Tipp Kick
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Der seriöse business-lastige Teil der Veranstaltung bestand aus drei Vorträgen zum Thema innovative Technologielösungen. Den Anfang machte Jörg Brüggen, der den Teilnehmern einen Einblick in die digitale Kinowelt ermöglichte. Am Beispiel eines der größten europäischen Kinocenters, der UCI Kinowelt Millennium City Wien, stellte er den von Digital Cinema unterstützten kompletten Prozess der Lieferkette inklusive Verteilung via Satellit vor. Thomas Wahl präsentierte Galileo, das europäische Satellitennavigationssystem, und beleuchtete Szenarien der Zukunft. Andreas Gall, Technischer Direktor des ORF, erörterte die Berichterstattung der Zukunft beispielhaft anhand des \"fliegenden Studios“. Das \"fliegende Studio“ ist ein Hubschrauber mit fünf Kameras an Bord, aus dem moderiert, geschnitten und übertragen werden kann. Daraus entstandene spektakuläre Bilder gab es etwa im Rahmen der Partnerschaft zwischen ORF und T-Systems vom German Sailing Grand Prix 2006 in Kiel oder dem jährlichen Hahnenkammrennen in Kitzbühel.
Der zweite Teil der Veranstaltung stand ganz im Zeichen des Humors und weniger im Zeichen des Business. Der Kabarettist Thomas Maurer - selbst ernannte Innovationsbremse - gab seiner ganz persönlichen Skepsis gegenüber den neuen Technologien in einem Exklusivprogramm zum Besten.
Den Abschluss bildete eine kurzweilige, aber inhaltlich wenig griffige Podiumsdiskussion unter dem Titel \"Sind wir ohne mobile Technologie heute noch lebensfähig?“. Prominente wie Windsurf-Olympiasieger Christoph Sieber und Thomas Maurer plauderten ohne wirklichen fachlichen Hintergrund über Segen und Fluch der modernen Kommunikation, flankiert von Rudolf Kemler und Andreas Gall, die der Diskussion die Aura eines Fachgesprächs verleihen wollten.
Seit mittlerweile sieben Jahren versucht der T-Systems-Kongress ein Forum für innovative Zukunftsthemen zu sein, eine Plattform für Vorträge und Diskussionen und ein Ort des Informaions- und Erfahrungsaustausches. Mit dem Verlauf des heurigen Events zeigte sich Kemler zufrieden. \"Wir wollten einen interessanten aber nicht typischen Branchentreff haben. Das ist uns, glaube ich, ganz gut gelungen.“
Aufstöbern von Fallen
Um das Risiko erfolgloser Probebohrungen so gering als möglich zu halten, müssen die Gebiete, in denen gute Erfolgschancen für die Aufsuchung von Lagerstätten bestehen, eingegrenzt werden. Diese Eingrenzung ist Aufgabe der Geologen. Mit zwei- und dreidimensionaler Seismik wird das Erdinnere untersucht und auf versteckte Fallen, in denen sich öl und Gas befinden könnten, untersucht.
Bei der 2D-Seismik werden Schallquellen und Geophone in einer Linie angeordnet. Die Geophone registrieren die reflektierten Schallquellen und liefern so ein zweidimensionales vertikales Schnittbild der Erdschichten unterhalb dieser Linie. Zwischen diesen Punkten bleibt aber eine Vielzahl an weißen Flecken, teure Probebohrung sind oft die einzige Alternative.
Deutlich aussagekräftiger ist die 3D-Seismik. Dabei werden mehrere Linien von Schallquellen und Geophonen netzförmig angeordnet und ergeben so ein dreidimensionales Ultraschallbild. Jeder Streifen zeigt eine andere Schicht im Erdinneren, die Farbe liefert den Geologen Informationen über die Qualität der Schichten. \"Mit Hilfe der 3D-Seismik können wir etwa unterirdische, ehemalige Flussläufe erkennen. Das bedeutet Sand, was wiederum auf Reservoirs schließen lässt, die potenzielle Kandidaten für Fallen sind“, sagt Philipp Strauss, Geologe bei der OMV. Letzte Sicherheit darüber, was er tatsächlich gefunden hat, gibt es für den Geologen nicht. Erstellt wird eine Indizienkette, der eine Berechnung von Wahrscheinlichkeiten folgt. Diese Wahrscheinlichkeiten gilt es, der Führungsriege schmackhaft zu machen. \"Ein Explorationist muss auch immer auch ein Optimist sein“, sagt Erwin Herndler von der OMV Exploration & Production GmbH. Schließlich ist eine Fundwahrscheinlichkeit von zwölf Prozent nicht allzu viel versprechend. In diesem Fall hat sich das Millionen-Risiko gelohnt. In Ebenthal sollen rund 1,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas lagern, in Strasshof sogar vier Milliarden Kubikmeter. Damit decken diese beiden neuen Erdgasfelder drei Viertel des jährlichen österreichischen Gasverbrauchs.
Moderne Technologien
Ist das Erdöl- oder Erdgaslager erst einmal entdeckt, wird gebohrt. Die Anlage in Ebenthal betreibt das internationale Bohrunternehmen KCA Deutag. Wo sich noch vor kurzem Fuchs und Hase gute Nacht sagten, steht jetzt ein knapp 60 Meter hoher Bohrturm.
Durch die Richtbohr- und Horizontalbohrtechnik können mit einer einzigen Bohrung mehrere weit voneinander entfernte Lagerstätten erfasst werden. So kann auch unter dicht besiedeltem Gebiet gefördert werden. Zudem erhöht die horizontale Erschließung der Lagerstätten die Förderrate um ein Vielfaches. Während im Normalfall bis zu zwei Drittel der in einem Feld vorhandenen Reserven im Boden bleiben, erreicht die OMV eigenen Angaben zufolge in österreichs wichtigsten Lagerstätten einen Entölungsgrad von 66 Prozent. Kein Wunder, dass Langanger damit auch gleich relativ unbescheiden die Technologieführerschaft bei On-Shore-Aktivitäten für sich in Anspruch nimmt.
Hohe Ziele
Derzeit werden in österreich pro Tag 39.000 Barrel öläquivalent gefördert. Bis 2010 sollen es 50.000 Barrel sein. Laut Langanger eine realistische Einschätzung: \"Auf Basis der heutigen Reserven ist die öl- und Gasförderung in österreich für einen Zeitraum von mindestens weiteren 20 Jahren möglich.“ Die Funde in Strasshof und Ebenthal erlauben einen optimistischen Blick in die Zukunft. \"Im Wiener Becken gibt es substanzielle Mengen von öl und Gas“, ist Langanger überzeugt, auch wenn es schwierig ist, an sie heranzukommen.
\"Sie werden gar nicht glauben, wie viele Produktbezeichnungen wir intern für unsere Projekte haben\",
solidarisiert sich SAP-Vorstand Shai Agassi mit so manchem Externen, der ob der Namenspolitik des Softwareherstellers gelegentlich verwirrt ist.
“Die Tatsache, dass wir heuer 20 Prozent mehr Besucher hatten, zeigt, dass die Mobil-Unterhaltungsindustrie weiter wächst und neue Geschäftsmodelle liefert\",
ist Patrick Parodi, Vorsitzender des Mobile Entertainment Forum, auf der gleichnamigen Branchenmesse in London zufrieden.
\"Total Control ist ein Spiel mit nur einer Taste, das heißt, der Benutzer braucht beim Spielen nur eine Taste auf seinem Handy zu betätigen\",
stellt Fabiano Alves, Produktmanager Meantime Mobile Creations ein für allemal klar. \"Wir möchten Ronaldinhos Fans mit diesem Spiel erreichen, nicht nur einfach Spielebenutzer\", erläutert er das Konzept für Fußballfans.
\"Uninspirierte Vision kann nur uninspirierte Technik zur Folge haben“,meint Alois Ferscha, Institut für Pervasive Computing, Universität Linz. \"Der Mensch muss immer im Mittelpunkt bleiben.“
\"Es ist die Selbstverantwortung des Einzelnen in Beruf und Privatleben, die mobilen Devices auch mal wegzulegen\",
so T-Systems-Managerin Tina Reisenbichler.
\"Die Klagen über die rasante Technologieentwicklung stellen ein Raunzen auf hohem Niveau dar, denn jeder besitzt die Wahl, Notebook und Handy abends oder am Wochenende auszuschalten\",
appelliert auch Franz Kühmayer, Director Marketing & Business Operations Microsoft.
\"Alles, was das Leben schneller und einfacher macht, wird sich durchsetzen“,
lautete das einfache Credo von Drei-Chef Berthold Thoma.
Verarbeitung
Der iPod 5G macht, wie die meisten Produkte von Apple, auf den ersten Blick einen sehr edlen Eindruck. Die Rückseite ist wieder klassisch verspiegelt, welche allerdings sehr anfällig für Fingerabdrücke ist und leicht verschmiert. Leider zeichnen sich schon nach wenigen Wochen feine Kratzer auf der Vorderseite des iPods ab, die durch das Herein- und Herausschieben aus der Aufbewahrungshülle entstanden sind. Die Kratzer sieht man bei eingeschalteter Hintergrundbeleuchtung des Displays nur wenig, trotzdem zeugen diese nicht von guter Qualität. Trotz der stolzen 30 bzw. 60 GB großen Festplatte ist der neue iPod nicht unhandlich. Mit Abmessungen von 10,3 x 1,1 x 6,2 Zentimetern ist er ungefähr gleichlang, aber etwas breiter als die meisten Handys. Mit dem Gewicht von 136 Gramm liegt er sehr gut in der Hand.
Bedienung
Man steuert den iPod über das so genannte Click-Wheel, das mit dem Touchpad eines Notebooks zu vergleichen ist. Mit einer leichten Berührung und einer Kreisbewegung kann man im Menü auf und ab gehen sowie die Lautstärke des laufenden Titels ändern.
In das Click-Wheel sind vier Tasten eingearbeitet, oben befindet sich die \"Menü“ Taste, mit dieser kommt man in das vorherige Menü zurück. Mit den Tasten \"Rechts\" und \"Links\" kann man den nächsten bzw. vorherigen Titel in der aktuellen Playlist wählen. Die untere Taste dient sowohl als \"Play\" und \"Pause\"-Taste, als auch zum An- und, bei längerem Drücken, Abschalten des Gerätes. Der Button in der Mitte dient als \"Enter\"-Taste, um in das gewählte Untermenü zu gelangen oder die Wiedergabe eines Titels in der Playlist zu bestätigen.
Die Bedienung des iPods mithilfe des Click-Wheels ist gewöhnungsbedürftig und erfordert einige übung, da es sehr sensibel reagiert. Nach einiger Zeit, wenn man \"den Dreh raus hat“, erscheint diese Möglichkeit, den iPod zu steuern, jedoch als sehr gut durchdacht, da er komplett mit einer Hand, selbst z.B. in der Jackentasche, gesteuert werden kann.
