fischer ist das fehlende Risikokapital ein großes Problem. \"Die Stadt hilft zwar bei der Gründung, danach braucht man aber Eigenkapital. Das ist in österreich nur schwer aufzutreiben, deshalb führt der Weg oft zwangsläufig ins Ausland.\" Wichtig wäre es, die zentralen Figuren der österreichischen Wirtschaft für die Biotechnologie zu begeistern. Gespräche werden bereits geführt, Namen dürfen noch nicht genannt werden - aber so groß ist die Auswahl ja schließlich nicht.
Besonderen Aufholbedarf sehen die Unternehmen in der medialen Berichterstattung und der Außendarstellung. Eine Headline wie \"Intercell schreibt rote Zahlen\" zeugt in erster Linie von Unverständnis gegenüber der Materie. Es sollte aber leichter werden, wenn die ersten Start-ups anfangen, Gewinne zu schreiben. Ein Problem ist laut Sonja Hammerschmid auch das negative Image in der Bevölkerung: \"Sobald es um Gentechnik geht, sind die negativen Assoziationen da. Wir müssen verstärkt transportieren, dass es in unserer Branche um Medikamente und Menschenleben geht.\" Das mangelnde PR-Arbeit der Unternehmen wurde auch im Rahmen eines Branchentreffer angesprochen. Dabei waren sich die Teilnehmer darüber einig, dass in dieser Hinsicht etwas geschehen müsse. Es sei aber bereits eine verstärkte Hinwendung zum Thema erkennbar, heißt es aus Teilnehmerkreisen, gefragt sei jetzt aber vor allem der Rat für Forschung und Entwicklung, der im Rahmen von \"Innovatives österreich\" Imagekampagnen starten soll. Eine interessante Metapher, die schon beinahe wie ein gut gelungener Werbeslogan klingt, bringt Thomas Fischer: \"In der Biotechnologie ist es wie in der Kindererziehung. Man muss jetzt investieren, um in Jahren die Früchte ernten zu können. Das ist für Außenstehende natürlich schwer nachvollziehbar, aber unsere Branche lebt davon, dass wir neues Wissen schaffen, das wir dann irgendwann verwerten können.\"

\"Gefahr aus Fernost\"
Neben der fehlenden Finanzkraft und der schlechten Außendarstellung ird der Biotech-Standort Wien in naher Zukunft mit einem neuen Problem konfrontiert sein: Der Konkurrenz aus Asien \"Die Gefahr, dass uns Asien überholt ist natürlich riesengroß\", sagt Hammerschmid. Der finanzielle Background, die hohen Subventionen und nicht zuletzt das klare Bekenntnis der Politik zu Life Science machen den südostasiatischen Raum inklusive China und Indien zu einer Boomregion in Sachen Biotechnologie. In der derzeitigen Situation kann man mit demselben finanziellen Aufwand in China rund sechsmal so viele Entwicklungsprojekte finanzieren wie in Europa und den USA. \"Die Entwicklung eines Medikaments kostet in den USA und in Europa durchschnittlich 800 Millionen Euro, in China jedoch nur 120 Millionen Euro\", schätzt General Biologic in einer Studie zum Biotechnologiemarkt China. Grund dafür sind neben den günstigeren Lohn- und Infrastrukturkosten, den steuerlichen Anreizen und Subventionen, vor allem die deutlich kürzeren Zulassungszeiten. Während die Entwicklung eines Medikaments in den USA bis zu zehn Jahre in Anspruch nimmt, erhält ein neuer Wirkstoff in China in der Regel nach vier, spätestens aber nach sieben Jahre die Zulassung. Ein Quantensprung und ein enormer finanzieller Anreiz. Um neben dieser Konkurrenz auf Dauer bestehen zu können, bedarf es in Wien einer starken Profilbildung, vor allem für kleine Unternehmen und Start-ups. \"österreich ist ein kleines Land und war immer dann erfolgreich, wenn es Nischen besetzt hat\", erklärt Thomas Fischer von Austrianova. \"Nehmen wir nur die Beispiele Red Bull und Swarovski. Hier wurden kleine Nischen global besetzt.\" Diesen Weg versuche auch Austrianova zu gehen. Eben wurde das Medikament Novacaps gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs in Brüssel registriert. Eine Nische, in der die Konkurrenz nicht wirklich ausgeprägt ist, was sich unter anderem daran zeigt, dass es in Brüssel dafür noch nicht einmal eine Registerkategorie gab. Aber auch für große Unternehmen ist die Abwanderung nach Asien nicht zwangsläufig der Weisheit letzter Schluss. Böhringer Ingelheim bekennt sich zwar weiterhin zum Standort Wien, sieht aber auch immensen Standortvorteile im asiatischen Raum. \"Investitionen wie die unsrige werden in Fernost massiv mit Subventionen unterstützt. In Ländern wie Singapur oder Taiwan werden derartige Anlagen zum Teil von den Regierungen errichtet und Firmen zur Verfügung gestellt. Weiters ist die Forschungsquote im außereuropäischen Raum weit höher, als Beispiel sei hier Taiwan mit 3,2 % des BIP genannt\", sagt Unternehmenssprecherin Inge Homolka.
Die Gefahr aus Asien ist also durchaus real, denn \"wenn sie es nur halbwegs vernünftig angehen, dann wird es eng für Europa\", meint Sonja Hammerschmid abschließend.

