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Ausgestochen und eingesetzt

Gut Ding braucht Weile, heißt es in jeder Eisenbahnerfibel. Gemäß den starren Strukturen in der geschlossenen Welt der Schienenwege, ist im Bahnbereich auch die technische Umsetzung innovativer Kommunikationssysteme ein mitunter Jahre dauerndes Unterfangen. So auch auf der Roadmap für eine einheitliche Bahnkommunikation in Europa. Die Nischen-Mobilfunktechnologie GSM-R wird weltweit lediglich von den Herstellern Siemens, Nortel und Huawei unterstützt. Trotzdem spielt sie bereits eine Riesenrolle in Europa - und künftig auch in österreich. Insgesamt 70 Millionen Euro, schätzen Experten, wird die öBB in Haupt- und Nebenstrecken investieren müssen, um Züge und Streckenabschnitte dem internationalen Kommunikationsstandard anpassen zu können. über GSM-R werden dann Zugführer, Fahrdienstleiter und Streckenposten artgerecht kommunizieren können. GSM-R wird zudem zum Trägersystem für ein europaweit einheitliches Zugsicherungs- und Signalsystem.

Die Ausschreibung für den GSM-R-Ausbau in österreich wurde nach jahrelangem Zögern im April gestartet, eine Entscheidung für den Zuschlag für eine erste Teststrecke zwischen Wels und Passau wird für den Herbst erwartet. Einem weitaus größeren Unterfangen als den kolportierten 70 Millionen Euro möchte sich der Wiener Netzintegrator Kapsch CarrierCom aber im Nachbarland Ungarn widmen. Dort kann der Nortel-Partner die Karten auf die sprichwörtlich grüne Wiese setzen: Ein Analog-Zugfunksystem wie es die österreicher bereits im Einsatz haben, das die GSM-R-Erweiterung auf einen relativ günstigen Upgrade reduziert, existiert jenseits von Sopron nicht. Kapsch-Manager Horst Kaufmann rechnet mit einem Gesamtvolumen von 200 Mio. Euro, die dadurch in Ungarn schlagend werden.

Auch im Marktumfeld tut man sich nicht besonders schwer. Behaupten muss sich das Kapsch-Nortel-Konsortium aller Voraussicht nach nur gegen den Mitbieter Siemens. Der chinesischen Huawei werden aufgrund fehlender Referenzstrecken keine großen Chancen eingeräumt, da die Ungarn zwingend Testimonials existierender Lösungen fordern. Auch in österreich verpuffte das Ausschreibungsangebot an die Chinesen ohne jede Reaktion. \"Wir haben keine Antwort auf unsere Anfragen bekommen“, berichtet öBB-Sprecher Jörg Wollmann.

Zwar schätzt Kapsch-Spezialist Kaufmann die Asiaten als technisch gut aufgestellt ein, Kapsch könne aber mit der breiten GSM-R-Praxis in Tschechien und neuerdings auch in der Slowakei punkten. Vorstand Thomas Schöpf eröffnete Anfang September die Teststrecke Bratislava-Senec. Kapsch CarrierCom, das als Generalunternehmer bereits in Tschechien den internationalen Bahnkorridor IV mit GSM-R-Infrastruktur bestückte, kann damit in der Slowakei anschließen. Auch wenn der Ausbau bereits vor Jahren hätte beginnen können: Die Wiener gewannen den slowakischen Integrationsauftrag bereits 2002. Doch platzte der Deal nur Monate später - schuld war ein Regierungswechsel. 2005 wurde neuerlich verhandelt, Ende letzten Jahres dann zum zweiten Mal unterzeichnet. Geboten wird nun die ganze Bandbreite, bis hin zur eigenen Fertigung der On-Board-Units, die in Wien zusammengesetzt werden. Bis zum Jahresende will Kapsch das slowakische GSM-R-Netz um 90 Streckenkilometer respektive 14 Basisstationen erweitert wissen. Der Erfolg in Zentraleuropa wird in übersee durchaus registriert: Nortel kündigte bereits an, einen Großteil der Softwareentwicklung für GSM-R nach Wien zu bringen.

überhaupt, die Kanadier sind bei den Bahnfunk-Ausschreibungen dick drin: In Deutschland, das die Umstellung auf GSM-R stufenweise bis zum Jahr 2013 vorantreibt, werden derzeit alle Hauptstrecken der Deutschen Bahn mit Nortel-Equipment ausgerüstet. Während Siemens jüngst große Digitalfunk-Aufträge in Indien an Land ziehen konnte, hat Nortel auch in China einen Auftrag des Bahnministeriums gewonnen - und dort sogar den local hero Huawei ausgestochen.

Mobilfunk für Eisenbahner
Um die national unterschiedlichen Regeln für die Bahnkommunikation zu standardisieren, beschlossen in den Neunziger Jahren 32 Eisenbahngesellschaften aus 24 Ländern Europas die technische Umsetzung eines einheitlichen Systems. Das digitale Mobilfunksystem GSM-R nutzt Frequenzen, die direkt unterhalb des klassischen GSM-900-Bandes liegen. Bei GSM-\"Railway“ sind weitaus mehr Funktionen als in herkömmlichen Funknetzen möglich. In den Zügen fest installierte GSM-R-Telefone sind mit Schnittstellen für Broadcast- und Gruppenrufsystemen ausgestattet, die eine Kommunikation mit definierten Benutzergruppen (etwa: alle Züge in der Region XY) ermöglichen. Für Bahnarbeiter oder Rangierpersonal gibt es Mobiltelefone, die normalen Handys ähneln, aber robuster sind. Zum Einsatz kommen Push-to-talk für Gruppenrufe und Ruftypen mit verschieden hohen Prioritäten, um bei Notrufen andere Gespräche unterbrechen zu können. Weiters: GSM-R ist als Trägersystem für ETCS (European Train Control System) vorgesehen und bildet somit die Basis für ein europaweites Signal- und Zugsicherungssystem.
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Auf der Suche nach Kommerz

Von Stefan Pattis

Internetdienstleister wie MySpace.com und YouTube.com werden von der Wirtschaftspresse als Zeichen dafür genommen, dass es mit der Netzökonomie wieder aufwärts geht. Letztens wurden wieder Summen gezahlt, die an die späten Neunziger Jahre gemahnen. Allerdings wähnten sich manche Kritiker auch durch die mangelnden Gewinnkonzepte in den Zeiten der Internetblase. Die Dienste können zwar eine Unmenge von Anwendern im werberelevanten Bereich vorweisen (siehe Kasten); die Zielgruppe, großteils aus dem Segment der Unterzwanzigjährigen, reagiert auf kostenpflichtige Angebote und zu viel Werbung freilich allergisch.

YouTube: Ersatz für Banner-Werbung. Nun scheint sich das Dickicht zu lichten: YouTube hat letztens den Treasurer und Vice Senior President von Yahoo.com, Gideon Yu, abgeworben. Er soll helfen, die enormen Nutzerzahlen in Gewinne umzusetzen; Charlene Li vom Technologie- und Marktforschungsinstitut Forrester Research nimmt an, dies würde primär über Videowerbung geschehen. Klassisches Internet-Advertising durch Werbebanner sei am Ende; vielmehr liege die Zukunft in Werbevideos, die der Kunde selbst herunterlädt.