Funktionalität
Musiktitel können in den Formaten AAC, MP3, Apple Lossless, AIFF und WAV abgespielt werden. Die Soundqualität ist sehr gut, könnte aber mit geschlossenen Kopfhörern etwas lauter sein. Unter Einstellungen kann man einen aus 22 voreingestellten Equalizern wählen. Darunter gibt es z.B.: Rock, Pop, Sprache, Piano, Hip Hop, Jazz, Klassik, Dance und viele andere. Diese bringen mal mehr, meistens aber weniger Veränderung im Klangbild.
Im Menü selbst hat sich nicht viel verändert. So können auch wieder Notizen oder Kalendereinträge eingeblendet, aber nicht verändert werden. Unter \"Extras“ gelangt man zu der Uhr, wo verschiedene Zeitzonen und der Wecker eingestellt werden kann, und zu vier Spielen, darunter Solitaire und ein \"Music Quiz“, das aus den auf dem iPod befindlichen Musiktiteln ein Quiz erstellt.
Akkuleistung
Der integrierte Lithium-Ionen Akku, der nicht gewechselt werden kann, hält bei der Video Wiedergabe nur zwei Stunden, was nicht einmal für die Wiedergabe von manchen Filmen reicht. Bei der Musikwiedergabe hält der Akku ungefähr 14 Stunden. Der Akku kann mit dem Standard Zubehör nur über den USB Anschluss aufgeladen werden. Einen Adapter, um den iPod direkt an der Steckdose aufzuladen, muss der User bei Apple separat bestellen.
Fotos
Im Menü \"Fotos“ gelangt man neben den \"Dia-Show Einstellungen“ zum \"Fotoarchiv“. Hier sieht man zuerst eine übersicht aller Fotos, die sich auf dem iPod befinden, und kann direkt ein Bild auswählen oder die Diashow von Anfang an starten und komplett durchlaufen lassen. Die Diashow kann auch mit Musik hinterlegt werden. Die übergänge zwischen den Fotos können aus 11 verschiedenen Effekten ausgewählt werden, auch hier gibt es die Funktion der zufälligen übergänge. Die Dauer, wie lange ein Dia angezeigt wird, kann ebenfalls eingestellt werden. Einen Zoom oder die Möglichkeit, die Bilder zu bearbeiten, gibt es nicht.
Video
Die interessanteste Neuerung besteht darin, Videos abzuspielen. Auf dem leuchtstarken und scharfen 6,35 Zentimeter großen Display mit 320x240 Pixel sehen diese auch sehr gut aus. Die Farben des LC-Displays sind sehr brillant. Das angezeigte Bild ist gut und deutlich zu erkennen, selbst aus flachen Winkeln ist das Bild immer noch von guter Qualität.
Auf einem Fernseher erreichen die Filme aber nur mehr eine mit VHS vergleichbare Qualität. Als vollständiger DVD-Player-Ersatz ist der neueste iPod somit nicht geeignet.
Im Gegensatz zu Musik können Videos und DVDs, die auf der Festplatte gespeichert sind, nicht so ohne weiteres in iTunes importiert werden. Sie müssen zuerst mit Zusatzprogrammen ins richtige Format konvertiert werden, was sehr zeitaufwendig und mit Kosten verbunden ist.
Ein dicker Pluspunkt gibt es für das automatische Abspeichern der letzten Position innerhalb eines Videos. Per Knopfdruck kann man an der selben Stelle weiterschauen, an der man unterbrechen musste. Dies funktioniert auch wenn inzwischen Fotos oder Musik abgespielt wurden.
Fazit
Der iPod der fünften Generation überzeugt durch seine aktuell sehr fortschrittliche Technik. Er erfüllt alle positiven Aspekte eines MP3 Players: gute Soundqualität, ID3-Tag Anzeige und, nach einer kurzen Gewöhnungsphase, eine einfache Bedienung. Die Videoeigenschaften sind nicht revolutionär, zumal der Akku nicht mithalten kann, stellen aber eine Schritt in die richtige Richtung dar.
Wer seinen alten iPod nur aufgrund von Video durch ein neues Modell ersetzen will, sollte damit noch etwas warten, bis ein entsprechendes Angebot an Filmen und Musikvideos verfügbar ist und die Akkuleistung verbessert wurde.
Plus/Minus:
+ hervorragende Sound- und Bildqualität
+ Speicherplatz
+ auch als externe Festplatte verwendbar
- sehr kratzerempfindliche Oberfläche
- nur per USB aufladbar - Netzteil kostet extra
- Akkudauer bei Videos
Tele2UTA setzt zwar auf ein breiteres Vertriebsnetz als Yesss - Starterpakete des Diskontprodukts sind in Billa-Filialen, im Fachhandel bei Cosmos, Niedermeyer, MediaMarkt, Saturn und in Trafiken erhältlich - dennoch werden die gleichen Gedanken zu Ende geführt. Für Tele2UTA-Chef Norbert Wieser ist der Niedrigpreiskampf die logische Folge eines geänderten Kundenverständnisses im Handybereich. \"Die Kunden wollen nicht mehr stundenlang beraten werden, sie kennen sich ohnehin aus“, drängen für Wieser jegliche Dienstleistungen am Point-of-Sale weiter in den Hintergrund. Das Handy würde dagegen zunehmend zum Mitnahmeprodukt. Für die Kaufentscheidung fehlt dem Kunden von heute schlichtweg die Zeit. Ein weiterer Faktor begünstigt die neue Welle der Wertkartenkäufe: die Kunden haben meist mehrere unbenutzte, alte Mobiltelefone zu Hause. Diese GSM-Leichen, die in den Laden verfaulen, werden dann mittels PrePaidkarte einfach reaktiviert. Schon ist dann das neue Zweithandy bereit fürs günstige Telefonieren in die sonst teuren Fremdnetze. Wieser sieht den Prepaid-Markt damit in einer neuen Phase. \"Vor drei Jahren waren Wertkarten ein Produkt, das den Netzbetreibern kaum Gewinne gebracht hat. Nun ist der Trend abzusehen, dass die Kunden im reinen Sprachtelefoniebereich keine Bindungen mehr mit den Betreibern eingehen wollen.“ Dies sei eine relativ neue Ansicht, von der man profitiere.
Neue Taktung. Auch bei der Taktung geht Tele2UTA neue Wege. Es gilt 90/60: die ersten 90 Sekunden werden zur Gänze verrechnet, danach wird minutengenau abgerechnet. Dass nun ein Großteil der Kunden bei Kurzgesprächen, die Studien zufolge einen Großteil der Gespräche in österreich ausmachen, schlecht fährt, verneint Wieser. Handykunden würden einer eigenen Untersuchung zufolge mit einem einzigen Tarif vorbehaltlos telefonieren wollen. \"Mit dem neuen Taktungsmodell können sie dies einfach und billig, so lange sie wollen.“ Auch für Yesss-Geschäftsführer Josef Mayer ist das 90/60-Taktungsmodell der Konkurrenz Grund zur Freue, wie er meint: \"Wir sehen das sportlich und nehmen gern die Möglichkeit an, ebenfalls mehr Geld zu verdienen. Will ein Yesss-Kunde denselben Tarif wie Tele2, bieten wir diesen ebenfalls an.“
Die großen Netzbetreiber warnen indes vor einer solch einfachen Darstellung des Marktes. Zwar würden die Menschen tatsächlich gerne einfache Parameter in den Tarifen vergleichen, doch sei man bewusst nicht Billiganbieter. \"Unsere Kunden sind wirklich etwas wert“, entgegnet etwa Hutchison-Sprecherin Maritheres Paul. Zudem seien die eigenen Tarife ohnehin die besseren, so die Mobilfunker unisono. Während in der Branche über ein mögliches Diskontangebot der mobilkom gemunkelt wird, will man bei Hutchison nichts von einem Wertkartentrend wissen. Der Vertragsanteil bei den Handykunden steigt bei Hutchison bis dato ungebremst - ebenso wie auch bei mobilkom, T-Mobile und One. Diese Tatsache schließt für Wieser und Mayer nicht unbedingt ihren Geschäftserfolg aus. Man möchte Menschen ansprechen, \"die ein gesundes emotionales Verhältnis zu Mobiltelefonie haben“. Der österreichische Markt sei Technik- und Gadget-verliebt, so Mayer. Jene Zielgruppe, die nichts damit anfangen könne, sei nun bei Yesss willkommen.
Paul fühlt sich bei solchen Sprüchen auf den Plan gerufen. \"Es geht nicht nur um Sprachtelefonie“, so die Unternehmenssprecherin. Letztendlich seien stets auch weitere Dienste, wie etwa aus dem Daten- und UMTS-Bereich für einen Mobilfunkservice ausschlaggebend. Doch auch sie sieht ein, dass nun mal die Menschen \"gerne in Sprache vergleichen, weil sie ein Gefühl dafür haben“.
\"Wir wollen, dass die Kunden billig telefonieren\", bringt dagegen Tele2UTA-Chef Wieser jenen Punkt zur Sprache, den auch die anderen Anbieter für sich reklamieren. T-Mobile hat nun ebenfalls ein aggressives Wertkartenangebot vorgelegt: Telefonate in alle Netze zu neun Cent in der Minute. Die neue Strategie läuft unter dem Motto \"Markenangebot zum Diskonttarif“, sagt T-Mobile-Chef Georg Pölzl. Schließlich biete man dazu Kundenservice und Beratung. Voraussetzung ist lediglich, dass die Wertkarte mindestens einmal im Monat mit einem Guthaben von 20 Euro aufgeladen wird. Doch: Die Summe entspricht Pölzl zufolge ohnehin nur dem durchschnittlichen Telefonieverhalten der anvisierten Zielgruppe.
Bereits im Vorfeld und auch während der Messe präsentierten die deutschen Mobilfunker neue Tarife und Produkte. Keine wirkliche überraschung aber ein großer Schritt war der Marktauftritt der HSDPA-Netze von T-Mobile Deutschland und T-Mobile Austria. Im Gegensatz zu österreich wird in Deutschland zusätzlich die GPRS-Weiterentwicklung EDGE eingeführt.
Ein eher unerwarteter \"Erstling“ war der Provider debitel mit der Ankündigung des ersten mobilen Fernsehens in Deutschland. Statt dem bei anderen Anbieter schon verfügbaren Streaming über UMTS wird ab Mai echter Rundfunk geboten. Nicht der übertragungsstandard DVB-H (Digital Video Broadcasting Handhelds) sondern DMB (Digital Multimedia Broadcasting) ist dabei die Technologie der Wahl. In acht Städten, natürlich allesamt Austragungsorte von WM-Spielen, beginnt \"Mobiles Fernsehen Deutschland“ (MFD) mit der Ausstrahlung von vier Fernsehkanälen. Debitel-Kunden dürfen die Kanäle für voraussichtlich etwa zehn Euro konsumieren, Kunden anderer Netzbetreiber sollen später folgen. Sogar ein DMB-taugliches Endgerät soll es im Mai geben. Das Samsung SGH-P900 dürfte etwa 600 Euro kosten.