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Kein Verwirrspiel, konkrete Ziele

Report: Sie wollen nicht als ein Telco verstanden werden, der Festnetzservices über das Kabelnetz von UPC anbietet. Wo liegt ihr Fokus?
Christian Fritzsche: Wissen Sie, jeder hat seine Familie und Geschichte. UPC ist unsere Familie. Trotzdem sind wir ein Anbieter, der sich auf die Vorteile für alle Geschäftskunden konzentriert. Wir betrachten genau, was Geschäftskunden brauchen, was ihre Bedürfnisse sind. Das ist unser Vorteil: Es gibt nicht so viele Anbieter, die sich ausschließlich auf Geschäftskunden fokussieren. Wenn Kunden bei uns im Customer-Care anrufen, dann weiß der Mitarbeiter dort gleich, was ein Geschäftskunde ist. Der Betreuer braucht keinen Spagat zu machen und weiß, worauf es ankommt. Dasselbe gilt für unsere Vertriebsmaschine.

Unser Logo für Kabeltelefonie ist zwar Heritage und hat auch Schuld an dem Verwirrspiel - es stellt aber klar, wofür wir stehen. UPC: das ist eine innovative, gewachsene Struktur, die schon lange auf Glasfaser setzt.

Wie ist ihr Geschäftsmodell außerhalb der Einzugsgebiete von UPC? Priority Telecom ist ja folglich dort reiner Wiederverkäufer von Leitungen anderer Infrastrukturbetreiber.
Die Mehrheit unserer 5000 Kunden sitzt in den Ballungsräumen, dies ist auch bei anderen Anbietern nicht anders. Ich möchte aber nochmals klarstellen: beim Bedienen von Businesskunden geht es nicht um Masse, sondern um umfassenden Service. Die letzten Jahre waren von einem großen Wettbewerb gezeichnet, die einzige Differenzierung ist aber meist - preislich sind wir ohnehin gut - die Beziehung zwischen Kunden und Lieferant. Diese ermöglicht dann Projekte, die effizient über die Bühne gehen. Dies ist besonders wichtig, denn die Telekommunikation ist ein spezielles Produkt, das man eigentlich nicht wahrnimmt solange es funktioniert.

Wir haben eine Größe, die es uns erlaubt, auch in einer großen Gruppe flexibel zu sein. Wir haben immer die Möglichkeit, auf den Kunden speziell einzugehen. Die Frage dazu ist stets: was kann ich anders machen als andere? Zugekaufte Infrastruktur ist aber immer noch ein kleinerer Teil - etwa ein Viertel unseres Geschäfts wird darüber generiert. Wir wollen weiterhin auf unsere eigene Infrastruktur setzen, da nur dort die volle Wertschöpfung machbar ist und dies uns zusätzliche Flexibilität bringt. Wir sind als facility based telco gewöhnt, Leitungen selbst zu betreiben.

Priority Telecom ist nach den Restrukturierungen seit 2004 nur noch in den Ländern Niederlanden, Norwegen und österreich präsent. Gab es seither Wachstum, gab es Veränderungen?
Priority Telecom hat in österreich derzeit 56 Mitarbeiter, setzten dabei aber stark auf Outsourcing-Dienste. Ein Beispiel: Löcher in den Boden zu vergraben und Leitungen zu verlegen können andere besser. Unser Customer-Care-Center hingegen ist unsere Kernkompetenz. Meine Kunden zu betreuen und zu servicieren möchte ich niemand anderem anvertrauen. Es gibt noch einzelne Assets in Osteuropa, die zurzeit unbenutzt sind - unsere Infrastruktur in Bratislava etwa. Diese Märkte werden von der Konzernzentrale in Amsterdam ebenso wie von Wien aus genau beobachtet. Zurzeit ist aber noch keiner dieser Märkte bereit, um dort wieder groß einzusteigen zu können.

