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Redaktion_Report

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ICANN reformiert sich

Die Internet Corporation on Assigned Names and Numbers (ICANN) hat weitreichende änderungen in ihrer Organisationsform beschlossen, vor allem was zukünftige Bestellungen der Direktoren betrifft.

Bisher bildeten 19, zum Teil direkt gewählte, Mitglieder das "Board of Directors". Nun wird es nur noch 15 Direktoren geben, die von einem "Nominating Committee" vorgeschlagen werden müssen.

Nach Protesten von Internet-Basisgruppen wird die Bildung eines "At large Advisory Body" diskutiert, das als User-Vertretung auftreten könnte.

Die Struktur der ICANN soll um weitere drei Organisationen, mit beratenden Rollen, erweitert werden. Die Generic Name Supporting Organisation (GNSO), die Country Code Names Supporting Organisation (CNSO) und die Adressing Supporting Organisation (ASO).

Net: Comeback für den Satelliten

Satelliten als Distributionskanal für geschwindes Internet wurde schon vor Jahren eine Erfolgstory prophezeit. Nun aber glaubt die Industrie, es sei tatsächlich an der Zeit, den ausstehenden Boom offzukicken. Stark sinkende Beschaffungskosten und 2-Wege-Kommunikation lauten die Gründe für den jüngsten Optimismus. Im Vorfeld der wichtigen Fachmesse SatExpo, die von 4. bis 7. Oktober im italienischen Vicenza über die Bühne gehen wird, nominieren nun die großen Player ihre wichtigsten Innovationen.

Firmenfernsehen mit "Live"-Charakter. Eben haben Eutelsat und Shell einen Vertrag abgeschlossen, um das Infotainmentprogramm "Shell Info TV", das seit 1999 an siebzig Autobahnstationen in Frankreich abgespielt wird, schnell und noch dazu idiot proof zu distribuieren CD-ROM und ADSL haben in diesem B2B-Bereich ausgedient. Eutelsat versucht ja massiv, vom Supplier von Kapazität zum Anbieter von Value Added Services zu mutieren. Multimedia-Bereichsdirektor Arduino Patacchini reichen yachtende Urlauber vor Monaco und weniger begüterte auf griechischen Fähren als Abnehmer nicht aus: Bidirektionale IP-Services stehen unmittelbar vor der Einführung. über Vertriebspartner soll Breitband für die Provinz als logische Alternative zu dem an die Nähe zu Vermittlungsstellen geketteten ADSL vermarktet werden.

B2C ab 2005 relevant. Fernsehen und Internet in Eurostar-Schnellzügen sind im Field Trial, inklusive überbrückung der berüchtigten italienischen Tunnels per W-LAN. Sparten-Infokanäle sollen bald direkt vom Eventveranstalter an die Abonnenten zu broadcasten sein. Und schließlich ab 2005 in wirtschaftlicher relevanter Menge erwartet sich die Industrie den Durchbruch im Heimmarkt: Millionen von Satellitenschüsseln warten förmlich darauf, rückkanalfähig gemacht zu werden. CityCom-Kathrein, Wela haben die dazu passenden Multistandard-Settopboxen mit eingebautem Digitalvideorecorder schon fertig.

Warum Sat-Technologie nun doch noch reif geworden ist fürs Internet, erklärt Francesco Rispoli, Multimedia-Bereichsleiter bei Alenia Spazio, vor Jpournalisten in Mailand so: Die jetzt ins all verfrachteten Satelliten seien keine Repeater mehr, sondern echte Router. Und verdammt günstig herzustellen, verglichen mit den Preisen noch vor ein paar Jahren. Neben der 2-Wege-Kommunikation im Ka-Band, wo plötzlich ein bis zwei Watt wie in Mobiltelefonen zum Senden ausreichen, wurden softwareseitig deutliche Fortschritte erzielt. "turbo coding" und "packet data acceleration" (holt die für Internetanwendungen problematischen 200 Millisekunden Delay aus der Satverbindung heraus) sind die Schlagwörter der Szene ebenso wie Bandwith-on-Demand, was für höhere Kosteneffizienz durch kurzfristige Zuweisung der benötigten Kanäle an den Kunden steht.

Die Sat-Industrie sieht sich als unabkömmlich für UMTS-Streaming-Dienste, hofft auf Galileo und darauf aufsetzende Decision Support Systeme. Telespazio-Technikchef Michele Sasso sagt gar: "Sats sind zu Commodities geworden." Und Claudio Allegretti, Chef von Alltell, verspricht schon den "Videokonferenz-Call zum Preis eines GSM-Gesprächs".

Linux-Power bei Bedarf

IBM wird die Mainframes vorerst mit einer Linux-Distribution von SuSE ausstatten. Später sollen Kunden auch das IBM-eigene Mainframe-Betriebssystem z/OS verwenden können.

Als Grundeinheit gilt eine "Service Unit", die etwa ein Drittel der Rechenkapazität eines normalen Intel-Servers mit einem Prozessor leisten soll. Der Service wird für 300 Dollar pro Monat für eine Service Unit angeboten. Der Benutzer erspart sich dafür die Wartung einer eigenen Infrastruktur und die damit verbundenen Kosten.

Mit Virtual Linux Service folgt IBM dem Trend zum "Utility Computing", bei dem die Versorgung mit Rechenkapazität den selben Stellenwert bekommt wie etwa die Strom- oder Wasserversorgung. Die Benutzer können Computerkapazitäten über das Internet nach Bedarf zukaufen, anstatt selbst umfangreiche Serverfarmen zu unterhalten. Konkurrent HP bietet ein ähnliches Service bereits seit April an.

Riese aus Stahl

Nach dem 11. September brachen weltweit heftige Diskussionen um die Frage aus, ob Hochhäuser aus Stahl oder Beton besser und sicherer seien.
Allen Bedenken zum Trotz ist die taiwanesische Hauptstadt Taipeh gerade dabei, den höchsten Turm der Welt zu bauen. Das Taipei Financial Center (TFC) wird - rechnet man die 60 Meter hohe Turmspitze dazu - nach seiner Fertigstellung im Jahr 2003 eine Höhe von 508 Metern erreichen. Wird die Spitze nicht als konstruktiver Teil des Gebäudes anerkannt, bleibt das TFC mit 448 Metern allerdings vier Meter unter dem bislang höchsten Gebäude der Welt, den Petronas Towers in Kuala Lumpur.

Die Konstruktion des TFC in Form einer riesigen Hochzeitstorte besteht aus einem Stahlrahmen aus H-förmigen Trägern und 16 Stahlstützen im Kern, die mit Beton vergossen werden. An den vier Fassaden sitzen je zwei Haupt-, zwei Neben- sowie zwei Eckstützen. In jeder rückspringenden Ebene werden die Kräfte über geschoßhohe, diagonale Träger auf die Hauptstützen zurückgeleitet.

Das TFC, nach Plänen des taiwanesischen Architekten C. Y. Lee, wird 101 Geschoße mit einer gesamten Nutzfläche von 360.000 Quadratmetern haben und über 61 Aufzüge erreichbar sein, die mit einer Geschwindigkeit von 1000 Metern pro Minute unterwegs sind. Die Fassade des Turms, die von der bayrischen Firma Gartner geliefert wird, besteht aus rostfreiem Stahl, während der Sockel mit Natursteinen verkleidet ist.
Ende März gab es für die Errichter des Towers einen Schock: Ein Erdbeben der Stärke 6,8 brachte zwei Kräne zum Einsturz, die Arbeiten mussten vorübergehend eingestellt werden.

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