Auch die Musik-Miete will debitel mobil machen, und zwar gemeinsam mit dem Klingeltonportal Jamba. Solange der Kunde Monat für Monat zahlt, darf er Musikdateien mit Digital-Restrictions-Management herunterladen. Der Datentraffic wird wohl extra zu bezahlen sein. Wird das Abo einmal beendet, verfallen alle Musikdateien. Kaufen oder gar kopieren ist nicht vorgesehen.A propos kaufen und kopieren - die im Kopiergeschäft übliche Miete von Kopiergeräten samt definierter Betriebs- und Serviceleistungen greift auch im Druckerbereich mehr und mehr Platz. Ja, der gesamte IT-Bereich orientiert sich verstärkt in Richtung Leasing. Siemens Financial Services hat den Trend erkannt und kooperiert etwa mit Fujitsu Siemens und SAP. Nicht nur, aber auch wegen Basel II werden immer mehr IT-Anschaffungen alternativ finanziert, vor allem durch Leasing. Die Fujitsu Siemens Vertriebspartner können nun innerhalb weniger Minuten online Leasingverträge für ihre Kunden im Bereich von 2500 bis 125.000 Euro organisieren. \"Vom Autohandel lernen heißt siegen lernen\", könnte insgeheim der Leitspruch lauten. Denn auch der regelmäßige Austausch gegen neuere Hard- und Software soll durch entsprechende Dauerverträge gesteigert werden.
Das Schlagwort des \"mobilen Arbeitsplatzes“ wird zwar schon seit Jahren bemüht, aber nach und nach doch mit Inhalt gefüllt. Zahllose Software- und Messaging-Lösungen gingen neben zur Schau gestellten Laptops mit eingebautem HSDPA-Modem oder Mobilfunk-Datentarifen mit fünf Gigabyte monatlichem Trafficvolumen medial unter. Avaya (in unseren Breiten früher als Tenovis bekannt), neben der Deutschen Telekom, Toshiba und Yahoo einer der vier offizieller technischer Partner des Weltfußballverbandes FIFA, setzt daher auch als reiner B2B-Anbieter auf das Thema Fußball. \"Das größte konvergente Netzwerk der Welt, nach den Regierungsnetzen\" verbindet 70 Locations, darunter nicht nur die WM-Stadien sondern etwa auch Hotels, Bahnhöfe und Flughäfen. 15 bis 20 Terabyte sollen in nur 30 Tagen übertragen werden. 35.000 Nebenstellen wären möglich, doch selbst für das Mega-Ereignis braucht die FIFA nach aktueller Planung nur 4.500.
Nicht zuletzt dank der absurden Verbürokratisierung und Vertechnisierung der WM-Eintrittskarten war RFID ein prominentes CeBIT-Thema. Auch die deutsche Bundeskanzlerin hatte RFID in ihrer Eröffnungsrede mehrmals angesprochen. EU-Kommissarin Viviane Reding startete einen eigenen Konsultationsprozess, in dessen Rahmen Anwendungen, Verbraucherfragen, Interoperabilität und Normen sowie der Frequenzbedarf erörtert werden sollen. Nach diversen Workshops wird es im Herbst eine öffentliche Konsultation geben, an der sich jeder Bürger beteiligen kann. Diese neue Technologie sei wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit, so Reding. Sie werde in Europa jedoch nur zum Durchbruch kommen, wenn zuvor das Vertrauensproblem gelöst werde. Gleich am ersten Messetag lud sie daher auch Privacy-Experten zu einer Podiumsdiskussion.IBM will derweil durch eine technische Lösung das Vertrauensdefizit ausgleichen. Im Zürcher IBM-Labor erdachte Chips haben eine perforierte Antenne, die der Endverbraucher einfach abrubbeln kann, etwa mit einer Münze. Dabei bleiben die gespeicherten Daten erhalten, können aber nur noch aus maximal fünf Zentimetern Entfernung ausgelesen werden. Was technophile Anwendern als einleuchtende Vorgehensweise erscheinen mag, wird nicht unbedingt gegen die ängste technokritischer Nutzer wirken. Die EU-Kommission weiß, warum sie sich \"weltweit akzeptierte Interoperabilitätsnormen und Maßnahmen zur Gewährleistung des Datenschutzes und der Achtung ethischer Grundsätze bei der Nutzung dieser Technologie\" wünscht. Die Vernetzung der Daten und Anwender wird jedenfalls voranschreiten. Irgendwann stehen wir vielleicht überall im Centrum der BIT-Welt - und damit nirgendwo.
| 20 Jahre CeBIT Das \"Centrum der Büro- und Informationstechnik\" feierte heuer unter dem Motto \"Join the Vision\" seinen 20. Geburtstag. 1986 erstmals als eigene Messe ausgerichtet, ist die CeBIT auf ein Vielfaches der damals größten Messehalle der Welt gewachsen. Aber auch dieses Wachstum hat ein Ende. Zwar stieg die Zahl der Aussteller leicht, doch konnte zuletzt immer weniger Fläche vermietet werden. Neben prominenten Absagen wie jenen von Sony oder E-Plus, und der stark reduzierten Präsenz von Cisco, war auch Halle 27 ein deutliches Zeichen: Dorthin sollte \"digital living - Das Event mit Erlebnischarakter\" sowohl neue Aussteller als auch Konsumentenmassen locken. Im Endeffekt wirkte die Halle sehr geräumig. Die wenigen Aussteller und der immer noch saftige Eintrittspreis von zehn Euro (gegenüber 38 Euro für die gesamte Messe beziehungsweise 17 Euro für Schüler und Studenten am Wochenende und am letzen Messetag) machten sie nicht zum Besuchermagneten.Die österreichische Wirtschaftskammer verzichtete diesmal überhaupt darauf, einen österreichischen Gemeinschaftsstand zu organisieren. Nur zwei Unternehmen sollen sich dafür interessiert haben. Insgesamt präsentierten sich nicht einmal 40 heimische Unternehmen auf der weltgrößten Computermesse. |
Supply-Chain-Management ist die Steuerung der gesamten Wertschöpfungskette, vom Hersteller über die Transporteure und Händler bis zum Endkunden. Immer mehr Branchen organisieren sich vertikal: Anstatt mehr oder weniger zufällig angebotene Ware zu kaufen und (hoffentlich) mit Gewinn zu verkaufen, beeinflussen vor allem Handelsketten die Produktion wesentlich. Sie bestellen exakt spezifizierte Produkte für bestimmte Zeitpunkte. Auf unklare Lieferzeiten und daraus resultierende leere oder überquellende Regale haben sie keine Lust.
Entsprechende Softwarelösungen ermöglichen eine komplette Umgestaltung der gesamten Organisation, hin zu mehr Effizienz und Flexibilität. Der Softwareanbieter TXT hat seine Programme und Dienstleistungen zum Beispiel in den Branchen Luftfahrt, Finanzen, Lebensmittelhandel oder KFZ erfolgreich vermarktet. Den größten Erfolg hat der Anbieter in der Textilbranche, die von langen Transportwegen und schnell wechselnden Kollektionen geprägt ist.
\"Einer unserer Kunden wechselt alle vier Wochen sein Sortiment\", erzählt Holger Klappstein, General Manager von TXT e-solutions für Deutschland und österreich dem Report am Rande des TXT Summit in Venedig, \"Ein anderer bringt jedes Jahr 24 neue Kollektionen in seine Filialen. Der logistische Aufwand und der Stress im Ein- und Verkauf sind groß.\" Seine Kunden, darunter auch Ketten mit Filialen in österreich, möchten genau wissen, welche Ware sich gerade wo befindet. Nicht nur im eigenen Geschäft und Lager, sondern vor allem davor und dazwischen. Wo ist was, auf dem Weg von der (oft asiatischen) Fabrik nach Europa oder auf dem Weg zu welcher Filiale?
\"Wenn Sie eine Kollektion rausbringen, möchten Sie möglichst früh erfahren, wenn es bei einem Teil Lieferverzögerungen gibt. Fehlen zum Beispiel bei einem vierteiligen Set die Krawatten, können Sie vielleicht auf einen anderen Posten von Krawatten oder einen anderen Lieferanten umschwenken\", erklärt Klappstein, \"Diese Informationen zu bekommen, zu überwachen und aufzubereiten ist die Aufgabe unserer Lösungen.\" Auch für die Planung von Arbeitsabläufen und Mitarbeitereinsatz sind diese Informationen wichtig. \"Wenn jedes Paket geöffnet werden muss, um den Inhalt zu erkennen und diesen dann auf neue Pakete zu verteilen, kostet das viel Zeit und Geld. Unsere Kunden können bereits die Fabrik anweisen, welche Pakete wie zusammengestellt werden sollen.\" Zudem wird viel Zeit gewonnen, wenn bekannt ist, wann welche Waren eintreffen werden. \"Manche Sachen müssen zum Beispiel gebügelt werden. Dafür braucht man Personal. Wenn die Lieferung nicht genau vorhersagbar ist, verliert man wichtige Zeit in der Auslieferung - oder das Personal ist nicht verfügbar.\"
Die Supply-Chain-Management-Software \"TXTChain\" wird bei einem Serviceprovider gehostet, was dem Kunden Investition- und Wartungsaufwand spart. Abgerechnet wird je nach angeforderten Modulen und Zahl der Transaktionen.
Demand Management. Um die Effizienz im Vertrieb weiter zu steigern, kann das Pferd zusätzlich von der anderen Seite aufgezäumt werden. Ein glücklicher Kaufmann, der weiß, welche Waren in welchen Filialen wann in welcher Menge nachgefragt werden. \"In einer 1A-Lage in Hamburg oder München wird anders eingekauft, als in einer Filiale in Osnabrück oder Dortmund. Bei den Nebenlagen ist es wieder anders\", so Klappstein, \"Außerdem müssen Sie entsprechend der Flächen der Filialen Schwerpunkte bei der Angebotspalette setzen. Wenn es sich um drei oder vier Geschäfte handelt, kann das noch jemand überblicken. Aber bei hundert Outlets schafft das nur mehr der Computer.\"
Dafür hat TXT unter anderen die Module Forecasting, Demand Planning und Inventory Planning. In österreich setzt zum Beispiel Palmers die Software TXTDemand ein, die mit klassischen Lizenzen ja nach benötigten Modulen und Zahl der Nutzer angeboten wird.