Sie promoten als einer der wenigen Anbieter noch immer ISDN-Produkte. Wie lange wird Priority Telecom dies noch tun? WIe sieht ihre Roadmap dagegen im Bereich IP-Telefonie aus?
Bei ISDN sehe ich eine letzte große Welle, KMU setzen sich derzeit stark damit aus. Oft wird dazu eine Kombination mit breitbandigeren Produkten gewählt. ISDN ist aber sicherlich eine Sache, die bald zu einem Ende kommt - sie lebt stark von Produkten, die allesamt schon auf den Markt gekommen sind. ISDN kann aber weiterhin Funktionen bieten, die am klassischen Festnetz nicht servicierbar sind. Und davon kommen fast schon täglich neue hinzu, vieles davon aus der für die Nutzer bekannten Handywelt. Mit IP werden dazu völlig neue Möglichkeiten wahr, Provider sind damit auch zunehmend weniger von den Herstellern abhängig. Wir haben die ersten Kunden dazu schon gewinnen können. Sie schätzen Computer-Integrated-Telephony, Voice-Mail oder etwa die Adressen aller österreichischer Unternehmen am Telefon verfügbar zu haben. Vieles davon war in der Vergangenheit nur für Großkunden kostspielig möglich. Nun werden solche Funktionen stärker in den KMU-Markt gebracht.

Durch Dienste wie VoIP sinken die Bruttomargen der traditionellen Switching-Companies unaufhörlich. Wie begegnen Sie dieser Gefahr?
Wir sind in einem sehr kompetitiven Umfeld in dem kontinuierlich der Rechenstift gespitzt wird und aggressive Produkte den Markt bestimmten. Die Telekommunikationsbranche insgesamt ist aber kein Ort, an dem man sich auf seinen Produkten ausruhen kann. Es gilt stets, das neueste und sinnvollste bereitzustellen. Da muss man nicht wehleidig sein - sie werden mich an dieser Stelle auch nicht jammern hören. Es ist einfach so: Derjenige, der die Kunden effektiv und kosteneffizient bedienen kann, wird daran auch verdienen. Die Kunden wollen über einen längeren Zeitraum Qualität geboten bekommen - bei Telefondiensten ebenso wie bei Netzwerken. Weiters setzen wir auf andere TK-Dienste wie Mehrwertrufnummern.

Wann wird die Flatrate im Telefoniebereich nach österreich kommen? Denken Sie bereits darüber nach?
Wir denken über so etwas nach. Wenn Sie wollen, haben wir aber jetzt schon ähnliches am Markt. Man zahlt schließlich schon sehr wenig für Ortsgespräche. Es wird in absehbarer Zeit Flatrate-Angebote im Telefoniebereich geben, diese werden aber nicht alle gleichmäßig zufrieden stellen. Etwa wird übers Jahr hinweg Monat für Monat unterschiedlich intensiv telefoniert. In den Sommermonaten wären dann Flatrate-Kunden nur bedingt über einen Pauschalpreis glücklich, der sie im Dezember wiederum absolut zufrieden stellt. Solche Produkte müssten für beide Seiten transparent sein. Obergrenzen in der Telefonie gibt es aber im Geschäftsbereich weniger, denn Unternehmen wollen genau sehen können, wo und wie viel telefoniert wird. Wir werden dazu auch sicherlich keine ruinösen Angebote stellen. Kein Unternehmen will ein Produkt, wo es sagen kann: Wow! Hier verliert mein Anbieter viel Geld! Es wird also eine gesunde Entwicklung dazu geben.

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\"Bäume wachsen nicht in den Himmel“

Report: Die One-Eigentümer haben ebenfalls Interesse an einer übernahme des Mitbewerbers tele.ring, der von seinem Eigentümer Alltel zur Disposition steht. Wird One demnächst zu einem größeren Player in österreich wachsen? Wie sehen Sie die von allen erwartete Konsolidierung am Mobilfunkmarkt?

Jørgen Bang-Jensen: In den Medien war zuletzt zu lesen, dass für tele.ring keine konkreten Angebote gelegt worden sind. Ich denke, dass in einer ersten Runde Private-Equity-Fonds den Kauf der Alltel-Tochter realisieren könnten. Unternehmen wie diese haben ganz andere Budgets als Telcos. Danach könnten die Assets etwa an einen Mobilfunkbetreiber wie One wandern. Unsere Eigentümer - wenn ich hier für sie sprechen kann - haben am Wachstum am österreichischen Mobilfunkmarkt ein ungebremst großes Interesse. Warum aber der Verkauf von tele.ring derzeit etwas schleppend verläuft, ist leicht erklärt. Zum einen ist der Mobilfunkmarkt hierzulande sehr hart umkämpft - dadurch werden Investoreninteressen gebremst. Zum anderen fördert nun die aktuelle Diskussion um die geplante Sendeanlagenbesteuerung in Niederösterreich nicht gerade die Investitionssicherheit. In Paris und Stockholm werden solche Vorgänge, die den Wert eines Mobilfunkunternehmens über Nacht negativ verändern können, schlichtweg nicht verstanden.