Als Beispiel nennt Li den Hype um die \"Mentos-Cola-Fontänen“: die auf YouTube mehrfach vorgestellte Tatsache, dass Mentos-Bonbons, die man in Colaflaschen wirft, zu meterhohen Colafontänen führen, hatte es bis in die Schlagzeilen des Boulevards gebracht. Neben klassischem Guerilla-Marketing, für das YouTube prädestiniert scheint, sind jedoch auch gut gemachte klassische Kampagnen interessant genug, um den Internetsurfer zu einem freiwilligen Klick auf Werbung zu bewegen. Beispiel hierfür sind die aktuellen Werbespots des Computer-Herstellers Hewlett-Packard, die auf bekannte Hip-Hop-Künstler setzen. Für die Verbreitung sorgen die Internetnutzer selbst.Das Wall Street Journal sieht in der Abwerbung von Yu freilich erst den Auftakt zu einem Reigen von weiteren Akquisen und Kooperationen.

MySpace: Der bessere Musikshop? Auch bei MySpace wird daran gearbeitet, die Nutzerzahlen zu monetarisieren: Das Portal, welches von Millionen meist jugendlicher Anwender zur Selbstdarstellung genutzt wird, geht unter die Musikhändler. Bislang wird der Markt mit über 70 Prozent Marktanteil klar von Apples iTunes dominiert; Microsoft will in Kooperation mit dem Musiksender MTV nachziehen. Die Verkaufsplattform Urge.com wird in den Mediaplayer 11, der mit Windows Vista kommt, fix eingebaut sein.

Während die Musikindustrie selbst dem Online-Handel immer noch argwöhnisch gegenübersteht - immer wieder gibt es Streitigkeiten in Hinsicht auf den angemessenen Verkaufspreis -, kündigt MySpace an, man wolle \"einer der größten Online-Musikhändler“ werden. Unrealistisch ist dies nicht: die \"Marke“ ist bereits etabliert, die potenziellen Kunden sind vorhanden. Zudem macht ein nicht unbeträchtlicher Teil der Anwender selbst Musik und könnte gewillt sein, sich über MySpace ein paar Dollars dazuzuverdienen. Die Anbieter sollen den Preis für den Download selbst bestimmen können, MySpace will knapp 50 Cents pro Lied einbehalten.

Mit an Bord ist einer der Pioniere des Filesharings, Shawn Fanning, der 1998 mit seiner Online-Tauschbörse Napster die Musikindustrie in arge Bedrängnis gebracht hatte. Seine neue Firma Snocap soll die Transaktionen für den Musikverkauf auf MySpace abwickeln.

Ginge das Konzept auf, wäre MySpace mit einem Schlag wohl tatsächlich einer der größten Anbieter von Online-Musik - und bei weitem der größte im Bereich \"Independent Music“, also von Künstlern ohne regulären Plattenvertrag. Die großen Musikfirmen zögern freilich noch: obwohl Künstler wie Madonna auf der Seite ebenfalls vertreten sind, steht einer Kooperation die Tatsache im Wege, dass MySpace seine Musikstücke ohne Kopierschutz und DRM vertreiben will. Es bleibt abzuwarten, ob erste Erfolge des Geschäftsmodells die großen Konzerne dazu bewegen können, ihre von den Kunden ohnehin sehr kontroversiell diskutierten Kopierschutzmechanismen aufzugeben.

Durchdachtere Konzepte als beim ersten Mal. Es tut sich was im Web 2.0. Das \"2.0“ im Namen ist auch in kommerzieller Hinsicht durchaus als gerechtfertigt anzusehen. Fehler der späten Neunziger will man nicht wiederholen. Auch wenn heute wiederum ein bestimmter Hype-Faktor mitspielt, scheinen die Protagonisten dazugelernt zu haben, die Businesspläne scheinen solider. Auch wenn die genannten Beispiele nur erste Anzeichen einer Konsolidierung sind: umzudrehen ist der Trend wohl nicht mehr.

Der Community-Effekt
Die Anbieter des so genannten Web 2.0 bieten an sich nichts Bahnbrechendes: Auf MySpace können Anwender eigene Seiten erstellen, mit Interessen, Bildern und Musik garnieren und Freunde - MySpace-User mit ähnlichen Interessen - definieren. YouTube gestattet es den Anwendern, kurze Filmchen online zu stellen; diese können dann von anderen Benutzern angesehen oder direkt in ihre eigenen Webseiten eingebunden werden. Die Angebote auf YouTube reichen von Guerilla-Marketing-Werbeclips bis hin zu selbst gedrehten Trickfilmen.
Gemein ist den beiden Diensten die enorm hohe Zahl von meist jugendlichen, also werberelevanten Anwendern und eine Community-Stuktur, welche als hervorragender Multiplikator für aktuelle Trends wirken kann: \"coole“ Inhalte sprechen sich herum, es kommt zu regelrechten Hypes um bestimmte Filmchen, Lieder oder Webseiten. Die Salzburger Werbeagentur brainpool media hatte eine Persiflage auf den umstrittenen Kopfstoß Zinedin Zidanes beim Finale der Fußball-WM gedreht und auf YouTube veröffentlicht. Innerhalb weniger Tage war das Video mehrere Millionen mal abgerufen worden - mittlerweile gibt es bereits mehrere Nachahmer.
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Die besten Sager im April

Ein leistungsfähiges Partnernetzwerk mit den weltweit führenden Anwendungsanbietern ist für die breite Verwendung von Red Hat Enterprise Linux enorm wichtig. Mit nunmehr über 750 zertifizierten Applikationen und 200.000 verkauften Abonnements wird den Kunden eine Wahlfreiheit beim Aufbau ihrer Open-Source-Architekturen geboten\",
erklärte Red-Hat-Vice-President Mike Evans.

\"Wir haben mit Microsoft keinen Schutzbund gegen Linux gebildet, wie einige Medien vermuten. Das Open-Source-Betriebssystem wird weiter unterstützt\",
beschwichtigt Sun-österreichchef Donatus Schmid zum kürzlich erfolgten Milliarden-Dollar-Shakehand mit Microsoft.

\"Generell ist unsere Strategie, in einigen deutschen Kernstädten präsent zu sein. Der deutsche Markt ist vielversprechend\",
ortet Riccardo Ruggiero, Festnetzchef Telecom Italia großes übernahmepotenzial in Germany. Die TI will sich fünf bis sechs Stadtnetze in den nächsten Monaten einverleiben.

\"In Europa wird zu wenig gegen illegale Tauschbörsen vorgegangen. Die Kunden in Europa sehen das Internet noch zu sehr als gratis Plattenladenersatz,
wünscht sich Real-Networks-Chef Rob Glaserhärtere Strafen gegen Filesharer. Glaser will seinen kostenpflichtigen Download-Service Rhapsody innerhalb der nächsten Monate auch in Europa anbieten.

\"Ich bin nicht der Provider, der versucht, alles an sich zu reißen und daran dann erstickt - wie manche andere Mitbewerber\",
bekennt eTel-Chef Achim Kaspar.

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Die besten Sager im Mai

\"Der heimische Mobilfunkmarkt ist ein sehr dynamischer - um es fein auszudrücken\",
so die Einschätzung von Boris Nemsic, Generaldirektor mobilkom austria.

