Viel Krise, wenig Strom
- Written by Redaktion_Report
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Die Finanz- und Wirtschaftskrise belastet die Investitionsbereitschaft in europäische Kraftwerksprojekte, haben die Managementberater von A.T. Kearney herausgefunden.Fehlende Investitionen
Die derzeitigen Rahmenbedingungen würden zudem die Investitionen in den Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung senken, so Haslauer, diese seien in den letzten Monaten massiv eingebrochen. Mehrere Faktoren sprechen dafür, dass dieser Trend mehrere Jahre anhalten könnte: Viele Investoren in erneuerbare Energien seien aufgrund fehlender laufender Cashflows im Gegensatz zu den Energieunternehmen noch viel stärker auf Fremdkapital angewiesen, sie leiden aber derzeit unter deutlich schlechteren Kreditkonditionen. Hinzu kommt die Kostenstruktur der erneuerbaren Energien, bei denen Kapitalkosten den wesentlichen Kostenblock ausmachen. Durch die Finanzkrise sind die Stromerzeugungskosten laut A.T. Kearney beispielsweise für Steinkohle um 4,3 Prozent, für Erdgas/Gas- und Dampfturbinen um 2,1 Prozent gestiegen, für Laufwasserkraftwerke und für Wind Offshore sei sogar ein Anstieg von 19,0 Prozent beziehungsweise 10,7 Prozent zu verzeichnen.
»Fehlende Investitionen in den Ausbau der erneuerbaren Energie bedeuten aber auch, dass sich das Erreichen der EU-Klimaziele verzögern wird und ohne die geeigneten Maßnahmen diese sogar gefährdet sind«, warnt Haslauer. Aber auch das organische Wachstum der Energieunternehmen ist bedingt durch die Finanzkrise rückläufig. Seit dem Jahr 2000 habe der steigende Energieverbrauch bei gleichzeitig steigenden Rohstoff- und Energiepreisen den europäischen Energieunternehmen im Durchschnitt ein jährliches organisches Wachstum von rund acht Prozent ermöglicht, so die Studienautoren. Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen sei in den nächsten zwei Jahren allerdings mit Umsatzrückgängen von bis zu 20 Prozent zu rechnen, Ergebnisrückgänge werden noch stärker ausfallen und teilweise zu Verlusten führen, sind die Marktbeobachter überzeugt.