Das größte Problem freilich ist, dass es in österreich zu viele Mobilfunknetzwerke gibt. Auf 350 Einwohner kommt hierzulande eine Funkstation. In anderen Ländern sind dies noch 1000 Einwohner pro Station. Aus dieser überinvestition heraus ist vielleicht dem Land österreich in seiner Mobilfunkabdeckung ein großer Vorteil gewachsen. Doch für die Mobilfunker selbst gefährden diese überinvestitionen langfristig den wirtschaftlichen Erfolg. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: jeder hätte natürlich gerne eine lückenlose Netzabdeckung entlang allen Bahnstrecken der Bundesbahnen. Allein rechnen sich die notwendigen Investitionen dazu nicht. Wirtschaftlich gesehen können wir nicht jede einzelne Bahnstrecke versorgen.

Es wird heuer noch - oder längstens in zwei, drei Jahren - eine Marktkonsolidierung geben, da es derzeit einfach zu viele Netzwerke gibt. Es gibt dazu eine passende Redensart: Bäume wachsen nicht in den Himmel! Bei drei Playern war der Preiswettbewerb noch sinnvoll und machbar. Bei fünf Mobilfunkern ist dies nicht mehr möglich. Die Wachstumsstrategie einzelner Player wie tele.ring und des Mobilfunkmarktes insgesamt stößt nun an ihre Grenzen. Ich denke, dass logischerweise entweder One oder T-Mobile das tele.ring-Netzwerk übernehmen werden. T-Mobile hat bislang die größten Marktanteile an tele.ring verloren und beginnt nun dank besseren Produkten und effizienterem Marketing wieder Kunden zurück zu gewinnen. Und die Gesellschafter bei One sind grundsätzlich auf Wachstum und weitere Investitionen eingestellt. Wenn es hier Möglichkeiten gibt, werden wir sie wahrnehmen. Da One selbst nicht zum Verkauf steht, bleibt damit nur die übernahme eines anderen Players. Unsere Gesellschafter sind stets für neue Initiativen bereit. Das hat sich bei unserer Tochtergesellschaft Yesss gezeigt.

Wie sind denn die Zuwachszahlen bei Yesss? Wie viele Kunden hat die Diskont-Tochter bereits?

Yesss konnte bereits massiv Kunden gewinnen, die Zahlen dazu haben bislang alle unsere Erwartungen übertroffen. Ziel war es, bis Ende des Jahres 50.000 Kunden zu haben - dies werden wir übertreffen. Auch telefonieren die Yesss-Kunden wesentlich mehr, die Marge pro Kunde ist besser als erwartet. Genaue Zahlen werden wir im August bekannt geben.

Eine eindeutige Positionierung der Mobilfunkbetreiber ist mehr denn je wesentliches Kriterium für den Geschäftserfolg an einem so heiß umkämpften Markt wie österreich. One, das sich noch bei seinem Marktstart 1998 mit dem Begriff \"rauschfrei“ als Qualitätsprovider positionieren konnte, hat dieses Attribut scheinbar kampflos der mobilkom überlassen. Diese heftet sich nun \"kristallklar“ für ihre Sprachqualität im Mobilfunknetz ans Revers. Wie konnte One diese Positionierung abhanden kommen?

Netzqualität ist immer noch ein Thema für uns, auch wenn wir nicht mehr dafür werben. A1 ist sicherlich das größte Netz bezüglich seiner Abdeckung - unser Netz dagegen ist nach wie vor in seiner Qualität größer und besser. Die mobilkom ist ein Provider, der ständig die Produkte und Anstrengungen seiner Mitbewerber kopiert. Auch in diesem Bereich hat uns die mobilkom nachgemacht. Wir haben dagegen nicht die Marketingmacht, wie sie die mobilkom pflegt, um uns in Werbeschlachten einzulassen. Und wir sahen übrigens auch nicht die Notwendigkeit dazu. Umfragen unter unseren Kunden zufolge wird One immer noch mit sehr guter Netzqualität assoziiert. Ich würde aber nicht ausschließen, dass wir dieses Thema in Zukunft wieder bewerben, sicherlich aber nicht besonders prominent.

Wird die neue, angestrebte Positionierung, die über dem Attribut \"Service“ erfolgen soll, die verlorene Schlacht wieder wettmachen können? Solch eine Positionierung gelingt ja nicht von heute auf morgen. Ich stelle mir vor, dass es schwierig ist, die Endkunden davon zu überzeugen.

Es dauert immer etwas, bis die Bevölkerung solche Entwicklungen sieht und erkennt, welchen Vorteil wir als Mobilfunkbetreiber bieten. Service bedeutet für uns aber vor allem einmal die Differenzierung von einer reinen Preispolitik und dem Technologiewettlauf. Wir sind davon abgekommen, stets überall die Ersten zu sein und setzten nun auf besseren Kundenservice in unseren Bonusprogrammen, in den Service-Shops und in der Beratung. Einfach gesagt: es sind die Produkte, die das Leben einfacher machen, die am Markt nachgefragt sind. Ein jüngst gelaunchtes Beispiele dazu ist die Cost Control, die der Kostenfalle Handy, wie sie ja in den Medien seit Jahren kolportiert wird, ein Ende setzt. Wir werden weiter Produkte bringen, die in diese Richtung gehen. Ein weiteres Beispiel dazu ist das Handy als Nebenstellenanlage, das nun für Kosteneinsparungen und Effizienz in den Unternehmen sorgt.