Das Wissen allein nutzt aber wenig, also gibt es ein Modul für die Nachschubsteuerung (\"Replenishment\"). \"Es gibt plötzliche Trends\", sagt der TXT-Manager, \"Vielleicht wird zufällig Heidi Klum in einem gelben Hemd abgelichtet und gelbe Shirts werden der Renner. Wer darauf schnell reagiert, kann deutlich mehr absetzen.\" Flexibilität in Bezug auf Nachfrageschwankungen kann den Umsatz positiv beeinflussen. \"Wer bereits auf dem Transportweg befindliche Ware umdirigieren kann, hat die Nase vorn.\"
| TXT will im Ausland wachsen 2005 konnte TXT den Umsatz um 12 Prozent auf 54,8 Millionen Euro steigern. 16,4 Millionen davon stammen von Kunden außerhalb Italiens, ein Plus von 73 Prozent. Das Nettoergebnis vor Steuern wuchs um 134 Prozent auf 2,6 Millionen Euro. Mehr als 60 Neukunden wurden in dem Jahr gewonnen. Vor allem auf Auslandsmärkte setzt TXT große Stücke und hofft auf weiterhin starkes Wachstum. Insgesamt sollen 2007 bereits 95 Millionen Euro umgesetzt werden. Im Ausland noch kaum aktiv ist die Content-Management-Sparte TXT Polymedia, die etwa 20 Millionen Euro zum letztjährigen Umsatz beigetragen hat. Aus einer Teletext-Maschine heraus entstanden, ist das System heute in der Lage, multimediale Inhalte für eine Vielzahl von Medientechnologien zu erstellen und zu verwalten: Von SMS/MMS über Webseiten und druckfertige PDF bis hin zu Set-Top-Box-tauglichen Formaten für digitales TV. Da Polymedia in Java programmiert ist, läuft es auf allen gängigen Plattformen. Vor allem Fernsehanstalten, aber auch der Mobilfunkbetreiber Hutchison Italy und der italienische Verlag De Agostini setzen die Lösung ein. \"Wir haben dazu ein visuelles Programmierinterface. Damit kann Polymedia schnell und einfach an fast alle Bedürfnisse angepasst werden, ohne dass jemand eine Zeile Code schreiben muss\", schildert Giorgo Tornielli von TXT Polymedia. Genau wie die Kollegen von der Demand und Supply Chain Management Sparte will auch Tornelli mit neuen Kunden im Ausland deutlich zulegen. |
Lexmark. \"Der Drucker als Schachtel per se ist ein Me-too-Produkt geworden“, sagt Lexmark-Geschäftsführer Hermann Anderl. Heißt: Die Kunden erwarten von den Geräten, dass sie auch ohne Intervention funktionieren, Innovationen seinen heute eher im Dienstleistungsbereich zu finden. Lexmark hat im Lauf der Jahre mehr und mehr Innovationen in die Geräte gepackt - von Security-Printing angefangen über Fernwartungssysteme bos hin zu Direct-Printing per USB-Stick und Datenflusssysteme die mitunter auch in Archivierungsklösungen münden. Anderl setzt auf den \"Mehrnutzen“ für B2B-Kunden und ein Kernbedürfnis nach modularen Lösungen. Er beobachtet folgenden Trend: Daten werden zunehmend digitalisiert und am Multifunktionsgerät gleich mit Beschlagwortung abgelegt und archiviert. Consulting und Professional-Services werden von Lexmark direkt erbracht, die Installation beim Kunden besorgen Partner.
Develop. Die Konica-Minolta-Tochter Develop hat sich auf Multifunktionsgeräte im A3-Farb-Bereich spezialisiert und liefert mit Partnern wie Dorfmeister oder I.Q. Bürotechnik den Unternehmen abgerundete Dienstleistungen - bis hin zur Netzwerkadministration und Desktopservices. \"Dadurch werden durchgehende Lösungen wie Dokumenten-Management-Systeme (DMS) und Archivierung möglich“, sagt Develop-Managerin Gabriele Brunner. Während im städtischen Raum - allen voran Wien - der Großteil der Bürogeräte im Besitz des Dienstleisters oder Herstellers bleiben, \"wird im ländlichen Raum eher gekauft“. Unermüdlich ist Brunner auch unterwegs, um den Kunden die Vorzüge von Multifunktionsgeräten deutlich zu machen.Während der Tintenstrahlbereich einen Höhenrekord nach dem anderen bei den Druckkosten hinlegt, würden viele Unternehmen nun auf Laserdrucker setzen. \"Doch auch die Laserdrucker sind nicht ganz so billig, wie es oft scheint.“ Während im Laserbereich der Seitenpreis eines Farbdruckes bis zu 70 Cent veranschlagen kann, würden Multifunktionsgeräte Farbseiten zu sieben, acht Cent drucken. Besonders bei hohen Druckvolumina würde sich der höhere Anschaffungspreis eines Multifunktionsgerätes oft bereits nach zwei Jahren amortisieren.
HP. Christine Donner, Direktorin für den Bereich Imaging & Printing bei HP, setzt auf die Sinnvolligkeit der Geräteinstallationen in den Unternehmen. \"Die Firmen schauen weiter auf ihre Druckkosten“, weiß sie und versucht stets sich vor Ort beim Kunden ein Bild von der tatsächlich benötigten Infrastruktur zu machen. Dabei könne es durchaus sein, so Donner, dass auch einzelne Arbeitsplätze weiterhin ihren eigenen Drucker am Tisch stehen haben. Per \"Balanced Deployment“ versuchen sich die HP-Experten an ökonomisch sinnvollen Lösungen für die Unternehmen. Die Sentimentalität vieler Nutzerm, einen eigenen Arbeitsplatzdrucker haben zu wollen, lässt sich meist zerstreuen, berichtet Donner. überhaupt, die Kunden sind mündiger geworden: \"Vor zwei, drei Jahren hatten die Unternehmen keine Ahnung, wie hoch Ihre Druckkosten waren.“ Heute ist dies anders - die Kunden beschäftigen sich zunehmend auch mit Dokument-Management-Systemen.
Konica Minolta. Johannes Bischof, Geschäftsführer Konica Minolta Business Solutions, sieht sein Unternehmen als \"Marktführer in Farbe“. Jedes dritte multifunktionale Gerät, das verkauft werde, sei bereits ein Farbgerät. Im Bereich Printing Solutions liegt der Farbanteil bei etwa 50 Prozent. Wie positioniert man sich auf einem Markt, in dem die Produkte ersetzbar werden? \"Die Situation erscheint mir nicht so neu, da wir uns schon immer in einem Markt mit austauschbaren Produkten bewegt haben. Das war auch bei Kameras nicht anders. Unsere Positionierung stützt sich im wesentlichen auf die Marke, auf Qualität, Funktionalität und Service.“ Zweifellos spiele der Service eine zunehmende Rolle, man habe sich deshalb vom reinen Hardwareanbieter zum Systemhaus entwickelt. Nun will man ganzheitliche und maßgeschneiderte Lösungen bieten - einschliesslich Softwarekomponenten. \"So können wir die Workflows und Leistungen bei den Unternehmen verbessern“, sagt Bischof.
OKI. Karl Hawlik, Geschäftsführer OKI Printing Solutions, bearbeitet Großkunden über Systemhäuser sowie den KMU-Markt über den Fachhandel. Man ist reiner B2B-Anbieter und setzt auf Geräte mit spezieller LED-Drucktechnologie - auch im Farbbereich. \"Der Trend geht ganz klar gegen Stand-alone-Kopiergeräte“, ortet Hawlik nun neue Möglichkeiten im \"Inhouse Color Printing“. Hierbei ersetzen Drucker mit großer Medienvielfalt den Gang in den Copyshop. Spezialdrucke wie etwa für Visitenkarten oder Folder können die Unternehmenskunden dann selbst in die Hand nehmen. \"Viele sind überrascht, was mit unseren Geräten möglich ist“, erzählt Hawlik von so manchem Kunden, der seine Kataloge nun selbst in Kleinauflage druckt. Auch er sieht die Migratione der seitenbasierten Abrechungn der Kopierwelt nun in den Druckerbereich kommen.
Canon. \"Je größer Unternehmen sind, desto mehr wollen sie nicht nur Geräte kostentransparent beziehen, sondern auch mit Dienstleistungen versorgt werden“, ortet Canon-Chef Peter Baldauf. Die Unternehmen wollen sich immer weniger mit der Administration der druckenden Infrastruktur umherschlagen, sondern zentralisieren, automatisieren und an Partner auslagern. Weiters sieht auch Baldauf die Funktionen Faxen, Drucken und Kopieren zunehmend in einem, einzigen Gerät integriert: \"dies sind nicht mehr getrennte Prozesse, sondern der Weg zum integrierten Dokumentenmanagement.“ Trotzdem: Netzwerke und Printer werden auch künftig zwei verschiedenen Paar Schuhe bleiben. In Sachen Installation, Consulting und Betriebe macht dennoch Canon bei Großkunden \"alles selbst“. Lediglich bei Archivierungserfodernissen eines DMS würde man auf Partner zurückgreifen. Baldauf propagiert Gesamtlösungen, die den Gerätewildwuchs in den Unternehmen eindämmen. Durch geeignete Controlling- und Monitoring-Software werden dann die Konsolidierung des Druckbereichs ermöglicht.
Epson. Mit der Einrichtung eines neuen \"Epson Branch Office Austria“ will Norbert Fasching durch verstärkte Präsenz \"besser als je zuvor die regionalen Eigenheiten des Marktes berücksichtigen.“ Im Consumer-Umfeld sei der Hersteller \"schon lange ganz vorne mit dabei“, jetzt wird auch die Position im Business-Segment ausgebaut. \"Unsere Partner dürfen sich schon jetzt auf ein interessantes Geschäft mit innovativen Produkten, einer aktiven Kommunikation, und nicht zu letzt mit äußerst attraktiven Margen freuen“, stellt Fasching in Aussicht. Auch bei Epson geht es nicht mehr nur darum, Schachteln zu verschieben: Man versteht sich als Anbieter von Lösungen, die individuell auf die Bedürfnisse der Kundschaft abgestimmt sind. Demnächst werde es auch ein neues Abrechnungsmodell geben, bei dem der Kunde pro ausgedruckter Seite bezahlen kann. \"Zusätzlich können Nutzer von Epson Druckern durch die Epson JobTracker Software Druckostentransparenz schaffen.“
Im Laufe der Zeit
Seit den Anfangsjahren von Otto Bock hat sich einiges verändert. Das lange Zeit vorherrschende Pappelholz wurde durch Kunststoff und neuerdings auch Carbon ersetzt. Die ästhetik spielt eine immer wichtigere Rolle und die Funktionalität und Alltagstauglichkeit wurden in den Vordergrund gestellt. In großen Maßen unverändert ist die Produktionsweise. Auch heute noch werden in erster Linie Prothesenbauteile gefertigt. Individuell auf den Patienten zugeschnitten wird die Prothese vom Orthopädietechniker.