\"Zur großen Erleichterung seiner Mitbewerber veräußerte Manfred Birg 2001 sein Top-Unternehmen an Vobis und zog sich völlig aus der Branche zurück\",
Aussendung von Manfred Birg anlässlich des Rückkaufs und Neustarts \"seiner\" Firma.

\"Die Frage, wer ein Fotohandy überhaupt braucht, hat sich umgedreht: wer kauft denn heute noch eines, dass keine Fotos machen kann?\",
ortet Thoma neues Riesenpotenzial am Handymarkt.

\"Das ist kein neuer Service sondern eine Kriegserklärung an die Trafiken\",
kontert Arnold Rosenberger, Vorsitzender der Fachvereinigung der Trafikanten im Wirtschaftsverband Wien einer Initiative der Mobilfunker: Handywertkarten können künftig an Bankomaten aufgeladen werden.

\"Nach den Verschlechterungen durch die Postreform und die neue Bundesvergabepraxis wollen die Banken nunmehr das Geschäft mit den Wertkartenhandys an sich ziehen. Eine Flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Trafiken gehört zu den Grundversorgungen eines Landes und darf nicht durch kurzfristiges Gewinnstreben der Finanzwirtschaft zerstört werden\",
so Rosenberger weiter.

\"Vielleicht hätten wir etwas mehr darauf achten sollen, was aus Fernost kommt\",
outet Nokias Vizepräsident Yrjö Neuvo, dass die Popularität der Clamshell-Handys den finnischen Hersteller völlig überrascht hat.

\"Die Tarifschlacht wird volkswirtschaftliche Auswirkungen haben, hier werden Werte zerstört\",
erklärt mobilkom-Marketingvorstand Hannes Ametsreiter.

\"Das Massaker im heimischen Mobilfunkmarkt wird fortgesetzt, die Tarife werden weiter sinken,\"
schließt Ametsreiter nicht aus, das Beispiels des Mitbewerbers One, größere Teile der Belegschaft zu entlassen, könnte Schule machen.

\"Nur weil es anderen Anbietern in österreich nicht ganz so gut geht, muss man nicht Horrorszenarien für das eigene Unternehmen herbeireden. Die Aussagen von Marketingchef Hannes Ametsreiter sind völlig aus der Luft gegriffen. Warum er mit seinen Aussagen Verunsicherung in die Belegschaft trägt, ist uns völlig unklar. Von Personalabbau kann derzeit keinesfalls die Rede sein\",
widerspricht Alexander Weimann, Zentralbetriebsratsvorsitzender bei mobilkom austria.

\"Wir können unsere Tarife anbieten, da wir die Hausaufgaben erledigt haben. Unsere Firmenvertreter fahren mit einem Skoda statt einem BMW zur Kundschaft\",
weiß Walter Sattlberger, Unternehmenssprecher tele.ring.

\"Es ist schlichtweg nicht wahr, dass die Zusammenschaltungsgebühren den Markt verzerren. Die Mitbewerber sollten nicht dauernd jammern, sondern ihre Kostenstruktur dem Markt anpassen\",
weist tele.ring-Chef Michael Krammer die Vorwürfe des Mitbewerbs zurück, tele.rings Billig-Tarife werden durch die Interconnection-Gebühren querfinanziert.

\"Die Gemeinden sind mit ausreichenden IT-Budgets nicht gerade gesegnet - Stichwort Finanzausgleich.\"
Berthold Rauchenschwandtner, IT-Chef Stadt Salzburg, weiß, wovon er spricht.

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World Wide Love - Liebe per Knopfdruck I

Der Sommer ist endlich da und damit auch laue Nächte für ausgedehnte, romantische Spaziergänge. Doch mit wem? Welcher Single kennt bei diesem Gedanken oder in bestimmten Situationen nicht das Gefühl des Alleinseins. Die Suche nach Mr. oder Mrs. Right erweist sich oft als sehr schwierig. Immer mehr Menschen begeben sich aus diesem Grund in die Tiefen des Internets. Die Singlebörsen schießen wie Pilze aus dem Boden. Nicht ohne Grund, die Nachfrage ist groß. Alle wollen sie eines: nicht mehr allein sein. Manche sind dabei nur auf kurze Affären aus, während andere eine dauerhafte Beziehung suchen.

Partner übers Netz
Die Möglichkeiten sind scheinbar unbegrenzt. Man sucht sich eine oder mehrere Singlebörsen aus und registriert sich. Zuallererst wählt man einen Nickname aus, der für die anderen Teilnehmer sichtbar ist. Danach sind persönliche Angaben wie Wohnort, Alter, Haarfarbe, Beruf, usw. anzuführen. Bei einigen Börsen ist es üblich, dass man sich mit ein paar Sätzen beschreibt, sein Lebensmotto präsentiert. Zuletzt, aber ganz wichtig sind die Vorstellungen, die man von seinem Wunschpartner hat. Fragen, an welcher Art von Beziehung man interessiert ist - also Seitensprung, Beziehung, Affaire oder \"nur“ Freundschaft - machen es einfacher auf Gleichgesinnte zu stoßen.

Manche Singlebörsen wie beispielsweise websingles.at werden intimer. Bei der Registrierung kann man selbst anklicken, welchen Sex man bevorzugt und die Häufigkeit pro Woche. Aber auch die Rubrik \"Wer passt zu mir“ wird immer beliebter. Eine Art Persönlichkeitstest soll die Suche erleichtern. Man beantwortet verschiedene Fragen und der Computer sucht die dazupassenden Gegenstücke. Mit Fotos usw. kann man seine Seite attraktiver gestalten und seine Chancen Angebote zu bekommen, erhöhen.

Für jeden etwas dabei
Was ist eigentlich der Reiz an Online-Singlebörsen? Die einen lieben die Anonymität, trauen sich dann auch mehr aus sich heraus. Die anderen probieren es \"just for fun“, weil sie einen Bericht darüber gelesen haben oder es ihnen von Freunden empfohlen wurde. Dann gibt es noch diejenigen, die über das Internet einen Seitensprung suchen. Zuletzt folgen jene Surfer, die in der Realität Probleme haben Kontakte zu knüpfen und Angst haben niemanden mehr kennen zu lernen. Doch alle haben sie eines gemeinsam: die Suche nach Kontakt. Ob dieser jemals \"face to face“ zustande kommt, entscheidet die Sympathie in der virtuellen Welt.

Männer im Nachteil
Frauen haben eindeutig einen Vorteil. Sobald man auf solch einer Flirtplattform angemeldet ist, erwartet einen massenhaft Post. Hat man ein Foto beigefügt, steigen die Chancen meist noch einmal um ein Vielfaches. Eingedeckt mit unmoralischen Angeboten, bis hin zu ernst gemeinten E-Mails ist alles dabei. Männer müssen teilweise selbst initiativ werden, sofern sie kein \"Super-Bild\" von sich haben.
Wenn man sich auf solche Singlebösen einlässt, muss man mit allem rechnen, darf über eindeutige Angebote nicht überrascht sein. Vor allem männliche User bekommen ab und zu Post, wo ihnen bezahlte Angebote gemacht werden.

Schwarze Schafe im Netz
Kontaktbörsen sind nicht nur ein toller Platz, um neue Kontakte zu knüpfen, sondern auch ein Mekka für Witzbolde und Geschäftemacher, die gefälschte Kontaktanzeigen ins Netz stellen, um andere hereinzulegen.