Ich höre oft die Frage, ob denn ein besserer Service nicht automatisch mit höheren Kosten für den Netzbetreiber verbunden ist. Die Antwort ist aber klar: Nein. Aus einem Grund: Wir setzen nun den Kunden in den Mittelpunkt der Prozesse, verstehen ihn dadurch besser und passen ebendiese Prozesse optimal an seine Bedürfnisse an. Für das Ergebnis, nämlich am Ende des Tages bessere Lösungen zu haben, brauche ich nicht zweimal so viele Mitarbeiter. Im Gegenteil - die vorhanden Shopmitarbeiter etwa können nun mit erweiterten zugewiesenen Kompetenzen mehr direkt erledigen.

Einen Service möchte ich noch hinzufügen: wir bieten auch Service für unsere Gesellschafter - wir möchten Geld verdienen. Dies ist wichtig für den Markt und für Investoren. Unsere EBITDA-Marge belief sich 2004 auf 29 Prozent und wir werden auch dieses Jahr ein Wachstum in Kunden und Umsätzen haben. Auch das Ergebnis wird wieder stimmen.

Während der mobilkom und T-Mobile massive Erfolge im Geschäftskundenbereich zugestanden werden, scheint es zu diesem Thema bei One noch immer auffallend ruhig zu sein. Haben Sie zu wenig Business-Kunden?

Das ist eine völlig falsche Einschätzung. Unsere Business-Produkte haben 17 Prozent Marktanteil und generieren 20 Prozent Umsatz innerhalb von One. 2004 lag dieser interne Umsatzanteil noch bei 17 Prozent. Wir gewinnen Kunden im KMU-Segment, und fokussieren uns auf diese Kundengrößen. Unser Vorteil dabei: wir sind unbürokratisch und haben Produkte wie etwa die Kostenkontrolle für Mitarbeiter eines Unternehmens oder Wertkartenhandys für die zweite, private Leitung auf Firmenhandys. Unternehmen können sich nun wohl fühlen, wenn ihre Mitarbeiter One-Handys haben. Wir sind sehr zufrieden mit dem Business-Segment und sehen dass Services wie die mobile Nebenstelleanlage für A1 bereits sehr ärgerlich sind. Ich denke, die mobilkom wird in zwei bis drei Monaten mit einem ähnlichen Produkt nachziehen.

Zur Handysubventionierung: die Mobilfunker befinden sich aufgrund der massiven Preisstützung der Handsets in einem gehörigen finanziellen Dilemma. Gibt es eine Möglichkeit für die Branche, dieser Kostenspirale jemals zu entkommen?

Niemals, so lange es Betreiber gibt, die Marktanteile gewinnen wollen. Denn so etwas läuft nun mal über Gerätesubventionen. Es ist auch bei den UMTS-Handys bereits der Trend abzusehen, dass diese, so bald sie Massenware werden, preislich stark gestützt werden.

Sie haben es bereits kurz angesprochen: fürchten Sie, dass weitere Bundesländer dem Beispiel Niederösterreichs folgen werden und Sendeanlagen besteuern?

Ich fürchte schon, dass dieses Beispiel Schule macht - hoffe gleichzeitig allerdings, dass die Länder die ursprüngliche Intention, die Zahl der Sendemasten verringern zu wollen, wirklich ernst meinen. Was nun aber aus Niederösterreich gekommen ist, ist völliger Wahnsinn. Das geplante Gesetz hat nur eine einzige Auswirkung: Geldbeschaffung. Incentives für die Netzbetreiber, um die Zahl der Sendeanlagen verkleinern zu wollen, gibt es hier nicht. Landeshauptmann Pröll behauptet, den Wildwuchs bei den Sendemasten einzudämmen - das ist Blödsinn, wie Durchrechnungsbeispiele aus der Praxis zeigen. Wenn also über Sendeanlagenbesteuerungen auch in anderen Bundesländern nachgedacht wird, erwarte ich, dass dies in engen Konsultierungen mit den Mobilfunkern passieren wird. Wenn schon die Landesregierungen solche Steuern einheben, dann sollten diese auch die Auswirkung auf die Arbeitsplätze beachten.

Wenn Sie einen kleiner überblick über zukünftige Umsatztreiber im Business-Bereich wagen - Welche Services werden abheben, werden von den Geschäftskunden angenommen?