Standort Wien
Mit seinen zahlreichen internationalen Niederlassungen, darunter etwa die Otto Bock USA in Minneapolis, ist Otto Bock heute einer der wenigen echten Global Player in der Orthopädietechnik. Seit 1969 gibt es auch eine Niederlassung in österreich. Was als reine Vertriebsgesellschaft begonnen hat, wurde 1972 um einen Produktionsstandort zur industriellen Herstellung orthopädischer Artikel erweitert. Heute arbeiten am Wiener Standort 290 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 53,5 Millionen Euro erwirtschaften. Der Schwerpunkt in Wien: Forschung und Entwicklung. \"Ein Viertel der Mitarbeiter und 20 Prozent des Umsatzes werden in Wien in Forschung und Entwicklung gesteckt“, erklärt Gerald Haslinger, Unternehmenssprecher Otto Bock Healthcare Products GmbH. Konzernintern genießt die Wiener Niederlassung hohes Ansehen, liegt doch hier die Marktführerschaft für mechatronische Elemente. Etwa das myelektrische Handsystem \"SensorHand Speed“, das ein schnelles und sicheres Zugreifen ermöglicht und dank Griffstabilisierungssystem verhindert, dass Gegenstände aus der Hand rutschen oder fallen gelassen werden. Oder der DynamicArm, ein elektronisch gesteuertes und elektromotorisch angetriebenes Ellbogen-Gelenk. Auch der C-Leg, ein mikroprozessorgesteuertes Kniegelenk, hat seinen Ursprung in Wien. Eine Leistung, die 1999 mit dem österreichischen Innovationspreis honoriert wurde. \"Es ist kein Zufall, dass Otto Bock den Forschungsschwerpunkt nach Wien verlagert hat“, sagt Haslinger. \"Hier findet das Unternehmen ein sehr gut ausgebildetes Personal vor und eine gute Vernetzung mit universitären Instituten.“ Der hohe Stellenwert Wiens innerhalb des Konzerns zeigt sich auch daran, dass Wien das Headquarter für Westeuropa ist - und nicht wie man vielleicht meinen möchte für Osteuropa.
Nischenproblematik
\"Die Anzahl der produzierten Prothesen geht bei Otto Bock in die tausende, nicht aber zigtausende“, sagt Haslinger, der die Medizintechnik als kleine Nische im Gesundheitswesen betrachtet. Dass die Prothetik lediglich eine weitere Nische in dieser Nische ist, lässt sich mit Zahlenmaterial belegen. In österreich gibt es jährlich rund 1000 große Amputationen. \"Für die adäquate Versorgung dieses relativ kleinen Personenkreises braucht es ein Commitment aus Politik, Kostenträger und Mediziner“, ist Haslinger überzeugt. Es sei wichtig für diese kleine Gruppe von Personen, die nicht gut versorgt ist und die über keine nennenswerte Lobby verfügt, einzutreten. Noch in diesem Jahr soll ein Vorschlag an die Politik herangetragen werden, wie man die Versorgung dieser Menschen garantieren könnte. Die Hoffnung, dass der Vorschlag angenommen werden könnte, lebt zwar bei Otto Bock, allzu groß ist sie aber nicht. Schließlich werde überall im Gesundheitswesen eingespart, und damit auch im Bereich der Prothetik. \"Man kann aber das eine mit dem anderen nicht vergleichen“, so Haslinger. \"In der Prothetik geht es nur um eine ´Handvoll Personen´. Wenn hier bei der Versorgung eingespart wird, bleibt nichts mehr übrig.“ In der Pharmazie könne man auf Generika setzen, das sei aber in der Prothetik nicht möglich.
Dass in der Prothetik wie auch in der Medizintechnik allgemein der Rechenstift nicht immer oberstes Gebot ist, bestätigt auch Haslinger. \"In der Forschung gibt es einige Themen, die isoliert betrachtet unwirtschaftlich sind, weil sie nur einer ganz kleinen Zielgruppe dienen.“ Dennoch wolle Otto Bock auch diesen Bereich nicht vernachlässigen. Zum einen gebe es da eine gewisse moralische Verpflichtung und zum anderen könnten die Erkenntnisse aus diesen Bereichen auch anderweitig eingesetzt werden. Diese Vorgehensweise entspricht einer der zentralen überlegung in der Prothetik, bereits bestehende Technologien für die Prothetik nutzbar zu machen.
In- und Outsourcing
Während bei vielen anderen Unternehmen Outsourcing im Zentrum des Interesses steht, geht man bei Otto Bock den umgekehrten Weg - zumindest was kritische Bauteile und technologische Verfahren anbelangt. Schon jetzt werden die meisten Komponenten im Haus produziert, schließlich ist es schwierig, für so geringe Mengen Lieferanten zu finden. Aber auch weniger problematische Bereiche wie das Design sollen schon demnächst wieder \"ingesourct“ werden. Einzig die Grundlagenforschung wird auch in Zukunft nicht ausschließlich intern erledigt. Hier gibt es und wird es weiterhin sehr enge Kooperationen mit Universitäten geben.
Auch wenn der Forschungsaufwand in einem hoch spezialisierten Bereich wie der Prothetik enorm ist, kennt man bei Otto Bock keine Angst vor Plagiaten. Nicht einmal Plagiats-Primus China kann Haslinger beunruhigen \"Unser Vorteil ist es, dass wir etwa auf dem Gebiet der Handprothetik weltweit absolut führend sind“, sagt Haslinger stolz. \"Ein potenzieller Konkurrent wird es sich daher genau überlegen, ob es für ihn Sinn macht, in diesen Bereich einzusteigen und viel Geld zu investieren.“
| Ausblick Die Zukunft der Handprothetik liegt laut Gerald Haslinger eindeutig in der intuitiven Steuerung. Mit der heutigen Technologie sind für die Bewegung zwei Elektroden verantwortlich. Durch die Kontraktion der an den Sensoren angeschlossenen Muskeln werden Bewegungen durchgeführt. Derzeit wird bei Otto Bock an einer Steuerung geforscht, die neben der intuitiven Steuerung auch mehrere Befehlen ausführen und mehr Freiheitsgrade beherrschen soll. Mit einer praktischen Umsetzung vor 2015 ist allerdings nicht zu rechnen. |
Report: Herr Hillebrand, noch nicht jede Firma interessiert sich für IT. Welche Branchen haben hier Aufholbedarf?
Thomas Hillebrand: Ich sehen eine Schwachstelle bei den kleineren Unternehmen. Diese Firmen haben zwar irgendwo schon einen PC stehen, haben aber in der Vorgehensweise, wie effizient die Geräte eingesetzt werden, noch Aufholbedarf. Auch ist es bei diesen Unternehmen essenziell, mobil erreichbar zu sein. Ein möglicher Kunde ruft vielleicht zwei mal bei einem Unternehmen an - erreicht er dann noch immer niemanden, weil es etwa kein Sekretariat im Back-Office gibt, oder der Unternehmer für eine Mailantwort länger als einen Tag benötigt, geht dieser Kunde an den Mitbewerb verloren. Heute wird von den Mitarbeitern erwartet, dass sie sofort auf Anrufe und E-Mails reagieren. Eine Lösung aus diesem Dilemma bieten nun mobile Datenkarten oder Smartphones.
Doch auch bei den größeren Unternehmen gibt es noch Aufholbedarf. Auch dort kann die Effizienz des Außendienstes verbessert werden. Es gibt etwa noch viele Außendienstmitarbeiter, die ohne Notebook arbeiten. Prozesse dort benötigen dann zeitintensive und fehleranfällige Zwischenschritte, um Geschäftsdaten verwalten zu können: Beim Kunden wird die gleiche Information auf einen Zettel geschrieben, die das Back-Office dann noch einmal abtippt. Dagegen ermöglicht ein durchgängiges, auf einer mobilen Datenkarte basierendes System, die Bestellung direkt beim Kunden aufzuzeichnen und dort direkt ins System einzugeben. Mit einer Datenkarte wäre der Mitarbeiter jederzeit online und kann von unterwegs ebenso arbeiten, wie wenn er im Büro sitzen würde.
Aktuellen Einschätzungen von Arthur D. Little und Ericsson zufolge können derzeit rund zehn Prozent der Mitarbeiter in Unternehmen in österreich auf eine Mobilitätslösung zurückgreifen. Nur ein Prozent der Mitarbeiter haben aber eine Lösung, die mehr als nur aus einem Firmenhandy besteht. Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht?
Oft haben die Mitarbeiter ein Notebook und ein businessfähiges Handy - ob alle Funktionen dann aber auch genutzt und im Unternehmen unterstützt werden, ist eine andere Geschichte. Das ist schade, denn mit klugen Office- und Mobillösungen könnten sich diese Firmen sehr viel Zeit und sehr viel Geld ersparen. Die skandinavischen Länder sind hier ein gutes Beispiel. Dort ist man uns mit mobilen Officelösungen drei Schritte voraus. Dennoch gibt es auch in österreich bereits Projekte, die in diese Richtung gehen. Im Vorjahr hat Wüstenrot seine Versicherungsberater im Außendienst mit dem Dell-Organizer Axim ausgestattet. Die Versicherungsbranche ist in diesem Bereich schon relativ weit. Dort ist man sich um die gute Chance eines Vertragsabschlusses bewusst, wenn der Kunden gleich vor Ort alle Berechnungen einsehen und auch unterschreiben kann.
Man muss den Kunden mittlerweile dort abholen, wo man auf ihn trifft.
Als Unternehmen gebe ich sonst dem Mitbewerb Zeit, den Kunden zu umwerben. Wenn ich anfangs jemanden überzeugt habe, dass mein Produkt oder Service das richtige ist, würde ich ihm andernfalls die Chance geben, bei der Konkurrenz Angebote einzuholen und generell wieder Verunsicherung aufkommen lassen.
Standardisierte Arbeitsplätze, sie werden zunehmend wichtig?
Standards sollten für jedes Unternehmen ein großes Thema sein. Aus folgendem Grund: Wenn bei einer Ausschreibung eine IT-Kostensenkung von 20 Prozent gefordert wird, gehen Firmen zu fünf verschiedenen Herstellern um einen besseren Hardwarepreis zu verhandeln. Wenn man aber weiß, dass nur 30 Prozent der IT-Kosten vom Hardwarepreis abhängig sind, 70 Prozent dagegen von Dingen wie Service, Support und nachgelagerten Bestellvorgängen herrühren, wird man diese Kosteneinsparung nicht schaffen - wenn etwa der Hardwarepreis nur um zehn Prozent gedrückt werden kann. Einsparungen funktionieren auf einer anderen Ebene: im Personalbereich. Ich gebe Ihnen ein einfaches Rechenbeispiel: ein Mitarbeiter aus dem IT-Bereich mit allen Lohnneben- und Arbeitsplatzkosten kostet etwa 70.000 Euro im Jahr. Hochgerechnet auf fünf Jahre ergibt das eine Summe von 350.000 Euro. Bei reinen Hardwarekosten von 500 Euro, für die man aktuell einen guten PC mit Monitor bekommt, wären das in diesem Abschreibungszeitraum 700 PCs. Diese 700 PCs könnte ich meiner Firma schenken, wenn sich die IT-Abteilung nur ein wenig effizienter aufstellt. Nötig dazu ist nun die Standardisierung der Arbeitsplätze. Oft benötigen Firmen allein zusätzliche IT-Kräfte, da sie PCs von fünf verschiedenen Herstellern im Einsatz haben. Sie wissen nicht genau, welche Garantien auf diesen Teilen aktiv sind oder welche Hotline für den Support angerufen werden muss. Sie benötigen für ihre Notebooklandschaft fünf verschiedene Images, deren Erstellen alleine einige Tage in Anspruch nimmt. Wenn das zweimal im Jahr mit fünf Gerätekonfigurationen gemacht wird, kommt man fast schon auf den einen Mitarbeiter, der extra dafür abgestellt ist. Bei einem Unternehmen mit einer Größe von dreihundert bis fünfhundert Mitarbeitern ist dies sicherlich ein Problem. Dieser Firma stehen nicht 20 sondern vielleicht nur fünf, sechs IT-Mitarbeiter zur Verfügung. Und diese sind dann auch nicht Spezialisten für jeden Bereich, benötigen also bei außertourlichen Aufgabenstellungen dreimal so lange wie ein Experte. Hier mit den richtigen Leuten und Partnern ranzugehen, ist für Dell eine große Herausforderung.