Fake 1: Nur kleine Lügen sind erlaubt
Schummeln wir nicht alle etwas, wenn wir uns in einer Kontaktanzeige selbst beschreiben sollen? Nur, wo ist die Grenze? Ungefähr 10-20 % aller Kontaktanzeigen sind in einigen Punkten stark frisiert. Auf jeden Fall sollte man sich vor dem ersten Treffen weitere Fotos schicken lassen, auch telefonieren schadet nicht, um sich schon vorher besser kennen zu lernen. Der oberflächliche Schnell-Lügner, verliert dann auch schnell die Lust.Für die Kontaktbörsen ist es natürlich unmöglich herauszufinden, wer lügt. Allerdings können Mitglieder, die bewusst lügen, an den Kunden-Support gemeldet (und dann ausgeschlossen) werden, so dass andere zumindest in der Folgezeit geschützt werden.

Fake 2: Prostituierte auf Kundenfang
Es kommt immer wieder vor, das \"käufliche Damen“ ihre Dienste über das Internet anbieten. Diese erkennt man oft an extrem freizügigen Fotos oder klassischen Szene-Formulierungen wie zum Beispiel \"heiße Studentin, die sich Sorgen um die Studiengebühr macht\".
Je nach Unternehmensphilosophie werden einschlägige Profile gelöscht oder gesondert gekennzeichnet.

Fake 3: Peter spielt Petra
Ein männlicher Witzbold entwirft eine weibliche Kontaktanzeige, um mal zu testen, wer sich darauf so alles meldet. Eine Kombination aus einem unglaublich schönen, Foto (oft sogar von Promis!) und einem völlig niveaulosen Text sollte einem sehr verdächtig vorkommen.

Fake 4: Kleine Kontaktbörsen basteln eigene Fakes
Ein frustrierter Programmierer ärgert sich, dass seine neue Super-Kontaktbörse nur 17 Mitglieder hat. Darum erfindet er einfach ein paar dazu.

Fake 5: Die Kontaktanzeige als Werbemüll
Diese Form des Fakes ist am weitesten verbreitet und vergleichbar mit den Spam-E-Mails, die man jeden Tag erhaltet: Geschäftemacher missbrauchen Kontaktbörsen als Werbeplattform, indem sie Frauen-Kontaktanzeigen erfinden und dann per Flirt-Mail Tausende von männlichen Mitgliedern vollspamen. Diese sollen dann auf teurem Weg (per Telefon) Kontakt aufnehmen. Solche Mails sofort in den Papierkorb befördern!

Fake 6: Animateure
Das Portal ist hochglanzmäßig gestylt und die Profile sind zu schön, um wahr zu sein. Wer die Damen kontaktieren möchte, kann das aber nur via SMS (1,99 Euro) - so funktioniert das Portal eben. Allerdings: Die Damen sind gar keine Damen. Sie werden von Animateuren gespielt, die in irgendwelchen Hinterhöfen sitzen und versuchen werden, Sie \"bei der Stange\" zu halten.

Finger weg von Internet-Kontaktbörsen, wo das Kontaktieren nur via SMS möglich ist. Fragen Sie sich mal, warum man dort nicht per Mail Kontakt aufnehmen kann!

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In luftigen Höhen

\"Alles ist Commodity sagen nur die, die schon seit Jahren technisch hinten nach sind“, heißt es bei dem Storagekonzern EMC. Eine Industrie, die sich rühmt, ihre Produktlösungen in wenigen Jahren komplett vervirtualisiert zu haben, richtet nun die Schweinwerfer auf Wesentliches: die Komplexität der Kundenbedürfnisse. Dass die Virtualisierung von Speichersystemen, also das zentrale Management und die Nutzung verteilter Speicherressourcen auf einer einzigen Konsole, alles andere als simpel ist, ist seit langem klar. Die Storageunternehmen wehren sich aber zunehmend gegen die Unsitte am Markt, dass in den Ausschreibungen zu neuen Speichersystemen vom Kunden lediglich \"Eisen“ gefordert wird. Die zentralen Faktoren in modernen Speicherlösungen sollten dagegen nicht \"Festplatten, sondern Service-Level-Agreements sein“, rät EMC-österreichchef Martin Rajsp. Andernfalls käme das Resultat mitunter teurer als eine Implementierung, die von Grund auf durchgehende Konzepte verfolgt und \"nicht nur die Büchsen zählt“, so Rajsp.

Zwar ist EMC im Vergleich zu HP und IBM mit seinen 13 Jahren am Markt ein relativ junger Player im Storage-Business, doch kennt man seine Kunden. \"Jeder IT-Manager ist mit einem bodenlosen Wachstum an Daten bei gleichzeitig minimiertem Budget konfrontiert“, sorgt sich EMC-Chef Joe Tucci um die weltweit angespannte wirtschaftliche Situation der Unternehmen. Dem eigenen Portfolio wird deshalb nun abverlangt, Storagebedürfnissen auf ganz neuen Ebenen zu begegnen. Der EMC-Chef ist dabei, sein Unternehmen massiver in den Softwareteil der Storagezukunft zu hieven. 37 Prozent der gesamten Umsätze wurden im letzten Quartal bereits mit Softwarelösungen generiert. \"Software wird ein immer größeres Stück vom Kuchen bekommen“, prognostiziert Tucci. Um dies den Kunden von Angesicht zu Angesicht zu vermitteln, startete EMC nun eine unternehmenseigene Consulting-Sparte. Man wolle damit den Wettbewerbsvorsprung gegenüber der Konkurrenz in Sachen intelligenter Datenverwaltung erhöhen, sagt Derrell James, Vice President Technology Solutions EMC. Die Marke \"EMC Consulting“ soll dabei dezidiert Storage-Know-how nach außen tragen - Partnerschaften mit anderen Beratern wie Accenture oder Getronics bleiben vorerst aufrecht. Völlig neu ist die Consulting-Idee freilich nicht: Der Speicherexperte kann auf die Expertise seiner weltweit mehr als 4000 Beratungspexperten zurückgreifen, die seit rund drei Jahren unter anderem in mehr als 600 Projekten aktiv waren.

Neues Management. Die neue formierte Beratungstruppe soll dem Schlachtplan aus dem Hauptquartier in Massachussets zufolge das Archivierungskonzept \"Information Lifecycle Management (ILM)“ konzertiert am Markt vorantreiben. Dank ILM könnten etwa E-Mails in einem Exchange-System so gelagert werden, dass sie wie gewohnt schnell verfügbar sind - mit zunehmendem Alter aber neue Archivierungslevels zugeteilt bekommen. Heißt: Daten, auf die unter Umständen nur noch spärlich zugegriffen wird, lagern dann an einem kostengünstigeren Speicherort. \"Delete it“, heißt es dann dank ILM nach rund einem weiteren halben Jahr. Plakativ dargestellt: Das Betätigen der Löschtaste wird automatisiert und sichert so Unternehmen wertvolle Ressourcen. Enorm wichtig dabei: Ein regelbasiertes Management der Unternehmensdaten sorgt für die Klassifizierung der Daten in wertvolle und weniger wertvolle Assets. Denn das ist Information geworden: ein Asset.

