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Abseits der Piste

Ein Raunen ging durch den prall gefüllten Schladminger Zielraum als der Drittplatzierte nach dem ersten Durchgang, der Schwede Jens Byggmark, trotz immer schlechter werdender Streckenverhältnisse eine Fabelzeit auf die Piste knallte. 1,55 Sekunden Vorsprung auf den im zweiten Durchgang lange führenden Schweizer Marc Berthod ließen bei einigen Zusehern Zweifel an der korrekten Zeitmessung aufkommen. Doch schon der nächste Läufer, Benni Raich, zeigte, was auf der Strecke für Ausnahmekönner noch möglich ist. Mit 38 Hundertstel Vorsprung sorgte er für einen rot-weiß-roten Sieg auf der Planai und zerstreute die hinter vorgehaltener Hand geäußerten Zweifel an der Richtigkeit der Zeitmessung. Dafür, dass bei der Zeitnehmung alles mit rechten Dingen zugeht und der auf der Strecke schnellste Läufer auch tatsächlich zum Sieger gekürt wird, sorgt Siemens in Zusammenarbeit mit dem Sportzeitmessungsspezialisten Alge Timing.

Ein holpriger Start
Noch bis 2009 ist Siemens für das Datenmanagement bei FIS-Rennen in österreich - mit Ausnahme von Kitzbühel - und Kanada verantwortlich, dann wechselt die Verantwortung zu Longines. Sehr zum Leidwesen von Projektleiter Andreas Philipp, der den Weltcupzirkus gerne noch länger begleitet hätte, schließlich \"wurde das System extra für den Weltcup entwickelt“. Das Siemens-System ist für sämtliche relevanten Daten eines Rennens verantwortlich. Fünf Techniker und 600 Kilogramm Equipment sollen für einen reibungslosen Rennverlauf sorgen. Pannen wie im Jahr 2004 sollen unbedingt vermieden werden. Damals haben Siemens und Alge eben erst die Verantwortung für Zeitnehmung und Datenmanagement von Swatch übernommen. Schon beim Debüt in Sölden kam es kleineren Problemen, wurden die Zeiten verzögert übermittelt. Zum GAU kam es beim \"Chaos-Slalom“ von Schladming. Eine zu früh ausgelöste Zeitnehmung führte zu einer nachträglichen Zeitkorrektur und Rückreihung von Läufern. Der Italiener Giorgio Rocca, selbst von der Zwangsversetzung in die hinteren Ergebnisregionen betroffen, sprach daraufhin von einer \"österreichischen Skimafia“. Kein besonders gelungener Start für Siemens und Alge. Dem verpatzten Start folgte eine furiose Aufholjagd. Mittlerweile sind Siemens und Alge geschätzte Partner von FIS und öSV. Drei voneinander unabhängige Systeme messen Start-, Zwischen- und Endzeit. Fünf Notebooks, vier Drucker, rund sechs Kilometer Kabel sowie WLAN-Router und Antennen sorgen für Visualisierung der elektronischen Impulse. Die visualisierten Daten werden in die von Siemens entwickelte Datenbanklösung eingespeist und via WLAN in Echtzeit an TV-Kommentatoren, übertragungswagen und den Live-Ticker der FIS-Homepage gesendet. Die TV-Kommentatoren erhalten auf ihren Notebooks das aktuelle Ranking, die Teilabschnittszeiten, die weitere Startliste und die Ergebnisse der letzten Rennen. Kommentator-Urgestein Robert Seeger war von dem System wenig angetan. Von ihm ist der Sager überliefert, dass damit \"jeder Idiot ein Rennen kommentieren kann“.

Der gläserne Athlet
Einen besonderen Mehrwert bietet Siemens den Trainern des öSV-Teams. Mittels Outdoor-Tablet-PCs werden sie mit allen relevanten Daten zu Rennzeiten, Läuferdaten und Weltcup-Plätzen versorgt. Was bislang mühsam per Hand festgehalten und mittels Setzkästchen weitergegeben wurde, funktioniert jetzt vollelektronisch. Während eines Rennens erhalten die Trainer in Echtzeit die jeweiligen Teilabschnittszeiten, können so die Stärken und Schwächen ihrer Schützlinge analysieren und anhand der gemessenen Zeiten nachkommende Läufer vor besonders heimtückischen Streckenabschnitten warnen.