Welche Entwicklungen kann es noch bei Ihrem Direktvertriebsmodell geben?
Wir verstehen uns mittlerweile nicht mehr nur als Box-Mover sondern auch als Lösungsanbieter. Das sagen zwar unsere Mitbewerber ebenfalls von sich - wir aber wollen den Kunden universell bedienen. Heißt: bei Themen, die nicht unseren Kernfokus betreffen, holen wir uns Partner hinzu. Wenn etwa Außendienstmitarbeiter komplett mobil integriert werden müssen, suchen wir uns den richtigen Partner, dessen Know-how genau auf diesem Gebiet liegt. Trotzdem steht Dell dem Kunden als Single-Point-of-Contact gegenüber: wir sind der einzige Ansprechpartner für ihn. Dells Partner in österreich sind Unisys und Getronics, deren 1200 Servicetechniker für uns jederzeit auf Abruf stehen. Dies ist auch Alleinstellungsmerkmal: Kein anderer Anbieter kann sich auf so viele Techniker berufen. Solche Partnerschaften ermöglichen uns die Konzentration auf Dinge, bei denen wir wirklich gut sind: die Logistik und das Bauen und Zusammenstellen von PCs. Nebenher hat Dell als weltgrößter Hersteller auch einen Vorteil bei Preisverhandlungen mit den Zulieferern. Es könnte also sein, dass wir einen etwas besseren Preis bekommen, als ein Mitbewerber wie etwa Maxdata. Mit unserem direkten Vertriebsmodell ersparen wir uns Preisaufschläge aus dem Zwischenhandel und wir kennen dadurch alle unsere Kunden und ihre Bedürfnisse. Jeder meiner Mitarbeiter hat 20 bis 30 Kundenkontakte pro Tag. Wenn ich dies bei unseren 25 Innendienstmitarbeitern hochrechne, sind dies 500 Kundenkontakte. Ich weiß was draußen los ist, ich weiß was draußen passiert und muss mich nicht auf das Hören und Sagen eines Händlers oder Systemhauses verlassen.
Rentiert sich der Standort in Irland? Immerhin muss Dell von dort aus alle europäischen Länder abdecken.
Ja, er rechnet sich. Wir können dort innerhalb von nur acht Minuten einen Desktop zusammenstellen. Noch beträgt die Lieferzeit zum Kunden acht bis zehn Werktage. Doch wird in Kürze eine zweite Fabrik am Kontinent gebaut - zu diesem Projekt werden gerade die letzten Verhandlungen geführt. Diese Fabrik wird näher an österreich liegen und die Lieferzeit auf gut fünf Tage reduzieren. Dann wird Dell auch die Lücke zu den lokalen Systemhäusern schließen können, die heute bei Bestellungen nur zwei bis drei Tage zum Kunden benötigen. Dann haben unsere Kunden die warmen Semmeln rechzeitig direkt vom Bäcker.
Die in der Branche dominierende Marketingstrategie richtet sich nicht immer an die Bedürfnisse der Kunden, die Geräte scheinen in ihren Spezifikationen oft nur einem Selbstzweck nachzukommen. Wie sehen Sie diese Branche?
Bei uns bekommt der Kunde haargenau das, was er braucht. Er kommt nicht in die Verlegenheit etwas kaufen zu müssen, das zufällig von einem Hersteller gerade abverkauft wird. Unsere Aufgabenstellung ist auch nicht, etwas erfinden zu müssen, was dann unbedingt beim Kunden angebracht werden muss. Bei Sony funktionierte dies bislang, man schaffte sich damit neue Märkte. Diese Vorgehensweise ist aber zunehmend schwierig geworden. Ein Hersteller hat heute nicht mehr die Zeit, seinen Vorsprung bei neuen Produkten genügend auszubauen zu können. Früher hatten Hersteller noch ein bis zwei Jahre Zeit, bis ein Mitbewerber mit dem gleichen Produkt nachgekommen war. Mittlerweile hat sich dieser Vorsprung auf ein halbes Jahr reduziert. Für die Branche hat das weit reichende Folgen: Wenn ein Produkt nicht innerhalb eines halben Jahres am Markt positioniert ist, hat sein Hersteller ein Problem. Auch aus diesem Grund machen wir es umgekehrt: wir gehen zum Kunden und fragen ihn, was er mit seiner IT machen möchte. Der Computer ist schließlich nur ein Hilfsmittel, damit ein Unternehmen irgendwo schneller, besser, effizienter und kostengünstiger wird.
Gerade aber im Consumerbereich wird es dementsprechend schwieriger sein, mit Produkten die nicht im Geschäft stehen, den Kunden zu erreichen.
Wir haben in österreich ein Umsatzverhältnis von etwa 90 Prozent Business- und zehn Prozent Consumergeschäft. Mit der Alienware-Akquise, die wir vor kurzem gemacht haben, ist wieder ein Consumeranteil hinzugekommen. Wir konzentrieren uns hierzulande aber nicht auf das Consumergeschäft. Es wächst zwar zunehmend, da die Menschen immer mehr über Internet und Telefon bestellen. Sicher ist es aber so, dass man hier noch ein Produkt, das 1000 bis 2000 Euro kostet, vorher mindestens einmal in der Hand gehabt haben will. In diesem Bereich tun wir uns momentan etwas schwer. Gesamteuropäisch ist dies anders: in England ist Dell die Nummer eins auch im Consumerbereich, auch in den skandinavischen Ländern sind wir überall vorne mit dabei. In weniger internetaffinen Ländern wie österreich oder Italien ist dieser Markt noch wesentlich kleiner. Die österreicher stehen dem Einkauf aus dem Internet noch misstrauisch gegenüber. Bücher und CDs werden schon mal bei Amazon bestellt, aber ein PC? In den USA werden bereits Autos übers Internet gekauft, dort ist dies ein normaler Geschäftsvorgang. Durch die Generation, die heute mit der IT aufwächst, wird sich diese Angst aber von selbst erledigen. Meine Kinder sind sechs, fünf und drei Jahre alt - die haben keine Scheu vor dem PC, wissen wie sie mit der Maus arbeiten, Geräte einschalten und die CD wechseln.
Im Consumerbereich sind wir bei Leuten gut, die sich auskennen und die genau wissen, was sie haben wollen. Diese können sich bei Dell die Geräte selbst konfigurieren - etwa, was bei einem MediaMarkt oder anderen nicht so einfach möglich ist. Wenn Sie sich in einen Elektronikmarkt zu einem Notebook-Kauf informieren wollen, werden Sie ja zuerst einmal gefragt, was es kosten soll. Die Frage dort ist nicht, zu welchem Nutzen das Gerät angeschafft werden soll. Es gibt viertausend verschiedene Varianten, einen Desktop-PC zu bauen. Wenn ich genau weiß, welche ich brauche, bin ich bei Dell richtig.
| Zur Person Thomas Hillebrand, 38, wurde Ende 2003 zum Managing Director der österreichischen Niederlassung Dells ernannt. Davor war er als Maxdata-Geschäftsführer für den Aufbau in österreich verantwortlich. Vor dem Wechsel zu Dell war fungierte er als General Manager der Information Technology Group bei Sony Austria. Hillebrand ist verheiratet und hat drei, mit eigenen Notebooks ausgestattete Töchter im Alter von sechs, fünf und drei Jahren. |
Exponenzielles Wachstum. Unternehmen stehen vor einer großen Herausforderung. HP-Storage-Leiter Peter Schön zufolge ist das Wachstum der Terabytewelten »enorm«: Rund achtzig Prozent Steigerung verzeichnen die Datenvolumina in den Unternehmen jährlich. Die Storageindustrie freuen diese Rekordzahlen naturgemäß - wenn auch die Umsätze aufgrund sinkender Hardwarepreise und dem harten Wettbewerb mittlerweile nur noch einstellig wachsen. Für Schön und seine Kollegen ist kein Unternehmen wie das andere, Firmengrößen alleine würden kaum etwas über den Speicherbedarf in der IT aussagen. »So kann etwa ein Architekturbüro oder eine Zahnarztpraxis aufgrund zahlreicher archivierter Scans und Fotos bereits über den Storagebedarf eines Mittelständlers verfügen«, brauchen Unternehmen in Speicherangelegenheiten schnell den Maßschneider. Bei der Art der Datenablage und Archivierung haben die Unternehmen in der Regel ebenfalls Beratungsbedarf. Daten, die für immer und ewig ins Archivnirwana verschwinden, müssen nicht auf den gleichen hochperformanten Disk-Arrays liegen, die etwa die Mailboxen im laufenden Betrieb sichern.»Auch Mittelständler müssen Datenhandling heute auf einem Niveau betreiben, das bisher größeren Organisationen vorbehalten war. Dies gilt etwa für Branchen wie Webdienstleister mit Streaming-Angeboten oder die Medizinbranche, in der das Archivieren von Bild- und Analysedaten neue Aufgaben stellt«, nimmt Richard Hackl, Manager IBM Storage, neue Zielgruppen ins Visier. Neue Lösungen wie etwa »System Storage DS4700 Express« sollen die Unternehmen unterstützen, mehr Transaktionen mit weniger Speicherinfrastruktur als bisher zu bewältigen. Möglich wird dies, indem schneller Datenzugang, schnelleres Backup und schnelleres Kopieren, Spiegeln und Wiederherstellen von Daten realisiert werden. Das neue System ist IBM zufolge für mittelständische Unternehmen ausgelegt - der Listenpreis beginnt bei knapp unter 20.000 Dollar.