Speicherhersteller wie EMC haben evolutionär einen Schritt nach vorne gemacht: \"Vor drei Jahren haben wir unseren Kunden noch Speicherequipment verkauft“, berichtet Finanzvorstand Bill Teuber, \"jetzt informieren wir sie über die weitere Entwicklung von Informationsmanagement.“ Man setzt dabei auf eine Kundenstrategie, nicht Herstellerstrategie, betont EMC. Generell sieht sich Tuccis Mannschaft mit dem Lineal bewaffnet, um die IT-Infrastruktur beim Kunden mit Business Values zu \"unterstreichen“. Um rund 60 Prozent wächst die Informationsmenge in den Netzwerken jährlich. Daten in jeglicher strukturierter, unstrukturierter und teilstrukturierter Form - \"so ziemlich alles in digitalem Format“, sagt EMC - würden auf zunehmende Komplexität, Sicherheitsbedürfnisse und Geschäftsanforderungen treffen. Man will den Schlüssel zu all diesen Problemen in ILM gefunden haben.

Als Rezept für die Implementierung derartiger Informationslösungen passiert in der Regel folgendes: in einem ersten Schritt gilt es unterschiedliche Infrastrukturebenen zu definieren. Dabei werden kostenintensiven, schnellen Storagebereichen jene Unternehmensdaten zugewiesen, die brandaktuelle Relevanz aufweisen. Information, die es bestenfalls wert sind, gleich archiviert zu werden, platziert das Informationsmanagement dann in die günstigeren Ecken der Speicherlandschaft. All dies soll bald auch für den Mittelstand gelten, so Prognosen. \"Die meisten Unternehmen können in dieser Phase bereits 20 Prozent ihres Storagebudgets sparen“, sagt David Goulden, Executive Vice President Customer Operations. Und Phase zwei? Hier wagt sich die Branche bereits in den Applikationsbereich. Dabei findet das Ablegen anwendungsbasierter Information in die jeweils passende Schublade statt. Etwa bei E-Mail-Systemen. Goulden weist dabei auch gleich auf eine dritte, vorläufig letzte Phase des ILM hin. über die Applikationen hinaus werden in Zukunft Daten in einem absolut durchgehenden Enterprise-Content-Management gespeichert und verwaltet werden. Dieses Konzept entspricht ein bisschen der IP-Wolke in den Netzwerken, die anwenderspezifisch jeweils dem aktuellen Bedürfnis nach durchschritten wird. Daten in einer solchen Speicherwolke sind mit Metainformation versehen, die Unternehmen den entscheidenden Schritt zu mehr \"Business Value“ ermöglichen. Solcherart abgelegte Datensätze könnten bei entsprechend vernünftigem Addieren neue Erkenntnisse ergeben, die entscheidend im Wettbewerb sind.

Die Roadmap. Die Visionen rund um den Intelligenzschub der Speicherwelt sind in der Praxis freilich noch Zukunftsmusik. Die Speicherbranche hat nach dem enormen Preisverfall in 2001 und 2002 nun mit jährlichen Preisabschlägen von 25 bis 30 Prozent zu leben gelernt. Dennoch wird EMC in diesem Jahr eine sagenhafte Summe von einer Mrd. Dollar in Forschung und Entwicklung investieren. \"Wir sind kein Speicherhersteller - wir sind ein Technologieunternehmen“, sagt Entwicklungschef Mark Lewis. Für Lewis ist das Potenzial der Produktivitätsteigerung in den Netzen bereits vorhanden. Man müsse es nur noch heben. Die Kunst sei aber nun, dies Unternehmen einfachst zu ermöglichen. \"We have to add simplicity“, ist mittlerweile ein Bekenntnis, das längst branchenübergreifend greift. Und es geht weiter: Webservices werden zahlreiche Funktionen direkt aus den Speichersystemen heraus darstellen können, offene Standards künftig noch mehr Hersteller einbinden. Dass EMC proprietären Storageumgebungen verhaftet sei, weist Lewis energisch zurück. Mitbewerber wie IBM oder Hitachi Data Systems würden EMC \"absichtlich aussperren“. \"Nehmen Sie einmal Hitachis Virtualisierungsstrategie: die läuft nur auf dem eigenen TagmaStore“, so Lewis. \"EMC ist das einzige Unternehmen, dessen Lösungen auf wirklich vielen Plattformen laufen.“

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Ins Netz gegangen II

Das Konsumentenschutzministerium gab Ende 2004 bei der Arge Daten eine überprüfung österreichischer Webshops in Auftrag. Untersucht wurde, inwieweit konsumentenrelevante Rechtsvorschriften von heimischen Internet-Händlern eingehalten werden. Mängel zeigten sich bei den Informationen zum Bestellvorgang und über das bestehende Rücktrittsrecht aufgrund des Konsumentenschutzgesetzes. Aber auch bei den Anforderungen an die sichere Datenübertragung bei der Erfassung der persönlichen Daten. Auch stellten zuwenig Händler klar, ob mit den Kundendaten gehandelt wird oder verwiesen nicht auf das dazu bestehende Widerrufsrecht.

Sofern erforderlich wurden die Firmen angeschrieben und über den Rechtsrahmen informiert. Bei einer Folgeuntersuchung nach sechs Wochen konnte eine signifikante Verbesserung der Webauftritte festgestellt werden.Doch leider gibt es immer wieder \"Schwarze Schafe\" unter den Händlern, doch wenn Sie folgende Tipps beachten, werden Sie auch keine bösen überraschungen erleben.

Informieren Sie sich über Ihren Geschäftspartner!
Bevor Sie in einem Online-Shop einkaufen, sollten Sie genau überprüfen, ob es sich dabei auch um einen seriösen Anbieter handelt. Lesen Sie also immer die auf jeder guten Website enthaltenen Hintergrundinformationen zum betreffenden Unternehmen und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Prüfen Sie auch, ob neben den elektronischen Kontaktdaten auch Adresse und Telefonnummern angegeben sind. Denn seriöse Anbieter haben nichts zu verbergen!

Achten Sie darauf, dass Ihre Daten verschlüsselt übertragen werden!
Stimmen Sie einer übertragung von Kontonummern oder Passwörtern im Internet nur dann zu, wenn der Anbieter die Daten verschlüsselt. Das erkennen Sie bereits am \"https\" in der Internetadresse. Oft erscheinen auch ein Sicherheitsschloss bzw. ein Schlüssel als Symbole oder die Angabe \"SSL\" (Secure Socket Layer) auf der Website.

Setzen Sie auf Datenschutz!
Informieren Sie sich über die Einhaltung der geltenden Datenschutzbestimmungen des jeweiligen Anbieters. Welche Informationen werden über Sie gesammelt? Was passiert mit diesen Informationen?

Achten Sie auf Ihre Unterlagen!
Prüfen Sie die erhaltenen Dokumente zu Auftrag, Rückgaberecht, Garantie und Services sorgfältig, bevor Sie bestellen. Drucken Sie sich Ihren Auftrag aus und heben Sie alle E-Mails zu Auftrag und Auftragsabwicklung auf, bis Sie die Ware erhalten. Bewahren Sie auch Kopien über Ihre Zahlung auf.