Kleine Probleme, rasche Lösung
Ganz vor Problemen war man aber auch beim Nachtslalom 2007 in Schladming nicht gefeit. \"Die HDTV-übertragung des ORF machte uns schaffen, \" sagt Philipp, \"die senden mit einer enorm starken Leistung, das beeinträchtigt unser WLAN-Netz.“ Ein Problem, das relativ leicht zu lösen war. Anstelle des WLAN-Netzes setzten die Siemens-Techniker wieder auf das gute alte Kabel. Einem Fest in rot-weiß-rot stand nichts mehr im Wege.

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Mobile Immobilien

Amerikaner sind ein pragmatisches Volk. Auf ein solides Fundament für ihre Häuser wird gerne verzichtet. Das ist zwar unangenehm bei Tornados und Hurrikanes, bietet aber enorme Vorteile beim Umzug. Das gesamte Haus samt Mobiliar kommt auf den Tieflader und ab geht’s in die neue Heimat. Ein Trend, der laut Eike Wenzel, Trend- und Zukunftsforscher des Zukunftsinstituts Kelkheim, bald auch auf Europa überschwappen wird.

Moderne Nomaden
\"Die Idee, Häuser in Fabriken vorzufertigen“, hat sich längst durchgesetzt“, sagt Eike Wenzel. \"Aktuelle Architekturtrends sorgen dafür, dass Fertighäuser immer individueller werden.“ Passend zu den Megatrends Individualität und Mobilität (Megatrends sind in der Welt der Zukunftsforscher Blockbuster der Veränderung und des Wandels mit globalen Charakter) präsentiert sich auch das Haus der Zukunft. Es passt sich jeder Lebenssituation an und verfügt bei reduzierter Wohnfläche über ein hohes Maß an Flexibilität. \"Für den mobilen Single wurde das \"Nomad Home“ entwickelt“, erklärt Wenzel, denn der moderne Arbeitsnomade nehme sein Zuhause einfach mit. Derselben Auffassung ist wenig überraschend auch Gerold Peham, Salzburger Innenarchitekt und Schöpfer des \"Nomad Home“. \"Sesshaftigkeit verliert an Bedeutung. Die einzige Konstante unserer Zeit ist die Veränderung. Flexibilität lautet das Lebenskonzept des 21. Jahrhunderts“, ist Peham überzeugt, der selbst in einem \"Nomad Home“ residiert und so die Alltagstauglichkeit des Konzepts Tag für Tag unter Beweis stellt. Das \"Nomad Home“ ist modular aufgebaut. Basis ist die \"Nomad Base“, ein Grundmodul mit 44 Quadratmeter Wohnfläche für Bad, WC, Kochnische und Schlafraum. Diese Basis kann beliebig erweitert werden. Einzelmodule mit elf Quadratmeter können als Wohn-, Gäste- oder Kinderzimmer ebenso angedockt werden wie ein Car Port oder eine Terrasse.
Elektrik, Haustechnik, Heiz- und Klimaanlage sind aufgrund von Stecksystemen und der verwendeten Rohrsystembauweise modular mit erweiterbar. Die Außenhaut ist ebenfalls durch ein einfaches Stecksystem austauschbar und in verschiedensten Varianten erhältlich: Alu, Kupfer, Wellblech, Lärchenholz oder PVC-Folien in allen Farben.
Wie der Name verrät, spielt das \"Nomad Home“ seine größte Stärke beim Umzug aus. \"Ein moderner Nomade muss nicht auf seine eigenen vier Wände verzichten, auch nicht bei einem Umzug. Auf den Lastwagen gepackt, können die einzelnen Module einfach transportiert werden“, sagt Wenzel. Nicht einmal der Kleiderschrank muss für den Umzug ausgeräumt werden.