John Ryden, Geschäftsführer Hitachi Data Systems (HDS), sieht Storage ebenfalls in einer Schlüsselrolle für Unternehmenswachstum. HDS versucht seit einem Jahr, sich dem Mittelstand in österreich zu nähern und Lösungen aus dem Enterprisebereich auch speicherhungrigen kleineren Unternehmen zu verkaufen. Die Firmen selbst sind kostenbewusster geworden, drehen jeden Cent um, bevor in Neuinvestitionen gebuttert wird. »Früher hatte man die alten Lösungen einfach mit dem neuesten Storagemodell ersetzt«, erinnert sich Ryden. Heute wird mit intelligenteren Systemen auch die alte Speicherlandschaft weiter benutzt. »Zumindest so lange, bis in Neues investiert wird«, meint der Hitachi-Chef. Die Mittelstandsoffensive ist etwas in der schwerfälligen Unternehmenslandschaft stecken geblieben. »Es ist zu früh, um etwas über den Markt sagen zu können. Wir haben aber erwartet, dass es dauern wird«, ist HDS noch mit Hausaufgaben beschäftigt, wie sie sagen.
Platzhirsch EMC, berühmt-berüchtigt für sein kräftiges Auftreten bei den Großunternehmen, ist eigenen Einschätzungen zufolge bereits seit drei Jahren auch am KMU-Markt erfolgreich unterwegs. Einstiegslösungen liegen im vierstelligen Eurobereich. Das Geschäft läuft derzeit gut, mehr als vierzig Prozent Umsatzwachstum im Vorjahr lassen Country Manager Martin Rajsp sagen: »Es geht uns sehr gut.« Die Orientierung an Lösungen und Produkten nach unten würde bestens greifen, so Rajsp. »Mit unseren Bestandskunden alleine hätten wir nicht so wachsen können.« Dennoch ortet auch er noch große Herausforderungen für sein Unternehmen. Besonders die Positionierung als Top-Anbieter kann in diesem Fall stören: »Neun von zehn Firmen sehen uns noch immer als reinen Rechenzentrumsspezialisten und nehmen uns unseren KMU-Fokus nicht ab.« Die Kundengruppe fern der Konzernwelt ist aber auch für Rajsp nicht immer leicht zu verstehen. »Kürzlich hat ein IT-Leiter einer vom Jahrhunderthochwasser heimgesuchten oberösterreichischen Firma gemeint, jetzt hätte er 99 Jahre wieder Ruhe und könne auf eine Backuplösung gerne verzichten.«
Bei der periodischen Wiederentdeckung des Mittelstandes durch die großen Storageplayer kommt aber auch so manches Kopfschütteln auf. »HDS, EMC und die anderen halten Tafeln hoch, wo zwar KMU drauf steht, aber nie drinnen ist«, kritisiert Erwin Zawadil, Geschäftsführer des Storagedistributors Advanced Storage Concepts (Astco). So manch große Marketingabteilung in den USA würde den Mittelstand in österreich mit gleichen Maßstäben wie am Heimmarkt messen, so Zawadil. Die österreich-Niederlassungen der EMCs, HPs und IBMs würden dann stets vor vollendete Tatsachen, sprich Verkaufsziele gestellt werden. »Die US-Strategien eigenen sich nicht für die bunte Eurowelt«, hat Zawadil über manch Interview in Branchenheften schon heftig gelacht. In den Presseaussendungen und Pressekonferenzen der Großen würden vollmundige Versprechungen gemacht werden, die stets aber Kleingedrucktes enthielten. »Was macht es für einen Sinn, wenn ich zwar meine alten Geräte einer neuen Storagelösung weiterverwenden kann, wenn ich dafür das Top-Modell einer teuren Marke kaufen muss?« Zwar gäbe es auch preislich attraktive Einstiegslösungen der großen Hersteller. Nur mit einem Haken, meint Zawadil: »Dort sind dann wieder nur die eigenen Festplatten zugelassen, die gleich mal das Dreifache günstiger Alternativen kosten.« Er rät Unternehmen, sich in Storagefragen grundsätzlich von Systemhäusern beraten zu lassen. »Die sind auf einer Augenhöhe mit den KMU und wissen, wie das Geschäft läuft.«
Trends am Markt. Die Trends bei jenen KMU, die also wirklich KMU sind, sind laut Experten nun folgende: Ab acht Servern sollten Betriebe eine Serverkonsolidierung überlegen. Mittels Virtualisierungsengines wie etwa VMware lässt sich die kleine physische Serverfarm problemlos halbieren. Die gleiche Taktik kann im Storagebereich angewendet werden. Open-Systems-Lösungen helfen den Betrieben zudem, nicht bei einem bestimmten Vendor gefangen zu sein. Und auch die totgesagten Bandspeichersysteme leben noch. Galten Tapes bisweilen als veraltet und überholt, vertritt so mancher Hersteller den Ansatz, dass nur die richtige Auswahl und Mischung aus beiden Systemen Unternehmen ein kosteneffizientes Speichermanagement ermöglichen kann. Beide Wege haben ihre Vorteile: Plattenspeicher sind schnell beschrieben, können einfach gemanagt werden und bieten höhere Kapazitäten. In punkto Sicherheit und Kosten jedoch können sie nicht mit Bandspeichersystemen mithalten, die auch relativ leicht in den Firmensafe bewegt werden können. Denn so schnell die Plattenspeicher mit Daten beschrieben sind, so einfach und schnell können diese Daten auch wieder überschrieben und damit gelöscht werden.
\"Atoms for Peace“
Parallel zur immer noch dominanten militärischen Forschung wurde Anfang der fünfziger Jahre auch der zivilen Verwendung der Kernenergie Aufmerksamkeit geschenkt. Der Tod der beiden Hardliner Stalin und Truman ermöglichte erste Kurskorrekturen.
Der US-Präsident Dwight D. Eisenhower forderte in seiner Aufsehen erregenden Rede vor der UN-Vollversammlung den Einsatz der Atomtechnik für friedliche Zwecke und die Gründung einer internationalen Atombehörde unter der Leitung der UNO. Zudem sollten die Atommächte ihr spaltbares Material und Know-how abtreten. Die Rede zeigte die gewünschte Wirkung. Unter tatkräftiger Mithilfe von amerikanischen PR-Beratern brach eine regelrechte Atom-Euphorie aus. Wissenschafter träumten vom Einsatz in der Energietechnik, der Medizin und der Landwirtschaft. Philosophen wie der deutsche Marxist schwadronierten von einer Zukunft, in der mit einigen Pfund Uran oder Thorium die Wüsten Sahara und Gobi zum Verschwinden gebracht, und Sibirien, Grönland und die Antarktis zur Riviera verwandelt werden würden. Und populärwissenschaftliche Zeitschriften beschrieben Weltraumfahrzeuge, die durch eine Kette von rasch nach einander gezündeten Atombomben zum Saturn und auch wieder zurück fliegen könnten.
Die zentrale Vision blieb aber die Bereitstellung von billiger Elektrizität. Trotz anfänglicher Skepsis hinsichtlich der Rentabilität, wurde im Jahr 1955 das erste kommerziell genutzte Atomkraftwerk in Calder Hall im Nordwesten Englands in Betrieb genommen. In den sechziger Jahren wurden weltweit weitere Kernkraftwerke errichtet, ein echter Boom war in den Siebzigern zu verzwichnen. Dank jährlicher Zuwachsraten von 30 Prozent und in Folge des Erdölschocks 1973 wurden ehrgeizige Ausbaupläne erarbeitet.
Nun regte sich erstmals Widerstand. Die 68er Bewegung hatte eine kritische öffentlichkeit entstehen lassen, die den euphorischen Prognosen der Politiker misstraute. Zahlreiche Störfälle und die ungelöste Frage der Endlagerung des radioaktiven Mülls beschleunigten das Erstarken von Bürgerinitiativen und Umweltbewegungen. Spätestens nach den schwerwiegenden Unfällen in Harrisburg (1979) und vor allem Tschernobyl (1986) hatte die Kernenergie mit einem veritablen Imageproblem zu kämpfen. Speziell in Europa nahm die Kritik an der Nutzung der Kernenergie deutlich zu. Nicht immer war der Protest friedlich. Besonders heftig gerieten die Auseinandersetzungen um die Wiederaufbereitungsanlage im bayrischen Wackersdorf und das Endlager in Gorleben, Niedersachsen. In Frankreich eskalierte die Auseinandersetzung um den schnellen Brüter \"Super Phenix“ in Malville. Der Einsatz der paramilitärischen Polizeieinheit CRS forderte zahlreiche Schwerverletzte und einen toten Demonstranten.
Zwei Szenarien
In Folge der atomaren Störfälle beschlossen immer mehr Länder den Ausstieg aus der Atomenergie, darunter Belgien, Schweden und Deutschland. Anders die Situation in den USA, wo die Laufzeit bestehender Kernkraftwerke verlängert wird und ähnlich wie in Indien, Russland, China oder Japan neue Kraftwerke gebaut werden sollen. Eine Entwicklung, die auch in Europa zum Teil auf Zustimmung trifft. Walter Hohlefelder, Präsident des Deutschen Atomforums und Vorstandsmitglied der E.ON Energie AG, spricht von der Einsparung von 2,8 Milliarden Tonnen CO2 im letzten Jahr durch den Einsatz von Kernenergie und appelliert an die Atomkraftgegner, den \"künftigen Generationen alle Optionen für die Energieversorgung offen zu halten. Auch die Option der Kernenergie“.
Für das deutsche Institut für angewandte ökologie ist diese Entwicklung nicht nachvollziehbar. \"Keines der Ziele, die von den Protagonisten einer Laufzeitverlängerung formuliert werden, hat in der Realität Bestand“, sagt Bettina Brohmann, Energieexpertin am öko-Institut in Darmstadt. \"Weder sinken die Strompreise, noch können Kohlenstoffdioxid-Emissionen vermieden werden.“ Denn durch den CO2-Zertifikatehandel könnten Stromunternehmen, die Atomkraftwerke betreiben, die ihnen zugewiesenen Emissionszertifikate einfach an andere Anlagenbetreiber verkaufen. Zudem fürchtet Brohmann, dass durch eine Verlängerung der Laufzeiten die fortschreitende Entwicklung der Erneuerbaren Energien behindern werden könnte.
Tschernobyl, Ukraine
Am 26. April 1986 kommt zur bekanntesten und folgenreichsten nuklearen Havarie. Der Atomunfall im ukrainischen Tschernobyl ist der erste mit staatenübergreifenden Folgen. Ausgelöst wird die Katastrophe während eines Experiments zur überprüfung der Notkühlung bei einem Stromausfall. Um 1:24 Uhr nachts kommt es zu zwei Explosionen in Reaktorblock 4. Während des darauf folgenden Reaktorbrands wird Radioaktivität von der 40fachen Intensität der Hiroshimabombe freigesetzt. Die radioaktive Wolke wird weit über die Grenzen der Sowjetunion hinaus getragen. Zur Eindämmung der Katastrophe werden zahlreiche Soldaten, Studenten und \"Freiwillige“ - so genannte Liquidatoren eingesetzt, die das Kraftwerk dekontaminierten und schließlich den \"Sarkophag“, eine Betonhülle um Reaktorblock 4, bauten. An den Folgen des Unglücks sterben innerhalb von nur drei Monaten 28 Menschen, mehr als 200 müssen wegen akuter Strahlenkrankheit in Krankenhäuser behandelt werden. Die Langzeitfolgen sind nicht absehbar und auch heute noch umstritten. Die Zahlen schwanken zwischen 10.000 und 250.000 Tschernobylopfer.