Die mobile Nebenstellenanlage ist mein persönlicher Favorit. Mit einem einzigen Gerät alles erledigen zu können, ist sicherlich ein \"Killer“. Weiters wird die Funktion zunehmend wichtig, Privat- und Geschäftskosten im Mobilfunk trennen zu können. Und drittens heben bereits UMTS-Datenkarten sehr gut ab, die für den mobilen Breitbandzugang in Notebooks sorgen. Wir könnten jede Karte, die wir zurzeit bekommen, sofort wieder verkaufen. In einigen Jahren werden alle Nutzer Endgeräte mit Kalender und E-Mail-Funktion haben. Den Durchbruch in den Massenmarkt wird aber mit Sicherheit nicht der BlackBerry schaffen - dafür ist dieser Marketing-Gag zu proprietär und teuer. Vielmehr werden Geräte die Businesswelt ändern, die dank der neuen Initiativen Microsofts die Synchronisation mit Office- und Mail-Programmen ermöglichen. Hier waren wir übrigens die ersten in österreich, die eine Synchronisation mit Microsoft-Software unterstützten.

Bemerkenswert allerdings ist generell das neue Selbstverständnis, mit dem die Nutzer die neuen Möglichkeiten im Mobilfunk sehen. Ich habe vor kurzem meinem Vater mit meinem Handy ein Video meiner beiden Kinder geschickt. Er ist 78 Jahre alt und hat trotz seines Alters lediglich gemeint: \"Oh, jetzt kann man auch schon Videos schicken“.

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Die besten Sager im März

\"Die Eigentümerstruktur bei der mobilkom ist hervorragend. Immerhin bin ich als mobilkom-Chef auch im Vorstand von Telekom Austria. Das ist doch eine Karriere\",
so Generaldirektor mobilkom austria, Boris Nemsic auf die Frage nach seiner Einschätzung der gegenwärtigen Eigentümerstruktur der mobilkom.

\"Liechtenstein ist ein sehr kleiner Markt, aber jeder einzelne Kunde ist uns sehr viel wert\",
so Nemsics euphemistische Umschreibung der Tatsache, dass jeder mobilkom-Kunde in Liechtenstein im Schnitt 81 Euro Umsatz pro Monat erbringt.

\"Es gibt in österreich sechs Anbieter. In den USA auch, nur haben die ein paar mehr Einwohner\",
erklärt mobilkom-Marketingleiter Hannes Ametsreiterdie hochkompetitive Situation auf österreichs Mobilfunkmarkt.

\"Kamera-Handys sind sozusagen die Einstiegsdroge, die die Menschen dazu bringen, sich richtige Digitalkameras zu kaufen\",
so Canon österreich Chef Peter Baldauf auf die Frage, ob Kamera-Handys eine Bedrohung für Digitalkameras darstellen.

\"Ich habe wahrgenommen, es geht aufwärts. Und das ist mir das wichtigste\",
sagte der deutsche Wirtschaftsministers Wolfgang Clement nach seinem Besuch der CeBIT. Von der Computermesse könnten auch andere Bereiche \"wieder die Zuversicht lernen\".

\"Betreiber drahtloser Netzwerke sehen sich mit vielen Problemen konfrontiert - darunter auch mit der Frage, wie sie aus existierenden Netzwerken mehr Umsatz generieren sollen\",
will Pat O`Brien, Leiter der Business-Unit Connectivity bei ADC mit seinen Produkten dem einen oder anderen Problem beikommen.

\"Die ökonomische Realität am heimischen Telefonmarkt ist geprägt von einem dramatischen Preiskampf zwischen dem Festnetz und dem Mobilfunk. Und in dieser Situation werden die Kunden von Telekom Austria auch noch drastisch benachteiligt“,
kommentiert TA-Festnetzvorstand Rudolf Fischer den Beschluss des Kartellgerichts angesichts eines wettbewerbsverzerrenden TikTak-Tarifs.

\"Ganz österreich wird bald mit dem Handy bezahlen können. Vielleicht noch nicht 2004, aber bald\",
erwartet schon ungeduldig M-Payment-Vorreiter Jochen Punzet, paybox austria.

\"Mir ist kein anderer Standard bekannt, der ausnahmslos allen Kunden M-Payment gestattet. Das ist doch alles nur abstraktes Gewirr in irgendwelchen Räumen\",
sieht Punzet seine Bezahllösung gegenüber nationalen wie internationalen Initiativen des Mitbewerbs im Vorteil.

\"Ziel ist nicht der kurzfristige finanzielle Erfolg, sondern das Schaffen einer fundierten Basis und Kooperation mit den richtigen Partnern\",
bekennt markterfahren Markus Breyer, Leiter Microsoft Business Solutions.

\"Kinder haben das Recht, das Internet unbeschwert nutzen zu können, zu chatten, zu lernen oder zu spielen\",
will EU-Kommissar Erkki Liikanen das WWW kindersicher machen. Die Europäische Kommission will für das Programm \"Mehr Sicherheit im Internet\" 50 Mio. Euro locker machen.