Zurück in die Stadt
Einen weiteren - urbanen -Wohntrend sieht Wenzel in der Neuauflage des historischen Bürgerhauses. Die Townhouses - schmale, mehrgeschossige, gereihteWohngebäude auf kleinen, eigenen Parzellen - sollen den Bewohnern nicht nur kurze Wege zur Arbeit bieten, sondern auch selbst zum Arbeitsplatz werden. \"Der Lebensmittelpunkt wird wieder in die Stadt verlagert“, ist Wenzel überzeugt. Die Gegentendenz zur Landflucht sei bereits jetzt spürbar. Die Konsumenten suchen verstärkt nach passgenauen Angeboten für ihre aktuelle Lebenssituation und auch die Immobilienbranche stellt sich auf die Mobilität und das Lebensabschnittsdenken ihrer Klientel ein.

Info: www.zukunftsinstitut.at

\"Nomad Home“
Das erste \"Nomad Home“, bewohnt vom Erfinder Gerold Peham, steht seit Herbst 2005 in Seekirchen. Die Kosten für ein Basiswohnmodul inklusive Haustechnik liegen bei 90.000 Euro. Möglich sind auch Shop- und Officelösungen. Eine \"Nomad Home“-Officelösung mit 22 Quadratmetern kam im Mozartjahr als Info Lounge in Salzburg zum Einsatz. Großes Interesse am \"Nomad Home“ kommt aus den USA und dem Nahen Osten. Aber auch im europäischen Raum wächst die Nachfrage.

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»Spannend und interessant«

Report: Ihr persönlicher Aktionsradius hat sich mit Jahresbeginn enorm erweitert. Sie verantworten nun auch den Ingenieurtiefbau in österreich und der Schweiz. Was erwarten Sie von der neuen Struktur?
Franz Urban: Bisher waren wir mit dem Ingenieurtiefbau schwerpunktmäßig in Wien und Linz präsent. Mit der neuen Struktur möchten wird dieses Angebot flächendeckend etablieren. Das ist spannend und interessant.

Kann das als eine Kampfansage an lokale Platzhirsche interpretiert werden?
Ja. Wir wollen auch in diesem Segment unsere Wettbewerbsfähigkeit beweisen.

Sie haben kurz vor Jahreswechsel die übernahme der Tiroler Baufirma Kurz angekündigt. Wie wird Kurz in die Strabag eingegliedert?
Wenn wir die kartellrechtliche Genehmigung erhalten, übernehmen wir von der Kurz-Gruppe den Bereich Hochbau, die Fertigteilproduktion und die Betonerzeugung. Jede dieser Sparten wird dem jeweiligen Unternehmensbereich zugeordnet sein. Geplant ist eine Neugründung der Firma Kurz, der Firmenname bleibt erhalten.

Wie sehen Sie den Hochbaumarkt - wachsend, stagnierend?
Ich gehe von einem Wachstum des Marktes von eineinhalb bis zwei Prozent pro Jahr aus. Wir möchten in den kommenden vier Jahren einen Zuwachs von 15 Prozent erreichen.

Wie ist 2006 aus Ihrer Sicht gelaufen?
Sehr gut, wir sind gut unterwegs. 2003 betrug der Umsatz der Hochbausparte 570 Millionen Euro, 2006 mehr als 900 Millionen.

Was hat der verzögerte Winter gebracht?
Wir konnten sehr lange bauen, das ist gut. Was dabei ein bisschen zu kurz kommt, sind die Maschinen, die in normalen Jahren in den kalten Monaten gewartet werden. Es bleibt zu hoffen, dass wir dann nicht im kommenden Jahr zu viele Ausfälle haben.

Was können Baufirmen tun, um die Energieeffizienz von Bauten zu heben?
Wir bauen gerade die größte Passivhaussiedlung österreichs. Grundsätzlich können Baufirmen nur die ausgeschrieben Leistung eines Bauherrn in einer möglichst guten Qualität ausführen. Das ist zu spät für Optimierungen, weshalb wir im Rahmen des Strabag-Team-Konzeptes versuchen, unser Know-how schon im Vorfeld einzubringen, um ein Gebäude nicht nur in Bezug auf die Baukosten, sondern auch in Bezug auf die späteren Betriebskosten zu optimieren. Die Reduktion des Energiebedarfes spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Das ist jedoch in der Regel mit Mehrkosten verbunden.
Die Mehrkosten sind nicht zwingend ausufernd. Die Maximierung der solaren Gewinne und die Optimierung der Tageslichtnutzung, die Nutzung interner Energiequellen und die Nutzung der Erdwärme sowie eine intelligente und langlebige Haustechnik machen sich in wenigen Jahren bezahlt.