Menschen, die in Familien von Familienunternehmern hineingeboren werden, haben einen nicht zu unterschätzendenVorteil:Sie lernen frühzeitig, mit Paradoxien zu leben. Sie können beobachten, wie Vater oder Mutter zwischn mehreren Realitäten hin und her wechseln können, wie sie also mal fürsorgliche Mütterund Väter sind, im nächsten Augenblick aber schon wieder strenge Chefin oder strenger Chef. Gerade dieser Umgang mit Paradoxien ist für Familienunternehmungen überlebensnotwendig(das gilt freilich auch für das Privatleben - wer das nicht schafft, läuft Gefahr, verrückt zu werden).
Die Forschung zum Thema Familienunternehmen kommt erst langsam in Schwung. Fahrt aufgenommen hat sie bereitsan der Management Uni Witten/Herneke, wo sich die führenden Systemiker Europas mit dem Thema befassen.
Koevolution. Vieles im Leben entwickelt sich evolutionär, also ungeplant. Wenn zwei Individuen oder Systeme eng gekoppelt sind, dann sollte eine Koevolution stattfinden- passiert das nicht, leben sich die beiden Teile auseinander.Familien und Firma sind bei unserem Untersuchungsobjektziemlich eng gekoppelt. Die Geschichte zeigt, dass ein Familienunternehmen nur dann mehrere Generationen überlebt, wenn diese Koevolution stattfindet (besser: stattgefunden hat, denndas weiß man bei der Evolution immer erst hinterher). Erfolgsrezept gibt`s aber keines: Die einen machen`s so, die anderen anders.
Austauschbarkeit. Ein wesentlicher Erfolgsfaktorvon Kapitalgesellschaften ist, dass jeder Mitarbeiter austauschbarist. Jeder Mitarbeiter wiederum wird danach streben, dass er selber für seine Firma unersetzlich ist, aber gleichzeitig seine Qualifikationen so gestalten, dass er seinerseits seinenDienstgeber jederzeit austauschen kann. Das ist das eineSpielfeld. Auf dem Spielfeld »Familie« ist der umgekehrte Fall der Fall: Funktioniert ein Familienmitglied nicht nach Wunsch, wird esnicht einfach ausgetauscht, sondern ein anderes Familienmitgliedspringt ein (Töchter übernehmen die Mutterrolle, usw.). Das ist schon wieder Ressource, aber auch Gefahr: Ist der familieneigeneManager eher unfähig, kann er großen Schaden anrichten.
Kapitalbindung. Auch hier gilt: Es ist gleichzeitigRessource und Gefahr, wenn ein die Politik des Unternehmensbestimmender Teil des Kapitals in der Hand einer Familie ist: Die vierteljährliche Berichtspflicht fällt ebenso weg wie die Gefahr, kurzfristig profitorientiert zu entscheiden, dieRenditeerwartungen sind meist von größerer Geduld geprägt.Auf der Gegenseite steht das Risiko der fehlenden Managementkontrolle. Die Firma kann aber auch an innerfamiliären Konflikten zugrunde gehen - denn innerfamiliäreKommunikationen sind keiner öffentlichen Kontrolle unterworfen.
Die Bank. Ein gefährlicher Rivale in der Zweierbeziehung von Firma und Familie ist die Hausbank. So lange alles glatt läuft, ist der zuständige Sachbearbeiter ein guter Freund der Familie. Wie auch der Volksmund sagt, hört sich beim Geld aber die Freundschaft auf. Konkret, wenn das Unternehmen in eine Krise gerät. Angenommen, Kurt Düsentrieb hatte vor seiner Firmengründung eine gute Anstellung und Bettina Düsentrieb war mit dem Wechsel in das Unternehmertum von Anfang an nicht wirklich glücklich. Bettina hat auch noch etwas Vermögen geerbt, die Zukunft ist also mehr als abgesichert. Kurt setzt seinen Dickschädel durch, weil er ahnt, dass er zu Größerem fähig ist.In dem Moment, wo sein Unternehmen in eine Krise gerät, ist Feuer am Dach: Zur Verlängerung der Kreditstrecke, so schlägtder freundliche Sachbearbeiter vor, soll Bettina mit ihrem geerbten Privatvermögen gerade stehen. Da kann der Haussegen schonmal ins Wanken geraten, zumal anzunehmen ist, dass in der Zeit der Krise der Firma die Beziehung ebenfalls eine Krise durchmacht(was gottlob nicht zwingend ist). Gewinnt Bettina und unterschreibt die Haftung nicht, geht beides verloren: die Firmaund die Ehe.
Nachfolge. Die ersten Familienunternehmungenwaren landwirtschaftlicher Natur. Noch vor wenigen Generationen war alles ganz einfach: Der älteste Sohn eines Großbauernwurde Bauer, der zweite Pfarrer, der dritte meist Lehrer (kam als erstes Kind ein Mädchen zur Welt, war es eine »Gitsche«, also fürdie Erbfolge »wertlos«). In den meisten modernen Familien hat sich jedoch Gleichberechtigung durchgesetzt, nicht nur in der Geburtenfolge, sondern auch Buben und Mädchen sind inzwischen gleich wertvoll. Diese Errungenschaft der Gesellschaft ist gleichzeitig ein Problem für die Nachfolge. Ein weiteres Problem kann die Verschiedenheit von Familie und Firma bedeuten. Nur selten passt der Zeitpunkt, an dem eine übernahme durch den Nachfolger angebracht wäre (um beispielsweise einenInnovationsschub zu inszenieren), mit dem Zeitpunkt zusammen, zu dem einerseits der Nachfolger ausbildungsmäßig bereit ist, andererseits der übergeber gewillt ist, das Zepter aus der Hand zu geben. Eine Möglichkeit ist, zumindest für einen gewissen Zeitraum einen Fremdmanager einzusetzen. Das ist gar nicht so einfach, wie die Wittener Forschungsgruppe an Fallbeispielenschildert. Denn dieser Fremdmanager muss nicht nur die Kommunikationen der Firma erlernen, sondern auch jene der Familie. Sehr oft entsteht also Stagnation, wenn eigentlich Innovation gefragt wäre. Das ist einer der Gründe, warum dieNachfolgefrage oft ungelöst bleibt. Es können aber auch einfach Unsicherheiten oder versteckte Kommunikationen im Spiel sein (jede Interaktion ist auch eine Kommunikation), etwa, dass sich der potenzielle Nachfolger zu wenig respektiert fühlt. In solchen Fällen zeitigt die Methode der systemischen Strukturaufstellung erstaunliche Erfolge: Das Problem wird mithilfe von Stellvertretern in den Raum gestellt, die Personen in der Konstellation konzentrieren sich nur darauf, wie sie sich in der Konstellation fühlen - in den meisten Fällen kommt eine Lösung raus (etwa, dass der Patriarch sich langsam zurückziehen sollte, der Nachfolger gewinnt in der Folge an Selbstvertrauen).
Knackpunkt 2. und 3. Generation. Tatsache ist, dass es nur die Hälfte der Familienunternehmen schafft, einen Nachfolgerfür die zweite Generation zu finden, auf dem Sprung in die dritte Generation bleibt nochmals die Hälfte auf der Strecke (gemeintist, dass ein Nachfolger innerhalb der Familie gefunden wird).Dann wendet sich allerdings das Blatt. Was sind die Ursachen dafür?Die sind vielfältiger Natur. Erfolgreiche Firmengründer sind ja nicht deswegen erfolgreich, weil sie zu Hause sitzen und mitden Kindern im Sandkasten spielen und deren Hausaufgaben betreuen - meist ist das Gegenteil der Fall: Der Großteil der Energie (und auch der Zeit) geht in die Firma. Beim heranwachsenden potenziellen Nachfolger kann da schon mal Eifersucht (auf die Firma) aufkeimen. Das vermindert die Lust, Nachfolger zu werden. Zudem erwarten sich Eltern oft, dass Kinderfreiwillig und spontan das tun, was sich Eltern von ihnen erwarten: »Du musst nicht Nachfolger werden - solange du dich nur dazu entschließt, mir nachzufolgen«, ist ein paradoxer,aber gar nicht so seltener Gedankengang. Wesentlich einfacher wird die Sache, wenn der übergeber selber schon mal übernehmer war. Fritz Simon hat da eine gute Metapher bereit: »Es macht einen Unterschied, ob ich das Staffelholz selber geschnitzt habe oder ob ich es übergeben bekommen habe.« Außerdem sind dann die Fußstapfen des Gründers nicht mehr so deutlich sichtbar - sie können also nicht zu groß sein.
Großfamilie. Das Phänomen der Großfamilie ist heuteso gut wie ausgestorben. Doch vereinzelt ist es noch zu finden: Nämlich dann, wenn das Familiengeflecht an ein Firmengeflechtgekoppelt ist - zeigten die Untersuchungen von Mehrgenerationen-Familienunternehmen. Es ist gut vorstellbar, dass die FamilieGruber in Aigen im Mühlviertel nicht mehr vollständig dort leben würde, wenn sie nicht gemeinsam das Hotel führen würde. Besonders in ländlichen Gebieten zerstreuen sich die Mitglieder für gewöhnlich in Windeseile in alle Himmelsrichtungen, weil esvor Ort ja kaum adäquate Arbeitsplätze gibt. Insofern sind Firma und Familie eng aneinander gekoppelt. Die Grubers funktionierendeshalb sowohl als Familie als auch als Firma, weil sie beide Kommunikationsmuster beherrschen - sowohl die von Familienals auch die von Organisationen.
Erfolgsmodell. Das Forschungsprogramm untersuchteauch mehrere erfolgreiche Mehrgenerationen-Familienunternehmungen, also solche, die schon über fünf bis sieben Generationen überlebt haben. Das Blöde an den Ergebnissen: Es lässt sich kein Erfolgsrezept herauslesen.Jedes Unternehmen hat die vielen Paradoxien im Laufe der Geschichte eben irgendwie aufgelöst. Das eine so, das andereanders - wer eine Garage mietet und in Jeans und T-Shirt programmiert, muss auch nicht notgedrungen ein Bill Gates werden. Gelingt es zum Beispiel, so kommen Simon& Co zum Schluss, externe Berater in die Familienkultur zu integrieren (damit Koevolution stattfinden kann), dann sindFamilienunternehmen kein Auslauf-, sondern ein Erfolgsmodell. Börsenorientierte, anonyme Kapitalgesellschaften haben daherentgegen der öffentlichen und veröffentlichten Meinung nicht einen Vorteil, sondern einen Nachteil: Es fehlt ihnen die Familieals stabiler Partner.