Bewahren Sie Zugangscodes sicher auf!
Die verschiedenen Zugangsdaten wie Passwörter, PIN, oder Chipkarten sollen Sie keinesfalls auf Ihrem Rechner abspeichern. Dort könnten Sie von Eindringlingen aufgespürt und dann missbräuchlich verwendet werden. Wenn Sie Zugangsdaten auf Papier notieren, so bewahren Sie diese Informationen an einem sicheren Ort auf. Zugangsdaten, die aus zwei Elementen bestehen (wie etwa Passwörter und PINs), sollten Sie niemals gemeinsam aufbewahren.

Verzichten Sie auf das Ausführen \"aktiver Inhalte\"!
Beim Surfen im Internet sollten Sie Ihren Browser generell so einstellen, dass \"aktive Inhalte“ wie JavaScript oder ActiveX nicht automatisch ausgeführt werden. Diese können nämlich Sicherheitsprobleme mit sich bringen. Seriöse Onlineshops sollten daher immer auch dann genutzt werden können, wenn die Ausführung solcher aktiver Inhalte nicht gewünscht ist. So sollte etwa die Möglichkeit bestehen, auf Produktpräsentationen mit Java zu verzichten.

Schützen Sie sich vor Internet-Schädlingen!
Beim Surfen im Internet wird generell empfohlen, eine Firewall und Virenschutzprogramme zu verwenden. Dies gilt natürlich auch für den Online-Einkauf, bei dem sonst schnell Viren, Trojanische Pferde oder Spionagesoftware auf Ihren PC gelangen können.

Prüfen Sie, ob alternative Bestellmöglichkeiten existieren!
Ein guter Online-Shop bietet auch die Möglichkeit, Waren telefonisch oder per Fax zu bestellen. So können Sie den Weg über das Internet umgehen, wenn er Ihnen nicht sicher erscheint.

Warnung vor Phishern!
Seien Sie vorsichtig, wenn Sie E-Mails erhalten, in denen Sie zur Aktualisierung Ihrer Kundendaten aufgefordert werden. So genannte Phisher versuchen auf diese Weise, Sie auf gefälschte Seiten von Unternehmen, etwa Banken, zu locken und Ihnen persönliche Informationen zu entlocken. Wenn Sie die Website von Geschäftspartnern besuchen wollen, dann geben Sie die Internetadresse am besten jedes Mal wieder ein - dadurch können Sie vermeiden, dass Sie von Betrügern auf gefälschte Seiten gelockt werden.

Vergleichen lohnt sich!
Es ist sinnvoll, die Preise im Internethandel zu vergleichen. Denn es gibt viele Angebote, die zu gut sind, um wahr zu sein.

Vorsicht bei Super-Schnäppchen-Angeboten!
Bei extrem günstigen Angeboten, die angeblich aus Geschäftsauflösungen und Insolvenzen stammen, könnte es sich um Raubkopien handeln. Wenn Sie die Echtheit eines Produktes anzweifeln, sollten Sie sich an den Hersteller wenden.

Wichtige Adressen
www.ombudsmann.at
Der Internet Ombudsmann bietet Informationen rund um Internetgeschäfte sowie Hilfestellung bei der Vermittlung und außergerichtlichen Lösung bei Streitfällen im E-commerce.

www.e-rating.at
Online-Shops werden nach E-Commerce-Tauglichkeit und Vertrauenswürdigkeit analysiert.

www.eurpoakonsument.at
Die Eurpäische Verbraucherbratung in Wien bietet allgemeine Information und Hilfe bei grenzüberschreitenden Verbraucherbeschwerden.

www.verbraucherrecht.at
Die Seite informiert über akutelle verbraucherpolitische Rechtsfragen und Aktionen.

www.ris.bka.gv.at
Hier findet man Gesetzestexte.

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Politisches Verwirrspiel

Von Markus Deisenberger

Mit deutlicher Mehrheit lehnte das EU-Parlament Anfang Juli den umstrittenen Vorschlag einer Richtlinie zur Schaffung einheitlicher Regeln für die Patentierung von Computerprogrammen ab. Eine Nachricht mit Seltenheitswert: Zum ersten Mal in der Geschichte verwarf das EU-Parlament einen gemeinsamen Standpunkt des Ministerrats. Manche Medien sprachen gar von einem historischen Ereignis. Aber droht dadurch dem europäisch einheitlichen Schutz computerimplementierter Erfindungen tatsächlich das endgültige Aus? Wohl kaum. Zwar erklärte die Kommission, wenngleich das Abstimmungsergebnis des Parlaments sie in ihrer Entscheidung nicht bindet, sie wolle die Entscheidung der Parlamentarier akzeptieren. Dennoch mehren sich bereits jetzt die Anzeichen dafür, dass das Thema Softwarepatente und deren Harmonisierung innerhalb der EU noch lange nicht vom Tisch ist. Zu unterschiedlich sind dazu die Meinungen.

Gute Noten oder Armutszeugnis? Während die meisten Medien nämlich das Abstimmungsverhalten der EU-Parlamentarier als mutigen Entschluss zur Verhinderung eines schwachen Kompromisses werteten, vertritt die Wirtschaftskammer eine völlig gegenteilige Auffassung. Fachverbandsobmann Friedrich Bock spricht von einem \"Armutszeugnis“. Das Parlament sei in verantwortungsloser Manier der eigenen Unfähigkeit zum Kompromiss erlegen. Man habe dem äußeren Druck von Interessensgruppen nachgegeben und die Verantwortung zur Schaffung sinnvoller Rahmenbedingungen einfach negiert, meint er. Zu den Verlieren eines beschämenden Profilierungsstreits zwischen Rat und Kommission würden nun vor allem kleine und mittlere Softwareschmieden zählen.

US-Konzerne, BSA & Co. Ob die Richtlinie tatsächlich gut für KMU gewesen wäre, darüber scheiden sich die Geister. Gerade jene KMU, die laut Bock jetzt angeblich auf der Strecke bleiben, wären die Verlierer des Richtlinienentwurfs gewesen, so die einhellige Meinung der Patent-Gegner. Ganz allgemein wären Unternehmen dann vermehrt damit beschäftigt gewesen, Patentverletzungen zu vermeiden und Forderungen gegen Verletzer zu erheben. Eine Entwicklung, die naturgemäß große, finanziell schlagkräftige Konzerne, die mitunter mehr Juristen als Entwickler beschäftigen, bevorzugt.

Eine Auffassung wiederum, die Patent-Befürworter Andreas Wiebe von der Abteilung für Informationsrecht an der WU Wien so nicht stehen lassen will. Er sieht den Patentschutz auch als Schutzinstrument für KMU gegen große Unternehmen. \"Vielleicht wäre Microsoft mit umfassender Softwarepatentierung nicht so groß geworden, da die kleinen Mitbewerber ihre Ideen besser schützen hätten können“, so Wiebe.

Lobbying für die Richtlinie, so Softwarepatent-Gegner, sei fast ausschließlich von US-Konzernen betrieben worden. Vor allem die von ihrem Kampf gegen die Software-Piraterie bekannte BSA (Business Software Alliance) habe sich dabei besonders hervor getan. Dagegen nehme sich das Aufbegehren der Open-Source-Bewegung, die befürchtet, große Konzerne könnten - gedeckt durch die Richtlinie - auch aus freier Software bestehende Patente anmelden, wie der sprichwörtliche Kampf von David gegen Goliath aus.