Es gab einmal Bemühungen der Strabag, dick in den Markt für Einfamilienhäuser einzusteigen. Ist davon etwas übriggeblieben?
Das funktioniert in manchen Gebieten recht gut. Ich überlasse das den Verantwortlichen in der Region. Wenn sie es machen, brauchen sie nicht das Rad neu erfinden, sondern können auf das Konzern-Know-how zurückgreifen.

Gibt es in der Hochbausparte Entwicklungen oder Erfindungen, die das Bauen kostengünstiger und effizienter machen?
Wir haben mit Mischek und Fussenegger Investitionen in die Vorfertigung und Systembauweise getätigt. Ziel ist es, den Vorfertigungsgrad weiter zu steigern. Wir haben eine Arbeitsgruppe etabliert, die sich mit der Optimierung des Energiebedarfs beschäftigt und den Einsatz künftiger Fassadendämmmaterialien prüft. Noch heuer möchten wir gemeinsam mit Partnern ein Pilotgebäude errichten, bei dem wir zeigen, dass hochenergieeffizientes Bauen möglich ist. Des Weiteren läuft die Entwicklung gemeinsamer System- und Logistiklösungen mit Zulieferern und Subunternehmern.

Auf welches Bauwerk sind Sie im Moment besonders stolz?
Die Nordkettenbahn in Innsbruck, dort ist unser Unternehmen mehrfach vertreten. Es ist äußerst herausfordernd, die Pläne der Architektin Zaha Hadid umzusetzen, die von unserer Firma Pagitz gefertigten Metallkonstruktionen sind Kunstwerke, der Hochbau ist unglaublich komplex und die Tunnelbauer hatten enorme Probleme mit einem Geländeeinbruch.

Neu gemischt
Züblin hat es vorgemacht, die deutsche Strabag ist gefolgt. Nun wird die Zusammenlegung von Hochbau und Ingenieurtiefbau auch bei der Strabag österreich gelebt.

Mit Anfang des Jahres hat sich die Strabag in österreich eine neue Ordnung verpasst. Franz Urban, bisher als Vorstand ausschließlich für den Hochbau zuständig, wird künftig auch die Sparte Ingenieurtiefbau verantworten. Peter Krammer, der seit Mitte 2005 den heimischen Ingenieurtiefbau betreut hatte, konzentriert sich auf die Märkte Süddeutschland sowie Ost- und Südosteuropas, in denen Länder wie Polen, Rumänien, und Bulgarien gebündelt sind. Vom Umsatz her kommen zu den gut 900 Mio. Euro aus dem Hochbau weitere 200 Mio. aus dem Ingenieurtiefbau dazu.
Im Hochbau ist, kartellrechtlich betrachtet, noch käufliches Expansionspotenzial vorhanden, obwohl Urban betont, dass weitere Zukäufe nicht die Strategie seien. Kurz vor dem Jahreswechsel ist es dennoch wieder einmal passiert: Es wurde bekannt, dass die Strabag die Bauaktivitäten der Firma Josef Kurz & Co mit Hauptsitz in Walchsee übernehmen will. Urban denkt, dass das entsprechende kartellrechtliche Verfahren in wenigen Monaten abgeschlossen sein wird. Die Baufirma Kurz wurde 1958 gegründet und ist eine große Nummer in Westösterreich, beschäftigt etwa 450 Mitarbeiter, die im Jahr einen Umsatz von rund 45 Millionen Euro machen. Des Weiteren verstärkte die Strabag zuletzt ihre Aktivitäten im Fassadenbau. Zu den bereits zur Strabag gehörenden Fassadenbaufirmen Pagits und Bug Alutechnik werden Anfang 2007 51 Prozent der Firma Metallbau Stoppacher GmbH hinzukommen. Stoppacher gehört im Moment zur Almland-Landring-Gruppe (Raiffeisen) und macht in etwa 18 Millionen Euro Umsatz. Die Firma hat etwa sechzig Beschäftigte am Standort Weiz und vierzig in Ungarn. Dort, im Ort Monostorapati im Tal der Künste, soll künftig auch der Großteil der Fassadenfertigung der Strabag erledigt werden. Die Sparte Hochbau der Strabag wächst enorm. 2003 machte das Unternehmen einen Umsatz von 570 Mio. Euro, im Vorjahr setzte die Sparte mehr als 900 Mio. Euro um. Dazu beigetragen haben auch die Baufirmen Storf und Fussenegger, die zuletzt zum Bauriesen kamen. Urban möchte weiterhin einen strikten Wachstumskurs fahren. Ziel ist es, innerhalb von vier Jahren ein Plus von 15 Prozent auf die Reihe zu kriegen. Weitere Zukäufe stünden derzeit nicht an, angesagt sei organisches Wachstum, etwa in Oberösterreich und der Steiermark.Punkten möchte Urban künftig auch mit energieeffizienter Bauweise. Die Nutzung der Geothermie soll forciert werden, demnächst bei der Slowakei-Zentrale in Bratislava. Energetisch so richtig auf den Tisch klopfen möchte der Manager aber 2007 gerne gemeinsam mit Partnern mit einem Prototypen, bei dem etwa Vakuumdämmelemente zum Einsatz kommen sollen. Der Bau soll nahe Wien entstehen und zeigen, was möglich ist, was hauseigene Fassadenbauer und Dämmstoffhersteller in vielen Monaten Projektarbeit ersonnen haben. Langfristig soll eine Wissensdatenbank für erfolgreiche Systemlösungen entstehen, auf die konzernweit zugegriffen werden kann.