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Suche nach Konvergenz

Von Gunnar Sohn

Der britische Telekomkonzern BT präsentierte in London sein erstes Konvergenztelefon, das Festnetz und Mobilfunk kombiniert, für den englischen Markt. Das Projekt, dass bisher den Codenamen \"Bluephone\" hatte, kommt nun mit der offiziellen Bezeichnung \"BT Fusion\" auf den Markt. Möglich gemacht wird die neue Technologie durch die Installation des sogenannten \"BT Hub\" in der Wohnung. Der \"BT Hub\" benutzt die drahtlose Bluetooth-Technologie, die das \"BT Fusion\"-Endgerät im Haus als Festnetzgerät funktionieren lässt. Außerhalb der Reichweite dieser Basisstation bucht sich das Telefon wie ein bisheriges Handy in ein GSM-Netz ein. \"Der BT Hub ist gleichzeitig ein Wireless-LAN-Router. Er ermöglicht es dem BT-Kunden auch, PCs, Laptops, Spiele-Konsolen oder Drucker drahtlos zu vernetzen\", teilte BT mit.

Hintergrund der Initiative von BT ist das geplante Projekt \"21th Century Network\". Das 10-Milliarden-Pfund-Programm sieht vor, in den nächsten Jahren das Telefonnetz auf das Internet Protokoll umzustellen. Die Briten wollen die traditionelle Schaltkreistelefonie bis 2010 vollständig abschaffen. \"Am Ende des Jahrzehnts werden wir da den Stecker rausziehen und etwas beenden, was über ein Jahrhundert lang unser Geschäft war\", sagte der zuständige BT-Vorstand Paul Reynolds. Die neue Infrastruktur, die auf dem Internet Protokoll (IP) basiert, kann Sprache und Daten gleichzeitig übertragen. Sie sei somit effizienter und für neue Angebote einsetzbar. Ab 2008 sollen die Kosten bei den Briten so um jährlich 1,5 Milliarden Euro sinken.

Omar Khorshed, Vorstandschef der Düsseldorfer acoreus AG, sieht in der Einführung des Gerätes den richtigen Entwicklungsschritt. \"Eine für den Benutzer transparente Technologie, die ihm unabhängig vom benutzten Dienst jeweils den unter Kosten- und Qualitätsaspekten für ihn optimalen übertragungsweg bietet, wird in naher Zukunft zum Standard werden\", erklärte Khorshed in einer Stellungnahme. \"Die seit langem heraufbeschworene Konvergenz ist in den vergangenen Jahren marktreif geworden. Das gilt für Sprache und Daten, für Festnetz und Mobilfunk\", so Khorshed weiter. Auch die Unternehmenskommunikation stehe vor einem Paradigmenwechsel, heißt es in einem Strategiepapier des schwedischen TK-Konzerns Ericsson. \"Die ehemals getrennten Internet-, TV- und Telefonwelten wachsen zusammen\", weiß Mehdi Schröder, Sales Director für das Enterprise-Geschäft der Ericsson GmbH Deutschland.

Ericsson hat die Kommunikationsinfrastruktur im eigenen Unternehmen analysiert: 70 Prozent aller Mitarbeiter benutzten bislang neben einem Festnetzanschluss auch ein Mobiltelefon, das bestenfalls per Rufumleitung auch die Anrufe auf das Festnetzgerät empfangen konnte. Dennoch waren Mobilität und Kommunikationsmöglichkeiten des Mitarbeiters beschränkt. Durchwahlnummern oder die Weiterverbindungen zu Kollegen konnte auf diese Art noch nicht genutzt werden, da kein Zugriff auf die Möglichkeiten einer kompletten firmeninternen Telefonanlage möglich war. Hier setzt Ericsson nun an: \"Mit dem so genannten Push to talk over Cellular (PTT), einer Art Walkie-Talkie-Funktion für das Handy, ergeben sich neue Geschäftsanwendungen\", so Schröder. OnePhone heißt das Projekt bei Ericsson, das die Erreichbarkeit auf einem einzigen Endgerät möglich macht. Es basiert auf einer einheitlichen Plattform für Festnetz und Mobilfunk, dem so genannten IP Multimedia Subsystem (IMS). Mit IMS könne man per Notebook oder Smartphone kommunizieren, gleichzeitig Daten bearbeiten und austauschen. Diese Verschmelzung der Kommunikationskanäle baue komplett auf dem Internet-Protokoll auf.