Alles relativ. Thomas Lutz, Unternehmenssprecher von Microsoft, gibt zu bedenken, dass sich das Parlament mit seiner Entscheidung ja nicht gegen Patente, sondern bloß gegen die Richtlinie und damit vorerst gegen die Harmonisierung des EU-Rechts ausgesprochen habe. Die Richtlinie selbst hätte im Vergleich zum jetzigen Status nicht ein Mehr, sondern ganz klar ein weniger an Patentierbarkeit gebracht. \"Die Aufrechterhaltung des rechtlichen Status Quo ist daher die richtige Entscheidung gewesen“, so Lutz.

Ein weiterer Aspekt, den Patent-Gegner immer wieder vorbringen: Es gehe bei der Patentierung von Software weniger um den Schutz von Innovationen als vielmehr um Patente für Funktionen, die schon seit Jahren verwendet werden. Schätzungen zufolge befinden sich derzeit um die 30.000 abgelehnte Patente in der Pipeline des europäischen Patentamtes in München. Eine schier erdrückende Zahl.

Papier ist geduldig. Tatsache ist, dass der Richtlinienentwurf wirksame Mechanismen, die einer befürchteten Bereicherung von einigen wenigen Konzernen auf Kosten von KMU und der Open-Source-Bewegung den Riegel vorgeschoben hätte, vermissen ließ. In Art 7 des Richtlinienvorschlags hieß es nur lapidar, die Kommission werde beobachten, wie sich computerimplementierte Erfindungen auf die Innovationstätigkeit, die kleinen und mittleren Unternehmen und die Open-Source-Bewegung auswirken werde. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Bleibt alles beim alten? Tatsache ist auch, dass der rechtliche Status Quo vorerst erhalten bleibt. Und der sei aus Sicht von KMU gar nicht schlecht. \"Kleine und mittelständische Unternehmen halten um die 20 Prozent von insgesamt 30.000 CII-Patenten, die bisher in Europa gewährt wurden. Das sollte keine große überraschung sein. Schließlich erlauben Patente den KMUs, Venture Kapital einzuwerben und ebnen das Feld für den Wettbewerb mit größeren Firmen“, so Lutz.

Dennoch: Eine die Patentierbarkeit von Software harmonisierende Richtlinie wird früher oder später kommen, darin sind sich Kenner der Szene einig. Wann sie letztendlich auf europäischer Ebene beschlossen wird, hängt nicht nur davon ab, wie lange die Kommission dem Druck sowohl der US-Konzerne als auch der führenden Industrieunternehmen der EU (z.B. Siemens, Philips, Alcatel, Ericsson und Nokia, die alle die Richtlinie unterstützten) standhält, sondern auch davon, wie lange die EU-kritische Stimmung in den Mitgliedstaaten, die dem Parlament in seinem Profilierungskampf gegen Rat und Kommission Oberwasser bescherte, noch anhält.

In der Zwischenzeit sind Computerprogramme freilich nicht schutzlos, sondern weiterhin wie Texte oder musikalische Kompositionen urheberrechtlich geschützt. Größter Unterschied zum Patentrecht: Nach dem Urheberrecht sind freie Nachschöpfungen zulässig. Und patentierbar sind sie sowieso. Nur eben nicht einheitlich.

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Run auf die Couch-Potatoes

Das Fernsehen war zweifellos der Medienrenner der letzten Jahrhunderthälfte. Es konnte in seinen Anfangstagen nicht vom Wiener Literaten Hans Weigel gestoppt werden, der »diese Errungenschaft als Schattenseite von Kino und Radio« abkanzelte. Später auch nicht von der Frankfurter Schule, die das Medium in bester 68er-Manier als geniales Instrument des Massenbetrugs und der Volkskontrolle geißelte. Nicht von Pädagogen, die das Fernsehen als Erziehungssurrogat und als Nachwuchsvertrottelungsmaschine sehen. Selbst die Werbewirtschaft mit ihrem Hang zu harten Fakten hat irgendwie kapituliert. Die Fernsehwerbung für Lifestyle und teure Markenprodukte landet immer seltener dort, wo die Zielgruppe wirklich anzutreffen ist. Das Publikum der aktuellen Trashorgien - öffentlich-Rechtliche und Private nehmen sich hier nicht mehr viel vor - rekrutiert sich zunehmend aus mentalen oder tatsächlichen Rentnern, Liberalisierungsverlierern und Arbeitslosen. Eine Klientel, die vom Kaufverhalten und von der Kaufkraft her gesehen diametral den Werbeinteressen widerspricht. Irgendwie spürt das auch der ORF und seine privaten Konkurrenten, das bewährte Rezept ist aber »more of the same«. Jeder Viertelbegabte, der sein Gesicht ein paar Mal in die Kamera hält, wird postwendend und penetrant zum »Superstar« erklärt. Aber das Imperium, das aus sich selbst heraus endlos Stars und Business generiert, wankt. Medientheoretiker Peter Weibel postuliert, dass das Fernsehen in naher Zukunft als Medium der Looser stigmatisiert sein wird. Eine Einschätzung, die heute schon greift. Bei den Jugendlichen ist Fernsehen uncool und gerät als liebste Freizeitbeschäftigung gegenüber dem Internet bereits ins Hintertreffen.

Wie die TV-Medienlandschaft aussehen wird, wenn die heutigen Kids erwachsen sind, ist noch nicht ganz ausgemacht. Sicher ist nur: Die Karten im Fernsehbusiness werden gleich an mehreren Fronten neu gemischt. Die klassischen TV-Anstalten, Provider, der Softwareriese Microsoft und die internationale Medienindustrie rittern um die Kontrolle von übertragungswegen, Abspielformaten, Kompressionsstandards, Mediaplayern, Rechtekontrollsystemen und des Content. Ziel ist der möglichst direkte und umfassendste Zugang zum Couch-Potatoe, der sein Geld künftig via Medienzentrale im Wohnzimmer sprudeln lassen soll. Gewürzt wird dieser Cocktail durch eine enorme Beschleunigung der technischen Möglichkeiten. Europa hinkt beispielsweise bei der Verbreitung von Digital-TV gegenüber den USA zwar noch kräftig nach. Der Marktforscher Informa geht jedoch davon aus, dass auch in Euro-Land die Umstellung innerhalb der nächsten zehn Jahre weitgehend abgeschlossen sein wird. Noch wesentlich rasanter läuft die Entwicklung bei den Internetzugängen ab.

Das »alte« ADSL tümpelte über Jahre bei Standardübertragungsraten von 512 oder 768 Kbit herum, die Bandbreite ist jedoch gerade dabei, förmlich zu explodieren. Im Herbst wird die Telekom Austria mit ADSL2 und acht Mbit antreten, der Provider Inode steckt gerade mehrere Millionen Euro in den Ausbau der Wählämter und startet gleich mit zwölf Mbit, die vorerst um 69 Euro monatlich wohlfeil sind. Das Ende der Fahnenstange ist damit aber noch lange nicht erreicht. ADSL2 wird im Endausbau auf Kapazität der in der Vergangenheit schon tot gesagten Kupferleitung auf rund 25 Mbit pushen. Für den Platzhirschen Telekom ist das Erblühen von ADSL ein Segen. Die Neuinvestitionen halten sich im überschaubaren Rahmen, die Leitungen selbst sind bald seit Menschengedenken abgeschrieben. Aber auch die Mobilfunker schlafen nicht. Die bestehenden 3G-Anlagen können durch effizientere Modulationsverfahren noch bis rund 14 Mbit aufgebohrt werden, die bereits aus der Standardisierungstaufe gehobene Nachfolgegeneration Super3G soll gar bis zu 100 Mbit durch den äther jagen.

