Neustart ohne Opferhilfe

Mit einem überraschenden Schreiben aus dem Justizministerium wurden dem privaten österreichischen Opfer- und Täterverein Neustart die Mittel für die Opferhilfe ab sofort entzogen. Ab 1. Juli soll der »Weiße Ring«, eine Opferhilfeorganisation unter der Leitung des früheren Jugendgerichtshof-Präsidenten Udo Jesionek, die Hilfe für Verbrechensopfer koordinieren. Eingelangt ist der Brief am 14. Juni, schon einen Tag später sollte Neustart seine Tätigkeit einstellen. Sprecher Andreas Zembaty zeigt sich entsetzt und spricht von einem schweren Rückschlag für Neustart. Das Justizministerium begründet seine Entscheidung mit einer »klaren Trennung von Täter- und Opferhilfe«. Für die Opfer sei es wichtig, dass sie sich solidarisch vertreten fühlen. Zembaty kann diese Argumentation nicht nachvollziehen. »Wir sind seit Jahrzehnten sowohl in der Täter- als auch in der Opferhilfe tätig. Die Zuständigkeiten sind intern ganz klar getrennt. Es gibt keine wie auch immer gearteten Unvereinbarkeiten.« Auch international sei der Trend zu bemerken, die Opfer- und Täterhilfe zusammenzuführen. Mit dem Synergieeffekt, dass das Wissen um die Täter den Opfern nur nutzen kann. »österreich macht hier ganz klar einen Schritt rückwärts.« Diesen Schritt will Neustart nicht mitgehen. Man hofft auf die Hilfe der Wirtschaft und der öffentlichkeit. »Neustart ohne Opferhilfe wird es nicht geben«, zeigt sich Zembaty kämpferisch.

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