Zwar stehe das System noch am Anfang - für Firmenkunden biete diese Lösung jedoch bereits erkennbare Vorteile: Zunächst sei jeder Mitarbeiter unter einer einzigen Telefonnummer immer erreichbar und könne jederzeit auf die volle Leistung der firmeninternen Telekommunikationsanlage zugreifen. OnePhone verkürze die Kommunikationswege, senke die Kosten und erhöhe die Effizienz. Nicht zuletzt sei auch eine höhere Kundenzufriedenheit zu verzeichnen, wenn in einem Unternehmen eine schnelle Erreichbarkeit der Mitarbeiter gewährleistet sei. Eine komplette Neuanschaffung von Telefonanlagen sei jedoch nicht nötig. \"Die TK-Anlage ist und bleibt das Herzstück der Kommunikation\", versichert Mehdi Schröder, eine Umstellung könne man schrittweise vornehmen. Ericsson selbst hat es mit rund 20 000 Mitarbeitern im schwedischen Mutterkonzern vorgemacht und trägt mit der Entwicklung der zunehmenden Mobilität in Unternehmen Rechnung: \"Dort konnte man die durchschnittliche Anzahl der Telefone eines Mitarbeiters von 2,5 auf 1,2 reduzieren\", führt Schröder aus. Je nach dem, wie viele mobile Mitarbeiter ein Unternehmen habe, würden sich nach 10 bis 18 Monaten nach Einführung des Systems die Kommunikationskosten pro Mitarbeiter um bis zu 30 Prozent verringern. \"Eine Umstellung lohnt sich auch, weil es weniger Geräte, weniger Wartung, weniger operative und fixe Kosten gibt.\" Potentielle Kunden sind für Schröder beispielsweise Versicherungen oder Wartungsdienste mit einer großen Zahl Außendienstmitarbeiter. Diese könnten dann von überall aus über ein einziges Gerät alle Kommunikationskanäle nutzen. Mobile und Telearbeitsplätze werden nahtlos in die Kommunikation des Unternehmens einbezogen, der Mitarbeiter befindet sich immer und überall \"virtuell\" im Firmennetz, hat Zugriff auf alle TK-Funktionen und ist unter seiner Durchwahl erreichbar.

Die IP-Kommunikation und die tektonischen Veränderungen des Marktes
Die IP-Kommunikation ist eine Basisinnovation, die in den nächsten Jahren zu erheblichen Umbrüchen führen wird. Die derzeitige Wirtschaftskrise ist eine direkte Folge eines auslaufenden Innovationszyklus, der die üblichen Symptome zeigt: Rezession, Börseneinbrüche, hohe Arbeitslosigkeit, allgemeine Verunsicherung bei den Akteuren und Investoren. \"Aus dieser Talsohle haben wir uns zwar noch nicht ganz befreit. Aber wir nähern uns dem Wendepunkt\", so die Marktanalyse von Helmut Reisinger, Geschäftsführer des Stuttgarter IT-Dienstleisters Nextiraone. In jedem Langzyklus würden neue Ideen, Strategien, Bedürfnisse, Firmen, Arbeitsplätze, Formen der Arbeitsorganisation, Qualifikationsanforderungen, Produkte und Dienste entstehen: \"ähnliches werden wir auch mit der IP-Kommunikation erleben. Die Konvergenz von Sprache und Daten ermöglicht die Verwendung eines einzigen Netzwerks für alle nur denkbaren Medienformate. Wir haben zwar schon die Technik des digitalen Zeitalters: virtuelle Assistenten, die Anrufe weiterleiten, SMS und Instant Messages, PC und PDA. Die unterschiedlichen Endgeräte und Kommunikationsformen sind allerdings nicht aufeinander abgestimmt. Hier liegt die Stärke der IP-Kommunikation. Es ist wie in der elektrischen Energie. Der Nutzen entsteht aus dem Antrieb eines Geräts. IP-Kommunikation ermöglicht die übertragung von Sprache und Daten im selben Netz - das alleine bringt schon enorme Kostenvorteile\", sagt Reisinger. Der größte Nutzen liege bei den neuen Anwendungen und im Einsatz neuer Kommunikationsterminals. Es sei heute schon möglich, mit nur einer einzigen virtuellen Rufnummer zu arbeiten. Das System versuche zunächst, den Festnetzanschluss zu erreichen und anschließend das Handy. Reisinger spricht sogar von tektonischen Veränderungen des Marktes: \"Nicht nur bei Herstellern und Carriern werden die Karten neu gemischt, was ja bereits in den vergangenen Jahren zu beobachten war, sondern in vielleicht noch stärkerem Maße bei den Anbietern von Kommunikationsfunktionalität. An die Stelle der klassischen Telefon-Aufbaufirmen, gleich welcher Größenordnung, treten Service-Anbieter mit Beratungsqualität und Wissen. Sie erobern die Dienste für Sprache, Daten und Applikationen.\"

Zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt der Contact Center-Softwarespezialist Genesys: \"Die Marktänderungen verlaufen dramatisch. In Gesprächen mit Kunden gibt es nahezu kein neues Projekt mehr, was nicht auf Basis der IP-Kommunikation nachgefragt wird\", so Michael-Maria Bommer, Managing Director von Genesys. An schlüssigen Strategien für die IP-Technologie käme niemand mehr vorbei, auch nicht die klassischen Telcos. \"Nur sollten wir aufhören, dabei ständig ans Telefon zu denken. Das User-Interface für die IP-Kommunikation ist der Desktop. Wer glaubt, dass Microsoft, IBM oder Dell sich dieses Geschäft wegnehmen lassen, hat den Markt nicht richtig verstanden\", so Bommer.

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