Krieg der Triple-Player. Bei diesen Aussichten werden Power-User und Tauschbörsianer feuchte Augen bekommen, für die Provider stellt sich jedoch immer drängender die Frage, womit diese Bandbreiten gefüllt werden. Die Telekom steigt mit ihrem für den Herbst angekündigten ADSL2 daher auch gleich in den digitalen Fernseh- und Video-on-Demand-Markt ein. Die Infrastruktur für Wien soll noch heuer stehen, nächstes Jahr werden die Landeshauptstädte ausgebaut. »Wir steigen in den Fernsehmarkt ein, um Kundenabgang in der Sprachtelefonie abzufedern«, sagt Telekom-Vorstand Rudi Fischer. Die TA will sich damit als so genannter Triple-Player etablieren, der das Trio Telefonie, Internet und Fernsehen aus einer Hand anbietet. In Form der Kabelnetzbetreiber sind Triple-Player aber bereits ein alter Hut. »Wir spielen bereits als einziger Triple-Player. Alle anderen sitzen heute noch am Spielfeldrand«, kommentiert UPC-Chef Thomas Hintze den Markteinstieg der TA süffisant. Die Telekom sei als Mitbewerber jedoch ernst zu nehmen.

Die Internetprovider und Kabelbetreiber werden sich zukünftig nicht nur in österreich verstärkt in den Haaren liegen, schließlich wird mit ähnlichen Angeboten in der gleichen Kundenbasis gefischt. Eine gemähte Wiese wird der TV-Einstieg für die Telekom auch aus anderen Gründen nicht. Für den Genuss von aonDigital-TV via ADSL2 ist eine Set-Top-Box unverzichtbar. Abgesehen davon, dass die ersten Gerätschaften von Fujitsu-Siemens oder Samsung noch an kleineren Kinderkrankheiten laborieren, zuckt die Kundschaft in Deutschland und österreich beim Thema Set-Top-Box leicht zusammen. Die Akzeptanz von Pay-TV ist in beiden Ländern nicht gerade berauschend. Die größte Hürde ist für die Telekom aber wahrscheinlich beim Content zu nehmen. Wenn das Filmangebot abgelutschte Schinken wie »Vom Winde verweht« übersteigen soll, ist ein Canossagang nach Hollywood fällig. Studios wie Paramount, Warner, Disney oder Universal zeigen sich bei der Rechtevergabe für aktuelle Blockbuster jedoch zickig. »Ein Provider kann da mit einem Geldkoffer hinüberfahren und kommt mit einem Geldkoffer wieder zurück«, meint ein Insider lapidar.

Die Zurückhaltung Hollywoods hat mehrere Gründe. Einerseits schnurrt das bestehende Geschäft in den klassischen Vertriebswegen, andererseits sind die Studios über die strategische Nutzung des Internets bisweilen unschlüssig. Die Vermarktung ist von Vorfeldwerbung, Premierenstart, flächendeckender Kinobestückung, DVD-Vermarktung und Videothekenbestückung, Pay-TV-Vermarktung bis hin zu Merchandising feinstens ziseliert, und das auch noch zeitlich über verschiedene Regionen abgestimmt. Das Internet als zusätzlicher Vertriebskanal ist da beinahe schon so etwas wie ein ungewisser Störfaktor in der gut geölten Maschinerie. Dass die Studios ihre Kassenschlager preisgünstig abgeben, um das Geschäft der Provider zu pushen, ist kaum anzunehmen. Spricht man die Telekom auf den Stand der Verhandlungen an, erntet man Schweigen. MGM ist bereits im Boot, darüber hinaus heißt es: »Kein Kommentar.« Ziemlich mager bestückt sind auch noch die Provider in Deutschland, die als Onlinevideotheken bereits vorgeprescht sind. T-Online oder Acor haben filmisch nicht gerade das heißeste Angebot und hinken bei der Verfügbarkeit den klassischen Videotheken zumeist nach. Entsprechend zurückhaltend sind die Prognosen, die die Telekom zu ihrem jüngsten Baby aonDigital-TV machen will. Bei den Preisen und Umsatzerwartungen lässt man sich noch nicht in die Karten blicken, bis Jahresende sind vorerst rund 1000 User angepeilt. Zum Vergleich: Die Telekabel hält derzeit bei knapp einer halben Million Kunden.

Mediengallier und Global-Player. Ein bisschen wie Asterix darf sich der Bürgermeister der oberösterreichischen Gemeinde Engerwitzdorf fühlen. Mit dem Projekt »Buntes Fernsehen« trotzt er gegenüber der Allmacht Hollywoods. Hand in Hand mit der Telekom machen sich die Engerwitzdorfer ihr Fernsehen einfach selber. Die Idee hat Charme. Statt der amerikanischen Flagge, die in jedem Hollywoodschinken und US-Serienschwachsinn mit etwas Glück gut ein Dutzend Mal zu bewundern ist, flimmert bei den Mediengalliern Lokales über die Breitbandleitungen. Die selbst produzierten Beiträge ranken sich um Dorfnews oder auch Klatsch und Tratsch. Interaktives Fernsehen gewinnt damit eine völlig neue Bedeutung. Statt mit der Fernbedienung kostenpflichtig für irgendein bedeutungsloses Sternchen der Woche zu »voten«, werden die Engerwitzdorfer zu Produzenten, Kameraleuten, Videocuttern und Tonmeistern.

Global läuft der Trend jedoch in eine völlig andere Richtung. Via Digital Right Management (DRM) zücken die Medienkonzerne die ultimative Big-Brother-Keule. Hardwaremäßig sind die dafür notwendigen Chips bereits heute in den Consumer-PCs verbaut, auf der Softwareseite bastelt Microsoft an der nächsten Ausgabe seines Windows-Betriebssystems, dass DRM-fähig sein wird. Dass sich die Konzerne jeden konsumierten Video- und Soundschnipsel am liebsten in Echtzeit vergolden lassen wollen, ist ihnen nicht vorzuwerfen. Kritiker stimmt nicht nur bedenklich, dass dann auch das private Nutzerprofil automatisch in Los Angeles oder Redmond landet. Via DRM ist auch die Kontrolle über alle verfügbaren Inhalte denkbar. Der eigene PC oder die Medienzentrale könnte nur Content oder Software abspielen, die den Westküstenamerikanern genehm sind. Das beginnt bei nichtzertifizierten alternativen Videocodecs und endet bei offenen Office-Formaten, die nicht in den Businessplan passen. Wie weit die drohende Entrechtung geht, zeigt sich bei digitalen Videorecordern. Einzelne Geräte weigern sich sogar, selbst produziertes Material zu vervielfältigen. Wie sich die Bindung der Inhalte an Codecs, Player oder Browser auswirken kann, erfahren bereits einige potenzielle User von aonTV. Wer einen alternativen Browser oder gar ein Betriebssystem verwendet, dass nicht aus dem Hause Microsoft stammt, guckt nicht auf, sondern durch die Röhre. Installieren sie den Internet Explorer, lässt einen die Telekom dann freundlich wissen.

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