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Jenbacher in Oberwart

Die Inbetriebnahme der Anlage ist für November 2007 geplant. Sie wird über eine elektrische Leistung von mehr als zwei MW und eine thermische Leistung von bis zu sechs MW verfügen. Die erzeugte Wärme wird in das örtliche Fernwärmenetz der Energie Oberwart eingespeist und versorgt das örtliche Krankenhaus sowie künftige Betriebe im Industriegebiet Nord. Der in der Anlage produzierte Strom wird in das öffentliche Netz der BEWAG eingespeist. Ein Teil der elektrischen Energie wird aus Abgas-Abwärme mittels ORC-Prozess (Organic Rankine Cycle) gewonnen. Basierend auf einem dem Wasser-Dampfprozess ähnlichen Verfahren, verwendet der ORC-Prozess anstelle von Wasser ein organisches Arbeitsmedium, das günstigere Verdampfungseigenschaften als Wasser besitzt. Der im ORC-Prozess erzeugte Dampf betreibt eine nachgeschaltete Dampfturbine, die über einen Generator Strom erzeugt.
In der Anlage wird zunächst Holz in einem Wirbelschicht-Dampf-Vergaser in ein teerarmes Produktgas mit einem Heizwert von 2,7 kWh/m3 und einem relativ hohen Wasserstoffgehalt (30 - 40 Vol%) umgewandelt. Aus diesem Holzgas gewinnen die beiden Jenbacher Motoren elektrische Energie, die Abwärme der Motoren wird für die Wärmeversorgung des ORC-Prozesses sowie zur Einspeisung in das lokale Fernwärmenetz genutzt. Durch den Einsatz moderner Regelungstechnik - vor allem des Jenbacher DIA.NE® XT Motormanagement-Systems - lassen sich die typischen Schwankungen in der Holzgas-Zusammensetzung problemlos beherrschen. Neben der differenzierten Gasbehandlung ermöglicht dies eine schnelle Reaktion auf Veränderungen des Heizwertes, genaue überwachung des Verbrennungsvorgangs im Motor und effektive Anlagenkoordination zwischen Motor und Vergaser.
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Stunde Gigawatt

In Deutschland wurden 2006 doppelt so viele Erdwärmesysteme installiert wie im Jahr davor. »Das sind Zahlen, wie wir sie vor einigen Jahren so noch nicht erwartet hätten,« erklärt dazu Simone Probst, die Präsidentin des Bundesverbandes Geothermie. Die Steigerung um hundert Prozent macht der Branche allerdings Sorgen. Die Bohrunternehmen leiden unter einem eklatanten Mangel an Fachkräften. Allein für den Bau von Erdwärmesonden werde Personal in vierstelliger Größenordnung gesucht, heißt es. Zudem müsse die Branche verstärkt in neue Bohrgeräte investieren, um die Nachfrage aus der Bevölkerung bedienen zu können.

Der Geothermieverband geht davon aus, dass im Bereich der oberflächennahen Geothermie derzeit über 100.000 Anlagen installiert sind. Monatlich kommen mindestens 2000 neue dazu. Die Tendenz ist steigend. Fast achtzig Megawatt Leistung werden außerdem aus geothermischen Fernwärmenetzen bereitgestellt. Auch hier geht die Tendenz nach oben. In 2007 werden drei neue geothermische Kraftwerke (Bruchsal, Landau/Pfalz und Unterhaching) in Betrieb gehen. »Steigende Energiepreise und hohe Versorgungssicherheit machen die tiefen Ressourcen immer interessanter«, freute sich Horst Kreuter, Leiter der Sektion Tiefe Geothermie.

Insgesamt steht in Deutschland in diesem Frühjahr erstmals mehr als ein Gigawatt Wärme aus geothermischen Ressourcen zur Verfügung. »Geht die Entwicklung so weiter, ist die Geothermie ist auf dem besten Weg, mittelfristig Deutschlands wichtigste Wärmequelle zu werden«, stellt Präsidentin Probst fest.

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Familie Putz

Die Arbeitsgemeinschaft Putz (öAP) startete am 1. Dezember 2006 mit dem Gütesiegel Putz ok mit dem Ziel, qualitätsbewusste Betriebe von »schwarzen Schafen« abzugrenzen, so öAP-Generalsekretär Walter Doringer. Jungunternehmer und Ausländer sind dabei nicht willkommen. Das Gütesiegel erhalten nur Betriebe mit Firmensitz in österreich sowie mindestens dreijähriger, einschlägiger Tätigkeit. Diese Firmen müssen alle gewerbe- und abgabenrechtlichen Vorschriften erfüllen und sich zu Weiterbildungsmaßnahmen verpflichten. Gestartet wird die Initiative mit 13 Verarbeitern, was auf nicht brüllendes Interesse hindeutet.
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Sicherheit groß geschrieben

Die Sicherheitseinrichtung aus dem Hause Still hat eine ganze Reihe von Vorteilen: Das störende An- und Ablegen des Gurtes entfällt beim Auf- und Absteigen vom Stapler. Der Fahrer verfügt trotz der Vorrichtung über eine maximale Bewegungsfreiheit, zudem ist die Bedienung per Sensor ausgesprochen einfach.

netProtect besteht aus zwei Einheiten: einem festen Rückhaltebügel auf der rechten Fahrzeugseite und einem elektromotorisch betätigten Bügel auf der linken Seite, der während der Fahrt heruntergeschwenkt ist und ein schützendes Netz aufspannt. Das Schließen und öffnen erfolgt durch das Berühren eines Sensors neben dem Display. Eine programmierbare Vorwahlfunktion macht es möglich, das öffnen schon beim Heranfahren an die Last \"anzumelden“, also den Sensor noch während der Fahrt zu betätigen, der Bügel mit dem Netz öffnet sich dann direkt beim Anhalten.

Das Rückhaltesystem ist insbesondere für Fahrzeuge geeignet, mit denen kommissioniert wird. Gerade bei dieser Arbeit, die mit einem häufigen Auf- und Absteigen verbunden ist, erweist sich netProtect als ausgesprochen praktisch. Untersuchungen haben ergeben, dass Staplerfahrer bis zu 200mal am Tag ihr Fahrzeug verlassen und an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Dieser Wert zeigt, wie wichtig eine effiziente Ausführung des Rückhaltesystems ist.

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»Pflicht« Passivhaus

»Wir sind in der Lage, Passivhäuser zu bauen, die fast keine Energie mehr benötigen, und wir haben die Verpflichtung, das auch zu tun«, betont Zdenka Debartoli, Marketingleiterin bei Saint-Gobain Isover Austria. Kaum ein anderer Bereich des täglichen Lebens könne so viel zur Energieeinsparung und damit zur Reduktion des Schadstoffausstoßes beitragen. Rund vierzig Prozent des Gesamtenergiebedarfs in Europa gehen auf Kosten von Gebäuden. Und rund achtzig Prozent davon ließen sich durch Wärmedämmung sofort einsparen. »Wir müssen das Passivhaus zum Standard erklären, alles andere ist Substandard«, richtet Debartoli einen dringenden Appell an die Politik. Die Bundesländer haben in ihren Kompetenzbereichen längst die Initiative ergriffen. Bauherren, die sich für ein Passivhaus entscheiden, können mit entsprechenden Förderungen rechnen.
Vorarlberg geht sogar noch einen Schritt weiter. Seit Jahresbeginn sind alle gemeinnützigen Wohnbauträger im Ländle verpflichtet, ihre Gebäude im Passivhausstandard zu errichten. Debartoli: »über kurz oder lang werden auch die privaten Wohnbauträger nachziehen, weil sie ihre Wohnungen am Markt sonst nicht unterbringen.« ähnliches wünscht sie sich auch bei der Althaussanierung und begrüßt das Energieeffizienz-Aktionsprogramm der neuen Bundesregierung. Demnach soll bis 2010 in allen österreichischen Haushalten ein Energiecheck durchgeführt und die Sanierungsrate damit gesteigert werden.

Tipp: Europäische Passivhaustagung vom 13.-15. April 2007 in Bregenz

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Die Königsmacher

Ein Bauprojekt irgendwo in Südosteuropa: ein Businesstower, 30 Stockwerke, 40.000 Quadratmeter Bürofläche. Eine Megainvestition, die internationale Geldgeber fordert und einen Geschäftsführer benötigt, der sich am internationalen Parkett pudelwohl fühlt. »Für die Auftraggeber war schnell klar, dass ein Großprojekt mit diesen Anforderungen einen international erfahrenen Manager braucht«, sucht Andreas Landgrebe, von Beruf Headhunter und Managing Partner Ray & Berndtson, nun nach geeigneten Kandidaten für das Hochhausprojekt am Balkan. Es wird wohl ein Manager aus Russ­land, Prag oder Budapest werden, schätzt Landgrebe. »Ein Manager aus dem Wes­ten wird nur schwer an den geforderten Ort zu bringen sein.« Für Landgrebe, dessen Schwerpunkt neben österreich in der Region CEE liegt, ist die genaue Kenntnis über den Auftraggeber und dessen Kernbranche das wesentliche Asset im Rekrutierungsprozess. Die großen Headhunter wie Spencer Stuart, Heidrick & Struggles oder Korn/Ferry haben längst ihre Headhunter nach Branchensegmenten ausgerichtet. Denn um die Kundenanforderungen bestmöglich begreifen zu können, gilt es den Markt mitunter besser zu kennen, als dies der Auftraggeber tut. Landgrebe hat in allen Ländern seiner Region die richtigen Verbindungen zu den Branchenplayern vor Ort, um auch an Informationen kommen zu können, die Außenstehenden verwehrt bleibt. »Der Auftraggeber braucht jemanden, der hinter die Kulissen blickt und die Kandidaten und deren Fähigkeiten und Netzwerke tiefergehend prüft«, wird im Headhunting detektivisches Gespür benötigt, um bei den Kandidatenhearings rechtzeitig die Spreu vom Weizen trennen zu können. »Ich möchte schließlich am Ende des Tages meinem Kunden in die Augen sehen können und die wirklich besten Leute für sein Unternehmen vorgeschlagen haben«, meint Landgrebe. Der Headhunter als kulturelle Clearingstelle, der den Wunschkandidaten des Kunden prüft, um dann den tatsächlichen Idealkandidaten zu präsentieren. Der Headhunter als informierter Branchenkenner, der über Skandale und Trends mindestens ein Quartal vorher Bescheid weiß, als es in den Zeitungen steht.
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